Buffalo Bills in der Sezierstunde

Die Bills – das einzige Team, das bei ESPN America in der abgelaufenen Saison nicht ein einziges Mal über mehrere Viertel gezeigt wurde, weder live oder auf Tape. Der ungläubige Thomas glaubt nur das, was er gesehen hat. Trotzdem diesmal kein Outsourcing. Ich wüsste nicht, wen fragen. Also viel Lesestoff, angereichert mit viel selbst Angelesenem.

Eigenproduktion

Allein der Blick auf den Kader hat im Prinzip gereicht, um Buffalo maximal 3-4 Siege vorauszusagen. Der neue Head Coach Chan Gailey auch nicht wirklich ein Sunnyboy vor dem Herrn. Das gezeigte Potenzial in den ersten Wochen galt als so mickrig, dass Buffalo zur Saisonhälfte in einigen Medien schon eine sieglose Saison prognostiziert wurde. Dann wurde aber plötzlich der Schalter umgelegt, selbst Topteams wie Baltimore und New York ins Eck getrieben und am Ende mit 4-12 ein halbwegs respektables Endergebnis geholt.

… Schon krass: „4-12“ fühlt sich echt nicht übel an, wenn man an „Buffalo Bills“ denkt. Das gibt’s sonst nur noch in Detroit.

Cam Newtons schlimme Alpträume

Der Kader der Bills gilt als so mau besetzt, dass es Gailey hoch angerechnet wird, überhaupt vier Siege und eine Handvoll enge Niederlagen damit herausgewürgt zu haben. Nun pickt Buffalo an #3 und soll hat Handlungsbedarf an vielen Positionen. Die Bills gelten seit Jahren als Querdenker, draften gerne mal völlig gegen den Konsens in der NFL. Sie haben gleichzeitig die Faxen, ihre Intentionen schon Wochen vor dem Draft in die Öffentlichkeit zu posaunen.

Diesmal soll es ein Quarterback werden. Das ist schade, wenn man daran denkt, wie couragiert der verspottete, aber hochintelligente (48/50 im Wonderlic!) Ryan Fitzpatrick phasenweise gespielt hat. Zum Beispiel gegen die Jets – als ESPNA die Schlussphase zeigte. Ein Quarterback ist aber verständlich, vor allem hinsichtlich des Faktors „Wiedererkennungswert“. Buffalo fehlt ganz einfach die Komponente „Star“.

Cam Newton

Cam Newton - ©Getty

Und da kommen wir auf Cameron Newton zu sprechen. Ich halte es zwar für Hasard, Newton zu holen, aber ich glaube, Buffalo könnte sich Newton greifen. Als Franchise-QB, mit dem Gedanken im Hinterkopf, eine mögliche werbetaugliche Ikone des Sports zu holen.

Für Newton dürften in diesem Szenario die schlimmsten Alpträume wahr werden. Newton, der von der ganz großen Bühne träumt, könnte in der NFL-Provinz „versauern“.

Aus sportlicher Sicht sollten die Bills aus meiner Sicht eher schauen, endlich ihre Offensive Line hinzukriegen. Aber ob Buffalos Fans noch ein Jahr ohne Franchise-Gesicht aushalten würden? Immerhin gab es zuletzt immer häufiger Blackouts.

Skill Players

Die Running Backs sind dank zig hoher Draftpicks in den letzten Jahren schon angegangen worden. Die Wide Receivers sind dünn besetzt. WR Steve Johnson hatte ein Top-Jahr, aber danach wird es knapp. WR Lee Evans gehört zu den Top-WRs, die keine Sau kennt, aber Evans wird nicht jünger, war zuletzt immer häufiger verletzt und hat zu allem Überfluss einen so teuren Vertrag, dass eine Trennung nicht ausgeschlossen wird. Die Tight Ends sind furchtbar besetzt. Auf beiden Positionen werden Nachbesserungen nicht ausgeschlossen.

Defense

Shawne Merriman Buffalo Bills NFL

Shawne Merriman - ©Wikipedia

Die Defensive Line sieht mit NT Kyle Williams einen der besten seines Fachs, aber nach dem Rausschmiss von Marcus Stroud wird es dahinter schon sehr eng. Es gilt als hausgemacht, dass, sollte Newton doch nicht gedraftet werden, ein Defensive Liner der Güteklasse Fairley/Dareus geholt wird.

Fast alles hinter der Defensive Line ist besetzt von Leuten, die in meinem wenige Jahre alten Madden-Spiel in anderen Teams mittelgute Ratings hatten. Bei den Linebackers hofft man, dass aus dem ehemaligen Superstar Shawne Merriman nach zig Verletzungen doch noch einmal etwas wird (Merriman ist noch keine 27). Dazu eine Handvoll Mittelklasse-Leute, die keine Eigenbauprodukte sind.

OLB Aaron Maybin ist ein speziell gelagerter Fall. Maybin ist erst vor zwei Jahren von der Ohio State University Pennsylvania State University gekommen – an #11 gedraftet. In der abgelaufenen Saison war Maybin fit, aber häufig vor lauter Schlechtigkeit nicht mal im Kader.

[Hmm… BTW Auffällig, wie viele hoch einberufene Buckeyes da NFL-weit in den letzten Jahren gefloppt sind (Gholston, Ted Ginn, mit Sternchen Gonzalez, Carpenter, Clarett, Pickett, mit Sternchen Nate Clements).] – trotzdem richtig, aber „dank“ Korrektur natürlich deplatziert.

In der Secondary ist man gespannt, ob aus CB McKelvin noch was wird. SS Donte Whitner ist Free Agent. Whitner war einst ein überraschend hoch gedrafteter Safety, der sich gut entwickelte, aber der allerletzten Zacken zum Superstar fehlte. Whitner? Ohio State? Jo, auch Whitner war mal eine Kastanie. In Buffalo könnte er geröstet, ähh, gerostet sein.

Dazu krähen die heimischen Experten nach zusätzlichen Cornerbacks, obwohl Buffalo #3 in absoluten Zahlen gegen den Pass war (Vgl. #32 gegen den Lauf). In der DVOA-Wertung sind die Bills aber nur #25 gegen den Pass. Schnell mal nachgeschaut: Sie haben wenige Yards kassiert, aber viele Touchdowns.

Ausblick

Ich glaube zwar, dass Buffalo einen QB draften wird. Aber ich halte es für sportlich nicht nachvollziehbar. Ich habe mit QB Fitzpatrick einen soliden Mann. Da baue ich doch erstmal die Rahmenbedingungen rundherum, verstärke mit Tackles meine Offensive UND Defensive Line.

Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass man dann im nächsten Jahr wieder in der Position ist, den eloquenten QB Andrew Luck zu kriegen. Dann hätte man aber das Umfeld für einen jungen QB geschaffen.

Was ich aber sogar verstehen kann: Buffalos Fans haben das Siechtum satt und wollen kein weiteres von vorneherein „verlorenes“ Jahr, sondern wenigstens Hoffnung auf sich schnell bessernde Zeiten. Obwohl ich Newton und Buffalo für zwei Punkte halte, die sich DIAMETRAL unterscheiden würden. Zumindest charakterlich.

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New York Giants in der Sezierstunde

10-6 und keine Playoffs für die Giants in der abgelaufenen Saison. Die sechs Niederlagen kann man aufsplitten in drei Zweierpacke (Woche 2/3, 10/11 und 15/16). Vor allem die Heimpleite gegen die Philadelphia Eagles in Woche 15 ist immer noch fassungslos. Wenn du 8:17min vor Toreschluss mit drei Touchdowns führst und das EKG am Ende nur noch ein einziges, langes, leises bleeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeep drin hat, dann hast du irgendetwas falsch gemacht.

Current State

Die New York Giants haben sich als besseres Team herausgestellt, als ich es erwartet habe – trotz allem. Problempunkt ist die Konstanz, vor allem in der Defense, die an guten Tagen mit ihrer Passrush-Gewalt alles niederwalzt. Die Offense ist blässlich, aber wenn das Laufspiel in die Gänge kommt, nicht zu verachten. Trotz QB Eli Manning, von dem ich kein Fan bin. Hauptkritikpunkt in der Mannschaft: Die Special Teams, blanke #31 in der NFL.

Future State – Offensive Map

Brandon Jacobs RB New York Giants

Brandon Jacobs - ©Flickr

Manning wird dank Monstervertrag auf Jahre an die Franchise gebunden sein. Manning als QB, das bedeutet: Du brauchst ein starkes Laufspiel und eine überdurchschnittlich gut blockende Offensive Line, wenn du deinen QB nicht als aufgescheuchtes Huhn lächerlich machen willst. Das Spiel darf nicht auf Mannings Schultern lasten.

Die Offensive Line der Giants ist kein Prunkstück. Jede Wette, dass die Giants an der #19 einen Offensive Tackle einberufen. Dazu sehe ich Center O’Hara 34jährig. Ein Verjüngungsversuch ist nicht unrealistisch.

Die Running Backs machen einen soliden Job. ABER: RB Bradshaw hat den Tick, pro ca. 40 Laufversuche einen Fumble einzustreuen – Tendenz steigend. RB Jacobs ist zwar ein Bulle von einem Mann, aber nicht explosiv und zudem bei den Fans unten durch. Head Coach Tom Coughlin ist berüchtigt dafür, für Negativerlebnisse seine Spieler verantwortlich zu machen. Daher glaube ich, dass sich bei den RBs etwas ändern wird.

Die Wide Receivers – Steve Smith ist schwer verletzt und Free Agent. Dazu wird in absehbarer Zeit die hohle Hupe Plaxico „Knieschuss“ Burress aus dem Knast entlassen werden. Die WRs könnten verstärkt werden. Ob die beiden aber in New York eine Zukunft haben, ist eine gute Frage.

Future State – Defensive Map

Osi Umenyiora New York Giants

Osi Umenyiora - ©Wikipedia

Die Giants-Defense halte ich für bärenstark, nicht zuletzt dank des guten Jobs vom HC-Kandidaten Perry Fewell. Eine immer noch dominante Defensive Line mit einem meiner Favoriten, DE Usi Umenyiora, der bei mir dank seiner Performance in Super Bowl XLII seit Jahren hoch im Kurs steht. Die Linebackers und Defensive Backs sind bei mir als „solide“ eingestuft.

Allerdings steht Safety Antrel Rolle im Ruf, pro Spiel dreimal fehl am Platz zu sein und seinen millionenschweren Vertrag nicht wert zu sein.

Future State – Special Teams Map

Die Special Teams rangieren auf dem 30. Platz in der DVOA. Punter Matt Dodge war Rookie und sollte in New York nach dem Fiasko gegen die Eagles keine Zukunft haben. Dodges Punts sind berüchtigt für wenig Hang Time und entsprechend viele kassierte Return Yards. Auf der anderen Seite fehlt ein gefährlicher Return-Spieler (19.0yds/Kickreturn, 6.1yds/Puntreturn, 0 Touchdowns).

Die Aussichten

Ich kann mich schwer entscheiden, welche der beiden Defenses die bessere in New York ist. Die der Giants ist auf alle Fälle eine derjenigen, der ich ligaweit am meisten Vertrauen entgegenbringe. Die Schwachstellen sind in der Offense daheim – angefangen beim Franchise-QB.

Was nicht zu unterschätzen ist: Head Coach Tom Coughlin steht nach jeder weiteren Niederlage unter Beschuss. Die Playoffs sind 2011/12 (so die Saison denn stattfindet) Grundvoraussetzung für einen Verbleib Coughlins. Und unter Druck hat Coughlin nicht immer die überlegtesten Entscheidungen getroffen…

Tampa Bay Buccaneers in der Sezierstunde

Tampa Bay Buccaneers

©Flickr

Es ist ein paar Jahre her, als ich im Zuge eines Sprachsommers die Florentiner Nächte unsicher gemacht habe. Immer mit dabei: Richard, ein Mathe-Student aus Tampa, Florida.

[Übrigens kaum zu glauben, wie viele AmerikanerInnen Italienisch lernen wollen – war aber vor Amanda Knox, Bunga/Bunga & folglich auch bevor der Lustmolch Obama zum Amtsantritt beleidigt hatte.]

Richard war Zimmerkamerad – und riesiger Buccs-Fan. Rich war natürlich hoch erfreut, dass es selbst im fernen Italien einen NFL-Fan gab. Es war grad die Zeit nach dem Niedergang der Buccs. Die Preseason war dabei, keine Verbesserung zu versprechen, aber mit Cadillac Williams hatten sie immerhin kurz zuvor einen jungen Hoffnungsträger gedraftet. Am Ende stand Tampa in den Playoffs.

Dank Richie habe ich die Buccs über die Jahre ein bisschen genauer verfolgt als andere Teams. Ich war zwar nie Buccs-Fan, aber wenn du ein bisschen Bezug zu einer Mannschaft hast, lässt es sich interessierter verfolgen. Seit jenem Herbst ist nicht mehr viel gelaufen und die Buccs hatten nach Sapp&Brooks keine Identität mehr. Bis zu dieser Saison. Ende Oktober, nach einem Comeback-Sieg der Buccs gegen die Rams, kommentierte Dauerkarten-Inhaber Richard im Messanger:

Enthusiasm. We’ve got a winner! Terrific stuff.

Und verlinkte dieses Video.

Die Sensation des Jahres

Die Buccs sind mit 10-6 meine Story der Saison – obwohl dank der NFC West im Spielplan ein paar Siege quasi „geschenkt“ waren und gegen die meisten „Großen“ verloren wurde.

Denn: Ein selten cooles HC/QB-Duo gepaart mit der Mentalität, auch 1:30 vor Schluss noch in die ganz dicken Eier herumzuschleifen – das finde ich klasse. Ich gratuliere den Buccaneers, vor allem, weil ich weder an Raheem Morris, der auch als MLB-Coach eine gute Figur macht, noch an Babyface-QB Josh Freeman geglaubt hatte. Manchmal wird man aber überrascht.

Josh Freeman QB Tampa Bay Buccaneers

Harmloses Gesicht - bärenstarker QB: Josh Freeman, ©Wikipedia

Morris, Freeman und RB Legarrette Blount – das neue Trio infernale der NFL. Und hätten da nicht die Lions Mitte Dezember etwas dagegen gehabt – Tampa Bay wäre glatt anstelle des späteren Superbowl-Champs Green Bay mit Pauken und Trompeten in die Playoffs eingezogen. So kann man am Ende konstatieren: Mit wehenden Fahnen untergegangen.

Was sagt uns der Blick in die Stats?

Ich habe Tampa nur 4x über vier Viertel gesehen (2x gegen Atlanta, 1x Saints und Seahawks (Tape)), plus die wilde Schlussphase gegen Arizona. Von daher mal eine Herangehensweise via Excel:

DVOA (Rating in Relevanz zum Gegner)
Offense: #8 overall, #10 Pass, #12 Lauf
Defense: #23 overall, #13 Pass, #32 Lauf
Special Teams: #18

Absolute Zahlen
Offense: #17 Pass, #8 Lauf
Defense: #7 Pass, #28 Lauf

Vor allem für die Defense ist die Sprache eine klare: Es braucht Leute, die den Lauf verteidigen können! Im Draft 2010 haben die Buccs mit DT Gerald McCoy (#3 overall) und DT Brian Price (2. Runde, #35 overall) gleich ihre ersten beiden Picks für Defensive Tackles ausgegeben, und damit die Basis für die Laufdefense geschaffen. Beide waren teilweise verletzt – ich sehe aber nicht, warum Tampa heuer weitere DTs holen sollte. McCoy soll Ansätze von Dominanz gezeigt haben (McCoy war leider gegen Saisonende schon verletzt, als die Buccs bei uns im TV gezeigt wurden).

Die Defense

Es spricht also einiges dafür, dass die Buccs ihren Fokus auf die Defensive Ends richten werden. Gesucht werden dürften aber keine reinen Pass Rusher (na, hallo!), sondern DEs mit Qualitäten gegen das Laufspiel. Wenn ich mir die Ends im heurigen Draft anschaue, dürften die Buccs schon den Taxi-Schläger Adrian Clayborn im Hinterkopf haben.

Zweiter Knackpunkt sind die Linebackers. Wenn der Blick ins aktuelle Roster nicht täuscht, hat Tampa derzeit keinen ILB im Kader, weil Barrett Ruud Free Agent wird. Die restlichen Linebackers wirkten auf mich eher hüftsteif – womöglich wird via Draft auch an dieser Stelle Hand angelegt.

In der Secondary gibt es zwei Fragezeichen: CB Ronde Barber wird mit bald 36 nicht jünger und dürfte erstmal damit beschäftigt sein, den Zwillingsbruder Tiki vom NFL-Comeback abzuraten. Und FS Tanard Jackson wird in den ersten Wochen wegen wiederholter positiver Dopingprobe fehlen – und auch danach nicht sicher von der NFL begnadigt werden. Ein schwerer Schlag, denn Jackson gilt als einer der besseren Safetys in der Liga, solange er sich nur an die erlaubten Limits herandopt, und nicht darüber hinaus.

Die Offense

Die Offense Line war im Saisonverlauf durch Verletzungen (Center) und Rotationen (v.a. auf der rechten Seite) Subjekt einiger Mutationen. G Joseph ist vertragslos – im Prinzip gäbe es Handlungsbedarf , aber die Defense sollte vorgehen.

Ein schwieriger Fall ist RB Cadillac Williams. Williams ist nicht (mehr) mehr als ein fangstarker Back für 3rd downs. Zu sehr haben fassungslos viele schwere Verletzungen an ihm genagt. Glaube ich aber Richard, so ist der Cadillac eine der populärsten Figuren in Tampa, ein sentimental hero, einer, mit dem sich die Fans voll identifizieren und den sie lieben. Der Typ Scholl in den letzten Jahren. Ich gehe davon aus, dass Williams für relativ lau in Tampa bleiben wird, da er auch an anderem Ort und Stelle keinen Rentenvertrag mehr kassieren wird.

Der Returner

Micheal „Ich heiße nicht Michael“ Spurlock war Returner während der Saison und ist nun RFA. Wenn ich an den genialen Return gegen die Falcons zurückdenke, sollte Tampa Spurlock einen Vertrag anbieten. Damals war Spurlock mitverantwortlich, dass Tampa trotz gefühlter haushoher Unterlegenheit in den letzten Sekunden um ein Haar ein Comeback mehr gefeiert hätte.

Ausblick

Junge Mannschaft, junger Coach, markante Typen – wäre nicht die hässliche Fratze „Malcolm Glazer“ allgegenwärtig, ich wäre schon verknallt in diese Buccaneers.

Auf alle Fälle gilt es an zwei Dingen anzusetzen: Defense stärken und Ticketpreise senken – denn Tampa hatte trotz des begeisternden Spiels Probleme, das wunderschöne Raymond James Stadium zu füllen.

Alles in allem bin ich sehr gespannt, inwiefern die Buccs nach der deutlichen Weiterentwicklung der Mannschaft im Verlauf dieser abgelaufenen Saison in den kommenden Jahren in der starken NFC South ein Wörtchen mitreden können. Ganz vom Tisch dürfte auch das „One Year Wonder“ noch nicht sein.

Für weitere „Sezierstunden“ bitte hier entlang.

Houston Texans in der Sezierstunde

Die nächste krass enttäuschende Mannschaft. Was hatte ich erwartet?     

Die Offense wird auch unter OffCoord Rick Dennison ein ähnliches Gesicht haben. Und das besteht in erster Linie aus Passspiel, in zweiter Linie aus Passspiel und in dritter Linie aus Passspiel. QB Schaub zu WR Johnson war zwei Jahre lang ein Gassenschlager, den kaum einer mitbekommen hat.

Am Ende war’s balancierter als erwartet. Grund dafür: RB Arian Foster, völlig unbekannter junger Spieler, der mit 1616yds und 16 Touchdowns Laufkönig des Jahres war. In Houston! Auch die Luftwaffe funktionierte: 4370yds, 24 Touchdowns für QB Matt Schaub. Auch angesprochener WR Andre Johnson glänzte nicht nur mit seiner Schlägerei, sondern auch mit 1216yds und 8 Touchdowns.

Problemzone war eine andere: Die Defense, besser: Die Verteidigung gegen das Pass-Spiel. Es war teilweise absurd, wie einfach diese Secondary auszuhebeln war – anzuschauen auf den vielen Tapes, die ESPN America zu den Texans-Spielen 2010/11 brachte. CB Dunta Robinson (war nach Atlanta gegangen) scheint doch wertvoller zu sein als gedacht.

„Wertvoll“ vor allem im Bezug auf den Aspekt der Erfahrung. Houstons Cornerbacks 2010/11: Kareem Jackson (Rookie), Sherrick McManics (Rookie), Glover Quin (2. Jahr), Brice McCain (2. Jahr) – bis dann in der zweiten Saisonhälfte noch CB Jason Allen aus Miami kam – auch eher ein Flop.

Texanische Rochaden

Kareem Jackson Houston Texans

Kareem Jackson - Foto: Wikipedia

N’bisschen Erfahrung dürfte in der Secondary nicht schaden. Vor allem Jackson gilt als völlig verunsichert, dank einiger problematischer Vorstellungen und vielleicht überzogener Erwartungen. Ob in der Secondary ein weiterer hoher Draftpick helfen würde? Ich bezweifle das mal – eher sollte man von irgendwo her einen brauchbaren Cornerback kriegen, der ein paar Jahre NFL gesehen hat.

Bei den Safetys sind die Probleme anders gelagert: QB-Killer Bernard Pollards Vertrag läuft aus, FS Troy Nolan gilt als Fehlbesetzung und möchte Strong Safety spielen – ein Zeichen, dass der katastrophale Deckungsspieler Pollard geht? Als neuen Free Safety will man einen der zig jungen Cornerbacks installieren – ob sowas gut geht?

Der neue Defensive Coordinator Wade Phillips wird auch die Front Seven verbessern müssen, und zwar personell. Aus Houston sickern immer wieder Gerüchte in meinen Mail-Ordner, dass Phillips gedenkt, einige Positionen umzustellen, u.a. Brian Cushing wieder als OLB (sehr gute Idee!) oder DE Mario Williams als Teilzeit-OLB (eher weniger gute Idee in meinen Augen).

Auf alle Fälle alles Versuche, die Defense mit dem vorhandenen Material hinzukriegen – und gute Spieler haben die Texans via Draft über die Jahre geholt. Cushing war 2009/10 sogar Rookie des Jahres, musste nach Koks-Geschichte und aus Verletzungsgründen aber zeitweise als ILB spielen. Dort wird ILB DeMeco Ryans nach überstandener Verletzung wieder zurückkehren – eine immens wichtige Verstärkung.

Sollte Cushing außen eingesetzt werden, fehlt immer noch ein zweiter starker OLB – ich gehe mal davon aus, dass Houston an #11 im Draft einen der vielen hybriden DE/OLBs einberufen wird.

Mindestens ebenso wichtig dürfte der Nose Tackle sein. Ich halte es für nicht ausgeschlossen, dass Houston via Free Agency einen NT holt – vielleicht hat Tommie Harris Lust auf Texas? Denn DT Amobi Okoye kam als extrem junger Spieler in die NFL – zu einer Zeit, als Houston noch 4-3 spielte, und selbst da war Okoye nie der erwartete Dominator. Houstons Problem – seit Jahren werden teure Defensive Liner gedraftet, aber bis auf Mario Williams hat keiner eingeschlagen.

In der Offense…

… ist man eigentlich nicht schlecht besetzt. Der Offensive Line könnte einen jungen Tackle brauchen, muss aber nicht sofort sein. Die Running Backs dürften auch hinter Foster ordentlich besetzt sein, und ein Steve Slaton gehört IMHO zu den sichereren Ballträgern.

Bei den Wide Receivers könnte in Runde 2 oder 3 ein Spieler dran sein – neben Andre Johnson gibt es eine Reihe von durchschnittlichen Receivers, aber keinen dominanten. Spannend könnte es an der Stelle werden, wenn A.J. Green oder Julio Jones wider Erwarten an #11 verfügbar wäre: Johnson und Jones als Wide-Receiver-Tandem – da kannst du auf der Stelle deinen Quarterback wegtauschen und einen Fan von der Tribüne in den Huddle holen, und er wird dir 30 Touchdowns pro Saison werfen.

Oder man nimmt Matt Leinart (ist aber RFA, könnte getradet werden, vielleicht nach Seattle?).

Kurzum:

Die Houston Texans haben ihre wunden Stellen, aber in einer Division im Umbau sind die Playoffs trotzdem nicht weit weg. Vielleicht sollten die Texans ihr Geld in die Entwicklung des Impfstoffs „Siegermentalität“ stecken – denn genau das ist es, was ihnen am meisten abgeht.

2011/12 sind IMHO die Playoffs absolute Pflicht – um endlich ernst genommen zu werden und nach fast einem Jahrzehnt NFL endlich mal an Profil zu gewinnen!

Es gibt noch weitere „Sezierstunden“. Und zwar hier.

The Return of the Marty Ball

Die United Football League rüstet sich für einen möglichen eneffelllosen Herbst. Der nächste prominente Name ist Marty Schottenheimer.

Ich habe Marty Schottenheimer nicht sehr lange aktiv miterlebt, verglichen mit der Länge seiner Karriere in der NFL. Marty Schottenheimer war b-e-r-ü-h-m-t dafür, miserable Teams zu Top-Mannschaften zu coachen, ähnlich einem Bill Parcells.

Unterschied zu Parcells: Marty Schottenheimers Mannschaften gewannen zwar massig Spiele, aber keine Titel. Es gibt über Schottenheimer die Anekdote, er seit mit seiner Familie in einem schicken Restaurant in Südkalifornien zum Abendessen gewesen und am Tisch hinter ihm hatte sich ein Mann arg verschluckt. Der Mann röchelte nur noch und dessen Begleitung schrie panisch Help! Help! We need help! Marty Schottenheimer machte keinen Stich. Er war nicht dazu in der Lage. Nicht, weil Marty Schottenheimer ein böser Mensch ist. Sondern, weil Marty Schottenheimer im Moment, der zählt, seine Leistung nicht bringen kann.

Über Jahre hat Marty Schottenheimer den Begriff des Marty Ball geprägt. „Marty Ball“, oder R2P2, oder 4 downs, Run (1st down), Run (2nd down), Pass (3rd down), Punt (4th down). In der Regular Season schaffte Marty mit dieser Football-Philosophie eine der besten Bilanzen der NFL-Geschichte, und er war 13x (!) in den Playoffs.

Bilanz dort: 5-13. Ähnlich dem Beispiel in dem Restaurant war Marty Schottenheimer berüchigt dafür, im entscheidenden Moment in den Playoffs zu versagen. Nicht immer war er der „Schuldige“. Aber die schiere Masse an Playoff-Einbrüchen ist frappierend. 18 Spiele. Nur 5 Siege. Niederlagen in Footballklassikern wie „The Drive“ und „The Fumble“ oder die unglaubliche Niederlage aufgrund eines Fumbles (!) beim INT-Return (!!) wenige Sekunden vor Schluss und am Ende trotzdem nochmal die Chance bekommen und mit auslaufender Uhr ein eigenes Field Goal danebengesetzt (2006/07 als fassungslos dominantes Team gegen Marty Gegenentwurf, die bis in die letzte Herzkammer abgewichsten Patriots).



Marty ist back. Als neuer Head Coach der Virginia Destroyers, Nachfolger des zweifachen UFL-Vizemeisters Florida Tuskers.

UFL – eine Liga mit Regular Season und Championship Game. Ganz ohne Playoffs. Eigentlich wie gemacht für den Mann mit der großen Brille, oder?

Eine Dose Bier und Football americano in Italia

Edwin Reed Bolzano Giants

Edwin Reed

Am 27. März starten die Bolzano Giants in die neue Saison der Italian Football League. Giants, IFL – whoodat?

Ich habe dank ORF schon früh mitgekriegt, dass es auch in Europa American Football gibt. Allein, es hat mich nur wenige Minuten meines Lebens gekostet. Zu realisieren, dass es sogar in „meiner“ Hauptstadt, Bozen, ein Football-Team gibt, dafür habe ich noch länger gebraucht. Eine Geschichte von Hotdogs und kaltem Dosenbier.

Ich habe vor drei Jahren häufig abendliche Sprachkurse und Uni-Seminare besucht. Weil ich fürs Nachhausekommen Zug oder Bus benötigte und die öffentlichen Verkehrsmittel auch im Wunderland Südtirol nicht minütlich unterwegs sind, habe ich Stunden um Stunden an Wartezeit an einer dunklen Würstelbude in der Bahnhofsstraße in Bozen verbracht. Dort, wo der kultige Arlecchino tagtäglich seine Witzeleien über Berlusconi und seine Nutten (jo, schon damals) vertrieb, Hopfen und Malz aus der Dose, und auf Wunsch auch zwei Liter Ketchup in den Hotdog presste oder den Cheeseburger dreistöckig baute.

Die schweren Jungs

In unregelmäßigen Abständen stand hinter dem Tresen an Stelle von Arlecchino ein gedrückt gebauter, kräftiger Bursche, der dem Lieblingskunden, einem stämmigen Schwarzen in dunkelblauer Jacke mit Baselball-Cap und ny-Logo auf der Brust, fettige Hamburger bastelte. Ich habe nicht lange gebraucht um zu verstehen, dass es sich bei den beiden um Football-Sachverständige handelte.

Ein paar Wochen nach Super Bowl XLII war es, als ich mit den beiden ins Gespräch kam. Es waren zwei Spieler der Giants Bolzano, Bozens Football-Mannschaft. Der Italiener hinter dem Tresen war Defensive Tackle im Verletzungsstand, beim großen, schwarzen Mann handelte es sich um Ed Reed.

Nope, nicht der Safety. Dieser Edwin Reed spielte Defensive End. Ein Mann, der von der Cal State University (Northridge) kam, einer Uni, die inzwischen keine Kohle mehr für das Football-Programm aufbringen kann und es daher zugesperrt hat. Also verbrachte Edwin Reed die Hälfte des Jahres, um in Bozen Football zu spielen. Als Mann mit der #25 gewann er in diesem Jahr mit den Giants die italienische Superbowl und wurde Meister.

Reed ist mittlerweile kein Spieler der Giants Bolzano mehr. Aber gemeinsam mit dem Burschen hinter dem Tresen war er verantwortlich dafür, dass ich überhaupt realisierte, dass es bei uns auch Football gibt.

Giants Bolzano

Die Giants sind Südtirols einziges Football-Team. Mir persönlich ist die Mannschaft immer noch recht fremd – die Mannschaft ist sehr italienisch positioniert und auf den Tribünen ist es schwer, einen deutschen Fan zu finden. So ist es eben in Südtirol, einem zigsprachigen Land, wo das Zusammenleben der Sprachgruppen immer noch eher ein Nebeneinander ist, und auch im Sport das verbindende Element noch ein zartes Pflänzchen ist.

Die Giants haben immer noch keine deutsche Version ihrer Homepage – und ich glaube auch nicht, dass es in absehbarer Zeit passieren wird. Wenn ich in den Zeitungen nach Meldungen über die Giants suche, werde ich einzig in italienischen Zeitungen fündig. Die deutschen ignorieren die Mannschaft völlig.

Auch der Chef des größten heimischen Internet-Nachrichtenportals (bei dem ich gelegentlich als freier Mitarbeiter fungiere) hat zeigte bisher kein Interesse an einer Giants-Berichterstattung.

Trotz aller fehlender kultureller Affinität gedenke ich, auch heuer wieder mindestens eines der vier Heimspiele der Giants zu besuchen, auch wenn ich angesichts des Spielkalenders wenig Hoffnung habe, einen freien Termin zu finden.

Das US-Trio

Ohne respektlos gegenüber den italienischen Spielern zu sein – aber wenn ich auf europäische Football-Teams schaue, geht der Blick immer zuerst auf die US-Spieler, und von woher sie gekommen sind. Die Giants haben 2011 drei Amerikaner im Kader.

Reggie Greene

Reggie Greene

RB Reggie Greene ist der beste Running Back der IFL und das auch noch nach acht Jahren bei den Giants und mit mittlerweile 35 Lenzen auf dem Buckel. Greene ist ein kleiner, aber kräftiger Mann, der auch schon 8 Touchdowns in einer Partie gemacht hat, und konstant eines der besten Laufteams der Liga anführt.

QB Tony Colston ist ein Neuzugang aus den USA, ehemaliger Quarterback eines Division II Teams im College (Tusculum University in Tennessee) und in der ehemaligen Arena Football League 2 (Minor League der AFL) mal Stratege hinter einem Titelgewinn. Zuletzt aber nur noch Backup in der Arena Football League (der Major League, dort, wo einst Kurt Warner gereift war).

Ein anderes Kaliber sollte LB C.J. Cavness sein, ein Ehemaliger der Houston University (Conference-USA, FBS/Division I-A). Cavness galt in seiner Senior-Saison 2009 als einer der besten in seiner Conference. Mit knapp 100kg allerdings für die NFL zu leichtgewichtig. Cavness sollte zu den besseren Verteidigern in der IFL gehören.

Arizona Cardinals in der Sezierstunde

Ken Whisenhunt Head Coach Arizona Cardinals

Ken we reclaim NFC West reign?

Jahr eins nach Kurt Warner – und was macht Head Coach Ken Whisenhunt? Er feuert den teuren Warner-Backup Matt Leinart! Arizona ging mit Unheil versprechendem QB-Trio in die Saison. Dementsprechend fatal verlief dann auch der Herbst. Am Ende nur fünf Saisonsiege für die Cardinals, zwei Jahre nach dem Superbowl-Einzug.

Ken we get it done without Matt Leinart?

Antwort: Nope. Was Whisenhunts Entscheidung nicht automatisch falsch macht. Leinart stand bei mir sowieso im Ruf, ein blasser Quarterback ohne Esprit zu sein – ganz im Gegensatz zu seinem glamourösen Lebensstil nebenher.

Was Whisentungs Entscheidung aber schlecht ausschauen lässt: Arizonas restliche Quarterbacks lieferten dann aber eher bescheidene Vorstellungen ab. Um es vorsichtig auszudrücken.

Completion Rate 50,8%, 10TDs, 19INTs, QB-Rating 60.5, nach DVOA #32 der Liga

Dafür darf man ruhig die Vokabel “entsetzlich” benutzen, vor allem unter dem Gesichtspunkt, dass a) Whisenhunts Offense auf Pass-Spiel basiert und Laufspiel nur als Ablenkungsmanöver einsetzt und b) mit WR Larry Fitzgerald einer der bestmöglichen Receiver im Lineup steht.

Fitzgeralds Saisonbilanz (90 Catches, 1137yds, 6 TD) darf man daher ruhig als “sensationell” einstufen, obwohl Fitzgerald von 174 Würfen in seine Richtung nur knappe 90 gefangen hat. Zu Fitzgeralds Entschuldigung: Viele Würfe waren einfach schlecht und uncatchable. Punkt.

Ken, do last year’s moves look smart?

Für Warners Abgang konnte niemand nix. Leinart hat sich als Flop erwiesen. Arizona musste noch weitere Hochkaräter ziehen lassen. Den egomanischen WR Anquan Boldin zum Beispiel. Oder Linebacker Karlos Dansby. Oder den leicht überschäzten Safety Antrel Rolle.

Whisenhunts Einkäufe haben eher gefloppt. OLB Joey Porter gilt als massive Enttäuschung, FS Kerry Rhodes wurde häufig mangelnde Einstellung vorgeworfen und der 1st round DT Dan Williams war dann auch nicht so berauschend. Die beiden Rookie-QBs Max Hall und John Skelton hatten keine Pass Protection und sind daher entschuldigt. QB Derek Anderson gilt als mittelmäßig.

Ken we get a Quarterback?

Keine Frage: Whisenhunt muss einen Quarterback holen. Anderson ist mal wieder beim Publikum unten durch, die beiden jungen Hall & Skelton werden hinter dieser Offensive Line verbrannt. Die spannende Entscheidung ist: QB via Draft oder QB via Free Agency?

Die Tendenz geht in Richtung „Free Agency“. Whisenhunt riskiert mit einer weiteren schlechten Saison seine Entlassung, von daher riecht es eher für sie „sichere“ Lösung eines erfahrenen QBs. Ich würde z.B. ganz gerne Donovan McNabb in Glendale sehen. Mobiler QB und ein Mann, der es gewohnt ist, in eindimensionalen Offenses mit maximal einem guten Receiver zu spielen. Im Schatten McNabbs könnte man Hall/Skelton heranzüchten.

Ken we upgrade this Offensive Line?

Viel Arizona habe ich heuer nicht gesehen. Aber genug, um die Offensive Line zu zerreißen und als bildliche Beschreibung für „zerbröseln“ heranzuziehen. Die Guards Lutui und Faneca haben auslaufende Verträge, Faneca wird wahrscheinlich zurücktreten. Tackle Levi Brown hatte ich stets geschätzt, zeigte sich als Left Tackle aber als gnadenlos überfordert. Whisenhunt/Grimm müssen diese Line austauschen bzw. upgraden.

Ken we fix our defensive holes?

Kritisiert wird vor allem der Pass Rush und die Secondary. Bezüglich OLBs schaut es immer mehr danach aus, als seien Joey Porters Tage gezählt. Porter war zu Steelers-Zeiten einer meiner Favoriten, gilt aber mittlerweile nur mehr als schwaches Abbild alter Zeiten. Arizona wird höchstwahrscheinlich einen OLB an der #5 draften. Vielleicht den gehypten Von Miller?

In der Secondary fehlen laut Auguren ein zweiter Cornerback und ein zweiter Safety neben Adrian Wilson. Rhodes gilt als desinteressiert, gegen den Lauf zu arbeiten. Alles in allem halte ich aber die Notwendigkeit, die Offense zu verstärken, für deutlich dringender.

Ken we win the division?

San Francisco ist mein Favorit in der NFC West. Die Division ist aber so durchwachsen, dass Arizona 2010/11 trotz aller Schlechtigkeit nur zwei Spiele Rückstand auf den ersten Platz hatte. Findet Whisenhunt einen brauchbaren Quarterback und wird die Offensive Line verstärkt, halte ich Arizona für nicht chancenlos, ein Wörtchen um diesen Divisionssieg mitzureden. So krass es klingen mag.

Die anderen Sezierstunden sind auf der NFL-Seite zu finden. Oder unter dem Tag „Sezierstunde“.

Jacksonville Jaguars in der Sezierstunde

Jacksonville Jaguars Everbank Stadium

Das nicht immer ausverkaufte Everbank Field - ©Flickr

Schwierige Sezierstunde, wenn du den Patienten nur 5x auf Tape gesehen hast. Nun denn…

Es wirkt etwas uninspiriert, was die Jacksonville Jaguars seit Jahren treiben. Seit der großartigen Saison vor drei Jahren ist aus dem Brüllen der Jaguars ein molliges Schnurren geworden. Es ist gemütlich geworden in Jacksonville, man scheint sich mit dem Status Quo zufrieden zu geben. Nicht abzustürzen, aber auch keine großen Investitionen, um die NFL-Spitze anzugreifen… Jacksonville ist Eintracht Frankfurt!

Es gab aber auch positive Momente – und es gab Gus-Johnson-Momente:

Chance des Lebens verpasst

2010/11 war ein Freak-Jahr. Jacksonville hätte mit einer durchaus unterdurchschnittlichen eigenen Saison in einer sehr schwachen Division mit etwas mehr Konsequenz in die Playoffs einziehen können. Und das trotz

a) sehr unrunder und unbalancierter Offense (#3 Lauf, #28 Pass),
b) ganz schlimmer Turnover-Bilanz (-15!!, #31 der NFL), und
c) unterirdischer Defense (#32 overall in der DVOA-Wertung)

Es ist eigentlich fassungslos, dass Jacksonville damit bis zur vorletzten Woche im Playoffrennen dabei war. So eine Chance wird so schnell nicht wiederkommen.

Die Offense

Im Jänner 2008 lieferte QB David Garrard zwei Augenweide-Spiele in den Playoffs ab (der göttliche Scramble gegen die Steelers und den spektakuläre TD-Pass gegen die Patriots), aber seitdem hat sich Garrard dem Niveau der Jaguars angepasst. Eben… espritlos. Oder sind die Jaguars nur so mittelmäßig, weil der Quarterback so mittelmäßig ist? Nun, in den Spielen, in denen Garrard fehlte, lief nur eines: NICHTS. Garrard wird mit 33 auch nicht jünger und der Zeitpunkt, einen QB in den mittleren Runden (ab Runde 2-3) zu holen, könnte gekommen sein. Garrard ist kein Stinkstiefel und gäbe einen guten Mentor ab.

Was Jacksonville nach zig schlechten Picks braucht, ist ein Wide Receiver. WR Mike Thomas hat es mir nicht nur wegen obigem Sensationscatch angetan, TE Mercedez Lewis ist ein auffälliger Knabe, aber dahinter wird es schon verdammt eng. WR Sims-Walkers Vertrag läuft aus und meiner Meinung nach kein wirklicher Verlust.

Maurice Jones-Drew RB Jacksonville Jaguars

Jones-Drew - ©Flickr

Ein Receiver muss her, um die Last etwas von RB Maurice Jones-Drew zu nehmen, der sportlich zu meinen Favoriten gehört (Kampfgnom mit unbändigem Einsatzwillen), aber fette Minuspunkte für den Schwachsinn in der Jay-Cutler-Causa gesammelt hat.

Die Defense

Obwohl die übertragenen Spiele das nicht mal in dem Ausmaße hätten vermuten lassen: Die Statistiken sind mit „desaströs“ milde beschrieben. Anfangend mit der idiotischen Abgabe von FS Reggie Nelson kurz vor Saisonbeginn, über die Nicht-Entwicklung von DE Harvey hin zum durchschnittlichen Spielermaterial – datt war nicht gut.

Jacksonville draftet seit Jahren munter teure Defensive Ends. Resultat: 2011 wird händeringend ein Defensive End gesucht. Mein Tipp: In Runde 1 wird ein DE geholt – und zwar keiner von der University of Florida. Positiv für Jacksonville: Der verspottete Tyson Alualu hat augenscheinlich ein formidables Rookie-Jahr gespielt.

Die Linebacker haben zum großen Teil auslaufende Verträge. Die Jaguars werden die billigen halten, die teureren ziehen lassen und sich billige Neue via Draft holen – so wird Personalpolitik im Norden Floridas gemacht.

Die Secondary schreit nach „Safety! We need Safety!“ Beim Tape-Schauen neben der Arbeit ist mir das klaffende Loch in der Secondary aufgefallen. Also muss es darum schlimm bestellt sein. Verstärkung dringenst benötigt.

Das Mysterium

Jacksonvilles Publikum ist ein Mysterium. 2009 war die Franchise mit (für NFL-Verhältnisse) unterirdischen 49.395 Zuschauern im Schnitt. 2010 ohne ersichtlichen Grund plötzlich 63.032 Zuschauer pro Spiel (über 35% Anstieg) – trotz nur leicht gesenkter Ticketpreise.

Und man sage mir nicht, es hat mit dem sportlich besseren Jahr zu tun. 1999 war Jacksonvilles bestes NFL-Jahr (14-2 Saison). Damals kamen im Vergleich zu 1998 über 3000 Zuschauer pro Spiel weniger. 2007 spielte Jacksonville spektakulären Football und galt als brandheißer Tipp in den Playoffs. Resultat: Nach zwei Jahren (05, 06) ohne Blackout war 2007/08 mit drei Blackouts deutlich schlechter.

Ich bin einigermaßen perplex. Erklären kann ich das höchstens mit einer sehr launischen Fanbasis und damit, dass die Jaguars zu wenig Identität aufgebaut haben, um einen kontinuierlichen Dauerkartenverkauf hinzukriegen.

Ausblick

So uninspirierend wie Jacksonville war: Die Mannschaft ist nicht unspannend. Head Coach Jack Del Rio ist auch nach Jahren der Stagnation nicht im Kreuzfeuer. Weil er mit mäßigem Material vergleichsweise viel herausholt? Trotzdem muss sich Del Rio fragen, wie es sein kann, dass ein ehemals schenialer DefCoord so viele Fehler beim Draften von Defensive Ends machen kann, dass die Baustelle seit gefühlten drei Jahrzehnten offen ist.

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Philadelphia Iggles in der Sezierstunde

Michael Vick QB Philadelphia Eagles

Michael Vick - ©Wikipedia

Kevin Kolb QB Eagles

Kevin Kolb - ©Wikipedia

Trotz der Playoff-Niederlage gegen die Green Bay Packers dürfte die Saison für die Philadelphia Eagles keine schlechte gewesen sein: 10-6 und Divisionssieg im Jahr nach dem Ende der Ära McNabb. Hauptgrund dafür: Andy Reids neu zu Tage getretene Fähigkeit, Bockigkeit hinten anzustellen, QB Kevin Kolb trotz klarer Ansage abzusägen und QB Michael Vick in die Startformation zu stellen.

Vick legte ein derart formidables Jahr hin, dass sämtlichen Hatern erstmal die Spucke im Hals stecken bleibt. Phasenweise entzauberte Philadelphias Offense die gegnerischen Abwehrreihen nach Strich und Faden. Gegen Ende der Saison schienen sich die DefCoords aber immer besser auf das Phänomen Vick eingestellt zu haben und am Ende musste ein Freak-Viertel gegen die Giants zur Playoff-Qualifikation ausm Köcher geholt werden.

Die Fragezeichen in der Offense

Vick scheint erstmal unumstritten zu sein. „Erstmal“ ist dabei nicht zu unterschätzen, angesichts des wetterwindischen Publikums in der Stadt der oftmals gar nicht so brüderlichen Liebe. QB Kevin Kolb gilt als heiße Ware, für die bei Trade massiver Gegenwert in Aussicht steht. Angesichts der Verletzungsanfälligkeit Vicks wird Philly aber darüber nachdenken müssen, einen hochklassigen Backup im Kader zu behalten.

Vick ist Linkshänder. Das bedeutet eine Aufwertung der Position des Right Tackles. Dort spielt Winston Justice, einst USC-Tackle. Ich glaube nicht, dass Justice nächstes Jahr noch starten wird. Zu oft wurde Justice überrollt. Weil die Eagles nun aber mit Vick als Starter in die Saison gehen, kann man sich nun von vorneherein auf die Wichtigkeit des RT einstellen. Generell gilt: Die Protection für Vick fand ich vor allem gegen Blitzes eher besorgniserrregend.

Justus, Peter und Bob in der Defense

Erstes ?: Der Abgang von DefCoord Sean McDermott. Ich verstehe die Entlassung nicht ganz. Die Defense wirkte gegen Saisonende deutlich verbessert. McDermott ist ein junger Coordinator, warum nicht Zeit geben? McDermotts Nachfolger: Juan Castillo, der Offensive Line Coach (sic!). Castillos letzter Job in einer Defense: 1989 als LB-Coach an der Highschool von Kingsville.

Generell gilt: Nach dem Tod des blitzfreudigen DefCoord Jim Johnson ist die Defense ein bisschen weniger aggressiv zu Werke gegangen. Das mag daran liegen, dass die Defensive Line für sich einen guten Job erledigt und dahinter das Personal eher wenig hergibt.

Zweites ??: Linebacker Ernie Sims zum Beispiel hatte ich aus Lions-Zeiten deutlich dominanter in Erinnerung. Sims ist wie sein Gegenpart OLB Stewart Free Agent und ich würde zumindest im Fall Sims nicht auf Vertragsverlängerung wetten. Sollte auch nur einer gehen, braucht es dringend Nachbesserung.

Drittes ???: Ganz furchtbar waren teilweise die Defensive Backs. Dmitri Patterson zum Beispiel. Wie oft wurde Patterson verbrannt? CB Asante Samuel gilt dank solcher Statistikwerte als kritikfreies Objekt, obwohl: Nach mehreren Spielen Beobachtung steht Samuel gefühlt auch daher so gut da, weil die Konsorten in der Secondary teilweis arg neben den Schuhen standen. Samuel zieht sich gefühlt vor allem mit seinen vielen INTs aus der Scheiße. Safety Mikells Zeit in Philadelphia sollte abgelaufen sein. Mikell wird langsam alt und Reid lässt alternde Spieler ohne mit der Wimper zu zucken von dannen ziehen (Dawkins, Vincent anyone?).

Wohin fliegen die Eagles?

Seit gefühlt 20 Dekaden hält Andy Reid seine Eagles fast ausnahmslos im NFL-Spitzenfeld – eine beeindruckende Leistung.

Die Eagles 2011/12 sind im Kern eine aufstrebende Mannschaft, die aber vor allem Offensive Line und Secondary auf Druck verstärken muss. Dazu kommt die schwere Entscheidung bezüglich Kevin Kolb. Kolb hat sich schon als Starter gesehen und ich glaube nicht, dass er Lust hat, weiterhin auf der Bank zu versauern.

Andererseits ist Vick bei seinem Spielstil schnell mal verletzt… Es ist für Kolb und die Eagles eine richtungsweisende Entscheidung (die aber erst nach CBA-Unterzeichnung gefällt werden kann).

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Baltimore Ravens in der Sezierstunde

Die testosterongeschwängerten Ravens sollten IMHO enttäuscht sein mit ihrer Saison. Potenziell hat John Harbaugh da einen Superbowl-Champ beisammen, der seit drei Jahren stets anklopft, aber nie reingelassen wird. So auch heuer. 14-Punkte-Führung IN Pittsburgh, nur um am Ende völlig uncharakteristisch einzugehen und das Spiel noch abzuschenken.

Joe Cool

Baltimore Ravens Joe Flacco

Joe Flacco - ©Flickr

Alle Ingredienzien für einen Durchmarsch in die Super Bowl sind gegeben: Bomben-Defense, ausbalancierte Offense, ein Quarterback, der hohen Ansprüchen genügt, ein geduldiges Umfeld und loyale Fans und ein junger, brillanter Head Coach.

Schlüsselstelle für die, die genau lesen: Das Attribut für den Quarterback wird nur im Positiv benutzt. Joe Flacco. Ich bin noch nicht restlos von Flacco überzeugt. Ich meine, Flacco ist ein vortrefflicher QB, macht fast keine Fehler und gehört schon nach dem dritten Jahr (!!) zu den erfolgreichsten Quarterbacks in der Playoffgeschichte, wenn es um Auswärtsspiele geht.

Aber das allerletzte Quäntchen Überzeugungskraft fehlt bei Flacco – noch. Flacco ist noch ausgesprochen jung und hat noch Zeit zum Reifen. Allerdings könnte es bis dahin zu spät sein, da die Defense altert und die Mannschaft zu den teureren der Liga gehören sollte.

Für Unruhe sorgte auch der Fakt, dass die Ravens QB-Coach Jim Zorn rausgeschmissen haben. Flacco selbst kritisierte öffentlich den überraschenden Move des Managements. Zorn mag ein verheerender Head Coach gewesen sein. Als Positionstrainer genießt der Mann prinzipiell einen exzellenten Ruf – Matt Cassell und die Chiefs wird es freuen.

Die Offense

Flacco hatte in den Playoffs aber auch wenig Hilfe von seinen Wide Receivers – zumindest im Pittsburgh-Spiel. Dabei hatte man extra Anquan Boldin und T.J. Houshmanzadeh eingekauft, um Flacco noch mehr Waffen zu geben. Nach dem Steelers-Spiel meinte ein Analyst, Baltimore könnte dringend einen blitzschnellen Receiver gebrauchen, um eine Defense im Notfall auseinanderziehen zu können. Macht Sinn. Houshmanzadeh und der alte Stallworth sind Free Agents.

Baltimores Offenses ist vieles, aber sie ist nicht explosiv. Irgendwo ein Sprinter für die tiefen Routen zu finden? Sidney Rice, anyone?

Die Offensive Line könnte auf der rechten Seite Abgänge verzeichnen: Wenn ich das recht überblicke, sind RG Chris Chester und RT Marshal Yanda Free Agents. Yanda war mehrfach Objekt von Kritik.

Die Defense

Eine potenzielle Sollbruchstelle tut sich in der Secondary auf. Die CBs Chris Carr, Fabian Washington und Josh Wilson haben auslaufende Verträge. Jeder für sich ist kein schlimmer Verlust, aber die drei Top-CBs (neben Ladarius Webb) auf einmal womöglich zu verlieren, könnte heftig sein. Wenig hilfreich ist auch, dass Superstar-Safety Ed Reed seit Jahren verletzungsanfälliger wird und schon mehrfach mit Rücktritt kokettiert hat.

Der Rest der Defense gehört zum Feinsten (bzw. Heftigsten), was die NFL aufzubieten hat – wäre da nicht das Alter. MLB Ray Lewis wird heuer 36 und schön langsam sollte man daran denken, einen Nachfolger für die scheinbar zeitlose Legende Lewis aufzubauen. Irgendwann wird aber auch Lewis das Alter merken. Für Baltimore ein doppelter Verlust: Top-Spieler und über alles erhabener Leadertyp.

In der Defensive Line hat NT Haloti Ngata die Franchise Tag bekommen. Die Ends sind während der Übertragungen immer mal wieder kritisiert worden. Ich hätte dazu nicht viel Grund gesehen. Notfalls kann man den dicklichen NT Terrance Cody in die Mitte stellen und Ngata zum End mutieren lassen.

Was tun?

Offense und Defense bereiten in Baltimore eine bärenstarke Basis. Am Ende hängt es an Joe Flacco, die Mannschaft von „bärenstark“ zu „Champion“ zu machen. Baltimore gehört für mich auf alle Fälle zu den 2-3 engsten Titelfavoriten. Schon jetzt. Bevor mit Ozzie Newsome einer der anerkannt besten Draft-Strategen Hand anlegt beim Verbessern des Kaders.

Baltimore Ravens – early favourite to win (at least) the division, würden die Amerikaner sagen.

Zu weiteren Sezierstunde-Ausgabern geht es an dieser Stelle, oder unter dem Tag Sezierstunde.

Carolina Panthers in der Sezierstunde

Panthers

Die Sideline der Carolina Panthers - ©Flickr

Der Beweis meiner ultimativen Inkompetenz: Ich hatte die Carolina Panthers im Sommer als Divisionssieger in der NFC South getippt – und es so begründet: Ein viel versprechender QB Matt Moore, ein starkes Laufspiel und eine solide Defense gepaart mit nicht restlos überzeugender divisionsinterner Konkurrenz UND ein Coach in seinem letzten Vertragsjahr: John Fox. Weil bekannt war, dass Jerry Richardson keinen Coach hoch bezahlt, brauchte Fox eine gute Saison, um richtig abzukassieren. So weit meine Gedankengänge.

Mittlerweile weiß ich dank Tuesday Morning Quarterback, dass es da noch einen nicht unrenommierten Experten „da drüben“ gibt, der ähnlich dachte.

Kein Luck

Carolinas Laufspiel schmierte vom ersten Tag an ab, RB DeAngelo Williams und RB Jonathan Stewart hatten mit Verletzungen zu kämpfen und kamen nicht in Schwung. Dazu gesellte sich ein überraschend aktionistischer Head Coach John Fox, der schon nach wenigen Spielen Matt Moore absägte und dafür Rookie-QB Jimmy Clausen ins kalte Wasser warf.

Nun ist Clausen bei aller Arroganz und allem Brechreiz ja kein grottenschlechter Quarterback. Aber ein unerfahrener ich-weiß-eh-schon-alles-QB in einer kollabierenden und auf Laufspiel basierenden Offense – so was schreit nach Scheitern.

Clausen Bilanz liest sich fürchterlich: 52,5% Completion Rate, 102yds/Spiel, 3 TD, 9 INTs, 58,4 QB Rating, 1-9 als Starter, null Spiele mit mehr als 200yds.

Ich habe Carolina gegen New Orleans und Pittsburgh gesehen – zwei hohe Schlappen. Und zweimal erschreckende Offense Lines, vor allem über innen. Über Clausen hatte sich meist schon ein Blitz-Bündel hergemacht, bevor er überhaupt die Receivers ausgucken konnte. So verbrennst du jedes Quarterback-Talent.

Resultat: 2-14. Hätte nicht Arizona das Gnadengesuch angenommen und in Woche 15 das Spiel abgeschenkt, für John Fox hätte sich der Kreis geschlossen: Ein 1-15 Team übernommen, ein 1-15 Team abgegeben.

Carolina hatte wenigstens den Draftpick #1 – und dann blieb QB Andrew Luck überraschend am College. Für Carolina die gefühlte 15te Saison-Niederlage, mit drei Tagen Verspätung.

Der Draftpick #1

Zu diesem Thema den abgespaltenen Exkurs zu „Was mache ich mit Draftpick #1?“ von gestern. Hier entlang.

Executive summary: Ich verwehre mich gegen die immer mehr aufkommende öffentliche Meinung, es müsse ein Quarterback sein. Aus den vielen aufgelisteten Gründen. An Carolinas Stelle baue ich mir erst mal eine Defense zusammen. Ob Carolina auf den Rat hören wird?

Die Optionen an Draftpick #1, und zwar in dieser Reihenfolge:

1) Einen Tauschpartner suchen, um zusätzliche Picks zu bekommen, und später womöglich einen Offensive Tackle holen
2) Defensive Tackle Marcel Dareus draften (oder Nick Fairley)
3) Wide Receiver A.J. Green nehmen

Was es sonst noch braucht

Auf alle Fälle 1-2 Wide Receivers. Optionen für Clausen. Wenn nicht für Clausen, dann wenigstens für den Quarterback, der dann 2012 kommt. (Luck?) – (TE Shockey ist schon mal da.)

Alles, was Clausen mehr als 0,3 Sekunden Zeit zum Werfen gibt. (C Kalil bekam Franchise Tag)

Vertragsverlängerung für RB Williams. (Franchise Tag ist nicht möglich)

Verstärkung für die Secondary und die Defensive Line (v.a. im „Inneren“).

Kicker John Kasay (ist schon jenseits der 40) wird wohl noch weitermachen. Auf längere Sicht wird es aber Ersatz für den einzigen verbliebenen Original-Panther brauchen.

Ausblick

Carolina hat keinen Pick in der zweiten Runde: Der wurde vor einem Jahr nach New England getradet, um WR Armanti Edwards an #89 holen zu können. Edwards Bilanz 2010: 3x im active roster, 1 Lauf für 7 Yards. Wenn die Seuche drin ist…

Ich würde trotzdem zu gerne mit Head Coach Ron Rivera tauschen. Trotz der fehlenden Draftpicks, trotz des verflixten Free-Agent-Situation, trotz des knausrigen Owners Jerry Richardson: Eine Franchise, die am Boden liegt, lässt sich erstmal frei von allen Begleiterscheinungen aufbauen. Kein Spieler, auf den du Acht geben musst.

Ich hoffe bloß, dass Rivera davon absieht, einen QB an der #1 zu holen. Lieber erstmal die Rahmenbedingungen schaffen, um einem eventuell hoch bezahlten Quarterback überhaupt eine Halbwertszeit von länger als zwei Jahren zu ermöglichen.

Warum Carolina von Quarterbacks absehen sollte

Clausen

Jimmy Clausen - ©Wikipedia

Bevor morgen der Sezierstunde-Eintrag über die Carolina Panthers kommt, schon mal vorausgeschickt, warum Carolina keinen Quarterback an der #1 draften sollte.

[Zum gestrigen Eintrag, wie sich die jüngsten #1-QB-Picks so gemacht haben.]

Die Auguren werden sich langsam, aber sicher eins: Die Carolina Panthers müssen an #1 im NFL Draft einen Quarterback draften. Blaine Gabbert (Mizzou) oder Cameron Newton (Auburn). Mir fallen dazu nur drei Buchstaben ein: WTF?

(Falls Gabbert bzw. Newton in Carolina zum besten Quarterback aller Zeiten mutieren sollte, werden mir die folgenden Absätze um die Ohren fliegen… wurscht.)

Ich hasse es, wenn eine Franchise in Trümmern liegt (und nichts anderes ist Carolina) – und als erstes einen Quarterback holt. Du hast keine Offensive Line, deine einzige veritable Anspielstation (Steve Smith) stinkstiefelt und will nur noch weg, dein Laufspiel-Duo ist zerbrochen, deine Defense ist ein Torso – und du schmeißt einen QB rein, NACH den gemachten Erfahrungen? Hat man aus „Jimmy Clausen 2010/11“ nichts gelernt? Folgerung: Einen QB in diesem Fall an #1 zu draften, ist Idiotie hoch drei.

Vor allem junge Quarterbacks werden häufig hinter bröseligen Offensive Lines verbrannt. Ich halte es daher für sträflich, einen teuren Rookie-QB schutzlos in die Mannschaft zu werfen.

Die Carolina Panthers 2011

QB Jimmy Clausen hatte 2010/11 kein gutes Rookie-Jahr. Punkt. Aber die Offenses unter John Fox sind auf Laufspiel aufgebaut. Und wenn das Laufspiel aufgrund von Verletzungen so dermaßen abschmiert wie jenes der Panthers, wird es für einen Quarterback – noch dazu einen Rookie – schon herb.

Erschwerend kommt hinzu, dass Fox ohne Tight Ends arbeitet – vor allem für junge Quarterbacks ungut. (Mittlerweile ist Shockey verpflichtet)

Noch schlimmer: Carolina hatte nicht nur kein Laufspiel und keinen Tight End, sondern vor allem keine Wide Receivers. Steve Smith glänzte durch Lustlosigkeit und alles dahinter Kommende war unter jeder Kritik – ich hab’s zweimal selbst mit offenem Mund gesehen.

Ist schon alles an Carolinas Offense in Grund und Boden geredet? Nein? Die Offensive Line, Baby. Löchrig wie ureigenster norwegischer Käse. Wenn ein junger Quarterback in einer Laufspiel-Offense OHNE Laufspiel, OHNE Tight Ends, OHNE Wide Receivers hinter einer Offensive Line mit absolut DESASTRÖSEM Blocking spielen muss – was kann man erwarten?

Clausen hat sicherlich seine eigenen Flauseln, aber als ich gegen Pittsburgh mit anschauen musste, wie Clausen zwei Sekunden BEVOR ein Receiver überhaupt erst offen sein konnte schon unter 250kg Fleisch und Plastik begraben war, war mir klar: Carolina darf keinen Andrew Luck draften. Die Karriere von Luck ist in Carolina vorbei, bevor sie begonnen hat.

Nun ist Luck nicht im Draft, also greifen wir bei den nächsten gehypten QBs zu?

Kein QB für die Panthers. Clausen (galt 2009 und 2010 immerhin als potenzieller #1-Pick) eine zweite Chance geben und einen erfahrenen Quarterback als Mentor und Absicherung einkaufen, sollte sich Clausen auch unter verbesserten Umständen als Flop erweisen.

[Update] Stell dir vor,

es ist Drafttag. Die Carolina Panthers haben gerade ihren ersten Pick gemacht. NFL-Commissioner Roger Gotohell marschiert zum Podium und verkündet:

With the number one overall draft choice the Carolina Panthers have selected Auburn quarterback Cameron Newton.

Getöse in der Radio City Music Hall, NFL Network und ESPN fahren ihre schwersten Geschütze auf und analysieren den sensationellen Pick minutenlang bis in die Pupette hinein – und kein Bild, keine Trikotübergabe, kein Statement, kein Nichts von Cameron Newton zu sehen.

Kein Blaine Gabbert, der immer verzweifelter dreinschaut, weil ihn wider Erwarten bis an #25 (Seattle Seahawks) kein Team draften will, trotz all des Hypes in den letzten Tagen vor dem Draft.

Denn Newton und Gabbert sitzen irgendwo zweitausend Meilen entfernt und geben für einen kleinen Sender ihre Meinung zum Besten. Irgendwo, nur nicht für die Großen.

 

Langweilig, nicht?

Aber genau das, was die formell nicht mehr existente NFLPA die Rookies angewiesen hat und wohl auch so passieren wird. Der Arbeitskampf zieht merkwürdige Blüten.

UPDATE, 15.3.2011/9h32

Die Ankündigung der NFLPA, die Spieler vom NFL Draft fernzuhalten, ergibt Sinn, da die Spieler in der kartellrechtlichen Klage gegen die NFL auch Free Agency und Draft anfechten werden. (Gefunden bei ProFootballWeekly via Vier Viertel)

„Brady gegen die NFL“: Aktuell fechten die Spieler die Aussperrung („Lockout“) an. Sie wollen eine Einstweilige Verfügung erzwingen. Der Fall trägt den Namen „Brady vs. NFL“ und wird am 6. April in Minneapolis verhandelt, aber NICHT vom von den Spielern geliebten Richter David Doty, sondern einer Richterin namens Susan Nelson. Diese Klage hat erstmal noch nichts mit der geplanten Klage gegen den Draft zu tun. Also erstmal drei Wochen abwarten in Sachen Lockout.

Kleine Korrektur zu oben: Die NFLPA existiert zwar nicht mehr als zertifizierte Gewerkschaft, ist aber immer noch eine Organisation, die die Rechte der Spieler vertritt. Ob die Dezertifizierung „Augenwischerei“ (sham) ist und damit unkorrekt, oder nicht, wird demnächst im NRLB (National Relations Labor Board – eine unabhängige Plattform) entschieden.

Die Quarterbacks an der #1

Untertitel: Carolina Panthers in der Sezierstunde – Die Einleitung

Ich habe mich als unfähig erwiesen, die Sezierstunde zu den Panthers kurz und knackig zu halten. Also ein gepflegter Dreiteiler für die Mannschaft, die den Top-Draftpick innehat. Heute: Eine kleine Geschichtsstunde, die als Einleitung empfunden werden darf.

Quarterback gilt als die „wichtigste“ Position im Footballsport. Vor allem im Profi-Footballsport. Quarterbacks sind die wichtigsten Entscheidungsträger, die verlängerten Arme der Coaches und die höchstbezahlten Spieler. Die letzten Jahre haben in der NFL – auch durch Regeländerungen bedingt – gezeigt, dass es fast unmöglich wird, ohne Top-Quarterback einen Angriff auf den Titel zu starten.

Von daher suchen Teams im Draft häufig an der #1-Position einen Quarterback aus. Es gab schon früher manchmal QBs an der #1 (Elway, Testaverde, Aikman, George, Bledsoe), aber der richtige Hype setzte 1998 ein – mit Peyton Manning. Seit 1998 wurden 13 Drafts abgehalten – 10x wurde ein QB an der #1 ausgewählt. Ein Überblick, gepaart mit dem Zustand der Offensive Line im Draftjahr.

Überblick

Peyton Manning Colts

Peyton Manning - ©Flickr

1998 Peyton Manning/Colts: Via learning by doing wurde Manning schnell ins kalte Wasser geworfen – und er lernte schnell. Hatte lange Zeit den Ruf, nur Top-Statistiken zu produzieren und enge Spiele zu verlieren. Dann aber Superbowl-Champ 2006/07. Gilt als einer der besten Quarterbacks aller Zeiten.
Offensive Line: LT Tarik Glenn/1st round, 1997. Der Rest galt als solide.

1999 Tim Couch/Browns: War der allererste NFL-Draftpick der „neuen“ Browns. Also in einem System ohne brauchbare Offensive Line. Jedes Jahr wechselnde Coordinators und Offense-Systeme. Ich habe Couch in seiner Spätzeit in Cleveland gesehen. „Völlig verunsichert“ ist keine Übertreibung.
Offensive Line: Sträflich vernachlässigt.

2001 Michael Vick/Falcons: Sportlich kein Superstar, weil der Trainerstab eiskalt an seinen Vorzügen vorbeicoachte. Aber ein kleiner Revoluzzer auf der QB-Position und Werbe-Superstar. Bis zu seiner Einknastung einer der meist gehypten Spieler.
Offensive Line:  Mittelmäßig.

2002 David Carr/Texans: War der allererste NFL-Draftpick der Texans. Jahrelang hinter einer nicht existenten Offensive Line abgeschossen (u.a. 76 Sacks als Rookie). Wer will ihm verdenken, dass er bei solcher Personalpolitik floppte?
Offensive Line: Über Jahre schlicht ignoriert.

2003 Carson Palmer/Bengals: Ideal von Coach Marvin Lewis aufgebaut – ein Jahr auf der Bank gesessen, ein Jahr gelernt und im dritten Jahr zum Superstar aufgestiegen – nur, um im ersten Playoffspiel eine katastrophale Verletzung zu erleiden. Seitdem immer wieder verletzt und nicht mehr so gut. Dank Verletzungen entschuldigt.
Offensive Line: LT Levi Jones/1st round, 2002.

2004 Eli Manning/Giants*: Nur der drittbeste QB, aber dank eines einmaligen Playoff-Runs 2007/08 Superbowl-Champ. Ansonsten höchstens Durchschnitt. *Eigentlich haben die Chargers Manning gedraftet, aber einzig mit dem Ziel, Manning zu traden. Daher Manning/Giants.
Offensive Line: Geht so. RT David Diehl/4th round, 2003 Diehl war schon als Rookie überraschend Starter geworden. Der Rest war akzeptabel.

2005 Alex Smith/49ers: Unter neuem Regime an #1 gepickt. Im ersten Jahr verheerend und danach unter ständige wechselnden Offensivsystemen leidend. Ähnlich gelagerter Fall wie Couch – sagenhafe schlechte Personalpolitik hat zumindest eine solide Karriere verhindert.
Offensive Line: Schweizer käselnd.

JaMarcus Russell

JaMarcus Russell - ©Wikipedia

2007 Jamarcus Russell/Raiders: Erwies sich als beratungs- und lernresistent und gilt als einer der größten Flops ever. Aber ein Zuschauermagnet: Die Raiders-Fans liebten es, Russell auszubuhen. Und sie machten es aus vollem Herzen.
Offensive Line: Eher schwach. Der teure Tackle Robert Gallery galt bereits als Flop, die restliche Line als durchwachsen.

2009 Matt Stafford/Lions: Gedraftet in einer Mannschaft ohne Offensive Line. Resultat: Bisher 19 von 32 Spiele verletzungsbedingt ausgefallen. Hat eine kaputte Schulter und könnte nach jeder weiteren OP endgültig erledigt sein.
Offensive Line: Sehr schwach, weil über Jahre konsequent übergangen.

2010 Sam Bradford/Rams: Bradford war 2010 Rookie des Jahres, als erst vierter QB aller Zeiten. Noch zu früh, um Bradford zu bewerten.
Offensive Line: RT Jason Smith/1st round, 2009 entwickelte sich zwar nicht so wie gewohnt, daher holten die Rams 2010 in Runde 2 Rodger Saffold, der sofort zum Left Tackle wurde.

Tendenz bezüglich Offensive Line erkennbar?

Morgen: Was ich wohl von der Idee eines QB-Picks für die Carolina Panthers halte?

Chicago Bears in der Sezierstunde

Jay Cutler - ©pjstar

Wenn dir Fortuna hold ist, kannst du in der NFL schon mal ins Conference Finale kommen. So die Bears 2010/11. Kaum Verletzungssorgen, ein mehrfach beim Gegner zuschlagender Fehlerteufel und ein günstiger Spielplan reichten dafür. Am Ende darf die Saison als Erfolg abgehakt werden, wenn auch der bittere Beigeschmack der vermeidbaren Heimniederlage gegen Erzfeind Chicago Green Bay hängen bleibt. Wie sehr die Niederlage vor allem auf die Psyche von QB Jay Cutler nachwirken wird, bleibt abzuwarten.

Die Arbeit mit dem Ball

In einer Mike-Martz-Offense muss die Offensive Line idealerweise stark im Pass-Blocking sein. Chicagos Line war phasenweise okay, aber es gab auch Spiele, in denen Cutler schlicht schutzlos war (Giants!). Bewegt sich Chicago in dieser Hinsicht nicht, haben wir hier die Sollbruchstelle.

Was Cutler neben n’büsschen Schutz noch gebrauchen könnte: Einen gescheiten Wide Receiver. Chicago wirft zwar viel auf die Running Backs und verteilt den Ball auf mehrere Wide Receivers. Trotzdem sehe ich die Bears schon auf der Suche nach einem Top-Mann. Wird es Sidney Rice vom Rivalen Minnesota sein?

Gefühlt hat Chicago zudem eine Reihe von Punkten verschenkt, weil die Bears bei 3rd and kurz im Lauf der Saison immer seltener Laufspiel einsetzten – sie haben einfach keinen Presshammer. Bessere O-Line würde helfen, aber Forte/Taylor sind halt auch nicht die Monster-Backs dafür…

Die Arbeit gegen den Ball

Ganz klar Chicagos Stärke. Das ist eine quicke Defense, ganz nach Lovie Smiths Ideen, die er einst in Tampa als Dungy-Jünger entwickelt hat. DE Julius Peppers war für mich der dominanteste Verteidigungsspieler in der NFL – eine ungemeine Bereicherung für diese Defense. In der Defensive Line gibt es allerdings nach dem Abgang von DT Tommie Harris Handlungsbedarf. Ansonsten sehe ich keine großartigen Schwächen in der Defense.

Das spezielle Trio

Return-Genie Devin Hester hat 2010/11 nach längerer Abstinenz wieder zugeschlagen und wird auch für die Zukunft eine Gefahr bleiben. Kicker Robbie Gould macht IMHO im windigen Chicago einen ordentlichen Job. Bedenklicher ist der Punter Brad Maynard. Chicago kassiert viele Returns bei Punts und spätestens seit Maynard im Schlussviertel des NFC-Finals wieder damit begonnen hat, Bälle über den Schlapfen rutschen zu lassen, halte ich Maynard für verbrennt.

Ausblick

Viele glückliche Umstände und Sekundengenie-Momente haben Chicago ins NFC-Finale gebracht und Lovie Smith vorerst den Arsch gerettet. Ich bin trotzdem nicht rundum überzeugt. Neben der schwachen Pass Protection hat sich Chicago im NFC-Finale ein weiteres Problem angelacht: QB Jay Cutler ist in seiner Autorität als Leader angekratzt.

Cutler ist kein begeisternder Typ und gewinnt die Leute nur über Leistung für sich. Sein verletzungsbedingter Rückzug wird ihm in der öffentlichen Meinung als Kneifen ausgelegt. Die interne Lage ist schwer abschätzbar, aber generell werden in der NFL eher die bewundert, die am liebsten mit gebrochenen Haxen ihre Karriere riskieren.

Weitere Sezierstunden gibt es hier oder unter dem Tag „Sezierstunde“.