Bowl Season 2010/11, Tag 9: Triplepack oder das Beste erst frühmorgens

Ganz fetter Tag mit drei Live-Übertragungen bei ESPN America.

Military Bowl Presented By Northrop Grumman

Mi., 29.12. um 20h30 live bei ESPN America

Maryland Terrapins – East Carolina Pirates

Military Bowl. Formerly known as EagleBank Bowl, und eine dieser Retorten-Bowls der letzten Jahre (seit 2008 ausgespielt). Military… Da passt der Sponsor, der den B-2 Bomber baut, nur allzu gut. Northrop Grumman.

Viel niedlicher ist da schon das Titeltier der University of Maryland: Eine dahinvegetierende Schildkröte. „Dahinvegetieren“ ist ein gutes Stichwort, wenn man über die Terrapins in den letzten Jahren spricht. Unter dem extrem beleibten Coach Ralph Friedgen gab es zuletzt ein Auf und Ab. Friedgen ist seit 10 Jahren Coach in Maryland, nach einem ACC-Titel im ersten Jahr gab es danach viele durchwachsene Saisons, mit dem negativen Höhepunkt von 2-10 im Vorjahr.

Heuer ging es mit Freshman-QB Danny O’Brien (nur 56% Completion Rate, aber TD-INT Ratio von immerhin 21-6) wieder erkennbar aufwärts: 8-4 und am letzten Spieltag den NC State Wolfpack die Saison vermiest. Trotzdem muss Friedgen gehen. Das Management der Terps will Friedgen wohl so dringend beseitigt wissen, dass man ihm freiwillig immerhin 2 Mio. Dollar dafür bezahlt, dass er sein letztes Vertragsjahr 2011 nicht mehr coacht. Ganz schuldlos an der Entlassung ist auch der Abgang von OffCoord James Franklin (Vanderbilt) nicht. Franklin machte einen auf Mangini und begann damit, fein säuberlich die Assistenztrainer aus Maryland mitzunehmen. Die Militärbowl ist nun also das Abschiedsspiel für Friedgen.

Der Austragungsort könnte dabei nicht besser sein: Das alte RFK Stadium in Washington, nur 15km vom Uni-Campus entfernt. Die Bowl könnte gut besucht sein, zumal auch der Gegner East Carolina Pirates nicht weit entfernt liegt – für amerikanische Verhältnisse: Fünf Stunden.

Die Pirates passen mit ihrem Logo, das unweigerlich an Jim Knopf und die Wilde 13 erinnert, optisch schon besser zur Military Bowl. Die Pirates werden seit einem Jahr von einem der wenigen schwarzen Head Coaches, Ruffin McNeill, trainiert. 6-6 ist die Bilanz im Rookie-Jahr, und obwohl McNeill eher der defensiven Seite zuzuordnen ist, präsentieren sich die Pirates als offensivgewaltig. Unter Wandervogel-QB Dominique Davis (Boston College, Fort Scott, nun East Carolina) ist man eine passgewaltige Offense, die sämtliche Schulrekorde gesprengt hat. 36TDs, 3699yds. Da drücken wir mal ein Auge zu, dass es nur zu Platz zwei in der mäßigen Conference USA gereicht hat.

Vorteil Terps, ganz klar. Der 7pts-Spread in den Wettbüros ist mir zu klein.

Texas Bowl

Mi./Do., 29.12. um 00h00 live bei ESPN America

Baylor Bears – Illinois Fighting Illini

Nächste Retortenbowl. Die Texas Bowl kommt ohne Sponsor aus, zahlt aber dementsprechend nur sehr wenig Geld aus (weniger als 1M pro Conference). Gespielt wird im riesigen Reliant Stadium in Houston, und dank guter Teamwahl war das Spiel bei den bisherigen vier Ausgaben stets ordentlich besucht. Mit der Baptistenuni Baylor ist auch diesmal ein texanisches Team dabei.

Die Bears sind keine der Größen. Zu Zeiten der Southwestern Conference war das mal ein respektables Team, aber seit deren Zusammenbruch und der Fusion zur Big 12 war man lange nicht mehr in einer Bowl dabei. Sehr lange – seit 16 Jahren. Heuer spielte man eine für Baylors Verhältnisse sehr, sehr gute Saison, mit dem Highlight eines Auswärtssieges bei den Texas Longhorns vor 100.000 Zuschauern in Austin. Am Ende war die Bilanz 7-5, nach einer Niederlagenserie zum Saisonende. Zwischendurch war man sogar mal in den Rankings dabei.

Der QB Robert Griffin spielt eine sehr gute Saison, wenn man diese letzten drei Spiele eben ausnimmt, die alle verloren wurden. Griffin ist wurfgewaltig (3195yds, 21TDs), aber auch laufstark (591yds, 8TDs).

Gegner Illinois spielt unter Ron Zook (jo, der Mann, der Florida in Grund und Boden gecoacht hat) eine Option-basierte Offense mit dem perfekten QB dafür: Nathan Scheelhaase, recht passstark (1500yds, 17TDs) und sehr laufstark (815yds, 4 TDs). Arbeitstier in der Offense ist der RB #5 Mikel Leshoure (1513yds, 14TDs), der gegen die Northwestern 330yds gemacht hat. Ähnliche Voraussetzungen also für beide Mannschaften.

Die Wettbüros sehen das ähnlich: Nur mit 2pts ist Baylor favorisiert.

Valero Alamo Bowl

Mi./Do., 29.12. um 03h15 live bei ESPN America, Tape am 30.12. um 9h morgens

#14 Oklahoma State Cowboys – Arizona Wildcats

Geradezu eine Traditionsbowl im Vergleich zu den anderen beiden ist die Alamo Bowl in San Antonio, Texas (seit 1993). Gespielt wird im sinnlosesten Stadion ever, dem Alamodome, das einst gebaut wurde, um eine NFL-Mannschaft anzulocken. Der Versuch ist fehlgeschlagen und so braucht man in San Antonio händeringend Veranstaltungen, um die Betriebskosten der riesigen Halle zu decken. Eine Bowl mit 3 Millionen Dollar Playout ist da nicht die unattraktivste Möglichkeit.

Die Oklahoma State Cowboys kommen da gerade recht. Ein Team, nicht allzu weit entfernt beheimatet und extrem offensivgewaltig. Mit QB Brandon Weeden (4037yds, 32TDs, 13 INTs) und WR Justin Blackmon (102 Catches (!) für 1663yds, 18TDs) ist hier eine Combo am Werk, die weiß, wie man Yards zurücklegt. Dazu gesellt sich ein Star-RB wie Kendall Hunter (1516yds, 16 TDs), bei dem man noch nicht ganz so genau weiß, ob er nur ein Produkt der Pass-Entlastung, oder wirklich so gut ist.

Die Cowboys sind allerdings noch im Aufbau – und so setzte es gegen die routinierten Mannschaften die einzigen beiden Saisonniederlagen (Nebraska und nach wildem Schlussviertel auch gegen Oklahoma).

Gegen die Sooners von Coach Bob Stoops verpassten die Cowboys durch das 41-47 auch die Chance auf Big-12-Finale und in weiterer Folge die Fiesta Bowl. Nun kommt in der Alamo Bowl Arizona daher, Arizona auch mit einem Stoops an der Spitze: Mike Stoops, der Bruder von Sooners Bob.

Die Wildcats haben über weite Strecken eine starke Saison gespielt. Allerdings folgte dann ein fürchterlicher November mit vier Niederlagen in Serie. Fast prototypisch war das Spiel in Eugene, Oregon. Nach erster Hälfte mit massiven Big Plays und 19-14 Führung folgte der Einbruch in Halbzeit zwei. Am Ende eine glasklare 29-48 Pleite bei den Ducks. Dabei ist QB Nick Foles nicht der allerschlechteste.

Schlecht bei den Wildcats ist vor allem die Lauf-Defense.

Ich sehe einen Sieg und insgesamt viele Punkte für Oklahoma State kommen. Obwohl die Wildcats jetzt ein paar Wochen Zeit hatten, sich nach dem desaströsen Saisonfinale wieder zu sammeln: Die beiden Top-Offenses, die sie bisher serviert bekommen haben (Oregon, Stanford), haben den Wildcats mal eben 90 Punkte eingeschenkt.

2 Kommentare zu “Bowl Season 2010/11, Tag 9: Triplepack oder das Beste erst frühmorgens

  1. Pingback: Bowl Season 2010/11: Für den Durchblick « Sideline Reporter

  2. Schaut so aus, als würde Mike Leach schneller als gedacht wieder Headcoach sein! Friedgen hat bei den Terps aufgehört und Leach soll der Nachfolger werden….. Mal schauen, welche Spieler diesmal verprügelt werden!

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