NFL Wochenendhäppchen #15: Papa Razzi lässt weihnachtliche Grüße ausrichten

Ich bin gerade im ungemütlichen Rom, zur Christbaum-Einweihung beim Papst und die Nacht war kurz. Von daher nur eine kurze Wochenendvorschau für dieses Wochenende. Obwohl, zu erzählen gäbe es massig, so viele Spiele haben diesmal PLAYOFFS als Hauptthema.

Der Sonntag bei ESPN America

19h LIVE: New York Giants – Philadelphia Iggles

Großes divisionsinternes Duell. Beide NFC-East-Teams stehen bei 9-4 Siegen, und beide brauchen den Sieg, da bei einer Niederlage selbst das Wild-Card-Rennen eng wird. Die Giants haben aktuell arge Verletzungsprobleme. QB Eli Manning gehen nach und nach die Anspielstationen flöten, daher muss man wohl vermehrt auf das Laufspiel setzen. Zuletzt hat sich das Duo aus RB Brandon Jacobs/RB Ahmad Bradshaw sehr gut ergänzt und einige Löcher in die Defenses gefräst. Die vergangenen Gegner waren aber auch nicht grad die Prüfsteine: Washington und Minnesota mit QB Jackson.

Letzter ernsthafter Test für die Giants: Die Eagles vor vier Wochen. Und dieses Spiel wurde verloren. Problemzone der Giants damals: Die Turnovers. Ein Problem, das noch immer nicht so recht abgestellt werden konnte, weshalb ich sie immer noch in der Kategorie INSTABIL drinnen habe.

Bei den Eagles hat QB Michael Vick zuletzt wieder damit begonnen, Interceptions zu werfen (vier in drei Spielen). Trotzdem macht Vick genug Plays, z.B. auf WR DeSean Jackson, der nach Gehirnerschütterungen und Formkrisen gegen Dallas eine ganze Orgie an riesigen Raumgewinnen hingelegt hat.

Mein Tipp: Eagles, und die Giants kriegen ordentliche Probleme im Wild-Card-Rennen.

22h LIVE: Pittsburgh Steelers – New York Jets

Die Steelers sorgen seit Wochen für Schlagzeilen. Grund dafür: Die aggressive Spielweise der Defense, namentlich vor allem OLB James Harrison. Man konnte zuletzt aber mehrfach den Eindruck gewinnen, die Steelers würden schneller mit Flaggen und Zahlungsaufforderungen bestraft als andere Mannschaften.

Die Jets waren eine der lautesten Mannschaften der NFL. Seit Mitte Oktober lachten sie sich mit einer Serie an knappen Siegen das Image der eiskalten Killer an. Es stellte sich als Illusion heraus. In Foxboro übel auf die Schnauze gefallen und zuletzt gegen Miami auch nichts zustande gebracht: Die Offense ist aktuell ziemlich miserabel. Die Jets haben viermal in dieser Saison verloren. Ihre Punktzahlen dabei: 9-0-3-6. 18 Punkte in ihren vier Niederlagen.

QB Mark Sanchez, von dem viele mehr erwarten als man es von einem „Zweijährigen“ erwarten sollte, steht mal wieder arg in der Kritik. Dabei sollte sich auch das Coachingteam hinterfragen: Gegen die Patriots zum Beispiel wurde ein vielversprechend aussehendes Angriffsspiel völlig weggeschmissen, als man ohne erkennbaren Grund auf Hurry up verzichtete. Hätte zwar nicht allein zum Sieg gereicht, aber trotzdem.

Ich halte die Jets trotzdem für eine gefährliche Mannschaft. Die Defense ist keine schlechte und enge Spiele sind immer potenzielle Siege. Dieses Mal gehe ich aber mit Pittsburgh.

02h20 LIVE: New England Patriots – Green Bay Packers

Es konzentriert sich einiges auf das Duell der Quarterbacks. Dabei ist nicht mal sicher, ob Green Bays Aaron Rodgers überhaupt antreten kann. Der Mann wurde am Sonntag in Detroit abgeschossen und besitzt aktuell noch einen Brummschädel. Böse Zungen behaupten, Rodgers sollte aussetzen, um sich für das Wildcard-Rennen zu schonen. In Foxboro gebe es eh nix zu holen…

Wer die Patriots seit dem Colts-Spiel Mitte November gesehen hat, der wird zustimmen. QB Tom Brady spielt so gut wie noch nie, und das schließt seine Rekordsaison 2007 mit ein. Zuletzt in Chicago trotz Windböen und zentimeterhohem Schnee 369yds geworfen. Brady genießt den Luxus einer phänomenalen Protection und wird fast nie von der Defense angegangen. Mit seinen schnellen Pässen verbrennt er sämtliche Defenses.

Patriots sind favorisiert. Ob gegen oder nicht gegen Rodgers. Green Bay hat das Glück, dass Philly und G-Men gegeneinander spielen und sie somit auf jeden Fall im Wildcard-Rennen bleiben.

UPDATE: Das Spiel ist zum Freilos für New England mutiert, nachdem QB Rodgers für die Packers ausfallen wird. Starter wird QB Flynn sein. Es ist Flynns erster NFL-Start.

Der Montag bei ESPN America

15h30: Indianapolis Colts – Jacksonville Jaguars

Ganz wichtiges Spiel für beide. Die Colts (7-6) können mit einem Sieg den Playoffeinzug aus eigener Kraft schaffen. Die Jaguars (8-5) hätten das Playoff-Ticket mit einem Sieg in Indy schon in der Tasche. Indianapolis ist stark von QB Peyton Manning abhängig. Der Mann hat ein paar schwere Wochen hinter sich, mit zig INTs, war gegen den willkommenen Aufbaugegner Tennessee aber wieder solide.

Die Jaguars sind eine der Storys der Saison – und keiner kriegt es mit. Was RB Maurice Jones-Drew für eine Show abzieht, ist gewaltig. Jones-Drew sollte einer der Offensive Player of the Year sein. Dabei sind die Zahlen der Jaguars unterirdisch: Die Passverteidigung verdient ihren Namen nicht (#28 nach yds, #32 nach yds/play). Und obwohl viel gelaufen wird in Jacksonville (#2), ist man nach Turnover-Differenz die schlechteste Mannschaft der NFL. Punkte haben die Gegner der Jags 36 mehr erzielt, so what?

Das „Geheimnis“ der Jags: Drei Spiele knapp gewinnen, eins haushoch verlieren. Damit kannst du mit etwas Glück die Playoffs erreichen, fliegst aber nach 1-2 Spielen dort sicher raus. Da nützt auch die solide Saison von QB David Garrard wenig. Ich hielte es schon für eine Überraschung, wenn die Jags überhaupt die Post Season erreichen.

Die Colts und Manning werden sich wohl dieses Spiel nicht entgehen lassen. Denn: Bei einer Niederlage sind sie zum ersten Mal seit Äonen aus den Playoffs.

17h30: Baltimore Ravens – New Orleans Saints

Es geht um die Wild Cards in AFC und NFC. Auf den jeweiligen Divisionstitel haben beide nur noch kleine Chancen.

Die Ravens halte ich für eine ultragefährliche Mannschaft, obwohl das Nervenkostüm nicht das allerbeste zu sein scheint. Immer wieder werden klare Spiele unnötig spannend gemacht und die 9-4 Bilanz ist eigentlich auch zu wenig. Das Laufspiel ist nicht überragend, aber solide. QB Flacco ist noch nicht der Matchwinner, aber bestimmt kein Grund, warum man die Ravens unterschätzen sollte. Aber die Ravens haben eine aggressive Defense, die Turnovers produziert.

Die Saints sind wieder in der Spur. Die Passoffense funktioniert und mit ihr einhergehend nun auch wieder das Laufspiel für die kurzen Yards. Die Saints brauchen hier einen Sieg, um im Rennen um den Divisionstitel in der NFC South zu bleiben.

02h30 LIVE: Minnesota Vikings – Chicago Bears

Oh my gosh. Zwei Teams, die am Wochenende in ihre Einzelbestandteile zerlegt worden sind. Apropos Einzelteile: Das Vikings-Stadiondach ist immer noch kaputt. Daher wird im Stadion der Uni-Mannschaften Golden Gophers gespielt. Bei arktischen Temperaturen und eingefrorenen Bier-Leitungen.

Ein Thema, das wir getrost abschminken können: Favres Rekord-Startserie. Sie ist bekanntlich bei 297 geendet. Favre hatte Anstand genug, nicht mit einem Fake die Serie am Leben zu halten. Favre ist ein Egomane, der die persönliche Statistik über das Wohl des Teams zu stellen scheint. Trotz aller Antipathie: 297 Spiele in Serie = Über fast 19 Saisons alle Spiele von Anfang an bestritten zu haben – sehr beeindruckend und ein Lob wert.

Ob Favre überhaupt noch einmal spielen wird, steht noch nicht fest. Fest steht aber: Die Chicago Bears sollten das Spiel in der Eiseskälte der Twin Cities gewinnen. Trotz der Lehrstunde vom vergangenen Sonntagnachmittag.

UPDATE: Favre wird nicht starten. Dafür Rookie-QB Joe Webb. Chicagos Glücksfee hat mal wieder zugeschlagen.