New Orleans Saints in der Frischzellenkur

ÜBERBLICK

#24 DE Cameron Jordan (Cal)
#28 RB Mark Ingram (Alabama)
#72 LB Martez Wilson (Illinois)
#88 CB Johnny Patrick (Louisville)
#226 DE Greg Romeus (Pitt)
#243 LB Nathan Bussey (Illinois)

New Orleans wird lateral durch das Netz beglückwünscht für den gelungenen NFL Draft 2011. In den Sezierstunden hatte ich zwei Dinge gefordert:

a)    Verstärkung Laufspiel
b)    Pass Rusher

As it turns out, die Saints haben beides in der ersten Runde beherzigt. Und doch: Der Nachgeschmack ist etwas bitter, denn 2012 hat man keinen Pick in der ersten Runde (für Ingrams Rechte an die Patriots abgegeben).

DE Cameron Jordan gilt als „Mittelding“ zwischen DE Alex Brown und DE Will Smith. Brown gilt als guter Laufverteidiger, aber schwacher Pass Rusher. Smith ist das genaue Gegenteil. Mit Jordan hat New Orleans nun die Möglichkeit zu rotieren.

Mit dem grundsoliden, aber unspektakulären Ingram versuchen die Saints, die schier endlosen Laufspiel-Probleme in den Griff zu kriegen. Obwohl RB Chris Ivory nicht schlecht war: Laufspiel war eher mickrig zuletzt. Nun haben die Saints auch noch RB Pierre Thomas, RB Julius Jones und den hoffnungslos überteuerten RB Reggie Bush im Kader. Bitte mit der Mistgabel anrücken. Es muss aussortiert werden.

Die restlichen Picks haben „Defense“ verschrieben. Zweimal Linebacker, einmal Defensive End und einmal Secondary. Schaut aus, als ob man hoffnungsfroh etwas Konkurrenzkampf in eine selbstverliebte Defense kriegen möchte und womöglich den einen oder anderen Altstar rausschmeißt.

Summa summarum

Nachvollziehbare und klare need-Strategie der Saints. Ingram ist die verzweifelte Hoffnung, endlich mal über Jahre etwas Zug ins abgewrackte Laufspiel zu kriegen und Jordan die etwas weniger verzweifelte Hoffnung, einen möglichst kompletten Defensive Liner zu bekommen. Bottom line: Beide sind verdammt dazu, zu funktionieren. Denn die Saints haben keinen Erstrundenpick nach der nächsten Saison.

13 Kommentare zu “New Orleans Saints in der Frischzellenkur

  1. Hallo Korsakoff,

    erst einmal ein riesen Lob für deine Kolumne.
    Allerdings sehe ich die Bewertung der Saints ein wenig anders (wahrscheinlich sehe ich das ein bisschen mehr durch die Fanbrille : -) )
    Ich bin der Meinung, das Laufspiel der Heiligen als „abgewrackt“ zu bezeichnen ist ein wenig zu hart.
    Man sollte nicht vergessen, dass die Saints in der Super Bowl Saison eines der besten Running Games der Liga stellten (und das fast mit demselben Personal).
    Nur leider haben sich Reggie und Pierre in Week 2 bzw. 3 verletzt und sind fast die komplette Spielzeit ausgefallen. Was den Punkt C. Ivory angeht, muss ich sagen, wird seine Leistung ein wenig unterbewertet. Wer bei 137 Versuchen 716 Yards läuft (5.2 pro Versuch), hatte meiner Meinung nach, eine super Rookie Saison (im Vergleich der so hoch gelobte Ryan Mathews 158 Att. 678 Yards 4,3 AVG). Ich denke, mit Ingram ist uns da ein super Pick gelungen, der uns noch variabler macht.
    Vor dem Quartett Ingram, Bush, Thomas und Ivory wird die ganze NFC South zittern 
    Was die Laufverteidigung angeht, gebe ich dir zu 100 % Recht. Die war schon in 2009 unser Problem und dieses hat sich in 2010 fortgesetzt. Also hoffentlich hält Cam Jordan das, was er verspricht…
    Die Passverteidigung ist nach meinem Empfinden allerdings mit Johnny Patrick noch einmal aufgewertet worden (immerhin Platz 4 letztes Jahr).
    Alles in allem bin ich recht zufrieden mit dem Draft, obwohl mir eine Alternative zu R. Harper auch gut gefallen hätte….
    Grade B+

    P.S.: Danke nochmal für die tollen Berichte und mach weiter so!!!!
    Who Dat!!!

  2. ohne das jetzt böse zu meinen, aber zittern wird vor diesem Quartett niemand.

    Abgesehen davon glaube ich nicht das es ein Quartett bleiben wird.

    Bush ist, wie’s korsakoff schon sagte, maßlos überteuert für das was er zeigt. Thomas und Ivory laufen so den durchschnitt raus, und Ingram muss sich erst mal beweißen.

    Bei allem respekt, zittern kann man vor einem Adrian Peterson, Chris Johnson oder Jamaal Charles, aber nicht vor Bush, Ivory und co….!

  3. Es spricht aber viel dafür, dass gerade Bush in New Orleans bleibt, nur unter anderen Bezügen.
    Sowohl S. Payton als auch D. Brees haben sich bereits in diese Richtung hin geäußert.
    R. Bush sehe ich auch mehr als 3 Down Back und Passempfänger.
    „Bei allem Respekt, zittern kann man vor einem Adrian Peterson, Chris Johnson oder Jamaal Charles, aber nicht vor Bush, Ivory und co….!“
    Bei dieser Aufzählung solltest du aber nicht vergessen, dass alle diese Spieler in Mannschaften spielen, die den Lauf bevorzugen und das kann man von den Saints nun wirklich nicht behaupten.
    Es geht also in erster Linie um die Entlastung von D. Brees. Das sollte ohne großes Verletzungspech doch durchaus gelingen. Unter diesen Gesichtspunkt war auch das Zittern gemeint (was Drew nicht schafft, schaffen dann diese 4 :-)).
    P.S.: Die Saints haben z.Z. 12 RB in ihrem Roster. Von daher glaube ich, dass eher Leute wie L. Betts, J. Jones oder D. Wynn New Orleans verlassen als R. Bush.

  4. 12 RB’s im Roster? Alter….! Leidet Payton unter iwelchen Tailback Verfolgungswahn..,. 🙂 ?

    Das ist ja der springende Punkt. Die Saints haben Brees, also muss auch Brees seine Play’s bekommen. Und das wird er vermutlich auch.

  5. Das ist in erster Linie das Ergebnis der vielen Verletzungen (Bush, Thomas,Betts und Ivory usw.)…
    Umso erstaunlicher, dass Ivory (bei 12 Games) so ein gutes erstes Jahr hatte.

  6. @Who Dat Nation

    Die Saints haben seit Deuce McAllisters Zeiten kein verlässliches Laufspiel, sprich: Wenn die Passorgie mal kaltgestellt wird, ist New Orleans verloren oder auf ein „zufälliges“ Big Play angewiesen, weil das Laufspiel die Offense nicht tragen kann. Ivorys Schnitt ist okay, aber Ivory hat nur die Carries „zwischendrin“ bekommen und quasi nur das Anlenkungsmanöver gegeben.

    Re: Verletzungen: Die Saints-Offense war vor allem auch in den ersten paar Wochen unbeständig, auch als RB Thomas und Bush noch da waren. Gegen Minnesota, gegen Atlanta, das waren 57 Minuten Frustration und zweimal 1,5 Minuten Big Plays. Das kann auf Länge nicht gut gehen.

  7. Ich gehe d’accord. Die Saints haben mit dem 1st-round Trade für Ingram hoch gepokert, aber das Running game zu verstärken musste Priorität 1 sein nach dem Jordan-Pick. Gute Draftentscheidungen und mit den Saints muss (leider) auch in den nächsten Jahren gerechnet werden, weil ich nicht sehe, wie Brees mit Entlastung durch Ingram so einfach gebremst werden kann.

  8. Deuce McAllisters ist ja auch der beste RB in Saints History.
    In der 2009 Saison stellten die Saints mit 2,106 RY das 6 beste Laufspiel der Liga (natürlich verteilt auf mehrer Schultern).

    Was das Spiel gegen die Vikings angeht, gebe ich dir recht. Allerdings bestand das Spiel gegen Atlanta nicht aus 57 min. Frustration (24 -27 nach OT, trifft G. Hartley das FG gewinnen die Saints).
    Zumal in diesem Spiel R. Bush schon fehlte und P. Thomas sich im 2 oder 3 Viertel verletzte.
    Alles in allem muss man sagen das, dass Laufspiel auf Grund der Spielanlage nie die große Rolle spielen wird, sonder in erster Linie als Entlastung oder Ablenkungsmanöver dienen soll.
    Zum Schluss noch etwas über C. Ivory.
    Im Spiel gegen die Bucs, erzielte er die meisten Yards (156) seit Deuce McAllister 2003 (165).

  9. Was nützen mir die schönsten Stats, wenn auf das Laufspiel im entscheidenden Moment kein Verlass ist? Wenn ich die Uhr nicht gen Null arbeiten kann, wenn ich ausrechenbar werde, Imcompletions werfen muss?

    Die Saints hatten 2009/10 einen Ausreißer nach oben, nicht 2007-2011 dreimal Ausreißer nach unten. Konstanz ist dringend benötigt. Ein Topspiel gegen die unterirdische Buccs-Laufdefense ist kein Qualitätsnachweis.

    Re: erstes Falcons-Spiel

    Wenn ich mir meinen Live-Blog von damals noch einmal zu Gemüte führen, dann war Atlanta die dominante Mannschaft, während die Saints über weite Strecken nur dank langer Punt-Returns, Special-Teams-Fehler der Falcons und 80yds-Pässe im Spiel blieben.

    Will heißen: Die Offense ist scary, aber nicht konstant so dominant. Von daher muss Mark Ingram ein deutliches Upgrade darstellen, dann sind die Saints auch mit kaum verbesserter Defense Titelkandidat.

  10. Im Vikes – Saints Spiel waren beide noch im Preseason Mode. Die Saints haben sich danach aber immer wenn ich sie verfolgt habe, mit einigen guten Drives rausgezogen. Ich stimme sicher zu daß Ingram hilft die Offense breiter aufzusteleln.

    P.S. Wollte nur anmerken, dass ich die Qualität der Diskussion schon beeindruckend finde.

  11. Schön dass wir uns zumindest darauf einigen können, dass die Saints nach dem Draft zum erweiterten Favoritenkreis auf den SB zählen 🙂

    Wenn die D sich in Punkto RunD verbessert (#16) und im Pass einigermaßen gleich bleibt (#4), sind wir da ganz gut aufgestellt…

    Entscheident für mich ist ohnehin der Teamgeist dieser Truppe, wenn ich sehe was da zZ. an der Tulane Uni abgeht (Offsaison Workout unter Leitung von Brees mit 37 Spieler, darunter 12 Spieler ohne Vertrag) stimmt mich das doch ganz zuversichtlich für die nächste Saison….
    In diesem Sinne Who Dat!!!

  12. Starke Analyse, die Saints bleiben für mich bis auf weiteres im Spitzenfeld auch in der schwierigen NFC South.

  13. Pingback: Glaskugel 2012: New Orleans Saints | Sideline Reporter

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.