BCS National Championship Game 2011

Die Bowl Season 2010/11 ist fast rum. Fehlt nur noch eins – das Beste! Das BCS National Championship Game, seit der Einführung der Bowl Championship Series (BCS) das sportlich einzig wichtige Bowl-Spiel. Hier wird im Kampf um die Coaches Trophy der (inoffizielle) Meister ausgespielt. Inoffiziell deswegen, weil die BCS kein richtiger Teil der NCAA ist. Aber es hat sich so eingebürgert, dass der Sieger des BCS-Finals in den finalen Abstimmungen an die #1 gesetzt wird – und bis auf einmal (2003) haben sich die Voter auch daran gehalten.

Das National Championship Game (von mir im Folgenden auch „BCS-Finale“ genannt) – keine Traditionsveranstaltung, sondern ein seit der Saison 1998 neu geschaffenes Event, in dem die #1 gegen die #2 des BCS Ranking antritt. Ein paar Jahre lang wurde abwechselnd eine der vier großen Bowls, der BCS Bowls, zum BCS-Finale umfunktioniert. Seit der Saison 2006 läuft das Spiel aber als eigenständiges Event ab – als fünfte und letzte BCS Bowl zum Saisonabschluss.

Die fünf BCS Bowl lauten demnach:

  • Rose Bowl
  • Fiesta Bowl
  • Orange Bowl
  • Sugar Bowl
  • BCS National Championship Game

Alles klar? University of Phoenix Stadium

Das National Championship Game 2011 wird in Glendale bei Phoenix ausgetragen. Nicht, wie etwa das Rose Bowl Game in einem dieser herrlichen, alten, maroden Schüsseln. Sondern im University of Phoenix Stadium, Heimstätte der Arizona Cardinals und der Fiesta Bowl, ein Stadion, das vor fünf Jahren in die Wüste von Arizona gestampft und ganz trendy mit verschiebbarem Dach ausgestattet wurde. Unter anderem war es Austragungsort der grandiosen Superbowl 42 und der noch grandioseren Fiesta Bowl 2007.

Nun also das Grande Finale 2011. Angesichts der beiden Mannschaften – Auburn Tigers und Oregon Ducks – wäre ich fast versucht, vom Tigerenten-Club zu sprechen. Dumm, dass die Frösche fehlen. Diese – die TCU Horned Frogs – haben vor ein paar Tagen in der Rose Bowl gespielt, und die Wisconsin Badgers in einem fantastischen Spiel 21-19 besiegt. Ein historischer Sieg, denn die Horned Frogs gehören keiner BCS-Conference an.

BCS-Conference – Pardon?

Warnung: Es folgt ein Exkurs, der erklärt, wie es zum BCS National Championship Game denn überhaupt gekommen ist.

College Football ist in drei, eigentlich vier, Kategorien eingeteilt. Da hätten wir zum ersten die Division I, dann die Division II und dann die Division III. Die Division I ist aber seit den späten 70ern noch mal aufgesplittet worden. Früher hieß das dann ganz elegant Division I-A und Division I-AA.

Heute klingt es rockiger: Football Bowl Subdivision (FBS) und Football Championship Subdivision (FCS). Alles, was wir vom College Football hierzulande zu sehen bekommen, und alles, worüber wir geschrieben haben, geht die FBS an – die Königsklasse im College Football. Dort, wo die 120 besten Teams spielen. Einige traditionelle Universitäten haben sich vor einiger Zeit entschlossen, den Wahnsinn nicht mitzugehen, und sind lieber in der schnuckeligen FCS geblieben: Harvard, Yale, Princeton.

Aber auch in der FBS gibt es größere und kleinere Unis, traditionellere Sportprogramme und weniger traditionelle. Die 120 Mannschaften sind auf aktuell 11 Conferences aufgeteilt. Diese Conferences schimpfen sich z.B. Big Ten Conference oder Pac-10 Conference oder SEC (Southeastern Conference) oder Western Athletic Conference, plus gibt es drei (ab 2011 vier) unabhängige Universitäten, sogenannte Independents. Diese sind aktuell Notre Dame, Army und Navy.

Nun haben sich Mitte der 90er sechs Conferences – SEC, Big Ten, Pac-10, Big 12, Big East und AAC – in mehreren Schritten zur BCS (eben dieser Bowl Championship Series) zusammengeschlossen.

Ziel #1: Einen Meister ermitteln zu können, der auch in einem Spiel ermittelt wird und nicht, wie vorher, rein in einer Abstimmung.

Ziel #2: Ein sportlich und finanziell attraktives Bowl-Spiel für den Meister jeder BCS-Conference garantieren zu können.

Die BCS ist jedoch äußerst umstritten, bevorzugt sie schließlich ganz klar die Mannschaften aus den BCS-Conferences. Teams von außerhalb, z.B. Boise State, Utah oder eben die TCU Horned Frogs haben es schwer, Einladungen in eine der großen Bowls zu bekommen.

Die Horned Frogs haben es heuer dorthin geschafft, als #3 der Rangliste und als ungeschlagenes Team. Sie haben auch noch Wisconsin geputzt, den Meister der Big Ten Conference. Eine Einladung ins BCS-Finale war aber nicht drin: Auburn und Oregon sind an #1 und #2 platziert, weil sie

a) den schwierigeren Spielplan haben und
b) den Bonus der BCS-Conference genießen.

Von daher war der Sieg der Horned Frogs von hoher Bedeutung für die kleinen Universitäten und Conferences. Schritt für Schritt werden sie ernster genommen und mit zunehmendem Druck durch Medien und Politik sowie einer Portion Glück und Einsicht von Seiten der Etablierten könnte es in absehbarer Zeit (sprich: 7-8 Jahren) vielleicht sogar Playoffs geben, um den Meister im College Football zu ermitteln.

Bis dahin gibt es eben nur das BCS-Finale. Und das wird in der Nacht von Montag, 10. Jänner, auf Dienstag, 11. Jänner, um 02h30 ausgespielt. Gegenüber stehen sich zwei Mannschaften, die nicht zu den traditionellen Schwergewichten im College Football zählen.

Die Auburn Tigers aus der SEC und die Oregon Ducks aus der Pac-10 Conference, als BCS-Mannschaften tatsächlich im gemeinsamen Kampf gegen die Frösche. Den Kampf haben sie gewonnen, die Tigerenten.

Erin Andrews
Erin Andrews – ©Flickr

Jetzt folgt der Kampf untereinander. Einer wird baden gehen müssen. Tiger gegen Enten. Ohne Pamela Großer und Katharina Gast. Dafür mit Brent Musburger, Kirk Herbstreit, Tom Rinaldi und der netten Dame im Bild, Erin Andrews, die nach überstandenen Morddrohungen wieder für ESPN auf Interviewjagd gehen wird.

So viel als Heißmacher.

Spotlight für den ersten Finalisten, die #1 der BCS-Rangliste.

Auburn Tigers

Gene, Gus und die Religion

Auburn ist ein kleines Städtchen im Bundesstaat Alabama. Kaum 60.000 Einwohner, aber eine der bekanntesten Universitäten der USA. Grund hierfür: Das traditionsreiche Footballprogramm der Auburn University, deren Campusgelände samt Stadion man sich auf diesem Luftbild zu Gemüte führen kann. Ein Campus für ca. 25.000 Studenten, die stolz sein dürfen, Alabamas beste Universität, und in diesem Fall spreche ich nicht von Sport, besuchen zu dürfen. Auburn University Campus

Im Bible Belt, der Region östlich des Mississippi im tiefen Süden der Vereinigten Staaten, wird College Football ebenso gelebt wie die evangelische Kirche und die immer noch latente Abneigung gegenüber Schwarzen. Und das Jordan Hare Stadium ist ebenso Kathedrale wie der Dom von Birmingham. Dort – nicht im Dom – spielen die Tigers, und das Stadion ist mit seinen 87.000 Plätzen dauerausverkauft.

Die Tigers waren in den 50ern mal National Champion. Ein Vergleich mit Schalke 04 würde hinken, aber: Seitdem sind sie oft in der Elite dabei gewesen, zum Durchbruch fehlte immer ein kleines Stück. Trotz Superstars wie RB Bo Jackson oder RB Cadillac Williams. Trotzdem gehört das Publikum zum loyalsten landesweit. Und die Tigers – sorry, denn jetzt stirbt irgendwo eine seltene Kriechtierart aus – sind Kult.

Im Jänner 2009 hat das Sportpräsidium in Auburn mit der Verpflichtung von Head Coach Gene Chizik für Aufregung gesorgt. Chiziks Referenzpapiere hatten eine äußerst dürftige 5-19 Bilanz an der University of Iowa vorzuweisen. Fünf Siege in 24 Spielen. Das Risiko zahlte sich aber aus. Chizik holte sich den kreativen Offensive Coordinator Gus Malzahn in seine Mannschaft. Gemeinsam haben sie das dahinsiechende Programm aufgepeppt. 8-5 im ersten Jahr, und dann kam der Herbst 2010…

Watch As He Accelerates. Right…… NOW!!! Oh My Gosh.

Wir schreiben den 23. Oktober 2010. Durchzechte Nacht und lange Seminartagung hinter mir und die Augen nur noch auf Sparflamme geschaltet, aber noch mit Kampfgeist. Kampfgeist, dieses eine Spiel durchzuhalten. Auburn gegen Lousiana State. Das Duell Tiger gegen Tiger. Wir sind im zweiten Viertel…

…und das passiert das:

 

In dem Moment wird klar, dass wir es hier mit einem speziellen Spieler zu tun haben: QB Cameron Newton.

Down goes… Not Auburn

Die Auburn Tigers gewannen in dieser Saison alle ihre 13 Saisonspiele. 13 Siege großteils nach demselben Schema: Anfängliche Probleme, Rückstand, Comeback in Halbzeit zwei.

Irgendwann hatte man den Gegner mürbe und lief ihn in Grund und Boden. Ab Mitte Oktober begann auch die breitere Öffentlichkeit, die Tigers als ernsthaften Titelkandidaten wahrzunehmen, nach einem 65-43 gegen Arkansas und eben jenem Spiel gegen die LSU Tigers. Ende November der große Showdown, Iron Bowl gegen den Erzfeind Alabama.

Ein Spiel for the ages. Hatte man nach einer fassungslosen ersten Halbzeit schon die Briefmarken auf die Mitleidskärtchen in Richtung Auburn geklebt, sorgten Cam Newton, die Defense und eine Reihe glücklicher Fügungen am Ende für die Sensation: Aus 0-24 mal eben so ein 28-27 gezaubert. Es wird mit Sicherheit als eine der denkwürdigsten Iron Bowls in die Geschichte eingehen.

Eine Woche später im Finale der SEC war es nicht lange spannend. South Carolina wurde mal eben so dank sechs (!) Newton-Touchdowns nach Hause geschickt.

Cam Newton

Who Cares ’Bout Morale?

Es macht keinen Sinn, die Offense der Tigers näher unter die Lupe zu nehmen. Es reicht ein einziger Name: Cameron Newton. Der Quarterback spielt eine herausragende Saison und er ist der Grund, warum Auburn nicht an #[bitte setzen Sie eine Zahl ihrer Wahl zwischen 20 und 25 ein], sondern an #1 gerankt ist. Punkt.

Was Newton und Auburn unangenehm erscheinen lässt: Die Affäre um die verbotenen verdeckten Zahlungen. Der fadenscheinige Freispruch der NCAA, der faktisch die Zahlungen legitimiert. Solange nur der Spieler nichts weiß, dürfen auf dessen Konto eimerweise Moneten geschaufelt werden. Selbst wenn der eigene Vater den Deal eingefädelt hat.

Unter diesem Gesichtspunkt ist Newtons Auszeichnung mit der Heisman Trophy eine moralische Bankrotterklärung der prestigeträchtigsten MVP-Trophäe im Football. Heisman schreibt ausdrücklich auch persönliche Integrität als Qualifikationsmerkmal für den Sieger aus. Daher wird der Preis von mir ab sofort nicht mehr für voll genommen.

Secondary? Never heard.

Faustregel der Tigers: Vorne auf Newtons Lauf- und Wurfkünste vertrauen. Hinten die dominante Defensive Line um Star-DT Nick Fairley mal machen lassen. Fairley gilt als Top-10 Draftpick, macht am Montag sein letztes Spiel für Auburn. Der Lauf wird u.a. dank Fairley recht solide verteidigt. Es hakt an einem anderen Punkt: Auburn hat keinen Schimmer, wie man gegen den Pass verteidigt.

Gegen Offenses mit dominanteren WRs gab die Secondary ein Bild ab in etwa wie, wie… Angela Merkel beim Fußballspielen? Sie war schlicht non-existent. WRs wie Julio Jones (Alabama), A.J. Green (Georgia) oder South Carolinas Alshon Jeffery verbrannten die Defensive Backs phasenweise ganz böse.

Weil Oregon zwar auf Laufspiel aufbaut, aber dank No-Huddle-Offense auch ein mächtiges Pass-Spiel besitzt, ist diese Abwehr durchaus ein Punkt, der Auburn angreifbar macht.

Oregon Ducks

So, wir hatten die Auburn Tigers in der Sezierstunde. Wir kennen nun Cam Newton, Gene Chizik und wissen, was es mit dem Bible Belt so auf sich hat. Wenden wir uns anderen Dingen zu. Heutiges Thema: Die Gegner der Tigers um die Coaches Trophy: Die Oregon Ducks.

Entenhausen im Nordwesten

University of Oregon

Die University of Oregon genießt in Forschungskreisen durchaus einen anerkannten Namen. Physik-Genie Doug Hofstadter etwa ist ein Ehemaliger. Die Universität liegt nicht etwa in Portland daheim, sondern in einem kleinen Städtchen namens Eugene im Willamette Valley. Dort, wo die meisten Menschen im spärlich besiedelten Oregon wohnen und die grünen und gelben Farben dominieren – die Farben der University of Oregon. Bekanntestes Gesicht der Uni ist trotz aller Footballer und Forscher das Maskottchen: Der Oregon Duck, angelehnt an den Superstar unter den Enten: Donald Duck.

Who Cares ’Bout Manieren?

Star der Oregon Ducks ist Head Coach Chip Kelly, wie Gegenüber Gene Chizik seit 2009 hauptverantwortlicher Mann. Kellys zweijährige Amtszeit ist geprägt von zwei Dingen: Viiiiiele Yards und Punkte in der Offense und viiiiiele disziplinarische Probleme mit seinen Spielern. Eine Chronologie.

Chip Kelly
©Spox.com

Boise State 2009. Kellys erstes Spiel als Head Coach, und was ein furchtbares. Zuerst würgte Boise State die Offense ab und dominierte die Ducks nach Strich und Faden, gewann 19-8. Und dann sorgte Star-RB Legarrette Blount nach dem Spiel für den Kollateralschaden: Einen Boise-Verteidiger mit der rechten Gerade niedergestreckt. Kelly suspendierte Blount für fast die komplette Saison und Blount musste sich statt als hochbezahlter 1st-Round-Pick als Free Agent in der NFL durchschlagen, ist mittlerweile spektakulärer Running Back in Tampa Bay.

Kelly sorgte anderweitig für Emotionen. Gleich nach der Heimkehr aus Boise lag eine Zahlungsaufforderung in seinem Postfach. Ein Fan wollte die $439 rückerstattet haben. Kelly fackelte nicht lange und ließ sich die Adresse von diesem Fan besorgen, um eigenhändig die Kohle auszubezahlen. Der Fan war schwer beeindruckt, zog seine Forderung zurück und stellte Kelly einen persönlichen Schuldfreipass für alle Zeiten aus. Kelly coachte Oregon trotz des denkbar schlechten Saisonstarts noch in die Rose Bowl – erstmals nach langen Jahren wieder.

Winter 2010. Top-RB LaMichael James stellte sich als Frauenschläger heraus und wurde ein Spiel suspendiert. Noch schlimmer QB Jeremiah Masoli, der als Junkie und Computer-Dieb Schlagzeilen machte und vom Campus gejagt wurde (spielt jetzt für Ole Miss). Kelly machte einen Neuen zum QB: Darron Thomas, ein Schwarzer, als Persönlichkeit blass, aber als Spieler… Baby.

Kelly besitzt also menschliche Klasse. Auch als Coach hat er einiges auf dem Kasten…

Ey, Was Geht Ab?

Und, nein, sie feiern nicht die ganze Nacht. Vielmehr wird unter Chip Kelly knallhart gearbeitet. Die Trainingseinheiten sind kurz, aber brutal intensiv und darauf abgezielt, die Spieler auf vollste Konzentration und Fokussierung zu trimmen. Das ist auch notwendig, denn Chip Kellys Offense ist nicht einfach nur eine Offense.

Es ist die Offense schlechthin. Ich kenne keine Offense, die schneller spielt und den Ball das Feld hinunter treibt. Wer Oregons Offense kennt, für den gewinnt „No Huddle“ eine neue Bedeutung. Die Playclock tickt selten unter 20 Sekunden runter, und schon ist der nächste Snap da. Für eine Defense bleibt fast keine Zeit für Erholung und Auswechslungen. Konfusion ist vorprogrammiert.

Man muss sich das mal vorstellen. Die Offense um den fantastischen RB LaMichael James erläuft 303yds pro Spiel. Dazu packt QB Darron Thomas noch mal gepflegte 234yds im Passspiel drauf. Macht 537yds pro Spiel, für 50 Punkte. Pro Spiel. Im Schnitt. In der Pac-10.

Nur einmal war es knapp

Zu Saisonbeginn wurden ein paar lausige Gegner mit Kantersiegen und ca. 70 Punkten/Spiel in Grund um Boden gespielt. Das erste Ausrufezeichen war ein 52-31 über Stanford und Andrew Luck. Von da an galt Oregon als Anwärter auf den Finaleinzug und spielte munter weiter drauflos: Über 50 Punkte gegen USC, UCLA und Washington. Vor allem im mächtigen und extrem lauten heimischen Autzen Stadium präsentierten sich die Ducks als absolut unantastbar.

  Autzen Stadium, Oregon Ducks Nur bei den California Golden Bears musste lange gezittert werden. Das knappe 15-13 war nicht wirklich ein glanzvoller Auftritt, aber entscheidend für den Finaleinzug. Denn der Civil War beim heißen Rivalen Oregon State, das war noch nicht mal eine Kneipenschlägerei. Zu dominant die Ducks, gegen deren Waffen die Beavers nicht im Ansatz ein Mittel hatten.

 Für Oregon gilt Ähnliches wie für Finalgegner Auburn: Auch hier wird viel in der zweiten Halbzeit gescort. Die Ducks spielen knallhartes Laufspiel über RB James (Dritter im Heisman-Voting – man beachte auch hier den Aspekt „Moral“), mit immer wieder eingestreuten langen Pässen von QB Thomas. Ein Kuriosum der Ducks-Offense: Egal, mir welchem Quarterback Chip Kelly gespielt hat, ob Masoli oder Thomas oder Nate Costa: Erfolg hatte er immer. So auch mit dem beweglichen und laufstarken Thomas.

Wie auch immer das Spiel für die Ducks endet: Für die University of Oregon ist es auf jeden Fall das bisher größte sportliche Ereignis. Bisher stand man meist im Schatten der großen Pac-10 Mächte USC, UCLA oder Washington. Es werden haufenweise Ducks-Fans nach Glendale, Arizona pilgern und für Volksfeststimmung sorgen. Und das Beste für Oregon: Viele Leistungsträger haben noch ein oder zwei Jahre vor sich. LaMichael James hat schon angekündigt, mindestens ein weiteres Jahr an der Uni zu bleiben.

Blieben die Essgewohnheiten

Ich glaube nicht, dass Enten Tiger zum Frühstück verspachteln. Ich weiß nicht, ob Tiger mit Enten-Braten ihre Freude hätten. Ich weiß aber, dass wir mit dem Aufgetischten unseren Spaß haben werden – und wenn es eine Nacht auf den Dienstag ist, und wenn es nach einem langen Wild Card Weekend in der NFL ist: Hier treffen zwei Punktejäger aufeinander. Der beste Footballspieler im College gegen die beste jemals gesehene Offense. Ein Spiel, das mit einem Over/Under von 74 (!) auf der Wettbörse angeboten wird. Ich will nicht zum Zocken animieren, aber… *hust* 74 Punkte halte ich für durchaus nicht unwahrscheinlich. Ein Spiel mit einem Wermutstropfen. Die ungeschlagenen TCU Horned Frogs sind als vielleicht bestes Team des Jahres nicht dabei.

BCS National Championship Game 2011. Mo./Di. 02h30 aus Glendale. Live bei ESPN America.