Iron Bowl 2010 live

[00h22] Endstand Alabama 27, Auburn 28. Entscheidend waren die beiden Turnovers. Beim ersten musst du unfassbares Pech haben, dass der Ball parallel zur Seitenlinie in die Endzone kullert, anstatt ins Aus zu gehen. Alabama hat die Gelegenheiten in der RedZone nicht genutzt und ist dafür bestraft worden.

Nach dem langen TD-Pass von Cam Newton ging jegliches Momentum flöten. McElroy hatte 335 Pass yds zur Halbzeit. Am Ende waren es 377.

Mann des Tages ist für mit DT Nick Fairley, den die Crimson Tide nicht blocken konnten. Newton auch mit einer überragenden zweiten Halbzeit als Pass-Spieler. Laufspiel klappte nicht so, aber wenn es drauf ankam, machte Newton die kurzen, die toughen Yards.

[00h10] Over. Boise State weint – und ich mit.

[00h08] 51 Sekunden für Bama. Mit Freshman-QB McCarron. Ohne Timeouts. Ohne Top-WRs. Dafür mit Drops der Tight Ends.

[00h00] Newton taucht bei 4th down über die Mauer. Die Zeit tckt runter und kein Timeout mehr für Alabama. Selbst ein knapper Sieg mit Field Goal könnte zu wenig sein, um Auburn vom Finale fernzuhalten.

[23h51] Langsam gehen den Crimson Tide die Offensivwaffen aus. Die beiden Top-WRs Jones und Hanks sind bereits draußen und nun wird QB McElroy zum wiederholten Male niedergeschlagen. Und diesmal ausgeknockt (Schulter). Dumm, dass Alabama noch nicht in Field Goal Range ist.

[23h35] Alabama 27, Auburn 28. Es ist also tatsächlich passiet. Gene Chizik beweist Eier in der Hose, spielt an der Mittellinie ein 4th-and-4 aus, das mit einem engen Catch an der Seitenlinie glückt. Beim Touchdown ein bisschen Trickspiel mit dem Play, der plötzlich in eine andere Richtung geht. Am Ende ist der Mann mit dem genialen Namen – Philip Lutzenkirchen – völlig frei in der Endzone.

Das Spiel ist exciting. Und Auburn dürfte bei einem knappen Spielstand ins Finale gehievt werden. Ob Sieg oder Niederlage.

Kollateralschaden Alabama: WR Jones hat sich bei einem „Haxler“ beim Kickoff-Return am Knie verletzt.

[23h20] Alabama 27, Auburn 21. Der Herr Carr wird übel durchschaufen. Alabama mal wieder ganz nahe an der Endzone. Und bringt den Ball wieder nicht unter. Statt sinnloser Fumbles aber immerhin der „Trostpreis“.

[23h15] Diesmal ist Auburn dran, die Dummheit zu begehen.. #9 Carr verweigert trotz einer anrollenden purpurnen Lawine den Fair Catch beim Punt Return. Resultat: Fumble & Turnover. Gewaltiger Pendel-Swing. Und plötzlich ist auch WR Jones wieder meterweit offen.

Baby. #9 Carr tut mir fast leid.

[23h07] Alabama 24, Auburn 21. Gus Malzahn hat seine Offense umgestellt in Richtung hurry up. Gespielt wird sehr viel mit Laufspiel. Beide Parteien begehen Wechselfehler. Am Ende Touchdown Newton aus 1yd.

Die Party in Boise ist vorerst over.

[22h52] Das Pendel hat tatsächlich umgeschlagen. Alabamas Offense kriegt plötzlich nichts mehr auf die Reihe. Cam Newton muss allerdings wohl weiterhin per Luftweg zum Erfolg kommen. Sein Lauspiel hat Nick Saban bisher brillant aus dem Spiel genommen.

[22h40] Alabama 24, Auburn 14. Jetzt hat auch Auburn sein Big Play. Newton mit einem wunderbaren Pass, WR Zachery läuft nach dem Catch durch. Wieder ist DB Barron der Gefoppte beim Touchdown.

Wie gesagt: Verschenkte Punkte, die den Purpurnen noch weh tun können.

[22h35] Halbzeitstats nachgereicht:

McElroy 19-23 für 335 (!) yds, 2 TDs
Newton 5-10 für 97 yds, TD

Alabama Offense: 379 yds, 17 First downs, 18:01 Ball
Auburn Offense: 87 yds, 4 First downs, 11:59 Ball

Auburn mit -10 yds im Laufspiel (wobei die Sacks im College in der Laufstatistik gezählt werden). Dank Turnovers der Crimson Tide ist Auburn gar noch mit blauem Auge davon gekommen.

[22h18] Halbzeit in Tuscaloosa. Es ist nicht überraschend, dass Auburns Defense gegen den Pass Probleme hat. Es ist auch nicht überraschend, dass Alabamas Defense Mittel gegen Cam Newton gefunden hat. Was aber überraschend ist: Das jeweilige Ausmaß. Auburn wird hier überrumpelt und auch wenn die Dominanz emotional nicht mehr so brutal wirkt: Alabama hat zweimal in der RedZone gefumbelt und einmal per Drop einen sicheren Touchdown verschenkt. Auburns Secondary sieht gegen WR Julio Jones kein Land und aktuell braucht es einen gewaltigen Ausschlag des Pendels, um hier noch eine Wende hinzuzaubern.

[22h11] Alabama wird schlampig. Zweiter Turnover in der Redzone. McElroy verliert den Ball, ein O-Liner steht wie angewurzelt herum, während in seinem Rücken DT Fairley den Ball aufklaubt. Die Crimson Tide haben schon so einiges an Punkten hergeschenkt. Wenn das nicht noch weh tut.

[21h58] Alabama 24, Auburn 7. Hoffnung für die Tigersrs. Der Drive ist zwar nicht grade Bilderbuch-Format, aber am Ende reicht ein simpler Fake von QB Newton aus, um WR Blake eineinhalb Meter Vorsprung gegenüber DB Barron zu verschaffen. Stark von Blake, sich den Ball nicht noch aus der Hand schlagen zu lassen. 5:08 im zweiten Viertel noch und die Party in Idaho ist etwas gebremster.

[21h45] Alabama 24, Auburn 0. Mr. McElroy, meine Entschuldigung. Dafür, dass ich Ihnen Insouveränität vorgeworfen hatte. Als die Pocket links und rechts zusammenklappt, findet der QB an der Seitenlinie noch WR Jones, der kurz vor dem TD gestoppt wird Weil RB Richardson den Pass droppt und DT Fairley die Offense Line zerbröselt, gibt es danach „nur“ das Field Goal.

Aktuelle Preisfrage: Wie lange lohnt es sich aufzubleiben? Um Viertel nach vier spielt Boise State bei #19 Nevada.

[21h41] West Virginia hat Pittsburgh 35-10 niedergemetzelt. Die Mountaineers übernehmen damit vorerst die Führung in derBigEast (Remember: BCS-Bowl-Einladung). Pitt und WVU stehen damit bei 4-2. Das dritte Rädchen ist aber Connecticut (3-2), das erst morgen spielt. Gegen Cincinnati, die letztes Jahr sehr stark waren.

[21h37] BREAKING NEWS: Auburn hat ein First Down erzielt!

Zu dumm, dass kurz danach ein Receiver 20m alleinstehend einen Allerweltspass droppt und der darauf folgende Punt miserabel ausfällt.

Ich meine: Was haben die Tigers jetzt zwei Wochen gemacht?

[21h31] Zur Abwechslung mal kein Touchdown, sondern ein Touchback. RB Ingram nach einem Pass schon wieder auf dem Weg in die Endzone, fumbelt den Ball, der zehn Zentimeter parallel zur Seitenlinie in die Endzone kullert. Mal schauen, inwiefern das eine Wende geben kann. Wenn überhaupt: Es sieht nicht so aus, als hätte Auburns Defense irgendein Rezept. Der Fumble war eher weniger erzwungen, mehr eine Schlampigkeit.

[21h16] Alabama 21, Auburn 0. Erster kritischer Moment für Alabama. Beim 3rd down wird QB McElroy gesackt, aber DT Fairley kriegt eine Strafe für euphorisches Feiern – ein zugegeben schlechter Witz. Dadurch motiviert, spielt Bama den vierte Versuch aus – ein grandioser Catch des bislang nicht zu stoppenden WR Jones. Der Touchdown ein paar Plays später ist easy.

McElroy 10/10 für 156yds, 2 TD
Newton 0/1 und 2 Sacks

Remember: Wir sind erst 13:02 Minuten im Spiel…

[21h04] Das ist ja unfassbar! Auburs zweiter Drive: Zweimal Sack, einmal Incompletion. -14 Yards!

Auburn muss aufpassen, nicht aus den Top 10 zu fallen, wenn das so weitergeht.

[20h58] Alabama 14, Auburn 0. Baby. Keine sieben Minute gespielt. QB McElroy mit dem simpelsten Pass der Welt auf den geradeaus laufenden WR Jones. Safetys und CBs haben ihre Gedanken irgendwo im obersten Rang. Was hatte ich über diese Pass-Defense geschrieben?

[20h55] Kontrastprogramm: Auburns Offense mit 3’n’out. Ziemlich euphorisierter Auftritt der Bama-Defense. Die Mitte zugemacht und Auburn schnell planlos.

DT Fairley ist wieder da.

[20h47] Alabama 7, Auburn 0. Flüssiger erster Drive de Purpurnen. Die Defense Line der Tigers macht keinen Stich und Alabama wechselt gut Lauf mit Pass. Am Ende hat RB Ingram Riesenlöcher und kann zum Touchdown durchlaufen.

Ganz schlecht für Auburn: DT Fairley, der Fels in der Brandung der Defense, ist schon auf dem Weg in die Umkleidekabine.

[20h40] Schnell noch einen Tipp abgegeben: Ich glaube, Alabama wird gewinnen. Wenn ich einer Defense zutraue, Newton halbwegs in Schach zu halten, dann ist es Nick Sabans Verteidigung.

Die Tigers hängen zu sehr am Spiel Newtons. Vor allem aber haben die Tigers eine schwache Defense. Georgia konnte mit seinem Passspiel die Tigers lange Zeit in Grund und Boden spielen. Alabama besitzt einen effizienten QB McElroy, den ich anfangs unterschätzt habe, den WR Julio Jones, und ein sehr starkes Laufspiel um RB Ingram.

[20h38] Die Stimmung im Bryant-Denny-Stadium scheint gewaltig zu sein. Erstmals findet eine Iron Bowl vor mehr als 100.000 Zuschauern statt. Und so wichtig war sie schon ein Weilchen nicht mehr. Im letzten Jahr waren die Tigers nicht so hoch eingeschätzt wie Alabama dieses Jahr.

[20h19] QB Cam Newton gilt als Favorit für die Heisman Trophy. Auch heute werden wieder zahlreiche Expertenstimmen Newtons Wahl promoten und damit begründen, dass der Mann der dominante Spieler des Jahres war. Trotz der Geldannahme-Affäre. Remember: Reggie Bush wurde in einem ähnlich gelagerten Fall durch sämtlich Medien geprügelt. Hier ein Auszug aus dem Mission Statement der Heisman Trophy

The outstanding college football player whose performance best exhibits the pursuit of excellence with integrity.

Allein das sollte eigentlich reichen, um Newton für die Auszeichnung zu disqualifizieren. Ich bin gespannt.

[19h40] Draußen herrschen seit heute Eiseskälte und Schneegestöber. Für mich normalerweise die ersten Vorboten der NFL-Playoffzeit. Heute gibt es auch eine Art Entscheidungsspiel, aber im College Football. Spielort: Tuscaloosa, Alabama. Und auch dort ist es nicht sehr gemütlich: Unter zehn Grad Celsius, bei unangenehmem Wind und aktuell seichtem Regen.

Zeit für die Iron Bowl 2010. Alabama Crimson Tide vs. Auburn Tigers. Über die historische und sportliche Bedeutung habe ich schon eine kleine Einführung geschrieben.

Etwas tiefer geht dogfood in seiner Vorschau zur heutigen langen Footballnacht.

Kickoff: 20h30.

In Cincy geht die Sonne unter

In Cincy geht die Sonne unterSonnenuntergang hinter dem Paul Brown Stadium – ©Flickr

Ich bin heute Nacht mit Zahnschmerzen noch einmal aufgewacht. Also hab ich mich noch mal vor den Schirm gesetzt, um die lange Thanksgiving-Footballnacht noch zu verlängern. Zweite Halbzeit Jets – Bengals. Eineinhalb Viertel, dann hatte ich genug gesehen.

Es ist Zeit, alles in Grund und Boden zu stampfen. Die Cincinnati Bengals brauchen einen Neuanfang.

Augenscheinlich wurde das, als Mitte des dritten Viertels, frisch nach einem verschossenen kurzen Field Goal zum möglichen 10-10, die Jets gestoppt und zum Punt gezwungen wurden. Der Punt kullerte in die Red Zone der Bengals, die Bengals drehten ab und plötzlich warf sich ein Jet drauf. Turnover.

An der Seitenlinie ganz cool: Marvin Lewis. Das rote Taschentuch blieb in den Socken stecken, und keine Anstalt, damit zu wedeln oder es noch besser wutentbrannt ins Spielfeld zu feuern. Obwohl in keiner Zeitlupe irgendetwas von einer Bengals-Berührung mit dem Ball zu sehen war.

Das hässliche Entlein

Marvin Lewis kam vor fast genau acht Jahren von den Baltimore Ravens zu den Bengals. Er machte aus dem hässlichen Entlein innerhalb von zwei Jahren einen Superbowl-Anwärter. Gemeinsam mit dem jungen QB Carson Palmer. Stinkstiefel wie RB Corey Dillon wurden gefeuert und sogar der exzentrische WR Chad Johnson konzentrierte sich auf das Spielfeld.

Aus den Fugen geriet die plötzlich heile Bengals-Welt an einem frühen Sonntagnachmittag im Jänner 2006. Erstes Playoffspiel der Bengals seit Äonen. Palmer gleich zu Beginn mit einem langen Pass, als Steelers-DE Von Oelhoffen sämtliche Bänder in Palmers Knie zertrümmerte. Seitdem sind die Bengals nicht mehr die gleichen: Palmer kam zwar zurück und spielte zwei überdurchschnittliche Saisonen, allein, die Mannschaft kam nicht mehr in die Nähe der Playoffs, trotz einer mediokren AFC North.

2008 verletzte sich Palmer erneut schwer, diesmal am Ellenbogen. Die Bengals mit dem Totalabsturz. 4-11-1, wobei das noch geschönt wurde durch drei Siege zum Saisonausklang. Ich hielt Palmer für essentiell für die Mannschaft und hatte trotzdem vage Playoffhoffnungen für 2009. Und siehe da: Die Bengals mit einer formidablen Saison. Allein: Palmer machte trotzdem keinen guten Eindruck. Marv Lewis, das Genie, coachte die Bengals mit einer starken Defense und viel Laufspiel in die Playoffs. Trotz Palmers schwacher Vorstellung. Trotz unglaublich vieler charakterlicher Problemfälle. Trotz eines internen Todesfalls während der Saison.

Erste Playoffrunde gegen die mäßigen Jets. Und Marv Lewis coachte einen derartigen Mist zusammen, dass ich schon Mitte des zweiten Viertels jegliche Sieg-Hoffnungen begraben hatte. Zwei sinnlose Challenges im ersten Viertel, ein völlig uninspirierter Gameplan, eine katastrophale Defense. Es waren Vorboten des jetztigen Herbstes.

Die Bengals haben acht Spiele in Serie verloren. ACHT. U.a. letzte Woche gegen die Bills, wo trotz 21-Punkte-Führung mit 18 Punkten verloren wurde! Auch gegen die Jets war eine legitime Siegchance da. Aber die Mannschaft hat die Scheiße am Fuß, und sie scheint so sehr festzustecken, dass es ohne Neuanfang nicht mehr geht.

Ich brauche frische Luft!

Marv Lewis’ Vertrag läuft am Saisonende aus. Obwohl ich den Coach immer noch schätze und glaube, dass er irgendwann noch einmal eine Mannschaft zu einem Titelanwärter machen wird. In Cincinnati wird das nicht der Fall sein. Es braucht frischen Wind. Carson Palmer? Der Mann ist nicht mehr großartig, aber nicht die Baustelle. Notfalls ginge noch ein Jahr. Aber das steht noch auf einem anderen Blatt – bis der neue Head Coach gefunden ist und klar ist, wohin die Reise geht.

Freilich wäre es mir am liebsten, Mike Brown würde sich aus Cincy verziehen. Der Mann ist nicht nur für den von mir hoch geschätzten Michael Silver einer der übelsten Owner. Brown, der Geizhals, der sich stets in der Opferrolle sieht, der die Liga torpediert und gleichzeitig einen einzigen charakterlichen Sauhaufen an Spielern auf dem eigenen Trainingsplatz hat. Der sich seit Jahren gegen ein neues Trainingszentrum verwehrt und sich weigert, Scouts zu bezahlen. Wenn ein Mann wie Brown einer Franchise dann auch noch als Präsident vorsteht und nichts anderes im Kopf hat, als die finanziellen Nachteile gegenüber Redskins und Cowboys zu beklagen, dann kann das nicht förderlich sein für rosigere Zeiten..

Brown wird die Bengals so schnell aber nicht verkaufen. Ihn in den Ohio zu spülen wäre zwar das Beste für die Bengals, doch wer soll das machen?

Fest steht: Es braucht ein Ausmisten und Frischwind mit neuem Coach (Stanfords Jim Harbaugh?).

So. Ich bin nicht der Bengals-Insider und ich tue es mir auch nicht Woche für Woche an, das Gegurke anzuschauen, aber ich blute innerlich, wenn ich diese wunderbare Franchise so den Bach runtergehen sehe. Daher die paar Cents von meiner Seite.