Pitt Panthers vs. USF Bulls – die big eastliche Standortbestimmung

Do/Fr 29./30.9. 02h LIVE bei ESPN America
Fr 30.9.
16h30 als Tape bei ESPN America

Heute Nacht um 02h matchen sich die Pittsburgh Panthers und die #16 South Florida Bulls, ein wichtiges Spiel, in dem womöglich eine BCS-Bowleinladung zu gewinnen ist. Pitt und USF sind neben West Virginia die drei favorisierten Unis in der Big East Conference. Vermutlich bleibt nur der Sieger im Rennen um den Conference-Titel in einer Conference, die Pitt in naher Zukunft verlassen wird und damit ganz nebenbei auch den heutigen Gegner USF in arge Nöte bringt. USF ist noch keine Marke und könnte bei einem Kollaps der Big East Conference in die Bedeutungslosigkeit versinken. Umso wichtiger ist dieses Spiel.

Pitt und USF, das ist auch das Duell zweier Coaches, die sich einst mehrfach in der Conference-USA gematcht haben und seither in größere BCS-Conferences gegangen sind: Pittsburghs Todd Graham und der etwas renommiertere USF-Coach Skip Holtz, Sohnemann der Legende Lou.

Todd Graham hat bei Pitt eine in Spurenelementen schnellere Offense installiert, die aber nur selten über mehr als drei Plays in Schwung kommt. Probleme, die bei der schwachen Offensive Line beginnen, die gegen die Fighting Irish zuletzt arge Probleme hatte und mit USF keinen einfacheren Gegner sehen wird. Dazu kommt, dass QB Tino Sunseri kein guter Werfer ist und dazu noch außerordentlich unzuverlässig, aber die einzige Alternative im Kader sitzt derzeit eine teaminterne Sperre ab. Sunseri verfügt aber über eine Waffe: WR Devin Street, ein schneller, fangstarker Mann, der auch mit Doppeldeckungen zu leben weiß.

Trotzdem bleibt das Laufspiel notgedrungen die Basis dieses Angriffs. Namentlich: Der richtig gute, variabel einsetzbare RB Ray Graham, der auch gegen Iowa stark aufspielte.

Da kommt den Panthers gerade recht, dass die eigentlich ultraaggressive Defense der Bulls im Moment etwas mit sich selbst beschäftigt ist und sich aufgrund diverser Abstimmungsprobleme auf vereinzelte Big Plays ihrer Schlüsselspieler verlassen muss.

Ich habe USFs Offense nur in Ausschnitten gegen Notre Dame gesehen. Die Offense scheint im Vergleich zum vergangenen Herbst etwas besser in Schwung gekommen zu sein, mit dem etwas unkonventionell wirkenden QB B.J. Daniels, der deutlich souveräner als früher wirkt, bisher erstaunlich fehlerfrei geworfen hat (erst eine INT) und auch flott bei Fuß ist. Es macht Spaß, Daniels zuzuschauen, wenn die Offense mal für einen oder zwei Drives Rhythmus bekommt. Dazu hat sich RB Darrell Scott mittlerweile zum Arbeitstier im Angriff entwickelt.

Pitts größte Abwehrschwäche ist die Deckung der Spielfeldmitte. Bei USF ist mir allerdings kein besonders ausgeprägter Wille, über die Mitte zu werfen, in Erinnerung, und richtig gute Tight Ends oder auch nur einen Top-Slot Receiver für die Slant-Routen gibt es im Kader nicht, nur die Waffe außen, WR Sterling Griffin.

So bleibt dies ein Spiel, das letzten Endes locker durch ein, zwei Big Plays entschieden werden kann, Turnovers, Special Teams oder auch nur ein langer Lauf oder Pass. Für mich ist es ein offenes Spiel. Ich halte South Florida für die bessere Mannschaft, aber Pitt hat den Heimvorteil und bei Nacht vermutlich auch ordentliche Unterstützung auf den Rängen im Heinz Field.