Lesestoff für’s Wochenende: Patriots-Talk mit Herrmann

Bill Belichick

Bill Belichick, der beste Football-Coach der Gegenwart - ©Flickr

In diesen Tagen wird der neue Tarifvertrag abgeschlossen, der sogar eine komplette Preseason ermöglicht. Die nächsten Tage werden chaotisch ablaufen, nachdem mehr oder weniger zeitgleich Rookies und Free Agents verpflichtet, die Kader ausgemistet werden und nebenbei finden auch die Trainingslager statt. Volles Programm also für die 32 NFL-Teams.

Niemals unspannend ist die Situation in New England, wo mit Bill Belichick nicht nur ein sehr guter Trainer am Werk ist, sondern auch ein Alleinherrscher, dessen Transaktionen immer wieder für Verblüffung sorgen. Diesmal gehen die Patriots mit mehr Fragezeichen in den August als in den April – einer fragwürdigen Draft-Strategie sei „Dank“. Wird Belichick den Kader kurzfristig noch radikal umbauen, oder sich mit vorhandenem Personal durchwursteln? Ich habe mich darüber mit Herrmann von Vier Viertel plus Nachspielzeit – seines Zeichen Patriots-Fan und hier schon mehrfach als Gastkommentator aufgetreten – unterhalten.

#1 Der gedachte Kader der Patriots schaut aktuell recht wild aus, nachdem Belichick trotz dringender Not lieber ein halbes Dutzend Angriffsspieler anstelle von Pass Rushers draftete. Wird Belichick auf Creative Coaching vertrauen oder doch noch einen Pass Rusher aus der Free-Agents-Lotterie ziehen, obwohl gerade die Auswahl an 3-4 DE/OLBs recht beschränkt ist?

Das leidige Pass-Rusher-Thema. Mittlerweile schon seit Jahren. Ich kann auch nicht nachvollziehen, warum Belichick in den letzten drei Jahren keinen Pass Rusher gedraftet hat. Zumindest hat man mit Mike Wright und Ty Warren zwei herzeigbare Pass Rusher als 3-4-DE. Warren hat die gesamte letzte Saison verletzt gefehlt; Wright kam in den zehn Spielen vor seiner Verletzung auf 5,5 Sacks. Bei den OLBs sieht es sehr dünn aus.

Tully Banta-Cain hat 2010 enttäuscht; Jermaine Cunningham ist am besten als DE in der 4-2-Nickel-Defense; Rob Ninkovich sah zeitweise ganz gut aus; Eric Moore bei einigen Kurzeinsätzen auch. 6th-rd pick Markell Carter wird wohl keine Rolle spielen. Da ist nicht einer so gut, daß er ein starker Starting-OLB wär. Cunningham, TBC, Ninkovich und Moore kann man alle in bestimmten Situationen bringen und manchmal sehen sie dabei sogar recht gut aus. Aber wenn man den Super Bowl gewinnen will, kann das nicht ausreichen.

Ein perfekt passender FA wäre Matt Roth, Cleveland Browns. Roth hat, wenn er auf dem Feld war, stark gegen den QB gearbeitet; er sollte sich sehr schnell in der Defense zurechtfinden, weil er in den letzten beiden Jahren unter den Belichick-Schülern Eric Mangini und Rob Ryan gespielt hat; und er sollte auch nicht allzu teuer sein.

#2 Die Patriots halten trotz ihres Status als pass first team einen Wust an Running Backs zur Auswahl, vom opportunistischen Green-Ellis über den wuseligen Woodhead hin zu zwei untersetzten, kräftigen, fangstarken Rookie-Backs. Wer wird bleiben dürfen und was wird aus Taylor, Morris und vor allem Faulk?

Green-Ellis und Woodhead sind gesetzt. Wenn die beiden Rookies Vereen und Ridley sich nicht total dämlich anstellen, wird auf jeden Fall Taylor keinen Platz mehr haben und höchst wahrscheinlich Morris auch nicht mehr. Die Pats werden nur vier RBs im aktive Kader haben. Prediction: Boston Legal, Woodhead, Faulk und einer der beiden Rookies sind im Team; der andere Rookie kommt in die Practice Squad – so lange, bis Faulk sich verletzt (over/under 4 Wochen); dann tritt Faulk zurück, Rookie rückt auf und in die Practice Squad kommt wieder Thomas Clayton.

#3 Ryan Malletts Einberufung hinterlässt immer noch offene Münder: Ein Raketenarm in einer Kurzpassoffense, ein angebliches Problemkind in der ultimativen team first-Franchise. Ist Mallett wirklich längerfristig als Brady-Ersatz angedacht und was bedeutet der Pick kurzfristig für Brian Hoyer?

Ich glaube Mallett wird in ein sehr kompetetives Umfeld geschmissen – und das gewollt. Er wird das Training Camp als Nr. 3 hinter Brady und Hoyer beginnen und wird sehr stark sein müssen, um an Hoyer vorbeizukommen. Mir hat Hoyer (in den Pre-Season-Games) immer sehr gut gefallen und wenn er so weitermacht, wird er der längstdienende QB-Backup der Pats sein seit Matt Cassel. Und er hat schonmal einen 3rd-round-pick ausgestochen: Kevin O`Connell. (2008, war schnell vergessen. Wurde dann von den Jets unter Vertrag genommen.)

Die Patriots haben schon öfter mal Spieler geholt, die Peronal Red Flags hatten. Wenn Mallett sein Ego zurückstellt und gut arbeitet, könnte er durchaus mal der Nachfolger von Brady werden. Wenn Mallett sofort einschlägt und alle überzeugt, wird Hoyer wohl getradet. Es war nicht überraschend, wenn man einen 4th- oder 5th-rd Pick für ihn bekommt. Ansonsten bekommt Mallett ein „Redshirt“ und kämpft in der nächsten Preseason wieder gegen Hoyer.

#4 Die Offensive Line hinterlässt mich nach dem Rücktritt von Steve Neal etwas ratlos. Mankins wird mit der Franchise Tag unglücklich sein, Cannon ist Rookie und krankheitsbedingt wohl nicht einsatzfähig, Light ist Free Agent und mit Vollmer und Solder sind die beiden Tackles jung und vor allem beide eher prototypische Left Tackles. Wird die rechte Seite zum Problemfall?

Die O-Line-Situation sieht allerdings ziemlich durcheinander aus. Zwei Starters sind FAs (LT Matt Light und LG Logan Mankins). Dazu zwei Rookies mit großem Potential: 1st-rd pick mit Tackle Nate Solder und Marcus Cannon, der sehr viel Talent aber leider auch einen Tumor mitbringt und eine Chemotherapie hinter sich hat. Dazu der Rücktritt von Stephen Neal und ein Nick Kaczur, der die gesamte letzte Saison verletzungsbedingt (Rücken) gefehlt hat.

Aber wenn man die fünf Teile der O-Line sortiert, erkennt man schon ein Gesamtbild. (1) Center Dan Koppen bleibt der Anker in der Mitte. (2) Tackle Sebastian Vollmer bleibt auch Starter, entweder links oder rechts. (3) Als Right Guard läuft bei Belichick immer jemand auf, den sein Mentor Bill Parcells als „JAG“ bezeichnet – Just Another Guy. Das wird auch in der kommenden Spielzeit wahrscheinlich Dan Connolly bleiben. Oder eben ein JAG. (Rich Ohrnberger vielleicht, 4th-round pick 2009). (4) Entweder Light oder Mankins wird auf jeden Fall gehalten, ganz sicher.

Ich bin mir auch recht sicher, daß es Mankins sein wird. Entweder per Franchise Tag (je nach CBA oder/und Ausnahmeregelung für die kommende Saison) oder über einen langfristigen Vertrag. Mankins ist der beste Guard der Liga. Punkt. Als Blocker im Laufspiel ist er so gut, daß es in der zweiten Hälfte der vergangenen Saison so aussah, als wär BenJarvus Green-Ellis ein richtig guter Running Back. Ich hab zwar keine Zahlen, die das beweisen, aber ich würde behaupten, daß The Law Firm 108% seiner Yards hinter Mankins gemacht hat. Dann bleibt (5) nur noch ein Tackle-Spot. Ich glaube nicht, daß Light von den Patriots einen längerfristigen Vertrag angeboten bekommt, der ihn in New England hält. Er wird ein Angebot bekommen, es aber ablehnen, weil er von mehreren Teams bessere Verträge (längerfristig oder mit höherer Garantiesumme) wird vorliegen haben. Dann gibt es zwei Optionen: entweder Solder schlägt so ein, daß er von Woche 1 an Starting Tackle spielt, rechts oder links und Vollmer dann gegenüber. Oder Kaczur bekommt seinen alten Right Tackle Spot wieder und Vollmer geht auf links. Ich tippe auf – von links nach rechts: Vollmer, Mankins, Koppen, Connolly, Kaczur.

#5 Da der Kader nicht unspannend ist: Wenn du einen Free Agent für die Patriots picken könntest: Wen würdest du nehmen?

Ein guter WR. Trotz der Pass-Rushing-Situation. Am liebsten Sidney Rice, zuletzt Minnesota Vikings. Mit Rice hätten die Patriots wieder den schnellen und großen (1,93m) „field-stretcher“, den sie 2007-09 mit Randy Moss hatten. Wenn man sich die starke 2010er-Offense verstärkt um Rice ausmalt, kann man wieder von Zuständen wie anno 2007 träumen.

Alternative wär hier noch Vincent Jackson zu nennen, der noch besser passen würde, aber das Franchise Tag bekommen hat – aber wir wissen ja alle nicht, ob es das unter dem neuen CBA noch geben wird. Und auch möglich ist die Verpflichtung von – nicht lachen – Chad Ochocinco, der zwar kein FA ist, aber trotzdem auf dem Markt ist. Und – jetzt bitte nicht vom Stuhl fallen vor Lachen -Randy Moss himself. Wenn Moss eine Rolle akzeptiert, die unter der eines Franchise Guys liegt. Für so ungefähr 30 Snaps pro Spiel nur geradeaus laufen und den Safeties Angst machen. Ich habe nicht so viel Vertrauen in Brandon Tate und Taylor Price.

Nr. 2 wär Matt Roth.

#6 Im vergangenen Jahr waren Rookies ein integraler Bestandteil der sensationellen Patriots-Saison. Irgendeine Chance, dass die Rookie-Klasse von 2011 jene von 2010 noch übertrumpfen kann?

Die diesjährigen Rookies sind gute Ergänzungen, aber keine Spieler, die á la Clay Matthews oder Devin McCourtey sofort große Wellen schlagen. Die größten Chancen, sofort eine Hausnummer zu werden, hat Nate Solder – sollte er den von Anfang an spielen. Gerade als O-Liner muß man nicht mal überragend spielen, um mit „großem Namen“ (sprich 1st-round pick in einem guten Team) als „überragend“ durch viele Kolumnen und NFL Network zu geistern (vgl. Maurkice Pouncey).

2nd-rd pick CB Ras-I Dowling wird erstmal als Nickelback anfangen, wenn er sich – hinter McCourtey und dem zurückkehrenden Leigh Bodden – gegen Kyle Arrington durchsetzen kann. Er wäre nicht der erste CB der Patriots, der in der zweiten Runde gedraftet wird und dann floppt (vgl.  Darius Butler, 2009; Terrence Wheatley, 2008.) Einer oder beide Running Backs könnten ins Spotlight geraten, weil sie spektakuläre Läufe und Touchdowns produzieren, aber ein neuer Corey Dillon wird in der kommenden Saison keiner der beiden sein.

#7 Wenn Bill Belichick vier Monate Freizeit zum Videostudium bekommt, sind die Zeichen für die Konkurrenz auf Alarm gesetzt. Nun ist mit Bill O’Brien sogar mal wieder ein offizieller Coordinator ernannt worden. Kann der Lockout unter diesen Vorzeichen für die Patriots trotz ihrer vielen jungen Spieler sogar ein Vorteil sein?

Jede Strategie ist nur solange absolut überlegen, wie sie neu ist und ein Überraschungsmoment hat. Man kann jede Offense (und auch Defense) schlecht aussehen lassen, wenn man sie nur gut genug kennt, genügend Videos studiert und das System durchschaut hat. (Ausnahmen: Peyton Mannings Offense und Dick LeBeaus Defense) Die Pats-Offense war auch vor 2007 gut, obwohl Brady nur Anspielstationen hatte, die kein verünftiger GM als WR verpflichten würde. 2007 hatten sie dann unter McDaniels/Belly ein völlig neues System und niemand konnte sie stoppen.

2009 war das System dann nicht mehr alles niedermetzelnd – die Gegner hatten es oft genug gesehen und verstanden und haben Wege gefunden, es zu bremsen. 2010 dann hatten Belly/O´Brien ein wiederum völlig neues System und – bis zu Rex Ryans grandiosem Gameplan in den Playoffs – waren die Patriots mit zwei Rookie Tight Ends und alten und sehr jungen WRs in der Lage, gegen jeden Gegner zu scoren.

Ich bin mir sicher, daß Belly und O´Brien (und Nick Caserio, der da auch immer mit drinhängt), wieder einige neue wrinkles eingebaut haben und damit zwei Schritte „ahead of the Curve“ bleiben. Der Lockout könnte in diesem Sinne also tatsächlich vorteilhaft gewesen sein, weil der Coaching Staff mehr Zeit hatte, um sich neue Dinge auszudenken.

#8 Die Bills bauen langsam auf, die Dolphins sind auf der Suche nach Offensivgeistern, während die Jets eine starke Start-Formation aufbieten können, aber auch einen Kader mit wenig Tiefe. Welche Mannschaft wird New England am ehesten in der AFC East schlagen können?

Buffalo ist chancenlos. Bei den Jets hängt viel von den Free Agents hab. Aber mit Rex Ryans Defenses muß man immer rechnen. Er hat in den letzten Playoffs die Offenses von Peyton Manning UND von Brady/Belly plattgemacht. Das kann man gar nicht überbewerten. Aber der Angriff ist zu schlecht. Wenn der bestenfalls mittelmäßige Mark Sanchez jetzt auch noch mindestens einen seiner beiden besten Receiver Santonio Holmes/Braylon Edwards verliert und wenn dann die O-Line auch nur ein Mü schlechter spielt als in den letzten beiden Jahren, dann werden die Jets um die Playoffs sehr zu kämpfen haben. Die Dolphins haben eine sehr gute D und wenn sie dazu auch noch eine einigermaßen patente Offense zusammenzimmern können unter ihrem neuen Offensive Coordinator Brian Daboll, dann können sie die Jets als Hauptkonkurrent der Pats ablösen.

#9 Und schließlich: Auf welches Patriots-Spiel in der Regular Season freust du dich zu diesem Zeitpunkt am allermeisten – mit Ausnahme des Season Openers?

J-E-T-S, Jets Jets Jets. Es gibt nichts schöneres als Spiele gegen den Erzfeind. Vor allem, wenn der Erzfeind so ein Großmaul als Coach hat und der QB so ein junger Schönling aus Kalifornien ist und diese Typen eine 14-2-Saison kaputt gemacht haben. Woche 5 in Foxboro und in Woche 10 in den Meadowlands als Sunday Night Game.

12 Kommentare zu “Lesestoff für’s Wochenende: Patriots-Talk mit Herrmann

  1. Sehr detaillierte Analyse, an der allenfalls eines auszusetzen ist: Wer sagt, dass First rounder automatisch die besseren Impactchancen haben als Sixt rounder? Grad die letzten Jahre haben eines gezeigt: Auch Late rounder schlagen oft schnell ein. Ich werde diese Sichtweise >er war höher gedraftet, also wird er auch schneller einschlagen< nie verstehen…

    Zur AFC East: Die Jets werden den Pats gehörig auf die Füße steigen und ihnen alles abverlangen, aber diesmal sind die Pats imo Topfavourit. Bester Coach, bester Qb und bis auf Pass rush keine Schwächen. Belichick vertraut darauf, wenn er eine Unit in der Defense bessermacht, wird automatisch die andere auch besser.

  2. Auch wenn ich die Patriots nicht so wirklich mag, kann man nur den Hut ziehen, was dort mit so vielen Personalwechseln (Coaches und Spieler) und Verletzungen aufgestellt worden ist. Bill Belichick ist bei aller Antipathie ein unglaublicher Coach und ich habe mir auch schon gedacht, dass es für die anderen Teams keine schöne Vorstellung ist, wenn er in der Offseason statt täglicher Arbeit Videostudium machen kann.

    Zur Analyse: Kaum vorzstellen, dass sie einen Rookie Runningback nur ins Practice Squad aufnehmen, das möchte ich erst sehen. Eher wird Green Ellis gehen. Vereen, BJGE, Ridley, Woodhead, das ist imo ein RB zuviel.

    Ich glaube auch, dass NE einen WR holen wird, aber eher nicht Rice. Haltet mich für verrückt, aber ich kann mir auch Moss noch einmal vorstellen. Weil, wie hier schon irgendwo mal angesprochen wurde: Belichick ist nicht zu durchschauen und in der Lage, unorthodox zu denken.

  3. @Addict
    Ich glaube, ich habe mich mißverständlich ausgedrückt. Ich meine nicht, daß Solder einschlägt, weil er ein 1st-rounder ist. Sagen wollte ich, daß es gut sein kann, daß Solder viele Lorbeeren abbekommt, wenn er denn spielen sollte. Weil O-Liner, die hoch gedraftet werden und in einem guten Team spielen, komischerweise fast immer gute Kritiken kriegen, deswegen auch der Verweis auf Maurkice Pouncey, das hatte korsakoff hier https://sidelinereporter.wordpress.com/2011/07/21/nfl-rookie-analyse-201011-maurkice-pouncey-center/ auch schonmal angesprochen. Später gedraftete O-Liner in schlechten Teams, werden kaum bemerkt, wie Tennessees David Stewart oder Green Bays Josh Sitton.

    @HeHateMe
    re RBs: Es ist tatsächlich schwer vorstellbar, daß ein Rookie-RB, der in der zweiten bzw. dritten Runden gedraftet wurde, nur in die Practice Squad kommt. Belly hat aber eine sehr seltsame Situation geschaffen: zwei RBs, die Erfahrung und Erfolg bei den Patriots haben (Boston Legal und Holzkopf); drei alte Veteranen, die trotz hohem Alter auch alle ihre Qualitäten haben (Faulk, Morris, Taylor) und dann auch noch zwei Rookies hoch gedraftet. Wenn die Pats dann auch noch drei QBs im Kader haben, bleibt eigentlich nur Platz für vier RBs. Es könnte vieles passieren: die drei Opas gehen; Hoyer wird getradet oder Mallett wird „redshirtet“ und es bleiben fünf RBs oder BJGE geht.

    Belichicks RBs müssen zwei Dinge können: fangen und blocken. Fangen können die beiden Rookies den Scouting Reports nach. Aber die größte Schwierigkeit beim Übergang College/NFL ist immer „Blitz pick up“, gerade in so einer paßlastigen Offense wie New Englands. AP oder Chris Johnson können das bis heute nicht. Weil jetzt auch alle pre-Pre-Season-Akitivitäten ausgefallen sind, glaube ich daß einer der beiden im Trainings Camp nicht ausreichend überzeugend sein wird. (Aber ich hab auch im Traum nicht damit gerechnet, daß zwei RBs gedrafted werden).

  4. Die Pats müssen wieder damit beginnen, ihre besten Leistungen im Jänner zu zeigen und nich davor, das ist das wichtigste. Den Kader sehe ich besser als einige hier.

    QB: Mallett kam nicht erwartet aber ein Backup QB entscheidet nicht über diese Saison (hoffentlich).

    RB: Waren schon vorher solide, mit Vereen & Ridley sind noch einmal zwei junge Kräfte gekommen und beide passen ins Konzept. Können mehr als nur geradeaus laufen und diese Vielseitigkeit ist Grundvoraussetzung für Belichick.

    WR/TE: passen, wenn das Deep Threat kommt in Ordnung, sonst auch okay. Titus Young wäre mein Favourit gewesen, einen zu holen, der nur das Feld hinuntersprintet, halte ich für nicht zielführend. Da können wir auch Tate dazu anstiften.

    OL: Bin zufrieden, weil mit Solder die Zukunft geholt wurde. Ich bin auch zuversichtlicher als noch vor ein paar Monaten, dass Mankins gehalten wird und wenn Light geht, ist es schade aber verschmerzbar.

    DL: Nicht zu vergessen, dass Marcus Stroudt von den Bills gekommen ist, der noch etwas im Tank haben müsste.

    OLB: Hier braucht es noch einen PR. Keine Ahnung was Roth so alles kann, aber wenn er 10 Sacks/Jahr macht, her damit. Alles, was Druck auf die QB ausüben kann, wird benötigt.

    ILB: passen.

    DB: Dowling als Draft Pick ist okay, gut dass Belichick sich nicht vom Hype um McCourty anstecken lassen hat, hier war absolute Notwendigkeit (sorry Herrmann). Das Tandem McCourty/Bodden und der NB Dowling liest sich besser als noch vor der Draft.

    Special Teams: passen, weil insbesondere Gostkowski wieder fit ist und Mesko seine Sache super gemacht hat.

  5. @Coates:
    Ich würde mir auch wünschen, daß Tate den Deep Threat spielt. Aber allzu viel Hoffnung hat er in der letzten Saison nicht gemacht. Vielleicht schlägt dafür Taylor Price ein, der letztes Jahr nur im letzten Spiel aktiv war, nachdem er in der dritten Runde gedraftet wurde.

    Stroud könnte noch eine wichtige Verstärkung werden, vor allem, wen man bedenkt, daß in der letzten Saison bis auf Wilfork alle D-Liner sehr verletzungsanfällig waren.

  6. Ich hätte ja auch nix gegen Rice (oder Holmes), aber die sind mit 120 Mio. Cap nicht zu finanzieren.

  7. @Coates

    Gestern gelesen: Vielleicht gibt es nicht mal eine Salary Cap unter dem neuen CBA. Laut Lance Zierlein („The Z Report“) Teil einer Masche der Big Cows, die kleinen Teams aus ihren Märkten zu vertreiben, um bis 2016 (dann werden die neuen TV-Verträge unterzeichnet) mit Mannschaften in Los Angeles richtig schwer einzucashen. Unter diesen Vorzeichen wäre der Move „Sidney Rice“ nicht ganz auszuschließen.

    Zweite Option*: Nur 2011/12 kein Salary Cap, was wohl ganz klar bedeuten würde, dass die Patriots nicht an Sidney Rice interessiert wären.

    Dritte Option*: Salary Cap ab sofort von 120 Millionen Dollar und ich gebe Recht, dass New England sich hart täte, Pass Rusher UND Rice einzukaufen. Aber bei Bill Belichick weiß man nie, wie man dran ist.

    *Wobei kein Wort darüber steht, ob es sich um eine „harte“ Salary Cap (wie bisher in der NFL) oder um eine „weiche“ Salary Cap (wie bisher z.B. in der NBA) handelt. „Weich“ = Die Teams können über die Gehaltsobergrenze hinausschießen, unter Strafzahlungen, die mancherorts gerne hingenommen werden.

  8. Deine Analyse ist der Hammer 😀

    Du weißt ja schon irgendwie ein bisschen viel 😉
    OchoCinco ist getraded worden, Light und Mankins bleiben und deine RB-analysen sind auch Top.
    Großes Kompliment…aber was hat sich deiner Meinung nach durch die ersten beiden Preseasongames bestätigt und was nicht?

    Ridley hat meiner Meinung nach stark gespielt und wird sich auch gegen Vereen durchsetzen. Ich hoffe ja immer noch, dass man endlich merkt, dass Green-Ellis mehr nach vorne fällt als läuft.

    Bei der O-Line ließ sich noch nichts festes abzeichnen.

    Dass man Mallett gedraftet hat, kann ich überhaupt nicht verstehen. Hoyer spielt schon seit 2 Jahren verdammt stark. Brady wird noch ein paar Jahre spielen, ob Mallett sich da mit seinem Rookievertrag halten lässt weiß ich nicht…wird davon abhängig sein, ob Hoyer vielleicht mal getraded wird…der Stärkste Backup in der NFL meiner Meinung nach.

    In der Defense wird noch eine Menge herumgespielt. McCourty und Meriweather sind im backfield gesetzt. D-Line dürfte richtig stark sein.
    Mal sehen, was neben Mayo aufgebaut wird.

  9. @Steffen
    Bestätigt hat sich, daß Mankins der beste Guard der Welt ist 😉

    RBs: Bei den RBs kann man es noch nicht genau sagen. Boston Legal und Holzkopf sind gesetzt; Ridley nach seinen Leistungen wohl auch. Morris und Vereen kämpfen um den letzten Platz; Vereen hat den Nachteil, daß er bis jetzt nicht gespielt hat und kaum trainieren konnte; Morris den Vorteil, daß er die FB-Position mit übernimmt.

    WR: Es wird ganz eng für Brandon Tate. Welker, Branch und Ochocinco sind gesetzt. Matt Slater als bester Special Teamer hat auch einen Rosterspot sicher. Edelman und Price haben im Gegensatz zu Tate schon öfter mal gezeigt, was sie können; zumal Tate mit der neuen Kickoff-Rule auch noch weniger zu bieten hat. Wenn Tate nicht noch richtig einen raushaut in den beiden Spielen oder die Patriots tatsächlich 7 WRs in den Kader nehmen, muß er wohl gehen.

    Rookies: Will Yeatman könnte die große Überraschung werden, der undrafted Lacrosse-Spieler von Maryland. Er ist zwei Meter groß, ziemlich athletisch und beweglich und hat in den ersten beiden Preseason-Spielen alles gemacht: Tight End, H-Back und auch im Slot. 5th-rd pick TE Lee Smith wird gehen müssen. OT Nate Solder hat in beiden Spielen den LT gegeben, weil Light noch nicht dabei war. Er hat recht gute reviews bekommen, aber mich hat er nicht überzeugt. Vor allem, weil er sehr schlank und un-kräftig für einen Tackle ist (er wiegt niemals 320lbs, 145 kg, als die er ausgewiesen ist.) Dafür ist er sehr beweglich und daher im Laufspiel über die außen sehr nützlich; die Patriots haben auch sehr viele Sweepes über seine Seite laufen lassen. Man sollte ihn man als TE oder in einer unbalanced Line als 6ten Linienspieler ausprobieren. Light bleibt der LT.

    Pass Rush: New England spielt jetzt tatsächlich sehr viel mit 4-Mann-Linien und so wie es aussieht, nicht in einem 2-gap/read-and-react scheme, sondern 1-gap/attack mit vielen Over-/Under-Shifts. Hört sich kompliziert an, ist aber ganz einfach: 2-gap: die drei Lineman in der 3-4 sind für beide Lücken neben ihrem gegenüberstehenden O-Liner verantwortlich. Wenn die drei NT/DE wie vorgesehen ihre Position behaupten, können die LBs reagieren und dichtmachen, wo´s brennt. In 1-gap-schemes ist jeder Linienspieler und Linebacker nur für eine Seite/Lücke (gap) verantwortlich und hält nicht seine Position, sondern attackiert „seine“ gap. Over-/Under-Shift heißt: es gibt einen NT gegenüber dem Center, die beiden Ends haben die Tackles gegenüber und der der vierte Mann, der DT, steht einem Guard gegenüber. Die Linie verschiebt sich also (shift). Over heißt verschieben zur Strongside (da wo er TE steht); Under heißt verschieben zur anderen Seite. (Besser und ausführlicher erklärt hier: http://subscribers.footballguys.com/2009/09bramel_idpguide.php)
    Als DE hat Andre Carter gegen Tampa überragend gespielt und macht in dieser Form locker 12 Sacks. Und die DT-Position ist für Haynesworth vorgesehen; in genau dieser Position ist er bei Tennessee 2007 und 08 einer der besten Verteidiger der Liga gewesen. Ein Guard alleine kann niemals Haynesworth aufhalten. Wenn alles so läuft wie geplant, können sich da alle Offenses ganz warm anziehen; als Patriots-Fan kann man sehr optimistisch sein.

    Safeties: Mariweather steht wie auch Butler unter besonderer Beobachtung. Letzterer hat beinahe durchgespielt, damit die Coaches genügend Tape von ihm haben (meiner Meinung nach genug, um ihn zu cutten); ersterer hat beide Safety-Positionen gespielt in allen Kombinationen (mit Pat Chung, Sergio Brown und Brett Lockett). Hoffentlich macht ihm der Umstand, daß er in einem Contract Year ist nochmal richtig Feuer unterm Hintern. WR Buddy Farnham hat einige Serien auch Safety gespielt und auch eine Interception gemacht. Vielleicht bleibt er im Kader als Multitalent WR/S; ganz sicher aber bekommt er einen Platz in der Practice Squad.

    Offense: die Offense war unter Brady immer sehr schnell an der Linie; so schnell, daß die Bucs-Verteidiger danach öffentlich gejammert haben, daß sie sich nicht mal richtig aufstellen konnten.

    Geheimtip 1: NT Kyle Love. Wenn er immer so spielt, wie er in dieser Preseason, wär er in den meisten 3-4-Teams der starting Nose Tackle. Er war letztes Jahr schon in der Rotation und hat jetzt gegen Jacksonville und Tampa ganz stark gespielt.

    Geheimtip 2: LB Dane Fletcher. Junger Mann im zweiten Jahr von einem ganz kleinen College, Montana State. Ist mir letztes Jahr schon einige Male aufgefallen und war auch gegen Jacksonville ganz stark. Letzte Woche hat er sich leider nach zwei Snap leicht verletzt und wurde dann nicht mehr eingesetzt.

  10. Sorry für die vielen Posts, aber ich habe gehört, dass New England eventuell Lofa Tatupu holen möchte. Das wäre imo ein win-win: NE spielt nun 4-3, hat nach den Problemen von Spikes wenig Tiefe im Kader und kriegt einen erfahrenen Leader für Minimalgehalt. Tatupu hätte endlich wieder einen Job, und das auch noch bei einem Titelfavoriten.

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