NFL Draft 2011: Tag zwei im Rückblick

Die Nacht der bizarren Entscheidungen, könnte man sagen.

Allen voran die New England Patriots, die sich immer mehr zu van-Gaalscher Bockigkeit entwickeln und eine Reihe von Entscheidungen trafen, zu denen mir momentan nicht mehr einfällt als „interessant“. Need pick ist definitiv nicht in Foxboro erfunden worden. Neben wieder mal Dutzenden Trades fischte sich Belichick an #33 Ras-I Dowling, den Cornerback mit dem geilsten Namen dieser Erde. Und dann?

RB, RB, QB. Shane Vereen (Cal), Stevan Ridley (LSU) und der Hammer, QB Ryan Mallett (Arkansas). Ich hatte noch nicht mal den Ofen angemacht, um die Finger reinzulegen, dass Belichick nicht eine Sekunde über Mallett nachdenken würde. As it turned out, ich hätte mich schwer verbrannt. Immerhin hat Belichick jetzt potenziell eineinhalb Hand voll Running Backs und immer noch keinen Pass Rusher – dafür aber 2012 wieder drei Hand voll Draftpicks.

„Interessant“ ist auch, was Martin Mayhew mit den Detroit Lions anstellt. Als Lücken hatten wir Defensive Backs und Offensive Line ausgemacht. Mayhew fischte sich erst DT Fairley und in Runde zwei heute Nacht zwei skill players. Bei Boise States Titus Young passte wenigstens emotional alles (Lieblingsmannschaft, Lieblingsspieler, Lieblings-Uni und der Pick ausgerufen vom Lieblingssportler), aber danach nach oben zu traden, um sich RB Mikel Leshoure zu angeln? Ich hoffe, irgendwo steckt dahinter noch ein Masterplan.

Die volle Ladung Defense haben sich dagegen die Tampa Bay Buccs geschnappt. Nach DE Clayborn kamen heute Nacht mit DE Da’quan Bowers und LB Mason Foster noch zweimal Arbeiter für den Pass Rush. Die Buccs-Taktik 2010: Defensive Tackles. 2011: Defensive Ends. Bowers fiel vertikal durch die Boards, aus einem Grund: Es bestehen ernsthafte Zweifel, ob Bowers’ Knie länger als eine Handvoll Saisons durchhält. Irgendwann war aber die schiere Rush-Gewalt zu gut, um weiter zu fallen.

Büschen Augenbrauenheben auch bei Arizonas Pick: Das Sekundengenie RB Beanie Wells sollte ersetzt werden – mit einem weiteren unkonstanten Sekundengenie. RB Ryan Williams (VT), der Giftzwerg von den Hokies.

Schotte & Trabant

Die Quarterbacks standen auch abseits von Malletts Einberufung im Fokus. Andy Dalton wurde an #35 von den Cincinnati Bengals gedraftet. Damit darf Carson Palmers NFL-Karriere in Ohio als beendet angesehen werden. Dalton ist etwas klein und ich weiß nicht, ob ich die eine bärige Rose-Bowl-Vorstellung als Beweis für Daltons Genie heranziehen sollte. Aber Dalton ist auf alle Fälle ein charakterlicher Schock für Cincinnati: Sieht aus wie ein Säufer aus dem Norden des UK, agiert wie ein Musterschüler. Dalton & A.J. Green als neue Version von Palmer & Johnson – unterschrieben.

Eine merkwürdige Entscheidung trafen die 49ers: QB Colin Kaepernick, der einst als Mischlingskind aus Wisconsin in Kalifornien aufgewachsen war und in der Pistol-Offense von Nevada sensationell aufgeigte. Ich hätte nie gedacht, dass sich Jim Harbaugh für einen QB der Güteklasse „Kaepernick“ interessieren würde. Ob damit Alex Smith doch noch ein Jahr bleiben wird?

2 Kommentare zu “NFL Draft 2011: Tag zwei im Rückblick

  1. Schaut so aus als ob Belichik volles Vertrauen in seine OLBS und DEs hat, denn das ist die einzige Erklärung für diese komische Drafttaktik. Mit welcher Strategie ist Belichik in die Draft gegangen?

    Wieder zig mal runtergetraded und viele Picks für 2012 bekommen, aber die Pats müssen JETZT gewinnen. Mallet kann ich verstehen unter dem Gesichtspunkt, dass sie einen jungen QB unter Brady einlernen wollen und niemand ist besser, schwere Charakter zu coachen wie Belichick.
    Trotzdem habe ich wenig Verständnis für die BEIDEN Rounning Backs, das ist nur mehr Komödie. Mit Woodhead und Green Ellis sind jetzt minimum vier RBs da und dann haben die Pats noch Taylor und Morris, die sicher weggejagt werden.

    Noch ist nicht aller Tage Abend aber in den späten Runden findet sich halt eher schwer ein Impact Player. Wie gesagt, die Strategie der Pats verstehe ich nicht, denn eigentlich sind bisher alle (auch Soldier) Picks für die Zukunft, es sei denn sie lassen Light sofort ziehen oder schulen Vollmer auf Guard um was ich nicht glauben kann.

    Und ja, ich bin angefressen ob dieser Strategie.

  2. also was NE macht kann ich auch nicht ganz nachvollziehen, aber als colts fan ist mir das eh recht. 🙂

    aber mal zu den colts – Stephen Paea wäre doch da gewesen, deshalb hat mich der #2 pick etwas überrascht. Wieder O-Line, wieder ein guter, glaubt man den Amis.
    Mit dem #3 pick wurde dann endlich die D-Line „verstärkt“?!

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