The Return of the Marty Ball

Die United Football League rüstet sich für einen möglichen eneffelllosen Herbst. Der nächste prominente Name ist Marty Schottenheimer.

Ich habe Marty Schottenheimer nicht sehr lange aktiv miterlebt, verglichen mit der Länge seiner Karriere in der NFL. Marty Schottenheimer war b-e-r-ü-h-m-t dafür, miserable Teams zu Top-Mannschaften zu coachen, ähnlich einem Bill Parcells.

Unterschied zu Parcells: Marty Schottenheimers Mannschaften gewannen zwar massig Spiele, aber keine Titel. Es gibt über Schottenheimer die Anekdote, er seit mit seiner Familie in einem schicken Restaurant in Südkalifornien zum Abendessen gewesen und am Tisch hinter ihm hatte sich ein Mann arg verschluckt. Der Mann röchelte nur noch und dessen Begleitung schrie panisch Help! Help! We need help! Marty Schottenheimer machte keinen Stich. Er war nicht dazu in der Lage. Nicht, weil Marty Schottenheimer ein böser Mensch ist. Sondern, weil Marty Schottenheimer im Moment, der zählt, seine Leistung nicht bringen kann.

Über Jahre hat Marty Schottenheimer den Begriff des Marty Ball geprägt. „Marty Ball“, oder R2P2, oder 4 downs, Run (1st down), Run (2nd down), Pass (3rd down), Punt (4th down). In der Regular Season schaffte Marty mit dieser Football-Philosophie eine der besten Bilanzen der NFL-Geschichte, und er war 13x (!) in den Playoffs.

Bilanz dort: 5-13. Ähnlich dem Beispiel in dem Restaurant war Marty Schottenheimer berüchigt dafür, im entscheidenden Moment in den Playoffs zu versagen. Nicht immer war er der „Schuldige“. Aber die schiere Masse an Playoff-Einbrüchen ist frappierend. 18 Spiele. Nur 5 Siege. Niederlagen in Footballklassikern wie „The Drive“ und „The Fumble“ oder die unglaubliche Niederlage aufgrund eines Fumbles (!) beim INT-Return (!!) wenige Sekunden vor Schluss und am Ende trotzdem nochmal die Chance bekommen und mit auslaufender Uhr ein eigenes Field Goal danebengesetzt (2006/07 als fassungslos dominantes Team gegen Marty Gegenentwurf, die bis in die letzte Herzkammer abgewichsten Patriots).



Marty ist back. Als neuer Head Coach der Virginia Destroyers, Nachfolger des zweifachen UFL-Vizemeisters Florida Tuskers.

UFL – eine Liga mit Regular Season und Championship Game. Ganz ohne Playoffs. Eigentlich wie gemacht für den Mann mit der großen Brille, oder?