Warum Carolina von Quarterbacks absehen sollte

Clausen

Jimmy Clausen - ©Wikipedia

Bevor morgen der Sezierstunde-Eintrag über die Carolina Panthers kommt, schon mal vorausgeschickt, warum Carolina keinen Quarterback an der #1 draften sollte.

[Zum gestrigen Eintrag, wie sich die jüngsten #1-QB-Picks so gemacht haben.]

Die Auguren werden sich langsam, aber sicher eins: Die Carolina Panthers müssen an #1 im NFL Draft einen Quarterback draften. Blaine Gabbert (Mizzou) oder Cameron Newton (Auburn). Mir fallen dazu nur drei Buchstaben ein: WTF?

(Falls Gabbert bzw. Newton in Carolina zum besten Quarterback aller Zeiten mutieren sollte, werden mir die folgenden Absätze um die Ohren fliegen… wurscht.)

Ich hasse es, wenn eine Franchise in Trümmern liegt (und nichts anderes ist Carolina) – und als erstes einen Quarterback holt. Du hast keine Offensive Line, deine einzige veritable Anspielstation (Steve Smith) stinkstiefelt und will nur noch weg, dein Laufspiel-Duo ist zerbrochen, deine Defense ist ein Torso – und du schmeißt einen QB rein, NACH den gemachten Erfahrungen? Hat man aus „Jimmy Clausen 2010/11“ nichts gelernt? Folgerung: Einen QB in diesem Fall an #1 zu draften, ist Idiotie hoch drei.

Vor allem junge Quarterbacks werden häufig hinter bröseligen Offensive Lines verbrannt. Ich halte es daher für sträflich, einen teuren Rookie-QB schutzlos in die Mannschaft zu werfen.

Die Carolina Panthers 2011

QB Jimmy Clausen hatte 2010/11 kein gutes Rookie-Jahr. Punkt. Aber die Offenses unter John Fox sind auf Laufspiel aufgebaut. Und wenn das Laufspiel aufgrund von Verletzungen so dermaßen abschmiert wie jenes der Panthers, wird es für einen Quarterback – noch dazu einen Rookie – schon herb.

Erschwerend kommt hinzu, dass Fox ohne Tight Ends arbeitet – vor allem für junge Quarterbacks ungut. (Mittlerweile ist Shockey verpflichtet)

Noch schlimmer: Carolina hatte nicht nur kein Laufspiel und keinen Tight End, sondern vor allem keine Wide Receivers. Steve Smith glänzte durch Lustlosigkeit und alles dahinter Kommende war unter jeder Kritik – ich hab’s zweimal selbst mit offenem Mund gesehen.

Ist schon alles an Carolinas Offense in Grund und Boden geredet? Nein? Die Offensive Line, Baby. Löchrig wie ureigenster norwegischer Käse. Wenn ein junger Quarterback in einer Laufspiel-Offense OHNE Laufspiel, OHNE Tight Ends, OHNE Wide Receivers hinter einer Offensive Line mit absolut DESASTRÖSEM Blocking spielen muss – was kann man erwarten?

Clausen hat sicherlich seine eigenen Flauseln, aber als ich gegen Pittsburgh mit anschauen musste, wie Clausen zwei Sekunden BEVOR ein Receiver überhaupt erst offen sein konnte schon unter 250kg Fleisch und Plastik begraben war, war mir klar: Carolina darf keinen Andrew Luck draften. Die Karriere von Luck ist in Carolina vorbei, bevor sie begonnen hat.

Nun ist Luck nicht im Draft, also greifen wir bei den nächsten gehypten QBs zu?

Kein QB für die Panthers. Clausen (galt 2009 und 2010 immerhin als potenzieller #1-Pick) eine zweite Chance geben und einen erfahrenen Quarterback als Mentor und Absicherung einkaufen, sollte sich Clausen auch unter verbesserten Umständen als Flop erweisen.