NFL Week #16, Monday Night Preview

Das Spiel hat einen Großteil seines Thrills deshalb verloren, weil die New Orleans Saints am vergangenen Sonntag in Baltimore eine Niederlage eingesteckt haben. Die Saints stehen somit zwei Spiele hinter den Atlanta Falcons, die fast sicher die #1 der NFC sind, selbst bei einer Heimniederlage gegen den Erzrivale Saints: Ein Heimsieg gegen die desolaten Panthers würde zur Not immer noch reichen.

New Orleans steht ein klein wenig mehr unter Druck. Um überhaupt in die Playoffs zu kommen, müssen sie wenigstens eines der letzten beiden Spiele gewinnen. Am nächsten Sonntag geht es zuhause gegen Tampa Bay – und bei einer Niederlage könnte das ein Endspiel um die #5 oder #6 in der NFC werden, wobei der Seed #5 mit Sicherheit sehr begehrt sein dürfte – ist doch ein Vertreter der lausigen NFC West dann der Gegner in Runde 1 (im Vergleich zu womöglich Chicago oder Philly).

Atlanta ist im heimischen Georgia Dome eine Macht – sechs Spiele, sechs Siege. Die Falcons haben sich mit ihrer Unaufgeregtheit zu einem meiner Lieblingsteams gemausert. Vom Glitzer und Glamour der unseligen Michael-Vick-Ära ist nicht mehr viel zu sehen. Dafür ziehen die Männer von Head Coach Mike Smith ganz gelassen ihre Drives durch – ganz egal, welche Defense man ihnen vorwirft: Atlanta wird immer auf das Laufspiel der RBs Turner und Snelling bauen, was QB Matt Ryan die nötige Basis verschafft, ein effizientes Passspiel aufzuziehen. WR Roddy White ist Ryans Go-To-Guy. Wenn es kritisch wird, kann sich Ryan zudem immer auf TE Tony Gonzalez verlassen. Gonzalez, dem nachlassende Leistungen attestiert werden – nach allem Gesehenen kann ich nicht nachvollziehen, warum.

Die Falcons haben heuer drei Probleme gehabt: Zum ersten spielen sie ihr Spiel nicht immer „zu Ende“, was dazu führte, dass eigentlich dominierte Partien hin und wieder knapper endeten, als es ihnen lieb sein könnten. Zum anderen sorgt die Secondary nicht wirklich für ruhige Nächte. Gegen Atlanta kann man definitiv via Passweg erfolgreich sein. Zum dritten sind die Special Teams recht anfällig gegen bessere Returner – könnte für Courtney Roby und Reggie Bush einer der besseren Tage werden.

Und genau da wären wir bei der großen Stärke der Saints – QB Drew Brees wirft pro Spiel 41 Pässe für durchschnittlich 282 Yards. Brees hat die beste Completion Rate der NFL, hat sich aber auch anfällig gegen Interceptions gezeigt. 19 INTs, das ist zweit“bester“ Wert der Liga. Laufspiel-Entlastung findet statt, aber nicht in DEM Maße. Daran sind auch Verletzungen Schuld: RB Thomas und Bush waren wochenlang nicht spielfähig, daher ist mit RB Chris Ivory ein völlig unbekannter Rookie der beste Rusher (683yds, 5 TDs). Aber wir haben es hier eh mit einer Offense zu tun, die sich sehr auf Pass und Big Plays verlässt.

Eine der Schwächen der Saints über die Jahre waren die Defensive Backs. Heuer sorgt der Blick auf die Defensivstatistiken für Stirnrunzeln: #4 der Liga, obwohl 31/Spiel gegen New Orleans geworfen wird. Nur 10 zugelassene TDs via Luftweg. Dafür im Gegensatz zu früheren Jahren nur wenige Interceptions abgefangen. Ich bin angesichts der Zahlen leicht überrascht. Da waren Mannschaften durchaus in der Lage, gegen New Orleans zu werfen.

Auf alle Fälle bietet das Monday Night Spiel zwei Duelle Stärke gegen Schwäche: Brees gegen die Falcons Secondary, Turner/Snelling gegen die Saints-Laufdefensive.

Das „Hinspiel“ im September war imho eines der besten Spiele der Regular Season. Atlanta dominierte mit langen, unaufgeregten Drives, während die Saints sich mit Special Teams und Big Plays im Spiel hielten, aber in der Overtime ein Field Goal verkickten. Ein Spiel, das für beide als exemplarisch für die gesamte Saison gelten darf.

Atlanta ist mit Sieg #1 der NFC, New Orleans mit Niederlage unter Druck und in einem Entscheidungsspiel gegen Tampa. Hätte ich nix dagegen. Aber vielleicht zeigen die Falcons nicht alles im Hinblick auf die Playoffs, wo es durchaus zu einem Re-Match schon in den Divisionals kommen könnte.

Atlanta – New Orleans, in der Nacht auf Dienstag, 02h30 bei ESPN America.