NFL Week #13 Preview: Drei Glanzlichter in der Nacht

Spieltag #13 in der NFL und immer noch wagt man nicht, ein einzelnen Top-Team aus der breiten NFL-Masse herauszupicken. Wir haben Mannschaften mit starken Bilanzen, aber irgendwie haben alle so ihre Problemzonen.

Die Patriots (9-2) besitzen eine ganz schwache Secondary.
Die Jets (9-2) sind sehr vom Laufspiel abhängig.
Die Falcons (9-2) haben ebenfalls keine überzeugende Passverteidigung.
Die Steelers (8-3) kriegen kaum Protection für QB Roethlisberger zusammen.
Den Ravens (8-3) fehlt Explosivität.
Die Saints (8-3) sind sehr stark vom Pass-Spiel abhängig.
Die Bears (8-3) dank unzuverlässiger Offense Line sehr wechselhaft.
Die Packers (7-4) eine reine Pass-Offense.
Die Eagles (7-4) wenig solide im Play-Calling und in der Secondary.
Die Giants (7-4) haben QB Eli Manning…
Die Buccaneers (7-4) mit sehr unerfahrenem Quarterback.
Die Chargers (6-5) sehr passlastig und in jedem Spiel unter Siegdruck.

Selten, dass ich das Gefälle zwischen den Top 12 (plusminus) und dem NFL-Mittelfeld für so gering empfand. Wer will zum jetztigen Zeitpunkt ausschließen, dass die Chargers sich trotz gewaltiger Abhängigkeit von QB Philip Rivers noch zum Titel bomben, zumal sie statistisch das beste NFL-Team sind… Gäbe es in der NFL keine gelben Flaggen, Punts oder Field Goals.

New York Giants – Washington Redskins

So. 19h live bei ESPN America

Die Eagles haben gewonnen. Konsequenz für die New York Giants: Das Duell gegen Washington wird zum Pflichtsieg. Die Giants haben nicht das gemütlichste Restprogramm (Minnesota, Green Bay, zweimal Washington, Philadelphia). Mit 7-4 darf man sich nicht viele Ausrutscher hinsichtlich Divisionssieg/Wild Cards erlauben.

Giants – Redskins, da war doch was? Der praktisch abgesägte Skins-Coach Jim Zorn ordnete kurz vor Halbzeit des 2009er-Rematches (Monday Night Football) kurz vor Halbzeit einen Fake an:

Keine Zeit für derartige Späße, aber unter Head Coach Mike Shanahan ist überraschend wenig besser geworden. Shanahan mistete ordentlich aus, legte sich mit Stars wie DT Haynesworth und QB Donovan McNabb an. Allein: Der Erfolg will sich nicht so recht einstellen. Die Offense ist so passlastig, da ist es kein Wunder, dass McNabb, zumal zwischendurch demontiert, im Alleingang aufgeschmissen ist.

Die Giants leben von einer aggressiven Defense, die aber noch nicht konstant genug spielt. Ähnlich sieht es in der Offense aus, wo der ansonsten eher blasse QB Eli Manning ein Feuerwerk abbrennt: 21TDs, 16INTs nach elf Spielen. Das sind eher Zahlen, die zu einem Brett Favre passen würden.

Zum Glück haben die Giants noch ein Laufspiel mit RB Ahmad Bradshaw und RB Brandon Jacobs, der in dieser Saison nicht mehr die #1 ist und daher in schöner Regelmäßigkeit für Stunk mit den Fans zeigt. Mal sind es Helme, die ins Publikum geworfen werden, mal erlebt Herr Effenberg eine Reinkarnation.

Hm. Ich sehe die Redskins nicht chancenlos gegen die Wundertüte Giants.

Tampa Bay Buccaneers – Atlanta Falcons

So. 22h15 live bei ESPN America

Glanzlicht #1/3

Die NFC South ist die engste Division der NFC. Falcons (9-2), Saints (8-3) und Buccaneers (7-4) trennen nur zwei Siege. Und alle spielen noch einmal gegeneinander, die Saints gar an ihren letzten beiden Spieltagen. Von daher ist dieses Spiel ein ganz, ganz wichtiges, sei es für die Playoffs an sich und in weiterer Konsequenz auch für eine eventuelle Wild-Card-Besetzung, die in der NFC noch Green Bay und eine NFC-East-Mannschaft im Blick haben.

Atlanta gegen Tampa Bay, das hatten wir bereits Anfang November. Die Falcons dominierten dieses Spiel eigentlich nach Strich und Faden, gewannen am Ende aber richtig knapp mit 27-21, weil Tampa kurz vor Schluss ein 4th down ganz nahe an der Goal Line nicht verwerten konnte. Tampa konnte sich mit drei Big Plays im Spiel halten: Zwei lange Punt/Kick Returns, ein Broken Play bei einem Pass. Dat war’s.

Das Spiel war beispielhaft für die Falcons in dieser Saison: Solide, unaufgeregte Offense mit einem fehlerlosen QB Matt Ryan. Dazu viel, sehr viel Laufspiel über RB Michael Turner und RB Jason Snelling. Das RB-Duo funktioniert eigentlich besser als gedacht, nachdem der etatmäßige #2-Back Norwood früh verletzt runtermusste. Norwood wäre eigentlich die Waffe gewesen, um die Offense Line herumzulaufen, während Turner einfach drüberläuft. Probleme für Atlantas Offense könnten sich hauptsächlich wegen Verletzungsproblemen ergeben: WR Roddy White hat seiner einer Weile Knieprobleme, WRs Weems und Jenkins sind ebenfalls nicht fit. Vor allem White spielt für mich bisher eine bombige Saison: Fängt alles, auch in Dreierdeckung und sehr oft bei Third Downs.

In der Defense haben die Falcons eine Problemzone: Der Pass Rush ist ohne DE Abraham nur mäßig. Das gibt gegnerischen QBs oft einige Zeit. Zeit, die die Schwächen in der Falcons-Secondary gnadenlos aufdecken. Erstaunlich, wie einfach es phasenweise über den Luftweg gegen Atlanta geht.

Tampa Bay ist mit oder ohne Playoff-Teilnahme schon jetzt eine Feel-Good-Story. Eigentlich wirkte die Mannschaft im Sommer sehr gesichtslos… Aber mir gefällt QB Josh Freeman außerordentlich. Groß gewachsen, mobil und mit einer Ruhe, selbst wenn es rundherum drunter und drüber geht. Erinnert mich charakterlich ein klein wenig an Ex-Milan-Keeper Dida: Sehr viel Ruhe ausstrahlend, obwohl nicht perfekt. Muss für einen Teamkameraden sehr angenehm sein, wenn man sich auf einen sehr wichtigen Mitspieler verlassen kann und der nie nervös wird.

Freeman hat ein Näschen dafür entwickelt, enge Spiele zu gewinnen. Man erinnere sich an das wilde Finish in Arizona, als Freeman nach Spielverlauf wie Kraut und Rüben am Ende den Drive zum Sieg orchestrierte. Freeman kommt aber ohne Laufspiel nicht aus: Die RBs Blount und Williams (questionable) müssen Räume schaffen für das Pass-Spiel.

In der Defense lassen die Buccs wenige Big Plays zu, und vor allem via Luftweg ist es schwer, den Buccs beizukommen. Hin und wieder wirkte die Mannschaft gegen Power Running anfällig – das könnte für RB Turner wie geschaffen sein.

Gegen die vier starken Gegner im Schedule haben die Buccs immer verloren (Falcons, Saints, Steelers, Ravens). Ich denke, das wird auch diesmal passieren.

Baltimore Ravens – Pittsburgh Steelers

So./Mo. 02h20 live bei ESPN America

Ravens - Steelers NFL Football 

Glanzlicht #2/3

Ich übernehme für dieses Spiel ein Teil des Preview-Textes von Woche #4.

Baltimore – Pittsburgh ist für mich das aktuell heißeste AFC-North-Duell, ein adrenalingeschwängertes Duell zweier traditionell defensivorientierter Mannschaften. „Traditionell“ ist eigentlich ein unpassendes Wort für eine 14 Jahre alte Franchise. Die Ravens existieren schließlich erst seit 1996, als Cleveland-Browns-Besitzer Art Modell seine Mannschaft unerwartet nach Baltimore übersiedelte und die Ravens geboren wurden. Nach drei durchwachsenen Jahren übernahm Brian Billick den Head-Coach Posten in Baltimore – zeitgleich mit dem NFL-Wiedereinstieg der zuvor von Modell eingestampften Browns. Billick war zuvor OffCoord der punktbesten NFL-Offense in Minnesota gewesen. Unter Billicks Ägide avancierten die Ravens schnell zum Superbowl-Sieger, mit der Reputation, eine der berüchtigtsten Defenses der NFL zu besitzen.

Etwas, das den Pittsburgh Steelers nicht passen konnte. Schließlich gilt „Steelers“ seit den 70ern als Synonym für „Defense“ – Stichwort „Steel Curtain“. Nun also mit den Ravens eine weitere meisterhafte Verteidigung in der NFL – und das auch noch als Divisionsrivale. Beste Voraussetzungen für eine intensive Rivalität zwischen beiden Mannschaften. Nicht nur zufällig waren zuletzt 2008 die Steelers #1-Defense der Liga, die Ravens #2. Gemeinsam in den Top 10 sind sie sowieso fast jährlich beide.

Dabei spielen Steelers und Ravens ganz unterschiedliche Arten von Verteidigung: Die Steelers üben massiven Druck auf den Quarterback aus, mit zig Blitz-Variationen pro Spiel, für eine Offense schwer zu durchschauen. Die Ravens sind dagegen mehr die harten Hitter. Bei jedem Spielzug quillt das Testosteron nur so aus den Poren von Ray Lewis, Terrell Suggs und Kumpanen. Jedes Yard Raumgewinn wird mit blauen Flecken bestraft.

Woche #13, und das Sunday Night Game könnte eines der interessanteren in dieser Saison werden. Beide Teams weisen eine 8-3 Bilanz auf und könnten damit auch bei einer Niederlage eine Wild Card ergattern. Der Sieger wird wahrscheinlich die Division gewinnen (Baltimore, weil es das direkte Duell gewonnen hätte, Pittsburgh, weil es mehr Divisionssiege hätte).

Für mich sind die Ravens immer noch die ausgereiftere Mannschaft. Die Offense ist wenig explosiv, aber sehr unberechenbar. QB Joe Flacco vermeidet Fehler, so gut es geht und das Laufspiel macht immer seine Yards. Dazu kommen haufenweise Receiver, und die Steelers haben nicht viele gute Defensive Backs.

Pittsburgh lebt von zwei Dingen: Laufen in der Offense, Laufspiel stoppen in der Defense. Wenn mich meine Erinnerung nicht gewaltig täuscht, hat selbst Baltimore Anfang Oktober keinen Stich am Boden gemacht. Problem der Steelers ist die schwache Offense Line bei Passspielzügen, wodurch QB Ben Roethlisberger keine Luft zum Atmen kriegt. Bei Roethlisberger kommt erschwerend hinzu, dass er sich angeblich einen Fußbruch zugezogen hat. Noch ist nichts Genaues bekannt über seine weiteren Einsatzchancen.

Das „Hinspiel“ wurde trotz optischer Überlegenheit der Ravens erst in den letzten Sekunden durch einen großartigen Touchdown-Pass auf WR T.J. Houshmanzadeh entschieden. Auch diesmal riecht es nach engem Spiel mit wenigen Punkten und der Entscheidung gegen Spielende. Vorteil Ravens, wenn man mich fragt.

Tennessee Titans – Jacksonville Jaguars

Mo. 15h30 bei ESPN America (Tape)

Zwei Mannschaften, die heute Nacht frohlockt haben dürften. Jacksonville ist aktuell überraschend Erster in der AFC South (6-5), Tennessee ist dagegen Letzter (5-6). Ein Spiel Unterschied. Und die Wild Cards werden nicht in die AFC South wandern. Insofern ein sehr wichtiges Spiel.

Tennessees Saison ist für mich im Arsch. Nach der Quasi-Entlassung von QB Vince Young fehlt es in der Offense an Mitteln. QB Kerry Collins zwickt es mit zunehmendem Alter auch immer öfters, und der Ersatzmann QB Rusty Smith hat eher einen überforderten Eindruck erweckt. RB Chris Johnson spaziert auch nicht mehr so durch die Reihen wie in alten Zeiten und WR Randy Moss… Bei dem ist es nur noch eine Frage der Zeit bis zum nächsten verbalen Ausrutscher, sofern er nicht 1) stärker in das Titans-Spiel eingebaut wird und/oder 2) die Titans endlich mit dem Siegen beginnen.

Vor ein paar Wochen war dieses Spiel ein Monday Night Spiel. Tennessee gewann gegen die Jags locker 30-3, nach Verletzungsproblemen für die Jags auf der QB-Position. Was damals auffiel: Das Laufspiel der Titans machte keinen Stich, bis zum allerletzten Drive, als das Spiel längst entschieden war. Jacksonville dagegen bekam kein Passspiel zusammen.

Unter Beobachtung dürfte auch Titans-CB Cortland Finnegan stehen, nach seiner Schlägerei mit WR Johnson.

Indianapolis Colts – Dallas Cowboys

Mo. 17h30 bei ESPN America (Tape)

Für Indianapolis (6-5) gilt Ähnliches wie für Tennessee und Jacksonville. Noch sind viele Divisionsduelle und nur der AFC-South-Titel reicht für die Post Season. Indy erlebt die schwächste Saison seit 2002, als man letztmals weniger als 12 Saisonsiege einfahren konnte. Das Restprogramm ist aber eher einfach: Zweimal die angeschlagenen Titans, Oakland, Jacksonville und eben Dallas.

Die Colts verzichten phasenweise fast gänzlich auf das Laufspiel. Das haben sie 2009 auch gemacht, nur: Damals spielte QB Peyton Manning noch eine Spur fehlerloser und vor allem die Pass-Abwehr war besser. Laufspiel wird in Indianapolis sowieso seit zig Jahren nicht verteidigt. Heuer hat Indianapolis Probleme, die engen Spiele zu gewinnen, das ist der Hauptunterschied zum Vorjahr. Und, natürlich, die Verletzungsserie.

Dallas… Oh my gosh.

Seit der Einstellung von Jason Garrett als Interimscoach ist ein Trend in Richtung mehr Fokussierung auf das Wesentliche erkennbar. Trotzdem: Zu Thanksgiving sprangen die Footbälle den Cowboys nur so reihenweise aus den Armen. Pass Rush ist in Dallas nur mickrig und die Cornerbacks spielen unkonstant. Ich sehe keine guten Vorzeichen für Dallas in diesem Spiel.

New England Patriots – New York Jets

Mo./Di. 02h30 live bei ESPN America

Gillette Stadium in Foxboro 

Glanzlicht #3/3

Es ist das Spiel des Wochenendes. Gehypt wird es als eines der Monday Night Spiele der Geschichte: So spät in der Saison sind nur ganz selten zwei Mannschaften mit so guter Bilanz aufeinander getroffen: 9-2 für beide. Man werfe noch „Divisionsduell“ in den Mixer und die Kombination „Patriots“ und „Jets“. Ergebnis: Thrill. Thrill. Thrill.

Ein Ausflug in die Geschichte

Die Rivalität zwischen den Jets und den Patriots ist seit einigen Jahren eine der schärferen der NFL. Es ist eine Rivalität, die historisch begründet ist (beide Gründungsmitglieder der AFL und seither Divisionsrivalen), kulturell (die Rivalität zwischen dem spektakulären, weltoffenen Big Apple und dem langweiligen, elitären Boston ist legendär), aber auch sportlich und in den letzten Jahren vor allem durch eine Reihe von direkten Wechseln von Charakterköpfen zwischen den beiden Teams.

Als da wäre Bill Parcells, der 1993 vom mehrfachen Superbowl-Champ New York Giants (*pling*) nach Boston kam. Parcells brachte die Patriots im Jänner 1997 in die Superbowl, um anschließend trotz gültigem Vertrag bei den Pats zu den Jets abzuhauen. Die Pats fochten den Wechsel an, bekamen aber nur einen Draftpick, und keinen Parcells zurück. 1998 mussten die Pats auch ihren Franchise-RB Curtis Martin zu den Jets abwandern lassen.

Parcells blieb drei durchwachsene Jahre Head Coach bei den Jets, ehe kam, was immer geschieht, wenn Bill Parcells irgendwo den Head Coach gibt: Er trat vor Vertragsende zurück, machte sich zum General Manager und Bill Belichick zum Nachfolger.

Nun erlebte die NFL ein Déjà-vu, aber in die andere Richtung: Belichick trat auf der Pressekonferenz, auf der er als neuer Jets-Head Coach vorgestellt werden sollte, zurück und wechselte ein paar Tage später nach New England. Kompensation, nach wenig freundlichen Worten: Draftpick in der 1. Runde.

23. September 2001 im Foxoboro Stadium: Patriots QB Drew Bledsoe wird von Jets LB Mo Lewis schwer verletzt, fällt wochenlang aus. Bledsoes Ersatzmann kommt rein: QB Tom Brady, mit dessen Einwechslung die Pats vom Mitläufer- zum Siegerteam mutieren und drei der nächsten vier Superbowls gewinnen, während sich die Jets bei ihren wenigen Playoffauftritten meist selbst ins Knie schossen.

2006 wurde dann Belichicks Assistent Eric Mangini neuer Jets-Coach und schaffte sich einen Feind fürs Leben, als er dem allmächtigen Pats-Coach dessen Assistenten vom Trainingsplatz wegschnappen wollte – was teils gelang. Belichick verweigerte Mangini nach einer Niederlage den Handschlag, und ein Jahr später ließ Mangini zum Saisonauftakt Belichicks Spionageaffäre auffliegen.

Die Pats antworteten auf ihre Weise, mit einer fulminanten 16-0 Saison, verloren aber die Superbowl – gegen den Jets-Stadtrivalen Giants…

Kalt ist’s geworden…

Dieses Mal ist das Spiel eines, das vermutlich zwischen #1 und #5 in der AFC entscheidet. Der Sieger hat alle Ingredienzien, sich das Heimrecht in den Playoffs zu sichern. Der Verlierer rutscht hinter sämtliche Divisionsgewinner an Platz #5. Spiel eins in Woche #2 ging an die Jets, trotz anfänglicher drückender Patriots-Dominanz. Von daher lägen die Jets mit einem Sieg praktisch zwei Spiele vor New England…

Die Jets spielen seit Wochen mit allen Gegnern auf Augenhöhe – und sie gewinnen fast immer. Solange das Laufspiel um RB LaDainian Tomlinson und RB Shonn Greene in die Gänge kommt, ist auch QB Mark Sanchez mit seinen Play-Action-Pässen effizient. Wird das Laufspiel aber gestoppt, sind die Jets in Bedrängnis, und auf Sanchez im Alleingang möchte ich nicht angewiesen sein. Für Überraschungsmomente im Jets-Spiel sorgen immer wieder Reverse-Spielzüge, vor allem mit WR/KR Brad Smith, die sich überproportional häufig für sehr große Raumgewinne verantwortlich zeichnen – auch, weil sie von OffCoord Brian Schottenheimer (Martys Sohn!) sehr klug eingestreut werden.

New England besitzt statistisch nur ein mittelmäßiges Team mit schwacher Pass-Abwehr. Das reicht zu neun Siegen in elf Spielen. Gründe gibt es einige: QB Tom Brady spielt in der Form seines Lebens, verteilt eine Orgie an Screen- und Slantpässen an ein Dutzend Receivers, das Laufspiel um völlig unbekannte Running Backs funktioniert meist ab drittem Viertel ebenso gut. Die Offense Line ist schlicht beeindruckend.

Das Imposanteste aber: New England nutzt fast jeden Fehler des Gegners. Viele Yards über den Luftweg kassieren, aber auch stets gut getimet eine Interception reinhauen – das ist New Englands Defense 2010.

Fehler nutzen, das tun auch die Jets. Zuletzt gegen Cincinnati wieder eindrucksvoll bestätigt. Die Wertungsrichter vergeben keine hohe B-Note für Rex Ryans Jungs. Aber sie müssen anerkennen, dass hier Arbeiter am Werk sind, die ihre Sache verdammt ergebnisorientiert verrichten.

Ebenso interessanter Punkt: Die Jets sind auswärts 5-0. New England ist daheim 5-0. Eine Serie wird enden. Ich lehne mich aus dem Fenster: Schnee im Lande. Schnee ist auch für die kommenden Tage in Foxboro angesagt. Und eiskalte Temperaturen: Bis zu -16°C für das Wochenende.

Tom-Brady-Wetter.