College Football 2011/12, #8: Louisiana State Tigers – Auburn Tigers

[00h51] Endstand LSU Tigers 45, Auburn Tigers 10. Alles gesagt.

[00h40] Ein Merkmal der bisherigen SEC-Saison: Verne Lundqvist/Gary Danielson müssen sich ihre Gesprächsthemen im Schlussviertel aus den Fingernägeln saugen, so unspannend sind die CBS-Spiele.

[00h32] Meine Fresse, das Spielfeld sieht aus wie ein Kartoffelacker. Würde aussm linken Daumen behaupten: Erhöhtes Verletzungsrisiko.

[00h15] Ende drittes Viertel: LSU 42, Auburn 3.

Es sollte im Football die Möglichkeit geben, dass die Team-Captains per Handschlag ein Spiel beenden können. Das nämlich wäre die richtige Option in diesem Moment. Denn vom Spiel hat man alles gesehen.

LSU = bärenstark, das waren nicht bloß schmarotzte Turnovers, das war wie in den vergangenen Wochen konsequente Defense und eine balancierte, souveräne Offense.

Auburn = Durchschnittlich in der Defense, letzten Endes mittellos in der Offense, was in der Protection beginnt, sich über das nicht funktionierende Passspiel fortsetzt. Am Ende war der eine 3rd down-Pass Richtung TE Lutzenkirchen an der eigenen Goal Line das Highlight der heutigen Offense.

LSU hat nun spielfrei, ehe am 5.11. der Kracher in Tuscaloosa gegen Alabama steigen wird. Für heute dürfte wohl Schonung angesagt sein, dass sich da nicht noch ein Leistungsträger unnötig verletzt.

[23h59] LSU 42, Auburn 3. LSU lässt gerade sein Testosteron für die nächsten drei Monate raus, prügelt Auburns Kick Returner windelweich. Fumble, Touchdown, beim nächsten Return der nächste fürchterliche Hit, kein Fumble, dafür zwei Plays später der INT-Return zum Touchdown. Auburns Stimmung ist einer Beerdigung würdig.

[23h50] LSU 28, Auburn 3. Ich bin geneigt, das Spiel für beendet zu erklären. LSU spielt einen staubtrockenen Stiefel runter, gegen den Auburn keine Antwort findet. LSUs Offense sieht im Übrigen auch Woche für Woche besser, sicherer aus.

[23h10] Halbzeitstand LSU Tigers 21, Auburn Tigers 3.

LSU wirkt insgesamt reifer, selbstbewusster, souveräner. Der Haupt-Unterschied waren aber die beiden Bälle rechts runter auf WR #2 Rueben Randle, zwei sehr ähnlich aussehende Situationen, wo er dem Cornerback davonlief, während der Safety zu spät kam. Beim ersten Mal würde ich dem Safety die Schuld geben, beim zweiten allerdings dem Cornerback, der interessiert dabei zuschaute, wie Randle einfach geradeaus vorbeilief.

Auburn schaut etwas ratlos im Angriff aus, sucht nach den richtigen Spielzügen, die Running Backs einzusetzen. Passspiel klappt nicht, weil die Defensive Ends konstant ungeblockt durchkommen und Auburn jeden Rhythmus nehmen. Auburn seinerseits bringt seinerseits nur wenig Druck auf die Offense Line LSUs zustande.

Ich würde sagen: Verdiente Führung, aber richtig überzeugend ist das in LSUs Angriff auch nicht.

[23h04] Ich möchte darauf hinweisen, dass, auch wenn ich das nicht mehr höre, in der Werbepause Musik von korsakoff im Tiger Stadium gelaufen ist. „Sands“, von dj korsakoff.

[22h50] LSU 14, Auburn 3. Kaum geschrieben, hält Auburn per Strafe einen LSU-Drive am Leben, wo Jefferson drei Plays später einen rechts frei runterlaufenden WR findet. Da war der Safety einen Moment auf dem falschen Fuß erwischt.

[22h45] Mitte des zweiten Viertels bleibt das in Baton Rouge ein interessantes Spiel, in dem beide Offenses daran basteln, längere Drives zustande zu bekommen.LSU bringt hie und da den laufstarken QB Jordan Jefferson ins Spiel. Auburn variiert zwischen den Running Backs #23 McCalebb und #5 Dyer, kriegt aber aufgrund zu schwacher Offensive Line nicht wirklich eine Alternative im Passspiel zustande.

[22h26] OT: Meine Fresse, Oregon ohne Starting-QB und Starting-RB nach einem Viertel 29-0 bei Colorado in Führung.

[22h22] Ende erstes Viertel: LSU 7, Auburn 3.

LSU wirkt selbstsicher in der Offense, macht keine Mätzchen, spielt staubtrockenen seinen Stiefel runter, lieber punten als einen Fehler bei 3rd down zu riskieren.

Auburn dagegen kriegt langsam Zugriff auf das Spiel, versucht nach Kräften, eine schnelle No-Huddle-Offense einzuführen, was solange gelingt, solange nicht die QBs #15 Moseley und #10 Frazier rein- und rausrotiert werden.

Überraschend wird allen voran RB #23 Onterrio McCalebb eingesetzt, mal per Pitch über rechts, mal über links. McCalebb ist unglaublich quick und bislang Auburn wirksamste Angriffswaffe.

Die in der Vorschau gestellte Frage nach LSUs Aggressivität in der Front Seven kann bislang mit einem klaren „Ja“ beantwortet werden: Da wird massiv Druck aufgebaut, von erhöhter Schüchternheit nichts zu spüren.

[21h47] LSU 7, Auburn 0. Beeindruckender erster Drive für LSU, die in jeder Situation den haargenau richtigen PlayCall einstreuen: Lauf, quicker mitteltiefer Ball über die Mitte, LAuf über die Mitte, Lauf über links. RB #27 Hilliard schleift beim TD eine Klette von fünf Verteidigern über 10yds in die EndZone.

[21h33] Auburns WR #80 Emory Blake hat sich beim Aufwärmen offensichtlich verletzt und wird heute fehlen. Wie auch die angesprochenen LSUler: CB Simon, CB Mathieu, RB Ware. Wird interessant, ob sich LSU nach deren Ausfall weiterhin traut, all die Aggressivität in der Front Seven an den Tag zu legen.

[21h17] Nach dem Touchdown- und Turnoverfestival in Clemson zu den nächsten Tigers: LSU und Auburn. Back here in a minute.

Die Vorschau: Hier entlang.

College Football 2011/12, #8: Clemson Tigers – North Carolina Tar Heels

[21h30] Endstand Clemson Tigers 59, North Carolina Tar Heels 38.

[21h07] Das Spiel ist gegessen. Die Clemson Tigers sind eine recht eigenartige Offense: Gegen starke Defensive Lines eindimensional wie Toastbrot, und mit dem Handicap eines unzuverlässigen (*) Quarterbacks Tajh Boyd.

(*) Jo, die Stats sprechen eine deutliche Sprache pro Boyd. Aber wer so konstant freie Leute so klar verfehlt, der sollte noch mit einem Sternchen versehen werden. Das gute an Boyd: Er vermeidet idiotische Entscheidungen und scrambelt, obwohl athletisch, dosiert und effizient.

Die Offense hat was von Sekundengenie, rhythmisch is datt nicht wirklich. Heute kamen dazu immer gut getimte Turnovers, die man zu Touchdowns returnierte und mit denen man UNC den Zahn zog.

BCS-Fazit: Clemson ist schlagbar, aber man muss imstande sein, schnell Druck auf die Offensive Line ausüben zu können. (Und auf das „Clemson-Syndrom“ hoffen.)

[21h03] Seufz. Nächster Turnover, der sechste. Das Positivste, was man aus Tar-Heels-Sicht da noch sagen kann: Es war 4th down und ohne INT hätte Clemson zwei Yards verbesserte Feldposition bekommen.


[20h51] Ende drittes Viertel.

[20h48] Clemson 59, UNC 24. Meine Fresse, schon wieder ein Return-TD für DE #90 Kourtnei Brown, diesmal ein Fumble. FÜNF Touchdowns in einem Viertel? Das Spiel ist eingetütet, interessant nur noch, inwiefern Clemson noch daran interessiert ist, Punkte zum Beeindrucken der Voter draufzulegen (die BCS schwört hoch und heilig, dass die Punkte-Differenz in ihren Computer-Rankings keinen Einfluss hat).

[20h43] Clemson 52, UNC 24. Ja, Tajh Boyd macht über weite Strecken gute Entscheidungen. Aber die ESPN-Herren unterschlagen, wie unpräzise Boyd über weite Strecken selbst mit Minuten Zeit zum Ausgucken wirft, weit offene Receivers klar verfehlt. Von „throws deep ball well“, Mr Spielman, kann nur mit Sternchen gesprochen werden. Trotzdem hat Boyd jetzt 27/46 für 368yds, 5 TD und 0 INT.

[20h29] Clemson 45, UNC 24. Spektakel. Vierter Touchdown in elf „realen“ Minuten. 3rd and 18, Boyd geht tief und diesmal ist WR #2 Sammy Watkins offen UND wird präzise angespielt. Watkins mit einem 42yds TD-Catch. Im Heisman-Rennen wird man zugehört haben.

[20h25] Clemson 38, UNC 24. Irgendwas von Sargnägel gelesen? UNCs Catanzaro Thorpe returniert direkt nach seinem Fumble den nächsten Kick in die EndZone. Das nenne ich eine Antwort.

[20h20] Clemson 38, UNC 17. Clemson kann sich schön langsam die Sargnägel zurecht legen. Fumble beim Kickreturn, nach drei Plays vollendet.

[20h17] Clemson 31, UNC 17. Diesmal gelingt zur Abwechslung mal ein tiefer Ball, weil WR #6 Hopkins heute alles fängt. QB Boyd vollendet höchstpersönlich per Sneak. Aber das Spiel zieht sich extrem in die Länge, wird gewiss nicht vor 21h30 fertig.


[19h40] Halbzeit Clemson Tigers 24, UNC Tar Heels 17.

Hoch interessantes Spiel im zweiten Viertel, weil UNC ein wunderbares Schachspiel gegen Clemsons Offense spielt und mit allen Mitteln versucht, die richtigen Züge zu machen, um den Angriff einzubremsen: Mal werden sechs Leute angezeigt und geschickt, im nächsten Spielzug werden sechs Leute angezeigt und drei rücken in die Deckung ab.

Resultat: Clemson ist häufig übermannt an der Line of Scrimmage, muss praktisch ohne Laufspiel auskommen. Trotzdem kriegt QB Tajh Boyd immer wieder weit offene Wide Receivers downfield. Allein, Boyd erweist sich als außerordentlich unpräziser Werfer, hat minimum 5-6 Mal offene Leute verfehlt und 1-2 INTs riskiert.

North Carolina seinerseits ist recht unvorsichtig in der Offense, aber weniger vom Gegner forciert, mehr aus eigener Schlampigkeit: 1 INT wäre leicht zu verhindern gewesen, dazu zwei eigenverschuldete Fumbles (einer verloren). Positiv für UNC: Trotz -3 Turnovers nur 7 Punkte Rückstand.

[19h28] Clemson 24, UNC 17. Das Spiel bekommt immer mehr „Clemson-Gen“, sprich: Wird spektakulärer. Auch North Carolina bringt nun plötzlich aus dem Nichts einen 58yds-Ball auf WR #87 Boyd zustande, just in dem Moment, in dem Co-Kommentator Chris Spielberg die hellblaue Offense als „träge“ und „not built for scoring fast“ abgekanzelt hatte.

[19h22] Clemson 24, UNC 10. DE #90 Kourtnei Brown (hatten wir nicht mal einen „Courtney Brown“ in der NFL?) mit einer artistischen INT bei einem Swingpass-Versuch der Tar Heels, plus 20yds-TD Return. QB Bryn Renner holt heute alles an Turnovers nach, was er seit Wochen vermieden hat.

[19h10] Clemson 17, UNC 10. Mir gefällt überhaupt nicht, was UNC in der Coverage veranstaltet. Da wird viel zu viel Platz gelassen, was Clemson auszunutzen weiß: Der von vielen als hoher Draftpick gesehene TE #83 Allen wird als Ablenkungsmanöver auf die Safetys abgestellt, während die Wide Receiver alles fangen, was bei drei nicht auf den Baum gekraxelt ist. Beim TD  ein typischer tiefer Ball rechts raus auf WR #1 Martavis Bryant.


[18h47] Ende erstes Viertel.

Ich rieche heute noch die eine oder andere 300yds-Performance eines Quarterbacks. Beide Offenses kommen nun besser in Schwung. UNCs QB Renner lässt sich vom vierköpfigen Passrush Clemsons nicht beeindrucken, Clemsons QB Boyd findet gegen seichte Deckung nun immer häufiger seine Anspielstation. Dagegen ist Laufspiel trotz einiger kreativer Spielzüge bei Clemson derzeit abgewürgt.

[18h45] Clemson 10, UNC 7. Clemson arbeitet im Passspiel fast ausschließlich an beiden Seitenlinien, fast immer sind entweder #6 DeAndre Hopkins oder #2 Sammy Watkins auf die eine oder andere Weise im PlayDesign involviert. UNC reagiert in der Secondary wenig aggressiv.

[18h23] Clemson 3, UNC 7. Das ging schnell: Zwei Spielzüge plus eine grenzwertige Personal-Foul-Strafe und UNC ist in der Endzone. Beim Touchdown kann QB Renner schnurstraks über die Mitte werfen, WR Jeremy Boyd ist für den Safety kein Gegner und macht den TD. Sah ein bisschen schläfrig im Defensive Backfield aus.

[18h11] Clemson 3, UNC 0. Es deutet sich bereits an, dass UNCs Defense extrem aggressiv darauf abzielt, das Laufspiel zu stoppen. Mal schauen, inwiefern Clemsons dies langfristig mit Play-Action für sich nutzen wird.

[18h05] UNCs QB Renner übersieht die Zonendeckung, wirft einen soften Ball in die Secondary und S #5 Meeks springt dazwischen. INT im dritten Spielzug.

[17h44] Guten Abend. Heute nach langer Zeit mal wieder eine Live-Abend im College Football, beginnend mit der ACC Clemson – UNC, später dann die SEC mit LSU – Auburn.

College Football 2011/12, #8 Preview: Rivalitäten, lokal und cross-country

Heute Nacht findet eines der größten, traditionellsten Spiele im College Football statt: Notre Dame Fighting Irish gegen die University of Southern California Trojans, eine er wenigen klassischen, überregionalen Rivalitäten im Universitätssport, nachdem Auseinandersetzungen wie Alabama/Auburn, Miami/FSU, Michigan/Ohio State, Cal/Stanford oder Texas/Oklahoma doch eher geographischer Natur sind.

Die Legende will es, dass die 1926 kreierte Rivalität eine ausgemachte Sache der Ehefrauen von Notre Dames legendärem Coach Knut Rockne und USC Sportdirektor war – Mrs. Rockne wollte des schönen Wetters wegen unbedingt nach Los Angeles reisen. Tatsächlich gründet die Serie aber wohl eher auf wirtschaftlichen Überlegungen und der blanken Not Notre Dames, in der 20ern adäquate Gegner in der eigenen Region zu finden. Außerdem war man sportlich unter dem Football-Philosophen Rockne nicht unerfolgreich und hatte als große katholische Universität auch an der Westküste breite Anhängerschaften.

Dass beide Universitäten häufig im Rennen um den Landesmeistertitel involviert waren, dass beide durch großes Medieninteresse zig Heisman-Trophy-Sieger produziert haben, dass es auch mal ein Duell #1 gegen #2 gab, das alles half wie viele charismatische Spieler und Coaches, die Rivalität zu einem Kassenschlager inklusive Traum-Ratings für TV-Anstalten zu machen.

Gespielt wird um die „Jeweled Shillelagh“ (man buchstabiere: dschuelld Schuuleiliiiii), ein Knüppel aus irischem Eichenholz, der jedes Jahr verziert wird mit dem Logo des Siegers: Ein dreiblättriges, smaragdgrünes Kleeblatt für Notre Dame, ein Trojanerkopf für USC, ein gemeinsames Logo für die früher erlaubten, fünf Mal geschehenen Unentschieden.

Im Laufe der Jahrzehnte gab es immer wieder lange Siegesserien einer der beiden Unis. Fünf Jahre, acht Jahre, elf Jahre… die 2000er, die unsägliche Ära Carroll vs. Weis, dominierte USC nach Strich und Faden, ehe im letzten Jahr Notre Dame das Spiel im Würgegriff hatte, am Ende aber nur hauchdünn schloff und das 20-16 über die Zeit wurstelte.

Dieses Mal ist Notre Dame – USC aus rein sportlicher Sicht das Duell um den wahrscheinlichen Einzug in die Top-25 für den Sieger. Beide Unis haben bisher wechselhafte Leistungen gezeigt, wobei ich Notre Dame klar favorisieren würde: Die Defense um den kommenden NFL-Pick LB #5 Manti Te’o überzeugt an allen Fronten und ist dominant genug, dass ich USC mit dem sympathischen Sunnyboy-QB #7 Matt Barkley eine ungemütliche Nacht prophezeihe. Umgekehrt ist USCs Abwehr nicht die Dampfwalze, wogegen die Irish zuletzt wenigstens Anzeichen von geschmierter Offensivmaschinerie versprüht haben.

Für Notre Dame hat die Partie eine zusätzliche, langfristige Bedeutung: Man hat für heute haufenweise hoch talentierte Highschool-Footballer eingeladen, die man auf der Recruiting-Schiene mit einer dominanten Vorstellung beeindrucken möchte. Eine Aktion der Marke high risk, high reward.

Das Spiel gibt es morgen, Sonntag 23. Oktober, 9h als einstündige Zusammenfassung bei Eurosport 2. Einstündig.

Clemson Tigers – North Carolina Tar Heels

18h LIVE bei ESPN America

Die #7 Clemson Tigers spielen einen ungemein gepflegten Ball in der Offense, was für die Amtszeit von Chefcoach Dabo Swinney was völlig Neues ist: Bisweilen wurde da mit massiver Defense alles abgewürgt, während der eigene Angriff keine drei 1st downs in Serie zustande brachte. Dieser Herbst ist konträr zu allem bisher Gewesenen von großartiger Pass-Offense gekennzeichnet, was man in allererster Linie dem unglaublichen Freshman-WR Sammy Watkins zuschreibt.

Nach dem spektakulären Comeback-Sieg vergangenes Wochenende gegen Maryland dürfte der Buzz um Watkins seinen vorläufigen Höhepunkt erreicht haben.

Maryland führte 35-17. Watkins scorte per 13yds-TD Catch.
Maryland führte 38-27. Watkins scorte per 15yds-TD Catch.
Maryland führte 45-42. Watkins scorte per 89yds-Kickoff Return.

Dazu ein weiterer 70yds-Return. Rastamann Watkins ist kein ganz großer klassischer Wide Receiver, sondern mit 1.83m vergleichsweise klein, aber explosiv und für seine 18 Jahre ein Brocken von Mann, den fast kein College-Verteidiger abdecken kann. Sein Auftauchen auf der Szenerie lässt schon jetzt erste feuchte Mäuler zusammenlaufen, wenn dieser Junge in einigen Jahren in die NFL geht.

Einhergehend mit Watkins’ sensationellem Einschlag gehen die plötzlich großartigen Leistungen von QB Tajh Boyd, der gegen die mäßige Passdefense von UNC erneut Yards zurücklegen sollte. Ein Punkt, der mir im Hype um Watkins/Boyd untergeht, ist das effiziente Laufspiel Clemsons, allen voran RB Andre Ellington, das gegen UNCs überragende Lauf-Defense keinen allzu einfachen Stand haben dürfte.

So oder so sollten Clemsons verbleibende Spiele ein Hingucker bleiben, da man historisch bedingt Woche für Woche einen Kollaps befürchten muss, zumal die eigene Defense heuer zu den weniger vertrauenswürdigen zählt.

Louisiana State Tigers – Auburn Tigers

21h30 LIVE bei ESPN America

Das Spiel lässt Erinnerungen aufkommen. Ziemlich genau vor einem Jahr, nach einem wilden Wochenendstart, nur auf Felgen am Samstagabend das letzte Spiel mitnehmend, aber es lohnte sich. QB Cameron Newton hatte sein Coming Out im College Football. Gegen LSU. Mit diesem sensationellen Scramble.

Auburn gewann ein klassisches, hart geführtes SEC-Derby mit einem Touchdown Differenz gegen ein junges LSU-Team und war von da an ernsthafter BCS-Titelkandidat. Heuer sind die Vorzeichen umgekehrt: #20 Auburn ist der Außenseiter, #1 LSU im eigenen Stadion hoch favorisiert, insbesondere aufgrund der bekannt großartigen Defense, die allerdings nach einer internen Sperre (Grund: unerlaubtes Kiffen) auf einige ihrer besten Spieler verzichten muss, u.a. auch auf die extrem gehypte Allzweckwaffe CB Tyranne Mathieu. Ein weiteres Problem züchtet sich Head Coach Les Miles gerade in der Offense heran, wo ich immer mehr das Gefühl bekomme, dass Miles einen Quarterback-Wechsel vornehmen möchte.

QB Jarrett Lee hat zwar 10 TD vs. 1 INT geworfen, bleibt aber blasser als ungesalzene Spaghettata, während der Kneipenschläger-QB Jordan Jefferson seit seiner Freilassung in immer größeren Salamischeiben eingesetzt wird und mit seinen Scrambles Raumgewinn macht, was heute nicht unwichtig werden könnte, da mit RB Spencer Ware auch der beste Laufspieler suspendiert wurde.

Den QB-Wechsel haben die anderen Tiger, Auburn nämlich, schon hinter sich. QB Clint Moseley hat die Odyssee von von #1b zu #3 zu #2 zu #1 gemeistert und zuletzt den besten Eindruck aller Auburn-QBs in dieser Saison hinterlassen. Nun wird LSU nach der Sperre seiner beiden besten Cornerbacks möglicherweise etwas weniger aggressiv zu Werke gehen können – könnte nach einer erleichterten Aufgabe für Moseley sprechen.

Trotzdem bleibt LSU favorisiert, zumal daheim. SEC-interne Rivalitäten wären aber nicht zum ersten Mal überraschend ausgegangen…

TV-Programm am Sonntag

Purdue Boilermakers – Illinois Fighting Illini/So, 6h30 ESPN America.
Northwestern Wildcats – #21 Penn State Nittany Lions/So, 8h Eurosport 2.

Zweimal Big Ten Conference, wobei die beiden Favoriten jeweils auswärts antreten müssen. Illinois kassierte am vergangenen Wochenende seine erste Niederlage, Penn State laviert sich mit einer inexistenten Offense und fürchterlichen Quarterbacks, aber mit einer großartigen Defense durch die Saison.

#8 Stanford Cardinal – #25 Washington Huskies/So, 9h ESPN America. Für Stanford und seinen QB Andrew Luck wird es das erste “richtige” Spiel in dieser Saison sein, nachdem man den Saisonstart in der Anonymität bestritten hat, sich gegen zweit- und drittklassige Gegner keine Blöße gab. Was Stanford so drauf hat, weiß niemand, man ist qua Reputation und Luck an #8 im Ranking, wogegen der Gegner Washington wenigstens Namhaftes  im Schedule hatte (Niederlage gegen Nebraska). Die Huskies leben in der Offense vom präzisen Werfer QB Keith Price, RB Chris Polk und WR Jermaine Kearse. Insbesondere für Price ist das Spiel die Chance zum Coming Out, auch im Rennen um die Heisman Trophy, das bislang von Gegenüber Luck dominiert wird. Stanford gilt dennoch gemeinhin als hoher Favorit. Nach dem Spiel dürfte das Leistungsvermögen der Cardinal besser einzuschätzen sein.

Aktuell sind noch weitere Spiele im Verlauf der nächsten Woche gelistet: Alabama – Tennessee (Di/11h), Miami – Georgia Tech (Mi/13h30), Michigan State – Wisconsin (Mi/16h). Dazu gesellen sich das Spiel der beiden einstigen Sunbelt-Topfavoriten FIU – Troy (Di/Mi 2h LIVE, Mi/18h30 Tape) und UConn – Pitt (Do/16h), die technisch bereits zum kommenden Wochenende zählen.

Spartaner & Dachse: Wem gehört die Big Ten Conference?

Eben kurz angedeutet, aber bei ESPN America erst am Mittwoch/16h als Tape zu sehen: Heute Nacht balgen sich in East Lansing/Michigan die beiden vermeintlich besten Footballteams der Big Ten Conference: Die #16 Michigan State Spartans schweben eine Woche nach dem emotional furiosen Heimsieg über den großen Bruder Wolverines auf Wolke 7 und haben die Chance, mit ihrer schmutzigen Defense die #6 Wisconsin Badgers vom hohen Ross herunterzuholen.

Wisconsin gilt mit dem mobilen QB Russell Wilson vorneweg als haushoher Favorit in der Big Ten Conference, muss ähnlich Stanford heute Nacht (02h LIVE ESPNPlayer) aber sein erstes ernsthaftes Spiel bestreiten, vor allem: Die Badgers sehen die erste akteptable Defense in dieser Saison. Umgekehrt hat auch MSU noch keine annähernd gleichwertige Offense gesehen: Das Duell Offense Line/Wisconsin gegen Defense Line/Michigan State hat Potenzial zu faszinieren. Gespannter noch bin ich aber, was passieren wird, wenn Michigan State mit seinem grundsoliden QB Kirk Cousins und dem mehrdimensionalen Laufspiel auf Wisconsins bislang wenig überzeugende Lauf-Defense trifft.

Gefühlt müsste dieses Spiel für Wisconsin eine ganz harte Nuss werden. Man werfe unberechenbare Größen wie die Winde von East Lansing und das Nervenkostüm der Badgers in den Mixer und freue sich über Upset-Potenzial.