Peyton Manning braucht keine Elite – Peyton macht Elite

“[…] Peyton Manning needs a receiver who can match his elite status.”

So der von uns hochgeschätzte Andy Benoit in dem Teaser zu seinem Artikel über die Team-Needs der AFC West. Diese Meinung kann man, seit Peyton Manning in Denver unterschrieben hat, allenthalben lesen. Ich kann das überhaupt nicht nachvollziehen. Fast alle WRs, die für ihn in den letzten Jahren “neu” waren, haben innerhalb kürzester Zeit gute Leistungen gebracht – und das liegt zu einem großen Teil ganz simpel an Manning. Und nicht daran, ob der jeweilige WR ein besonders guter Route Runner, besonders schnell oder besonders irgendetwas anderes gewesen wäre.

Daß der beste Wide Receiver im aktuellen Broncos-Kader, Demariyus Thomasjust a very good possession/stretched-intermediary target” ist oder nicht, sollte keine große Rolle spielen für seinen Erfolg mit Manning. Auch ein Reggie Wayne war nicht groß was anderes, als er seinen Dienst bei Peyton antrat. Mit Thomas und Eric Decker hat Denver zwei talentierte Ballempfänger, die unter Peyton aufblühen sollten. Das einzige, was sehr, sehr wichtig ist, ist ihre Bereitschaft, jeden Tag 24 Stunden lang mit Manning zu arbeiten und “seine Offense” aufzusaugen – welche ziemlich simpel ist.

Den einzigen richtigen “Typen”, den Peyton benötigt, ist ein einigermaßen mutiger und vor allem körperlich stabiler Slot Receiver. Dort braucht er keinen kleinen Typ Welker (oder Eddie Royal), sondern jemanden wie Austin Collie oder eben Brandon Stokley. Stokley ist einer der besten Freunde Mannings und dieser einer der größten Fans Stokleys und nun spielen sie – nicht zufällig – wieder zusammen.

Sieht man sich die Spielzeuge an, die sich Manning als Ersatz für altes Spielzeug in sein Arsenal geholt hat, ist die Bilanz beeindruckend. Die Colts haben in den letzten zehn Jahren unter Peyton Manning, also von 2001 bis 2010, nur fünf WRs gedraftet. Vier waren sehr erfolgreich: Reggie Wayne, Anthony Gonzalez (beide 1st round 2001 bzw. 2007), Pierre Garcon (6th round 2008) und Austin Collie (4th round 2009). Nur einer war ein Bust, soweit man das bei einem 5th-rd pick überhaupt sagen kann: Roy Hall (5th round 2007).

Anthony Gonzalez durfte in seinem Rookiejahr als Backup mitmachen und fing dabei in 13 Spielen 37 Bälle für 576 Yards und 3 Touchdowns. Ein Jahr später, 2008, passierte das, was mit allen WR von Peyton passiert – er wurde deutlich besser: 57 Pässe, 664 Yards und 4 TDs.

Pierre Garcon, der zuweilen Hände hat wie ein betrunkener Alzheimer-Patient, wurde nach einer Saison als fünftes Rand am Wagen und viel Training zu einem mehr als zuverlässigen Ballempfänger. In den folgenden zwei Jahren als Ersatz für den dauerverletzten Anthony Gonzalez fing er 114 Bälle für 1549 Yards und 10 TDs. Was passiert, wenn man versucht, Peyton seine Lieblingsspielzeuge Wayne und TE Dallas Clark wegzunehmen, haben die Jets im AFC Championship Game 2008 schmerzhaft erfahren müssen: 11 Receptions, 151 Yards und ein Score für Garcon.

Austin Collie fängt in seinem Rookiejahr 2009 60 Pässe für 676 Yards und 7 TDs in 16 Spielen; ein Jahr später wiederholt er die Zahlen fast auf den Punkt, benötigt dafür aber nur 9 Spiele. Es gibt Receiver, die lassen ihren Quarterback viel besser aussehen als sie sind; auf der anderen Seite gibt es QBs, die lassen jeden WR gut aussehen.

Oder auch den Tight End gut aussehen. Über Jahre war Dallas Clark einer der wichtigsten Bausteine in Mannings Offense. 2009 gipfelte die Entwicklung in 100 gefangenen Pässen für 1106 Yards und 10 TDs. Bis Clark so wichtig wurde (werden mußte) haben auch mal “Größen” wie Ben Utecht oder Marcus Pollard die meisten Bälle als TE gefangen. Als Clark sich 2010 mit Verletzungen rumplagte und nur sechs Spiele machen konnte, hat Peyton einfach den nächsten Tight End gut aussehen lassen: Jacob Tamme. In 16 Spielen, bei nur acht Starts, fängt er 67 Pässe für 631 Yards. Weil die Broncos jetzt gar keinen vernünftigen Tight End in ihren Reihen wußten, hat Peyton den Tamme einfach mitgeschleppt. Wer Fantasy Football spielt, kann hier einen TE mit 70 Catches, 700 Yards und 7 TDs in 2012 ganz billig abstauben.

Langer Rede kurzer Sinn: Peytons größte Waffe ist er selbst. Welche Kugeln man in den Lauf legt, macht kein großen Unterschied. Nicht zufällig haben die Broncos dieses Jahr keinen WR gedraftet. Das einzige was zählt, ist die Zeit in Peytons Trainingscamp. Nach nur einer Offseason mit viel Training können beinahe alle Ballempfänger schon einigermaßen erfolgreich sein mit Peyton; im zweiten Jahr machen sie dann regelmäßig noch mal einen großen Sprung. Das dürfte den Broncos auch perfekt in den Plan passen: 2012 Peytons Offense bis zur Perfektion installieren; die Defense weiter verstärken und verjüngen. 2013 und ´14 kann dann nur der Super Bowl das Ziel sein.

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5 thoughts on “Peyton Manning braucht keine Elite – Peyton macht Elite

  1. danke für den artikel, sehr gut- genau meine rede…

    Außerdem, Dem Thomas und Decker haben Talent, viel Talent. Was Decker heuer unter einer Graupe (passing-wise) wie Tebow gezeigt hat, war sensationell. UND Thomas? ehemaliger first rounder, nachfolger von Calvin Johnson bei Georgia, spitzname little Calvin… wenn er diesselbe Arbeitseinstellung wie Reggie Wayne an den Tag legt, fängt er heuer Bälle für mindestens 1200 yards… hat das Potenzial zu einem Top10 Reciever, mit Manning under Center sogar Top5.

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