NFL 2011/12, Week 5: New England Patriots – New York Jets

[18h37] Endstand New England Patriots 30, New York Jets 21.

Verdienter, unspektakulärer, aber recht eindrucksvoller Sieg für die New England Patriots, die das Spiel mit einer methodischen Offense gewannen, und mit Laufspiel. Gegen die Jets! RB Green-Ellis ist kein Sprinter vor dem Herrn, aber Green-Ellis machte gestern Nacht mehr Yards nach dem ersten Kontakt, als es ihm nachgesagt wird. Guter, solider Mann – und wenn ich das richtig mitbekommen habe sogar einer, der noch nie in seiner NFL-Karriere gefumbelt hat. Wie geil ist das denn?

Die Jets dagegen haben mich über weite Strecken enttäuscht. Die Offense war leblos und bei 3rd downs unterirdisch. Hat Sanchez überhaupt einen Ball beim dritten Versuch an den Mann gebracht? Wo war TE Dustin Keller? Das Laufspiel war auch nicht beeindruckend, außer Shonn Greene wurde über die Mitte geschickt. Aber das war eine schlechte Offensivvorstellung. Nur zwei längere Drives, einen dritten TD gemacht, als sie einen Kick Return an die gegnerischen 20yds Line bekamen.

Enttäuschend fand ich auch die Defense. Dass die Safetys höheren Ansprüchen nicht genügen, war klar. Dass aber New England mit seinem kaum mehr als durchschnittlichen Laufspiel im vierten Viertel stundenlang über die Jets drüberlaufen konnte, hätte ich nicht für möglich gehalten. Ohne die INT kurz vor der Pause wäre das Spiel im dritten Viertel in trockenen Tüchern gewesen.

Fazit: New England schaut mit dieser balancierten Offense nicht so begeisternd aus wie mit 450yds Passspiel/Partie, ist aber womöglich effizienter und kann länger dem Gegner sein Spiel aufzwingen.

Den Jets dagegen drohen die Fälle davonzuschwimmen. Alle drei Auswärtsspiele zuletzt sind Spiele, die man verlieren kann. Was aber nachdenklich stimmen sollte: Die Defense kriegt kaum Zugriff auf Tight Ends und Laufspiel, während die Offense ein viel, sehr viel dominanteres Laufspiel braucht.

[01h16] New England 30, New York Jets 21, 62sek to go. Da haben wir den Salat: Die Patriots schießen nach 6:21min Drive eben jenes Field Goal. Ein Drive, der haargenau das erreichte, was er wollte. Und Football in Reinkultur mit all den verwerteten 3rd downs. Das war’s. Die Schlussbemerkung gibt es morgen am Abend.

[01h13] Diesmal verwertet TE Gronkowski das 3rd down. Die Patriots können die Uhr runterticken lassen und ein Field Goal im schlimmsten Fall schießen. Die Jets schauen in der Defense aus wie ein geschlagenes Team.

[01h08] Geiler (vor)entscheidender Spielzug mit Trickspiel-Charakter der Patriots bei 3rd down, als 3:44 direkt für RB Green-Ellis gesnappt wird. Green-Ellis kriegt nun nicht mehr bloß bei Sideline Reporter Buzz, sondern wird auch bei CBS hochgejazzt.

[01h00] New England 27, New York Jets 21/TD Holmes. New England mit einem verzögerten Blitz, der nicht rechtzeitig einschlägt, WR Holmes rennt CB Arrington davon und macht den wichtigen TD. Unangenehm ist die Conversion: Mit P.A.T. reicht ein TD zum Sieg, aber was, wenn New England nun wenigstens ein Field Goal schießt? Auf der Konsole habe ich immer 2pts-Conversion in diesem Moment ausgespielt.

[00h45] New England 27, New York Jets 14. Kein TD. Field Goal, weil ein grenzwertiger Kontakt gegen WR Welker in der EndZone nicht als „Holding“ bewertet wird.

[00h41] Nach einem erneuten Punt inklusive starkem Welker-Return beginnen die Patriots in RedZone-Nähe ihren Drive. Laut Fifth Down beträgt die Sieg-Wahrscheinlichkeit für New England zu diesem Zeitpunkt 95% (wie viele Prozent zieht der Faktor „Sanchez“ die Jets zusätzlich runter?). Scoren die Patriots jetzt einen TD, wage ich die Prognose, dass es das war.

[00h30] New England 24, New York Jets 14/TD Green-Ellis. Mit erhöhter Oktanzahl marschiert New England, bevorzugt über die beiden Sensations-TE Gronkowski/Hernandez (Hernandez wird kaum noch eingesetzt, weil nicht fit), und immer wieder Green-Ellis, der heute ein erstaunlich gutes Spiel machte. Ist der tänzelnde Green-Ellis nicht das, was man hoffte zu kriegen, indem man zwei Running Backs in der zweiten Runde draftete?

[00h20] Das Kernproblem der Jets: Sie brauchen händeringend 5-6yds im 1st down-Lauf, ohne die die Angriffsserie verreckt, weil sie unweigerlich zu einem 3rd and long führt, wo man Sanchez notfalls blitzunterstützt unter Strom setzen kann.

Das ist kein hochklassiges Spiel, aber ein enorm intensives und daher auch nicht geeignet, jetzt abzuschalten.

[00h15] Die Patriots versuchen verzweifelt, ihre verwaiste Offense in Gang zu kriegen und wenden dafür in Spurenelementen wieder „No-Huddle“ an, variieren zwischen Shotgun und traditioneller Aufstellung mit Händen am verlängerten Rücken des Centers, allein: Es will so recht nicht gelingen, solange die Jets mit sechs Mann kommen und Brady nicht Zeit genug hat, auf den offenen Mann zu warten.

[00h01] New England 17, New York Jets 14/TD Kerley. Langer Kickreturn an die gegnerische 20yds-Linie, via RB Greene wird der Wurf vorbereitet, #94 Warren verbrennt RB Tomlinson böse, aber die Zeit reicht für Sanchez, den offenen Rookie-WR Jeremy Kerley zu finden, der schlecht abgedeckt wird. Beide TD zuletzt durch lange Plays vorbereitet: Eben McKnights Return, vorhin ein tiefer Ball auf den durchgebrochenen Welker.

[23h53] New England 17, New York Jets 7/TD Branch. New England von der Schippe gesprungen: An der 2yds Line fumbelt WR Branch den Ball, während die Kommentatoren über Ball-Kontrolle fabulieren, wird der Fakt „down by contact“ völlig ignoriert. Die Patriots kommen im nächsten Play auf das Spielfeld, Brady kriegt ungefähr eine halbe Stunde Zeit, kann sich die Spielzug entwicklung ausgucken und findet Branch, der den geistig abwesenden CB Cromartie verarscht. Vom zweiten Turnover in der RedZone zum Touchdown.

[23h37] Halbzeitstand New England 10, New York Jets 7.

Ich habe die letzten vier Minuten nicht gesehen, bis dahin hatten die Jets begonnen, mit verstärktem Einsatz von RB Shonn Greene und humorlosem Laufspiel über die Spielfeldmitte die Kontrolle des Spiels zu gewinnen. Langer, sieben Minuten langer Drive, 13 Plays, immer eingestreut die quicken Pässe auf die WRs #10 Holmes und #17 Burress.

Die Patriots kriegen in der Defensive Line mit drei oder vier Mann nicht schnell genug Druck auf Sanchez zustande, können aber auch keine „Coverage Sacks“ machen, weil das Defensive Backfield die Jets nicht schnell genug gedeckt bekommt.

Auf alle Fälle erfreulich: Die Jets haben Zugriff auf das Spiel bekommen, die Patriots könnten darunter leiden, dass sie eineinhalb Viertel Dominanz nicht in mehr als zehn Punkte umgemünzt haben.

[23h00] Sehr interessanter Ansatz bei Fifth Down: Anhand des Konzepts der „Win Probability“ von Brian Burke/Advanced NFL Stats wird bei Fifth Down alle 1-2 (?) Plays das Diagramm ge-updatet, mit den Sieg-Wahrscheinlichkeiten. Aktuell gewinnen die Patriots zu 81% das Spiel.

Speaking of New Yorker Medien: Nantz/Simms haben eben die angebliche Meuterei im Jets-Kader diskutiert. Mehrere Top-WR sollen OffCoord Brian Schottenheimer zur Rede gestellt und das PlayCalling ins Kreuzfeuer genommen haben.

[22h49] Wurde RT Nate Solder da nach seinem False Start für einen Spielzug „straf-ausgewechselt“?

[22h41] Bei den Jets klappt noch nicht allzu viel. Sanchez feuert lieber deplatzierte Bälle in die Secondary als einen Hit einzustecken. Die Protection für Sanchez schaut suboptimal aus, die Patriots kriegen mit recht hausbackenen Methoden Druck auf Sanchez zustande. Klar, und Drops wie #38 Conner helfen auch nicht.

[22h35] New England 7, New York Jets 0/TD Green-Ellis. Meine Fresse, sollte ich Green-Ellis mal als „reinrassigen opportunistischen Running Back“ bezeichnet haben? Die Patriots spielen einen wunderbaren Ball auf WR Welker, der haargenau im Zonenwechsel zwischen S Strickland und CB Cromartie das Ei bekommt. Danach folgt eine Orgie an Handoffs auf Green-Ellis, der sehr viel mehr als die billigen Blocks mitnimmt und beim TD #91 Pouha mehrere Yards in die EndZone schleift.

[22h29] Da ist der Simms aufgeregt. Paar wichtige Spieler-Notizen: C Mangold spielt für die Jets, TE Hernandez für die Patriots. Memo to me: Diese Throwbacks der Patriots gehören verbannt. Und: Die Jets eröffnen ihre Offense mit einem Play-Action-Pass. BEVOR sie sowas wie Laufspiel überhaupt implementiert hätten.

[21h58] Ich mache derweil mal den Thread für den Schlager des Spieltags auf: Patriots vs Jets, ein Spiel, für das Herrmann eine detaillierte Analyse verfasst hat, die ich als Aufwärmprogramm ans Herz legen würde. Ob ich das komplette Spiel live bloggen werden, werden wir sehen. Ich bin nur noch auf den Felgen unterwegs.

NFL 2011/12, Week 5: Carolina Panthers – New Orleans Saints

[22h26] Endstand Carolina Panthers 27, New Orleans Saints 30

Nächste knappe Niederlage für die Carolina Panthers, die erneut eine imposante Visitenkarte in ihrer Offense abgegeben haben. QB Cam Newton  beeindruckte heute weniger durch fassungslose 70yds-Touchdowns, aber es sieht aus, als hätte man in Carolina blindes Vertrauen in Newton – das PlayCalling fand ich erfrischend & mutig. Endlich mal wieder eine Mannschaft, die vom Schema F gewollt abweicht!

Verloren hat man das Spiel in der Defense und mit kleinen Unzulänglichkeiten in Sachen Zeit-Management. Carolina hat nicht genügend Pass Rush, um einen Quarterback konstant mit vier, fünf Mann unter Druck zu setzen und ist zu bröckelig, wenn über die Mitte gelaufen wird.

Früher oder später wird Carolina aber solche engen Spiele gewinnen. Dass sie trotz 13-23 niemals am Boden wirkten und im Gegenteil sogar zwei TD draufgeschenkt haben: Respekt. Wir haben eine Mannschaft zum Beobachten für die Zukunft.

[22h16] Die Hail Mary unter Druck vom falschen Fuß weg geworfen ist zu kurz, fällt zu Boden. Saints gewinnen.

[22h10] Ich widerspreche Lynch: Wenn ich zwei Timeouts habe, dann verschenke ich doch nicht 30sek vor Spielende einen wertvollen Spielzug für einen Spike?

[22h07] Um ein bisschen Thrill reinzubringen: Vick hat nun gleich viele INTs gegen die Bills geworfen wie Brady. Und die Eagles stürzen weiter ab. Das werden ungemütliche Wochen in Philadelphia.

[22h02] Carolina 27, New Orleans 30/TD Thomas. Pass-Stakkato und die Panthers hatten nicht annähernd genügend Deckungsspieler für die vielen Receivers auf dem Feld. 50 Sekunden noch, Carolina hat drei Timeouts, um wenigstens die Overtime zu erzwingen.

Und nur mal so by the way: Wie weh tun jetzt der verschenkte P.A.T. und das sinnlose Timeout beim Fieldgoal-Versuch der Saints zur Halbzeit?

[21h55] Zwei Minuten vor Schluss nähern sich die Saints der RedZone (Stand: 27-23 CAR), u.a. dank eines fantastischen Catches von WR Colston an der Seitenlinie, der IMHO zu wenig gewürdigt wurde. Für die Saints tickt die Uhr aber vermutlich soweit runter, dass der Touchdown nun zum Imperativ wird und die Not-Option „Field Goal“ wohl entfällt.

[21h37] Ich mag ja eigentlich John Lynch sehr, aber der Mann muss nun aufpassen, nicht zu viele Plattitüden rauszuhauen.

[21h32] Carolina 27, New Orleans 23/TD Olsen 12:32 vor Schluss.  In der RedZone wurde es haarig, aber erneut hält ein late hit (diesmal korrekt gepfiffen) die Panthers im Spiel.

Mich erstaunt diese Variabilität und diese arrogante Selbstverständlichkeit, mit der Carolinas Angriff spielt. Da wird eiskalt bei 1st down der tiefe Ball gesucht, da werden diverse Option-Spielzüge und Wildcat-Formationen mit RB Williams angesagt, mal läuft RB Stewart über die Mitte, das nächste Mal scrambelt Newton in einem designten Spielzug durch die Defense. Ein Angriff, der noch etwas roh und grob gestrickt ist, aber wenn Chudzinski hier das Feintuning hinkriegt…

[21h23] Ende drittes Viertel. Mit einem minutenlangen Scramble Cam Newtons in die RedZone endet das dritte Viertel. Spannendes,  gutklassiges Spiel trotz etlicher verschenkter Chancen auf beiden Seiten (immer noch großartige 3rd down-Zahlen auf beiden Seiten: NO 9/13, CAR 6/8)

[21h19] Auch die Defense macht mit: INT für “ #23 Martin. Zugegeben weniger eine großartige INT, da TE Graham den eigenartig überworfenen Ball (Brees hatte nur wenig Druck, Graham war weit offen) Martin wunderbar in den Schoß abfälscht. Carolina kommt raus und wirft sofort 20yds tief das Feld runter. Mutig, dieser OffCoord Rob Chudzkinski.

[21h12] Carolina 20, New Orleans 23. Die Panthers bleiben dran, nutzen die geschenkte Strafe eiskalt aus und spielen gar nicht so unkreative Pass-Offense: Mal langer Pass links das Feld runter, mal kurz über halblinks, mal eine simple Route nach rechts auf WR LaFell. Am Ende vollendet Carolina mit dem wahnsinnig kreativen PlayCall „Newton Draw“, wo der QB mitten in den Prügelhagel geschickt wird und einmal in vier Versuchen schon durchkommen wird. Diesmal im zweiten Versuch. Respekt vor den Panthern, auch des sehr ansehnlichen Laufspiels und der Eiseskälte bei 3rd downs wegen.

[21h02] Ich würde gerne die „Roughing the passer“-Strafe nochmal sehen. Das sah für nach einer argen Fehlentscheidung aus, was sollen die beiden Liner #90 und #99 da anderes machen? Mit 70km/h plötzlich zu Statuen erstarren?

[20h53] Ist das der Darius Butler im Defensive Backfield der Panthers?

[20h46] Furchtbar dilettantisches Publikum in Charlotte. Zu Spielbeginn waren die Reihen gelichtet, zu Beginn der zweiten Halbzeit schauen die Ränge noch leerer aus, im Eck hinter der Endzone sitzen vielleicht fünf Leute.

[20h32] Halbzeitstand Carolina 13, New Orleans 20. Suboptimales Zeitmanagement der Saints, die mit 18sek auf der Uhr lieber Sproles im Spielfeld lassen und dafür den Snap kaum noch vor der Halbzeit gebacken kriegen. Geradezu idiotisch allerdings, dass 2sek vor Halbzeit im Lager der Panthers jemand ein Timeout genommen hat. Resultat: Neue Chance, diesmal verwandelt Kasay, der natürlich kein Panther mehr ist, sondern ein Saint.

[20h19] Carolina 13, New Orleans 17/TD Williams. Das Spiel bleibt spektakulär. Carolina baut einen raffinierten Option-Laufspielzug auf, Newton mit dem Pitch zum exakt richtigen Moment, RB DeAngelo Williams schaltet den Turbo ein, kriegt einen Super-Block von Naanee und  läuft unter Begleitschutz des gutmütigen Safetys 69yds durch.

[20h14] Das hatte ich übersehen: Mit Mark Ingram und Cam Newton spielen hier die letzten beiden Heisman-Trophy-Sieger gegeneinander, zufällig auch noch zwei Spieler, die auch schon am College auf stark rivalisierenden Unis gespielt hatte. Ingram führt sich nach seinem Touchdown-Lauf wie ein kleines Kind auf, kassiert für seine „Ätschi-Dätschi“-Einlage völlig zurecht einen Strafe wegen Gegner-Verhöhnung.

[20h11] Carolina 6, New Orleans 17/TD Ingram. Auch die Saints müssen mittlerweile für ihre Yards hart arbeiten, verbrennen mehrere Timeouts, können sich in den entscheidenden Momenten aber auf Brees, WR Colston und TE „ichbinderneueShockey“ Graham verlassen. RB Ingram vollendet per Flugeinlage.

[19h55] Unglaublicher Zwischenstand nach einem Viertel in Minnesota: Vikings 28, Cardinals 0 (null). Die Vikes mit kaum 100yds Offense, aber Punt Returns und Turnovers en masse. Damit kriegen die Vikings eine weitere Chance, Rekordvorsprünge zu versäbeln.

[19h48] Ende erstes Viertel. Wenn beide Quarterbacks beginnen, auch die offenen Receivers downfield zu treffen, dann erleben wir hier ein Spiel mit 800yds Pass-Spiel. Newton und Brees haben locker 60-80yds auf dem Feld liegen lassen.

Carolina hat aber trotz des Energieanfalls DT Terrelle McClain ein Problem, und das nennt sich „Running Backs über die Mitte“: Sproles/Ingram machen damit enorm viele Yards.

[19h41] Carolina 6, New Orleans 10/TD Smith. Fassungsloser Catch vom 1,20m großen WR Steve Smith, der einen Ball aus ca. dreieinhalb Metern herunterpflückt, über CB #33 Greer drüber zum Touchdown durchläuft.

Beim P.A.T. blockt Patrick Robinson den Kick John Kasays, der erst vor wenigen Tagen wieder zu den Panthers zurückgekehrt ist. Kasay, der Ur-Panther, der schon zur Gründung der Panthers nach Carolina gekommen ist.

[19h15] Auch im zweiten Drive sind Newtons Würfe noch etwas unpräzise, einmal überworfen, einmal unterworfen. Es deutete sich auch bereits Blitzfreudigkeit der Saints-Defense an, die mit fünf, sechs Mann kommen.

[19h05] Carolina 0, New Orleans 7/TD Collins. Vor halbleerem Stadion in Carolina: Erster Pass, erste INT für Cam Newton. Richtig miserabler Wurf genau in die Arme CB Patrick Robinsons, der seine erste INT im zweiten Jahr abfängt. Die Saints haben nur 4yds zurückzulegen, was gegen die noch nicht vorbereitete Defense das einfachste der Welt ist. Aber was eine INT für Newton: Carolina dachte wohl, Newton einen gemütlichen Wurf zum Einstieg zu geben.

[18h51] N’Abend. In ein paar Minuten Cam Watching. An der Stelle sei auf die Vorschau auf diesen Spieltag verwiesen.

Vorschau New England Patriots vs. New York Jets/#1, 2011/12

In seiner in weiten Teilen erstaunlich präzisen Kadervorschau der New England Patriots im Juli hat Herrmann/Vier Viertel plus Nachspielzeit das Divisionsduell New England Patriots gegen New York Jets zu seinem persönlichen „Spiel der Saison“ gekürt. Heute Abend, 22h15 steigt die erste von zwei (oder doch drei?) Auflagen in dieser Saison 2011/12 zwischen den beiden stark rivalisierenden Franchises. Und Herrmann hat im Vorfeld dankenswerterweise wieder einen Blick auf den Zustand beider Franchises geworfen.


Herrmann, Patriots vs. Jets gehört zu den aktuell intensivsten Rivalitäten in der NFL, auf und neben dem Feld, und es ist stets eine gesalzene Prise Emotionalität mit im Spiel. Diesmal scheinen beide Mannschaften aber recht stark mit sich selbst beschäftigt zu sein, insbesondere die Jets scheinen sich in der Rolle der Gejagten nicht wirklich wohlzufühlen. Wer wird die Situation mental besser handeln?

Ganz klar die Patriots. Vor allem, weil New Yorks Offensive Coordinator Schottenheimer völlig den Verstand verloren zu haben scheint. Ich kann mir nicht erklären, warum Mark Sanchez, der ja für alle augenscheinlich kein guter QB ist, die Offense ganz alleine tragen soll. Daß das nicht funktionieren kann – und schon mal gar nicht hinter dieser Offensive Line ohne Center Mangold und RT Woody – hätte den Jets jeder vorhersagen können, der in den letzten beiden Jahren mal ein Jets Spiel gesehen hat. Die Defense ist gut wie immer, gerade die D-Line ist richtig stark mit den beiden Neuzugängen Rookie Wilkerson und No. 79 (war auf IR und ich kann mir einfach seinen komischen Namen nicht merken). Wenn CB Cromartie nicht wilde Sau spielt, ist die Ryan/Pettine-D immer noch mit das Beste, was man in der NFL bewundern kann (ja tatsächlich „bewundern, die Verteidigung ist sowas wie das Gegenstück zu einer Peyton-Manning-Offense). Die Jets scheinen auch besonders under pressure zu stehen, weil sie einerseits derzeit nur die Nr.3 in der AFC East sind und andererseits mit einer Niederlage schon 2,5 Spiele hinter den Patriots wären. Die großmäuligen Selbstdarsteller scheinen sehr große Angst vor diesem Szenario zu haben und entsprechend aufgeregt sind sie vor diesem Spiel. Es wird spannend sein, zu sehen, wie sie mit dem Druck umgehen.


Duell Passrush Patriots gegen Offensive Line Jets: Wer wird am Sonntagabend sein Image eher aufpolieren können und welche Unit steht in diesem Spiel unter größerem Druck?

Der Pass Rush der Patriots hat großes Potential. Gerade wenn die DEs Mark Anderson und Andre Carter in Topform spielen und Haynesworth wieder zurück ist. Die Offensive Line der Jets ist eine einzige Baustelle. Selbst wenn Center Nick Mangold spielen sollte, ist er ja nicht topfit. Die größte Schwachstelle ist RT Wayne Hunter; ich hab ihn in zwei Spielen (v Cowboys, Ravens) gesehen und der Typ würde nicht mal bei den Bears oder Steelers spielen. LG mit Ducasse oder Slauson ist auch schwach. Das sollte die große Möglichkeit für den Patriots Pass Rush sein, mal richtig einen vom Leder zu reißen; wenn sie es gegen diese Jets nicht schaffen, siehts wirklich düster aus.


Der Angriff der New England Patriots zeichnet sich heuer mehr denn je durch eine fassungslose Variabilität aus, es scheint abseits von Brady keinen Anhaltspunkt zu geben, auf den auszuschalten sich die Jets konzentrieren könnten. Reicht die Combo Pressure/Revis, um den rekordträchtigen Patriots-Angriff kaltzustellen oder auch nur einzudämmen?

In den ersten beiden Wochen haben die Patriots fast ausschließlich mit dem Set 2TE, 2WR, 1RB gespielt (Gronkowski, Hernandez, Branch, Welker, Woodhead/Green-Ellis). Nach der Verletzung von Hernandez hat New England in den letzten beiden Spielen mit deutlich mehr 3-WR-Sets gespielt, wobei sich Slater, Ochocinco und Edelman die Snaps geteilt haben; die 2-TE-Sets wurden reduziert, sind aber mit dem neuen TE Thomas Welch (der eigentluch OLiner ist) haben diese immer noch einen großen Anteil in den Gameplans. Das entscheidende Matchup ist für mich auch nicht Wideouts gegen Cromartie/Revis, sondern was machen die Jets mit Gronkowski und Welker?

In den letzten Jahren hat sich gezeigt, daß man Welker ausschalten, also doppeln muß, um die Pats kräftig einzubremsen. In dieser Saison hat New England einen sozusagen „zweiten Welker“ mit TE Gronkowski. In allen vier Spielen war es bis jetzt so, daß entweder Welker gedoppelt wurde (Miami, San Diego) oder eben Gronkowski (Buffalo, Oakland) und der jeweils andere hat Riesenspiele gemacht. Das ist die Frage: doppeln die Jets Gronk oder Welker? (Das Laufspiel sollte für die Patriots das Spiel nicht gewinnen, da die D-Line plus LB Davis Harris und Bart Scott zu stark ist.)

Ich traue den Jets zu, einen Gameplan zu basteln, der die New England alt aussehen läßt. (Ich bin da immer noch verliebt in die Gameplans gegen Indy und New England letztes Jahr. Es wird viel zu wenig wertgeschätzt, daß die Jets in den Playoffs nacheinander erst Peyton Mannings Offense und die Belly/Brady-Offense kaltgestellt haben.) Ich glaube, sie haben zwei Möglichkeiten. 1) Die Michael-Jordan-Taktik: soll doch einer so viele Yards machen, wie er will, das lassen wir zu, aber die anderen neun (also 11 minus Brady plus entweder Gronk oder Welker) machen wir so dicht, daß die gar nichts auf die Reihe kriegen und die sollen uns schlagen (Revis nimmt dann Welker, vielleicht mit Safety-Help. Gronk ist dann der wichtigste Mann. Alle anderen wie Ochocinco, Branch, Edelman oder Slater können die restlichen Jets verteidigen). Wenn sie uns trotzdem schlagen, okay, dann sind sie eben zu gut. Oder Variante 2) ähnlich wie letztes Jahr in den Playoffs: konsequent acht Mann in Coverage schicken, das Paßspiel abwürgen und darauf vertrauen, daß a) die Laufverteidung so gut ist, daß da nichts anbrennt und b) man trotzdem Druck auf Brady bekommt, nicht weil die DLine so gut gegen den Paß ist, sondern weil sie soviel Zeit haben, da die Coverage mit acht Mann so dicht ist.

Das läuft auf ein Katz-und-Maus-Spiel hinaus. Angenommen, Belichick antizipert das, was ich erwarten würde, dann wird er sich sicherlich etwas ausdenken, was das kontern könnte. Zum Beispiel Matt Slater oder Ochocinco ständig tief schicken, weil sie 1-v-1 verteidigt werden. Oder unglaublich viel 2TE-Sets spielen und die ganze Zeit laufen, wenn die Jets ständig in Nickel- oder Dime-D rauskommen. Oder Brady immer No-Huddle spielen lassen, wenn er eine bestimme Aufstellung sieht, die ihm gefällt. Also beispielsweise: Jets kommen in Nickel- oder Dime-D aufs Feld, daraufhin läßt Brady in der No-Huddle ständig laufen. Oder andersrum: Jets kommen mit Base-D aufs Feld, dann wirft Brady die ganze Zeit mit Gronkowski, Branch, Ochocinco, Welker und Woodhead auf dem Feld (gerade weil Woodhead auch einen sehr guten WR im Slot gibt) und gibt den Jets keine Chance, mehr Defensive Backs einzuwechseln.

Auf der anderen Seite werden Rex Ryan und Mike Pettine das wiederum ja auch alles antizpieren, die wissen ja noch deutlich mehr als ich und Du. Sie könnten mit ihrer Base-D aufs Feld kommen und ständig acht Mann in Coverage schicken. Oder sie kommen mit Nickel-/Dime-Personnel aufs Feld (vielleicht sogar mit RB Joe McKnight, wie letzte Woche) und blitzen sich dann ganz wilde Sachen zusammen und bringen fünf oder sechs Männer gegen Brady.

Dieses Spiel sollte ein Leckerbissen werden für alle Fans, die ein Faible für Taktik haben. Etwas besseres, vor allem spannenderes, in Sachen Gameplanning wird man so schnell nicht wieder sehen.


Was sind abseits davon für dich die Schlüssel-Matchups in dieser Partie?

Das entscheidende ist in meinen Augen der Gameplan der Jets Offense. Wenn Schottenheimer wieder so einen Käse zusammencalled wie in den letzten Wochen, können sich die Pats die Hände reiben. Die Jets brauchen ein funktionierendes Laufspiel, denn sonst funktioniert das ganze Play-Action-Game nicht – und das ist das einzige, was Sanchez kann. Und zweitens scheint Sanchez auch noch überhaupt keine Chemie mit seinen neuen WR Plaxico Burress und Derrick Mason gefunden zu haben. Wenn die Defense dann TE Keller aus dem Spiel nimmt, ist Sanchez hilflos.

Und andererseits das oben beschrieben Dilemma: wen doppelt man, Welker oder Gronkowski? Das wird das Entscheidende sein, weil die anderen WR zu schlecht sind für die Paß-D der Jets.

Ein drittes Matchup könnte Woodhead gegen LBs/Safeties sein. So gut der Plan der Defense auch ist, der Holzkopf kann jeden Verteidiger im eins-gegen-eins schlagen und die entscheidenden Extra-Yards rausholen.


Und schließlich: Wer wird gewinnen?

Um nicht allzu blöd auszusehen am Ende, sage ich einfach das, was immer stimmt: Ein Spiel zwischen zwei einigermaßen gleichstarken Teams wird traditionell von drei Dingen entschieden: 1) Turnovers 2) Penalties 3) Special Teams Play. Wenn ich mich aus dem Fenster lehne, sage ich New England. Weil die Patriots wissen, was sie machen wollen und was sie machen können, auf beiden Seiten. Die Jets wissen weder das eine noch das andere in der Offense.