Rose Bowl 2011 live: Wisconsin Badgers – TCU Horned Frogs

[02h18] Der Kontrast zwischen dem sehr emotionalen Head Coach Gary Patterson mit sich überschlagender, heißer Stimme und zwei Liter Schweiß & Tränen im Gesicht und dem staubtrockenen QB Andy Dalton könnte nicht größer sein.

Dalton, Mann. Mit einem fast inexistenten Laufspiel (für TCU-Verhältnisse) eine saucoole Vorstellung abgegeben.

[02h15] Endstand Wisconsin 19, TCU 21. Ganz starkes und sehr, sehr spannendes Spiel, das erst eine Schlacht der Offenses war und dann immer zäher wurde, als plötzlich die Defenses reihenweise Drives abwürgten und die Offenses keine Angriffs über mehr als 3-4 Spielzüge durchbrachten.

TCU hat sich den Sieg mit einem fast fehlerlosen Spiel von QB Andy Dalton und einer aggressiven Defense verdient. TCU machte viel weniger Yards, aber sie waren den Tick konsequenter, brachten die langen Drives in die Endzone, während Wisconsin zwar immer wieder in der RedZone war, aber neben 2 TDs auch mit „nur“ 2 Field Goals und einem verkickten Field Goal herauskam. Zwei Männer des Tages: QB Dalton und Linebacker Tank Carder.

Für die BCS der nächste Schlag. Vor dem Regular Season Finale wollten sämtliche Experten Wisconsin ins BCS Finale reden für den Fall eines Stolperns von Auburn/Oregon. Jetzt ist TCU eines von am Ende zwei ungeschlagenen Teams. Die Mod Majors haben vier von fünf Spielen gegen die BCS-Mannschaften gewonnen.

Gratulation, Gary Patterson. Gratulation, TCU.

[02h07] Ohhhhhh Baby! First Down – und die TCU Horned Frogs gewinnen die Rose Bowl 2011! Und das nicht mal unverdient.

Die Mid Majors sind damit 4-1 in BCS Bowls gegen die Arrivierten. Wann kommen die Amerikaner zur Besinnung?

[02h04] Der Onside Kick ist ziemlich schwach. Einfach aus der Luft zu fangen – TCU braucht aber noch ein 1st down.

Ich bin auch der Meinung, dass der Call zur 2pt Conversion suboptimal war. Das Laufspiel hatte perfekt funktioniert und dann kommt ein simpler Passversuch, der über Stunden schon nicht soooo gut geht? Nicht mal Play-Action?

[02h00] Wisconsin 19, TCU 21/2:00min vor Schluss. Weil die Badgers nur mehr ein Timeout haben, wird gelaufen – und zwar viel und meistens über RB John Clay, der erst in Halbzeit zwei effektiv eingesetzt wird. Am Ende wird viel Uhr runtergespielt, um den Frogs keine Zeit zum Konter zu lassen – aber die 2pt Conversion scheitert, weil der Ball mal wieder abgefälscht wird.

120 Sekunde, ein Onside Kick und dann runde 30-35yds für das siegbringende Field Goal – nur das rettet Wisconsin vor der Niederlage und die BCS vor einer weiteren Blamage.

[01h33] Auch Wisconsins Defense gibt jetzt Gas. TCU kommt mit den (zugegeben ideenlosen) Option-Laufspielzügen nirgends mehr hin und die Wide Receivers sehen gegen die hautenge Deckung aktuell kein Land. Der Drive ist dann kaputt, als QB Dalton einen hirnlosen Pass in die Dreifachdeckung hineinfeuert. Eine INT gibt es nur deswegen nicht, weil der Ball im Eifer des Gefechts von einem eigenen Mann aus den Händen des CBs geschlagen wird.

[01h23] Ende drittes Viertel. Innerhalb von drei Drives gibt es plötzlich mehr Punts als im ganzen Spiel. Das Spiel ist tendenziell leicht gen TCU gekippt, die jetzt längere Drives spielen und die eigene Defense vom Feld halten.

[01h09] Es bleibt ein Spiel auf hohem Niveau. Wisconsin ist nicht in der Lage, mit Punkten zu antworten, aber sie bewegen den Ball trotzdem ordentlich. Eindimensionales Laufspiel reicht gegen die Horned Frogs nicht. Wisconsin muss das ganze Repertoire aus dem Playbook heranziehen, um Schritt für Schritt gegen diese Defense durchzukommen.

Am Ende machen eine schlicht überragende Pass-Abwehr des kleinen CB #7 McCoy gegen WR Toon und ein Linebacker-Blitz den Angriff zunichte. Tank Carder überrollt QB Tolzien beim Blitz über die blind side.

[00h57] Wisconsin 13, TCU 21. Feiner Drive der lila Frösche. QB Dalton gefällt mit schnellen Pässen auf die Running Backs und lässt diese die Arbeit verrichten. Dazu kommt inkonsequente Abwehrarbeit (how else konnte RB Wesley so durch die Abwehr pflügen?) und mehr Variation in den Option-Spielzügen – jetzt läuft Dalton nicht mehr jedes Mal selbst. Dafür kommt zu jedem Spielzug ein neuer Running Back rein. Den Touchdown darf aus 1yd Luke Shivers ernten. Und es ist ein hart erarbeiteter TD.

Schönheitsfehler: Die Pass Interference. Ich hätte gerne noch mal gesehen, inwiefern der Wide Receiver den Cornerback hat auflaufen lassen. Dieser Spielzug hielt TCU überhaupt im Drive.

[00h43] Blick gen Pittsburgh. Die University of Pittsburgh hat ihren neuen Head Coach Mike Haywood nach zwei Wochen schon wieder gefeuert. Haywood hat jüngst Schlagzeilen als Schläger in den eigenen vier Wänden gemacht – zu viel für Pitt. Desaster für die Panthers, weil Haywood erst vor zwei Wochen den ex-Coach Dave Wannstett (ex-Dolphins) ersetzt hat.

[00h27] Halbzeit Wisconsin 13, TCU 14. Field Goal mit auslaufender Uhr nach einem wilden Drive inklusive Fake Punt, Sacks, Challenge und immer besser ins Spiel kommender Lauf-Defense der Horned Frogs. Die Mitte wird jetzt besser zugemacht und QB Tolzien somit mehr zum Werfen gezwungen. Das funktioniert ganz gut, aber bei Blitzes der Defensive Backs kommt Tolzien gerne unter Druck.

Insgesamt glückliche Führung für TCU. Wisconsin wirkt etwas mächtiger und deren Laufspiel würde ich nicht abschreiben. TCU ist in der Offense quasi nur Andy Dalton. Wisconsin verteilt den Ball auf zig Läufer und auch Tolzien hat eine ganze Reihe an Anspielstationen. Auch Zeiteisen (21,5:8,5min Ballbesitz Wisconsin) und Yardage (234:141) sprechen für die Badgers.

Das Spiel selbst ist sehr „BCS-würdig“. Die zweite Halbzeit dürfte einiges zu bieten haben – TCU beginnt mit Ballrecht – wenn kein Onside Kick kommt…

[00h15] Freche Dachse, diese Badgers. Spielen an der eigenen RedZone einen Fake Punt bei 4th and 9. Der Punter mit der #98 wartet bis zum allerletzten Augenblick und ist schon in der Schussbewegung, ehe er im letzten Moment losstartet und über die rote Linie segelt. Bielemas Grinsen ist köstlich – ich mag Trainer, die Risiko gehen.

[00h01] Speaking about Eier. Wisconsin spielt in der Spielfeldmitte ein 4th down aus. Erfolgreich. Am Ende verschießen sie das Field Goal aus 39yds. Das kann weh tun: Hier sollte man offenbar in jedem Drive punkten.

Wie in den Kommentaren schon geschrieben: Im Vorspann hat ESPN zu Arbeit der Offense Line von Wisconsin zerlegt. Man sieht das sehr häufig, wie die Line ein riesiges Loch in der Mitte herausblockt. Sämtliche DTs werden nach links und rechts hinausgeschoben.

Sorgen machen bisher allenfalls die Läufe über außen und die hie und da etwas ungenauen Pässe von QB Tolzien.

[23h47] Wisconsin 10, TCU 14/Ende 1. Viertel Speaking about Play-Action. Die Horned Frogs arbeiten jetzt auch damit, respektive auch damit, dass QB Dalton den Ball selbst behält. Dalton ist ein sehr beweglicher QB, viel schneller als ich gedacht hatte.

Speaking about Shootout. Es schnackelt schon Big Plays. Auch aus der Badgers-Defense steigt schon der Duft nach Schweizer Käse hervor. WR Boyce ist z.B. bei einem 44yds-Pass meilenweit offen.

Ein sehr unterhaltsames Spiel.

[23h39] Wisconsin 10, TCU 7. Sehenswerter Drive – quick strike. Die Badgers setzen jetzt Play-Action ein, nachdem die Defense auf das funktionierende Laufspiel aggressiver reagieren muss. So auch beim Schlüsselspielzug: QB Tolzien hat zwar einen Defensive End in der Fresse, bringt aber grade noch den Ball auf den offenen #34 RB Bradie Ewing an. Ewing wird an der 1 gestoppt, aber RB Ball bricht im nächsten Play ein.

[23h33] Wisconsin 3, TCU 7. TCU startet seinen ersten Drive etwas holprig, vertraut aber nicht auf die pure Laufgewalt, sondern lässt QB Andy Dalton mal machen. Dalton bekommt einigermaßen Zeit und nützt die immer wieder, um 2nd und 3rd downs zu verwerten. Dalton mit sechs Pässen und drei Läufen. Der TD kommt aus der Spread-Aufstellung, mitten durch die Zonen hindurch, und der offene WR Bart Johnson kann den Ball locker aus der Luft pflücken.

[23h21] Wisconsin 3, TCU 0. Die Badgers kommen mit viel Laufspiel daher und die hochgelobte Laufdefense von Gary Patterson hat einige Probleme beim Tackeln. RB Ball eröffnet das Spiel über die schwächere rechte O-Line-Seite und macht gleich 40yds. Erst in der RedZone schaltet TCU das Intensitäts-Level eine Stufe rauf – und schon stockt die Offense der Badgers.

Das wird noch ein interessantes Duell zwischen den zig Running Backs der Badgers und der Front Seven der Horned Frogs.

[23h05] Ich finde es stets genial, wenn bei gleißendem Sonnenschein ein Feuerwerk veranstaltet wird.

[22h51] So. Der Fallschirmspringer ist gelandet. Kickt endlich das Spiel an! Die riesige, randvolle Schüssel in Pasadena macht einfach Freude.

[22h37] Die Texas Christian University hat für das Rose Bowl Game ein spezielles Helmlogo von Nike designt bekommen. Sehr cool.

[22h25] Rose Bowl 2011: Wisconsin Badgers – TCU Horned Frogs. Big Ten – BCS Buster. Unter Umständen könnte das ein ganz wichtiges Spiel werden. „Unter Umständen“ heißt hierbei: Klarer Sieg für TCU – oder klare Niederlage für TCU.

Hier die Preview.

Capital One Bowl 2011: Alabama Crimson Tide – Michigan State Spartans

[22h20] Endstand in Orlando: Alabama 49, Michigan State 7. Ganz böse Pleite für Michigan State. Es dürfte nun keine Rede mehr davon sein, dass die Spartans unter Umständen in eine BCS Bowl gehört hätten.

So. Die Rose Bowl erwartet uns. Ich mache dann mal den entsprechenden Thread auf.

[22h12] Weil im Parallelspiel ein paar Kilometer weiter westlich gerade die Florida Gators spielen: Es wird gemunkelt, dass Charlie Weis (Chiefs-Offense Coordinator) der neue OffCoord in Gainesville werden soll.

Der mögliche Nachfolger für Weis in Kansas City: Josh McDaniels. Nach dieser Vorgeschichte wäre das eine Sensation. Die Info stammt vom stets gut informierten Adam Schefter.

[22h05] TOUCHDOWN MICHIGAN STATE. Die Grünen auf den Rängen jubeln. WR Fowler kann zum Ehren-Touchdown durchlaufen. Nur noch 49-7.

[22h00] Nick Saban ist an der Seitenlinie ratlos und er macht aus seinem schlechten Gewissen keinen Hehl. Saban will seine Ex-Uni nicht in Grund und Boden spielen – aber RB Lacy kann ganz locker durch die Defense pflügen: 62yds-Run, 49-0. Was will Saban machen, wenn der Gegner so miserabel verteidigt?

[21h47] Zurück zu Greg McElroy. Der Mann ist Senior. Ich habe McElroy gerne kritisiert, aber der Mann sollte durchaus Chancen haben, gedraftet zu werden. Meine Vorbehalte bzgl. „Souveränität“ und „Leadership“ haben sich im Lauf der Saison immer wieder als falsch herausgestellt.

Bei McElroy sehe ich aber das Problem, dass die langen Bälle oft fürchterlich ungenau sind und die Bälle ganz allgemein eine merkwürdige Flugkurve nehmen. Das schmeckt NFL-Scouts gar nicht.

McElroy hat in der Senior Bowl die Chance, sich noch einmal zu präsentieren.

[21h34] Das ist nur noch lächerlich. Alabama spielt ohne QB McElroy und RB Mark Ingram. Verzichtet mit QB McCarron praktisch gänzlich auf Passspiel. Trotzdem ein leichter Touchdown. RB Lacy läuft durch. 42-0. Gegen ein „Top-10“-Team.

[21h23] Den Spartans geht nach und nach die Offense aus. WR Mark Bell ist schon ausgeknockt. Jetzt verletzten sich QB Kirk Cousins und WR Keith Nichol innerhalb von zwei Plays. Angesichts des deprimierenden Spielstands eh wurscht.

[21h14] Gleich wird Alabama seinen siebten Drive beginnen. Bisherige sechs Drives: TD, TD, TD, TD, Halbzeit, TD. Der fünfte Drive war kurz vor der Pause, als man die Zeit runterticken ließ.

Jetzt spielt schon der Backup-QB. Greg McElroy hat bei einem der TDs für Julio Jones einen fantastischen Block gesetzt. McElroy beendet seine College-Karriere nach diesem Spiel.

[21h00] Erster Drive nach der Pause und die Crimson Tide zerlegen die Defense mit einfachsten Spielzügen: Pässe nach links und nach rechts und durch die Mitte. Vier Plays, 79yds, und ein ganz einfacher Touchdown-Pass durch die Mitte – über 37yds und WR Maze muss nicht mal einen Move zeigen, um seinen Manndecker drei Meter abzuhängen. 35-0 Alabama.

[20h43] Es grenzt an Zeitverschwendung, die Capital One Bowl anzuschauen. Alabama – Michigan State, #16 gegen #9. Ich hab es in meiner Preview geschrieben: Alabama kommt mir mit #16 zu schlecht weg.

Resultat zur Halbzeit in Orlando: Alabama 28, Michigan State 0. Die Offense überrennt die Spartans und QB McElroy bringt alles an den Mann. Die Spartans bringen kein Bein in den Boden, das Laufspiel findet nicht statt und beim Drop-Back steht der QB meist schon nach 0,2sek unter Hochdruck. QB Kirk Cousins 3x gesackt und eine INT. In Zahlen liest sich das so: 264 zu 71yds Offense pro Alabama.

Rose Bowl und Fiesta Bowl 2011: Jetzt wird gemolken. Aber keine Milch

Das Vorspiel ist um. Jetzt gehen die ganze großen Bowls los – die BCS Bowls. Dort, wo in einer Bowl so viel Geld für die Big Cows abgeschöpft wird, wie in allen anderen Bowls zusammen nicht (naja, fast zumindest). Beginnend gleich mit der Mutter aller Bowls, dem Rose Bowl Game in Pasadena. Wer mehr zu den Big Five wissen möchte – hier gibt es eine Übersicht über die BCS-Bowls.

Am Neujahrstag also Rose Bowl und Fiesta Bowl. Und zweimal in der David-gegen-Goliath-Version. Die Rose Bowl aufgrund des Standings der beiden Mannschaften, die Fiesta Bowl aufgrund des eklatanten sportlichen Unterschieds.

Rose Bowl Game

Sa., 1.1.2011 um 23h live bei ESPN America und am 5.1. um 11h30 als Tape

#3 TCU Horned Frogs – #5 Wisconsin Badgers

Die TCU Horned Frogs sind eines von drei ungeschlagenen Teams in der Football Bowl Subdivision. Für das BCS Finale hat es wie erwartet trotzdem nicht gereicht, da Oregon und Auburn als BCS-Teams einen schwereren Spielplan und mehr Reputation genießen. Trotzdem ist die Rose-Bowl-Teilnahme ein schöner Trostpreis für die Texas Christian University, handelt es sich doch um die älteste, prestigeträchtigste Bowl von allen.

Die Veranstalter dagegen werden kotzen. Wir haben es da mit extrem konservativen Leuten zu tun, denen nichts über Tradition geht. Die Rose Bowl ist traditionell das Spiel der Champs aus der Big Ten Conference und der Pac-10 Conference. Weil Oregon als Pac-10 Champ im BCS Finale spielt und TCU als Mid Major die Kriterien für eine automatische Einladung erfüllte, war die Rose Bowl vertraglich dazu gezwungen, anstatt der Stanford Cardinal (Pac-10 #2) die kleinen Horned Frogs zu nehmen.

TCU hat man heuer nur sehr selten begutachten können. Die Horned Frogs von Head Coach Gary Patterson zeichnet eine extrem schnelle Defense aus, die ganz selten mehr als 10 Punkte zulässt und sowohl gegen Pass (125yds/Spiel) und Lauf (89yds/Spiel) extrem gut aufgestellt ist, obwohl da kaum bekanntere Gesichter herumlaufen. Das hat seine Gründe: Die TCU in Fort Worth nahe Dallas hat in ihrer Umgebung mit den ganzen großen Unis um die Talente zu kämpfen: Texas, Texas Tech, Oklahoma. Da bleibt meist „nur“ die zweite Garnitur für die Horned Frogs übrig.

Es ist daher umso höher einzustufen, was Gary Patterson mit der TCU seit Jahren veranstaltet. Vor einem Jahr spielten sie zum ersten Mal in einer BCS Bowl – und durften „nur“ gegen die Boise State Broncos ran (10-17 Niederlage). Heuer folgt endlich die Auseinandersetzung mit einem großen Namen. Dieses Mal sind die Frogs ungeschlagen und sie haben schon explosivere Offenses abgewürgt. SMU oder Utah machten keinen Stich.

Die Offense ist ebenso gut aufgestellt, mit Senior-QB Andy Dalton, dessen Zahlen sich sehen lassen können: 2638yds, 26 TDs, 6 INTs. Dazu gesellt sich ein hartes Laufspiel um die RBs Tucker und Wesley.

Die Wisconsin Badgers sind der Big Ten Champ mit dem besten BCS-Ranking (#5). Bei den Badgers war Coach Bret Bielema nach ein paar durchwachsenen Jahren nicht ganz unumstritten, aber diese Saison hat die Kritiker vorerst verstummen lassen. Trotz vieler Verletzungsprobleme – phasenweise spielte man ohne Top-RB, Top-WR und Top-TE – wurden die ganz Großen niedergemäht: Ohio State, Iowa und Michigan wurden etwa in Grund und Boden gespielt, obwohl der BigTen-Auftakt mit einer Niederlage bei Michigan State gar nicht gut begonnen hatte.

Die Badgers haben schon mehrfach in der Rose Bowl gespielt, aber zuletzt seit Jahren nicht mehr. Zu groß war die interne Konkurrenz um Ohio State oder USC. Die letzte Rose-Bowl-Generation bestand noch aus QB Brooks Bollinger und RB Ron Dayne Ende der 90er.

Die Saison ist für beide schon jetzt ein Erfolg. Ich finde dieses Matchup ein extrem attraktives. Im Gegensatz zum Vorjahr werden heuer keine non-BCS-Teams frech gegeneinander gematcht, um die Fassade nicht zu gefährden: Bei einem Sieg von TCU über die BCS-Mannschaft könnte ein weiterer Stein aus der BCS-Mauer brechen und die non-AQ-Conferences weiteren Aufwind erfahren. Boise State, Utah, Hawaii, TCU: Die Zahl der BCS Buster ist stetig gewachsen. Und TCU hat nur noch dieses und nächstes Jahr zu Chancen zum Spoilern – danach wechseln sie selbst in die Big East – eine BCS Conference…

Fiesta Bowl

Sa./So., 1.1.2011 um 02h30 live bei ESPN America und am 2.1. um 13h als Tape

#7 Oklahoma Sooners – Connecticut Huskers

Es schaut alles nach einem kolossalen Mismatch aus. Die großen Oklahoma Sooners gegen die Connecticut Huskers, die als Champ der schwachen Big East nicht einmal in den Top-25 gerankt sind, aber dank starkem November mit Siegen über Pitt und West Virginia noch die Sensation geschafft haben.

Es wird derzeit ganz gewaltig die Geschichte um CB Jasper Howard gehypt, der vor einem Jahr auf dem heimischen Campus bei einer Siegesfeier niedergestochen wurde und in den Armen von WR Kashif Moore schließlich starb. Howard gilt noch immer als so was wie die Inspiration für die Huskies nach ihrem ganz schwachen Start in die heurige Saison.

Sportlich gesehen hat Connecticut in der Fiesta Bowl nichts zu suchen und es stößt Ärger auf, wenn man bedenkt, dass Michigan State oder Boise State keine Einladungen erhalten haben. Aber es ist immerhin der vorläufige Höhepunkt eines kontinuierlichen Aufstiegs von einem Div.-I-AA Team der 90er zu einem BCS-Bowl-Team. Die Beigeisterung an der UConn ist so gewaltig, dass ganze 4000 von 17.500 verfügbaren Tickets über den Ladentisch gegangen sind. Die Huskies werden angeführt von RB Jordan Todman (1574yds, 14TDs).

Gegner Oklahoma ist eines der ganz großen Schwergewicht, wenn nicht das erfolgreichste Footballprogramm überhaupt. Bowl #44, bei 25 Siegen und seit der Inthronisierung von Head Coach Bob Stoops jedes Jahr bowl-eligible. Unter Stoops haben sich die Sooners aber auch ein FC-Arsenal-Image angelacht: Bombenstark, attraktiv spielend, aber ohne den Killerinstinkt für den ganz großen Triumph. Selbst mt RB Adrian Peterson oder QB Sam Bradford wurden „nur“ gigantische Stats produziert, aber keine Titelgewinne.

Heuer ist man mit Sophomore-QB Landry Jones angetreten. Jones ist ebenso wurfgewaltig wie hüftsteif: 4289yds und 35TDs via Luftweg, aber nicht ein einziger Laufversuch. Wichtigste Anspielstation ist WR Ryan Broyles, der gnadenlos 9 Catches pro Spiel macht – im Schnitt. Resultat: 1452yds, 13TDs. Dazu gesellt sich die Allzweckwaffe RB DeMarco Murray, der überall effizient eingesetzt wird und nur schwer zu verteidigen ist. Die Defense fand ich dagegen eher wenig überzeugend, aber gegen Nebraska spielte sie eine sensationelle zweite Halbzeit. Herausragender Spieler ist OLB Jeremy Beal, der mit Sicherheit in den ersten Runden gedraftet werden wird.

Wenn ich mich an die letzten BCS Bowl-Auftritte der Sooners zurückerinnere… Die unglaubliche Niederlage gegen Boise State vor vier Jahren. Überraschende Niederlage gegen West Virginia vor drei Jahren. BCS Finale gegen Florida – ein eher maues Spiel, und wieder verloren.

Wenn die Sooners diesmal nicht die Niederlagenserie in den großen Bowls durchbrechen, glaube ich nicht mehr an das Gute im Menschen. Sieg mit mindestens drei Touchdowns und wieder aufkeimende Diskussionen über den Status der Big East.