NFL 2011/12, Woche 8: Pittsburgh Steelers – New England Patriots

 

[01h15] Endstand Pittsburgh Steelers 25, New England Patriots 17.

Hochverdienter Sieg der Steelers in einer dominant geführten Partie, der eigentlich hätte viel höher ausfallen müssen, als unter Umständen in den Schlussminuten noch einmal in Gefahr zu geraten. Pittsburgh dominierte mit seiner Spread Offense gegen eine furchterregend schlechte Pass-Abwehr der Patriots, die mit einem lendenlahmen Pass Rush begann und im ultravorsichtigen Defensive Backfield endete. Alles extrem befremdlich, was wohl Bill Belichick darüber denkt?

Der eigene Angriff um QB Tom Brady kam ebenso nicht in die Gänge und litt enorm unter einer nicht immer sattelfest wirkenden Offensive Line. Man könnte sagen, Pittsburgh dominierte das Spiel in den Schützengräben, was aber aufgrund der Patriots-Secondary noch nicht mal die gesamte Wahrheit ist.

Vor einem Jahr wurde Pittsburgh von den Patriots an die Wand gespielt. Heute war es umgekehrt. Damals nutzte Pittsburgh genau diese Niederlage, um seine Defense anzupassen, was in der Superbowl endete. Was wird New England diesmal machen?

[00h12] Recht trauriger Onside Kick der Patriots, Pittsburgh verwertet optimalerweise den dritten Versuch und dürfte damit die Sache eingetütet haben.

[00h04] Pittsburgh 23, New England 17/TD Hernandez. Der Patient lebt, auch wenn das an der Goal Line ein schweres Stück Arbeit war. Aber frappierend, wie einfach das bis dahin für Brady und Konsorten ging. Da fragt man sich stets: Warum nicht früher?

[23h52] Diesmal verkickt Shame Suisham für Pittsburgh. New England übernimmt an der eigenen 34yds Line und begibt sich auf die Suche nach Lazarus.

[23h38] Pittsburgh 23, New England 10. Bitte Text von 23h12 hier reinkopieren und ergänzen, dass der erneute Stop für New Englands Hoffnungen essenziell war: Nur 13 statt 17 Punkte Rückstand. Trotzdem stehen  die Sieg-Wahrscheinlichkeiten nach Brian Burkes „Game-Probability Model“ aktuell bei mickrigen 6% für die Patriots.

[23h29] Ende drittes Viertel. Die Steelers sind wieder voll im Rhythmus und unterwegs zum nächsten RedZone-Besuch. New England muss mittlerweile auf einen mehr oder weniger zufälligen Turnover hoffen.

[23h25] K Stephen Gostkowski machte den Schweren. Der Einfache geht an die Stange. Weiterhin 10 Punkte Differenz.

[23h20] Zeit, einen Blick auf das Defensive Backfield der Patriots zu werfen. S Meriweather wurde vor Saisonbeginn gefeuert. CB Leigh Bodden am Freitag rausgeworfen, just nach seiner Wiedergenesung. CB Ras-I Dowling, ein Rookie, ist bereits auf der Injuried Reserve. Sofern: Das Personal wird knapp.

Das ist insbesondere bitter, wenn man sich auf Leute wie CB #24 Kyle Arrington, CB #44 James Ihedigbo oder S #31 Sergio Brown verlassen muss, oder auf einen CB #32 Devin McCourty. McCourty, der vergangenes Jahr viel Presse bekam. Heuer spielt der Mann eine schwache Saison, wie hier wunderbar von ProfootballFocus seziert.

[23h12] Pittsburgh 20, New England 10. Ähnliches Bild wie in der ersten Halbzeit: Pittsburgh macht unendlich Yards, aber an der Goal Line werden die Schotten dicht gemacht und Pittsburgh muss plötzlich für seine Yards schwitzen. Diesmal sogar mit negativer Auswirkung: Nur Field Goal anstelle von TD.

[23h05] Dieses Bild mit CB Devin McCourty und dem rosaroten „Schnuller“… zu geil. Warum kann der Erinnerungsmonat nicht verlängert werden?

[22h41] Halbzeit Pittsburgh Steelers 17, New England Patriots 10.

Die Siebenpunkteführung der Steelers fühlt sich zu gering an. Die Steelers haben dieses Spiel bislang d-o-m-i-n-i-e-r-t, und zwar primär mit ihrer Pass-Offense. QB Ben Roethlisberger mit 32 Pässen und 23 Completions in der ERSTEN HALBZEIT! [Bitte hier einen vorläufigen Superlativ eintragen]

Für die Patriots ist das Spiel eine harte Nuss: Im Angriff lässt sich die Offensive Line, insbesondere auch RT Sebastian Vollmer, zu sehr von den Blitzformationen der Steelers verunsichern, was QB Tom Brady zu schnell unter Druck setzt. Brady auch mit einigen überhastet wirkenden Würfen ins Seitenaus.

Viel mehr zu denken geben sollte die Defense, die einfach keinen Zugriff auf das Spiel bekommt, interessanterweise aber in der RedZone plötzlich einen Gang höher zu schalten vermag und auf engem Raum die Steelers richtig fordert.

Die Statistiken:

Ballbesitz: NE (8:47), PIT (21:13)
Spielzüge: NE (23), PIT (43)
Offensiv-Yards: NE (83), PIT (261)

Für Brady auf seiner Yards-Rekordjagd natürlich keine gute Halbzeit: Erst 76 Pass-Yards, was für Bradys Verhältnisse indiskutabel ist.

[22h34] Pittsburgh 17, New England 10. Anflüge von eingespielter Offense auf Patriots-Seite, wo man jedoch auch zu ungeduldig und strafenanfällig ist. Ins Auge stach auch RB Kevin Faulk, der mit einem direkt angenommenen Snap das Field Goal vorbereitete: Faulk schwerfällige Tippelschritte sind nichts mehr im Vergleich zum „alten“ Faulk. Der Mann ist satte 36, man sieht es. Dass K Stephen Gostkowski im berüchtigten Heinz Fiel ein 46yds-Field Goal locker verwandelt, sollte lobend erwähnt werden.

[22h22] Pittsburgh 17, New England 7/TD Brown. New England spielt eine eigenartige Form der Zonendeckung, die WR #17 Mike Wallace zwar auf den tiefen Routen einbremst, dafür ist Wallace 15yds um die Line of Scrimmage häufig völlig allein auf weiter Flur, v.a. wenn er im Spielzug die Seiten wechselt. Roethlisberger hat mit dieser krassen Form der Spread Offense immer einen oder zwei Leute offen, sofern der Spielzug länger als 3sek dauert.

[22h07] Pittsburgh 10, New England 7/TD Branch. Der Pendel-Umschwung. QB Roethlisberger übersieht auf einer Slant-Route für WR #88 Sanders den LB #59 Gary Guyton, wirft Guyton den Ball haargenau in die Hände, was bizarrer aussieht als es angesichts Roethlisbergers Gedanken war. Die Patriots haben keine 10yds in die EndZone, WR Deion Branch fängt den Ball auf einer simplen „Out“-Route.

[21h57] Speaking of Intensität: Die Steelers gehen etwas aggressiv und spät zu Werke und Sekunden später sind wir am Rande einer gepflegten Massenschlägerei. Die Emotionen kochen in der Folge bei jedem Spielzug hoch.

[21h49] Ende erstes Viertel. Weil QB Roethlisberger es für einmal mit dem Ballhalten übertrieb, werden die Steelers in Kürze ein Field Goal schießen. Bisher schaut das Matchup Steelers-Pass gegen Patriots-Deckung beängstigend aus, weil die Patriots für gewöhnlich nicht bloß zu wenig Druck zustande bringen und schlecht decken, sondern auch noch gefühlt 50% der Yards nach dem Catch hergeben: „Schlechtes Tackling“ wäre die Kurzbeschreibung.

Die dazu gehörigen Statistiken:

Ballbesitz: NE (1:24), PIT (13:36)
Plays: NE (7), PIZ (26)
Offensiv-Yards: NE (7), PIT (140)

[21h24] Pittsburgh 7, New England 0/TD Moore. Die Steelers machen das, was sie seit Wochen praktizieren: Sie holen den „Sechser“ im Eröffnungsdrive. Diesmal unter massivem Einsatz von Tight Ends und Running Backs, was die halbherzigen Blitz-Versuche der New England Patriots eiskalt ins Leere laufen lässt. Erinnerte ein klein wenig an das Duell letztes Jahr. Damals marschierten die Patriots als erstes auf das Feld und verbrannten den Gegner mit einem Kurzpass-Stakkato.

[21h15] Nur by the way: Die Ravens sind Wahnsinnige. Oder wenigstens der, der diesen Spielzug angesagt hat. Damit zum Schlager im Heinz Field.

[21h03] Pittsburgh Steelers gegen New England Patriots ist stets eine der fünf, sechs Spiele, die ich in einer Footballsaison nicht verpassten möchte. Heute ohne WR Hines Ward, aber mit MLB Jerod Mayo.

NFL 2011/12, Woche 8: New York Giants – Miami Dolphins

[20h55] Endstand New York Giants 20, Miami Dolphins 17.

Matt Moore wirft die Interception beim 4th down und 23. CB Corey Webster kann als alter Fuchs in einen ideenlosen Wurf Richtung WR #19 Brandon Marshall reinspringen. Für die Dolphins nur der Tiefpunkt einer unteriridischen zweiten Halbzeit für die Offense, die überhaupt nichts mehr zustande brachte, was auch an Moore lag, der den Ball gerne lange genug hält, um gesackt zu werden.

Für die New York Giants war es ein Sieg, der härter erkämpft war als man es angesichts der Statistiken hätte erwarten können. Womöglich hätten die Giants auf ihr Laufspiel ganz verzichten und in jedem einzelnen Spielzug werfen sollen. QB Eli Manning mit 349yds, obwohl die Receiver gut eine Handvoll Bälle fallen lassen haben. Recht viel einfachere Spiele wird es für Manning nicht mehr geben.

Miami beeindruckte wenigstens mit Kampfgeist, bleibt aber sieglos. Für die Giants kommt es nun knüppeldick# mit haufenweise Spitzenspielen in den nächsten Wochen. Ich halte es mit den Giants so: Sie sind jederzeit in der Lage, jeden Gegner zu schlagen. Aber sie kriegen es nicht 2-3x in Serie zustande.

[20h41] Miamis Offense ist verwaist. Matt Moore kriegt nicht mehr viel Zeit, wird niedergeschlagen und gesackt, und wenn das Laufspiel nicht mehr in Schwung kommt, riskiert Reggie Bush, noch unter 100yds für den heutigen Tag  zu rutschen. Dabei schien das zweite 100yds-Spiel für Bush gegen die Giants und gleichzeitig das zweite 100yds-Spiel für Bush in seiner NFL-Karriere unvermeidlich. Keep an eye on: Miami hat nur mehr ein Timeout.

[20h35] NY Giants 20, Miami 17/TD Cruz, 5:58 to go. As said: Die Deckung der Dolphins verdient diesen Namen nicht. Dazu gesellt sich beim TD noch schlechtes Tackling.

[20h30] Wie lange hat Miami kein 1st down mehr gemacht? Die Dolphins mit zunehmenden Problemen, 3rd downs zu verwerten bzw. überhaupt kurze 3rd downs zu erspielen – eine Stärke in der ersten Halbzeit. Dazu gesellen sich nun unnötige Strafen und Phantom-Strafen (PI gegen #19 Marshall? My ass)

[20h20] NY Giants 13, Miami 17/10:37 to go. Die Dolphins wanken bedrohlich, fallen aber in der RedZone nicht. Trotzdem wird man sich darüber unterhalten müssen, warum die Zonendeckung in schöner Regelmäßigkeit Wide Receivers 15yds allein auf weiter Flur lässt.

[20h13] Ende drittes Viertel. Uiuiuiui. RB #44 Ahmad Bradshaw scheint doch angeschlagener als gedacht, muss in die Kabine. Damit wird das Giants-Laufspiel um RB Jacobs zum Spießrutenlauf, so verhasst wie Jacobs in diesem Stadion ist.

[20h05] CBS: Manning mit einem geflippten Vorwärtspass, die Kommentatoren diskutieren über Mannings Neigung zu solch nicht ungefährlichen Aktionen und zweikommavier Sekunden später schon die entsprechenden Video-Inserate mit Mannings Historie an Rückhand-Würfen.

[20h00] Die Geräuschkulisse kann mich täuschen, aber ich traue es zu sagen: Das Publikum ist bei RB Brandon Jacobs recht schnell am Ausbuhen. Das erinnert an die unselige Zeit von No. 2 in Oakland.

[19h51] Es sind sicher nicht die einfachsten Catches, aber würden die Giants etwas konzentrierter beim Bällefangen zu Werke gehen, sähe Miamis Passdefense gegen diesen Angriff kein Land. Horrende Deckungsarbeit, die durch Eigenfehler der Giants geschönt wird.

[19h42] NY Giants 10, Miami 17. Moore wirft sehr viel im Laufen, obwohl die Protection in der Pocket so übel nicht ausschaut. Die Dolphins mischen heute die Formationen aber recht schön durch und kriegen dafür auch von Reggie Bush das eine oder andere „Big Play“ geschenkt. Für Miami wird nun wichtig sein, dass sich LT Jake Long nicht verletzt hat.

[19h23] Halbzeit New York Giants 10, Miami Dolphins 14.

Fast perfekter Drive der Giants zum Ende der ersten Halbzeit. QB Eli Manning meistens mit ausreichend Zeit gegen einen viel zu unkonstanten Pass Rush, bringt die Bälle ratzfatz an den Mann und 8sek vor der Pause der Touchdown. 13 Spielzüge, 84 Yards. RB Ahmad Bradshaw gefiel mit außerordentlich, meistens ein zuverlässiger „Blitz-Blocker“ und elektrisierend, wenn er den Ball zugeworfen bekommt. Und das Publikum ist wieder im Spiel.

[19h00] Das Giants-Publikum schmeißt bereits Mitte des zweiten Viertels die Nerven weg und buht die Mannschaft nach Herzenslust aus. Was war passiert? Erst ließ RB Jacobs einen Pass fallen, der sowieso zu Raumverlust geführt hätte,  dann muss Manning zuhause ein Timeout gegen delay of game nehmen. Kann noch lustig werden heute.

[18h52] NY Giants 3, Miami 14/TD Moore. Matt Moore macht heute einen sehr entschlossenen Eindruck, scheut keinen Scramble und keinen Hit. Zwischendurch kriegt sogar RB Reggie Bush dadurch seinen Big Play, ehe die Dolphins an der Goal Line das machen, was ich in der Vorschau gefordert hatte: Sie spielen das 4th down aus, und kein simpler Lauf über die Mitte. Nein, Moore täuscht die Ballübergabe an und trappst dann rechts raus, locker in die EndZone. Das war mutig und kreativ.

[18h31] Eli Manning kriegt beim Werfen so viel Zeit, da kann man während des Spielzugs sogar die Schneehaufen hinter der EndZone bestaunen.

[18h21] NY Giants 0, Miami 7/TD Slaton. Runder Drive für QB Matt Moore, der sogar einen großen Scramble zeigt. In der RedZone wird unter Unterstützung der undisziplinierten Giants-Defense gelaufen.

[18h15] Guten Abend. Staus am Sonntagabend gehören verboten.

Rekapituliert: Woche 9, College Football 2011/12

(Vorsicht, Spoiler!)

Vorausgeschickt: Auch ohne das Mitwirken von #1, #2 und #4 in der BCS-Wertung hatte das Wochenende etliches zu bieten und man kann mit Fug und Recht behaupten: Die Kniffe nehmen zu, in Sachen National Title Game und in Sachen Conferences.

Das Spiel des Tages habe ich soeben im Schnelldurchgang durchgesehen. Prädikat: Unterhaltsam. Außergewöhnlich. Ein Spektakel, was die USC Trojans und die Stanford Cardinal da lieferten, ein Spiel, das erst in der dritten Overtime entschieden wurde. Stanford gewann am Ende 56-48, weil USC mit einem ausgedünnt wirkenden Kader gegen Ende etwas die Power ausging, die Defense zu bröckeln begann und es einen Ball in die EndZone fumbelte.

Bei Stanford ragte die Coolness von QB Andrew Luck selbst nach einem potenziell verheerenden Return-TD heraus, aber auch Lucks Anspielstationen zeigten Nehmerqualitäten und bissen sich durch brenzlige Situationen, z.B. #25 Tyler Gaffney beim ersten Touchdown.

Stanfords Kader schaut sehr ausgeglichen, selbstbewusst aus, ist variabel für verschiedenste Situationen und auch in der Lage, zwei, drei Overtimes mit voller Kraft durchzuspielen. Allerdings dürfte es gegen Oregon eine Steigerung in der Defense brauchen, vor allem das Tackling war suboptimal. Stanford wirkt jedoch physisch in der Lage, Oregons Angriff einzubremsen und wird Heimvorteil genießen: Ein vermutlich ausverkauftes Stanford Stadium – mittlerweile die absolute Rarität, aber dieses Spiel wird enorme Auswirkungen in Pac-12 und BCS-Rankings besitzen.

BCS-Stoff

Pac 12 – #7 Oregon auf der anderen Seite walzte Washington State nieder und setzte dabei vor allem wieder die angeschlagenen QB Darron Thomas und RB LaMichael James ein, ein gutes Zeichen. Nun folgen die beiden Auswärts-Kracher @Wazzou und @Stanford an den nächsten beiden Samstagen.

ACC – Ich hatte es angekündigt: #5 Clemson wird a) kaum ungeschlagen durchkommen und b) gegen Georgia Tech mit seiner Triple-Option-Offense große Probleme bekommen. Gesacht, getan: Die Tigers vergeigten in Atlanta, verloren klar 17-31 und verabschieden sich damit aus dem BCS-Rennen, können jedoch noch über die schwache ACC in die Orange Bowl einziehen, wobei insbesondere in ihrer laschen Atlantic Division nicht viel Konkurrenz wartet und auch der mögliche ACC-Finalgegner #12 Virginia Tech eine alles andere als zufriedenstellende Offense besitzt.

Big 12 – Wenig überraschend ist auch #8 Kansas State, ein klassisch durch schwachen Schedule nach vorne gespültes Team, erstmals geschlagen. Augenöffner ist allenfalls die Klarheit der Heimniederlage gegen die #9 Oklahoma Sooners: 17-58. Und das, obwohl man anfangs recht gut mithalten konnte, ehe ab Ende der ersten Halbzeit sämtliche Dämme brachen und die Sooners trotz Verlust ihres Einser-RB Whaley locker drüberrollten (u.a. 505yds Passspiel für QB Landry Jones).

Big Ten – Die Conference bleibt eine Wundertüte par excellence. #15 Wisconsin entpuppt sich immer mehr als Knallfrosch, verlor gegen die in dieser Saison teilweise armseligen Ohio State Buckeyes und muss nun ernsthaft bangen, überhaupt den Einzug in das B1G-Finale zu erreichen. Denn: Die #21 Penn State Nittany Lions sind Raubkatzen mit mehr als sieben Leben. Unglaublich, wie sich die Elf von Joe Paterno (Karrieresieg Nr. 409!!) durchlaviert, trotz einer inexistenten Offense. Gegen Illinois brauchte es einen geblockten Punt und verschossenes Field Goal eines bis dato fehlerlosen Illinois-Kickers (in der Schlusssekunde an die Stange!), um ein 10-7 herauszuwürgen.

In der anderen Division verloren die von mir so gelobten #14 Michigan State Spartans mit einer anämischen Offensivleistung in Nebraska und brachten dabei keine 200yds Offense zustande. Die Legends Division ist nun völlig offen: Michigan, Michigan State und Nebraska jeweils mit 3-1 Bilanz in der Conference.

SEC – Die Cocktail-Party in Jacksonville bot adäquates Programm auch auf dem Feld: #22 Georgia trotz 14-Punkte-Rückstand am Ende mit einem 24-20 Sieg über Florida, das seine Offense nicht wirklich in die Gänge bekam, hauptsächlich mit gewaltigen Big Plays vorankam, aber insgesamt enttäuschend auftrat. Georgias SEC-Träume hängen allerdings davon ab, dass South Carolina im Schlussspurt eines der folgenden beiden Spiele verliert: @Arkansas, vs. Florida. Die Gamecocks haben in der Zeit nach Garcia/Lattimore auf knackige Defense umgestellt.

#10 Arkansas seinerseits wurstelt sich seit längerer Zeit durch, ist recht abhängig von der Tagesform QB Tyler Wilsons, dürfte aber tatsächlich bereit stehen, wenn sich LSU einen Ausrutscher leistet. Stichwort „At-large“-Einladung in die BCS-Bowls.

Big East – Hier wird der Conference-Sieger ausgewürfelt. #25 West Virginia schlug diesmal die gehypten Rutgers Scarlet Knights, während Syracuse eine Woche nach dem Kantersieg über West Virginia sensationell klar gegen die knüppelharten Louisville Cardinals verlor. Eine Prognose ist ausgeschlossen, weil keine Mannschaft souverän genug wirkt, nicht noch eine oder zwei unmotivierte Niederlagen einzustreuen.

Non-BCS Stoff

C-USA – #17 Houston fuhr auf brutalste Weise über die kleinen Rice Owls drüber: 73-34 mit 534 Pass-Yards und NEUN Pass-Touchdowns für QB Case Keenum. In der C-USA dürfte keine Mannschaft ernsthafte Konkurrenz für Houston bieten (vielleicht Tulsa), man muss in Sachen BCS-Bowls allerdings weiterhin ungeschlagen bleiben.

MWC – Ereignisloses Wochenende, weil #4 Boise State spielfrei hatte und TCU nur ein non-Conference-Spiel bestritt, dabei BYU mit einigen Problemen schlug.

MAC – Toledo war diesmal spielfrei, ist allerdings in Ermangelung ernsthafter Außenseiterkandidaten weiterhin der Favorit und sollte dank zugeneigtem Schedule (Heimspiel gegen den größten Stolperstein NIU) und der zu Saisonbeginn gezeigten Stärke gegen Ohio State und Syracuse aussichtsreichster Kandidat auf den Gewinn der MAC bleiben.

Sun Belt – Die beiden Topfavoriten vor Saisonbeginn, FIU und Troy, matchten sich in einem unterhaltsamen Dienstagspiel, FIU gewann 23-20 in der OT. Allerdings dürften beide Unis keine Chance mehr haben, die Conference zu gewinnen, weil der Aufstand der Zwerge diesmal zu fruchten scheint: Die Winzlinge von Arkansas State, ULL und Western Kentucky mischen seit Wochen die Conference auf und dürften sich letzten Endes den Titel untereinander ausspielen. Wobei vor allem die kleinen Western Kentucky Hilltoppers sich als Dramaqueen herauskristallisiert haben (zwei OT-Siege, eine knappe Niederlage).

WAC – Ich traue Hawaii und dem eigenartigen QB Moniz nicht, daher ist Nevada für mich der klare Favorit in diese Conference.

Independents – Notre Dame mit dem erwartet klaren, nie gefährdeten Heimsieg über die übermannte Navy.