UEFA Champions League 2010/11 – Power Ranking nach den Achtelfinalhinspielen

Die Aufsplittung des Achtelfinals hat mir zuerst missfallen. Vorteil: Du siehst soviel Champions League wie nie zuvor. Eine phasenweise hochklassige Hinspielrunde im Achtelfinale. Vor allem wegen zwei Spielen: Barcenal und die Finalrevanche. Beide haben die hohen Erwartungen sogar übertroffen. Der Versuch eines Power Rankings nach der Hinspielrunde.

#1 FC Barcelona. Nach wie vor das Maß aller Dinge. Keine Offensivreihe der Welt läuft selbst auf engstem Raum so geschmiert.

#2 FC Arsenal. Im Vergleich zum Vorjahr eine Stufe nach oben geklettert, aber ganz so gut wie Barcelona sind die Gunners noch nicht. Trotz des Comeback-Sieges.

#3 Bayern München. Jo, und das ist ernst gemeint. Trotz einiger Wackler in der Defense glaube ich nicht, dass irgendjemand momentan gegen diese Bayern spielen möchte.

#4 Manchester United. Im Hinspiel wollten sie nicht. Der Preis dafür: Sie müssen das Rückspiel gewinnen.

#5 Inter Mailand. Fantastische Einzelspieler, die auch in München noch für Wirbel sorgen werden. Immer noch eine brandgefährliche Mannschaft.

#6 FC Chelsea. Steht als einzige Mannschaft sicher im Viertelfinale.

#7 Real Madrid. Gute Stürmer bestrafen diese Defensive eiskalt mit 2-3 Toren/Spiel. Plan in der Offensive: Fünf lange Bälle nach vorne schlagen und hoffen, dass einmal einer durchkommt.

#8 AC Milan. Irgendwie merke ich, dass meine Schulzeit vorbei ist. Dass Milan sich so auskontern ließ? Früher undenkbar.

#9 Tottenham Hotspur. Sie putzen Milan IN San Siro OHNE Garreth Bale?

#10 Shakhtar. Romas turbulente Zeiten eiskalt ausgenutzt.

#11 FC Valencia. Bisher war Valencia für mich ein unattraktiver Betonmischer. Jetzt plötzlich: Vorne hui, hinten pfui. Die Zeiten haben sich geändert.

#12 Olympique Lyon. Biedere Mannschaft, die mit nur einem einzigen guten Stürmer Real Madrid aus dem Bewerb geschossen hätte.

#13 Schalke 04. Zwei Feel-Good-Geschichten: Manuel Neuer. Und natürlich Raul.

#14 Olympique Marseille. Das Offensivpotenzial überzeugt mich nicht.

#15 AS Roma. Nach dem Chaos von Genua interessiert die Champions League in Rom vermutlich grad niemanden.

#16 FC Kopenhagen. Wer waren noch mal Kopenhagens Gruppengegner?

9 Kommentare zu “UEFA Champions League 2010/11 – Power Ranking nach den Achtelfinalhinspielen

  1. @Seminole – Auch wenn Sechz’ger(innen) das gerne sähen: Nope.

    Ich bin geneigt, dem heutigen Spiel bis zu einem gewissen Punkt Freak-Charakter zuzuschreiben. Beim BVB klickt zurzeit ALLES, die Mannschaft spielt aus einem Guss und womöglich über ihrem Niveau – und Bayern unterstützte sie mit einer Reihe an unforced errors. Gepaart mit ein paar Spielern unter Normalform und ein paar Konjunktiven (Gomez-Tor, Müller) setzt es eben diese Schlappe.

    Trotzdem gehört Bayern international ganz weit nach oben. Die Ballbesitz-Maschinerie läuft immer besser wird noch brillanter werden (sofern die Verantwortlichen nicht in Aktionismus verfallen und Van Gaal rasieren), die Offensive ist nicht nur an guten Tagen unberechenbar und wie man auch mit vorhandenem Personal die Defensive erheblich stabilisieren kann, hat das Inter-Spiel gezeigt.

    Bayern steckt in einer Entwicklung. An guten Tagen läuft die Mannschaft so geschmiert wie am Mittwoch. Was fehlt, ist die Konstanz. Und die wird über kurz oder lang kommen. Ich hoffe, dass Bayern nicht den Fehler des FC Chelsea (2007/08) macht und auf halbem/dreiviertel Weg das System über Bord schmeißt, sondern Geduld bewahrt.

    Wäre ich kein Bayern-Anhänger, ich würde Bayern als scary empfinden, wenn ich an die nahe bis mittlere Zukunft denke.

  2. Sorry korsakoff, aber spätestens seit gestern kann ich der Argumentation nicht mehr zustimmen. Die Bayern haben keinen Plan B wenn Robbery isoliert sind und die Abwehr ist ein Trümmerhaufen. Die dauernden Positionsrotationen kann ich nicht nachvollziehen und tragen zur Konfusion bei. Mir wird übel wenn ich ans Rückspiel gegen Inter denke…

  3. @Kanaldeckel

    Die Rotationen kann ich dadurch erklären, dass Van Gaal dran arbeitet, die Ankurbelung des Spiels in Gang zu kriegen.

    Bayerns Problem war stets der dabei fehlende Speed. Jetzt ist der limitierte und langsame Van Bommel weg. Van Gaal ist also dabei, die Zentrale neu zu besetzen. Darin sehe ich auch den Grund, warum Schweinsteiger zuletzt so weit hinten gespielt hat.

    Dass Bayern keine guten Fußballspieler im Sinne der Spieleröffnung in der Innenverteidigung hat (Breno ist dabei tatsächlich noch so schlecht wie er gemacht wird), ist da nicht förderlich und so wird Schweinsteiger in dieser defensiven Rolle schier verschwendet.

    Gleichzeitig ist das Spiel der Bayern sehr breit angelegt mit Robben und Ribery fast an den Seitenlinien – was prinzipiell ein IMHO sehr guter Ansatz ist, im Gegensatz dazu, was uns die Schwachköpfe á la Rethy, der gestern ja wirklich absurd schlecht war, erzählen wollen.

    Verzwickt wird es, weil irgendwo ein Bindeglied fehlt: Müller. Der spielt sehr weit vorne, wodurch ein riesiges, unübersehbares Loch entsteht. Und genau dieses Loch zu schließen, ist der fehlende Punkt für Bayern zur spielerischen Dominanz. Warum Müller so weit vorne spielt – gute Frage, denn im Prinzip nimmt auch dies Schwung aus dem Offensivspiel.

    An guten Tagen und bei gegebenen Umständen klappt es trotzdem (Inter). An schlechten ist Bayern aber so blutleer und ratlos wie gestern in HZ 1. Sieht dann leidenschaftslos aus und sorgt für den Aufschrei, der aktuell durch das Internet zu vernehmen ist.

    Ich hoffe, dass Van Gaal die Zeit kriegt, das Problem zu lösen und die Zirkulation zu perfektionieren. Ich glaube auch daran, dass in absehbarer Zeit eine Lösung gefunden wird. Allein, ich halte die Verantwortlichen für recht unberechenbar.

  4. Wie Rethy ernsthaft behaupten konnte, das Spiel der Bayern sei zu breit, ist mir auch ein Rätsel. Ansonsten ist er auch immer der erste der ruft, Mannschaft X „müsse das Spiel breiter machen“. Der Ansatz und die taktische Einstellung von LvG sind schon richtig. Nur fehlt tatsächlich das verbindende Element in der Mitte – und das ist nicht nur Müller. Gomez ist der Typ, der das ganze Spiel kaputt macht, vor allem im Zusammenspiel mit Müller. Müller spielt nicht zuweit vorne, sondern Gomez bewegt sich viel zu wenig. Der perfekte Stürmer für das System ist Klose (mindestens 3 Jahre jünger). Letztes Jahr um diese Zeit hat das auch hervorragend funktioniert mit Müller/Klose oder Müller/Olic.

    Kleinere zusätzliche Probleme sind dann noch die ständig wechselnde linke Seite und der zweite Sechser. Ribery braucht einen Außenverteidiger hinter sich, der genau weiß, was er macht, das geht nur über gemeinsame Erfahrung auf dem Platz. Rechts funktioniert das mit Lahm/Robben ganz hervorragend. Und auf der Sechs neben Schweinsteiger darf nie wieder Pranjic spielen; da müssen die auch noch vorne viel stärkeren und kreativeren Kroos oder Gustavo hin. Pranjic gehört nach hinten links, da macht er seine Sache, wenn er mal da spielt, auch ganz gut.

  5. Doch, Müller spielt zu weit vorne, warum auch immer. Das, was Bayern da ganz vorne drin aufbietet, ist fast eine Vierer-Sturmkette. Ohne dieses Bindeglied ist es schwer möglich, den Ball schnell nach vorne zu treiben und anstatt mit Tempo in die Spitze zu spielen, muss immer wieder für Raumgewinn von minus 20m quer oder zurück gespielt werden.

    Vielleicht sollte Bayern auch eine Spur tiefer stehen, den Gegner herauslocken, um schneller in die Spitzen spielen zu können. Ich gehe d’accord, dass Gomez nicht der optimale Typ für dieses Spielsystem ist. Aber „nicht optimal“ heißt nicht, dass es nicht auch mit Gomez klappt – nur würde ich dafür eine Spur defensiver spielen, um Gomez’ Stärken besser zu nutzen.

    An der Stelle ist an die Diskussion bei Allesaussersport zu verweisen.

  6. Ich wollte auch gar nicht Müller über Gebühr verteidigen; er müßte ja selber merken, daß er nicht immer die Mitte entblößen kann. Aber vor allem müßte das auch LvG mal Müller, Gomez und den 6ern klarmachen. Oder einfach den vom Spielverständnis her viel besser passenden Klose wieder in die Startelf stellen.

  7. @Herrmann

    Ich würde das auch als Hauptvorwurf an Van Gaal sehen: Entweder stellt er Müller absichtlich ganz vorne rein (Warum?), oder er weist Müller, der es auf eigene Faust macht, nicht zurecht (Warum??). Für mich ist diese Fehlpositionierung gepaart mit den fußballerisch schwachen Innenverteidigern (seien es Breno oder Badstuber) das zentrale Problem. Letzteres eben, weil dadurch ein Schweinsteiger quasi „geopfert“ werden muss.

    Wenn das System mal *klick* macht, halte ich Bayern für brandgefährlich.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.