Superbowl-Countdown T-minus 5: Amerikas Werbemaschine

Bei uns ein Punkt, der fast völlig untergeht, weil nicht ausgestrahlt: Die Werbeblöcke während der Super Bowl. ESPN America bringt meiner Erinnerung nach seine eigenen Breaks, die ARD hat eigene Schalten, der ORF beantwortete seinerzeit E-Mails oder brachte alte Werbe-Spots.

Dabei ist der Super Bowl Sunday in den USA nur noch zum Teil „Football-Finale“. Für die großen Networks ist der Superbowl-Sonntag zur Geldmaschine geworden. Vor ein paar Jahren wurde die Superbowl fix in den Februar verlegt – aus Gründen des Messens der TV-Ratings.

Dann bringen 30-Sekunden-Werbespots dem übertragenden Sender (sei es nun Fox, CBS oder NBC) Einnahmen in Millionenhöhe. Vor einem Jahr waren es rund 2,5 bis 2,8 Mio. Dollars PRO 30-Sekunden-Spot. Und das trotz Wirtschaftskrise und leichtem Rückgangs gegenüber der Superbowl XLIII von 2009! Für dieses Jahr wird erwartet, dass Fox ungefähr gleich viel für eine halbe Minute Werbung einsäckeln wird.

Die Networks haben dazu noch einen anderen Trumpf im Ärmel: Dank der gewaltigen Zuschauerresonanz (im Schnitt schauen 105 Millionen Amerikaner zu, in der Spitze über 150 Mio., was unfassbar ist) platzieren sie im Anschluss an die Superbowl-Übertragung ganz professionell neue Sendeformate oder Sendeformate, bei denen man an Top-Potenzial glaubt: Serien, Talkshows, was auch immer das Herz begehrt. Hier eine Liste der Programme, die auf die Superbowl-Übertragung folgten. Die Zuschauerzahlen sind teilweise immer noch frappierend. In diesem Jahr auf Fox dran: Glee.

Back to Werbespots. Es hat in den letzten Jahren einen sehr kontrovers diskutierten Werbespot gegeben (von „Focus on the Family“ mit Tim Tebow und seiner Mutter)…

…und viele weitere, exzellente. Mein persönlicher Favorit ist dieser von Super Bowl XXXVII (Buccs-Raiders): Schottische Pferde auf dem Weg nach Manhattan. Ein Tribut an 9/11 – okay, pathethisches Thema, aber ein sehr gut gemachter Spot, sehr düster – und Bierwerbung.