Fettes Fleisch

Die University of Texas hat ihr riesiges Ego erstmal befriedigt. In Kooperation mit ESPN wird ab Herbst für vorerst 20 Jahre das noch namenlose Longhorn Network auf Sendung gehen und von allen möglichen Sportaktivitäten rund um die Uni berichten, aber nur von einem Footballspiel pro Herbst.

Die Longhorns kassieren dafür erstmal garantierte 247 Millionen Dollar – mindestens. Über 50 Mio. kriegt die Marketingfirma der UT. Vom Geldtopf der Big 12 Conference, die eigentlich eine Big 10 geworden ist, schöpfen sich die texanischen Rinder natürlich trotzdem ihre $15 Mio. pro Saison ab. Die Big 12 überlebt aktuell nur dank Texas, muss dafür aber die Macken der größenwahnsinnigen Texaner ertragen.

Der NFL-2011-Draftvorschauer drei Tage nach dem Stichtag

Die Bowl Season ist vorbei, NFL Playoffs sind noch mitten im Gange. Im College stehen aktuell die Recruitings sehr stark im Vordergrund. In der NFL werden bei den ausgeschiedenen Teams die Wunden geleckt und die Trainer aussortiert. Zeit, einen kurzen Blick auf einen interessanten Offseason-Aspekt zu werfen: Den NFL-Draft. College-Spieler können vier Jahre an der Uni spielen: Das heißt dann im ersten Jahr Freshman, im zweiten Sophomore, im dritten Junior und im vierten Senior. Danach endet die Karriere an der Uni und nur den Besten steht der Weg in die NFL offen. Die Allerbesten gehen oft schon ein Jahr zu früh, nach dem Junior-Jahr, weil sie sich bessere Chancen ausrechnen, hoch gedraftet zu werden und mehr Kohle einzusacken.

Ein paar der heißeren Namen in der Kurzvorstellung – und der heißeste Namen ist nicht dabei: Bzgl. Andrew Luck kann ich mir meine so schön ausgedachten Franchisegesicht-Floskeln sparen und zumindest ein Jahr in die Schublade stecken. Luck bleibt am College.

Die Offense

Quarterbacks

Nach der Absage von Luck fehlt dem Draft ein herausragender QB. Die Jungs sind allesamt nicht schlecht, aber der Frontmann ist nicht mehr gegeben. Dark horse: Cam Newton.

Cam Newton

Cam Newton - ©Getty

Cameron Newton, Auburn. Athletisch ist der Mann genug und dass er eine Mannschaft notfalls im Alleingang zum Sieg führen kann, hat er auch bewiesen. Die Frage ist, ob sich jemand traut, einen hohen Draftpick in einen Spieler mit der Erfahrung von nur einem Jahr College zu investieren. Die Erfahrung sagt: Ein Team wird verrückt (oder genial?) genug dafür sein. Auf jeden Fall wird Newton Zeitungen und TV-Sendungen füllen – das Dark Horse des Drafts.

Jake Locker, Washington. Locker war letztes Jahr hoch eingeschätzt, blieb dann aber nochmal an der Uni. Keine gute Entscheidung für ihn, denn sein Jahr war suboptimal, um es noch beschönigend auszudrücken. Locker ist zwar beweglich und antrittsschnell, aber seine Würfe… Nope, überzeugen mich nicht.

Blaine Gabbert, Missouri, Junior. Für einige die neue #1 unter den QBs. Mit 1,96m ein Hüne, starker, aber ein Arm, ungenauer als die Mock Drafts im amerikanischen TV. Hat bei Mizzou viel, sehr viel in der Spread-Offense und Shotgun gespielt, aber auch mangels guter Nebenleute keine Bäume ausgerissen. Furchtloser Bursche und mit seinen 107kg ganz schwer zu fällen.

Ryan Mallett, Arkansas. Unbeweglicher als ein Fladen Schüttelbrot, aber ein Wurfarm vor dem Herrn.

Chris Ponder, Florida State. Präziser Werfer und Leadertyp. Helles Köpfchen, das für allerhand akademische Top-Leistungen verantwortlich war. Gilt als Typ für NFL-reif, als QB… Hm, auch wenn Seminole widersprechen würde: So ganz von Ponder bin ich nicht überzeugt.

Andy Dalton, TCU. Ein Scout hätte Dalton an dieser Stelle nicht genannt. Dalton wird eher nicht in Runde 1 oder 2 weggehen. Sieht sehr „schottisch“ aus und hat sich mit einer begeisternden Rose Bowl in meinen Fokus gespielt.

Pat Devlin, Delaware. Spielte in der FCS, daher auch für mich Neuland. Soll in den FCS-Playoffs sensationell aufgegeigt haben.

Running Backs

Trotz eines ehemaligen Heisman-Trophy-Gewinners wird die aktuelle RB-Klasse wie im letzten Jahr als eher mittelmäßig angesehen – und das liegt nicht mal an der Draft-Absage von Oregon-Superstar LaMichael James.

Mark Ingram jr., Alabama. Ganz harte Nuss. Ingram hat eigentlich keine Schwächen, läuft, fängt, bulliger Bursche und es ist leichter, Bill Belichick zum Lachen zu Bringen als ihm den Ball aus der Hand zu schlagen. Heisman Trophy Sieger von 2009, heuer aber einige Zeit verletzt gewesen. Ingrams Problem: Er ist kein Sprinter und eher klein gewachsen. Habe ich bei Maurice Jones-Drew auch mal gehört, das alles.

Ryan Williams, Virginia Tech. Auch so ein kleiner RB, aber brutal kräftig gebaut und schwer zu tackeln.

Jordan Todman, Connecticut. Für NFL-Verhältnisse mit 1,75m ein Kampfgnom. So ganz klar ist mir nicht, warum er nicht sein letztes Jahr im College geblieben ist. RBs mit seiner Statur werden eher selten ganz hoch einberufen.

Wide Receivers

Keine schwache WR-Klasse in meinen Augen, obwohl Michael Floyd und vor allem Justin Blackmon nun doch im College bleiben. Generell fällt bei den Underclassmen auf: Viele Typen, die gebaut sind wie die Säulen vor dem Altar, monströs groß und super-athletisch. Wenn sie nun auch alle die Hände besäßen…

A.J. Green, Georgia. War heuer eine zeitlang gesperrt, weil er ein Trikot an einen Agenten verkaufte. Aber auf dem Feld ein gewaltiger Mann: 1,93m groß, schnell und fängt alles, was bei drei nicht auf dem Baum ist. Wird mit einiger Sicherheit als erster WR gedraftet. Ein paar Impressionen:

Julio Jones, Alabama. 1,93m groß, schnell wie eine Rakete, aber unkonstant wie ein Eljero Elia. Am Ende des Tages in der Highlight-Show, aber auch drei Drops und fünfmal die Route falsch gelaufen. Schlüsselwort für Scouts: Fokus. Was ihm helfen wird: Jones ist als harter Knochen bekannt, der auch lieber drei Pillen zu viel schluckt und die ganze Woche schlecht schläft, als mal ein Spiel wegen Wehwehchen zu verpassen.

Jonathan Baldwin, Pitt. Baldwin hat keine Bäume ausgerissen, aber wenn ich mir seine Maße so ansehe, glaube ich kaum, dass er länger als eine oder eineinhalb Runden warten muss: 1,96m, 102kg, kräftig wie der Espresso in der Toskana und guter Blocker, aber nicht der Allerschnellste.

Titus Young, Boise State. Ohne Bronco kann ich kein Draft-Preview gestalten. Young war die beste Offensivwaffe der Broncos. Senior – und schon gleich einen ganzen Kopf kleiner als die Underclassmen. Für die NFL vermutlich zu klein (1,80m), aber das waren Deion Branch und Steve Smith ja auch. Glaubten sie. Go Titus!

Tight Ends

Ein Tight End ragt heraus: Kyle Rudolph von Notre Dame. Ansonsten womöglich kein allzu großer Jahrgang für TEs, aber die Erfahrung der letzten Jahre zeigt, dass man dafür erst in die Basketballhalle gehen sollte oder sein Glück in den späten Runden versuchen sollte. Tony Moeaki kannte auch keine Sau.

Offensive Line

Mein Football-Auge ist noch nicht auf Bewertung von Offense Linern geschult, von daher keine Einschätzungen von meiner Seite. Die meist genannten Namen sind: Der Koloss OT Nate Solder mit seinen 2,06m und schlanken 143kg, OT Gabe Carimi, OT Tyron Smith, OT Derrick Sherod, OT Tony Castonzo, OG Rod Hudson, C Mike Pouncey. Mal sehen, inwiefern Pouncey von seinem Bruder profitiert, der sich heuer als Volltreffer in der NFL erwiesen hat.

Die Defense

Die Offense-Liste ist schon draußen. Heute folgt, wieder ganz subjektiv und unvollständig, meine Draft-Liste für die Defense. Was auffällt: Ganz vorne in der Front Seven muss aussortiert werden. So viel Top-Jungs sind da unterwegs. Je weiter wir nach hinten gehen, desto dünner wird das Material für die ersten Runden. Safeties gibt es keine für die Top-Picks – was nicht heißen will, dass da noch ein paar Juwelen in den späteren Runden gepickt werden.

Defensive Line

Wenn ich mir die Liste so anschaue… Da sind massiv viele Ends dabei, die früh weggehen könnten. Starker Jahrgang für die Defensive Lines. Und ein J.J. Watt oder Cam Jordan tauchen da noch gar nicht auf.

Nick Fairley, DT Auburn. Im Prinzip sollte der Mann Nick Unfairley heißen. Aber: Wer seine Lauf-Defense verstärken will, wird bei Fairley zugreifen. Kein Mann wie DT Suh, aber zumindest optisch ähnlich dominant gewesen. Sollte ähnlich Seymour und Dareus auch 3-4 End spielen können. Ein paar halten ihn für mächtig überschätzt. Na denn, riecht trotzdem nach Top-3 bis Top-5. Und nach ein paar gepflegten Keilereien in der NFL…

Robert Quinn, DE North Carolina. Gleiche Uni wie Peppers. Starker Pass Rusher, hat aber wenig gespielt, weil gesperrt. Bekam allerhand Vergütungen und wechselte seine Gesichtsfarbe auch nicht, als er die NCAA-Detektive eiskalt über diese Zustände Märchen erzählte. 1,96m, 122kg und ein Monster von einem Defensive End.

Adrian Clayborn, DE Iowa. Bringt 129kg auf die Waage, ist aber nicht der Explosivste. Ansonsten ein Typ für die Bengals: Hat einen Taxifahrer windelweich geprügelt und dafür schon im Knast übernachten dürfen.

Da’Quan Bowers, DE Clemson. Der Mann mit dem Peppers-Problem: Alle Talente der Welt in einer Person vereint, aber gerne mal einen auf Basler machen und deswegen nicht in der Lage, durchwegs die Offense Lines zu zerbröseln. Aber ein spektakulärer End, der auch einem Laien sofort auffällt.

Ryan Kerrigan, DE Purdue. Weißer Defensive End und unfassbar explosiv. Löwe und Mathe-Student, so was gefällt korsakoff natürlich. Spielt gerne an der Playstation und feiert genau dann Geburtstag, wenn korsakoff seine alljährliche Siesta hält.

Marcel Dareus, DT/DE Alabama. Ein 139kg-Mann für die Mitte der D-Line. Heuer schwächer als erwartet. Ein gutes Zeichen: Dareus hat mich so schon schwer beeindruckt, sollte wie Seymour auch als End in der 3-4 Defense spielen können.

Stephen Paea, DT Oregon State. Hab ihn nur zweimal gesehen, da war er nur mäßig auffällig. Wird aber von allen Experten als 1st-Rundenpick angesehen, weil nicht viele Running Backs über ihn drüberlaufen werden.

Linebackers

Auffällig: Es gibt kaum klassische Inside und Outside LBs. Wir haben es mit einem Pulk an Jungs zu tun, die „allgemeingebildete“ Spielertypen sind und z.T. auch Defensive End draufhaben. Der beste Mann fehlt: Travis Lewis bleibt in Oklahoma. Dafür haben wir eine großartige Geschichte dabei.

Mark Herzlich, MLB Boston College. #94. Herzlich hat seinen Kampf schon gewonnen – den gegen einen seltenen und sehr unguten Knochenkrebs. Kämpferqualitäten sind etwas, was die NFL schätzt. Sehr sogar. Wird in jedem Umkleideraum ein emotionaler Leader sein. Mark, Herzlich willkommen in der NFL!

Einen Fan auf dieser Seite des Atlantiks hat der Mann schon. Der sitzt gerade in Südtirol.

Von Miller, OLB Texas. Hat sich schon den Ruf als harter Knochen erarbeitet, weil er häufig trotz Verletzungen spielt. Das beeindruckt NFL-Scouts. Starker Pass-Rusher, der auch schon DE gespielt hat. Kreativer Choreograf für Sack-Tänzchen. Irgendwo in Top-10-Nähe, aber vielleicht ein Riesenflop.

Akeem Ayers, OLB UCLA. Sehr kompletter Spieler, der noch lieber in die Deckung geht, als auf Blitzes. Gilt als unkonstant.

Greg Jones, OLB/MLB Michigan State. Ein Spieler, der schneller am Ort des Geschehens ist als du seinen Namen aussprechen kannst, und einer, der dir 10 Tackles pro Spiel macht. Spielte in der Capital One Bowl zuletzt voll durch, obwohl seine Spartans hoffnungslos – und ich meine hoffnungslos – in Rückstand waren.

Defensive Backs

Die NFL ist im Begriff, Defenses „von hinten“ bauen müssen zu glauben. Will heißen: Statt dominante Defensive Lines zusammenzuzimmern, tendiert man mehr dazu, zuerst dominante Safeties und Cornerbacks einzukaufen. Spieler wie Polamalu, Reed oder Revis dürften da nicht ganz unschuldig an der Meinung sein – für sie werden mittlerweile eigene Gameplans entwickelt.

Patrick Peterson, CB LSU. Brutal schneller Mann, der als neuer Devin Hester gilt. Sensationeller Punt Returner, keine Frage. Deckt in der Seconodary alles ab, was abzudecken ist. Sicherer Top-10 Pick, mit Option auf mehr.

Prince Amukamara, CB Nebraska. Nach „Ndamukong“ wieder so ein unaussprechlicher Name von der University of Nebraska. Diesmal nichts mit Indianern zu tun, sondern Wurzeln in Nigeria. Amukamara ist ein Athlet vor dem Herrn, aber ein unkonstanter und zuweilen laxer Knabe und keiner.

Brandon Harris, CB Miami. Log noch vor ein paar Tagen schamlos, als er ankündigte, im College zu bleiben. Geht jetzt doch in die NFL, weil CB Janoris Jenkins im College bleibt und für Harris eine höhere Draftposition herausschaut. Wurde in der Sun Bowl böse von Malcolm Floyd verbraten.

Rahim Moore, S UCLA. Gilt als Top-Safety, wird aber wohl nicht in Runde #1 gedraftet werden, obwohl ein Abfangjäger wie Ed Reed.

Jeron Johnson, S Boise State. Johnson hat mir in der Las Vegas Bowl extrem gut gefallen. Kleiner, kräftiger Mann mit Nehmerqualitäten. Wird aber kaum in den ersten 2-3 Runden weggehen.

Ras-I Dowling, CB Virginia. Letzter Mann in dieser Vorschau. Okay, ich hab den Mann nie spielen sehen. Aber der Name… schlicht und ergreifend köstlich.

AFC Divisional Playoffs 2010/11: New England Patriots – New York Jets

[02h08] Rex Ryan (sinngemäß) in der PK:

Es war nicht nur das Duell zwischen mir und Belichick. Dieses Duell habe ich verloren. Aber das entscheidende Duell war zwischen den Spielern und den Assistenztrainern. Das haben wir gewonnen.

[02h04] New York hat sich den Sieg mit einer überragenden Defense verdient. Sie haben die auch von mir gehypte und hoch gelobte Offensive Line der Patriots mit relativ wenigen Leuten kaputt gemacht. Damit hatten sie zig Leute in der Coverage und deckten alles zu. CB Darrelle Revis ist der lebende Beweis, dass es den „Shutdown Corner“ gibt. Nur selten musste New York Leute für Blitzes aufgeben – und in dem Fall war der Rush so schnell durch, dass Brady nicht werfen konnte.

New England hatte keinen Rhythmus und brachte keine Punkte zustande. Verdienter Sieg der Jets. Aber die Patriots haben mit ihrem Phlegma auch ihre Schippe beigetragen.

Damit sind beide #1 raus. Ich hatte es geschrieben: So eng habe ich die Top-6 der NFL noch nie zusammen gesehen. Trotzdem hatte ich zumindest fest mit einem Patriots-Sieg gerechnet.

Die Conference-Finals am nächsten Sonntag sind zweimal #2 gegen #6:

21h Chicago Bears – Green Bay Packers (NFC)
00h30 Pittsburgh Steelers – New York Jets (AFC)

Man kann sogar argumentieren, dass in beiden Fällen die #6 favorisiert ist. Aber ich sehe (mal wieder) nicht, wie die Jets das in Pittsburgh gewinnen können.

[01h44] EndstandNew England 21, N.Y. Jets 28. Sensation. Ich bin gerädert. Und over.

[01h43] New England 21, N.Y. Jets 28.Bend but don’t break. Die Patriots scoren. 24 Sekunden sind noch auf der Uhr. Der Onside Kick folgt in Sekunden.

[01h37] New England 14, N.Y. Jets 28. RB Shonn Greene macht den TOUCHDOWN. Das dürfte es gewesen sein. Und Ryan watschelt die 50yds in die Endzone.

[01h35] Der Onside Kick misslingt und CB Cromartie riskiert Kopf und Kragen und gewinnt: Return in die RedZone. Einen Fehlkick mal ausgeschlossen, gewinnen die Jets dieses Spiel.

[01h33] New England 14, N.Y. Jets 21. Ziemlich verrückt. Die Patriots müssen das Field Goal nehmen und sprinten völlig grundlos rein, um vor der Two-Minute-Warning zu kicken. Der Kick geht daneben, aber die Warning war schon erreicht. Völlig sinnlos, da es überhaupt keinen Unterschied gemacht hätte. Die Uhr wäre eh gestoppt worden.

[01h25] Adrenalinspiegel ist wieder im Begriff zu steigen. Die Jets werden innerhalb von gefühlten Sekunden gestoppt und dann kann PR #11 Julian Edelmann beim Punt zwei Kilometer geradeaus laufen. Die Patriots sind in der Nähe eines Field Goals. Das würde erstmal reichen – wenn die Jets nicht mehr scoren. Knapp drei Minuten noch. Pats mit 2 Timeouts.

[01h18] 5:15min vor Schluss scheitern die Patriots bei einem 4th down an der NYJ 34. Drei Timeouts für New England. Aber es braucht zwei Scores. Und die Jets sind nicht allzu weit von einem Field Goal entfernt…

[01h02] New England 11, N.Y. Jets 21. 7yds-Catch Holmes. Gleich zu Beginn kann WR Cotchery fast durchlaufen (58yds). Kurz danach ist WR Santonio Holmes im hintersten Eck der Endzone frei und mit einem artistischen Catch – fast wie der in der Superbowl damals. Es schnackelt Punkte und Touchdowns.

[00h53] New England 11, N.Y. Jets 14. 2yds-Pass auf TE Crumpler. Das Tempo angezogen. Und plötzlich funktioniert alles bei den Patriots. Zweimal ist WR Branch offen und CB Revis nicht im Bilde bzw. auf Raumdeckung getrimmt. Die 3rd downs, die noch das ganze Spiel nicht verwertet wurden, werden umgewandelt. Das Laufspiel ist bei den zwei Versuchen effizient. Und die Jets haben kein Mittel. Sogar die 2pt-Conversion passt. Es ist ein direkter Snap auf RB Sammy Morris. Was auch immer der OffCoord gesehen hat: Plötzlich ist Leben in der Bude.

[00h34] Nächster Versuch. Crumpler ist als Blocker gegen DE/OLB Pace hoffnungslos überfordert und die Pats haben Glück, dass Bradys Fumble im Team bleibt. Generell gilt: Gefühlt hat jeder Blitz der Jets Erfolg. Es ist noch früh, aber Spielverlauf und Körpersprache deuten schön langsam gen Sensation.

[00h24] Die Offensive Line kriegt immer noch nicht den Schutz für die Backs zustande. Zu wenig Zeit für Brady, sich seine Receivers auszugucken.

[00h16] So. Adjustments-Watching.

[00h08] HalbzeitNew England 3, N.Y. Jets 14. Eine überraschende erste Halbzeit. Überraschend, weil die Jets die Offense der Patriots bisher mit viel Druck auf QB Brady, notfalls mit Blitzes, und hautenger Deckung in der Secondary und in der Linebackers-Zone abwürgen. Überraschend auch, weil New England fehleranfälliger als normal spielt: Bradys überflüssige INT, der fallengelassene Touchdown, der Fumble beim Fake Punt.

Die Defense ist brutal anfällig gegen Play-Action-Fakes. Fast jedes Mal ist ein Receiver meilenweit offen und mittlerweile wirft Sanchez auch besser. Dazu kommt viel eingesetztes Laufspiel, nicht überaus effektiv, aber genug, dass die Defense aggressiv auf die Fakes reagieren muss.

Man kann drüber diskutieren, ob die Pats den Punt Fake spielen müssen. Ohne hätten die Jets vielleicht nicht mehr gescort. Die Defense sah direkt danach völlig überwältigt aus. Als hätte es keine Möglichkeit gegeben, dass der Fake NICHT erfolgreich sein würde…

[23h58] New England 3, N.Y. Jets 14. Das Pendel ist gen Jets geschwenkt. RB Tomlinson mit langem Lauf, WR Edwards mit dem TD über 15yds und von zwei Verteidigern nicht umzureißen. Noch 33 Sekunden. Die Patriots-Defense sieht grad ziemlich überrollt aus.

[23h56] Eier-Anfall in Foxboro. Die Patriots wollen in der eigenen Hälfte einen Punt-Fake ausspielen. Weil Pat Chung den Ball bei der Annahme fumbelt, geht die Geschichte schief. 1:14min, 3 Timeouts und ca. 40yds für die Jets. New York sollte scoren. New England kriegt als erstes den Ball in der zweiten Hälfte, onside kick außen vorgelassen…

[23h35] Die Aggressivität, mit der die Jets-Defense zu Werke geht, wird New England Kopfzerbrechen bereiten. Tom Brady hüpft ziemlich aufgeschreckt in der Pocket herum, findet lange keine Receiver und tut sich schwer, Rhythmus in die Offense zu bringen.

[23h33] Beutelbaerchen tickert auch wieder live mit.

[23h28] New England 3, N.Y. Jets 7. Anfangs eine zähe Geschichte. Aber bei 3rd down kauft sich Sanchez genug Zeit und ein traumhafter langer Ball auf WR Braylon Edwards, der auch sauber gefangen wird. Kurz danach erntet RB Tomlinson per kurzer Pass-Reception den Sechser. Schön – das Spiel ist spannend.

[23h24] Recht aggressiv, wie die Jets-Defense da zu Werke geht. Die Offense Line der Patriots wird mit viel Hitze über die Mitte unter Druck gesetzt, und wenn dann auch noch außen herum ein Safety daherkommt…

Brady schon 3x gesackt.

[23h18] Die Jets sind den Tick lauflastiger. Viel mehr kann man noch nicht herauslesen. Außer, dass QB Mark Sanchez schon zweimal sehr ungenau geworfen hat. Gefährlich, wenn die Safetys in der Nähe sind…

[23h09] New England 3, N.Y. Jets 0. Ziemlich unbeeindruckt und den ganzen Kader mit einbeziehend wandern die Patriots wieder in Richtung Jets-Endzone und selbst verstärkter Druck kann sie nicht bremsen. Am Ende kostet ein ganz einfacher Drop von TE Crumpler in der Endzone den Touchdown.

Okay, waren zwei Sacks der Jets (DE Ellis) drunter, aber den Touchdown haben die Patriots sich selbst kaputt gemacht. Gegen die schnelle Offense sehen die Jets aber gar nicht gut aus.

[22h56] New England marschiert im ersten Drive mit einer Leichtigkeit und Variation das Spielfeld hinunter und der Touchdown nur mehr eine Frage der Zeit. Und dann macht Tom Brady die lange erwartete und überfällige Interception. Nach 300+ Versuchen. RB #42 Green-Ellis nicht genau getroffen, LB Harris springt dazwischen und returniert in die RedZone.

Dort marschieren die Jets – rückwärts. Das Field Goal wird dann auch standesgemäß verkickt.

[22h45] Wes Welker hat irgendwas über Rex Ryan gelästert. Belichick fands nicht lustig und so wird Welker zu Beginn des Spiels erstmal auf die Bank gesetzt.

[22h41] Die Patriots deferren.

[22h40] Pünktlich zum Höhepunkt des Wochenendes ist jetzt auch dogfood bei Allesaussersport mit dem Live-Blogging eingestiegen.

[22h27] Die Patriots werden TE Aaron Hernandez einsetzen können. RB Fred Taylor dagegen nicht, aber es sollte ein verschmerzbarer Ausfall sein. Die beiden größten Namen auf der Inactive-Liste der Jets: OLB-Flop Vernon Gholston und, und das tut weh, KR/PR/Allzweckwaffe Brad Smith, der hie und da bei Trickspielzügen eingebaut werden konnte.

[21h38] Nicht vergessen: Chicago – Seattle läuft noch.

[21h33] Ein paar einleitende Worte zum finalen vierten Spiel an diesem Wild-Card-Weekend: New England Patriots vs. New York Jets.Es ist das meistdiskutierte Duell von allen – mehr in der Vorschau. Zwei Franchises, die sich nicht ausstehen können und die das auch ganz offen zugeben. Ein Blick auf das Titelblatt der New York Times von heute, 16.1.2011 (via Jan-Hendrik Böhmer):

New York Post Cover von heute, 16.1.2011

New York Post - ©Newseum

New England ist der Favorit. Sie haben eine Bilanz 14-2 aufzuweisen, sie haben mit Bill Belichick den dekorierteren Coach, mit QB Tom Brady den mutmaßlichen NFL MVP und sie haben vor wenigen Wochen die Jets 45-3 malträtiert. Bei all dem Hype kriegt ein Aspekt wenig Beachtung: Die überragende Arbeit der Offensive Line. Eine Offensive Line, in der mit Sebastian Vollmer auch der einzige Deutsche in der NFL spielt. Eine Würdigung von Spox’ Jan-Hendrik Böhmer.

Oft diskutierter Faktor bei Spielen in Foxboro: Das Wetter. Diesmal kommt es Couleur „sonnig, aber ziemlich kalt“ daher. Windig und Temperaturen bis -10°C waren vorhergesagt. Und hier der Blick ins Stadion.

NFC Divisional Playoffs 2010/11: Chicago Bears – Seattle Seahawks

[22h22] Endstand Chicago 35, Seattle 24. Chicago wird abknien. Gibt nicht viel zu sagen: Chicago war in allen Belangen überlegen.

Besser und ausbalancierter in der Offense – erst mit dem überlegenen TE Olsen, dann mit dem immer besser eingestreuten Laufspiel.

Besser in der Defense – wie oft ist da die Pocket kollabiert? Wie viel Laufspiel haben die Seahawks gehabt?

Besser in den Special Teams – Hester wurde irgendwann einfach gemieden. Dazu waren die Punts der Seahawks nicht wirklich prall.

Seattle dagegen so, wie man sie letzte Woche erwartet hatte. QB Hasselbeck war nicht schlecht aufgelegt. Aber wenn deine Receivers gar nichts fangen bzw. erst, wenns nur mehr um Geschmacksverstärker geht, kannstdugegenkeinenGegnerbestehen.

Trotz allem: Restlos überzeugend war Chicago nicht. Die Drives hatten nicht konstant Zug drin. Green Bay wird schon ein anderes Kaliber und dürfte als leichter Favorit in das Spiel gehen. Das älteste Spiel der NFL. Erst zum zweiten Mal in den Playoffs.

Das erste Mal haben nur die Älteren unter uns erlebt. Es war 1941.

[22h12] Chicago 35, Seattle 17. 3yds-Pass auf WR Mike Williams. Spektakulärer TD. Um ein Haar die INTs für CB Charlie Tillman – den Ball fängt diesmal Williams. Der hatte seine Drops schon. Garbage Time Touchdowns zum Aufpolieren der Stats, aber Seattle kann die Eindrücke nicht mehr schönen.

[22h03] Chicago 35, Seattle 10. 39yds-Pass auf TE Kellen Davis. 3rd and 1 für die Bears. Play-Action, und Cutler kann den ganz normal geradeaus gelaufenen Davis bedienen. Im letzten Moment springt noch Safety #29 Thomas rein, kommt nicht mehr an den Ball. Chicago hat damit Uhr runtergelaufen UND sogar noch einen Touchdown draufgelegt.

[21h45] Chicago 28, Seattle 10. Angesichts des Drucks, den QB Hasselbeck mal über die Mitte, mal über die blinde linke Seite kriegt, ist das ein Wunder. Der völlig unmotivierte HB-Pass von Forte somit bestraft. 9 Spielzüge, 33yds. Nicht mal 4yds/Play. An der Goal Line werden haufenweise Receivers aufgestellt. Im dritten Versuch ist WR Mike Williams frei. „Nur“ noch 18 Punkte.

[21h37] Ich habe angesichts des dahinplätscherndes Spiels in Chicago schon mal den Thread für das AFC-East-Duell New England – N.Y. Jets aufgemacht.

[21h32] Weil es zur Verletzung von eben (CB Trufant) passt: ESPN.coms Chris Mortensen hat erst heute Nachmittag über die Ausrüstung geschrieben.

[21h25] Chicago 28, Seattle 3. Nach abgefälschten Bällen in der Endzone nimmt Pete Carroll in der RedZone das Field Goal. Damit ist der/das Shutout verhindert. Anderen Sinn sehe ich nicht darin, bei 0-28 Ende des dritten Viertels Field Goals zu schießen.

[21h18] Chicago 28, Seattle 0. Wieder läuft Cutler selbst durch. Jetzt sind die Ersatz-Sargnägel gleich auch noch eingeschlagen. Ein unrhythmischer Drive mit einem Schlüsselspielzug: Langer Ball auf einen weit offenen WR #13 Johnnie Knox. Der Rest ist klein-klein und Chicagos Skill Player haben stets alle Räume und Zeiten dieser Welt. Wieder sieben Minuten von der Uhr genommen, noch 4:19 im dritten Viertel. Cutler macht noch was, um Sympathiepunkte zu sammeln – hätte man nach unten verlinktem Artikel nicht glauben können.

[21h11] Die Minuten sind grad wieder bange. Diesmal liegt CB Marcus Trufant seit Minuten regungslos am Boden. Auf dem ganzen Feld verstreut schicken Freund und Feind ihre Stoßgebete ein paar Etagen höher.

[21h01] Oh my gosh. Wie alt ist Mike Tice geworden?

[20h57] Ich meine, ich schätze ja schnelle und präzise ausgeführte Arbeit. Aber ein Footballfeld effizient vom Schnee räumen? Nicht gerne sehen.

[20h41] Halbzeit Chicago 21, Seattle 0. Chicago braucht noch nicht mal eine gute Vorstellung. Seattle ist in Offense und Defense einem 7-9 bzw. 8-9 Team angemessen. Viele offene Räume und inkonsequentes Tackling in der Defense. Die Offense hatte bisher 7 Drives. Resultat: 7 Punts. Und es sind Drives, die über nicht mehr als 3-4 Plays gehen. Seattles Receiver mit Zitterfingern, aber auch das Playcalling finde ich suboptimal: Da wird mit jedem Wurf das 1st down gesucht und Laufspiel wird merkwürdigerweise gemieden wie die Pest: 8 Rushes, darunter 1x Option.

Hasselbeck hat 10 Completions für 84yds. Cutler nur 8. Für 177yds. Chicago setzt Laufspiel immer mal wieder ein und macht 4,4yds/Lauf.

Genickbruch für Seattle sind aber die 3rd downs: 1-von-8. Ich gebe Seattle keine Chance auf ein Comeback in diesem Spiel.

[20h34] Das Spiel gibt nicht viel her, daher eine ziemlich faszinierende Geschichte: QB Matt Hasselbeck erlebt heute schwere Zeiten auf dem Feld. Aber das ist nix im Vergleich zu dem, was der Mann schon alles gesehen hat: Matt Hasselbeck hat einen Blitzschlag überlebt. So did seine Ehefrau Sarah. Noch krasser: In einer Leprakolonie im Kifferparadies Jamaika rettete Hasselbeck einst ein Kind vor dem Ertrinken in einer Jauchegrube! Der Dank: Hasselbeck bekam Hepatitis. Für die Interessierten: Hier ist die ganze, faszinierende Geschichte.

[20h26] Es geht einfach nicht. QB Hasselbeck wirft phasenweise ganz anständige Bälle, aber da wird einfach zu wenig gefangen. Nicht jeder Pass ist ein Muss zum Fangen, aber: Die schiere Masse an fallengelassenen Bällen ist Wahnsinn. Und auch der Punt ist zum zweiten Mal sehr wackelig – und diesmal tut’s richtig weh: 150 Sekunden und Chicago darf in der gegnerischen Platzhälfte beginnen.

[20h18] Die Seahawks hatten heuer viele Probleme. Eins davon: Sie haben sich immer wieder ohne Gegenwehr abschlachten lassen. Nach 21 Minuten und 21 Punkten Rückstand mal wieder eine Lebenszeichen: Die Bears nach einem runden Drive samt Laufspiel doch noch vor Scoring Range abgewürgt.

[20h01] Chicago 21, Seattle 0. 6yds Lauf Cutler. Schwarzer Tag für Seattles Defense. Null Pass-Rush, null Zugriff auf TE Olsen, ausrutschende Verteidiger überall und schwache Deckung. Das Spiel erkläre ich im Prinzip für entschieden. 10:07min noch im zweiten Viertel.

[19h45] Chicago 14, Seattle 0. 1yds-Run RB Chester Taylor. Keine 14 Minuten gespielt, aber schon 14 Punkte Vorsprung für die Bears im Schneegestöber von Chicago. PR Devin Hester leitet den TD mit einem langen Return ein. TE Greg Olsen ist mächtig im Game Plan drinnen und ist auch für Linebackers nicht zu decken. Die Goal Line-Bastion fällt im fünften oder sechsten Versuch – unter anderem nach einer Anfallvonhirntot-Aktion Cutlers, der einen Ball direkt in die Hände eines Verteidigers wirft. Aber der fängt auch nicht besser als die Hawks-Receivers.

[19h36] Ich mache keinen Hehl daraus, dass eingangs erwähntes „Schnee, der soll erst in der Nacht kommen“ Schmarrn war. Der Schneefall wird intensiver. Playoff-Wetter. Und Seattles Receivers haben heute die Butterfinger mitgenommen. Schon zwei Drops bei 3rd downs und damit zum dritten Mal ein Drive mit Punt beendet.

[19h31] Ich habe QB Jay Cutler bisher stets verabscheut wie die Pest. Bis ich diesen Artikel bei ESPN gelesen habe. Zugegeben, kein Meisterwerk und auch kein positives Bild von Cutler zeichnend. Strange, aber das Ausmaß der Verabscheuung ist seitdem etwas kleiner.

[19h21] Weil Seattles TE Carlson nach einem bösen Aufprall mit dem Kopf auf der harten Seitenlinie minutenlang behandelt werden muss, ist drüben money making angesagt. Gnadenlos wird eine Werbepause nach der anderen eingepflaumt. Carlson macht auch beim Abtransport keinen Zucker.

[19h12] Chicago 7, Seattle 0. Das ging schnell. Erster Drive, dritter Spielzug. QB Cutler mit dem langen Ball auf TE Greg Olsen, der einen Defensive Back mal eben locker abhängt und geradeaus 58yds in die Endzone durchläuft.

[18h23] Beide Mannschaften haben alle fraglichen Spieler fit gekriegt. MLB Lofa Tatupu, das Herz der Seahawks-Verteidigung, spielt trotz Gehirnerschütterung am letzten Samstag mit.

[17h48] N’Abend allerseits. Chicago Bears vs. Seattle Seahawks steht an – das gefühlt einseitigste Duell an diesem Wochenende. Ich verweise auf meine Vorschau. Für Seattle spricht eigentlich kaum etwas.

Gestern wurden die ersten beiden Vögel gerupft – Raben und Falken. Und das Vogelsterben wird heute weitergehen, wenn nicht eine noch größere Sensation als am letzten Wochenende passiert. 2010/11 ist keine Saison für die Raubvögel. Auch wenn Oasjs da nicht ganz so überzeugt davon ist.

Throw-Away-Fact: Dank beutelbaerchen wissen wir, dass Chicago zum ersten Mal seit Superbowl XLI ein Playoffspiel bestreiten wird. Superbowl XLI war vor vier Jahren in Miami das Gewürge im strömenden Regen, ein Duell zwischen zwei fehlerträchtigen Mannschaften ohne würdigen Sieger. Nach Jahren im Niemandsland nun also die Rückkehr der Bears. Es wird einige Grad unter Null haben, aber der Schnee, der soll erst in der Nacht kommen. Für den vollen Football-Genuss leider ein paar Stunden zu spät.

NFC Divisional Playoffs 2010/11: Atlanta Falcons – Green Bay Packers

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[09h28] Der Vollständigkeit halber: Endstand Atlanta Falcons 21, Green Bay Packers 48. Beutelbaerchen weißt in den Kommentaren auf darauf hin, dass KR Eric Weems mit 195yds genau einen Yard mehr Raumgewinn gemacht hat als Atlantas komplette Offense. Ein gutes Schlusswort, wie ich finde.

[05h00] Slapstick zum Abschied. QB Matt Ryan fumbelt beim Versuch zu sneaken den Snap. Während QB Rodgers immer noch wirft, verabschiede ich mich. Was nehme ich mit?

Green Bay ist gefährlich. QB Aaron Rodgers jedes bisschen Hype wert, mit dem auch ich ihn gehypt habe. Aber man sollte nicht vergessen, mit welcher Secondary und mit wie wenig Druck er es heute zu tun hatte. Chicago wird ein anderes Pflaster.

Atlanta war auf allen Ebenen eine einzige Enttäuschung. QB Matt Ryan beim angekündigten Outcoming mit einer schwachen Performance. Die INT kurz vor der Pause hat das Spiel letztlich entschieden. Auch wenn Green Bay ansonsten trotzdem Drive für Drive Punkte zwischen sich und Atlanta gelegt hätte.

Verdienter Kantersieg, keine Frage. Aber bitte die Verfassung des Gegners im Auge halten, ehe man Green Bay schon jetzt zum Superbowl-Champ hochjazzt. Good night.

[04h53] Ah ja. Frank Reich.

[04h48] Atlanta 21, Green Bay 42. FOXes Joe Buck spricht gerade von Falcons take it over, looking for a miracle here at home. Hach ja, Green Bay hat grad ein Field Goal verschossen. 21 Punkte für 12:55 Minuten. Jo. Ist schon mal aufgeholt worden. Und ich brauche Gründe, wach zu bleiben.

[04h40] Atlanta 21, Green Bay 42. Die Packer-Defense spielt mit halber Kraft. TD Roddy White. Kommt jetzt ein Onside Kick? Oder QB Matt Flynn, der Mann von der Robert Lee High School?

[04h26] Atlanta 14, Green Bay 42. Ich glaube nicht, dass eine #6 jemals eine #1 in den Playoffs so in Grund und Boden gespielt hat. Atlantas Vorstellung ist nur noch absurd. Was haben die zwei Wochen lang gemacht?

Das lange U steht für Kuhn. Die Fans haben nicht mal mehr die Kraft, es zum Booo zu machen.

Fünfter TD in Serie. Wäre der Kickreturn nicht gewesen, es wäre der sechste.

[04h16] Irgendwann zu Beginn des Spiels wurden mal 99dB im Georgia Dome gemessen und man fieberte, ob die 100 geknackt würden. Jetzt ist man gespannter, wann die Reihen beginnen, sich zu lichten. Die Falcons hatten trotz der starken Regular Season auch heuer Probleme, den Dome zu füllen. Und die Fans werden heute nicht grad animiert, zu bleiben.

[04h09] Atlanta 14, Green Bay 35. Es wird Zeit, die Abgesänge auf Atlanta anzustimmen. DE John Abrahams Energieanfall verpufft wirkungslos, weil Rodgers’ Armada weitermacht wie gehabt. Achja, und jetzt funktioniert sogar der Lauf wie am Schnürchen, weil Atlantas Defense grad die glitschigen Handschuhe angezogen hat.

Die Secondary war eine augenscheinliche Schwäche, ja. Aber dass die gesamte Defense in Kombination mit schwachem Pass Rush ein so derart jämmerliches Bild abgeben würde… Nope, das war dann nicht zu erwarten.

QB Aaron Rodgers mit einer fantastischen Performance. Green Bay spielt wie der NFC-Superbowltipp, als den ich Green Bay im Sommer gesehen hatte und den ich zwischendurch schon geneigt war, abzuschreiben. Das wäre damit zurückgenommen.

[03h51] Vier Touchdowns für Green Bay im zweiten Viertel. Und CB #38 Tramon Williams erlebt grad saubere Zeiten: Letzte Woche Vicks Pass zum Sieg abgefangen. Heute zwei INTs. Einmal den TD verhindert. Und einmal den TD gleich selbst gemacht.

[03h41] Halbzeit Atlanta 14, Green Bay 28. Wird Zeit, die Superlative auszupacken. 10 Sekunden auf der Uhr, Atlanta ohne Timeouts. Versucht, das Field Goal kürzer zu machen. Ryan mit dem Pass links raus und CB Williams springt rein, INT und zum TOUCHDOWN returniert. Atlanta schmeißt sein Spiel und seine Saison weg.

Eine furchtbare Halbzeit für die Falcons. Die Defense lässt sich nach Strich und Faden vorführen. Green Bay mit langen, langen Drives über 81 und 92yds, bei denen Laufspiel höchstens Alibi-Funktion hatte. Die Secondary wird VERBRANNT. Und zwar Spielzug für Spielzug.

Auf der Gegenseite reicht den Packers pro Drive ein Energieanfall von OLB Clay Matthews auf einer Blitz-Route, um den Drive zu beenden. Und beide INTs nicht wirklich notwendig. Oder besser: Völlig sinnlos. Vor allem die letztere ein Anfall von „hirnamputiert“.

Wenn Atlanta nicht schnell Adjustments hinkriegt, ist die Saison fürn Popo.

[03h33] Atlanta 14, Green Bay 21. Und es schaut ja alles so spielerisch aus. QB Rodgers kriegt Zeit, scrambelt notfalls ein bisschen durch die Halle und findet einfach JEDES Mal einen Abnehmer. 42sek vor Halbzeit überspringt WR James Jones (1,85m) mal eben CB Brent Grimes (1,78m) um 10-15cm und pflückt die Kirschen aus der Luft. Das wird noch bitter für Atlanta heute. Nein: Das ist schon bitter.

[03h19] Eigentlich ein Spiel ohne Secondarys und Pass Rush. Ehe Green Bay nahe der RedZone beginnt, Defensive-Backs-Blitzes einzusetzen. Ergebnis #1: Sack gegen QB Ryan. Und einen Spielzug später hat Ryan zwar dank 3-Mann-Rush viel Zeit, lupft dann einen Ball, der nach „Verhungere, Verhungere!“ schreit, in die Endzone. INT für DB Williams und drei verschenkte Punkte der Falcons. 2:22min in Halbzeit 1 to go.

[03h09] Atlanta 14, Green Bay 14. Während die einen einfach durchlaufen, müssen die anderen arbeiten und schwitzen. Resultat ist dasselbe: Touchdown. Rodgers mit einem PASSFEUERWERK. At his best. Ob schnell oder im Lauf aus der Pocket: Rodgers mit einer einzigen Incompletion und einer Orgie an präzisen Bällen, und die WRs mit teils spektakulären Catches.

Atlantas Pass-Defense schaut ziemlich hoffnungslos aus. Schlampige Deckung bzw. Strafen prägen das Bild. Besorgnis erregend.

Am Ende verwertet RB Kuhn. Hinter dem Teilzeit-FB B.J. Raji.

[02h56] Atlanta 14, Green Bay 7. #14 Eric Weems. Ein spektakulärer Kickoff-Return. Drei, vier Fakes per Tippelschritte und ohne Berührung 102yds durchgelaufen. Wie schrieb ich? Die Special-Teams-Coverage der Falcons als Schwäche? Dass die Falcons auch mit einem Pro-Bowl-Returner aufwarten, stand da nicht. Jetzt wissen wir das auch. Und schon hat sich das Wachbleiben gelohnt.

[02h53] Atlanta 7, Green Bay 7. Unendlich langer Drive der Packers. 13 Plays, 81 Yards. Rodgers bringt jeden Ball an den Ball, großteils kurze, schnelle Pässe. Erst gar nicht zulassen, dass irgendetwas Rot-Schwarzes vor Rodgers auftaucht. Keine spektakulären Würfe für QB Rodgers, aber im Mix mit Laufspiel ist die Effizienz die Maxime. Touchdown macht WR Jordy Nelson, der schon mit 3rd-down-Catches den Drive am Leben erhielt.

[02h47] Deutschland schläft nicht. Live-Ticker bei Beutelbär.

[02h44] Dem langen UUUUUUUUUUUUUUUUUUUUH für RB Kuhn nach zu urteilen, sind wieder einige Packers-Fans im auswärtigen Stadion. War in Philly auch schon so gewesen.

[02h37] Atlanta 7, Green Bay 0. Nach dem Matthews-Sack gegen QB Ryan sah es schon nach gestopptem Drive aus. Am Ende wird RB Michael Turner nach 7 Plays, 48yds in die Endzone gedrückt.

[02h28] BIG PLAYS auch hier. 3rd and 13, QB Aaron Rodgers findet den offenen WR James Jones Greg Jennings, der durchläuft. Bis ihm auf einmal der Ball aus der Hand geschlagen wird. CB #20 Grimes mit einem wilden Return. Turnover #1 und es dauerte kein halbes Viertel.

[02h23] Green Bay deutet schon an, wie sie Atlanta bremsen wollen: Viel, viel Hitze in die Fresse von QB Matt Ryan schicken. Atlantas Gegenrezept: Warten, warten, warten. Um im letzten Moment auf WR Roddy White zu werfen.

[02h14] Die Fähnchen-Choreografie im Georgia Dome erinnert ja schon mal an Parteitage bei Kim Jong Il.

[02h08] Zweites Spiel. Falcons – Packers. Vorschau gibt es an dieser Stelle. Und vorerst weiterhin mit dem innovativen KLICK-DEN-LINK-Link direkt unter dem Header.

AFC Divisional Playoffs 2010/11: Pittsburgh Steelers – Baltimore Ravens

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[02h01] Endstand Pittsburgh Steelers 31, Baltimore Ravens 24. Jo. Völlig verrücktes Spiel gewesen – und nach einem unnötigen Drop von T.J. Houshmanzadeh beim 4th down zu Ende. Die Steelers mit heftigem Druck durch Blitzes beim letzten „Drive“. Flacco unter Druck bekam nix mehr gebacken.

Ich denke, ich muss meine Top-10 NFL-Spiele umschreiben. DIESES Spiel gehört da rein. Baltimore im Selbstzerstörungsmodus im dritten Viertel, fing sich im Schlussviertel einigermaßen.

Das Spiel haben sich die Steelers aber verdient mit dem, nein: DEM Call. Beim laaaaaaaaaaaaaangen 3rd down zwei Minuten vor Schluss eine tiefe Bombe werfen, genau in die Arme, samt fassungslosem Catch von WR Emanuel Sanders – ein Rookie. Verwegen. Und daher verdient.

Baltimore hatte immer dann Zugriff auf Roethlisberger und das Pass-Spiel, als man zusätzliche Rusher losschickte. Drei-Mann-Druck und dichte Coverages dagegen eher ineffizient. Und am Ende tödlich, trotz der minutenlangen Verteidigung der Goal Line.

Ein Spiel mit 55 Punkten. Bei INSGESAMT 389 Offensiv-Yards. Richtich, beide Teams zusammengerechnet. Dazu kommen 167 Yards durch Strafen – auch die Summe beider Teams.

Die Steelers haben das zurecht gewonnen. Aber sie haben es nur gewonnen, weil Baltimore es weggeschmissen hat.

[01h54] Ich meine… Squib? Baltimore hat 87 Sekunden, und beginnt an der PIT 48.

[01h52] Pittsburgh 31, Baltimore 24. Das dritte Mal hält die Defense nicht. Das dritte Mal im dritten Down. RB Mendenhall powert sich durch. Ganz großer Sport von Offensive und Defensive Line.

1:33min to go. Baltimore hat ein Timeout. Und kriegt eine 15yds-Strafe nach einem Personal Foul der Steelers.

[01h50] Ziemlich verwegen. Pittsburgh WIRFT an der Goal Line. Baltimores Defense fängt sich ein tödliches Holding ein. Und die Lines geben sich die Kante. Kein Durchkommen über die Mitte…

…und an der Seitenlinie rastet John Harbaugh jetzt ganz aus. 3rd and goal. 1:39 to go. Ravens mit einem Timeout und wir sind an der 2yds Line.

[01h44] Two-Minute-Warning. PIT mit einem 3rd down in der gegnerischen Platzhälfte. Was tun? Big Ben Roethlisberger mit einem fassungslosen tiefen Ball genau in die Arme von WR Sanders! PIT kann schon in die Endzone greifen. 2-3yds noch.

Und wieder nur Rush mit 3 Leuten. 8 Mann in der Deckung. Und Sanders kann zwischen zwei DBs durchlaufen. Ziemlich… beschissen für die Ravens.

[01h34] Ich verspüre grad kein Bedürfnis, meinen Koffeinspiegel weiter zu dopen. Und am Horizont dämmert schon die Overtime…

[01h31] Pittsburgh 24, Baltimore 24. Jo. Die Ravens hätten nicht laufen sollen. Da ging nämlich nix. 3:54min to go.

[01h27] 55yds Punt Return der Ravens zum Touchdown durch ein Holding zurückgepfiffen. Schade. Hätte nicht besser ins Bild passen können.            

[01h22] Langweiliger Ravens-Drive. Null Punkte. Null Fumbles. Noch 7:34min.

[01h11] Pittsburgh 24, Baltimore 21. Ähh. Field Goal-Versuch der Steelers – UND ALLES LÄUFT NACH PLAN?

Pittsburgh spielte in der gegnerischen RedZone ein 4th down aus, aber drei Plays später kollabierte die Pocket und OLB Suggs mit dem nächsten Sack. Baltimore bleibt damit im Spiel, dank Defense, die noch randvoll mit Testosteron ist.

[01h07] Ende drittes Viertel, 21-21. Baltimore wird grad ziemlich überwältigt. Ein Viertel, das sich in Zahlen so liest:

Offense Yards: BAL -4, PIT 78
Turnovers: BAL 3, PIT 0
Ballbesitz: BAL 3:47min, PIT 11:13min

[01h03] Ich bin enttäuscht. Baltimore zeigt den Fumble. Aber wo bleibt die Touchdown-Recovery? Pittsburgh recovered an der BAL 24. Das Spiel ist KRANK.

[01h00] So, meine Herren. Ich wünsche mir einen Fumble, den ein Offense Liner zum Touchdown recovered. Machbar?

[00h58] Pittsburgh 21, Baltimore 21. Diesmal kein Sprung von der Schippe. Baltimores Defense eigentlich mit keiner schwachen Leistung, spielt aggressiv. Um bei 3rd down mit nur drei Leuten zu kommen. Roethlisberger hat ewig Zeit, findet WR Hines Ward in der Mitte. Ausgleich, 1:21 im dritten Viertel noch.

[00h53] Was machen die Ravens? Gehen raus, QB Flacco wirft einen Ball vertikal das Spielfeld runter. Der Ball hängt… und hängt… und hängt… und hängt… und hängt… und hängt… stundenlang in der Luft, und fällt FS Ryan Clark butterweich in die Arme. Da war der Receiver weit, weit weg. Return und PIT schon wieder in der RedZone.

Damit ist offiziell: Keiner will eine schnelle Entscheidung in dem Spiel.

[00h46] Baltimore von der Schippe gesprungen – gemessen an der Leichtigkeit, mit der Pittsburgh das Feld runtermarschierte. Erst eine großartige Pass-Abwehr bei einem langen Ball zwei Meilen das Spielfeld runter, dann werden die Steelers übermütig und fehlerhaft: Missglückter End Around (warum eigentlich ein end around?) und Fehlstart. Im eigenen Stadion.

[00h43] Grade bei dogfood gefunden: Der Throw-Away-Fact des Monats.

Wie lautet der Gesamtscore der letzten 17 Begegnungen der Steelers gegen Ravens? 302 zu 302.

[00h39] „Publikum ist wach“. Hellwach sogar. Plötzlich ist Baltimores Offense wie kastriert. Und wird überrollt.

[00h33] Pittsburgh 14, Baltimore 21. Momentum ist ein Unwort. Aber eines mit wahrem Kern. Zwei Plays, ein Lauf über die Mitte plus 9yds-Pass auf einen weit, weit offenen TE Heath Miller in die Endzone. Das Spiel ist offen, das Publikum wach. Eiskalt schmarotzt von den Steelers.

[00h28] Jetzt sind die Ravens dran, das Spiel wegzuschmeißen. Langer dritter Versuch. Keine Chance für Rice, das 1st down zu machen. Also?

FUMBLE! Und OLB Woodley ging noch nicht mal auf den Ball. PIT an der BAL 24. Smells like Punkte.

[00h25] Pittsburghs Offense kommt nicht weit – weil Baltimores Defense mit dem Safety-Blitz arbeitet. FS #43 Nakamura kommt gänzlich ungeblockt durch und fällt Roethlisberger. Der Mann ist bedauernswert. Baltimore mit zwei Männern über die rechte Seite der Offense Line. Also nix mit Blind Side.

[00h19] Die versprochenen Stats.

Offense Yards: Baltimore 98, Pittsburgh 114
Sacks: Baltimore 3, Pittsburgh 1
Strafen: Baltimore 3 für 52yds, Pittsburgh 6 für 68yds. Pittsburgh hatte bis wenige Spielzüge vor der Halbzeit mehr Yards an Strafen kassiert, als die Offense Yards gutgemacht hatte. Unfassbar.
Baltimores Laufspiel ist ziemlich abgewürgt: 2,3yds/Lauf. Überraschend, das Tackling wirkte schwach.
Turnovers: Baltimore 0, Pittsburgh 2. Das war entscheidend. Baltimores Offense musste nach beiden Turnovers INSGESAMT 16yds machen. Für 14 Punkte.

Das Spiel selbst betrachte ich immer noch als offen. Die Steelers werden beginnen, die Köpfe sollten abgekühlt sein – und die Fans sollten schnell zurückkommen. So gelichtet wie die Reihen grad sind.

[00h09] Halbzeitstand Pittsburgh Steelers 7, Baltimore Ravens 21.

Was jetzt stählern sein muss: Die Nerven der Steelers. Nach dem unglaublichen Fumble-Return-TD durch DT Redding fielen die Steelers in sich zusammen. Zu viele Löcher in der Offense Line, zu viele Fehler in der Offense, zu viele Strafen. Würden die Steelers so tackeln, wie sie die Ravens nach Snap-Ende angehen, die Defense hätte zumindestens einen Touchdown verhindert.

Grad als die PIT-Offense sich ins Spiel zurückgrooven zu schien (jo. Ganz l…a…n…g…s…a…m), schlug der Ketchup-Fluch zu: Heinz Field für Kicker. K Shaun „Shame“ Suisham aus 43yds links daneben. -14, und niemand ist glücklicher über den Halbzeitpfiff als Pittsburghs komplettes Team samt Anhängerschaft. Pittsburgh wird im dritten Viertel nach dem deferren den Ball kriegen.

Gleich ein paar Statistiken – da fällt einiges ins Auge.

[23h47] Pittsburgh 7, Baltimore 21. Pittsburghs Offense ist vonderRolle. Baltimores Offense macht das methodisch und kommt mit Klein-Klein und Broken-Play-Fähigkeiten von QB Joe Flacco (!) zum Touchdown. TE Todd Heap darf die Punkte sammeln.

[23h42] Mitte zweites Viertel. Pittsburghs Offense ist völlig aus dem Tritt. Roethlisberger hat grad keine ruhige Sekunde nach dem Snap, abgefälschte Bälle und viele Strafen. Konsequenz: RB Rashard Mendenhall darf ran. Fumbelt! Und die Ravens beginnen an der 16. Zweiter Turnover Pittsburghs.

[23h29] Baltimores Pass Rush zerkrümelt Pittsburghs Offense eingangs zweites Viertel gerade gewaltig. QB Roethlisberger kriegt mächtig auf die Fresse.

[23h20] Pittsburgh 7, Baltimore 14. Stichwort „schmutzig“. Nicht die feine englische, was DE/OLB Terrell Suggs da veranstaltet. Fieser Tackle gegen QB Roethlisberger, der danach durch die Gegend humpelt. Um einen Spielzug später erneut von Suggs angegangen zu werden, diesmal den Ball zu verlieren.

Es wird kurios. MLB Ray Lewis steht in der Gegend herum. DT Redding klaubt den Ball auf und trottet mutterseelenallein die paar Yards in die Endzone, während die komplette Steelers-Offense sich schon zum nächsten Spielzug sortiert. Die Replays verneinen tatsächlich Tuck Rule. Touchdown, PIT hat im ersten Viertel alle Challenges verloren und ein böser Fehler der Steelers. Das wird für Häme sorgen.

[23h12] Pittsburgh 7, Baltimore 7. Kaum schrieb ich von Strafen „nur gegen Baltimore“ kassieren diesmal die Steelers bei 3rd and 15 in der eigenen RedZone die PI. Dann vollendet RB Ray Rice mit einem wuchtigen Lauf samt gebrochener Tackles. 7-7, und noch sind wir im ersten Viertel. Ach ja: Der Drive war ähnlich aufgebaut wie der Steelers-Drive von eben. Nur, weil wir von auch optischer Ausgeglichenheit gesprochen hatten.

[23h09] T.J. Houshmanzadeh ist zwar Neo-Raven, aber durch seine lange Bengals-Zeit schon Steelers-geschädigt. Houshmanzadeh wird erst der Schulterschutz herausgerissen, dank per Kopfstoß angegangen. Erwartungsgemäß sind sich viele dort drunten nicht grün. Aber die Strafen werden bisher gegen Baltimore gepfiffen.

[23h02] Und noch ein Live-Ticker. Diesmal dran: Beutelbaer.

[22h56] Pittsburgh 7, Baltimore 0. Die Steelers beginnen ganz tief in der eigenen Hälfte mit massiv Receivers. Der Ravens-Rush kommt nicht schnell genug durch und gibt damit Räume frei, die QB Roethlisberger eiskalt ausnutzt. Dank gütiger Mithilfe der Refs (Stichwort: Pass Interference für 37yds, die locker auch hätte in die andere Richtung gehen). In der RedZone schalten die Steelers auf Boden-Angriff um und RB Mendenhall wuchtet sich im zweiten Versuch durch die Mitte.

[22h44] Baltimore beim ersten Drive: Sie lassen den Pass Rush kommen und werfen dann drüber. Aber Pittsburgh deckt alles ab und „hauteng“ kriegt dabei bildliche Beschreibung. Punt.

[22h28] Auch bei Allesaussersport gibt es Live-Blogging zum Spiel, und es wird vermutlich weniger neutral sein. dogfood ist Steelers-Fan.

[22h11] Interessante Analyse des Matchups Steelers-Blitz vs. Ravens-Blocking von Matt Bowen, einem ehemaligen NFL-Wandervogel und Safety. Schlüssel für Baltimore wird Ray Rice als Blocker gegen den Blitz sein – damit TE Heap auf Balljagd gehen kann.

[22h01] Das Wunder ist nicht passiert: DE Aaron Smith kann für Pittsburgh nicht spielen. Die Wade, die schon das ganze Jahr zwickt, macht nicht mit. Das Safety-Duell wird dagegen stattfinden: Troy Polamalu ist fit, Ed Reed rechtzeitig von der Suche nach dem Bruder rechtzeitig zurück.

[21h43] Ich möchte an der Stelle mal an das AFC-Finale vor zwei Jahren erinnern, als Pittsburgh die Partie komplett dominierte und 23-14 gewann. Das war lange Zeit ein brutal enges Spiel, trotz Pittsburghs optischer drückender Überlegenheit. Vor allem, weil die Ravens immer wieder in der Defense hielten und den einen oder anderen Turnover machten.

[21h20] Der Mann mit dem Schlüssel hat passendes Wetter geschickt. Temperaturen um den Gefrierpunkt, Windböen, Chance auf leichten Schneefall. Gepaart mit den physischen Teams steigert das die Vorfreude bis zur Ekstase.

[20h42] N’Abend. Die Nacht war kürzer als Bayerns Jubel über Müllers 2:1 und feuchter als Dortmunds Meisterträume, aber zumindest Spiel #1 der Divisional Playoffs wird es im Liveblog geben (und viiiieleicht auch die Nachtpartie – noch ist Kaffeepulver vorhanden). Pittsburgh gegen Baltimore – ein Pflichtprogramm für jeden Football-Fan. Begründung: Bitte die Vorschau lesen.

22h30 geht’s los.

NFL Divisional Playoffs 2010/11: This ass[beeeeep]. F*ck him!

Der Playoff-Auftakt am Wochenende war sehr verheißungsvoll. Zwei sehr schöne Spiele und eine sehr große Überraschung. Dieses Wochenende geht es weiter mit den Divisional Playoffs – und es sind zumindest in der AFC Intradivisional Playoffs mit zwei divisionsinternen Spielen. Hat es das schon mal gegeben?

Chicago Bears – Seattle Seahawks

So., 19h live bei ESPN America und Sport 1+
Aufzeichnung am Mo., 12h bei ESPN America

Für die Chicago Bears ist der NFC North Titelgewinn eine kleine Überraschung. Die Bears waren seit Jahren im Begriff des schleichenden Niedergangs und Head Coach Lovie Smith galt als kurz vor dem Abschuss. Seit zwei Jahren hat man aber wieder begonnen, seine Puzzleteile zusammenzustellen. 2009 wurde QB Jay Cutler aus Denver losgeeist, 2010 nahm man in Chicago die Spendierhosen mit und ging auf Einkaufstour: DE Julius Peppers, RB Chester Taylor, TE Brandon Manumaleuna wurden eingekauft – und der wichtigste Mann: OffCoord Mike Martz.

Ich hatte ehrlich nicht gedacht, dass Martz’ Offense in Chicago funktionieren würde. Ein ungenau werfender Gunslinger wie Cutler hinter einer löchrigen Offensive Line – für die langen Routen eines Mike Martz und den damit verbundenen zeitlichen Aufwand in der Spielzugentwicklung sah das eher trüb aus. Aber die Bears haben das mit der Zeit immer besser in den Griff gekriegt, und zugegeben auch einiges Glück gehabt: Immer wieder auf Gegner mit Backup-QBs getroffen, die grad einen Tiefschlag nach dem anderen hinnehmen mussten.

Dieses Glück haben die Bears offenbar gepachtet: Jetzt kommen die Seattle Seahawks ins Soldier Field. Die Seahawks, die trotz des Sensationssieges gegen New Orleans immer noch eine 8-9 Bilanz aufweisen und damit eine negative Bilanz haben!

Ich möchte die Seahawks nicht weiter madig machen: Diese Performance am letzten Samstag war inspirierend, die Stimmung elektrisierend und das begann beim aufgeheizten Publikum, weiter über den emotionalisierten Head Coach Pete Carroll bis hinunter auf das Spielfeld, wo testosterongeschwängerte Verteidiger die Saints-Offense verprügelten, dass den Saints Hören und Sehen verging. Der Sensationslauf von RB Marshawn Lynch nur als Höhepunkt eines fassungslosen Spiels.

Trotzdem: Seattle ist auswärts zwei Nummern kleiner als es eh schon ist. Die Bears sind daheim schwer zu schlagen und dass die Seahawks erneut eine solche Energieleistung bringen können, glaube ich nicht.

Klarer Sieg für Chicago.

New England Patriots – New York Jets

So. 22h30 live bei ESPN America, Sport 1+ und Puls 4
Aufzeichnungen am Di., 12h und am Fr., 17h bei ESPN America

Gillette Stadium in Foxboro

Gillette Stadium - ©Flickr

Ein Spiel, das man unendlich aufladen kann mit dem ganzen Thrill zwischen den Pats und den Jets. Die beiden Franchises sind beide AFL-Gründungsmitglieder und verbindet in den letzten Jahre heiße Geschichte.

Executive summary:

Die Rivalität zwischen den Jets und den Patriots ist seit einigen Jahren eine der schärferen der NFL. Es ist eine Rivalität, die historisch begründet ist (beide Gründungsmitglieder der AFL und seither Divisionsrivalen), kulturell (die Rivalität zwischen dem spektakulären, weltoffenen Big Apple und dem langweiligen, elitären Boston ist legendär), aber auch sportlich und in den letzten Jahren vor allem durch eine Reihe von direkten Wechseln von Charakterköpfen zwischen den beiden Teams.

Als da wäre Bill Parcells, der 1993 vom mehrfachen Superbowl-Champ New York Giants (*pling*) nach Boston kam. Parcells brachte die Patriots im Jänner 1997 in die Superbowl, um anschließend trotz gültigem Vertrag bei den Pats zu den Jets abzuhauen. Die Pats fochten den Wechsel an, bekamen aber nur einen Draftpick, und keinen Parcells zurück. 1998 mussten die Pats auch ihren Franchise-RB Curtis Martin zu den Jets abwandern lassen.

Parcells blieb drei durchwachsene Jahre Head Coach bei den Jets, ehe kam, was immer geschieht, wenn Bill Parcells irgendwo den Head Coach gibt: Er trat vor Vertragsende zurück, machte sich zum General Manager und Bill Belichick zum Nachfolger.

Nun erlebte die NFL ein Déjà-vu, aber in die andere Richtung: Belichick trat auf der Pressekonferenz, auf der er als neuer Jets-Head Coach vorgestellt werden sollte, zurück und wechselte ein paar Tage später nach New England. Kompensation, nach wenig freundlichen Worten: Draftpick in der 1. Runde.

23. September 2001 im Foxboro Stadium: Patriots QB Drew Bledsoe wird von Jets LB Mo Lewis schwer verletzt, fällt wochenlang aus. Bledsoes Ersatzmann kommt rein: QB Tom Brady, mit dessen Einwechslung die Pats vom Mitläufer- zum Siegerteam mutieren und drei der nächsten vier Superbowls gewinnen, während sich die Jets bei ihren wenigen Playoffauftritten meist selbst ins Knie schossen.

2006 wurde dann Belichicks Assistent Eric Mangini neuer Jets-Coach und schaffte sich einen Feind fürs Leben, als er dem allmächtigen Pats-Coach dessen Assistenten vom Trainingsplatz wegschnappen wollte – was teils gelang. Belichick verweigerte Mangini nach einer Niederlage den Handschlag, und ein Jahr später ließ Mangini zum Saisonauftakt Belichicks Spionageaffäre auffliegen.

Die Pats antworteten auf ihre Weise, mit einer fulminanten 16-0 Saison, verloren aber die Superbowl – gegen den Jets-Stadtrivalen Giants…

Rex maledicendi

Mangini ist weg. Der neue Mann am Ruder in New York: Rex Ryan. Ryan hat seit seinem Amtsantritt und noch mehr seit dem glücklichen Playoff-Run vor einem Jahr eine dicke Lippe nach der anderen riskiert und mit seinem großen Mundwerk die Jets in eine Liebe-sie-oder-hasse-sie-Ecke getrieben. Große Einkaufstour, TV-Show imm Trainingslager, Beleidigung von gegnerischen Spielern und Coaches und ein angekündigter Sturm auf den AFC-East-Thron haben den netten Jungs von nebenan, den Jets, ein spaltendes Image verliehen.

Sportliches Ergebnis: Bilanz 11-5, und kein Divisionssieg. Schuld daran war der Knackpunkt in der Jets-Saison: Eine verheerende 45-3 Schlappe bei den Patriots Anfang Dezember, trotz 11 Tagen Vorbereitungszeit. Eingegangen wie ein Wollpullover, der mit 30 Grad zu viel gewaschen wird. Oder noch schlimmer.

Nun haben die Jets auch in dieser Woche viel über den Gegner geredet. Entweder dem QB Brady das Schildchen mit der Aufschrift „überschätzt“ anhängen oder dem QB Brady mangelnde Klasse nachsagen wollen. Auf Nachfrage konnten die Herren DE Ellis und Co. dann kein Beispiel nennen. Höhepunkt der Saga ist CB Antonio Cromarties nicht druckreifes Interview. Debakel, ick hör dir trapsen… Wenn jemand aus solchen Provokationen Motivation wie Zucker aus dem Honig herauszuziehen vermag, dann sind es die Patriots und Tom Brady.

Die Kampfgnome

Die Jets haben am vergangenen Wochenende ein starkes Spiel gegen die WR der Colts gemacht. CB Darelle Revis schaltete mit Reggie Wayne die große Waffe der Colts aus und um Mannings Armada war es geschehen. Nun kommt allerdings New England daher, mit seinen WR-Winzlingen Wes Welker (1,75m, 86 Catches, 848yds, 7 TDs) und Deion Branch (1,75m, 74 Catches, 705yds, 5 TDs) sowie Allzweckwaffe Danny Woodhead (1,70m, insgesamt 826yds, 6 TDs) – Spieler, die andernorts nicht gewollt waren, im Patriots-System aber essentiell sind. Problem für die Jets, für Cromartie und Revis: Du weißt nicht, wen von den Jungs du covern musst. Klare #1 gibt es seit dem Rausschmiss von Randy Moss keine mehr. Dafür werden die Bälle auf dieses Trio, auf die Rookie-TE Aaron Hernandez (45 Catches, 563yds, 6 TDs) und Ron Gronkowski (42 Catches, 542yds, 10 TDs) und Rookie-Returner Brandon Tate verteilt.

Stichwort Danny Woodhead. Ein kleiner, flinker, untersetzter Mann, beweglich und schwer zu tackeln. Aus einem Division-II College (!) gekommen und vor der Saison von seinem NFL-Team vor die Tür gesetzt. Die New England Patriots klaubten Woodhead von der Straße auf, schmissen ihn nach der Moss-Saga ins kalte Wasser. Resultat: Woodhead entwickelte sich zum Welker-Double und Publikumsliebling. Nun trifft Woodhead auf das Team, das ihn vor ein paar Monaten rausgeschmissen hatte: Die Jets. ESPN über Woodheads Geschichte – vom kleinen Dorf am verlängerten Rücken der Welt in die NFL.

Anfang Dezember kam die Jets-Offense einfach nicht in Gang. Und das, obwohl New Englands Passverteidigung durchaus Yards zulässt. Viele sogar, die drittmeisten der NFL. Dafür machen sie auch viele INTs. Die Jets kamen aber auch auf dem Laufweg nicht voran und ein Drive nach dem anderen wurde abgewürgt. Die guten Ansätze zu Spielbeginn, als man zwischen den Plays nicht viel Zeit ließ, haben die Jets unverständlich schnell aufgegeben und ab Beginn zweites Viertel nichts mehr zustande gebracht.

Die Ruhe weg
Tom Brady

Tom Brady - ©Flickr

Die Patriots dagegen scheißen sich um nix, gehen raus und werfen einen Pass nach dem anderen. QB Tom Brady genießt hinter der sensationellen Offense Line alle Zeit der Welt, wirft mit den Bällen nur so um sich. Keine langen Bälle zwei Kilometer vertikal das Spielfeld runter, sondern über die kurzen Distanzen, links, rechts, über die Mitte. Und es ist nie berechenbar. Dazu zwischendurch immer mal wieder ein, zwei Laufspielzüge eingestreut, um die Balance zu halten. Die Laufarbeit übernehmen mit Woodhead und RB Benjarvus Green-Ellis zwei Leute, die nicht mal gedraftet worden sind und die in keiner anderen NFL-Mannschaften starten würden. In New England sieht das dann so aus: Das Duo mit 326 Läufen für 1555yds (4,8yds im Schnitt) und 7 Touchdowns.

Brady selbst mit einer traumwandlerischen Saison: 3900yds, 36 Touchdowns, 4 (VIER!) Interceptions. Keine spektakulären Spiele, aber spektakuläre Zahlen. So fehlerlos hat noch kein Quarterback in der NFL-Geschichte gespielt. Es ist das Rezept der großen Patriots-Mannschaften von 2003/2004: Sich nicht um den Gegner scheren, eigene Fehler vermeiden und parasitär jeden kleinen Schnitzer der anderen Mannschaft ausnutzen. Die Drives sind nicht spektakulär, aber sie werden häufig mit Touchdowns und Field Goals abgeschlossen.

Nun ist die Jets-Defense an sich auch keine schlechte. #6 gegen den Lauf, #3 gegen den Pass, #3 insgesamt. Aber gegen die Pats im Dezember war sie so derart neben der Spur, da fror dir die Spucke ein – und das nicht nur, weil es bitterkalt war.

Die Patriots sind die Favoriten. Ich traue den Jets zwar zu, in dem Spiel lange drin zu bleiben. Aber Trash Talk ist etwas, mit dem du Belichick nicht beikommen kannst. Ich traue Bill Belichick zu, dass er ein paar nette Überraschungen vorbereiten wird und früh im Spiel 4th downs ausspielen lässt, mit neuen Kreationen verwertet und schnell Punkte zwischen sich und Jets legt, um QB Mark Sanchez dazu zu zwingen zu werfen. Und dann ist es um die Jets geschehen.

Schlaufüchse?

John Fox Denver Broncos

John Fox - ©Flickr

Der Twitterdienst von Denver Broncos’ John Elway verkündet: Neuer Broncos-Coach ab sofort ist John Fox!

Fox ist einer meiner Lieblings-Coaches. Ein cooler Hund, mit Sonnenbrille an der Seitenlinie, ein Arbeiter, der eine klare Philosophie verfolgt: Laufen, laufen, laufen in der Offense. Laufspiel stoppen in der Defense.

Fox hat zu Beginn meiner Football-Zeit in Carolina ein am Boden liegendes Programm innerhalb von zwei Jahren von 1-15 in die Superbowl gebracht. Superbowl XXXVIII gegen die Patriots ist eines meiner absoluten Highlights: Ein Viertel punktelos, dann ratterte es. Wieder ein Viertel punktelos, und dann ein Spektakel allererster Güte inklusive blown coverages en masse im Schlussviertel. Am Ende verloren die Panthers.

Fox’ Problem: Er hat nie einen Klasse-QB gehabt. Mit Jake Delhomme war man sehr zufrieden, es wurde eh gelaufen, gelaufen, gelaufen. Daher bin ich sehr überrascht, dass man in Denver, wo mit QB Tim Tebow ein „Projekt“ oder ein „Versuch“ gestartet wurde, einen Fox holt.

Fox wird sich wohl Jim Mora jr. als DefCoord holen und gemeinsam mit diesem die unterirdische Defense verbessern – etwas, das schnell gelingen sollte. In der Offense sollte sich Fox ein helles Köpfchen holen. Gut möglich, dass Fox innerhalb von 2-3 Jahren wieder einen Superbowl-Kandidaten schnitzt.

Pat Whormur

Cleveland ist den anderen Weg gegangen: Offensiv-Coach und unbekannter Name: Pat Shurmur. Pat Who?

Shurmur war Offensive Coordinator bei den Rams. Die Rams waren zuletzt im Begriff des Aufbaus, auch wenn der heurige 7-9 Record mit Rookie-QB Bradford dank katastrophalem Schedule geschönt ist. Für Bradford ist das alles nicht gut: Zweites Jahr, zweiter Offensive Coordinator – für junge Quarterbacks suboptimal.

Shurmurs Aufgabe in Cleveland: Sofort Offensivwaffen holen! Dort spielt mit QB Colt McCoy auch ein Junge im zweiten Jahr, etwas unreiferer Spieler als Bradford, aber ein unerschrockenes Kind. Die Defense ist eh schon nicht die schlechteste.

Zwei neue Coaches, zweimal klare Aufgaben: In Denver die Defense verbessern. In Cleveland die Offense. Zwei junge Quarterbacks mit Tebow und McCoy. Für den einen ist der neue Head Coach eine gute Nachricht (McCoy), für den anderen (Tebow) vielleicht eher nicht.

NFL Divisional Playoffs 2010/11: Blaue Flecken am Samstag

Der Playoff-Auftakt am Wochenende war sehr verheißungsvoll. Zwei sehr schöne Spiele und eine sehr große Überraschung. Dieses Wochenende geht es weiter mit den Divisional Playoffs – und es sind zumindest in der AFC Intradivisional Playoffs mit zwei divisionsinternen Spielen. Hat es das schon mal gegeben?

Pittsburgh Steelers – Baltimore Ravens

Sa., 22h30 live bei ESPN America und Sport 1+
Aufzeichnungen am So., 11h und am Mi., 15h bei ESPN America

Pittsburghs Bürgermeister heißt Luke Ravenstahl. Als vor zwei Jahren Pittsburgh Steelers und Baltimore Ravens den AFC-Titel untereinander ausgespielt haben, wollte sich der verrückte Mayor ganz offiziell in „Steelerstahl“ umbenennen. Mehr scherzeshalber, aber es zeigt trotzdem eines: Steelers und Ravens können sich nicht ausstehen.

Steelers/Ravens ist seit Jahren das heißeste AFC-North-Duell, ein adrenalingeschwängertes Duell zweier traditionell defensivorientierter Mannschaften. „Traditionell“ ist eigentlich ein unpassendes Wort für eine 14 Jahre alte Franchise. Die Ravens existieren schließlich erst seit 1996, als Cleveland-Browns-Besitzer Art Modell seine Mannschaft unerwartet nach Baltimore übersiedelte und die Ravens geboren wurden. Nach drei durchwachsenen Jahren übernahm Brian Billick den Head-Coach Posten in Baltimore – zeitgleich mit dem NFL-Wiedereinstieg der zuvor von Modell eingestampften Browns.

Billick war zuvor OffCoord der punktbesten NFL-Offense in Minnesota gewesen. Unter Billicks Ägide avancierten die Ravens schnell zum Superbowl-Sieger, mit der Reputation, eine der berüchtigtsten Defenses der NFL zu besitzen.

Etwas, das den Pittsburgh Steelers nicht passen konnte. Schließlich gilt „Steelers“ seit den 70ern als Synonym für „Defense“ – Stichwort „Steel Curtain„. Nun also mit den Ravens eine weitere meisterhafte Verteidigung in der NFL – und das auch noch als Divisionsrivale. Beste Voraussetzungen für eine intensive Rivalität zwischen beiden Mannschaften. Nicht nur zufällig waren zuletzt 2008 die Steelers #1-Defense der Liga, die Ravens #2. Gemeinsam in den Top 10 sind sie sowieso fast jährlich beide.

Dabei spielen Steelers und Ravens ganz unterschiedliche Arten von Verteidigung: Die Steelers üben massiven Druck auf den Quarterback aus, mit zig Blitz-Variationen pro Spiel, für eine Offense schwer zu durchschauen. Die Ravens sind dagegen mehr die harten Hitter. Bei jedem Spielzug quillt das Testosteron nur so aus den Poren von Ray Lewis, Terrell Suggs und Kumpanen. Jedes Yard Raumgewinn wird mit blauen Flecken bestraft.

Heuer waren wieder mal beide Defenses in den Top-10. Pittsburgh als #2, Baltimore als #10. Stärke beider Mannschaften: Das Laufspiel des Gegners zu bremsen (PIT #1, BAL #5 der Liga).

In der Regular Season hat es zwischen den beiden Mannschaften zwei Duelle gegeben – beide Male mit drei Punkten entschieden. Im September in Pittsburgh dominierten optisch die Ravens, gewannen aber gegen die Big-Ben-losen Steelers erst in der Schlussphase dank eines tollen TD-Passes auf WR T.J. Houshmanzadeh. Das Rückspiel Anfang Dezember gewannen dann die Steelers – in Baltimore, 13-10. Ein so ausgeglichenes Spiel, da konntest du überhaupt keine Unterschiede zwischen beiden Teams erkennen.

Oder um Peter King von Sports Illustrated heranzuziehen:

Baltimore and Pittsburgh have played four times in the past two years.
Baltimore 2 wins, Pittsburgh 2.
Baltimore 67 points, Pittsburgh 67.
Baltimore 7 touchdowns and 6 field goals, Pittsburgh 7 touchdowns and 6 field goals.

Damit ist alles gesagt.

Die Pittsburgh Steelers werden angeführt vom QB-Brocken Big Ben Roethlisberger, der abseits des Footballfeldes gern junge Mädchen begrabscht, aber als Quarterback zu den besten gehört: Ein Hüne von einem Mann, schwer zu tackeln und mit phasenweise großartigen Improvisationskünsten, broken plays zu retten. Die Offensive Line der Steelers gehört nicht zu den dichtesten – was Roethlisbergers massiven Körperbau noch mal wichtiger macht.

Big Bens Gegenstück nennt sich Joe Flacco, ein Jungspund in seinem dritten Jahr und zum dritten Mal in den Playoffs. Flacco hat eine starke Post Season Bilanz: 4-2, und alle Spiele auswärts bestritten, unter anderem auch jenes vor zwei Jahren gegen Pittsburgh mit Bürgermeister „Steelerstahl“. Damals war Flacco noch zu grün und brachte per Passspiel nichts vorwärts. Aber auch ein Flacco macht Fortschritte und auch wenn ich den Mann für phasenweise phlegmatisch halte: Unter Druck ist der Mann ein recht souveräner Zeitgenosse und sehr sicher im Lesen von Deckungen. Ausgestattet mit einer Receiver-Armada bestehend aus Anquan Boldin, Todd Heap, Houshmanzadeh und Derrick Mason ist das Passspiel der Ravens nicht zu unterschätzen, vor allem nicht gegen eine Verteidigung, die generell die Receiver nicht in Manndeckung nimmt – damit hatten die Ravens letzte Woche Probleme in Kansas City.

Gegen die Chiefs waren die Ravens am erfolgreichsten, wenn sie schnelle Offense spielten. Hurry-up, und dann sofort den TE Todd Heap anspielen. Ob Pittsburghs Defense sich so einfach lumpen lässt und die Middle Linebackers auf Heap abstellt, darf man bezweifeln. Trotzdem ist Hurry-up bei einem Tight End mit sicheren Fanghänden nie eine schlechte Methode.

Das Laufspiel. RB Mendenhall für Pittsburgh ist ein Mann, der lieber über den Gegner drüber läuft, als drumherum, sprich: Mendenhall ist einer für die Mitte. Für Baltimores giftige Linebackers ein gefundenes Fressen. Baltimore Laufspiel um die RBs McGahee und Rice war heuer gut, aber nicht überragend. Über die Mitte sollte es auch hier schwer werden.

Ich tue mir sehr schwer, das Spiel zu tippen. Baltimore hat am Samstag kein rühmliches Bild abgegeben und eine teilweise furchtbare Offensiv-Vorstellung gegeben, sich vor allem außen um die Offensive Line herum ein paar Mal schlimm überlaufen lassen. Aber die Ravens haben Abgewichstheit gezeigt. Pittsburghs Defense ist vielleicht um Spurenelemente giftiger mit dem Sensations-Safety Troy Polamalu und dem hart an der Grenze zur Unfairness agierenden LB James Harrison. Baltimore hat auch harte Hitter und mit DT Haloti Ngata einen Fels in der Mitte der Defensive Line, der nicht zu unterschätzen sein wird. Dazu kommt Safety Ed Reed, der im Gegensatz zu Polamalu weniger gegen den Lauf verteidigt, aber ähnlich freigeistig daher kommt und viele, sehr viele Interceptions macht. Bei Reed muss man aber noch abwarten, ob er spielen wird: Sein nicht koscherer Bruder ist diese Woche auf der Flucht vor der Staatsgewalt in den Mississippi gesprungen und hat bisher keine Spuren hinterlassen.

Es wird auf alle Fälle ein enges Spiel mit womöglich längeren punktelosen Phasen. Auf alle Fälle ein klassisches Defensivspiel mit womöglich angebrachtem Wetter. Kalt wird es sein (einige Minusgrade), aber die Tendenz zeigt in Richtung Wochenende immer mehr Sonnenschein.

Münzwurf. Heads für Pittsburgh. Tails für Baltimore.

The call is tails.

Atlanta Falcons – Green Bay Packers

Sa./So. 02h live bei ESPN America und Sport 1+
Wiederholunngen am So.,13h30 und am Do., 15h bei ESPN America

Die Atlanta Falcons sind eine positive Erscheinung in dieser Saison. Eine unaufgeregte, unspektakuläre Mannschaft mit einem sehr positiven Head Coach Mike Smith, einem lockeren QB Matt Ryan und dem physischen RB Michael Turner als einzige Gesichter der ansonsten in der grauen Masse untergehenden Charaktere. 13-3 Siege in der Regular Season und vor allem im heimischen Georgia Dome ist die Mannschaft schwer zu schlagen.

Green Bay ist auch so eine positive Erscheinung. Vor der Saison als Superbowl-Pick trendy, aber dann Woche für Woche wichtige Starter in Offense und Defense verloren, manche für die ganze Saison, manche für ein paar Wochen, aber QB Aaron Rodgers war es wurscht, er trieb seine Offense trotzdem stets das Feld runter und liefert seit Wochen spektakuläre Leistungen ab. Umso spektakulärer, wenn man bedenkt, dass mit RB Ryan Grant die größte Gefahr im Laufspiel und mit TE Jermichael Finley die größte Gefahr im Passspiel seit Saisonbeginn weggebrochen ist.

Es gibt für Green Bay aber Hoffnung. Die Secondary der Falcons ist nicht unüberwindbar, gibt optisch selbst mäßigen Quarterbacks hinreichend Zeit und Räume. Mitschuldig daran ist auch der maue Pass Rush. An dieser Stelle wendet sich das Blatt: Green Bays Offensive Line riecht auch leicht nach Schweizer Käse.

In der Regular Season gab es ein ganz enges Duell im Georgia Dome mit Sieg Falcons, aber was haben die Packers damals für Chancen ausgelassen. FG verkickt, Fumble an der Goal Line… Es spricht auch diesmal einiges für eine enge Partie.

X-Faktor in der Partie: Die Special Teams der Falcons, die ich wenig überzeugend finde. Kein Spiel, in dem nicht mindestens ein großer Return gegen Atlanta gelingt oder dem Punter einmal der Ball über den Schlapfen rutscht.

Interessanter Hintergrund: Im NFC-Parallelspiel vom Sonntag wird sich Chicago gegen Seattle durchsetzen. Wenn Green Bay gewinnen sollte, könnte es dann den ultimativen NFL-Klassiker als NFC-Finale geben: Chicago – Green Bay, die älteste Rivalität der NFL und erst zum zweiten Mal in den Playoffs.

Ich gebe Green Bay eine gute Chance in diesem Spiel. Aber ich tippe auf Atlanta. Mehr Laufspiel, mehr Variation in der Offense und hinreichend Defensivqualität, um Green Bay wenigstens streckenweise zu neutralisieren.

College Football nach dem BCS National Championship Game 2011

AP Top 25
  1. Auburn (14-0)
  2. TCU (13-0)
  3. Oregon (12-1)
  4. Stanford (12-1)
  5. Ohio State (12-1)
  6. Oklahoma (12-2)
  7. Wisconsin (11-2)
  8. Lousiana State (11-2)
  9. Boise State (12-1)
  10. Alabama (10-3)
  11. Nevada (13-1)
  12. Arkansas (10-3)
  13. Oklahoma State (11-2)
  14. Michigan State (11-2)
  15. Mississippi State (9-4)
  16. Virginia Tech (11-3)
  17. Florida State (10-4)
  18. Missouri (10-3)
  19. Texas A&M (9-4)
  20. Nebraska (10-4)
  21. Central Florida (11-3)
  22. South Carolina (9-5)
  23. Maryland (9-4)
  24. Tulsa (10-3)
  25. North Carolina State (9-4)

Associated Press hat das letzte Ranking für die Saison 2010 herausgegeben. Zwei non-BCS Teams stehen in den Top 10, mit Nevada, das daran kratzt. Im finalen Ranking hat TCU sogar Oregon überholt. Ein kurzer Überblick über die Teams und deren Aussichten für das kommende Jahr.

#1 Auburn ist nach 53 Jahren wieder National Champion. Zuzuschreiben ist das vor allem QB Cam Newton und DT Nick Fairley, die Offense und Defense geführt haben. Beide werden aller Wahrscheinlichkeit ihr Senior-Jahr auslassen und in die NFL gehen. Fast die komplette Offensive Line muss ersetzt werden, inklusive OT Ziemba, und eine Defense ohne Fairley ist besser nicht vorstellbar. Prognose: Nächstes Jahr eher nicht in den Top 20.

TCU ist nach dem Rose-Bowl-Sieg auf #2 gerutscht. Die Horned Frogs verlieren QB Dalton, die wichtigsten Receiver, die wichtigsten Defensive Liner und Defensive Backs. Wird ein schweres Jahr 2011, vor allem mit der neuen Konkurrenz Boise State in der MWC.

#3 Oregon muss zwar die halbe Offensive Line umbauen, aber RB LaMichael James kommt zurück. Nicht gut: WR Maehl und WR Davis sind Seniors und werden die Ducks verlassen, und fast alle Eckpunkte der Defense gehen flöten. Wird ein schweres Jahr, aber die Konkurrenz in der Pac-12 wird nicht allzu überragend sein, von daher sollte wenigstens die Conference gewonnen werden.

#4 Stanford verliert Strahlemann Jim Harbaugh, aber QB Andrew Luck bleibt überraschend an der Uni. Trotzdem: Fast die komplette Offense und ein Teil der Defense muss ausgetauscht werden und was der neue Head Coach bringt, weiß keiner so recht. Schaut nach einem Jahr des Umbaus aus.

#5 Ohio State ist immer unter den Mitfavoriten. QB Terrelle Pryor und ein paar nicht unwichtige Konsorten werden aber fünf Spiele Sperre absitzen müssen, weil sie einen Meister-Ring verkauft haben – etwas, das in den Augen der Moralapostel in der NCAA gar nicht geht. Interessanter als OSU’ Saison für mich: Schafft es Pryor, auf NFL-Niveau herangecoacht zu werden? Pryor ist ein Super-Athlet, aber bisweilen noch stark Option-lastig, bleibt aber trotz Sperre am College, um die richtigen Schritte in Richtung NFL-QB machen zu können.

#6 Oklahoma geht als Favorit in die nächste Saison. QB Landry Jones ist wurfgewaltig und darf wieder auf WR Broyles zählen. Fast alle Starter bleiben in Oklahoma – wie auch, nachdem im vergangenen Draft drei der Top 4 Gedrafteten Sooners waren?

#7 Wisconsin wird Schwierigkeiten haben. QB Tolzien ist weg, RB Clay aus dem „Triple-Head-Monster“ ebenso und in der Defense bricht DE JJ Watt weg. Gut ist, dass die Badgers in der womöglich einfacheren Leaders Division spielen. Schlecht, dass mit Ohio State die größte Nuss ebenso genau dort spielt.

#8 LSU wird eine große Zukunft prognostiziert, vor allem, weil Grasfresser Les Miles nicht nach Michigan gehen wird. Die Offense um QB Jordan Jefferson bleibt ziemlich intakt und Großteile der Defense auch. Die wenigen Verluste werden aber schwerwiegend (CB Peterson, DT Levingston, MLB Sheppard) sein.

#9 Boise State darf man unter HC Chris Petersen jahrein-, jahraus als Anwärter zählen. Boise State wechselt in die MWC und hat mit TCU einen schweren Rivalen in der Conference. Highlight der Saison ist aber wieder die Saisoneröffnung, diesmal im Georgia Dome gegen die Georgia Bulldogs. Der Mann mit dem Vettel-Gesicht, QB Kellen Moore, ist einer meiner Favoriten, ein cooler Hund, furchtlos und mit rattenscharfen tiefen Bällen. Boise wird die beiden WRs Young und Pettis verlieren und in der Defense zwei, drei wichtige Komponenten. Solange Petersen am Werk ist, werden die Broncos aber in der Lostrommel um die BCS Bowls bleiben.

Ein weiterer ganz großer Favorit für 2011: Die Alabama Crimson Tide, heuer an #10 eher unter Wert geschlagen. Nick Saban hat heuer einen guten Job gemacht und eine völlig neu formierte Defense recht ordentlich eingespielt. Neun Starter werden bleiben. Größter Verlust ist DT Dareus. Schlimmer sind die Verluste in der Offense: QB McElroy, RB Ingram und vor allem WR Julius Jones sind weg. RB Richardson hat Ingram aber heuer zwischendurch schon gleichwertig ersetzt.

Unter den aufstrebenden Teams befinden sich auch die Texas A&M Aggies. Die Offense ist unter QB Tannehill viel explosiver als unter dem alten Starter Johnson und die Defense bleibt ziemlich unverändert – bis auf OLB Von Miller. Die Defense muss aber verbessert auftreten. Das Debakel gegen LSU in der Cotton Bowl war schon heftig.

Ganz heiß werden die Florida State Seminoles gehandelt. Nach der Abdankung von HC-Legende Bobby Bowden hat Jimbo Fisher übernommen und eine ganz junge Mannschaft gebaut. Fast alle Starter in allen Bereichen bleiben, bis auf QB Chris Ponder und OG Rod Hudson. Der Nachfolger ist aber schon gefunden: E.J. Manuel, der Spezialist für die Bowls. Vor allem die Defense hat schon heuer ein paar Mal ordentlich aufgegeigt. Glaubt man den US-Experten, sind die Seminoles vielleicht nicht nur ein Anwärter auf den ACC-Titel, sondern vielleicht schon reif für das BCS National Championship Game. Damit nicht genug: Der Jahrgang im Recruiting an der FSU soll zu den besten überhaupt gehören, womit auch die Zukunft gesichert sein dürfte.

Die innerstaatlichen Duelle mit den Gators und den Hurricanes dürften heuer wieder interessanter werden. Florida mit Will Muschamp und Charlie Weis wieder auf dem aufsteigenden Ast und auch die Hurricanes kommen mit neuem Head Coach daher: Al Golden, der über starkes Spielermaterial verfügen soll.

BCS Championship 2011: Wenn zwei Zentimeter entscheiden

Hin und wieder geht im Leben alles schief. Und dann kommt man doch noch mit einem blauen Auge davon. Um 7h steht ein Kumpel vor der Tür, mit dem Tape vom BCS-Championship, so frisch, dass sich die DVD noch warm anfühlte. Na denn, let’s review das große Finale (Achtung, Spoiler).

Es war kein herausragendes Spiel. Es war vielmehr ein hoch interessantes, ungewöhnliches Spiel. Und, nein. Die 74 Punkte oder/under wurden nicht erreicht, bei weitem nicht. Am Ende entschieden zwei Zentimeter. Zwei Zentimeter, die ein Knie nicht am Boden war. Doch der Reihe nach.

Viertel #1

Wenn du 37 Tage Pause hast zwischen zwei Football-Spielen, dann kann dir die Uni noch so viel Zeit freigeben zum Trainieren, aber du wirst immer Anlaufschwierigkeiten haben. So diesmal beide Offenses. Zweiter Drive der Ducks, erste INT. QB Darron Thomas mit dem Wurf rechts hinaus, aber dem RB Kenyon Barner flutschte das Ei durch die Finger, direkt in die Arme des DBs Washington. Der Schaden hielt sich insofern in Grenzen, als dass QB-Superstar Cameron Newton auf der Gegenseite recht übermotiviert zu Werke ging: Im zweiten Play ein Wurf über die Mitte, direkt in die Arme von Safety Cliff Harris.

Was Auburn wurscht war, oder besser: DT Nick Fairley. Die Ducks vergaßen, Fairley zu decken, der Defensive Tackle mit dem Hechtsprung durch zu QB Thomas, dessen überschneller Wurf zu schnell für den eigenen Mann war, aber nicht für den Gegner: INT durch die #4 Etheridge.

Viertel #2

Genug des Defensiv-Schlagabtauschs. Plötzlich waren die Offenses wach und Oregon kurz vor dem Touchdown. Und dann, mit einem Pass-Rusher in der Fresse, verpasste QB Thomas, den Ball an seinen Running Back zu übergeben. Sack und nur ein Field Goal. Diese Option-Plays haben bei Oregon noch das ganze Jahr funktioniert, aber diesmal war der QB einen Bruchteil zu langsam beim Lesen der Spielzugentwicklung.

Auf der Gegenseite nahm auch der Angriff der Tigers Fahrt auf. Newton: Pump Fake, Pass, und in der Mitte des Spielgfeldes ist plötzlich WR Kodi Burns meterweit offen, läuft durch und schleift zwei Verteidiger mit in die Endzone, 7-3 Tigers.

Reaktion? Nun, Oregon ging an der eigenen 7 raus, WR Jeff Maehl wurde auf einen tiefe Slant-Route geschickt und QB Thomas mit dem laaaaaaaangen Ball, den der weiße Maehl mit einem Schritt Vorsprung gegen die schwarzen Defensive Backs aus der Luft pflückte und in die gegnerische RedZone marschierte. Drei Plays später: Touchdown. Ein Spielzug, der sich auf die rechte Seite entwickelte, doch dann QB Thomas ansatzlos mit einem Lateral-Pass über die Schulter auf RB LaMichael James, der zum TD spazieren kann. 10-7? Nope. Chip Kelly macht das, was er gerne macht: Dicke Hosen anziehen und schauen, was geht. Fake beim P.A.T., ein Option-Spielzug über den Punter und der Kicker mit dem Hechtsprung in die Endzone. Also 11-7 und keiner konnte wissen, dass das für die Dramaturgie des Spiels noch wichtig werden sollte.

Es lag an Auburn zu reagieren. Die Tigers mit viel RB Michael Dyer und QB Newton, viel Laufspiel. Immer wieder Newton mit den 2yds über die Mitte beim 3rd down. Es hatte was von der Iron Bowl. Am Ende Newton mit einem fürchterlichen Pass beim 4th down in die Endzone, der vor dem weit offenen Receiver zu Boden fällt. Oregon an der 1/2yds Line. DT Fairley wird ausgetauscht, der Backup reißt RB James zum Safety in der Endzone um. 11-9, und das in einem Footballspiel!

Safety-Kick, Auburn auf dem Vorwärtsmarsch, QB Newton unter Druck, und findet links draußen WR Blake, der von einem Linebacker bewacht wird und dadurch einfaches Spiel hat, durchzulaufen. Halbzeit, 16-11. Lange etwas zäh, aber im zweiten Viertel ging’s rund.

Viertel #3

Gleich zu Beginn zeigte Newton, warum er es in die NFL schaffen könnte: Wunderschöner Pass in den Lauf des Tight Ends mit dem genialen Namen: Philip Lutzenkirchen. Weil Newton aber nicht konstant solch brillante Bälle wirft, nur Field Goal, 19-11.

Zwei Angriffe später wieder Chip-Kelly-Alarm. Fake Punt, und der Punter wartet erneut bis zum letzten Moment, ehe der Vorblocker frei wird, lupft den Ball über den heranstürmenden Verteidiger zum 1st down. Großartiger Spielzug, und Oregons Offense kommt plötzlich ins Rollen, inklusive Traumpass in den Lauf von WR Tuinei. An der Goal Line aber dominiert wieder DT Fairley und seine D-Line. Die Spread Offense der Ducks kriegt nicht genug Blocks hin und am Ende der Goal Line Stand gegen RB Barner. Überraschend wurde RB James nicht eingesetzt.

Schlussviertel

Das Spiel wieder zäher. Ehe es fünf Minuten vor Schluss noch mal wild wird. Plötzlich rauscht von hinten die blonde Mähne von OLB Casey Matthews heran und schlägt Newton beim Scramble den Ball aus der Hand. Casey, der kleine Bruder von Clay! Oregons Offense kommt aber nicht wirklich in Fahrt, wieder 4th down. Wieder Kelly-Moment. QB Thomas wartet wieder bis zum letzten Moment, wirft den Ball 0,02 Sekunden vor dem Hit in die Arme von WR DJ Davis, dessen Gegenspieler vom Referee (!!) getackelt wird. Wieder Goal Line Stand, und diesmal ist Oregon schlauer, lässt den Pass Rush kommen und Thomas mit dem Shovel-Pass zu James, der einlaufen kann, 19-19 nach fantastischem Catch durch WR Maehl bei der 2pt-Conversion.

Noch 153 Sekunden auf der Uhr, letzer Drive – und es wird bizarr. RB Michael Dyer – ein Freshman – wird beim 1st down getackelt. NNNNNNNOPE! Dyer steht auf, kein Referee pfeift, die Defense sortiert sich zum Huddle, und plötzlich rennt Dyer los! 37yds weit. Was passiert?

Die Wiederholung zeigt: Dyers Knie war um 2cm nicht am Boden, ehe es AUF den Oberschenkel (!) des Verteidigers fiel. Also kein Kontakt mit dem Boden. Es ist der entscheidende Spielzug. Oregon kriegt die Ducks zwar an der 1 gestoppt, aber mit auslaufender Uhr macht Wes Byrum eiskalt den Sack zu. 22-19, Auburn nach 53 Jahren wieder National Champion.

Dat war’s

Es war kein herausragendes Spiel und schon gar kein Offensiv-Festival. Trotzdem ein würdiges Finale, voll von Eiern, voll von großartiger Defensive und (leider) ohne allzu viel von der stilbildenden Ducks-Offense.

Auburn ist Champion, wird vermutlich QB Newton verlieren, vielleicht gar noch NCAA-Sanktionen kriegen. Sicher weg sein wird DT Fairley, der seinen Ruf bestätigt hat: Großartiger DT, unfairer Spieler (Schlag ins Gesichtsgitter von RB James).

Oregon wird bis auf WR Maehl alle seine Skill Player zurückbringen und im nächsten Jahr wieder ein heißer Kandidat auf den Titel sein. Schade um Oregon, aberdukannstnichtimmeralleskriegen.

AFC Wild Cards 2010/11: Kansas City Chiefs – Baltimore Ravens

[22h06] Endstand Kansas City 7, Baltimore 30. Grauenvolles Spiel in der zweiten Halbzeit, das lange Zeit nur noch deswegen nicht zum Wegschalten animierte, weil die RedZone-Defense der Chiefs aufgeigte und trotz aller Fumbles und Interceptions das Spiel lange Zeit erstaunlich knapp hielt.

Die Ravens ihrerseits mit schwacher Offense. Gegen Ende wurden die Stats nach oben korrigiert, aber da hatten die Chiefs vor leeren Rängen auch keine Lust mehr. Baltimore mit phasenweise erschreckendem Laufspiel und erschreckender Offense Line. Immer wieder kollabierende Pocket und Flacco unter Hochdruck.

KC hat Lehrgeld gezahlt. Die Frage ist, wie sich so eine vernichtende Niederlage und so eine furchtbare Vorstellung auf die Zukunft auswirkt… Vielleicht ganz gut, dass die mit den Gedanken erstmal bei den CBA-Verhandlungen sein werden.

[21h45] Kansas City 7, Baltimore 30. Nächster langer Drive, nächster Touchdown. Nach über 10mins macht RB McGahee den Sack zu.

[21h38] Achteinhalb Minuten vor Schluss begrabe ich offiziell die Kansas City Chiefs. Das war alles zu wenig. Zu wenig Erfahrung, zu wenig Coolness, zu wenig auf den Ball geachtet. Mittlerweile klappt gar nichts mehr in der Offense.

[21h23] Kansas City 7, Baltimore 23. Während ich das schreibe, nächster Fumble. Diesmal ist es QB Cassel, der eben noch eine fürchterliche INT in Landrys Arme geworfen hat. Chiefs: Jeder Snap endet mit Turnover. Der fünfte. Dat war’s. [EDIT: Doch kein Fumble. Daher kriegen die Chiefs eine letzte Chance.]

[21h15] Seufz. Nächste INT durch QB Cassel. Grausig, was die Chiefs in der Offense aufstecken. Jeder Drive endet mit Turnover. Zumindest gefühlt.

[21h05] Kansas City 7, Baltimore 16, 4:24 noch im dritten Viertel. Und wieder eine verpasste Chance. An der KC 17 gestartet und wieder nur Field Goal. Die RedZone Defense hält die Chiefs im Spiel. Eigentlich müsste die Partie trotz der Mäßigkeit der Ravens schon längst entschieden sein.

[21h00] Enttäuschend, was Kansas Citys Offense da aufführt. Fumble WR McCluster in der eigenen RedZone nach einem simplen Screenpass. Die Offense ist noch mehr Stückwerk als die Ravens-Offense.

[20h52] Kansas City 7, Baltimore 13. 6:36 im dritten Viertel. Nach einem kuriosen INT/Fumble-Return kriegen die Ravens kurze Zeit später wieder den Ball. Das Laufspiel sieht nicht blendend aus, aber etwas besser. Gerade so viel, dass Play-Action im Ansatz funktioniert.

Flacco verteilt die Bälle aber recht ordentlich – TE Heap ist sehr groß im Spielplan. Ein ganz fantastischer Catch in engster Deckung von WR Boldin. Danach stoppt der Drive – eine haarige Situation, weil es wohl PI hätte geben können.

[20h35] Halbzeit Kansas City 7, Baltimore 10. Das Spiel läuft anders als erwartet – und es reißt nicht wirklich vom Hocker. Aber „interessant“ darf man es allemal nennen, vor allem, weil es sich dank Baltimores unkonventionellem Angriffsspiel etwas in der Schwebe bewegt.

Baltimore hatte Erfolg mit schnellem Passspiel. Ging dann zum Lauf über, der ü-b-e-r-h-a-u-p-t nicht klappte. Also Rückkehr zum Passspiel, aber die Chiefs-Defense mittlerweile mit verstärktem Pass Rush. Der Touchdown-Drive der Ravens geprägt von back-and-forth. Sack, 3rd down, 3rd down verwertet, viel Pass Rush, aber irgendwie durchgewurstelt.

Die Chiefs zeigten zwischendurch starke Ansätze im Laufspiel und spielen eigentlich starke Defense, nur um dann immer wieder die 1st downs trotzdem zuzulassen. Insgesamt nur 9:29 Ballbesitz für KC. 17-39 Plays. 136-226yds Offense. Aber nur drei Punkte.

Das Angenehme: Kaum Strafen – gab es überhaupt eine Strafe?

Schwierig, den weiteren Verlauf zu prognostizieren. Da ist bei beiden schwer zu erkennen, welche Pläne sie verfolgen.

[20h21] Kansas City 7, Baltimore 10. „Am Schnürchen“ ist was anderes, aber wenn du lange 3rd downs verwertest, geht es trotzdem. Am Ende lässt Flacco den Pass Rush kommen und lupft den Ball hinüber auf RB Ray Rice, der bei 3rd an 2 aus 7yds in die Endzone tänzelt. 15sek to go in der ersten Halbzeit. Eine Halbzeit, die statistisch in allen Belangen den Ravens gehört. Bis auf die Lauf-Offense. Trotzdem nur 3 Pkte. Vorsprung.

[20h12] Two-Minute-Warning. Man kann konstatieren: Baltimores Laufspiel kommt überhaupt nicht in die Gänge. Anfangs wurde schnell und viel geworfen – als man davon abging, war die Offense tot. Mittlerweile hat Flacco das Spiel wieder im Griff und trotz einigem Druck des Chiefs-Pass-Rushes würgt sich die Offense Schritt für Schritt das Feld hinunter.

[19h53] Gerade als alles so ausschaut, als ob die Chiefs ins Spiel gefunden hätten: Fumble des bis dato exzellenten RB Charles, der sich durch die Ravens-Defense pflügte. Beide werfen gerne mit dem Momentum um sich.

[19h46] Erstens: Auch dogfood (Allesaussersport) bloggt wie gewohnt live.

Zweitens: Ich könnte grad kotzen. Das von letzte Nacht bekannte Verbindungs-Problem (Stichwort: Immernochdieverdammtefunkverbindungdienichtsostehtwieichesmirwünschentäte) steht noch immer. Sah heut Vormittag besser aus, aber es geht aktuell so schleppend, dass meine Nerven arg strapaziert werden. Muss mich wohl gedulden, daher kann es mit Aktualisierungen momentan seine Zeit dauern.

[19h40] Kansas City 7, Baltimore 3. Die Partie läuft eigentlich in die erwartete Richtung: Richtung Endzone der Chiefs. Baltimore aber mit mehr Pass-Spiel als gewohnt. Aber: Ein Fumble macht Drive #2 kaputt und die Chiefs sind eiskalt. Der Mann mit dem sensationellen Durchschnitt pro Lauf, Jameel Charles (6,4yds/Lauf in der Regular Season) nutzt den Fehler. 41yds, Touchdown Chiefs und der Spielverlauf ist erstmal auf den Kopf geschmissen.

[19h16] Kansas City 0, Baltimore 3. Erster Drive der Ravens und vorwiegend wird der Pass eingesetzt. Dank des schnellen Spiels gibt es Räume für eine ganze Handvoll Receivers, die schon mal den Ball bekommen haben. 12 Spielzüge, aber an der Goal Line hält die Defense. Beim 3rd down kein allzu einfallsreicher Scramble Flaccos auf die Seite raus. Die Ravens wissen: Mit schnellen Würfen ist die Defense auseinanderzuziehen.

[18h35] N’Abend. Liveblogging zum dritten Spiel am Wildcard-Weekend, diesmal in der AFC und mit den Kansas City Chiefs und den Baltimore Ravens. Vorschau gibt es an dieser Stelle.

Für die Chiefs gelten folgende Grundsätze:

  • Laufspiel muss gegen die Ravens in Gang kommen, anders als beim Regular Season Finale, als die Raiders Jameel Charles und Co. völlig kaltgestellt haben. Nur mit Laufspiel kann QB Cassel effizient sein.
  • Die Offense Line muss gegen DT Ngata und Konsorten einen guten Tag haben.
  • QB Flacco muss unter Druck gesetzt werden, notfalls mit Blitzes.

Die Ravens haben andere Sorgen.

  • Der Lauf der Chiefs muss schnell unterbunden werden. Das ist die halbe Miete zum Sieg.
  • Das eigene Laufspiel muss besser werden als phasenweise in der Regular Season.

Alles in allem halte ich Baltimore für den klaren Favoriten. Die Chiefs können nur mit ähnlicher Begeisterung und Feuer wie gestern Seattle zum Erfolg kommen.

AFC Wild Cards 2010/11: Indianapolis Colts – New York Jets

[05h03] Indianapolis 16, NY Jets 17, mit auslaufender Uhr nagelt auf der anderen Seite Nick Folk den Ball aus 32yds rein. Die Jets gewinnen in Indianapolis 17-16. Entscheidend waren drei Dinge im letzten Drive: Der lange Return von Antonio Cromartie, ein starker gefangener Ball von WR Braylon Edwards mit dem letzten Play und ein katastrophales Timeout-Management von Jim Caldwell (zog 29sek vor Ende eine Auszeit als Defense-Team). Da frage ich mich: Warum? Warum bestreitest du überhaupt das Spiel? Willst du als Genie da stehen? Und das schlimmste: Wir werden keine Antworten bekommen. Weil es keine gibt. Und weil Caldwell eh nix sagen würde. Ohne Worte.

Damit sind beide Superbowl-isten hintereinander ausgeschieden. Ach ja, und: New England – Jets erwartet uns.

[04h55] Indianapolis 16, NY Jets 14, 53sek vor Schluss, FG 50yds Vinatieri. Die Eisvenen waren wieder da. Vinatieri nagelt den Ball aus 50yds rein, als wäre es das Selbstverständlichste der Welt.

[04h47] Die Colts kriegen noch eine Chance. Grund: Die Jets. Zuerst vergeigt Brad Smith einen Option-Spielzug durch zuviel Egoismus. Dann gehen die Jets unverständlich tief, der Ball ist zu lang. 2:36, Colts an der eigenen 20, ein Timeout. Field Goal reicht zum Sieg. Schaut irgendwie alles aus, als hätten wir das schon des Öfteren erlebt…

[04h42] Unfassbar. 3:00 vor Schluss sind die Jets gestoppt, müssen punten und Manning braucht nur ein Field Goal zur Entscheidung. Und dann rennen die Colts in den Punter! Strafe, neues 1st down der Jets und die Zeit tickt herunter und die Timeouts landen nach und nach auf der Grillplatte.

[04h35] Indianapolis 13, NY Jets 14. Etwas holpriger Drive zur Antwort, die da wäre: Beim 3rd down sind die Jets nicht mit Laufspiel zu überraschen. Nur noch 5 Minuten – und die Jets können genüsslich die Uhr runterticken lassen gegen eine müde Defense der Colts. Verdammt schnelles Spiel: Knapp 2:10h seit Kickoff und nur mehr 4:37min to go. Overtime ist eher unwahrscheinlich.

[04h23] Indianapolis 10, NY Jets 14. Langer, nein, laaaaaaaaaaaaaaaaaaanger Drive der Jets: TD Tomlinson im 17. (!) Play, 87yds, 9:54min verbrannt, Es ist jetzt das bekannte Spiel: Die Defense ist zermürbt von massivem Laufspiel und eingestreuten Fakes. Die Colts kriegen kaum mehr Zugriff auf die Running Backs. 10:54min to go, Manning kommt mit seiner eindimensionalen Offense.

[04h14] Ende Viertel #3. Indianapolis 10, NY Jets 7. Spannendes Spiel, in dem sich immer noch kein Sieger abzeichnet. Die Jets hatten das bessere 3. Viertel, haben Laufspiel mit Gewalt reingedrückt und können aktuell mit der Mischung Lauf/Play-Action ganz gut den Ball bewegen.

Den Colts fehlt die Alternative Lauf komplett. Da muss Manning mal wieder sein Zauberhändchen auspacken und es im Alleingang richten.

[04h03] Indianapolis 10, NY Jets 7. Wieder versuchen die Colts, ein 3rd down mit Laufspiel durchzudrücken. Wieder erfolglos – die Mitte wird zugemacht, da geht gegen die Jets nix. Field Goal, 10-7.

[03h52] Indianapolis 7, NY Jets 7. Die Jets kommen sehr lauflastig daher, meist über RB Greene. Den Touchdown erbt RB LaDainian Tomlinson aus 1,5yds. Ausgleich und die Jets haben gezeigt, dass sie einen längeren Drive ausspielen können.

[Und ich weiß nicht, wie lange ich mir die Verbindungs-Probleme noch antue. Stichwort: Internet in den Bergen. F*ck]

[03h32] Halbzeit Indianapolis 7, NY Jets 0. Sanchez’ INT kam mit Ansage – immer wenn Sanchez im Alleingang machen will, herrscht INT-Gefahr. Dass die Colts trotz 45sek und 2 Timeouts nicht auf weitere Punkte gegangen sind, wunderte mich.

Gutklassiges Spiel der Defenses, aber den OffCoords fällt dagegen nicht viel ein. Schön langsam wird es Zeit dafür – ein einziges Big Play kann ja nicht alles gewesen sein. Die Jets sollten mehr darauf fokussiert sein, das Laufspiel einzubauen. Auf Play-Action wird da nicht viel reagiert, weil die Jets nur wenig laufen (obwohl sie 5,7yds/Lauf machen).

[03h12] Indianapolis 7, NY Jets 0. Grad, als sich Al Michaels 5:25 vor Halbzeit über die lange Punktelosigkeit beschweren will, sticht Manning zum ersten Mal zu. Kaum Druck, präziser tiefer Ball in den Lauf von WR Pierre Garcon, der durchlaufen kann. CB Cromartie ist dabei nicht im Bilde. Die erste Lücke ist gefunden.

[03h00] Mal ein Vergleich der anderen Sorte: Wie feurig war da eben das Publikum in Seattle? Indys neue Stadion/Halle kommt da doch sehr, sehr mau daher.

[02h53] Ende Viertel #1. Indianapolis 0, NY Jets 0. Die Jets versuchen primär, das Pass-Spiel zu stoppen, senden häufig 5 Defensive Backs auf das Spielfeld, spielten zuletzt nur mit 1 D-Liner. Trotzdem wird auch das Laufspiel im Ansatz vernichtet. Da geht für Indy aktuell nix. Trotzdem nach über 14min das erste 1st Down für die Colts.

Die Jets sind auch nix zum Schwärmen in der Offense, kriegen aber wenigstens ein Bein in den Boden. Mittlerweile wird fast nur noch auf den kräftigen RB Shonn Greene gesetzt – die Colts-Defense gilt nicht als die physischste.

[02h45] Noch vier Minuten im 1. Viertel. Beide Defenses schenken sich nichts. Die Colts sind nach drei Drives noch immer ohne 1st down. Die Jets ein bisschen erfolgreicher, aber viel ist da noch nicht bei rumgekommen. Und Allzweckwaffe Brad Smith zwickt’s an der Leiste.

[02h31] Die ersten Minuten sind das erwartete Abklopfen: Manning fast nur im Werfe-dich-Modus, die Jets probierten es mit Laufspiel, was 1x Raumgewinn durch L.T. brachte. Danach war auch die Mitte zugemacht.

[02h21] Jim Caldwell mit einem Anfall von Marv Lewis-itis. Challenge in der ersten Spielminute, obwohl die Videobilder recht eindeutig belegen, dass der Ball eben NICHT den Jets-Returner berührt hat.

[02h09] Optische Facts der letzten Wochen:

  • Colts-Defense ist vor allem gegen den Lauf stark verbessert (Chris Johnson und Darren McFadden abgewürgt)
  • Jets haben nicht grad einen Lauf: 2-3 in fünf Spielen
  • Jets-QB Sanchez braucht funktionierendes Laufspiel, um mit Play-Action effizient sein zu können.
  • QB Manning ist in den letzten Wochen wieder fulminant drauf und ziemlich fehlerfrei.

[02h04] Zur Einstimmung verweise ich auf die Vorschau.

[02h00] Weiter geht’s. Hoffe, ich halte durch.

NFC Wild Cards 2010/11: Seattle Seahawks – New Orleans Saints

[01h59] Harhar. Die Sensation des Jahres. Ich freue mich für Seattle. Brutal viel Leidenschaft gezeigt und die unterirdische Pass-Defense der Saints verbraten. Alle NFC-West-Bashings werden ad absurdum geführt. Trotzdem wird Seattle nächste Woche rausfliegen. Und rüber zum Indy-Spiel.

[01h55] Seattle 41, New Orleans36. Die Saints spielen sehr konservative Defense und 1:30min vor Schluss der Touchdown der Saints, zwei Plays nach einer einfachen, fallengelassenen INT der #91 der Hawks. Beim Onside Kick geht New Orleans wie eben mal beim 4th down mit RB Jones – und scheitert.

Onside Kick wird von Seattle gefangen.

[01h43] Seattle 41, New Orleans30. Upset, here we go.

Gerade als Seattle beginnen will, die Uhr runterzulaufen, packt RB Marshawn Lynch den Lauf des Jahres aus, macht aus einem Broken Play nach zwei Dutzend gebrochenen Tackles einen TOUCHDOWN über 67yds. +11, 3:20 to go und nur mehr ein Timeout für die Saints nach dem sinnlos verbrannten Timeout von eben.

[01h27] Seattle 34, New Orleans 30. Ein bissl Leben ist noch drin. Goal Line Stand und damit nur Field Goal. 10min to go.

[01h24] Die Stadt von Seattle ist übrigens wunderschön mit dieser hügeligen Gegend, dem Hafen und dem Sonnenuntergang im Hintergrund. Die Sonne geht grad auch im Stadion unter. Für die Hawks, die gerade mehr und mehr ihren Enthusiasmus aushauchen und 11min vor Schluss beginnen, einzugehen.

[01h13] Seattle 34, New Orleans 27. Gesagt, getan. Brees reißt das Spiel an sich und dirigiert die Offense das Feld hinunter. Seattle hat jetzt erste Deckungsprobleme und zeigt Nerven (völlig unsinniges Personal Foul von der #91). Passend dazu: RB Jones macht den Touchdown. Hatte ein bisschen was von Momentum Swing.

Nebenbei bemerkt: Wenn ich mir das so ansehe: NO hat kaum Laufspiel. RB Reggie Bush wird trotzdem kaum eingesetzt. Reggie Bushs Vertrag läuft am Saisonende aus. Da kann sich jemand auf einen Vereinswechsel nach dem neuen CBA einstellen…

[01h06] Ende 3. Viertel. Egal, was noch passiert: Der verlachte NFC West hat ein Statement-Spiel der Seahawks bekommen. Viel, viel Herz und viel, viel Feuer in den Seahawks. Die Saints scheinen sich gerade langsam wieder zu erfangen, aber die eineinhalb Viertel völliger Hilflosigkeit werden nachwirken – und dabei ist es wurscht, wie die Partie jetzt noch ausgeht. Auf der anderen Seite dürften sich einige Spötter in diesen Minuten des Öfteren verschluckt haben.

[01h01] Diesmal Flauseln bei den Hawks. Dropped Pass und bei 53yds Field Goal eine Zeitverzögerung. Also Punt und die Saints von der Schippe gesprungen. Eine Minute später wirft QB Brees LB Tatupu in die Hände – und wieder Drop!

[00h55] Der gar nicht mal unerträgliche Tom Hammond brüllt ins Mirkofon und Seattle hat New Orleans in der gegnerischen Platzhälfte gestoppt – bei 4th down. 3cm fehlten, NO mit dem Lauf über Jones über die Mitte? Das bewährte Erfolglosigkeitsrezept.

Resultat: Die Offense Line wird zerbröselt, Jones gestoppt. 14 Punkte Vorsprung und die Seahawks beginnen ausgangs von Viertel #3 an der 37.

[00h46] Seattle 34, New Orleans 20. Dungy hatte recht. SS Roman Harper (#41) ist eine Schwachstelle in der Defense, lässt sich mehrmals ausspielen. Bedenklich ist aus Saints-Sicht auch, dass das Laufspiel das Seahawks durchaus funktioniert.

Einzig ein leicht fangbarer Ball für WR #87 Robinson, der auf den Boden fällt, verhindert mehr. Also nur Field Goal. 5:31 noch im dritten Viertel.

[00h37] Kein Tonart-Wechsel: Seattles Defense ist on fire. Gepaart mit gelegentlichen Blitzes wird NO’ Offense Line überrollt, vor allem der LT ist derzeit ziemlich überfordert. Wieder kein First Down, wieder Punt. Jetzt muss die Secondary halten, sonst wird es knapp.

[00h31] Seattle 31, New Orleans 20. Das ist nur noch lächerlich. Hasselbeck bei 3rd and 2 mit einem 38yds Pass direkt in die Arme von WR Mike Williams – DER Mike Williams, der einst als Riesenflop in Detroit galt und nun mit dem alten USC-Coach Carroll unterwegs ist.

Obwohl Williams stets als sehr langsam galt, rennt er FS #42 Sharper und CB #33 Greer einfach davon, bzw. er läuft durch die beiden hindurch, während diese schlicht nicht checken, was passiert.

Williams pflückt über die Schulter den Ball und fällt in die Endzone.

[00h08] Halbzeit Seattle 24, New Orleans 20. Kurzes Field Goal mit auslaufender Uhr. Auch die Saints haben wenige Probleme, den Ball per Luftpost zu bewegen. Ohne Timeouts wird es am Ende eng und es schaut nicht mehr als ein FG heraus, obwohl man innerhalb der 10 war. Spannende Sache bisher, vor allem wegen der grottenschlechten Saints-Secondary und der immer schwächer werdender Saints-Offense-Line.

Seattle auch nicht gerade berauschend in der Defense, aber in den letzten Minuten besser geworden.

Und die Wettbüros dieser Welt zittern. Oder hat überhaupt keiner auf Seattle getippt?

[00h02] Es gibt übrigens drüben bei dogfood auch Liveblogging.

[23h59] Seattle 24, New Orleans 17. Unfassbar, was die Secondary der Saints da veranstaltet. QB Matt Hasselbeck kauft sich mit dem simpelsten Trick der Welt alle Zeit selbiger und WR Stokley ist ganz tief drunten meterweit allein auf weiter Flur und läuft durch.

Smells like upset now.

[23h56] Jetzt beginnt der Kack schon wieder. NBC promotet das zweite Spiel: Can’t wait for that game. Jungs, wir haben heute ZWEI Spiele!

[23h43] Seattle 17, New Orleans 17. Die Laufdefense der Saints halt – im Gegensatz zu dem, was die Secondary bisher veranstaltet hat. Ausgleich!

[23h40] So schnell wird aus „ein paar Minuten“ über eine Stunde. Ich steige ein beim Stand 17-14 New Orleans im zweiten Viertel, als RB Julius Jones fumbelt!

NO dominiert statistisch nach Belieben. Aber Seattle wird gleich scoren, wenn nicht die Butterfinger ins Spiel kommen.

BCS National Championship Game 2011

Die Bowl Season 2010/11 ist fast rum. Fehlt nur noch eins – das Beste! Das BCS National Championship Game, seit der Einführung der Bowl Championship Series (BCS) das sportlich einzig wichtige Bowl-Spiel. Hier wird im Kampf um die Coaches Trophy der (inoffizielle) Meister ausgespielt. Inoffiziell deswegen, weil die BCS kein richtiger Teil der NCAA ist. Aber es hat sich so eingebürgert, dass der Sieger des BCS-Finals in den finalen Abstimmungen an die #1 gesetzt wird – und bis auf einmal (2003) haben sich die Voter auch daran gehalten.

Das National Championship Game (von mir im Folgenden auch „BCS-Finale“ genannt) – keine Traditionsveranstaltung, sondern ein seit der Saison 1998 neu geschaffenes Event, in dem die #1 gegen die #2 des BCS Ranking antritt. Ein paar Jahre lang wurde abwechselnd eine der vier großen Bowls, der BCS Bowls, zum BCS-Finale umfunktioniert. Seit der Saison 2006 läuft das Spiel aber als eigenständiges Event ab – als fünfte und letzte BCS Bowl zum Saisonabschluss.

Die fünf BCS Bowl lauten demnach:

  • Rose Bowl
  • Fiesta Bowl
  • Orange Bowl
  • Sugar Bowl
  • BCS National Championship Game

Alles klar? University of Phoenix Stadium

Das National Championship Game 2011 wird in Glendale bei Phoenix ausgetragen. Nicht, wie etwa das Rose Bowl Game in einem dieser herrlichen, alten, maroden Schüsseln. Sondern im University of Phoenix Stadium, Heimstätte der Arizona Cardinals und der Fiesta Bowl, ein Stadion, das vor fünf Jahren in die Wüste von Arizona gestampft und ganz trendy mit verschiebbarem Dach ausgestattet wurde. Unter anderem war es Austragungsort der grandiosen Superbowl 42 und der noch grandioseren Fiesta Bowl 2007.

Nun also das Grande Finale 2011. Angesichts der beiden Mannschaften – Auburn Tigers und Oregon Ducks – wäre ich fast versucht, vom Tigerenten-Club zu sprechen. Dumm, dass die Frösche fehlen. Diese – die TCU Horned Frogs – haben vor ein paar Tagen in der Rose Bowl gespielt, und die Wisconsin Badgers in einem fantastischen Spiel 21-19 besiegt. Ein historischer Sieg, denn die Horned Frogs gehören keiner BCS-Conference an.

BCS-Conference – Pardon?

Warnung: Es folgt ein Exkurs, der erklärt, wie es zum BCS National Championship Game denn überhaupt gekommen ist.

College Football ist in drei, eigentlich vier, Kategorien eingeteilt. Da hätten wir zum ersten die Division I, dann die Division II und dann die Division III. Die Division I ist aber seit den späten 70ern noch mal aufgesplittet worden. Früher hieß das dann ganz elegant Division I-A und Division I-AA.

Heute klingt es rockiger: Football Bowl Subdivision (FBS) und Football Championship Subdivision (FCS). Alles, was wir vom College Football hierzulande zu sehen bekommen, und alles, worüber wir geschrieben haben, geht die FBS an – die Königsklasse im College Football. Dort, wo die 120 besten Teams spielen. Einige traditionelle Universitäten haben sich vor einiger Zeit entschlossen, den Wahnsinn nicht mitzugehen, und sind lieber in der schnuckeligen FCS geblieben: Harvard, Yale, Princeton.

Aber auch in der FBS gibt es größere und kleinere Unis, traditionellere Sportprogramme und weniger traditionelle. Die 120 Mannschaften sind auf aktuell 11 Conferences aufgeteilt. Diese Conferences schimpfen sich z.B. Big Ten Conference oder Pac-10 Conference oder SEC (Southeastern Conference) oder Western Athletic Conference, plus gibt es drei (ab 2011 vier) unabhängige Universitäten, sogenannte Independents. Diese sind aktuell Notre Dame, Army und Navy.

Nun haben sich Mitte der 90er sechs Conferences – SEC, Big Ten, Pac-10, Big 12, Big East und AAC – in mehreren Schritten zur BCS (eben dieser Bowl Championship Series) zusammengeschlossen.

Ziel #1: Einen Meister ermitteln zu können, der auch in einem Spiel ermittelt wird und nicht, wie vorher, rein in einer Abstimmung.

Ziel #2: Ein sportlich und finanziell attraktives Bowl-Spiel für den Meister jeder BCS-Conference garantieren zu können.

Die BCS ist jedoch äußerst umstritten, bevorzugt sie schließlich ganz klar die Mannschaften aus den BCS-Conferences. Teams von außerhalb, z.B. Boise State, Utah oder eben die TCU Horned Frogs haben es schwer, Einladungen in eine der großen Bowls zu bekommen.

Die Horned Frogs haben es heuer dorthin geschafft, als #3 der Rangliste und als ungeschlagenes Team. Sie haben auch noch Wisconsin geputzt, den Meister der Big Ten Conference. Eine Einladung ins BCS-Finale war aber nicht drin: Auburn und Oregon sind an #1 und #2 platziert, weil sie

a) den schwierigeren Spielplan haben und
b) den Bonus der BCS-Conference genießen.

Von daher war der Sieg der Horned Frogs von hoher Bedeutung für die kleinen Universitäten und Conferences. Schritt für Schritt werden sie ernster genommen und mit zunehmendem Druck durch Medien und Politik sowie einer Portion Glück und Einsicht von Seiten der Etablierten könnte es in absehbarer Zeit (sprich: 7-8 Jahren) vielleicht sogar Playoffs geben, um den Meister im College Football zu ermitteln.

Bis dahin gibt es eben nur das BCS-Finale. Und das wird in der Nacht von Montag, 10. Jänner, auf Dienstag, 11. Jänner, um 02h30 ausgespielt. Gegenüber stehen sich zwei Mannschaften, die nicht zu den traditionellen Schwergewichten im College Football zählen.

Die Auburn Tigers aus der SEC und die Oregon Ducks aus der Pac-10 Conference, als BCS-Mannschaften tatsächlich im gemeinsamen Kampf gegen die Frösche. Den Kampf haben sie gewonnen, die Tigerenten.

Erin Andrews
Erin Andrews – ©Flickr

Jetzt folgt der Kampf untereinander. Einer wird baden gehen müssen. Tiger gegen Enten. Ohne Pamela Großer und Katharina Gast. Dafür mit Brent Musburger, Kirk Herbstreit, Tom Rinaldi und der netten Dame im Bild, Erin Andrews, die nach überstandenen Morddrohungen wieder für ESPN auf Interviewjagd gehen wird.

So viel als Heißmacher.

Spotlight für den ersten Finalisten, die #1 der BCS-Rangliste.

Auburn Tigers

Gene, Gus und die Religion

Auburn ist ein kleines Städtchen im Bundesstaat Alabama. Kaum 60.000 Einwohner, aber eine der bekanntesten Universitäten der USA. Grund hierfür: Das traditionsreiche Footballprogramm der Auburn University, deren Campusgelände samt Stadion man sich auf diesem Luftbild zu Gemüte führen kann. Ein Campus für ca. 25.000 Studenten, die stolz sein dürfen, Alabamas beste Universität, und in diesem Fall spreche ich nicht von Sport, besuchen zu dürfen. Auburn University Campus

Im Bible Belt, der Region östlich des Mississippi im tiefen Süden der Vereinigten Staaten, wird College Football ebenso gelebt wie die evangelische Kirche und die immer noch latente Abneigung gegenüber Schwarzen. Und das Jordan Hare Stadium ist ebenso Kathedrale wie der Dom von Birmingham. Dort – nicht im Dom – spielen die Tigers, und das Stadion ist mit seinen 87.000 Plätzen dauerausverkauft.

Die Tigers waren in den 50ern mal National Champion. Ein Vergleich mit Schalke 04 würde hinken, aber: Seitdem sind sie oft in der Elite dabei gewesen, zum Durchbruch fehlte immer ein kleines Stück. Trotz Superstars wie RB Bo Jackson oder RB Cadillac Williams. Trotzdem gehört das Publikum zum loyalsten landesweit. Und die Tigers – sorry, denn jetzt stirbt irgendwo eine seltene Kriechtierart aus – sind Kult.

Im Jänner 2009 hat das Sportpräsidium in Auburn mit der Verpflichtung von Head Coach Gene Chizik für Aufregung gesorgt. Chiziks Referenzpapiere hatten eine äußerst dürftige 5-19 Bilanz an der University of Iowa vorzuweisen. Fünf Siege in 24 Spielen. Das Risiko zahlte sich aber aus. Chizik holte sich den kreativen Offensive Coordinator Gus Malzahn in seine Mannschaft. Gemeinsam haben sie das dahinsiechende Programm aufgepeppt. 8-5 im ersten Jahr, und dann kam der Herbst 2010…

Watch As He Accelerates. Right…… NOW!!! Oh My Gosh.

Wir schreiben den 23. Oktober 2010. Durchzechte Nacht und lange Seminartagung hinter mir und die Augen nur noch auf Sparflamme geschaltet, aber noch mit Kampfgeist. Kampfgeist, dieses eine Spiel durchzuhalten. Auburn gegen Lousiana State. Das Duell Tiger gegen Tiger. Wir sind im zweiten Viertel…

…und das passiert das:

 

In dem Moment wird klar, dass wir es hier mit einem speziellen Spieler zu tun haben: QB Cameron Newton.

Down goes… Not Auburn

Die Auburn Tigers gewannen in dieser Saison alle ihre 13 Saisonspiele. 13 Siege großteils nach demselben Schema: Anfängliche Probleme, Rückstand, Comeback in Halbzeit zwei.

Irgendwann hatte man den Gegner mürbe und lief ihn in Grund und Boden. Ab Mitte Oktober begann auch die breitere Öffentlichkeit, die Tigers als ernsthaften Titelkandidaten wahrzunehmen, nach einem 65-43 gegen Arkansas und eben jenem Spiel gegen die LSU Tigers. Ende November der große Showdown, Iron Bowl gegen den Erzfeind Alabama.

Ein Spiel for the ages. Hatte man nach einer fassungslosen ersten Halbzeit schon die Briefmarken auf die Mitleidskärtchen in Richtung Auburn geklebt, sorgten Cam Newton, die Defense und eine Reihe glücklicher Fügungen am Ende für die Sensation: Aus 0-24 mal eben so ein 28-27 gezaubert. Es wird mit Sicherheit als eine der denkwürdigsten Iron Bowls in die Geschichte eingehen.

Eine Woche später im Finale der SEC war es nicht lange spannend. South Carolina wurde mal eben so dank sechs (!) Newton-Touchdowns nach Hause geschickt.

Cam Newton

Who Cares ’Bout Morale?

Es macht keinen Sinn, die Offense der Tigers näher unter die Lupe zu nehmen. Es reicht ein einziger Name: Cameron Newton. Der Quarterback spielt eine herausragende Saison und er ist der Grund, warum Auburn nicht an #[bitte setzen Sie eine Zahl ihrer Wahl zwischen 20 und 25 ein], sondern an #1 gerankt ist. Punkt.

Was Newton und Auburn unangenehm erscheinen lässt: Die Affäre um die verbotenen verdeckten Zahlungen. Der fadenscheinige Freispruch der NCAA, der faktisch die Zahlungen legitimiert. Solange nur der Spieler nichts weiß, dürfen auf dessen Konto eimerweise Moneten geschaufelt werden. Selbst wenn der eigene Vater den Deal eingefädelt hat.

Unter diesem Gesichtspunkt ist Newtons Auszeichnung mit der Heisman Trophy eine moralische Bankrotterklärung der prestigeträchtigsten MVP-Trophäe im Football. Heisman schreibt ausdrücklich auch persönliche Integrität als Qualifikationsmerkmal für den Sieger aus. Daher wird der Preis von mir ab sofort nicht mehr für voll genommen.

Secondary? Never heard.

Faustregel der Tigers: Vorne auf Newtons Lauf- und Wurfkünste vertrauen. Hinten die dominante Defensive Line um Star-DT Nick Fairley mal machen lassen. Fairley gilt als Top-10 Draftpick, macht am Montag sein letztes Spiel für Auburn. Der Lauf wird u.a. dank Fairley recht solide verteidigt. Es hakt an einem anderen Punkt: Auburn hat keinen Schimmer, wie man gegen den Pass verteidigt.

Gegen Offenses mit dominanteren WRs gab die Secondary ein Bild ab in etwa wie, wie… Angela Merkel beim Fußballspielen? Sie war schlicht non-existent. WRs wie Julio Jones (Alabama), A.J. Green (Georgia) oder South Carolinas Alshon Jeffery verbrannten die Defensive Backs phasenweise ganz böse.

Weil Oregon zwar auf Laufspiel aufbaut, aber dank No-Huddle-Offense auch ein mächtiges Pass-Spiel besitzt, ist diese Abwehr durchaus ein Punkt, der Auburn angreifbar macht.

Oregon Ducks

So, wir hatten die Auburn Tigers in der Sezierstunde. Wir kennen nun Cam Newton, Gene Chizik und wissen, was es mit dem Bible Belt so auf sich hat. Wenden wir uns anderen Dingen zu. Heutiges Thema: Die Gegner der Tigers um die Coaches Trophy: Die Oregon Ducks.

Entenhausen im Nordwesten

University of Oregon

Die University of Oregon genießt in Forschungskreisen durchaus einen anerkannten Namen. Physik-Genie Doug Hofstadter etwa ist ein Ehemaliger. Die Universität liegt nicht etwa in Portland daheim, sondern in einem kleinen Städtchen namens Eugene im Willamette Valley. Dort, wo die meisten Menschen im spärlich besiedelten Oregon wohnen und die grünen und gelben Farben dominieren – die Farben der University of Oregon. Bekanntestes Gesicht der Uni ist trotz aller Footballer und Forscher das Maskottchen: Der Oregon Duck, angelehnt an den Superstar unter den Enten: Donald Duck.

Who Cares ’Bout Manieren?

Star der Oregon Ducks ist Head Coach Chip Kelly, wie Gegenüber Gene Chizik seit 2009 hauptverantwortlicher Mann. Kellys zweijährige Amtszeit ist geprägt von zwei Dingen: Viiiiiele Yards und Punkte in der Offense und viiiiiele disziplinarische Probleme mit seinen Spielern. Eine Chronologie.

Chip Kelly
©Spox.com

Boise State 2009. Kellys erstes Spiel als Head Coach, und was ein furchtbares. Zuerst würgte Boise State die Offense ab und dominierte die Ducks nach Strich und Faden, gewann 19-8. Und dann sorgte Star-RB Legarrette Blount nach dem Spiel für den Kollateralschaden: Einen Boise-Verteidiger mit der rechten Gerade niedergestreckt. Kelly suspendierte Blount für fast die komplette Saison und Blount musste sich statt als hochbezahlter 1st-Round-Pick als Free Agent in der NFL durchschlagen, ist mittlerweile spektakulärer Running Back in Tampa Bay.

Kelly sorgte anderweitig für Emotionen. Gleich nach der Heimkehr aus Boise lag eine Zahlungsaufforderung in seinem Postfach. Ein Fan wollte die $439 rückerstattet haben. Kelly fackelte nicht lange und ließ sich die Adresse von diesem Fan besorgen, um eigenhändig die Kohle auszubezahlen. Der Fan war schwer beeindruckt, zog seine Forderung zurück und stellte Kelly einen persönlichen Schuldfreipass für alle Zeiten aus. Kelly coachte Oregon trotz des denkbar schlechten Saisonstarts noch in die Rose Bowl – erstmals nach langen Jahren wieder.

Winter 2010. Top-RB LaMichael James stellte sich als Frauenschläger heraus und wurde ein Spiel suspendiert. Noch schlimmer QB Jeremiah Masoli, der als Junkie und Computer-Dieb Schlagzeilen machte und vom Campus gejagt wurde (spielt jetzt für Ole Miss). Kelly machte einen Neuen zum QB: Darron Thomas, ein Schwarzer, als Persönlichkeit blass, aber als Spieler… Baby.

Kelly besitzt also menschliche Klasse. Auch als Coach hat er einiges auf dem Kasten…

Ey, Was Geht Ab?

Und, nein, sie feiern nicht die ganze Nacht. Vielmehr wird unter Chip Kelly knallhart gearbeitet. Die Trainingseinheiten sind kurz, aber brutal intensiv und darauf abgezielt, die Spieler auf vollste Konzentration und Fokussierung zu trimmen. Das ist auch notwendig, denn Chip Kellys Offense ist nicht einfach nur eine Offense.

Es ist die Offense schlechthin. Ich kenne keine Offense, die schneller spielt und den Ball das Feld hinunter treibt. Wer Oregons Offense kennt, für den gewinnt „No Huddle“ eine neue Bedeutung. Die Playclock tickt selten unter 20 Sekunden runter, und schon ist der nächste Snap da. Für eine Defense bleibt fast keine Zeit für Erholung und Auswechslungen. Konfusion ist vorprogrammiert.

Man muss sich das mal vorstellen. Die Offense um den fantastischen RB LaMichael James erläuft 303yds pro Spiel. Dazu packt QB Darron Thomas noch mal gepflegte 234yds im Passspiel drauf. Macht 537yds pro Spiel, für 50 Punkte. Pro Spiel. Im Schnitt. In der Pac-10.

Nur einmal war es knapp

Zu Saisonbeginn wurden ein paar lausige Gegner mit Kantersiegen und ca. 70 Punkten/Spiel in Grund um Boden gespielt. Das erste Ausrufezeichen war ein 52-31 über Stanford und Andrew Luck. Von da an galt Oregon als Anwärter auf den Finaleinzug und spielte munter weiter drauflos: Über 50 Punkte gegen USC, UCLA und Washington. Vor allem im mächtigen und extrem lauten heimischen Autzen Stadium präsentierten sich die Ducks als absolut unantastbar.

  Autzen Stadium, Oregon Ducks Nur bei den California Golden Bears musste lange gezittert werden. Das knappe 15-13 war nicht wirklich ein glanzvoller Auftritt, aber entscheidend für den Finaleinzug. Denn der Civil War beim heißen Rivalen Oregon State, das war noch nicht mal eine Kneipenschlägerei. Zu dominant die Ducks, gegen deren Waffen die Beavers nicht im Ansatz ein Mittel hatten.

 Für Oregon gilt Ähnliches wie für Finalgegner Auburn: Auch hier wird viel in der zweiten Halbzeit gescort. Die Ducks spielen knallhartes Laufspiel über RB James (Dritter im Heisman-Voting – man beachte auch hier den Aspekt „Moral“), mit immer wieder eingestreuten langen Pässen von QB Thomas. Ein Kuriosum der Ducks-Offense: Egal, mir welchem Quarterback Chip Kelly gespielt hat, ob Masoli oder Thomas oder Nate Costa: Erfolg hatte er immer. So auch mit dem beweglichen und laufstarken Thomas.

Wie auch immer das Spiel für die Ducks endet: Für die University of Oregon ist es auf jeden Fall das bisher größte sportliche Ereignis. Bisher stand man meist im Schatten der großen Pac-10 Mächte USC, UCLA oder Washington. Es werden haufenweise Ducks-Fans nach Glendale, Arizona pilgern und für Volksfeststimmung sorgen. Und das Beste für Oregon: Viele Leistungsträger haben noch ein oder zwei Jahre vor sich. LaMichael James hat schon angekündigt, mindestens ein weiteres Jahr an der Uni zu bleiben.

Blieben die Essgewohnheiten

Ich glaube nicht, dass Enten Tiger zum Frühstück verspachteln. Ich weiß nicht, ob Tiger mit Enten-Braten ihre Freude hätten. Ich weiß aber, dass wir mit dem Aufgetischten unseren Spaß haben werden – und wenn es eine Nacht auf den Dienstag ist, und wenn es nach einem langen Wild Card Weekend in der NFL ist: Hier treffen zwei Punktejäger aufeinander. Der beste Footballspieler im College gegen die beste jemals gesehene Offense. Ein Spiel, das mit einem Over/Under von 74 (!) auf der Wettbörse angeboten wird. Ich will nicht zum Zocken animieren, aber… *hust* 74 Punkte halte ich für durchaus nicht unwahrscheinlich. Ein Spiel mit einem Wermutstropfen. Die ungeschlagenen TCU Horned Frogs sind als vielleicht bestes Team des Jahres nicht dabei.

BCS National Championship Game 2011. Mo./Di. 02h30 aus Glendale. Live bei ESPN America.