Mike Heimerdinger ist tot

Heimerdinger war im letzten Jahrzehnt hauptsächlich als Offensive Coordinator der Tennessee Titans in zwei unterbrochenen „Amtszeiten“ tätig.

Heimerdinger hat sich bei mir als nicht leicht einzuordnender Offensivcoach eingebrannt. Im Grunde seines Herzens eher konservativ, aber auch bereit, unkonventionelle Wege zu gehen, wenn in die Ecke getrieben. 2008/09 spielten die Titans zum Beispiel eine sehr lauflastige Offense um die jungen RB LenDale White und Chris Johnson und es sah wirklich so aus, als würden sie allein von diesem Duo plus starke Offensive Line leben. Dann wurde zur Saisonmitte den Chicago Bears der Zahn gezogen, als Tennessee die Bears mit 41 Kurzpässen nach Strich und Faden verarschten.

Das Meisterstück dann ein Jahr später: 2009/10 spielten die Titans über weite Strecken eine triple option-artige Offense, deren zusätzliche Dimension zu einer starken Line und zum unglaublichen Chris „CJ2K“ Johnson noch QB Vince Young war. Ergebnis: Eine fehlerarmer, spektakulärer Angriff, in dem Johnson über 2000yds und 5,6yds/Carry machte.

Seit vergangenem November war Heimerdinger krankheitsbedingt nicht mehr im Titans-Trainerstab tätig gewesen. Gestern starb Heimerdinger nach langer Krebskrankheit.

Mach’s gut.

College Football 2011/12, Woche 5 TV-Guideline: Ohne Gewähr

College Football ist von den MLB-Playoffs deutlich stärker geschädigt als dieses NFL-Wochenende und könnte dieses Wochenende bei ESPN America gänzlich in Sachen LIVE-Übertragungen ignoriert werden. Die einzigen TV-Livebilder (*) aus der Football Bowl Subdivision gibt es am Sonntag um 19h30, wenn Eurosport 2 bei Michigan – Minnesota einsteigt.

(*) Stand Fr/1h30. Dieser Tage bastelt ESPN America täglich bzw. stündlich am Sendeplan, weswegen ich nicht ausschießen möchte, dass heute um 18h eine Partie  (oder auch nur deren Einstieg) gezeigt wird. Für 18h sind MLB-Playofs eingetragen, die jedoch erst um 14h EST/20h MESZ beginnen – könnte sich also noch was tun.


Aufstellung für Woche 5

Der Sendeplan sieht Stand Freitag, 30.9./18h30 wie folgt aus:

ESPNPlayer

(kostenpflichtig/Sendeplan via Allesaussersport)

18h00 Temple – Toledo, Arkansas – Texas A&M, Indiana – Penn State (hey, diesmal spielen die Lions wirklich gegen Indiana!), Lousiana State – Kentucky, Syracuse – Rutgers, Georgia – Mississippi State, Illinois – Northwestern

19h00 Miami/Ohio -Cincinnati

21h00 Wofford – Appalachian State (zweimal FCS)

21h30 Maryland – Towson, Virginia – Idaho, NC State – Georgia Tech, Connecticut – Western Michigan, Kansas State – Baylor, Miami/FL – Bethune/Cookman, Louisville – Marshall, Central Michigan – Northern Illinois, Ohio State – Michigan State

22h00 Southeast Louisiana – Lamar (zweimal FCS), Western Kentucky -ArkansasState (zweimal FBS mit FCS-Niveau)

00h00 Virginia Tech – Clemson

01h00 Florida International – Duke, Middle Tennessee State – Memphis, Louisiana Tech – Hawaii, ULL – Florida Atlantic

02h00 Purdue – Notre Dame,Wisconsin -Nebraska

03h15 FresnoState – Ole Miss

ESPN America

Sa/1.10. College GameDay (15h LIVE aus Madison/Wisconsin)

So/2.10. Wisconsin – Nebraska (Tape 9h30), Florida – Alabama (Tape 12h)

Mi/5.10. Brigham Young – Utah State (Tape 13h)

Do/6.10. Navy – Air Force (Tape 11h), South Carolina – Auburn (Tape 13h30), Purdue – Notre Dame (Tape 16h)

Fr/7.10.Arkansas -Texas A&M (Tape 11h),OhioState -MichiganState (Tape 13h30)

Eurosport 2

Sa/1.10. Michigan – Minnesota (LIVE-Einstieg um 19h30)

So/2.10. Michigan – Minnesota (Tape 19h30)

Do/6.10. Michigan -Minnesota (Tape 11h30)


 Kommentatoren-Teams gibt es bei Awful Announcing


Sonntagvormittag bei ESPN America

#12 Florida Gators – #3 Alabama Crimson Tide aus dem Ben Hill Griffin Stadium mit einer klitzekleinen Portion Upset-Potenzial, weil Floridas neuer OffCoord Charlie Weis das Laufspiel um RB Chris Rainey und RB Jeff Demps revitalisiert hat. Allerdings wird Laufen allein gegen Nick Sabans Defense nicht reichen, was im Umkehrschluss heißt: Wir werden sehen, wie weit die Entwicklung von QB John „Statue“ Brantley fortgeschritten ist (letztes Jahr war’s ein furchtbares Mismatch).

Auf der anderen Seite mal wieder Trent-Richardson-Watch: Eine Woche nach der dominanten Vorstellung gegen Arkansas erwartet jeder, dass Richardson sich mit einer weiteren Topleistung ins Gespräch um die Heisman Trophy bringen wird.

Der zweite Kracher des Wochenende findet in Madison/Wisconsin statt, wo die beiden favorisierten Teams der einzelnen Divisisons der Big Ten Conference aufeinander treffen: #7 Wisconsin Badgers (Leaders Division) – #8 Nebraska Cornhuskers (Legends Division).

Für Nebraska ist es das erste Conference-Spiel in der Big Ten und die Spielansetzung will, dass es gleich mit dem größtmöglichen Brocken losgeht: Wisconsin (4-0), bei denen noch kein Mensch zu sagen vermag, wie gut die Mannschaft denn nun ist, nachdem es durchwegs Siege gegen offensivschwache Mannschaften waren. Auf alle Fälle deutete sich an, dass die Badgers nicht allzu aggressiv in der Defense zu Werke gehen und sich beim Versuch zu tackeln schon mal einen Running Back durch die Hände flutschen lassen. Dabei befindet man sich auf Augenhöhe mit den Huskers, deren Bollwerk gegen das Laufspiel viel fragiler ist als angenommen.

Nun kommt der bislang potenteste Gegner mit exzellentem Ground Game des Weges, wo sich mit QB Russell Wilson ein laufstarker, leiser Heisman-Favorit zum Power-Duo RB James White/Montee Ball gesellt. Würde ich wetten, würde ich meine Jetons eindeutig auf Wisconsin setzen – ein ausgeglichenes Spiel sieht dagegen Paul Myerberg/Pre Snap Read in seiner ausführlichen Vorschau kommen.

N’paar weitere Spiele im Anriss

Auch Ohio State vs. Michigan State ist von Bedeutung für die Big Ten Conference. Beide Unis durchlebten die erwarteten Anlaufschwierigkeiten. Die Buckeyes sind nach diversen Pleiten zum ersten Mal seit der Entdeckung des amerikanischen Kontinents nicht in den Top-25 gerankt und auch die Spartans sind schneller aus den Rankings gefallen als sie „Top-25“ hätten aussprechen können. Es ist auch die Auseinandersetzung zweier Angriffsformationen, die noch unentschlossen sind, welches Bild sie denn nun auf den Betrachter abgeben wollen, und insbesondere die Halbwertszeit von Ohio States Interimscoach Luke Fickell dürfte bald ablaufen.

Gewisser Reiz geht auch vom Militärduell NavyAir Force aus, bei dem wir vermutlich zirka zweitausend Rushing Yards erleben werden. Bei #19 Michigan – Minnesota geht es für die Wolverines darum, auf die jüngst okaye Defensivleistung aufzubauen und in der Offense QB Denard Robinson mal ernsthaft werfen zu lassen. Robinson bringt bisher keine 50% der Pässe an den Mann, scrambelt aber in jedem Spiel in der 200yds-Region und wird dadurch auch als Außenseiter im Heisman-Rennen betrachtet (ich meine: long shot).

Das wöchentliche Notre Dame-Spiel ist diesmal ein Pflichtsieg in Purdue, wo QB Tommy Rees nach zuletzt üblen Vorstellungen Selbstvertrauen für das Navy-Spiel tanken muss. „Notre Dame West“ B.Y.U. hat bereits heute Nacht gespielt – die Partie gegen Utah State wird bei ESPN America am Mittwoch aufgezeichnet.

Bei #18 Arkansas Razorbacks#14 Texas A&M Aggies können letztere gegen den alten Rivalen Arkansas schonmal etwas SEC-Feeling einholen. Beide lecken noch ihre Wunden von bitteren Niederlagen am vergangenen Samstag.

„Richtige“ SEC-Stimmung dagegen bei #10 South Carolina – Auburn, der Neuauflage des SEC-Finals 2010, als die Gamecocks von Cam Newtons Tigers bitterböse verbrannt wurden. Diesmal ist es ein Aufeinandertreffen zweier nicht überzeugender Mannschaften. Während Auburn große Abwehrprobleme (v.a. Tackling, Pass Rush) hat, wird in South Carolina ein eklatantes QB-Problem verortet. Weil die Gamecocks aber just gegen eine schwache Laufabwehr den überragenden RB Marcus Lattimore aufwarten können, dürfte das Pendel diesmal gen Gamecocks ausschlagen. Sprich: Endspielrevanche.

Abseits der TV-Bilder

#4 Boise State – Nevada (Sa/20h30, nicht auf legalem Weg zu empfangen): Ein Spiel um 11h30 Ortszeit, und es wird erwartet, dass die Broncos bittere Rache an der verheerenden Niederlage im letzten November nehmen werden, als die Broncos in Reno von Nevadas Kaepernick/Taua überlaufen wurden, eine klare Führung verspielten, K Kyle Brotzman in der Crunch Time Kick um Kick daneben setzte, und Boise State 31-34/OT sowie die sicher geglaubte Teilnahme an der Rose Bowl verlor. Für ein Jahr ist es diesmal ein out of conference game, ehe die beiden nächsten Herbst in der MWC wiedervereint sein werden.

Kansas State – #15 Baylor (Sa/21h30, nur ESPNPlayer): Die Statistik des Tages liefert Baylors QB Robert Griffin III, der in den ersten Wochen mehr Touchdowns (13) als Incompletions (sic!) warf: 70/82 vollständige Pässe.

#13 Virginia Tech – #11 Clemson (Sa/So 00h, nur ESPNPlayer): Clemson dürfte nach zwei prestigeträchtigen Siegen über Auburn und Florida State erst heute aus dem Partyrausch wieder aufgewacht sein. Die Offense spielt phasenweise inspirierend, der Freshman-WR Sammy Watkins ist eine Granate bei tiefen Bällen. Allein: Zu oft hat Clemson solche Situationen bereits erlebt, zu oft folgte auf den Rausch eine bittere Pleite. Diesmal ist eine Niederlage im Hokie-Land zu befürchten, da Frank Beamers Teams für durchaus knackige Defense stets zu haben sind. In der Offense kommt der hochgejazzte QB Logan Thomas allerdings bisher nicht so wirklich auf Toren.

New Mexico – New Mexico State (Sa/So 02h, nicht legal zu sehen): Für New Mexico ist es das erste Spiel nach der “Ära” Mike Locksley, der vor wenigen Tagen gefeuert wurde. Locksleys Bilanz in zweieinviertel Jahren: 2-26. Das war nicht der Punkt. Locksleys Amtszeit ist von anderen Dingen geprägt, unter anderem Vorwürfe sexueller Belästigung minderjähriger Mädchen, Prügelattacken gegen Assistenztrainer, Einschüchterungsversuche gegen Lokalreporter und Sauf-Fahrten seiner Spieler in Locksleys Privatautos. Pädagogik scheint in Locksleys Studienplan nicht integriert gewesen zu sein.

Der Mann ist Schwarzer. Vermutlich haben die Lobos aus Angst vor Rassismusvorwürfen so lange mit dem Rausschmiss des Skandalcoaches gewartet.