Eine Menge Musik drin gewesen

Jo, das war dann mal eine spannende Nacht. In der Music City Bowl war ordentlich Rock’n’Roll dabei, aber auch die anderen Bowls hatten was zu bieten. Und jetzt eine Warnung vor Spoiler.

Music City Bowl

Ich hatte es in meiner Vorschau geschrieben: Die Vorgeschichte von beiden war nicht ohne. Das Spiel indes auch nicht. Lange Zeit ein Spiel zweier wackeliger Offenses, mit allerdings sehenswerten Touchdowns: RB Shaun Draughn zündete im zweiten Drive den Turbo und lief der kompletten Defense der Volunnteers auf und davon. Der Konter im zweiten Viertel: QB Tylor Bray nach Play-Action mit einem ganz tiefen Ball genau auf die Brust von WR Da’Rick Rogers. Letzte Sekunden der ersten Halbzeit, und nun war North Carolina dran. QB T.J. Yates unter Druck, entweicht nach rechts draußen und aus vollem Lauf mit dem rechten Arm (!) einen perfekten Ball in die Hände von WR Highsmith geworfen, der zum 17-14 in die Endzone trottet. Tennessee hatte immer wieder Probleme, weil QB Bray zum ungünstigen Zeitpunkt eine Interception einstreute. Nach einigem Gewürge in der zweiten Halbzeit nahm das Spiel zum Ende wieder Fahrt auf. Tennessee dank TD-Bombe mitten in die Endzone hinein wieder in Führung – und verschoss den P.A.T.! Nur 20-17.

Letzter Drive und die Tar Heels 16 Sekunden vor Schluss in Field Goal Range. Spike. Dann ein Irrsinnscall – ohne Timeouts ein Lauf durch die Mitte? Entschuldigung, Butch Davis, aber WTF? Auf dem Spielfeld wird es wild. Während der Ball wieder zurückgelegt wird, rennen die hellblauen Tar Heels wie wild geworden über das Spielfeld, die halbe Field Goal Unit ist schon auf dem Platz, ehe Yates erneut einen Spike macht. Uhr ausgelaufen, die Gatorade-Dusche schon gemacht und die Trainer beim Handschlag, da bringen die Refs Farbe ins Spiel. Flagge gegen North Carolina – zu viele Männer auf dem Platz (klar, war ja eine Mixtour aus FG-Unit und Offense) und die Uhr auf eine Sekunde zurückgesetzt. Kicker Casey Barth kommt auf das Spielfeld und verwandelt zum 20-20.

Erste Overtime. North Carolina kommt mehr mit Strafen als mit Offense zum ersten Touchdown. Tennessee kontert per 20yds-Pass.

Zweite Overtime. Tennessee steht wieder kurz vor dem Touchdown. Dann QB Bray mit einer hirnlosen Interception, genau in die Arme eines Verteidigers, der in die Wurfroute hineinläuft. North Carolina hat ein Leichtes, per erneutem Field Goal das Spiel zu entscheiden. 30-27 und eine Music City Bowl, in der ordentlich Musik drinnen war.

Holiday Bowl

Unglaublich, wie unvorbereitet Nebraska in San Diego aufkreuzte. Die Cornhuskers glänzten durch Turnovers, Penalties und löchrige Offense Line. Die Defense wurde gnadenlos überlaufen und spätestens nach der Verletzung von QB Martinez (nach Sack) war die Suppe gegessen. Backup-QB Green machte furchtbare Würfe, ich glaube nur drei oder vier Completions.

Auf der anderen Seiten kam Washington mit QB Jake Locker daher. Lockers schleichender Abstieg hatte im September gegen Nebraska begonnen und auch diesmal wurde Locker kaum als Quarterback gebraucht. Das Pass-Spiel der Huskies war ziemlich inexistent und Locker hatte am Ende ganze fünf Completions.

Trotzdem war Locker spielentscheidend. Im zweiten Viertel in die Zange genommen und benommen vom Spielfeld gewankt, aber nach der Pause wieder voll da: Play-Action an der NEB 25 und dann den Turbo gezündet. Locker walzte sich durch zwei Tackles und raste in die Endzone. Überhaupt arbeitete Washington viel mit Play-Action und Läufen über Locker und RB Chris Polk (über 30 Carries für fast 200yds). Nebraska war darauf schlecht vorbereitet. Ergebnis: 19-7 Washington. Ein sehr verdienter Sieg.

Armed Forces Bowl

Turnovers kill teams. Die Mustangs mit vielen, vielen Yards durch QB Kyle Padron und RB Zack Line, aber eben auch mit Turnovers zum ungünstigsten Zeitpunkt. Gleich zu Beginn warf Padron tief (45yds), aber ein Play später der Fumble zum Touchdown zurückgetragen. Die Army spielte eiskalt ihre Option-Laufspielzüge runter, und SMU fand dagegen kein Mittel – und holte sich vor allem keine Turnovers.

16-0 zur Pause, in Halbzeit zwei kam SMU langsam auf, obwohl Padron immer wieder sinnlose INTs einstreute. Zwei sehenswerte Touchdown-Pässe Padrons, aber vier Minuten vor Schluss setzte der Kicker den Ball aus 47yds links vorbei. Die Army lief die Uhr runter. Der entscheidende Spielzug war am Ende ausgerechnet ein Pass durch QB Steelman – seine zweite Completion. Die zweite. Steelman warf 7x, 2x complete für 30yds. Army mit einem nicht unbedingt erwarteten Sieg.

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