NFL Week #16: Der Sonntagabend im Live-Blog

Nachwehen

[09h11] Das Sunday Night Game am kommenden Sonntag ist das NFC-West-Endspiel Seattle – t Louis. Der Sieger ist in den Playoffs. Der Verlierer draußen. Beim unwahrscheinlichen Remis stünden die Rams in der Wildcard-Runde.

[08h56] Coach Watching:

Die 49ers haben Mike Singletary gefeuert – der vierte in der laufenden Saison. Kann mich nicht erinnern, dass schon mal so viele vor dem Black Monday runtermussten. Singletary soll keine Gameplans entwickelt haben und kein Playcalling gemacht haben. Er hat sich nur über Motivation definiert – Motivation? Wie viele Spieler wurden da an der Seitenlinie zusammengeschissen? Ebenfalls nicht erkennbar: Jedwede Konsequenz im Handling mit den Quarterbacks.

John Fox und Marvin Lewis haben auslaufende Verträge. Beide werden sicher nicht verlängert.

Mittlerweile sieht es danach aus, als ob auch Eric Mangini wieder unter Beschuss kommen könnte. Cleveland hat keine ganz schwache Saison absolviert und mit mäßigem Spielermaterial knallharten Football gezeigt. Aber Mike Holmgren ist Mangini übergestellt – und hat ganz andere Vorstellungen von Football.

Holmgren, und jetzt wird es interessant, möchte jedoch selbst wieder coachen. Clevelands Posten dürfte nicht der attraktivste sein – aber Holmgren war Assistenztrainer zu den großen 49ers-Zeiten. Nicht ganz ausgeschlossen, dass der Mann zurück nach San Francisco geht. Als Head Coach.

Tom Coughlin – hab gestern seinen Stuhl klappern hören. Könnte mir vorstellen, dass er runtermuss, wenn die Giants noch einmal so unvorbereitet auftauchen wie gestern. Das war lange Zeit ein unverhältnismäßig knappes Spiel. Der erneute komplette Zusammenbruch gegen Spielende ist diesmal nicht an der Defense allein festzumachen. QB Manning mit ganz grausamen INTs.

In Buffalo kann ich mir eine Entlassung von Chan Gailey vorstellen – der Neuaufbau wird unter Gailey nicht vonstatten gehen. Die Frage ist, ob man heuer noch weiterwurstelt, und dann im nächsten Jahr QBs draftet.

Houstons Gary Kubiak ist für mich seit Wochen dead man walking. Eine Defense wie Schweizer Käse und seit Jahren keine Weiterentwicklung. Und noch immer keine Siegermentalität. Kubiak könnte Denver-Coach werden.

Tennessees Jeff Fisher könnte von Owner Bud Adams geopfert werden, weil Adams verknallt in QB Vince Young ist, mit dem Fisher kein weiteres Training mehr bestreiten wird. Wäre eine verheerende Entlassung, aber aufgrund der festgefahrenen Positionen nachvollziehbar.

Tom Cable sollte in Oakland vorerst bleiben dürfen.

Norv Turner ist ein weiterer Kandidat für eine Demission. Die Chargers brauchen mehr Disziplin in ihrem Spiel – ein Problem, das schon länger existiert. Die Stats sind überragend und zwar fast alle. Nur die Siegbilanz nicht: 8-7 und das Playoff-Aus.

Macht minimum sechs freie Plätze – mit Option auf sagenhafte 12.

Green Bay Packers – New York Giants und die 22h-Spiele

[01h24] #6. Manning mit VIER INTs. Drei in den letzen drei Drives. Toller Leader. Aber es ist eh wurscht.

[01h21] 22h-Spiele:

Cincinnati 34, San Diego 20. Palmer mit einem großen Spiel – mal schauen, ob es ihm den Kopf rettet. San Diego ist damit raus, eine echte Überraschung gemessen am Potenzial der Mannschaft und gemessen an den Stats. Aber die Chargers waren ganz einfach zu schlampig, schon das ganze Jahr über.

Denver 24, Houston 23. Tim Tebow – let the hype begin. Zweiter Start, erster Sieg, und das nach 13-Punkte-Rückstand. Über 300 Pass yds und 2 TDs für Tebow. Houston ist nur mehr ein Trümmerfeld, das aufgeräumt werden wird. Kubiak ist mit Sicherheit weg.

Oakland 26, Indianapolis 31. Manning wieder mal durchwachsen. Gerettet hat das Spiel die Defense der Colts – nur 80yds Rushing für Oakland?

Tampa Bay 38, Seattle 15. Wichtiger Sieg für Tampa, schmerzlose Niederlage für Seattle. Es sei denn, Matt Hasselbecks Hüfte ist schwerer angeschlagen. 5TDs für QB Josh Freeman, der seine Stats weiter aufpoliert.

Green Bay 45, N.Y. Giants 17, 4:25min vor Schluss. Verdienter Sieg der Packers, die New York unnötig lange im Spiel hielten. Seit zwei Vierteln sorgen die Giants aber mit zig Turnovers für ihren eigenen Tod. QB Rodgers mit einem fantastischen Spiel, während Eli Manning das brachte, was man gewohnt ist: 1-2 Geistesblitze, 2-3 hirntote Aktionen. In New York beginnt ein Trainerstuhl bedrohlich zu wackeln – und es ist nicht der von Rex Ryan… Die Packers nähern sich den Playoffs damit rasant. Die Giants riskieren bei einer Niederlage in Washington sogar das Aus.

[01h11] #5 bzw. Manning/Manning #40 *kopfschüttel*

[01h03] Vierter Turnover Giants. Meine Güte – und man möchte ungern in Washington um das letzte Playoff-Ticket spielen. So kann man seine Saison auch gegen die Wand fahren. Mannings INT #22 in dieser Saison. Noch eine und die Mannings haben die 40 für die Saison geknackt.

[00h51] Den San Diego Chargers vergeht gerade Hören und Sehen. 13-33 in Cincinnati, mit einem QB Carson Palmer 16-von-21 für 269yds, 4TDs, Rating 157.2. Unglaublich – damit stehen die Kansas City Chiefs tatsächlich in den Playoffs und sind aller Wahrscheinlichkeit nach #3 und Gegner der Jets in Runde 1.

Die Chargers sind damit auch nach Bilanz die AFC-Enttäuschung der Saison. Ich würde nicht drauf wetten, dass Norv Turner auch nächste Saison noch Head Coach in San Diego ist, so schlampig wie die Chargers phasenweise in dieser Saison gespielt haben…

Und in Cincy ist nicht ausgeschlossen, dass sich Palmer doch noch den Kopf rettet – zumindest für eine weitere Saison. Palmer ist eine Baustelle, aber Cincy hat größere Sorgen.

[00h40] Die Giants demolieren sich selbst. Saudummer Fumble von WR Hakeem Nicks an der Seitenlinie und Green Bay ist endgültig am Ball, nachdem schon vor ein paar Minuten eine Challenge einen Fumble negiert hatte.

Coughlin wird schön langsam darauf schauen, wie er die Giants nach Hause bringen kann bei dem Schneesturm in New York. Und sollte sich langsam etwas beruhigen.

[00h23] Green Bay 31, New York 17. So wie Rodgers phasenweise mit langen und kurzen Bällen die Defense auseinanderlegt, sieht das für mich sehr gegessen aus. Aber niemand weiß besser wie die Giants, dass ein Spiel schnell kippen kann…

[00h06] Es wird grad nach jedem Play RB Ahmad Bradshaw gezeigt. Das hat seinen Grund – Bradshaw hat mit seinem Fumble den Packers weitere drei Punkte in den Korb gelegt. 24-14.

[23h46] Halbzeit in Green Bay. Die Packers führen 21-14, und eigentlich ist die Führung zu knapp. Ein dummer Fumble und anschließender langer Pass sind dafür verantwortlich, dass die Giants nicht schon jetzt über die problematische Heimreise nachdenken müssen.

Blick nach Oakland: Peyton Manning ist halt Peyton Manning. Führte die Colts kurz vor der Pause noch mal das Feld runter. 17-13 Colts.

Blick nach Cincy: QB Carson Palmer mit perfect passer rating? 9-von-9 für 145yds und 2 TDs. Ein vergeigter P.A.T. von ex-Makler Clint Stitser, dafür ein Goal Line Stand der Defense. 13-3 Bengals.

Blick nach Tampa: Nach einem Drive merkte Pete Carroll, wie sinnlos das Spiel ist und wechselte QB Charlie Whitehurst ein. Der startete mit drei Incompletions. Mittlerweile dominiert Tampa, 17-7. Die Buccs werden interessiert nach Wisconsin schauen und dürften aktuell erfreut sein.

[23h36] Wieder eine sauberer Drive der Packers – diesmal per Lauf zum TD abgeschlossen. Die Giants müssen sich Gedanken machen. Green Bay marschiert fast jedes Mal in die Redzone, schließt häufig mit Touchdowns ab.

[23h21] Big Play – genau das brauchte New York jetzt. WR Jordy Nelson probiert auf Teufel komm raus das 1st down zu machen. Dabei schlägt CB Ross den Ball aus dessen Hand. Bitter, da ein Field Goal relativ sicher war.

Nächstes Play: WR Mario Manningham mit einem wohl getimten Schubser gegen seinen CB, fängt den langen Ball und läuft in die Endzone durch. Touchdown #30 für Eli Manning! 14-14, so schnell kann’s gehen.

[23h14] Lange Field Goal Kicks aus Oakland: Sebastian Janikowski nagelt einen 59yder rein. OAK 10, IND 10.

[23h09] Green Bay 14, N.Y. Giants 7. Etwas zäher Drive, aber dann steht plötzlich WR Nicks weit offen und läuft in die Endzone durch. Manning wirkt nicht immer souverän, kriegt jetzt aber drei Sekunden mehr Zeit. Die Botschaft ist nicht zu übersehen: New York bleibt im Spiel.

[23h00] Something personal. Ich freue mich übrigens sehr, wie viele Leute die Live-Blogs auf dieser Seite verfolgen. Dass so viele diese noch sehr junge Seite verfolgen, hätte ich nicht gedacht. Dankeschön!

[22h50] Lambeau-Leap II. Nach der INT und der guten Feldposition ein unaufgeregter Drive mit Rodgers-Scramble. Abgeschlossen mit kurzem TD-Pass auf WR Jones. Büsschen Improvisation, und Tom Coughlin ist schon wieder auf 180. 14-0 Packers.

Habe ich irgendwann schonmal gesagt, dass ich QB Aaron Rodgers liebe?

[22h37] Manning baut seine INT-Bilanz aus: Völlig unmotivierter Pass in eine Vierfach(!-Deckung. Green Bay führt bei Eisschrank-Temperaturen, aber schönem Wetter, nach Rodgers‘ langem Pass zu WR Nelson 7-0.

[22h33] Für Indianapolis ist es der Matchball: Sieg in Oakland oder gegen die schwachen Titans reicht zum #4-Seed. Für San Diego gilt: Siegen oder Fliegen. Dito Tampa Bay. Seattle kann es relaxt sehen – sie müssen das Heimspiel gegen St Louis gewinnen, wurscht was heute passiert. Einzig der Umstand, ein mögliches 7-9 als Divisionssiegbilanz in den Annalen zu haben, sollte Motivation sein.

Chicago Bears – New York Jets und die 19h-Spiele

[22h28] Was bisher heute passiert ist:

Buffalo 3, New England 34. New England ist damit AFC #1. Brady mit dem Anti-INT-Rekord, aber die Geschichte des Spiels: New England mit mehr als 200yds Rushing, das meiste schon vor der Pause.

Baltimore 20, Cleveland 10. Colt McCoy mit einem Tag zum Vergessen. Die Ravens sind gelaufen, gelaufen, gelaufen. 2:1-Verhältnis von Lauf zu Pass – auch deshalb war das Spiel so schnell fertig. Baltimore ist in den Playoffs, und fast sicher #5. Ed Reed hat sechs Spiele verpasst – und trotzdem schon wieder 6 INTs gemacht…

St Louis 25, San Francisco 17. St Louis brachte zwar kein Laufspiel zusammen, aber Bradford mit einer souveränen Leistung. Auf der Gegenseite ist der Stuhl von Mike Singletary fast durchgesägt. Der Rams-Sieg bedeutet aber auch: Seattles Spiel von heute ist praktisch bedeutungslos. Das Endspiel wird entscheiden: Gewinnen die Rams, sind sie durch. Verlieren sie, sind sie raus – ganz egal, was Seattle nun in Tampa macht.

Jacksonville 17, Washington 20 OT. Oh my gosh, David Garrard. INT in der Overtime in der eigenen Hälfte. Folge 1: Indy muss nun beide Spiele verlieren für eine Playoff-Quali der Jags. Folge 2: Die Jets sind damit durch.

Miami 27, Detroit 34. Wann hat Miami zuletzt daheim gewonnen? Chad Henne mit der INT, die 2:25 vor Schluss zum entscheidenden Touchdown zurückgetragen wird. Wie lange hat Detroit nicht mehr auswärts gewonnen. 3 Jahre? Jetzt zum zweiten Mal in Serie.

Kansas City 34, Tennessee 14. 2:1 Ballbesitz, über 450yds Offense. Ganz einfacher Sieg der Chiefs. Mit Heimsieg über Oakland sind sie durch.

[22h14] Jacksonville – Washington geht in die Overtime, während die Raiders gerade gegen Indianapolis in Führung gegangen sind (Opening Kickoff zm TD zurückgetragen). Jacksonville gewinnt den Münzwurf.

[22h08] Chris Harris entscheidet das Spiel mit einer INT gegen einen eigentlich schönen Wurf von QB Sanchez. Für die Jets setzt sich damit fort, was sich seit einiger Zeit durch die Saison zieht: Gegen die Großen können sie nicht mehr gewinnen, nachdem sie reihenweise mittelstarke Mannschaften ganz knapp geschlagen haben. Wenn Jacksonville jetzt gewinnt…

Die Jets müssen nun wohl gegen die auswärtsstarken Dolphins gewinnen. Böse, böse, wie die letzten Wochen gelaufen sind.

[21h55] Back to Soldier Field. Die Defense der Jets halt und scort fast bei einem Safety. 4:32 und die Bears müssen punten. Starker Punt über 50yds das Feld runter. Interessant, dass die Jets plötzlich wieder mit Blitzes arbeiteten. Haben sie zu Beginn des Spiels gemacht und Cutler warf dabei viele Incompletions. Resultat diesmal: 3 Pässe, 3 Incompletions.

38-34 Bears, aber die Jets werden schnell gestoppt. Neuerlicher Punt an die 5 der Bears.

[21h50] Wieder ein Schielen nach St Louis. Mittlerweile spielt QB Alex Smith – welch Wunder. Fünf Minuten vor Schluss bei acht Punkten Rückstand lässt Singletary ein Field Goal kicken. Oh Mann. San Francisco steht damit vor dem Aus – und St Louis muss immer noch in Seattle gewinnen, egal, wie die Seahawks heute spielen.

[21h46] Baltimore gewinnt gegen Cleveland 20-10 und ist wie erwartet im Jänner dabei. Mit kleiner Chance auf Seed #2, sollte Pittsburgh nächsten Sonntag in Cleveland bei eigenem Sieg verlieren.

[21h39] In Cleveland sind nur mehr 2:00 zu spielen, in Chicago noch mehr als elf. Verkicktes Field Goal von Robbie Gould aus durchaus machbarer Entfernung – es bleibt bei 38-34 Bears. So wie die Secondary der Jets – hauptverantwortlich Antonio Cromartie – sich verbrennen lassen, dürfte das aber nicht Chicagos letzte Chancen zum Punkten gewesen sein.

[21h25] Blick nach St Louis: Nach einer INT scheißt Mike Singletary QB Troy Smith derart zusammen, dass Smith Singletary contra gibt. Kurz vor der Schlägerei zwischen Coach und QB schreitet WR Ted Ginn ein. Singletary ist so was von nicht mehr Head Coach in der nächsten Saison…

[21h14] Chicago 38, N.Y. Jets 31. Bei Kickoffs wird weiterhin Devin Hester bedient. Resultat: Erneut starten die Bears in der gegnerischen Platzhälfte. Zwei, drei Pässe und der Touchdown, ein artistischer Fang erneut durch WR Johnnie Knox. Dritter TD-Pass Cutlers innerhalb von acht Minuten. Unglaublich, wie die Secondary der Jets verbrannt wird – und unglaublich, wie viel Zeit Cutler in der Pocket mit seinen Tippelschritten hat.

[21h07] Meine Güte, was ist mit diesen Defenses los? 31-31 nach einem simplen Playaction-Fake von Sanchez samt Pass auf einen meterweit offen stehenden WR Santonio Holmes. Die Bears hatten nur eine Chance, den Drive zu stoppen: Als LB Urlacher den Ball um zwei Zentimeter verfehlte. Chicago, wir haben einen Shootout.

[20h59] Tom Brady hat den Rekord für die meisten Pässe ohne Interceptions aufgestellt – standesgemäß mit einem Touchdown-Pass. Letzte INT von Brady, wenn ich mich nicht ganz falsch erinnere: Eine Hail Mary mit auslaufender Uhr gegen Baltimore, als sie auch hätten ein Field Goal kicken.

Zeitgleich macht Hester seinen Touchdown per Pass-Reception. Furchtbare Arbeit des Defensive Backs.

Und nur mal so by the way: Hatten die Jets nicht angekündigt, Hester wie den Teufel zu meiden, wenn es um Kicks und Punts geht?

[20h55] Die Bears-Defense erhöht den Druck. Sie kommt zwar nicht zu QB Sanchez durch, aber es reicht aus, dass Sanchez in zweieinhalb Minuten mehr Incompletions geworfen hat, als in der gesamten ersten Hälfte. Dank PR Devin Hesters Return sind die Bears schon wieder in der Nähe von Punkten und die Kulisse im Soldier Field pumped up. Ziemlich verrücktes Spiel im Chicagoer Nieselregen.

[20h49] Die Bears gehen raus, erstes Play, Cutler mit 6-7 Tippelschritten nach hinten und dem Hail Mary Pass in die Endzone. WR #13 Davis Knox durchgelaufen und fängt in der Endzone den Touchdown. Sensationeller Pass von Culter aus dem Armgelenk gezaubert, ansatzlos. Ich bin begeistert. Ausgleich.

[20h46] Die Jets kommen aus der Kabine und spielen in der eigenen Hälfte einen Fake Punt. Das misslingt. Man kann drüber diskutieren, ob man mit so einer Defense bei 7pt-Führung ausspielen muss, aber gut: Prinzipiell befürworte ich ausgespielte 4th downs.

[20h29] So, die Arbeit ist getan. Halbzeit Chicago 17, N.Y. Jets 24. Ich hab nur mit einem halben Auge zugeschaut. Die Bears haben schnell auf das Laufspiel verzichtet. Die Jets dagegen setzen gekonnt das Laufspiel ein, gepaart mit quicken Pässen von QB Sanchez. Ergebnis: 13 von 15 für starke 156yds. Den Unterschied macht bisher der kurze INT-Return Lowerys aus.

[19h27] Kein guter Beginn der Jets in Chicago. Zwei Fumbles im ersten Drive. Den zweiten kriegen die Bears zu fassen. Chicago bisher viel mit Laufspiel. So auch beim TD Forte. Chicago führt schon 10-0.

Pregame

[18h22] Das Sunday Night Game Philadelphia – Minnesota wird verschoben. Neuer Termin: Nacht von Dienstag auf Mittwoch, 02h00. Der Schneesturm in Philly war zu stark. Verschiebung auf Dienstag, damit keine Überschneidung mit dem Monday Night Game.

[17h58] Sehr, sehr geil: Schneeflocken in Jacksonville! Im hohen Norden (Chicago, Green Bay) dagegen keine Spur davon. Im Nordosten ist das Wetter ungemütlich – Redskins und die New Yorker Teams wissen noch nicht, wann sie nach Hause fliegen können.

[17h42] Woche 16 steht uns bevor. Die wichtigste Personalie des ersten Partien-Pakets ist bereits geklärt: QB Mark Sanchez wird für die New York Jets im Soldier Field starten. Die Schulter hat keine weiteren Probleme veranstaltet.

Zweitwichtigste Personalie: RB Maurice Jones-Drew (Jacksonville) fällt aus. Ganz böse für die Jaguars.

Die 19h-Spiele sind:

Buffalo – New England. Patriots sind mit Sieg AFC #1.
Chicago – N.Y. Jets. Jets sind mit Sieg in den Playoffs.
Cleveland – Baltimore. Ravens lösen mit Sieg das Playoff-Ticket.
Kansas City – Tennessee. Chiefs brauchen Sieg, um nicht evtl. später von San Diego ein- und überholt zu werden.
St Louis – San Francisco. St Louis legt mit Niederlage sein Schicksal in die Hände der Niners.
Miami – Detroit. Nicht playoff-relevant. Aber Miami ist 1-6 daheim. Detroit 1-6 auswärts.
Jacksonville – Washington. Wohl nur ein Sieg hält die Jaguars im Rennen.



NFL-Franchises im Kurzporträt, #4: Seattle Seahawks

Viertes NFL-Team in der Sideline-Reporter-Präsentation – dritter Vogel. Diesmal: Der Seahawk – zu deutsch so was wie die Raubmöve.

Die Brut

Der zunehmende Erfolg der NFL nach dem Zusammenschluss der beiden großen Ligen AFL und NFL sorgte Anfang der 70er dafür, dass man auch im äußersten Nordwesten über ein professionelles Footballteam nachdachte. Seattle, die Heimat der Holzindustrie, von Boeing und Jimi Hendrix. 1976 war dann auch der Vogel aus dem Football-Ei entschlüpft. Die Seattle Seahawks, eine Mannschaft für die AFC West.

Die Jungvögel

Zu Beginn war es natürlich hart, sich durchzusetzen. Premierensaison: 2-12, aber immerhin zwei Siege mehr als die Leidensgenossen Buccaneers aus Tampa. In Saison #2 waren die Seahawks dann in der NFC, um wieder gegen die schwachen Buccs spielen zu können. Es sollte langsam besser werden. Verantwortlich dafür: WR Steve Largent, der beste weiße Receiver der letzten 40 Jahre.

Flying under the radar…

…nennen die Amerikaner das Phänomen, wenn eine Mannschaft nicht wahrgenommen wird. Das lag in Seattle aber nicht nur an der sportlichen Mittelmäßigkeit der Hawks. Sondern am gesamten Image der Mannschaft (Mannschaftsfarben: das wenig begeisternde Hellgrün und Hellblau) und der Region (der graue, regnerische Nordwesten).

Größte „Stars“ der Hawks neben Largent über lange Zeit: Coach Chuck Knox und das Stadion – die spektakuläre Halle Kingdome.

Bröckeln

Der Kingdome galt als eines der lautesten Stadien der NFL – deswegen haben die Seahawks irgendwann die grandiose Idee gehabt, die #12 nicht mehr zu vergeben, sondern für die Fans zu reservieren. Dumm, dass bereits Mitte der 90er das Stadion Alterserscheinungen zeigte, und zwischendurch sogar Teile aus der Betondecke auf das Spielfeld herunterprasselten.

Auf dem Feld ging weiter nicht viel, trotz der schwachen AFC West. Fehleinkäufe wie QB Rick Mirer machten es auch nicht besser. Das Revolutionärste aus Seattle für die NFL: Die Einführung von Instant Replay – und zwar nach einem Phantom-Touchdown gegen die Hawks anno 98.

Der Gutmensch

Mitte der 90er wollten die Eigentümer mit den Hawks in den sonnigen Süden abwandern. Auftritt Paul Allen, seines Zeichens Microsoft-Mitgründer und Sportfan. Allen kaufte die Seahawks, installierte innerhalb kurzer Zeit Starcoach Mike Holmgren (Superbowl-Champ mit den Packers) und ließ ein neues Stadion bauen. Die Leistungskurve zeigte schnell nach oben.

„Mitschuldig“ daran auch: Der Wechsel der Seahawks zurück in die mittlerweile schwächere NFC. Grund dafür: Die Divisionen wurden auf vier Teams verkleinert, und da Houston und nicht Los Angeles das 32. NFL-Team bekam, brauchte es in der NFC ein viertes Team für die West-Division. Die NFC West entwickelte sich in den folgenden Jahren zur schwächsten der Liga. Gut für Seattle.

Der Softie

Holmgren kaufte einen ehemaligen Schützling aus Green Bay ein, QB Matt Hasselbeck, ein No-Name. Weitere Verstärkung: RB Shaun Alexander, zuständig für extrem viele Yards und Touchdowns, aber wenig ernst genommen, weil er a) hinter einer überragenden Offense Line spielen durfte, b) viele 1yds-TDs machte und c) als Softie verspottet war. Trotzdem: 2005 war Alexander NFL MVP, eine Sensation, wenn man Historie und Image der Seahawks im Hinterkopf behält.

2005 war die Saison. Dank einer grottenschlechten NFC marschierte Seattle durch, bis in die Superbowl XL. So richtig ernst wurden sie dennoch nicht genommen – die #6 der AFC Pittsburgh war im Finale Favorit über die #1 der NFC Seattle. Die Seahawks verloren die Superbowl dann auch 10-21. Eigentlich schade, denn man schaltete um 4h morgens das TV-Gerät aus und dachte sich: Mönsch, die Hawks waren doch eigentlich die bessere Mannschaft. Ein Mix aus fehlender Kaltschnäuzigkeit, (vorsichtig gesagt) unglücklicher Referee-Arbeit und Pech verwehrten den eigentlich in diesem Spiel verdienten Titel.

Das Hier und Jetzt

Seitdem ging nicht mehr allzu viel. RB Alexander verschwand nach dem Abbau der Offense Line mit Multimillionenvertrag innerhalb von zwei Jahren völlig von der Bildfläche und Seattles Fast-Meistermannschaft gleich mit. Dann kam Pete Carroll (ex-Pats, ex-USC) der Coach. Die erst eher wenig weitsichtig ausschauende Personalpolitik Carrolls war 2012/13 extrem erfolgreich, und man kam unter dem jungen QB Russell Wilson in die Playoffs.

Das Nest

Die Seahawks spielen im Quest Field (67.000 Plätze). Ein spektakuläres und als extrem laut geltendes Stadion. Von den oberen Rängen hat man einen Blick in die futuristische Innenstadt Seattles. Auch aktuell gilt: Der Star ist das Stadion.

Quest Field in Seattle, Seattle Seahawks

Quest Field in Seattle – ©Flickr

Rivalitäten

Remember? Graues Image. Die Seahawks haben in ihrer über 30jährigen Geschichte nicht wirklich so was wie eine heiße Rivalität aufbauen können. Das mag auch am zweimaligen Conference-Wechsel liegen. Auch die Tatsache, dass man in den letzten Jahren die grottenschlechte NFC West in Grund und Boden spielte, hat an der Situation nichts „verbessert“. Die drei Divisionsrivalen Arizona, St Louis und San Francisco waren zu beschäftigt mit sich selbst, als dass sie sich mit den Seahawks hätten fetzen können.

Als man in der Superbowl XL das ungute Gefühl hatte, Seattle wäre eher benachteiligt worden, hörte man kaum was in den amerikanischen Medien. Für Coach Mike Holmgrens Klagen über die NFL war wenig Verständnis zu spüren.

Eckdaten

Gegründet: 1976
Besitzer: Paul Allen (Microsoft)
Division: NFC West
Erfolge: Superbowl-Verlierer 2005, 11x Playoffs (8-11) – Stand 2013.