Superbowl-Countdown T-minus 7: Never Miss A Super Bowl Club

Die Pause zwischen Conference Championships und Super Bowl Sunday ist zwei Wochen lang. Und alle Jahre wieder nutzen Amerikas Medien ein-zwei Tage davon, alle vergangenen Super Bowls zu ranken. Jedes Jahr taucht die Frage nach der besten Superbowl ever auf – und man wird sich nicht einig. Vielleicht, weil die Jurymitglieder nur einen Bruchteil der Superbowls überhaupt selbst gesehen haben, die sie reihen.

Ich habe noch nicht viele Super Bowls LIVE gesehen. Ich habe mir gut ein Dutzend zusätzlich als volles Tape reingezogen. Aber Tape ist nicht LIVE und zählt nicht. Mein Ranking der LIVE erlebten Super Bowls würde so aussehen.

Super Bowl XLII - Manning to Tyree

Als David Tyree den Ball mit dem Helm aus der Luft klaubte, wusste jeder: Die Perfect Season ist nicht. - ©Andy Lyons/Getty

#1 Superbowl XLII. Obwohl ich Patriots-Sympathisant bin, war es das Spiel. Es gibt keine Perfektion und Momente wie Tyrees Catch mit dem Helm sind der Beweis, dass du selbst die meistdurchleuchteste Sportart wie Football nicht scripten kannst.

#2 Superbowl XXXVIII. Das erste Mal, dass ich wirklich LIVE dabei war, nachdem ich zwei Jahre zuvor „nur“ das Tape am Tag danach schauen durfte. Das bizarre Schlussviertel war eine blanke Antithese zu 45 Minuten Football bis dahin.

#3 Superbowl XLIII. Ein Spiel, in dem alles, alles passte. Großartige Plays, großartige Spieler und die vermutlich beste ORF-Sportübertragung, ach was, Sportübertragung allgemein, die ich jemals gesehen habe. Schade, dass Christopher D. Ryan kein Football mehr kommentiert. Aber die Hoffnung auf Rückkehr stirbt nie.

#4 Superbowl XLIV. Das Big-Move-Spiel. Soviel Eier, wie letztes Jahr in Miami über das Spielfeld gekullert sind, haben nicht viele NFL-Spiele gesehen. Ich bin kein Saints-Fan, aber was Sean Payton da an Playcalling ablieferte, war groß. Ganz groß.

#5 Superbowl XXXIX. In Erinnerung geblieben ist mir weniger das emotionslose Spiel oder McNabbs hilflose Aufholjagd gegen Ende, sondern eine Phase zu Beginn des Spiels, als die Patriots zwei INTs (eine zählte nicht) in zwei Plays machten und im nächsten Drive einen Fumble eroberten. Große Defense.

#6 Superbowl XLI. Das Hallenteam spielte im strömenden Regen die Mannschaft aus Chicago in Grund und Boden. Kein gutes Spiel, aber ein Sensations-Return (Stichwort Hester) und ein furchtbarer Quarterback (Stichwort Grossman).

#7 Superbowl XL. X-tra large sollte das damals sein. Pittsburgh hatte als #6 bizarre Playoffs hinter sich mit einem unglaublichen Spiel in Indianapolis. Das Endspiel war voller Pathos dank Jerome Bettis’ Homecoming. Aber es war furchtbar schlecht. Schlechte QBs, schlechte Kommentierung in der ARD und ganz schlimme Referees. Am Ende gingst du ins Bett und dachtest: Mönsch, Seattle hätte eigentlich gewinnen müssen.

Nun ist korsakoff ein Jungspund. Es gibt da aber vier Leute, die das Recht besitzen, ein authentisches Ranking zu erstellen. Vier Leute, die sich vor ein paar Jahren zu einem speziellen und sehr exklusiven Club zusammengeschlossen haben. Dem Club der (damals noch fünf) Leute, die bei jeder Superbowl von #1 bis #45 im Stadion waren. Dem „Never Miss A Super Bowl Club“.

Larry Jacobson aus San Francisco.

Don Crisman aus den New-England-Staaten.

Tom Henschel aus Tampa, Florida.

Robert Cook aus Wisconsin.

Und Stan Whitaker aus Denver, der vor ein paar Jahren ausgeschieden ist.

Fox Sports über ein missglücktes erstes Date, gefrorene Propeller, einen Brief in das Herz der NFL-Zentrale und das erste direkte Duell zweier Club-Mitglieder. Eine lesenswerte und sehr, sehr nette Geschichte.

Superbowl-Countdown T-minus 8: Die #1 und #2 der NFL-Fans

Das monströse, neue Cowboys Stadium ist das potenziell größte der National Football League. Randvoll fasst es 105.000 Zuschauer, was die größte Superbowl-Kulisse ever bedeuten würde. Angesichts dieser Tatsache ist die Finalpaarung Pittsburgh Steelers vs. Green Bay Packers ein Traum.

Grundsätzlich gilt bei Super Bowls: Wer als Zufallsbesucher ins Stadion will, hat recht gute Chancen, wenn er a) geduldig und b) nicht knapp bei Kasse ist. Auf dem Schwarzmarkt kosten Eintrittskarten mal eben schlanke $6000 mit einer Varianz von ein paar Tausendern. Aber der Herr Zufallsbesucher könnte reinkommen.

Diesmal wird’s schwer, trotz des größten Stadions der Superbowl-Geschichte. Grund dafür: Mit den Pittsburgh Steelers und den Green Bay Packers treffen zwei Teams mit extrem großer Anhängerschaft aufeinander. Teams, die nicht bloß auf den lokalen Markt beschränkt sind, sondern Fans überall und quer durch alle Staaten haben.

Drei „Fanbase-Rankings“: Aus dem Jahr 2005 bei OnMilwaukee, 2008 bei ESPN.com und 2010 beim Bleacherreport. Die drei Rankings zeichnen zum Teil durch deutliche Abweichungen aus, aber es gibt zwei Konstanten. Rankings der Steelers: #1 OnMilwaukee, #1 ESPN, #2 Bleacherreport. Die Platzierungen der Packers: #2, #2, #1. Noch Fragen?

Steeler Nation

Was der Totenkopf für St. Pauli ist, das sind die Terrible Towels für Pittsburgh: Das markanteste Symbol der Anhängerschaft, ein gelbes Taschentuch kreiert in den 70ern von einem Radioreporter, und über die Jahre zu dem Kennzeichen für Steelers-Fans geworden. Wenn 70.000 im Heinz Field die Tücher schwenken, sieht das so aus (ab 1:25):

Als fünftälteste Franchise der NFL (gegründet 1933) haben die Steelers schon mal sehr viel Tradition. Schon in den 50ern und 60ern waren sie eines der beliebteren Teams, aber so richtig zackig wurde es in den 70ern unter dem legendären Head Coach Chuck Noll. Pittsburgh holte vier Superbowl-Titel. Und es wurden Bezugspunkte aufgebaut: Steelers-Football besteht prinzipiell aus drei Dingen: Defense. Defense. Defense.

Generell gilt: Die Steelers haben überall ihre Fans. Das ist historisch begründet. Denn zeitgleich zur NFL-Dominanz erlebte die Pittsburgher Stahl-Industrie in den 70ern eine schwere Krise. Folge: Massivste Abwanderungen. Die Pittsburgher verteilten sich quer durch die Lande. Damit einhergehend: Die Steelers haben fast überall Anhänger, weil fast überall Leute wohnen, die aus Pittsburgh stammen.

Das und die Reisefreudigkeit der Steelers-Fans sorgt für gut besuchte Auswärts-Spiele. Es passiert, dass Stadien anderer Mannschaften nur dann voll werden, wenn die Steelers in der Stadt sind. Weil die ansässigen Stahlstadt-Stämmigen dann zum Spiel gehen. In den 90ern spielte Pittsburgh in Phoenix eine Superbowl gegen die Dallas Cowboys, Americas Team. Trotzdem war die Stadt grellgelb dominiert. Oft thematisiert: Superbowl XL, als die Halle in Detroit von Terrible Towels übersäht war. Auch vor zwei Jahren war man gegen die Cardinals in Tampa meilenweit in der Überzahl.

Die Cheeseheads

Fünfälteste Franchise? Darüber kann Green Bay nur lachen. Je nach Ansicht ist man #2 oder #3 (hinter den Cardinals und im Clinch mit den Bears), gegründet 1919 als Amateurclub und seit 1921 in der NFL. Dass die Green Bay Packers so viele Fans haben, hat viele Gründe, aber vor allem den EINEN: Die Packers gehören den Fans. Sie haben als einziges NFL-Team keinen Besitzer oder keine Besitzergruppe, sind eine Non-Profitorganisation und jeder Fan kann sich als Owner einkaufen.

Green Bay ist mit 100.000 Einwohnern die Antithese zur typischen NFL-Stadt. Ein winzig kleiner Markt, gelegen im kalten, rauen Norden am Michigansee, ohne irgendwelche Attraktionen – bis auf die Packers und auf das Lambeau Field, das berühmteste Stadion der NFL. Über 70.000 Leute gehen rein – und seit 1960 waren alle Spiele ausverkauft. Alle. Noch eindrucksvoller: Die Warteliste für Saisonkarten übersteigt mittlerweile die Kapazität für das Stadion. Wer jetzt eine Saisonkarte neu bestellt, darf ein paar Augenblicke warten. 30 Jahre mindestens. Oder so.

Zu diesen Außergewöhnlichkeiten mischen sich beim NFL-Rekordchamp (13 Titel, davon 3 Superbowls) eine Reihe von charismatischen Persönlichkeiten. Namen, bei denen man sofort „Green Bay“ assoziiert: Curly Lambeau, Vince Lombardi, Bart Starr, Brett Favre, um einige zu nennen. Köpfe, die zu den beliebtesten quer durch die Lande gehören.

Cheesehead Green Bay Packers

Cheeseheads - ©Flickr

Markenzeichen der Packers-Fans ist der Käseköpp geworden. Cheeseheads nennt man den gemeinen Packers-Fan. Grund dafür: Die in Wisconsin weit verbreitete Käseproduktion. Ende der 80er wollte man mit Cheeseheads die Einwohner von Wisconsin beleidigen. Die Packers-Fans haben die Vorlage selbstironisch aufgegriffen und laufen seit den 90ern zum Großteil mit dem markanten Käse-Dreieck aufm Kopf durch die Gegend. Der Cheesehead – wie die Terrible Towels das Markenzeichen der Fans. Wir werden einige davon am nächsten Sonntag in Arlington sehen.

Superbowl-Countdown T-minus 9: Vom Geschlecht des NFL-Finals

Derdiedas Super Bowl XLIII in Tampa

Bei Sideline Reporter startet der Superbowl-Countdown nicht neun Stunden vor dem Spiel, sondern neun Tage. Thema heute: Ist „Super Bowl“ männlich, weiblich oder sonst was?

Vorausgeschickt: Deutschland und die Schweiz haben dem NFL-Finale ein maskulines Dasein verpasst. In Österreich ist das etwas anders und man spricht über „die Super Bowl“. Vor ein paar Jahren echauffierte sich sogar mal der göttliche Christopher D. Ryan live im TV über eine E-Mail-Forderung nach dem männlichen Artikel.

Die Ur-Schüssel

Zu Zeiten des Ersten Weltkriegs wurde an der Yale University ein neues Footballstadion gebaut – in einer revolutionären, neuartigen Schüsselform. Die Uni war bei der Namensgebung nicht so kreativ wie auf dem Gebiet der Forschung und verpasste dem Stadion eiskalt den Namen „Yale Bowl“.

Ein paar Jahre später schrie man auch auf der anderen Seite der Staaten nach einem neuen Footballstadion – in Pasadena, einem Vorort von Los Angeles, einer hügeligen Gegend. Die Veranstalter des „Tournament East-West Football Game“, ein Beiwerk zum alljährlichen Rosen-Umzug am Neujahrstag, besaßen schon damals ein Ego, das alle Räumlichkeiten sprengte und konzipierten nach Vorbild der Kollegen in Yale eine ebenso schüsselförmige Arena in die buckelige Landschaft.

Das riesige Stadion wurde Rose Bowl getauft – und das Neujahrs-Footballspiel dementsprechend einfallsreich Rose Bowl Game. College Football war damals noch deutlich populärer als Profi-Football. Ein paar Jahre später war die Veranstaltung ein Hit und Inspiration für andere Tourismus-Destinationen in den Staaten.

Miami zum Beispiel, das 1935 zum 1. Jänner ebenso ein Spiel veranstalten ließ. Die Marketingabteilung wollte nicht das Rad der Welt neu erfinden, sondern blieb bei dem, was in Pasadena so gut funktioniert hatte, und taufte das Spiel Orange Bowl. Kurze Zeit später war dann auch das dazugehörige Stadion fertig. Welch Überraschung: Die Orange Bowl.

Am selben Tag war man auch in New Orleans, Louisiana dabei, die Wirtschaft aufzupeppen und spielte die erste Sugar Bowl aus.

Das ist der Ursprung des Beinamens „Bowl“ für Post Season College Football.

Die Zweckentfremdung

In den 50ern und 60ern wuchs der professionelle Football langsam, aber sicher aus dem Schattendasein heraus. 1960 bekam die allmächtige NFL Konkurrenz aus der AFL, eine neue Liga, die aggressiv in NFL-losen Städten neue Mannschaften aufbaute. Da wollte man natürlich wissen, wer denn nun die stärkere Liga stellte: AFL oder NFL?

Anno 67, im Jänner, flogen der Meister der NFL und der Champion der AFL nach Los Angeles, in das Coliseum (Olympiastadion 1932 und 1984), um den Weltmeister im Football auszuspielen. Das Spiel schimpfte sich offiziell AFL–NFL World Championship Game, aber wie der Amerikaner so ist, muss ein Spiel ein Produkt sein – und dazu gehört auch die Namensgebung.

Geforderte Eigenschaften: Kurz, markant, wiedererkennbar.

Durch die Rängen und Reporterkabinen in der uralten Schüssel (nope, diesmal nicht die Rose Bowl) geisterte der eine Vorschlag Super Bowl. Bowl – Synonym für Post Season Football, nicht nur mehr bloß auf Universitätssport begrenzt. Und Super – weil ein bisschen Größenwahn im amerikanischen Blut liegt.

Zwei Jahre später schafften die New York Jets aus der verspotteten AFL die Sensation, putzten erstmals den NFL-Champ. Folge: AFL und NFL schlossen sich nur kurz darauf zusammen, und das Endspiel bekam Kultcharakter. Super Bowl – das höchste aller Träume für einen Profi-Footballer. Das Spiel, in dem Legenden geschrieben werden. Das Event, das einen Tag zum inoffiziellen Staatsfeiertag gemacht hat. Bei dem Millionen umgesetzt werden.

Und alles gründet auf einer Schüssel. Daher präferiere ich den weiblichen Artikel für die Super Bowl.

Das Spiel selbst hat mit Schüsseln natürlich ebenso wenig zu tun wie Bill Belichick mit Unterhaltungswert. Deutschland hat dem Spiel den männlichen Artikel verliehen, wie auch die Italiener. Ich kann damit leben, auch wenn es mir nicht gefällt. Der Super Bowl. Auch irgendwie okay, denn der Superbowl war über lange Jahre eine der letzten Bastionen der Männlichkeit. Bier, Knabbereien und Testosteron in seiner fließendsten Form.

Dritter Vorschlag: Das Neutrum, im Prinzip die logischste Erklärung. Es heißt das Finale (außer in der Schweiz), es ist das Spiel und es ist das Event. Das Neutrum hat sich im deutschen Sprachraum nicht durchgesetzt.

Der Superbowl, die Superbowl, das Superbowl – Sie haben die Wahl. Im Gegensatz zum Ankreuzen der SPD können Sie dabei nichts falsch machen.

Der Superbowlhalftimeshowdetermining-Blogeintrag oder wenn sich ranke Blondinen um Touchdowns prügeln

Pro Bowl Hawaii

Pro Bowl - ©Flickr

Die NFL macht an diesem Wochenende eine Pause. Zumindest für mich. In der Nacht auf Montag gibt es die Pro Bowl (live bei ESPN America), aber ich halte die NFL Pro Bowl für die sinnfreieste NFL-Veranstaltung ever. Ein Spaß-Spiel ohne irgendeinen Wert, in einem halbleeren Stadion, mit sehr zweifelhaften Nominierungen, von denen auch noch die besten Spieler der besten Mannschaften quasi per Spielterminierung nicht teilnehmen können. Und von denen, die teilnehmen könnten, sagen 50% verletzungs- oder motivations(los)bedingt ab. Pro Bowl – ein Muster ohne Wert.

Mal schauen, wie lange die NFL mit dem Schwachsinn noch weitermacht. (Vermutlich solange sie damit eine Einnahmequelle kriegt)

Somit kein NFL-Football an diesem Wochenende. Am Samstag, 29. Jänner, gibt es in Alabama die Senior Bowl, ein Allstar-Spiel für Seniors, also Spieler, die ihr letztes Jahr mit Spielberechtigung an der Universität hinter sich gebracht haben und nun via Draft in die NFL kommen können. Gibt es leider keine Livebilder via TV von.

Ebenso keine Live-Bilder gibt es von einer Veranstaltung in Jacksonville, die für einige in den USA die Superbowl-Halbzeitshow bestimmen wird. Jo, die Black Eyed Peas werden dort spielen und auch unsere Stuben das Grauen lehren. Aber in Amerika hat sich seit einigen Jahren Counterprogramming zu einer Art Lieblingshobby für kleine TV-Anstalten gemacht.

Counterprogramming?

Wer hat im Sommer die Programme der deutschen Sender gecheckt, als Deutschland England und Argentinien verprügelt hat? Sendungen mit Option auf die schönsten Bahnstrecken. Weil gegen Fußball keiner eine Chance hat. In Amerika ist das ähnlich. Die Superbowl ist mehr als ein Spiel. Sie ist ein Festtag und für den übertragenden Sender die Chance, via Werbung Millionen zu scheffeln und im Anschluss an das Spiel seine brandneuesten, besten Serien zu präsentieren. Die Superbowl ist ein Präsentierteller.

Für die anderen Sender ein Horror, weil Chancenlosigkeit gegen das NFL-Finale. Also haben sich ein paar kleine Sender wie Animal Planet was einfallen lassen, um die Leute während der Halbzeitshow auf ihren Sender wechseln zu lassen. Animal Planet bringt Puppy Bowl, ein Footballspiel, wo sich richtige Welpen um Touchdowns prügeln.

Noch genialer ist die Idee der Lingerie Bowl. Lingerie wie Unterwäsche. Dort, wo schlanke Models in knappster Bekleidung Indoor-Football at his best spielen. Eine so großartige Idee, dass seit 2009 gar eine ganze Liga für Unterwäschenfootball existiert.

LFL – Lingerie Football League

Nope. Kein Witz.

Da laufen Teams mit Nicknames wie Passion, Caliente, Breeze, Temptation, Desire oder Charm rum. Die LFL ist sogar richtig erfolgreich, bietet mit einem Spiel inklusive Rahmenprogramm pro Freitagabend nach Eigendefinition einen „Freitagabendunterhaltung für Jungs in den 20ern, die mit Kumpels einen launigen Start ins Wochenende erleben wollen“.

Die Sache ist nicht bierernst zu nehmen, aber es werden durchaus nicht nur Frauen nur nach dem Kriterium Fotomodellfigur ausgesucht, es gibt sogar richtig ordentliche Hits und Schlägereien. Gecoacht werden die Teams u.a. von ehemaligen NFL-Profis wie dem Ex-Ram Yo Murphy, der einst sogar in der Superbowl gegen die Patriots mitgespielt hat.

Am morgigen Samstag, 29.1. werden die beiden Teilnehmer an Lingerie Bowl VIII ermittelt – und damit die beiden Teams, die während der Superbowl-Halbzeitshow auf MTV2 ausgestrahlt wird – bei uns nur via Internetstreams zu sehen.

Die Conference Finals 2010/11

Die Spiele finden als Doubleheader in Jacksonville statt. Beide Conference Finals sehen Mannschaften, die seit Wochen als Teilnehmer feststehen und die sich im direkten Duell in der Regular Season nur noch um das virtuelle Heimrecht gematcht haben.

Das Eastern Conference Final sieht die Philadelphia Passion und die Tampa Breeze. Vor zwei Wochen spielte Philly Tampa in Grund und Boden. Passion ist für die heurige Saison zwar Postergirl Jackie Danico abhanden gekommen, aber die Pass-Offense mit QB Christy Bell und WR Tyrah Lusby gilt als beste ligaweit. Tampa ist dagegen verteidigungsstark und hat ein besseres Laufspiel. Die Breeze werden von Yo Murphy gecoacht, die Passion von Chandler Brown. Als leicht favorisiert gilt Philadelphia.

Das Western Conference Final kommt mit dem Duell Verführung gegen Glückseligkeit, oder Los Angeles Temptation gegen Chicago Bliss, daher. Auch hier gab es jüngst, vor drei Wochen, das Regular Season Finale. L.A. siegte damals in der Overtime, nach gewonnenem Münzwurf. Die Temptation sind so was wie ein Urgestein in der LFL, waren schon bei Lingerie Bowl I als Dream Team dabei und sind die Titelverteidiger. Geputzt wurde in Lingerie Bowl VII… Chicago Bliss! Die haben mittlerweile die Conference gewechselt, da die LFL ja schon im Wachsen begriffen ist. Jetzt treffen die beiden wieder aufeinander. Diesmal eine Stufe niedriger. Hauchdünner Favorit: Los Angeles, wegen QB Ashley Salerno, die als LFL MVP-würdig gilt.

Wir werden sehen.

Fertig gefishert

Die Tennessee Titans haben Head Coach Jeff Fisher entlassen. Eine Überraschung, nicht wegen der Entlassung itself, sondern vor allem wegen des Zeitpunkts. Fisher stand zwar lange wegen des schwelenden Streits mit QB Vince Young auf der Kippe, aber Anfang Jänner schien es ausgemachte Sache, Young rauszuschmeißen und Fisher zu behalten.

Der Zeitpunkt der Entlassung könnte für beide Seiten ungünstig sein. Die Titans haben einen leer gefegten Head-Coach-Markt. Fisher hat keine offenen Head-Coach-Stellen zu besetzen, es sei denn, es findet sich noch ein Team mit Reaktionismus.

Fisher war 16 Jahre lang Head Coach für die Titans bzw. vor dem Umzug noch für die Houston Oilers. Der Erfolgreichste war der Mann nicht, aber die chronisch schwächelnde Franchise hat unter ihm, QB Steve McNair und RB Eddie George vor 11 Jahren die Superbowl erreicht und nur denkbar knapp verloren. Fisher kann vor allem von einigen bärenstarken Jahren zu Beginn der 2000er zehren, als die Titans Jahr für Jahr Titelanwärter waren. Seitdem ist nicht mehr viel gegangen. Trotzdem galt Fisher als ziemlich unantastbar, bis in der letzten Saison ein 0-6 Start hingelegt wurde. Dann kamen die Streitigkeiten mit Young dazu, den Fisher eigentlich nie haben wollte und dessen geistige Reife eines Dreizehnjährigen Fisher nie geschmeckt hat – was dem Owner Bud Adams nicht passte, der Young als Koryphäe ansah. Dennoch gewann Fisher das „Duell“ mit Young – und ist trotzdem raus.

Zweiter Punkt, der in Nashville nicht gern gesehen wurde: Fisher brachte in der aktuellen Saison zur Unterstützung des krebskranken OffCoord Heimerdinger seinen eigenen Sohn mit. Vetternwirtschaft wird von Adams nicht gern gesehen, aber ich bin mir nicht sicher, ob er Fisher deswegen rasiert hat. Schon eher, weil der komplette Trainerstab vor einem Umbau gestanden hätte.

Ich habe mit kaputtem Knie die ganze Saison durchgespielt

Das zwitscherte Jaguars-RB Maurice Jones-Drew am Sonntagabend in die Welt hinaus, nachdem Jay Cutler mit verletzten Bändern im Knie das NFC-Finale verlassen hatte. Mal abgesehen davon, dass dieser Tweet von Jones-Drew falsch ist (Jones-Drew spielte nur 14 Spiele), so ist er doch in Kombination mit den vielen anderen spöttischen Kommentaren anderer Spieler interessant. Für eine andere Diskussion.

Für die NFL-Profis ist es offenbar nur logisch und heroisch, mit Verletzungen zu spielen. Aktuell spielt die NFL mit dem Gedanken, die Saison auf 18 Spiele in der Regular Season auszuweiten, um noch mehr Kohle zu scheffeln. Die NFL-Spielergewerkschaft NFLPA stellte sich bisher quer, mit dem Argument „Angst vor noch mehr Verletzungen“.

Nun posaunen dutzende Spieler ihren Spott für einen tatsächlich Verletzten raus. Es ist offenbar nicht mal ein Problem für einen Running Back (!), eine Saison verletzt durchzuspielen. Wie wollen diese Profis nun gegen die Spielplan-Erweiterung argumentieren?

Wird jetzt alles besser?

Es war irgendwann im Spätsommer 2008, als ein Wide Receiver in Cincinnati nach jahrelanger Aufmerksamkeitssuche und öffentlichen Auseinandersetzungen mit Trainern und Management die Ego-Mätzchen auf den Höhepunkt getrieben hat. Ergebnis: Der Mann änderte seinen Namen, ganz offiziell und vor Gericht, in Chad Ochocinco.

Ochocinco wie ocho cinco, spanisch für „Acht Fünf“. Die Ziffern seiner Rückennummer, 85. „Fünfundachtzig“ wäre ochenta y cinco gewesen. Das war dann doch zu kompliziert.

So weit, so gut. Mittlerweile sind wir im Jänner 2011. Die Bengals gehören mal wieder zum Bodensatz der Liga, Ochocinco hat mit T.O. Terrell Owens einen ähnlich egozentrischen Partner als Wide Receiver in der Aufstellung und jüngst machte QB Carson Palmer mit Rücktrittsdrohungen aufmerksam. Für Ochochinco ein Unding. Andere stehen in den Schlagzeilen. Was macht der Mann also?

Ändert mal wieder seinen Namen! Nicht in Chad Iwanttogetrecognised oder Chad Yollamolaatención (oder so), sondern, ganz unspektakulär, zurück in Chad Johnson! Eine Schlagzeile wird’s wert sein, oder einen Blogeintrag auf Sideline Reporter. Aber angesichts der vergangenen Zickereien ist es diesmal erstaunlich unspektakulär.

Der Championship-Sunday-Kopfweh am Tag danach

Pittsburgh gegen Green Bay: Superbowl XLV wird also die Title Bowl. Die Spiele selbst waren nicht berauschend, aber auf ihre Weise unterhaltsam. Zweimal eine leblose Mannschaft, die sich nach und nach ins Spiel reinbiss, um am Ende den Rückstand doch nicht mehr aufholen zu können. Aber Bears und Jets hatten beide Chancen genug, das Finale zu erreichen.

Die Bears

In Chicago ist nach dem Ausscheiden von QB Jay Cutler die leidige toughness-Frage entbrannt. Cutler wird vorgeworfen, ein Weichei zu sein, weil er mit Knieverletzung ausgeschieden ist. Das ging so weit, dass MLB Urlacher Cutler öffentlich mit einem EristhartwiedieHölle den Rücken stärken musste. Bei der Chicago Tribune hängten 50% der Fans dem QB das Andy-Möller-Schildchen um, immerhin 19% warten noch bis zur Untersuchung ab.

Die Presse hat unterdessen drei Hauptschuldige ausgemacht: OffCoord Mike Martz, HC Lovie Smith und – wen überrascht’s – Jay Cutler himself. Generell gilt: Unter Cutler und danach kurzfristig QB Collins spielte Chicago so schwach, dass das 140-Zeichen-Kästchen bei Twitter mehr Unterhaltung bot, als das NFC-Finale.

Am Ende wäre fast Third Stringer Caleb Hanie zum Hero geworden. Eine INT in der RedZone der Packers beendete alle Träume.

Die Jets

Die Jets wandeln auf den Spuren der Philadelphia Eagles und haben nun schon zwei AFC-Finals in Serie verloren. Eine bittere Pleite, weil sich Pittsburgh als durchaus nicht unschlagbar herausstellte – sondern nur als wacher. Die New Yorker Presse zeigt sich bisher nicht allzu hart mit den Jets, obwohl im Prinzip eine traumhafte Chance liegen gelassen wurde.

Als Knackpunkte werden drei Dinge angesehen: Der Dornröschenschlaf in Halbzeit #1, der Goal Line Stand der Steelers und der Hechtsprung in den Punter, der Pittsburghs Drive verlängerte (später gab es dann die INT in diesem Drive) und als symbolisch für die Vorstellung der Jets über weite Strecken der Partie gilt. Allgemeiner Tenor: Enttäuschung ja, Weltuntergang nein.

Im Prinzip wirkte es lange so, als würden die Jets genau die eine Befürchtung hemmen: Der mentale Drop-Off nach dem massiv gehypten Patriots-Spiel von vergangener Woche. Die Jets entschieden sich anfangs zu deferren. Pittsburgh ging also raus und legte einen Kraftakt-Drive hin, der Sanchez über einie halbe Stunde an der Seitenlinie frieren ließ. Die Jets brauchten bis Sekunden vor der Pause, um halbwegs in Schwung zu kommen. Eingerostet, wie man es ansonsten nur von Teams kennt, die zwei Wochen Regular Season plus Bye Week abschenken und in den Divisionals einsteigen.

QB Mark Sanchez kommt mit guten Kritiken davon. Sanchez war nicht der Grund für das Aus, aber im Prinzip passt Sanchez nicht so recht in diese Mannschaft: Die Jets waren dafür zusammengestellt, JETZT den Titel zu holen. Die Einkaufstour, die Sprüche, die Star-Ansammlung. Da wirkt ein so junger und mitten in der Entwicklung steckender QB-Jungspund etwas Fehl am Platze in meiner bescheidenen Meinung.

Wie auch immer, der Kern der Jets ist bei näherem Hinsehen jünger als ich erwartet hatte. Für die nächsten 1-2 Jahre muss Feintuning betrieben werden. Vielleicht ein neuer Running Back (Tomlinson wird auch nicht jünger und Greene ist womöglich nicht dafür gebaut, alleine die ganze Last zu tragen) und ein dominanter Safety sind im Prinzip alles, was der Mannschaft noch fehlt. Und Sanchez, der ruhig noch mehr Verantwortung übernehmen sollte und wegkommen muss vom Image des Play-Action-QBs, der nur mit funktionierendem Laufspiel effizient ist.

AFC Conference Championship Game 2010/11: Pittsburgh Steelers – New York Jets

F5-Ersatzbalken

[03h55] Endstand Pittsburgh Steelers 24, N.Y. Jets 19.

Verdienter Sieg der Pittsburgh Steelers. New York mit einem 90minütigen Aussetzer in Halbzeit #1 und 0-24 in Rückstand. Die zweite Halbzeit war deutlich besser und phasenweise haben sie die Steelers sogar dominiert. Aber auch Halbzeit #2 war nicht alles goldig. Ich frage mich wirklich, warum ein laufstarkes Team wie die Jets an der Goal Line mitten hinein in den größten Verkehr geworfen hat. Aber gut. Kurzpässe hatten funktioniert.

Auf der anderen Seite war das nicht die souveränste Art, wie Pittsburgh das Spiel nach Hause gebracht hat. Roethlisberger ist fast ein Jahr nach der Fummler-Affäre mal wieder im Endspiel. Die Superbowl XLV ist ein Duell zweier guter, aber bei weitem nicht perfekter oder auch nur kompletter Teams.

Der Superbowl-Champ 2010/11 wird keiner für die Greatest Team ever-Diskussion sein.

[03h48] Und noch geschwollener, die Weichteile. Roethlisberger mit einem PASS (!) UNTER DRUCK auf WR Brown. First Down. Steelers können jetzt abknien. Und dabei kommt es fast zur Keilerei.

[03h44] Bruce Arians/Tomlin wieder mutig. Werfen und kriegen per TE Heath Miller das 1st down als Lohn.

[03h39] 2:56min to go. PIT mit einem langen Return aus dem Nichts. Die Jets kriegen, wenn nicht wieder was Märchenhaftes passiert, auf jeden Fall schwierige Feldposition. Wenn sie PIT denn überhaupt stoppen – aber daran kann man mittlerweile sogar glauben.

[03h36] Pittsburgh 24, N.Y. Jets 19.

Eile hatten’s keine. Aber am Ende genug Plays gemacht, inklusive eines schnellen Passes bei 4th-and-1. Jo. Sanchez brilliert nicht, aber macht sich besser als befürchtet. Das Spiel ist tatsächlich noch einmal spannend geworden. Auch wenn die Jets vielleicht ein paar Sekunden zu viel von der Uhr genommen haben in diesem Drive.

[03h26] Pittsburgh 24, N.Y. Jets 12.

Von der ½yds Line Snap der Steelers und schon beim ersten Down ein Safety gegen QB Big Ben Roethlisberger. Und der Ball per Luftpost gleich wieder zurück an die Jets.

Edit: War sogar ein Snap/Fumble von Roethlisberger. Um ein Haar ein sehr kurioser Touchdown für die Jets, die jetzt an der eigenen 43 beginnen.

[03h22] Die Jets im Tiki-Taka-Style. Schnelle, kurze Pässe, 4th down ausgespielt und sich auch nicht von zwei Idiotien Sanchez’ drausbringen lassen. Sanchez mit einem Fumble beim Shotgun-Snap und an der Goal Line direkt in die Fresse eines Steelers. Die Steelers spielen physische Defense, aber die Jets walzen sich trotzdem durch. Bis zum Goal Line Stand. Ja, Kurzpassspiel funktionierte. Aber wenn ich 3yds brauche, dann laufe ich mit der Offense Line viermal. Auch gegen die Steelers.

[03h18] Farrior taucht auch wieder auf. Sehenswerter Tackle bei 3rd down. Farrior ist 1997 in die Liga gekommen, als Draftpick #8 für die Jets. Galt als Riesen-Flop und war dann Mitte der 2000er der dominante Mann bei den aufgemotzten Cowher-Steelers. Mittlerweile ist Farrior 36. Den Mann hatte ich schon ganz hinten zu den Akten gelegt.

[03h15] Polamalu… Der ging heute fast unter. Taucht plötzlich mit einem gewaltigen Hit gegen den #89er Cotchery auf. Jets-Rezept jetzt: Schnelle, kurze Pässe, WRs arbeiten lassen.

[03h05] Diesmal kein Turnover, aber die Steelers bewegen den Ball in die falsche Richtung. Zwar scrambelt sich Roethlisberger einen Wolf, aber dann plötzlich: Sack, Lauf für Raumverlust, Sack und -15yds „Raumgewinn“. Wenn die Jets jetzt, ausgangs drittes Viertel scoren…

[02h53] Harhar. INT Roethlisberger. Um das Rating-Spiel fortzusetzen… QB-Rating in den beiden Championship Games: 52.2. 53-von-102 für 706yds, 2 TD, 7INT, wenn mein Kopfrechner noch funktioniert.

[02h48] Im Grunde haben wir so was wie einen Pendel-Umschwung. Roethlisberger mit einem Anfall von Hirnausfall, doch der CB lässt die INT fallen. Wurscht, Steelers müssen punten – und dann taucht einer in den Punter! Ganz klar ein ’zifix!-Moment.

[02h42] Pittsburgh 24, N.Y. Jets 10.

Touchdown! Touchdown! Sehr lasch, was die Defense der Steelers da spielt. Erst kann RB Greene locker durchlaufen, dann werden mehrfach Receiver nicht zugedeckt und am Ende darf WR Holmes ganz lässig durch drei durchlaufen und kann meilenweit offen einen TD-Pass über 45yds aus der Luft pflücken. 90yds in 5 Spielzügen – und man kann damit beginnen, sich Spannung einzureden.

[02h26] HalbzeitPittsburgh Steelers 24, N.Y. Jets 3.

Ich hatte es in der Vorschau angekündigt: Die Jets haben möglicherweise ZU VIEL Hype in das Patriots-Spiel gelegt. Es wirkt, als hätten die Jets all ihr Testosteron am vergangenen Sonntag in New England gelassen. Es fehlt an Aggressivität und vom Selbstbewusstsein ist null zu sehen. Das sind verschreckte Kinder, die dort rumlaufen.

Der erste Drive der Steelers war das Signal. Während die Steelers Yard um Yard über die Defense drüberliefen, schlotterte Sanchez an der Seitenlinie unter einem dicken Mantel fast eine halbe Stunde lang bis zum ersten Snap. Die Offense ist nie in Schwung gekommen, weil die Steelers-Defense jegliches Laufspiel im Ansatz erwürgt.

Jetzt sind die Jets auf QB Mark Sanchez angewiesen. Das ist im Prinzip das Todesurteil.

[02h18] Pittsburgh 24, N.Y. Jets 3. 42yds FG Nick Folk. Reingewürgt. 5cm neben der linken Stange. Die Jets kriegen in HZ #2 den Ball zuerst. Man muss sich aus Sicht der Spannung an alle verfügbaren Halme klammern.

[02h13] Größtes Comeback in einem AFC oder NFC Championship Game: 18 Punkte. Damals, als sich New England und Indianapolis matchten. Damals hatte ich auch Prüfung am Tag danach. Damals, als alles noch besser war. Erst vier Jahre her, das ganze. Fühlt sich momentan nach deutlich mehr an.

[02h06] Pittsburgh 24, N.Y. Jets 0. 19yds-Fumble Return CB Willie Gay

Die Jets-Pocket kollabiert ein ums andere Mal. Beim 3rd down schlägt CB Ike Taylor auf Blitz Sanchez in der Wurfbewegung auf den Arm, Ball fällt raus und Gay legt schon mal den Deckel auf den Sarg. Die Jets liegen schon drinnen. 73sek bis Halbzeit.

[01h59] Pittsburgh 17, N.Y. Jets 0. 2yds-Lauf Roethlisberger.

Neuer Drive, neues Gesicht. Die Steelers arbeiten viel mit Pass-Spiel. Roethlisberger bewegt sich sehr sicher in der Pocket. Die Jets kriegen nichts zustande, was Roethlisberger in irgend einer Weise beunruhigen würde. Die Sache sieht 2:00min vor der Halbzeit sehr gegessen aus.

[01h53] 5:57min bis zur Halbzeit. Mal ein Blick in die Statistiken.

Total Offense: PIT 166yds, NYJ 25
Laufspiel: PIT 128yds, NYJ 1 (!!)
1st downs: PIT 12, NYJ 3
Plays: PIT 30, NYJ 13
Spieluhr: PIT 16:58, NYJ 7:05

Von drei 1st downs der Jets waren zwei durch Strafe.

[01h46] Pittsburgh 10, N.Y. Jets 0. 20yds Field Goal „Shame“ Suisham.

Lauf.Spiel. Die Jets stellen die Box mit Mann und Maus zu – und Pittsburgh scheißt sich nicht darum. Mir gefällt RB Rashard Mendenhall – ein Synonym für Zielstrebigkeit: Erkundet nicht lange die Landschaft im Heinz Field, sondern läuft gerade durch die Mitte. Und hat damit Erfolg.

Gewaltiger Drive, ausschließlich Lauf, bis an der Goal Line der Pass hermusste. Center verletzt? Dann laufen wir eben erst recht durch über die Mitte.

[01h35] Allein, die Jets haben den falschen Gang eingelegt. Reverse für -4yds, False Start und Drop. Und dann ein furchtbarer Punt, der nach 29yds ins Aus kullert…

[01h30] BIG MOVE! Die Steelers spielen an der NYJ 31/32 ein 4th-and-1 aus. Der kurze Pass wird vom Receiver angetippt und von einem Jet (OLB #58 Thomas) aus der Luft gepflückt. Remember: Heinz Field, das Stadion, in dem man über 45yds kein FG schießt.

[01h26] Kennzeichen zweier harter Defenses? Ein Viertel gespielt und ein Center (Pouncey) schon in den Katakomben, ein QB (Roethlisberger) humpelnd, ein CB (Cromartie) unrund herumlaufend und zwei Personal Foul Strafen.

[01h22] Ende Viertel #1. Die Jets mussten punten. Pittsburgh mit Backup-Center? Iss wurscht, RB Mendenhall wird eben zwischen Guard und Tackle durchgelotst. Oder kriegt den Screen-Pass, 0,1sek, bevor sich die Defense Line der Jets gegen die Offense Line durchgekämpft hat. Mendenhall pflügt sich durch die Jets-Tackles, dass man schon etwas grübeln sollte. 10:49min Ballbesitz für Pittsburgh.

[01h13] Aktuell brauchen die Jets nur in Richtung CB #24 Ike Taylor zu werfen – und es wirf eine gelbe Flagge fliegen. 14yds Offense für die Jets. Und 25yds Strafe gegen Taylor.

[01h05] Pittsburgh 7, N.Y. Jets 0. 1yds Lauf Mendenhall. Ein sehr schön durchgemixter Drive der Steelers zum Auftakt. Pass-Lauf-Lauf-Pass-Pass-Lauf-Pass usw. Die Steelers haben zweimal gefühlt den Segen der Refs mit Forward Progressions über 1st down oder kein 1st down. Vor allem RB Mendenhall straft eventuelle Kritiker Lügen. Sehr kraftvoll, was Mendenhall da mit Läufen über die Mitte bzw. halbrechts gezeigt hat.

In Zahlen liest sich das ganz so: 10 Läufe für 46yds, 3-von-5 Pässe für 20yds, 9:06mins von der Uhr genommen. ABER: QB Roethlisberger humpelte schon rum. Und C Pouncey ist ein Jet auf den Unterschenkel gefallen, musste raus und ist auf dem Weg in die Umkleidekabine.

[00h43] Sehr herzzerreißend: Die NY Times mit einer kleinen Geschichte der tragischen Figuren auf dem Spielfeld.

[00h34] Ein einziger tippt im Studio auf die Jets (war es Marino?).

EDIT: Jo, war Marino. Thx, marcus07!

[00h31] Diese konstanten Verzögerungen zum Kickoff sind etwas sehr „italienisches“ und für mich überhaupt nicht zu verstehen. Damn, ich muss morgen/heute um 7h raus. Also bitte beeilen, die Herren!

[00h18] Es geht gleich weiter. In… ein paar Minuten.

NFC Conference Championship Game 2010/11: Chicago Bears – Green Bay Packers

Anstatt F5 bitte wieder hier klicken.

[00h30] Der Vollständigkeit halber: Finale QB-Zahlen in dem Spiel: 36-von-68 für 554yds, 1 TD und 5 INTs. Rating: 54.4.

Na bitte, Jamarcus Russell hatte im Vorjahr ein Saison-Rating von 50.0.

[00h23] Endstand Chicago Bears 14, Green Bay Packers 21

Ein NFC-Finale, das bis eingangs des Schlussviertels seine Bestimmung vergewaltigte. Die Bears mussten zwei QBs verschwenden, um offensiv irgendwie in Schwung zu kommen, währen Green Bay zwar scheinbar komfortabel in Führung liegend offensiv Minute für Minute weniger zustande brachte.

Am Ende brauchte es QB Caleb Hanie, um etwas Action in den Laden zu bringen. Hanie machte eigentlich gute Entscheidungen und war ein belebendes Element. Um am Ende mit der INT zu Raji genau die nötigen Punkte für den Packers-Sieg beizusteuern.

Green Bay ist ein würdiger NFC-Champ. Aber das war kein würdiges Spiel, um sich zu krönen.

[00h15] INT Sam Shields. Das war’s dann, 37sek vor Schluss. Hanie mit einem weiteren 4th-and-4, wirft unter Druck verzweifelt tief. Ein ungedrafteter QB wirft eine INT zu einem ungedrafteteten Cornerback. Fünfte INT im Spiel. Green Bay fährt nach Dallas. Aber das war kein rühmlicher Sieg.

So – ich bleibe dabei. Ein gscheites Spiel will ich noch sehen heute…

[00h09] RB Taylor macht die Zentimeter. Und Hanie, die coole Sau, findet grad alles, was irgendwie einen Ball fangen kann. 40yds Line der Bears. 1:27min to go.

[00h08] Two Minute Warning. Die Packers mit ideenlosem Playcalling, laufen grad mal eine Minute runter. QB Hanie übernimmt und ist trotz viel Druck und Pass Rush und einer 10yds-Strafe nun bei 4th and inches an der Mittellinie angekommen.

[23h59] Chicago 14, Green Bay 21. Jetzt der TD auf der richtigen Seite. QB Hanie mit einem 81sek-Drive und TD über 35yds für WR Bennett. Ganz furchtbar, was die beiden Defensive Backs (u.a. #21 Charles Woodson) da angestellt haben.

Das Rating damit gestiegen: 51.22. Wir sind bei Jamarcus-Russell-Niveau angekommen. Und das ist heute ein gutes Zeichen.

[23h54] QB-Rating jetzt: 39.67.

[23h53] Chicago 7, Green Bay 21. Und dann wirft doch noch einer einen Touchdown-Pass. DT B.J. Raji hüpft in Hanies Pass und wuchtet sich die paar Yards zum INT-Return-TD. Green Bay fährt nach Dallas. Gott sei Dank – die Bears möchtest du da nicht wirklich sehen.

[23h51] Das passiert mit einem völlig unerfahrenen QB: Du musst 6min vor Schluss ein Timeout verbrennen, das du womöglich noch dringend, sehr dringend brauchen wirst.

[23h38] 9:32min to go. Green Bay bewegt den Ball mittlerweile auch nur noch durch Personal Fouls und Pass Interferences gegen die Bears. Gibt den Ball mal wieder per Punt ab. Sollte Hanie die Chance kriegen, sich unsterblich zu machen, nachdem minutenlang der Spott auf Twitter unterhaltsamer war als das sog. Football-Spiel?

[23h30] Chicago 7, Green Bay 14. Der Fuß ist erstmal aus dem Sarg genommen. QB Caleb Hanie mit einem Ausreißer, findet WR Know, dessen Bewacher #38 Williams völlig überrascht ist, dass Know den Ball FÄNGT. Von der 1yds Line walzt sich RB Taylor durch. Led Zeppelin lässt grüßen.

[23h23] Ich wollte bereits schreiben: Ich fress doch nen Besen, wenn Collins ohne INT bleibt. Nun, Lovie Smiths Lösung: #10 Collins auf die Bank, #12 Hanie rein.

[23h19] Mal schnell per Excel das QB-Rating der drei Strategen da auffem Feld ausgerechnet: 21-von-42 für 309yds, 0TD und 3INTs. Ergibt ein Rating von… 44.6! Damit dürfte der Abend gerettet sein.

[23h14] Zwar wieder ein Drop eines Defensive Back der Packers. Aber: Collins hatte jetzt 3 Passversuche. Zweimal haarscharf an der INT. Ob der Mann tatsächlich ohne INT vom Platz geht?

[23h10] Bezeichnend: Green Bay hat einen Turnover mehr fabriziert und liegt trotzdem 14 Punkte und gefühlt uneinholbar vorn.

[23h01] Todd Collins führt sich mit ungenauen Pässen und einer Fast-INT ins Spiel ein. Das Spiel ist schwach und die Schiris fügen sich nahtlos ein: Smith musste ein rotes Taschentuch verschwenden für eine glasklar gedroppte INT.

[22h54] Und Green Bay marschiert und alles läuft für Green Bay und dann: INTERCEPTION. MLB Urlacher mit dem zweiten BIG PLAY seinerseits, fängt aus der Zonenverteidigung den Ball. Rodgers rettet immerhin per Tackle noch den Touchdown.

Und Chicago bringt nun tatsächlich Backup Todd Collins auf das Feld. Cutler soll eine Knieverletzung haben – das riecht nach Spielende für Cutler und Saisonende für die Bears mit NULL Punkten.

[22h45] Chicago kommt dann auch standesgemäß aus der Kabine: 3-and-out. Und das, obwohl OLB Matthews nun neutralisiert wird.

Wenn ich mich an das Spiel gegen Carolina erinnere, als Cutler zuschaute und Collins spielte… Collins war unterirdisch. 4 INTs.

[22h41] Cutler ist offenbar schwer angeschlagen. Der Backup-QB Collins wärmt sich schon auf, aber noch will man mit Cutler weitermachen.

[22h28] Halbzeit Chicago 0, Green Bay 14

Green Bay mit 253yds Offense, davon 103yds am Boden. Sehr beeindruckend, was die Packers hier spielen. QB Rodgers 10/15, TD-Lauf, zwei sehr intelligente Scrambles und eine INT, für die er nichts konnte. Green Bay hatte nur kurz Probleme, als LT Clifton raus war. Clifton ist wieder da. Bisher war es bloß Übermut, der Green Bay ausgebremst hat: Erst eine Serie langer Bälle, dann eine Serie von Läufen durch die Mitte.

Chicago hat schon einen Fuß im Sarg. Es geht in der Offense nicht viel, weil Green Bays Defensive Line dominiert und Cutler 0,04sek nach dem Snap drei Rusher in der Fresse hat. Cutler wird dann entweder gesackt oder überwirft seine Gegner. CHI war an der GB31 und GB34. Sie kriegen die Drives nicht zu Ende gespielt, weil immer wieder entweder eine Strafe oder ein Sack dazwischenkommen. Keine Field Goals im Soldier Field, sondern Punts und damit keine Punkte.

„Nur“ 14 Punkte Differenz.

[22h24] Kaum geschrieben – ja, ein Momentum Shift. Cutlers tiefer Ball auf WR Knox. Know im Laufduell mit DB Shields und Shields pflückt das Ei runter. Zwei INTs innerhalb kürzester Zeit.

[22h21] Und dann hätten wir den Fehler. Spektakuläre Interception für OLB Lance Briggs: Flacher Wurf, WR Drivers Fußspitze lenkt den Ball direkt in die Hände Briggs’. 49 sek und, ja: Momentum Shift?

[22h10] WICHTIGER Stop OLB Briggs gegen RB #44 Starks. Wieder kein 3rd down verwertet. Aber vor allem: Green Bay erstmal gebremst. Chicago beginnt an der eigenen 9. Bisher ging kein Drive wirklich lange und spätestens an der Grenze der FG-Reichweite war Schluss.

[22h05] 3rd downs bisher: GB 0 von 2, CHI 0 von 4.

[22h02] Die Packers killen die Offensive Line mit 3 Mann. Cutler kriegt trotzdem Rhythmus in den Drive – bis ein Holding gegen RB Taylor alles kaputt macht. Taylor, der in Minnesota als exzellenter Pass-Blocker galt und u.a. deswegen von den Bears für teures Geld eingekauft worden ist.

Und zum zweiten Mal punten die Bears von der 31yds-Line. Das Stadion klingt schon nach Booooo-Birds.

[22h00] LT Chad Clifton ist aus dem Umkleideraum wieder zurück und wärmt sich schon wieder an der Seitenlinie auf.

[21h51] Chicago 0, Green Bay 14. Green Bay wieder on fire. Lässt keinen Pass Rush durchkommen und Rodgers hat seine Receiver auch wieder schnell offen. Ich mache mir ernsthafte Sorgen, dass wir ein spannendes Spiel erleben werden. Chicago ist zwar aggressiv gegen den Lauf – aber die geschmähten Packers-RBs wursteln sich doch immer wieder ein paar yds durch. Touchdown RB Starks. Erster TD in der NFL-Karriere. Viel bessere Zeitpunkte als ein NFC-Finale kriegt er nicht mehr.

[21h44] Chicagos Offense hat an der eigenen Goal Line alle Probleme, den Safety zu vermeiden. Cutler in der Endzone nahe, nahe am Intentional Grounding, findet im allerletzten Moment den RB Forte in der Mitte (der den Ball nicht fängt) und ein Play später muss Forte schon einen Kraftaufwand veranstalten, um sich nicht von DE Jenkins in die Endzone ziehen zu lassen.

[21h40] Ende Viertel #1. Chicagos Defense ist auch dabei. Der LT-Backup Lang wird böse beiseite geschoben. ILB Urlacher ist durch und Green Bay fällt aus FG-Reichweite. Das Spiel fühlt sich nun danach an, was man erwarten konnte: Zwei Defenses, die die Offenses kontrollieren. Beide Offenses machen seit einiger Zeit kaum einen Stich.

[21h36] Als einer, der heute Nachmittag für ein lokales Online-Portal ein italienisches Drittliga-Spiel (mit Hellas Verona) bei -4°C im Freien begleiten durfte/musste, fühle ich durchaus ein wenig mit den Fans in Chicago mit. Wusste nicht, dass nach 97 Minuten die Finger sooo kalt werden können. Und Chicago fühlt sich 10 Grad kälter an…

[21h28] Green Bay läuft erstaunlich locker über die Mitte bzw. halblinke Seite. Links, dort wo sich der LT Clifton verletzt hat. Green Bay wird dann übermütig und probiert trotz Pass Rush ganz tief zu gehen. Das gelingt nicht. It’s Chicagos turn.

[21h22] Chicago mit der ersten Angriffsserie… Nicht so beeindruckend. Viel Druck der Packers auf Cutler. Das geht einmal gut, als RB Forte angespielt wird, für großen Raumgewinn. Das zweite und dritte Mal muss Cutler für Raumverlust werfen und macht bei 3rd down das, was ein Cutler unter Druck gerne macht: Er überwirft seine Receiver. WR Devin Hester wäre frei gestanden – mit einem Safety als Gegenspieler. Guter Punt tief in die RedZone hinein. Wenigstens.

[21h13] Chicago 0, Green Bay 7. Ein perfekter Eröffnungsdrive für die Packers. Rodgers hat zwar nicht ewig Zeit, aber dass der Mann weiß, wie er sich bewegen muss, hilft. Am Ende ist überraschend, wie hart Chicago auf das Laufspiel an der Goal Line reagiert. Green Bay in einer Formation mit 2 Fullbacks, schickt den beweglichen Rodgers Fake selbst aus 1yd in die Endzone. Rodgers rollt links raus und SS Harris kommt zu spät. Noch kein inkompletter Pass, mal eben 76yds durch die Luft. Beeindruckend.

[21h06] Dogfood bloggt wie immer in den Playoffs bei Allesaussersport auch wieder live.

[21h01] Das Wetter ist mir fast zu schön für ein Playoff-Spiel in Chicago. Ganz ehrlich.

[20h35] Guten Abend. Championship Sunday steht an. Chicago Bears vs. Green Bay Packers gibt es hier in der Vorschau von Sideline Reporter. Zum Klassiker ist alles gesagt. Um 21h geht es los – bei -6°C, die sich im Chicagoer Wind wie gepflegte -14°C anfühlen. Nur Schnee wird es diesmal keinen geben.

News rund um das Ei

Nicht jeder Move überm Teich reicht aus, um einen Blogeintrag zu verfassen. Twitter ist mein Ding nicht – also wird es ab sofort eine eigene Seite geben mit Neuigkeiten rund um das Ei. Alles, was für Sideline Reporter interessant erscheint, wird auf dieser Seite regelmäßig aktualisiert.

Zu finden ist die Sparte in der Titelleiste unter Football Frisch.

Superbowl XLV: Auf der Suche nach der besten Geschichte

Morgen werden die beiden Superbowl-Teilnehmer ausgespielt – will heißen: Es gibt im Moment noch vier mögliche Matchups und einige massive Storylines für das Endspiel. Welche ist die beste?

Ryan Bowl

Bears vs. Jets. Rex Ryan ist aktuell der Head Coach der New York Jets. Das war nicht immer so: Rex war als Kind Ballbub bei den Chicago Bears, und das nicht ohne Grund: Sein Dad ist der legendäre Buddy Ryan, einst Defensive Coordinator der Bears und Architekt der Bears-Defense Mitte der 80er, die als eine der besten und aufgund vieler Charakterköpfe auch als eine der geschichtsträchtigsten ever gilt und im Jänner 86 maßgeblich am einzigen Superbowl-Championat der Bears beteiligt war. Damit nicht genug: Buddy war als Defensive Coordinator auch am Superbowl-Sieg der Jets (1968) nicht „schuldlos“.

Obama Bowl

Bears vs. Steelers. Die beiden Teams eint trotz ihrer Tradition kaum gemeinsame Geschichte, außer, dass sie seit Äonen in Familienbesitz sind. Interessanter ist da schon der politische Faktor: US-Präsident Barack Obama kommt aus Chicago und ist naturgemäß Bears-Fan. Aber Obama dürfte auch nicht wenig Empathie für die Pittsburgh Steelers empfinden, schließlich war Steelers-Owner Art Rooney einer der ersten, die Obama im Wahlkampf öffentlich unterstützt haben.

Title Bowl

Oder so. Packers vs. Steelers. Der NFL-Rekordchamp Green Bay (13 Titel) gegen den Superbowl-Rekordchamp Pittsburgh (6 Ringe), etwas, wovon die Amerikaner gerne behaupten, das ware ein Matchup for the ages. Zwei Städte, die Football im Wappen tragen müssten. Es gibt noch andere Geschichten nebenbei: Die QBs Roethlisberger und Rodgers, die einst in ihren Drafts 2004 und 2005 übergangen worden sind, die Top-Offense der Packers gegen die Top-Defense der Steelers und ein paar persönliche Verlinkungen: Packers-Coach McCarthy stammt aus der Region um Pittsburgh. Und wer sich den Trainerstab der Packers anschaut, dem fällt der eine Name auf: Kevin Greene, einst testosterongeschwängerter Linebacker und Defensiv-Leader bei den Pittsburgh Steelers.

Favre Bowl oder Green Bowl oder Wild Card Superbowl

Je nachdem, wie man’s nimmt, und das sind nicht die einzigen Geschichtchen. Packers vs. Jets. Ein Superbowl-Matchup, bei dem Claudia Roth ihre hellste Freude haben würde: Die Farbe grün dominiert.

Zweiter Fun Fact: Es wäre eine Superbowl der AFC-#6 Jets gegen die NFC-#6 Packers – ein Novum und angesichts der Playoffgeschichte bis Mitte der 2000er eine Sensation. Es wäre gleichzeitig die erste Superbowl zweier Wildcard-Teams.

Das alles hat aber keine Chance gegen diese eine Geschichte: Im Frühjahr 2008 hatte Ted Thompson genug gesehen. Er jagte die Packers-Legende Brett Favre nach Jahren des Fang-mich-Spielchens vom Hof, um dem aufstrebenden QB Aaron Rodgers eine Chance zu geben. Eine Majestätsbeleidigung und um ein Haar GM-Selbstmord in Green Bay. Favre spielte sein Ego-Theater zum ersten Mal, wechselte beleidigt nach New York und wurde Jets-QB. Im Großen Apfel avancierte Favre erst zum Hero, als die Jets wie die kommenden Champs aussahen, und dann zum Sündenbock, als die Jets mit einer Niederlagenserie noch aus der Playoffzone flogen. Favre wiederholte sein elendiges Spielchen, und ging nach Minnesota, wo er eine Dummheit von der Superbowl entfernt war. Im vergangenen Sommer, 2010, Kapitel [bitte beliebige Zahl x>3 einsetzen], Favre auf dem letzten Halali für den Titelgewinn. Es wurde nichts.

Bei Packers vs. Jets würden Dallas die beiden Teams gegeneinander um den Titel spielen, die einst Favre vor nicht allzu langer Zeit im Streit und egogekränkt verlassen hat. Für mich storyline-mäßig gesehen das Top-Matchup für Superbowl XLV.

BittewählenSiesichihreLieblingsgeschichtefürSuperbowlXLVaus!

AFC Conference Championship Game 2010/11 Preview

Sonntag/Montag um 00h30 live bei ESPN America, Puls 4 und Sport 1+

Das NFC-Finale 2011 sorgt für feuchte Höschen. Das AFC-Championship sollte vor allem für blaue Flecken sorgen. Gestatten: Pittsburgh Steelers vs. New York Jets. Bad Boys und knochenharte Defense. Keine Angelegenheit für Offensiv-Feinschmecker und Laien.

Dafür das Duell des Superbowl-Rekordchamps Pittsburgh gegen die netten, aber unglücklichen Jungs von nebenan, die Jets, die in der Metropole New York City trotz Broadway Joe und der Superbowl-Sensation von 1969 über Jahrzehnte eine blasse Franchise blieben.

Das Duell der bösen Jungs aus Pittsburgh, die Woche für Woche erst mal mit Leeren des Briefkastens und Sortieren der Zahlungsaufforderungen von Mr. Goodell beschäftigt sind, gegen die lauten Jungs aus New York, deren Worte zwar in keiner seriösen Zeitung abgedruckt werden, die nach dem vergangenen Sonntag aber wenigstens Anerkennung gefunden haben.

Doug Brotzmanien

Ich kann mich noch verdammt genau an eine frühe Samstagnacht im Jänner 2005 erinnern. Die gesichtslose Gang Green aus New York zu Gast im Ketschupstadion bei der Sensation der NFL: Rookie-QB Big Ben Roethlisberger und seinen beinharten Steelers. Eine Nacht, in der Roethlisberger später als jeder andere Rookie-QB gegen die Mauer, den Rookie Wall, rannte und Interception um Interception warf. Die Jets bekamen ihrerseits keinen Fuß aufs Spielfeld und brachten offensiv nix zusammen. Es ist eines meiner höher gerankten NFL-Playoffspiele. Aber see here selbst…

Weiteres enges Spiel: Dezember vor ein paar Wochen, als die Jets die Steelers knapp 22-17 putzten und man sich nach dem Spiel getrost fragen durfte: Wie zum Teufel haben die Jets das gewonnen? Nach und nach wurden langsam die Steelers abgewürgt und am Ende ein knappes, aber sehr wichtiges „W“ mitgenommen.

Oldies auf der letzten Jagd

Wichtiges „W“s in fremden Stadien haben die Jets auch und vor allem in diesen Playoffs mitgenommen. Nacheinander die QB-Koryphäen Peyton Manning und Tom Brady IN deren Stadien abgewürgt zu haben – das zeugt von spielerischer Klasse. In New England hatte man am Fernseher nicht mal mehr den dringenden Verdacht, die Jets wären mehr Schmarotzer, Nutznießer eines suboptimalen Tages beim Gegner. Das war Football mit hoher Intensität, vor allem von der Front Seven, und eine Coverage-Arbeit, die du ganz selten siehst. Wie eng CB Darrelle Revis seinen Gegenspieler zudeckt, das hat schon was. Dazu eine Menge Druck auf die Offensive Line ausgeübt. Die Offense ist immer dann gefährlich, wenn das Laufspiel in die Gänge kommt und QB Mark Sanchez mit Play-Action arbeiten kann. So weit, so gut.

Rex Ryan

Für die New York könnten die Probleme eher im psychologischen Bereich liegen. Das Spiel gegen die Patriots war das Spiel der Spiele. Die Jets haben im Verlauf dieser Saison mächtig viel gequatscht, aber die vergangene Woche waren sie drauf und dran, die eigene Zunge noch zu verschlucken. Auch wenn das erklärte Ziel seit Sommer der Titelgewinn ist: Es fühlt sich momentan so an, als hätten die Jets das Wichtigste schon hinter sich und seien nun auf Bonus-Trip.

Dabei dürfte die Mannschaft trotzdem hungrig sein. Was da an Spielern rumläuft, die an anderem Ort und Stelle Pro Bowler, aber keine Super Bowler waren, ist faszinierend: RB LaDainian Tomlinson, CB Antonio Cromartie, DE Jason Taylor oder WR Braylon Edwards seien genannt. Stars, die schon Rost ansetzen und vielleicht auf dem Weg zu ihrer einzigen verbliebenen Titelchance sind.

Eher nicht die letzte Titelchance dürfte es für Head Coach Rex Ryan sein, der seit zwei Jahren die NFL mit seiner vorlauten Art aufmischt. Ryan dürfte wie für die Patriots auch für Pittsburgh wenig Empathie empfinden. Als jahrelanger Ravens-Defensive Coordinator dürften auch die Steelers als Nemesis gelten. Zumindest Ryan wird noch brennen, wenn auch das Feuer ein klein wenig aus der Mannschaft raus sein könnte.

Innerlich brennen dürfte aber auch WR/PR Santonio Holmes. Holmes war vor zwei Jahren ein integrales Bestandteil der Playoff-Steelers, als er mit Punt-Return-TD erst die San Diego Chargers erlegte und dann mit einem fassungslosen Catch die Superbowl entschied. In der Offseason vergriff sich Holmes erst an einer jungen Dame und griff danach zu tief in die Betäubungsmittelkiste. Ergebnis: Pittsburgh, wo auf gute Manieren abseits des Feldes Acht gegeben wird, schickte den jungen Mann für lächerliche Kompensation nach New York.

Der unscheinbare Oldie

In Pittsburgh kann sich nur ein Mann Fummeleien ohne Rausschmiss leisten: QB Big Ben Roethlisberger, der stämmige Mann mit den schweizerischen Wurzeln. Roethlisberger ist ein Brocken von einem Mann, ein rustikaler QB, auf dem Platz ein Siegertyp, aber abseits ein Rowdy: Vor ein paar Jahren schwer auf einem illegalen Motorradtrip verunglückt und monatelang mit Kopfverletzungen ausgefallen und in der Folge immer wieder durch Sauftouren und Weibergeschichten auffällig geworden. Verzwickt war die Lage wie auch bei Holmes im Frühjahr, aber Roethlisberger konnte nach grottig geführten Ermittlungen nichts nachgewiesen. Ober-Moralhüter Roger „Goodell“ schmiss Roethlisberger trotzdem für ein paar Wochen aus dem NFL-Verkehr.

Dick LeBeau - ©Flickr

Pittsburgh konnte auch mit Backup-QBs Dennis Dixon und Charlie Batch gewinnen, und Grund dafür ist die Defense: Blitzfreudig, zuweilen hart an der Grenze zur Illegalität (OLB James Harrison) und gesegnet mit einem Superstar in jeder Unit: NT Casey Hampton, der seit gefühlt drei Jahrzehnten die Löcher stopft, Harrison und Freigeist-Safety Troy Polamalu. Polamalu ist selbst für Laien sofort auffällig: Wehendes Haar und bei jedem Spielzug am Geschehen dran. Bei so viel Spektakel in der Defense darf ein Mann nicht vergessen werden: Defensive Coordinator DickLeBeau, einst chaotischer Head Coach in Cincinnati, aber ein genialer Defensivcoach und Erfinder des „Zone Blitzes“. Ein unscheinbares Männlein in den Mitt-70ern. Und immer noch fündig beim Lückenfüllen.

Die Defense ist spektakulär. Die Offense ist effizient, aber mehr nicht. Die Offensive Line war jahrelang eine Problemzone, aber u.a. dank des Einkaufs von Sensations-Rookie C Maurice Pouncey läuft es besser. Und „laufen“ ist wörtlich zu nehmen: Pittsburgh hat mit RB Rashard Mendenhall einen Mann, der gerne durch die Mitte läuft, über den Gegner drüber als drumherum. Ansonsten hängt natürlich viel an Roethlisberger und seiner jungen WR-Crew und TE Heath Miller.

Dem Coach sein Loblied

Mike Tomlin - ©Flickr

Es ist aber auch an der Zeit Pauken und Trompeten auszupacken und Head Coach Mike Tomlin ein Loblied zu singen. Tomlin wird immer etwas übersehen, hat er doch einst von Bill Cowher ein fast fertiges Team übernommen und nur an einen Stellen geschraubt – zudem machen die Assistenztrainer in Pittsburgh überproportional viel. Tomlin scheint hauptsächlich für die gute Stimmung im Team verantwortlich zu sein. Ein Job, den der Mann sicher top erledigt – wie man in NFL Films sieht: Tomlin ist ein cooler Hund samt High-Five und Sonnenbrille von Welt.

Das ist nicht der Punkt. Knuddeln könnte man Tomlin für seinen mutigen Play-Call am Samstag gegen die Ravens, als er gegen Spielende bei 3rd down einen tiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiefen 58yds-Pass aus der Trickkiste holte und im Endeffekt dadurch das Spiel eintüten konnte. Solche Play-Calls sind mitschuldig dran, dass ich mir diesen Sport überhaupt reinziehe. Dankesworte bitte nach Pittsburgh schicken.

korsakoff…

…macht das, was er nicht sollte: Er tippt wieder gegen die Jets. Pittsburgh gewinnt, aber es ist eine Bauchentscheidung. Das Spiel hat alles: Furchtlose Head Coaches, Top-Defenses und hungrige Spieler – hungrig auf Tackles und Ringe. Die Wir-gegen-Alle-Mentalität in beiden Lagern sollte das Quäntchen Extramotivation bieten. Grund genug, um trotz eines strengen Montags die Nacht um ein paar Stunden zu verlängern.

Damit sollten auch die letzten verbliebenen Luftvögel aus dem Titelrennen fliegen.

Was man aber nicht außer Acht lassen sollte: Man stelle sich eine Superbowl Green Bay Packers vs. New York Jets vor – und Brett Favre grad in den Ruhestand getreten 😉

NFC Conference Championship Game 2010/11 Preview

Sonntag, 21h live bei ESPN America mit Wiederholungen am Montag
Sonntag, ab 20h15 live bei Puls 4 mit Vorberichterstattung
Sonntag, ab 21h live bei Sport 1+

Football-Traditionalisten kriegen schon seit Tagen feuchte Höschen, wenn sie an das, nein: DAS Spiel der Spiele denken. NFC Conference Finale 2010/11: Chicago Bears gegen Green Bay Packers. Es gibt in der NFL viele hitzige Duelle. Am vergangenen Wochenende hatten wir Pittsburgh/Baltimore und New England/NY Jets. Im Vergleich zu Bears/Packers sind diese aber bloß aufgepeppte Lokalderbys und Produkt der lauten Medienwelt.

Chicago Bears gegen Green Bay Packers ist die älteste Rivalität der NFL-Geschichte, beginnend mit dem ersten Aufeinandertreffen 1921, als die Bears noch „Staleys“ hießen und Papa Bear George Halas die Packers für ein paar Tage aus der NFL ausschließen ließ, um einen Spieler zu verpflichten, an dem auch Green Bay interessiert war. Seitdem sind die beiden Mannschaften sagenhafte 181 Mal aufeinandergetroffen. Unglaublicherweise nur ein einziges Mal in den Playoffs. Die Jüngeren unter uns werden das nicht mehr in Erinnerung haben: Es war 1941, ein paar Tage nach Pearl Harbour…

Die 40er haben auch den Grundstein gelegt für die Spannungen zwischen beiden Franchises. Auf der einen Seite der charismatische Bears-Besitzer/Head Coach George Halas, auf der anderen Packers-Legende Curly Lambeau. Lambeau war Gründer, Spieler und Coach der Packers. Beide Männer haben ihre Teams zu sechs NFL-Titeln geführt.

Zwei der legendärsten Spiele zwischen den beiden gab’s in den 60ern. Spiele, die durch „Free Kicks“ entschieden worden sind. Free Kicks? Nie gehört?

Es gibt eine NFL-Regel, die besagt: Nach einem Fair Catch darf ein Team einen Free Kick ausführen (ergo: ein Kickoff ohne Tee), der 3 Punkte bringt, wenn er durch die Stangen geht. Hier ein Beispiel aus dem Jahr 2008:

Wussten Sie nicht? Wussten Anno 64 Bears und Packers auch nicht so wirklich, aber Paul Hornung verwandelte den Versuch und Green Bay gewann. Vier Jahre später war Lambeau bereits gestorben, aber Chicago hatte das Spiel nicht vergessen und rächte die Schmach: 13-10, mit der Differenz genau drei Pünktchen von einem Free Kick – der letzte gelungene in der NFL-Geschichte, wie auch Kenny Albert in obigem Video sofort aus dem Stehgreif zu erzählen wusste!

Die Rivalität blieb nicht stehen: In den 80ern geisterten durch die Umkleidekabinen Spickzettel mit den Namen derjenigen Gegenspieler, die bei Bears-Packers verprügelt werden sollten. Das führte gar dazu, dass Mitte der 80er mal ein Packers-Verteidiger zwei Spiele Sperre aufgebrummt bekam, weil er den Bears-QB für den Rest der Saison ausgeknockt hatte!

So, ein Date mit der Geschichte noch: Im Jänner 2004 hab ich zum ersten Mal eine NFL-Pressekonferenz gehört. Inthronisierung von Lovie Smith als neuer Bears-Head Coach. Smith wurde nach seinen Zielen als HC gefragt. Und Smith antwortete: The #1 goal, yeah. The #1 one goal ist to beat Green Bay. Nicht Superbowl-Champ zu werden. Green Bay zu putzen. Smith hatte alle seine Träume schon im zweiten Spiel erfüllt.

Seitdem ist die Bilanz zwischen beiden recht ausgeglichen. Anfang der heurigen Saison gewann Chicago, in Woche 17 Green Bay in einem fantastischen Spiel in Lambeau, in dem die Packers dringend siegen mussten, Chicago aber voll dagegen hielt und am Ende 10-3 gewann.

Who wants Karten?

Jay Cutler - ©pjstar

Sonntag, 21h MEZ spielen sich Bears und Packers das NFC-Superbowl-Ticket im Soldier Field aus. Soldier Field ist nach seiner Renovierung eines der kleinsten NFL-Stadien. Das dürfte aber nicht der einzige Grund dafür sein, dass sich die Ticket-Preise auf dem Second-Hand-Markt bei $500 für die oberen bis $2000 (!) für die unteren Ränge bewegen. Keine Business-Seats, sondern stinknormale Sitzplätze.

Dabei darf Chicago durchaus als leichter Außenseiter in diesem Spiel gelten. Die Bears haben zwar die AFC North gewonnen und Heimvorteil. Was beim Revue-Passieren der Bears-Saison aber auffällt: Viele glückliche Umstände, die da mitgespielt haben: Kaum Verletzte und in der Woche der schlimmsten Verletzungsprobleme kam mit Carolina fast ein Freilos. Dazu eine Reihe von Backup-QBs als Gegner, ein abgesagtes Auswärtsspiel gegen die Vikings und ein Pseudo-Auswärtsspiel gegen die Bills in Toronto und ein Freilos in den Playoffs gegen Seattle undundund…

Unterschätzen sollte man die Bears trotzdem nicht. QB Jay Cutler ist im Laufe der Saison immer konstanter geworden, parallel zur gewachsenen Dominanz der Offensive Line, die immer noch löchrig ist, aber im mittlerweile eher nach Frischbeton, denn nach Schweizer Käse riecht. Cutler hatte aber auch am Sonntag gegen Seattle wieder ein paar Würfe dabei, die nicht jeder bei vollem Verstand macht, z.B. an der Goal Line direkt in die Hände eines Verteidigers geworfen, der die INT fallen ließ.

Dazu kommt ein RB Matt Forte, der pro Spiel 2-3 längere Läufe einstreut und ein sehr guter Passempfänger ist. Chicagos Angriff ist optisch kein Genuss, wird dir aber 2-3 Touchdowns pro Spiel einschenken.

Die Defense ist etwas gesichtslos, aber bärenstark (harhar) gegen den Lauf. Die Defensive Line mit DE Julius Peppers und DT Tommie Harris lässt gemeinsam mit der Linebacker-Crew um die ewigen Brian Urlacher und Lance Briggs über die Mitte kaum Raumgewinn zu und würgt selbst Top-RBs reihenweise ab. Komischerweise fällt dabei aber in den letzten Wochen auf: Fehlen 1-2yds zum 1st down, kannst du über diese Defensive Line ruhig drüber laufen und du wirst das 1st down kriegen. Kurze Distanzen über 1-2yds dürften eine Schwäche der Bears sein – ich habe nur leider keine passende Statistik parat, um die These zu untermauern. Wenn da Green Bay mit Vorblocker/DT B.J. Raji daherkommt…

Und jetzt die Packers

Aaron Rodgers - ©pjstar

Green Bay hat eine dominante Performance in Atlanta hinter sich und darf getrost als heißestes Team NFL-weit gelten – obwohl an #6 gesetzt. Hauptgrund dafür: QB Aaron Rodgers, der nicht nur auf diesem Blog seit Mitte November Woche für Woche Lobeshymnen gesungen kriegt. Rodgers spielt aktuell fehlerfreien, inspirativen Football, hat die perfekte Abstimmung mit seinem Pack an Receivers und weiß auch haargenau, wie er sich in der Pocket zu bewegen hat und wann er scrambeln muss.

Was Rodgers seit Wochen ohne brauchbare Laufspiel-Unterstützung und mit dem Ausfall einiger wichtiger Receiver und Ballträger hinzaubert, ist allererste Sahne und schlicht beeindruckend. Man muss aber auch konstatieren, dass z.B. Atlantas Pass-Defense unter aller Sau spielte und teilweise meterweit von den Receivern entfernt war. Man werfe Chicagos gute Secondary und das ungemütliche Wetter im Soldier Field mit in den Mixer und herauskommen sollte ein deutlich schwierigeres Spiel für die Packers.

Die Defense der Packers ist angesichts der Verletzungen unglaublich drauf, #5 der NFL und vor allem stark gegen das Pass-Spiel. Es sind sehr intelligente Spieler dabei, wie CB Tramon Williams, den einst keine Sau draften wollte, der aber genau weiß, wann er in einen Pass springen darf (Matt Ryan!) und wann nicht. CB Charles Woodson ist so was wie die Allzweckwaffe: Gut in der Coverage und brandgefährlich auf der Blitz-Route.

Bei „Blitz-Route“ muss man natürlich sofort auf DEN Abwehrspieler der Packers denken: OLB/DE Clay Matthews jr., dessen Markenzeichen nicht nur die herumfliegende blonde Mähne ist, sondern vor allem die kaum zu bremsenden Energieanfälle beim Pass Rushing.

X-Factors

Soldier Field - ©flickr

Seit ein paar Tagen ist das Spielfeld im Soldier Field in der Schusslinie. Soldier Field liegt in unmittelbarer Nähe des Michigan-Sees und gilt als eines der rutschigsten Spielfelder, die du um diese Jahreszeit kriegen kannst. Beide Teams sollten damit Probleme haben. Green Bay ist stark auf Pass-Spiel ausgerichtet und sollte Probleme beim Routen-Laufen haben. Chicagos Defense ist eine, die mehr auf schnelle, denn auf kräftige Typen baut. Von daher kann ich mir gut vorstellen, dass auch die Bears unglücklich über den Rasen sein sollten.

Die Turnovers. Beide Teams gehören zu den besten, wenn es darum geht, INTs abzufangen und Fumbles zu provozieren. Turnovers werden in diesem Spiel sehr mitentscheidend sein.

Und schließlich der Spielausgang

Es gibt bei 3-5 nur mehr eine Chance, eine positive Post-Season-Bilanz beim Playoff-Tippen herauszuquetschen: Alle drei Spiele richtig zu tippen. Ich gehe diesmal mit den Packers, die seit ein paar Wochen einen mächtigen Lauf haben und womöglich dank QB Aaron Rodgers den entscheidenden Vorteil besitzen. Ich habe zweimal mit der Ein-Dimensionalität der Packers argumentiert, aber Rodgers hat beide Male mit leichter Unterstützung des Laufspiels reagiert und zwei eindrucksvolle Siege gelandet.

Green Bay wandert in die Superbowl.