Bowl Season 2010/11, Tag 13: Die Bauern und die Farm

Dritte BCS Bowl, und diesmal fahren wir nach Miami, Südflorida. Zielort: Das Sun Life Stadium, Austragung der Discover Orange Bowl.

Discover Orange Bowl

Mo./Di., 3.1.2011 um 02h30 live bei ESPN America und am 4.1. um 19h30 als Tape

#13 Virginia Tech Hokies – #4 Stanford Cardinal

Hm. Zwei schwer vergleichbare Universitäten. Da hätten wir auf der einen Seite die Virginia Tech Hokies, eine vorwiegend auf landwirtschaftliche Fächer spezialisierte Uni im grauen Nordosten der USA, etwas südlich der riesigen atlantischen Megalopolis. Auf der anderen Seite eine Uni mit dem Spitznamen „The Farm“. Das ist aber auch alles, was die Stanford University mit Agrikultur zu tun hat. Stanford – dieser Name steht für San Francisco, für Elite und für gigantisches Stiftungsvermögen – rund 17 Milliarden Dollar, unfassbar. Ein Bekannter war dort und werkelte an einem revolutionären Miniaturflugzeug mit – die Uni ist ganz allgemein federführend, wenn es um Forschung und Entwicklung geht.

Sportlich sind die Cardinal nicht ganz so dominant, aber 2010 war mit 11-1 Siegen die beste Saison in der Schulgeschichte – und das schließt die Zeiten eines John Elway mit ein. Stanford ist unter Head Coach Jim Harbaugh (Bruder des Ravens-Coaches und ex-Colts-QB) innerhalb weniger Jahre von der Lachnummer wieder zum Schwergewicht geworden – unter gütiger Mithilfe auch von QB Andrew Luck. Luck ist der Sohn des ehemaligen Rhein Fire-GMs Oliver Luck (jetzt West Virginia Mountaineers), und aktuell Junior. Luck ist seit Wochen in aller Munde, weil er als fast sicherer #1-Pick im NFL Draft gehandelt wird.

Ich habe Luck nicht hautnah verfolgt, aber: Das Standing dieses Mannes kommt auch in den wenigen Spielen rüber. Ruhiger Typ, brutal genaue Pässe, zwischendurch immer wieder die langen Bälle einstreuend. Der Prototyp des NFL-QBs und heuer auch mit einer starken Saison – 28TDs, 7INTs und 7 von 10 Pässe an den Mann gebracht. Gut genug, um #2 im Heisman Trophy Voting zu werden – hinter Cam Newton. Luck und Harbaugh – beide gelten auf ihre Weise als prädestiniert für zukünftige Aufgaben in der NFL. Zweiter Glanzpunkt in der Offense: Toby-Gerhart-Nachfolger RB Stepfan Taylor (über 1000yds, 15TDs).

Dass die Virginia Tech Hokies in der Orange Bowl spielen, ist angesichts ihres Saisonstarts eine Überraschung. Nach der Auftaktniederlage gegen Boise State verloren die Hokies in Woche 2 gegen James Madison (!), daheim (!!), und ein FCS-Team (!!!). Zwei Spiele, die nicht für die ACC zählen, über die sich VT qualifiziert hat, aber trotzdem: Dass die letzten 11 Spiele gewonnen wurden, konnte man damals nicht unbedingt erwarten.

Die Hokies besitzen ihrerseits einen guten QB Tyrod Taylor, ein Senior und ein sehr mobiler Mann, der wenige INTs wirft. VT definiert sich hauptsächlich über seine Defense, die nicht allzu dominant ist, aber knallhart von den Fehlern der Offense schmarotzt und mit 22 Interceptions eine der Defenses mit den meisten Turnovers ist.

VT ist zuletzt Stammgast in der Orange Bowl – wohl auch aufgrund der sportlichen Mittelmäßigkeit der Atlantic Coast Conference. Vor drei Jahren wurde verloren, vor zwei gewonnen – jetzt kommt Stanford daher mit seinem Motivationsgenie Harbaugh und seinem herausragenden QB Luck, lechzend nach einem Prestigeerfolg. Stanford hat seit 15 Jahren nicht mehr in einer Bowl gespielt. Nicht BCS Bowl. Bowl.

Ich erwarte einen Sieg der Cardinal. Vielleicht kein dominanter und brillanter Erfolg, aber ein Sieg.

4 Kommentare zu “Bowl Season 2010/11, Tag 13: Die Bauern und die Farm

  1. Pingback: Bowl Season 2010/11: Für den Durchblick « Sideline Reporter

  2. So, es ist offiziell: Andrew Luck bleibt am College. Was auch immer das für Jim Harbaugh und desen Situation bedeuten mag. Oder für die Panthers und deren Herangehensweise beim Suchen eines neuen Head Coaches.

  3. Wow – aber hat es nicht dazu auf diesem Blog vor ein paar Tagen schon Andeutungen dazu gegeben?

    Wird spannend für die HC-Situation. Harbaugh ist mittendrin in einem Wettbieten, das Miami und S.F. veranstalten. Was Luck dazu bewegt, am College zu bleiben, wenn der Coach geht? Die (vielleicht) verpasste Trainingszeit in der NFL eher nicht…

  4. Für die Panthers bedeutet Lucks Absage in doppelter Hinsicht nichts Gutes. Hätten sie Luck nicht gewollt, hätten sie ein Leichtes gehabt, Pick #1 zu traden und ordentlich Gegenwert dafür zu kriegen. Diese Option ist weg.

    Ich schreibe das deswegen, weil die Panthers im letzten Draft den 2nd-round-pick 2011 weggegeben haben. Die Panthers werden heuer nicht viele Picks haben – und werden sich jetzt schwer tun, von der #1 herunterzugehen, weil da kaum annehmbare Angebote kommen werden.

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