NFL Rookie-Analyse 2010/11: Dez Bryant, Wide Receiver

Heute dran: Ein Wide Receiver der Dallas Cowboys.

#24 Dez Bryant

Position: Wide Receiver
College:
Oklahoma State University
NFL-Team: Dallas Cowboys

Dez Bryant kann als sowas wie Jerry Jones’ Friedensschluss mit Michael Irvin angesehen werden. Irvin, der herausragende WR der 90er, der mit Dallas drei Superbowls holte, aber sich anschließend so fürchterlich daneben benahm, dass Jones 1998 sogar den schwierigen Charakter Randy Moss scheute.

Wir schreiben 2010 und wir haben mit WR Dez Bryant wieder so einen Rülpel mit allen Talenten dieser Welt, der rücklings durch die Draftboards fällt. An #24 war dann aber genug und Jones holte sich „seinen“ Randy Moss zurück.

Well, Bryant hatte seine lichten Momente. 45 Catches für 561yds, 6 TD und 2 Touchdowns nach Punt Returns, obwohl er nur dreiviertel der Saison wegen Verletzungen bestreiten konnte. Annehmbare Zahlen für einen Rookie. Und trotzdem… irgendwie enttäuschend.

Ich persönlich habe mich stets gefragt, welche Rolle Bryant im Cowboys-Team eigentlich einnahm? Nicht der #1 oder #2 Receiver, nicht der Haupt-PR. Bryant war wohl sowas wie der Joker in dieser Mannschaft, ein Sekundengenie, das nur andeutungsweise großes Potenzial aufblitzen ließ, während Miles Austin und Roy Williams die regulären Starter waren.

Interessant: Williams, der als deep threat gilt, wurde häufig über die Mitteldistanzen geschickt, die Orte, an denen eigentlich Bryant brillieren sollte. Bryant sollte in Zukunft mehr in diesen Zonen zum Einsatz kommen.

Treppenwitz: Als Bryant Leistung brachte, verloren die Cowboys haufenweise Spiele (mag auch am Coaching gelegen haben). Als sich Bryant verletzte, siegte sich Dallas munter einem ordentlichen Saisonschluss entgegen. Zufall?

Nun ist Bryant abseits des Feldes ein Knallkopf, der auch trotz mehrfacher Warnungen gerne mal öffentlich in Einkaufszentren schamlos schlägert und man darf gespannt sein, wie lange sich Jones dies anschaut.