Super Bowl 2012 bei Sat.1

Lt. Meedia.de, das sich auf SportBILD beruft, wird Super Bowl XLVI (5.2.2012) nicht mehr in der ARD, sondern bei Sat.1 übertragen. Schade, weil die ARD in den letzten Jahren immer brauchbarere Superbowl-Sendungen geliefert hat, zuletzt gar recht schnörkellos aus Arlington, und IMHO zu Unrecht von Hardcore-Fanaten an den Pranger gestellt wurde.

Sat.1, das könnte nun heißen: Superbowl mit Werbe-Pausen en masse (wenn Sat.1 frei über die Werbepausen verfügen darf). Der Vertrag soll bis 2014 laufen, also für drei Superbowls. Von den Conference-Finals ist keine Rede.

UPDATE: Angeblich soll der Kommentator Frank Buschmann sein.

Notizblock NFL Woche 12: Patriots@Eagles, Giants@Saints

New England Patriots (7-3) @ Philadelphia Eagles (4-6) [Gamecenter][Gamebook]

Komprimierte nachträgliche Betrachtungen zum Spiel:

Julian Edelman ist jetzt ganz offiziell der Nachfolger von Troy Brown. Er startete wieder als Nickel-Corner, spielt WR in der Offense und Punt Returner. Das größte Problem für die Eagles war die Mitte der Verteidigung. Beinahe jeden Paß hat Brady zu Welker/Gronk/Branch/Hernandez geworfen, wenn sie von einem LB oder Safety verteidigt wurden. Es fehlt natürlich das individuelle Talent auf diesen Positionen, aber individuelle Schwächen kann man immer mit taktischen Mitteln ausgleichen; aus irgendeinem Grund sind die Eagles dazu nicht willens oder in der Lage, das trifft den DC Juan Castillo genauso wie HC Andy Reid (dessen Kopf von den Fans schon im Stadion gefordert wurde). CB Nnamdi Asomugha hat nicht mal jeden zweiten Snap gespielt (angeschlagen) und dann meistens im Slot gegen Gronkowski. Bei den Patriots hat mit Ryan Wendell jetzt schon der 3rd-string Center gespielt (nach Koppen ist jetzt auch Connolly verletzt) und in der zweiten Hälfte hat Nate Solder als RT Sebastian Vollmer ersetzt, der – mal wieder – viel schwächer gespielt hat als letztes Jahr. Das wird aber wahrscheinlich mit seinen Rückenproblemen zusammenhängen. Später, als das Spiel gelaufen war, hat auch Rookie Marcus Cannon (der mit dem Tumor) als RT gespielt und Solder auf links.

Auf der anderen Seite hatte Vince Young zwar am Ende irgendwie für 400 Yards gepaßt, aber trotzdem ein schlechtes Spiel gemacht. In einigen Situationen hatte WR Jackson seinen Verteidiger klar geschlagen, aber durch furchtbare Pässe wurde das nicht ausgenutzt und führte in einem Fall sogar zu einer Interception, in einem anderen zu einem FG statt TD. Die Interception hatte Antwaun Molden, der mit CB Kyle Arrington, DB Julian Edelman, S Sterling Moore und S James Ihedigbo das bildete, was bei anderen Teams die Secondary ist. Die Verteidigung der Patriots scheint unter der Woche nichts anderes zu trainieren als 3rd-Down- und Red-Zone-Defense. „Between the 20s“ könnten sie wahrscheinlich nicht mal ein Lingerie Football Team stoppen, aber irgendwie schaffen sie es immer wieder keine Punkte zuzulassen. Nur zehn Teams in der ganzen NFL haben weniger Punkte zugelassen als New England. Really. Völlig unverständlich war, daß RB McCoy nur zehn Carries bekommen hat. Angeblich kam es an der Seitenlinie dann auch zu einer Auseinandersetzung zwischen OC Marty Mornhinweg und DL-Coach Jim Washburn, der ersteren gefragt hat, ob er noch ganz dicht ist (sinngemaß), dann gabs wohl ´ne kleine Kabbelei und die beiden mußten getrennt werden.

New York Giants (6-4) @ New Orleans Saints (7-3) [Gamecenter] [Gamebook]

[inactives: RB Bradshaw, WR Manningham, LT Beatty, LB Boley; RB Ivory, LB Vilma]

– erster Drive Saints: Fake-FG-Versuch; der Paß von QB Chase Daniel kommt zwar an, reicht aber nicht für ein 1st Down, weil zu viele Giants aufmerksam genug waren

– erster Drive Giants: Eli Manning führt NY recht problemlos das Feld runter, aber in der Endzone macht Backup-LB Will Herring eine großartige Interception gegen TE Jake Ballard

– die Giants-D hat mit NOs Pass Attack alle Hände voll zu tun und vergißt darüber, die RBs zu verteidigen; 2nd Drive: TD Lance Moore

– auch der zweite Giants-Drive ist lang und zeitfressend, aber bis jetzt sind nur 3 Punkte dabei rausgesprungen; beide Verteidigungsreihen finden kein Mittel gegen die starken Angriffe

– NO spielt in der ersten Hälfte fast ausschließlich (außer in Nickel-/Dime-Situationen) ihre 3-4-Base-Defense; nicht, daß man das noch nie gesehen hätte, aber komisch, weil sie in den Spielen, die ich bis jetzt gesehen habe, immer locker durchgewechselt haben zwischen 3-4 und 4-3

– Q2/2:21: im vierten Drive macht NO den zweiten TD; NY findet kein Mittel gegen Brees und RB Daren Sproles

– Q2/0:35: TD Lance Moore, dritter TD von Brees; am Ende zählen nur die Punkte auf dem Scoreboard: die Saints hatten vier gute Drives und 21 Punkte; Giants kamen mit allen fünf Drives bis in New Orleans´ Hälfte und haben nur 3 Punkte

2nd Half

– Q3/10:49: Eli spielt jetzt auch noch ohne WR Nicks (Manningham vor schon vorher raus); das macht ihm aber gar nichts und schon in der ersten Serie der zweiten Hälfte kommt NY nochmal ran auf 10-21

– die Giants-D ist völlig hilflos: die Safeties können nicht tacklen, die LBs können Pässe über die Mitte/kurz hinter die LOS nicht verteidigen und die DL kann Brees nicht unter Druck setzen; nach dem Anschlußtouchdown von NY marschiert Brees mit seiner Offense genauso problemlos wie in der ersten Hälfte übers Feld zum TD (Q2/5:48)

– direkt im Anschluß daran fumblet Backup-RB Scott bei einem 3rd&1; Coughlin challenges, but play stands; sah aber in der Wiederholung nach einer Fehlentscheidung aus, weil Scotts linker Ellenbogen down war; wie auch immer: zwei Spielzüge später stehts 35-10 – game over.

Breaking: DelRio ist gefeuert, Jaguars vor dem Verkauf

[18h55] Die möglichen Nachfolger, die durch den Raum geistern, langen von Brian Billick (extrem unwahrscheinlich, weil gerade bei ESPN um fünf Jahre verlängert) über die üblichen Bill Cowher (dürfte JAX zu unattraktiv befinden und möchte auch GM-Power) bis hin zu einem dark horse wie Tom Coughlin (könnte bei NYG bei erneutem Kollaps abgeschossen werden und war der erste, langjährige Head Coach der Jaguars).

Es gibt auch attraktive Assistenten: Tucker zum Beispiel, der mitverantwortlich für diese fantastische 2011er Jaguars-Defense ist, eine interne Lösung. Oder Rob Ryan, Defensivstratege und Lautsprecher, der Star-Power und schon qua Reputation Kartenverkauf ankurbeln könnte. Die unvermeidlichen Brian Schottenheimer, Jay Gruden oder Russ Grimm könnten auch gehandelt werden.

Die Jaguars sind der unattraktivste Platz nicht: Die Defense zeigt heuer fantastische Ansätze und gehört zum feinsten, was es in der NFL gibt. Auch der junge QB Blaine Gabbert könnte ein Hoffnungsträger sein, obwohl die bisherige Rookie-Saison eher der untersten Schublade zuzuordnen ist (am Montag mehr dazu), dazu gibt es ein ruhiges Umfeld und eine eher durchschnittlich stark besetzte Division für die nächsten 2-3 Jahre.

[18h23] Der neue Mehrheitseigentürmer der Jaguars ist Shahid Khan, der einst auch die Rams mal hatte übernehmen wollen. Ein Pakistani, Unternehmer in der Automobilzulieferindustrie. Khan hat angeblich schriftlich versichert, die Jaguars in Jacksonville behalten zu wollen und sofort GM Gene Smith eine Dreijahres-Vertragsverlängerung gegeben. Quelle: CBS.

[18h01] Ein Engagement DelRios bei UCLA wäre nicht unwitzig. DelRio hat als Student einst bei den USC Trojans gespielt.

[17h43] Vor wenigen Minuten bestätigt: Laut ESPN.com haben die Jacksonville Jaguars Head Coach Jack DelRio gefeuert. Der Interimscoach wird DefCoord Mel Tucker sein. DelRio war einst der Mitgründer der gestern hier so hochgelobten Defensive Line der Panthers, dann seit 2003 Head Coach in Jacksonville, aber aufgrund verschiedener Probleme nie ganz den Durchbruch geschafft (schlechte Quarterback-Entscheidungen, schlechte Drafts in den letzten Jahren). DelRio soll nun sogar als Kandidat für den frei gewordenen Posten bei UCLA gelten.

Der ESPN-Artikel legt zudem nahe, dass die Jacksonville Jaguars wohl verkauft werden (Käufer unbekannt). Dazu soll es noch heute mehr News geben, aber angeblich sollen die Jaguars in Jacksonville bleiben – zumindest vorerst.

College Football: Das Trainerkarussell kommt in Schwung

Auch College Football kennt so was wie seinen „Black Monday“. Ein paar interessante Moves, die da gestern gemacht wurden.

  • UCLA Bruins: Die Bruins schmissen Head Coach „Slick“ Rick Neuheisl, den schon lange umstrittenen Cheftrainer, unter dessen Ägide die Bruins vor allem durch peinliche, hohe Niederlagen zerstört wurden. Pikant: UCLA qualifizierte sich trotz einer 0-50 Schlappe am Samstag im „Stadtderby“ gegen USC für das Finale der Pac-12 (findet am Freitag statt), das Neuheisl nun nicht mehr coachen wird. UCLA dürfte allerdings in Oregon haushoch verlieren, was die bizarre Situation hervorruft, dass die Bruins dann eine 6-7 Bilanz hätten, was im Gegensatz zur 6-6 Bilanz ohne Finalteilnahme eine Bowl-Teilnahme unmöglich macht.
    Die Kandidaten für den UCLA-Job: Wie vor einigen Wochen schon spekuliert, gilt Boise States Chris Peterson als heißer Kandidat. Peterson könnte klar geworden sein, dass es mit den kleinen Broncos so schnell nicht zu Höhenflügen langen könnte (als man überragend war, wurde man in der BCS-Bowls frecherweise auf TCU gematcht) und in Boise stünde ein Umbruch bevor. Andererseits ist UCLA dann auch nicht der Traumjob eines jeden College-Starcoaches: Dort gilt Football nicht als Priorität #1 – UCLA ist eine Top-Bildungsanstalt – und das „Heimstadion“, die berühmte Rose Bowl, steht ein paar Kilometer abseits des Campus und gilt deswegen als sehr ungeliebt.
    Ein zweiter Kandidat wäre Kevin Sumlin, der gerade Houston mit seinem Super-QB Case Keenum zu ungekannten Höhenflügen coacht, aber ohne Keenum nicht viel auf die Reihe gebracht hatte.
    Dritter Kandidat, man höre und staune: Tom Cable. Yep. Der Tom Cable.
  • Ohio State Buckeyes: Der neue Mann an der Front ist also tatsächlich Starcoach Urban Meyer geworden. Meyer, der in den letzten beiden Jahren in Florida nach jeweils großen sportlichen Enttäuschungen (2009 ein SEC-Finaldebakel gegen Alabama, 2010 eine lustlose Saison) gezickt hatte und aus gesundheitlichen Gründen zurückgetreten war.
    Meyer vermisste das Coachen. Meyer könnte den Buckeyes mit seinen Connections in Florida ein bissl vom berühmten „Southern Speed“ abzwacken und das eine oder andere Toptalent aus den Schmieden in den südlichen Sümpfen einkaufen. Die Verpflichtung ist nicht unumstritten: Der renommierte Pat Forde prangert Meyers fehlende Glaubwürdigkeit an – eine recht gute Zusammenfassung der letzten beiden Jahre „Urban Meyer“. Man darf gespannt sein, was Meyer in Columbus aufstellen wird: Meyer gilt als top, wenn „es läuft“. Andererseits verliert der Mann schnell die Lust, wenn Dinge aus dem Ruder laufen und erfindet alle möglichen Ausreden, um sich vom Hof machen zu können.
  • Arizona State Sun Devils: Dennis Erickson ist raus. Erickson ist nicht irgendwer. Erickson coachte einst als „Player’s Coach“ die Miami Hurricanes in ihrer dominantesten Zeit, übernahm von Betonfrisur Jimmy Johnson eine hochkarätige Mannschaft und gewann 89 und 91 den National Title mit den markantesten Mannschaften der großen Hurricanes-Dynastie. In der NFL lief es für Erickson weniger gut, in Seattle und San Francisco waren die Erfolge eher bescheiden. Arizona State galt heuer als „Dark Horse“, enttäuschte aber mal wieder massiv. Für Erickson könnte das das Karriereende sein (der Mann ist, wenn ich das richtig sehe, 64 Lenzen als).
    Als Nachfolger ist mir jetzt noch nichts an interessanten Namen untergekommen.
  • Arizona Wildcats: Beim „Lokalrivalen“ Arizona aus Tucson ein paar Meilen weiter nördlich gab es den Knaller schon letzte Woche, als der in Michigan furios gescheiterte Rich Rodriguez als Nachfolger des glücklosen Mike Stoops eingestellt wurde. Rodriguez’ Verpflichtung trat sofort eines los: Aufmerksamkeit via Twitter-Welle quer durch die Lande. Eine Neuigkeit in Arizona, das bislang auf nationaler Ebene kaum wahrgenommen wurde. Viele glauben, dass das Offensivgenie Rodriguez in Arizona sehr viel leichteres Arbeiten hat als bei den Michigan Wolverines, wo Rudi Assauer und Rainer Calmund jeden Tag ihren Senf in die Suppe streuten und es besser wussten, wie man es anno 76 schon gemacht hätte.
  • Illinois Fighting Illini: Ron Zook gefeuert? Illinois galt heuer lange als Überraschungsteam, war eine zeitlang in den Top-25, ging dann aber ein und verlor die letzten sechs Spiele in der Big Ten. Zook war in Florida einst Nachfolger von Legende Steve Spurrier. Gewann zwar, aber nicht genug. Wurde gehasst. Wurde gefeuert. Urban Meyer kam und sahnte die National Titles ein. Zook war gebrandmarkt und ging nach Illinois, wo er nie akzeptiert wurde. Aber eines hat der Mann vorgemacht: Er hat Top-Recruits aus Florida ins windige Illinois geholt. Urban Meyer wird zugeschaut haben.

Andere Universitäten, die auf Trainersuche sind: FAU, wo sich der 78jährige Howard Schnellenberger, Architekt der Miami-Dynastie (die später von Johnson und eben Erickson zu ungekannten Höhen getrieben wurde), schon im Sommer zurückgezogen hatte. Schnellenberger holte am Samstag wenigstens noch einen Saisonsieg, verhinderte eine peinliche 0-12er Saison zum Abgang. Ole Miss, wo Houston Nutt gegangen wurde. Memphis und Akron, zwei Bodensatz-Programme, wo die jeweiligen Coaches Larry Porter und Rob Ianello bereits im Sommer vor meutereiähnlichen Zuständen in der eigenen Mannschaft gestanden hatten.

Und die University of Alabama/Birmingham (UAB Blazers). Dort wurde Neil Callaway gefeuert. UAB hat als Programm ein Problem: Es ist im Hochschulsystem von Alabama so eingegliedert, dass die relevanten Entscheidungen ein paar Kilometer weiter südwestlich getroffen werden. In Tuscaloosa, bei den Alabama Crimson Tide. Die wollen sich natürlich nicht so was wie eine kleine Konkurrenz heranzüchten. Der großartige Paul Myerberg hat darüber vor Wochen einen exzellenten Artikel geschrieben.

Bei Penn State wird man schauen, ob Interimscoach Tom Bradley behalten wird. Ich bin jetzt nicht so in der Diskussion drin, aber ich habe bislang nichts über die dortige Situation gehört, außer dass Al Golden bei den Miami Hurricanes bis 2020 (?) verlängert hat. Golden galt nun jahrelang als Favorit auf Joe Paternos Nachfolge.

Die New Mexico Lobos haben den ehemaligen NotreDame-Headcoach Bob Davie verpflichtet. Davie sagt mir jetzt als Coach nicht viel, war 11 Jahre lang kein Coach mehr, aber unerfolgreicher als andere Trainer der Fighting Irish in den letzten 20 Jahren war auch Davie dort nicht.

Wenn ich mir die allgemeine Unzufriedenheit anschaue, die im College Football aktuell herrscht, werden das nicht die letzten Moves geblieben sein. Insbesondere in der MAC gab es in den letzten Jahren regelmäßig regelrechte Wüteriche in den Sportdirektorien, wo Coaches nach 1-2 Jahren sofort wieder per Knopfdruck auf der Straße lagen.

MNF, #12: New Orleans Saints – New York Giants

Ich präsentiere: Saints (7-3), halbes Spiel Vorsprung in der NFC South, vs. Giants (6-4), halbes Spiel Rückstand in der NFC East. Das heutige Monday Night Game hat nicht nur Auswirkungen auf die jeweiligen Divisionen, sondern könnte auch noch nicht unwesentlich zum Thrill um die NFC-Wildcards beisteuern, die kaum unter 10-6 weggehen dürften.

Aber irgendwie habe ich die Befürchtung, dass man bei zwei so wechselhaften Mannschaften abseits des Ergebnisses nicht allzu viel ablesen wird können. Die Giants kommen von einer Heimniederlage gegen die Eagles, die viel übler war als es das Ergebnis vermuten ließe, wackelten zuletzt bedrohlich häufig, gelten aber unter der Führung des QBs Eli Manning trotz allem als mittlerweile potent genug, um immer mal wieder einen Kracher rauszuhauen, selbst nach einer mickrigen Vorstellung wie gegen Philadelphia. Da kann man auch schon gegen eine schwache Run-Defense auf RB #44 Bradshaw verzichten (Bradshaw fällt aus).

Die Saints haben ihre spielfreie Woche hinter sich und werden sich gegen New York wieder einen Wolf werfen. QB Drew Brees ist auf dem Wege, als erster Quarterback der Ligageschichte zum zweiten Mal über 5000yds über die Saison zu werfen und könnte sogar den Pass-Rekord Dan Marinos brechen (5084yds). Volle Power über die Luft, heißt auch: Es werden putzige Grabenkämpfe, wenn Brees‘ Offensive Line Spielzug für Spielzug gegen New Yorks Pass-Rush bestehen muss.

02h30 geht es los, ESPN America und SPORT1+ übertragen LIVE. Wiederholungen morgen, 18h30 bei ESPNA, 16h20 bei SPORT1+.

We don’t care about our facial hair.

Bis heute genießt eine Unit im Football bei mir einen Ruf wie Donnerhall: Die Defensive Line der Carolina Panthers von 2003/04. Mike Rucker. Brentson Buckner. Christopher Jenkins. Julius Peppers. Und der Joker Shane Burton. Wo heute die Detroit Lions mit Suh und Vandenbosch Rabatz machen, war dieses Quintett einst das Kernstück einer Superbowl-Mannschaft, die trotz mäßiger Rest-Defense und ohne nennenswerte Offense mindestens eine Hand an der Lombardi Trophy hatte.

Der beste von allen war #77 Kris Jenkins, der höchst verletzungsanfällige Defensive Tackle, aber wenn fit ein Monster von einem Athleten, von zwei Offensive Linern kaum zu blocken. Wer es noch nicht kennt: Sports Science hat mal via Jenkins die Kräfte gemessen, die in den NFL-Schützengräben wirken. Gleich faszinierend wie erschreckend.

Kris Jenkins ist heuer im Sommer nach der xten schweren Verletzung zurückgetreten (worden), hat nun sein Kinesiologie-Studium abgeschlossen und für die New York Times einen spannenden Vierteiler über das Leben eines Defensive Liners geschrieben. Einblicke in die Psyche eines Jungprofis, warum Mangini ein Arschloch, Kunstrasen ein Verbrechen und Footballtrainer wie Zuhälter aus einer anderen Zeit sind, über Gewerkschaften auf den Straßen von Michigan, Omertá im Medizinschrank und das stille Geheimnis der Patriots – ich hatte Jenkins, der Naturgewalt, einen kritischen Geist ehrlich nicht zugetraut.

Lese- und Nachdenktipp.

(Disclaimer: Der zweite Teil des HGH-Absatzes überzeugt mich nicht. Aber da mache sich jeder sein eigenes Bild über die Muskelkonzentrationen, die heutzutage schon zwei Monate vor dem NFL-Draft auf der Waage stehen.)

NFL-Wk 12, 2011/12: Mahlzeit

Der heutige NFL-Abschluss des Thanksgiving-Wochenendes fühlt sich eher „lauwarm“ an. Die 19h-Partien sind so wenig prickelnd, dass bei ESPN America der Krisengipfel NY Jets – Buffalo als Livespiel herhalten muss. Dazu hat schon heute Vormittag Herrmann die Einleitung gegeben.

Die restlichen TV-Spiele.

Oakland Raiders – Chicago Bears

22h15 LIVE bei ESPN America und SPORT1+
Montag, 12h30 Tape bei ESPN America

Im Mittelpunkt stehen für mich die beiden Quarterbacks. Bei den Raiders hat sich der teuer eingekaufte #3 Carson Palmer richtig gut eingelebt und nach ein paar Interceptions zum Warmwerden zuletzt drei großartige Spiele gezeigt. „Großartig“ weniger in den Stats (50/78 für 795yds, 6 TD, 4 INT), aber Palmer soll leichtfüßiger denn je und brutal gute Pässe in brutal enge Deckungen werfen. Zumindest gingen Andy Benoits Beobachtungen im CBS-Podcast in diese Richtung. Und wenn Andy Benoit das behauptet, dann glaube ich das. Einfach so.

Oakland hat nicht schnelle Wide Receivers. Oakland hat Sprinter. Palmer besitzt den Arm für die tiefen Bälle. Wenn Palmer nun auch noch flink genug ist, um der ersten Druckwelle auszuweichen, riecht es gegen die eigenartigen Abwehrschemen der Bears nach mehreren Big Plays.

Die Bears müssen  wochenlang an dem am Daumen verletzten QB Jay Cutler verzichten, weswegen wir hier die Rückkehr des Caleb Hanie erleben werden. Hanie war sowas wie ein moralischer Sieger des NFC-Finals 2010/11, wurde damals in eine tote Mannschaft geworfen, nachdem Cutler mit Knieverletzung und Backup Collins mit Inkompetenz raus waren, und Hanie spielte meiner Erinnerung nach richtig ordentlich, trotz zweier INTs. Unter Hanie lief die Offensivmaschine der Bears in jenem Spiel gegen Green Bay am besten.

Für Hanie werden es entscheidende Wochen: Am Saisonende läuft sein Vertrag aus. Gewinnt er drei der sechs Spiele, könnte Chicago in die Playoffs marschieren und Hanie irgendwo einen teuren Vertrag kassieren. Spielt er schlecht, könnte die Laufbahn zu Ende sein.

Die Bears haben nach der Lions-Niederlage die große Chance, einen Vorsprung herauszuarbeiten, aber man darf skeptisch sein, ob das ausgerechnet bei den aufsteigenden Oakland Raiders passieren wird.

Kansas City Chiefs – Pittsburgh Steelers

02h20 LIVE bei ESPN America und SPORT 1+
Montag, 18h30 Tape bei ESPN America
Mo/Di, 00h00 Tape bei SPORT1+

Auch hier ist ein Quarterback im Fokus: Tyler Palko, der Mann, der in New England nicht katastrophal debütierte, aber unter Druck aussah wie die Hühner im Nachbarsstall. Palko bekam kürzlich mit Kyle Orton den neuen Starter vorgesetzt, nachdem die Matt Cassell diese Saison abschenken wird, aber Orton wird heute kaum eingesetzt werden. Will heißen: Man kann eine druckvolle Steelers-Defense erwarten, die den Linkshänder Palko aus dem Konzept bringen wird. Ich sehe nicht, wie die recht biedere Chiefs-Offense dann noch punkten will. Pittsburgh dürfte also leichtes Spiel haben, sollte eigentlich mit einer grundsoliden Offensivleistung locker durchmarschieren können.

ESPNA: Aufzeichnungen von morgen

  • 10h30: NY Jets – Buffalo
  • 12h30:Oakland -Chicago
  • 14h30: San Diego – Tebow. Duell in der AFC West, was eigentlich per definitionem jegliche weitere Prognose verbietet. Kann Fox auch in San Diego einen Sieg heraustebowtieren?
  • 16h30: Philadelphia – New England. Kurze Einführung habe ich bei Football-Austria geschrieben.
  • 18h30: Sunday Night Game

Mahlzeit.

NFL Woche 12 Preview: Buffalo Bills – New York Jets

Beide Teams haben mit einem Record von 5-5 noch Chancen sich eine Wild Card in der AFC und beide Teams haben auch noch Chancen, die AFC East zu gewinnen, in der New England derzeit noch zwei Spiele Vorsprung hat. Aber vor allem für Buffalo siehts düster aus, nachdem sie die letzten drei Spiele gegen die Jets, Cowboys und Dolphins mit einem kumulierten Score von 26-106 (!) verloren haben. Die Bills hatten dabei nicht nur große Probleme in der Verteidigung, die auseinander zu fallen scheint, sondern auch mit ihrem Angriff, der in einem riesengroßen Loch steckt. Und zu allem Überfluß ist RB Fred Jackson jetzt auch noch auf IR gelandet, nachdem sich die Verletzung, die er sich letzten Sonntag im Spiel gegen Miami zugezogen hat, als gebrochener Knochen gerausgestellte.

Jackson ist der wichtigste Spieler der Offense (er holt mehr als 40% aller Yards) und war zur Saisonhalbzeit auf einigen Shortlists zur MVP-Wahl. Weil man dem einstigen First Round Pick C.J. Spiller noch nicht recht vertraut, hat man letzt Woche noch Tashard Choice verpflichtet, der damit in dieser Saison schon seinen dritten Arbeitgeber hat nach Engagements in Dallas und Washington. Auf IR trifft Jackson sich mit dem MVP der Defense – Nose Tackle Kyle Williams. Außerdem auf IR sind Center Eric Wood, LB Shawn Merriman, CB Terrence McGee und WR Donald Jones. Die Bills sind insgesamt ein junges, talentiertes Team, aber sie haben einfach nicht die Tiefe, um so viele Ausfällt kompensieren zu können. Ohne Jackson ist die Offense nur halb so viel Wert, zumal QB Ryan Fitzpatrick zur Zeit unter der bekannten „Nach-großem-Vertrag-unterschreiben-Schwäche“ leidet.Und jetzt müssen die Bills auch noch ausgerechnet in die Meadowlands, wo die Jets-D wartet.

Bei den Jets ist es wie immer, seit Rex Ryan das Sagen hat: die Defense spielt zeitweise überragend und haut die stotternde Offense immer mal wieder raus. Wenn die Verteidigung mal einen schlechten Tag hat, geht das Spiel auf jeden Fall verloren, weil QB Mark Sanchez sich einfach nicht weiterentwickelt, das Laufspiel nicht mehr so stark ist wie in den vergangenen Jahren und man sich beim Playcalling von OC Brian Trottelheimer manchmal fragt, ob er auf Drogen ist. Letzte Woche ist bekannt geworden, daß Schottenheimer vor Saisonbeginn eine Vertragsverlängerung um ein Jahr bekommen hat – heimlich. Das wollte das Management den Fans scheinbar nicht zumuten.

Die Defense ist eine perfekt harmonierende Mischung aus hervorragenden Schemes und individuellem Talent in allen three levels. In der Secondary Darrelle Revis und Safety Jimmy Leonhard; in der D-Line Mike DeVito und Sione Pouha und dazwischen die LBs David Harris und Bart Scott. Zwar fehlt ein richtig guter Pass Rusher, aber die Coverage und die Zone-blitzes können das oftmals ausgleichen (und Aaron Maybin, einer der größten Draft Busts aller Zeiten, scheint Talent und Freunde wiedergefunden zu haben).

New York geht als ganz klarer Favorit in dieses Spiel – und wenn sie es verlieren, wird in den Medien die Hölle los sein, da es die dritte Niederlage in Folge wär und überhaupt kein Fortschritt zu erkennen ist. Allerdings ist für beide Mannschaften selbst bei einer Niederlage der Playoffeinzug nicht furchtbar weit weg, weil aus der AFC West und AFC South wohl kaum jemand um die Wild Cards mitspielen wird. Und beide Teams haben nur jeweils ein Spiel gegen Mannschaften mit einem positiven Record.

Rivalry Weekend 2011: Preview Samstag/Sonntag

Wenn ich die irrsten Footballspiele abzähle, die ich bis dato gesehen habe, dann werde ich irgendwann beim Runterzählen an der rechten Hand auf die Iron Bowl 2010 zu sprechen kommen, als die Alabama Crimson Tide um 21h30 abends bereits das fünf Meter tiefe Loch ausgebuddelt hatten und um 22h15 Sargnägel und Kerzen ins Stadion gefahren hatten – um dann eineinhalb Stunden später selbst im Sarg zu liegen! 24-0 geführt, 30m offene Wide Receivers, potenzielle TD-Drives noch und nöcher per Fumbles und Turnovers verschenkt, und am Ende rächte sich Cameron Newton mit einem Comeback der Extraklasse. Eineinhalb Monate später hatte der Erzfeind Auburn den Titelverteidiger Alabama entthront.

Ein Jahr später gibt es keine Zweifel: #2 Alabama wird #24 Auburn zertrümmern. Wurscht, dass man auswärts im Jordan Hare Stadium zu Auburn spielen muss. Wurscht, dass sich Safety Will Lowery kürzlich mit Kreubandriss verabschieden musste. Wurscht, dass Auburn mit seiner jungen Mannschaft phasenweise besser spielte als erwartet. Purpurrot wird die Tigers in der Iron Bowl 2011 in Grund und Boden spielen, darin sind sich Anhänger beider rivalisierter Fanlager ungewohnt einig – für Alabama dürfte ein klarer Sieg zum Einzug in das BCS-Endspiel („Re-Match“!) reichen, sollte nicht nächste Woche Oklahoma State die Sooners in Grund und Boden spielen.

Alabama – Auburn. Heute Abend um 21h30 LIVE bei ESPN America. Stimmungseindrücke kann man bereits ab 15h sammeln, wenn der College GameDay aus Auburn übertragen wird.

Klassiker, die zweite

Bereits um 18h LIVE/ESPNA kommt die größte Rivalität des US-Nordens, Michigan Wolverines – Ohio State Buckeyes. Als die Big Ten Conference zur heurigen Saison zwei Divisionen einführte, warf man sämtliche geographischen Logiken über Bord und kreierte zwei sinnfreie Divisionen „Legends“ und „Leaders“, nur um diese beiden Universitäten nicht in die selbe Division stecken zu müssen und ein Conference-Finale zwischen Michigan und Ohio State wenigstens theoretisch zu ermöglichen.

Für dieses Jahr sind beide zwar bereits eliminiert. Trotzdem geht es im „Big Game“ noch um einiges: Michigan erlebte in den letzten Jahren immer und immer wieder deprimierende Pleiten gegen die Buckeyes, gilt heuer jedoch erstmals seit langer Zeit wieder als Favorit und hätte mit einem Heimsieg sogar eine reelle Außenseiterchance auf eine BCS-Bowleinladung. Die Wolverines spielen unter dem neuen Head Coach Brady Hoke eine gepflegte Defense, während der Angriff um den ultimativen Scrambler QB Denard „Shoelace“ Robinson seltener den Ball hergibt als gewohnt.

Ohio State war wochenlang eine halbwegs positive Erscheinung der Saison. Man muss wissen, dass die Erwartungen nach all den Skandalen in der Offseason (Pryor, Tressel und Konsorten) an einem Nullpunkt gewesen waren, aber Ohio State hielt sich mit einer soliden Defense lange Zeit irgendwie über Wasser. Die beiden jüngsten Niederlagen gegen Purdue und Penn State haben die Saison dann allerdings doch etwas zerschossen und Gerüchte über eine Verpflichtung Urban Meyers deutlich intensivieren lassen.

Das vermutlich letzte oder vorletzte Spiel unter dem Interimscoach Luke Fickell könnte die Saison jedoch noch retten, indem man den Erzfeind auf dessen Spielfeld kaltstellt und mit erhobenem Haupt gen Bowl Season fährt.

Klassiker, die dritte

Um 02h LIVE/ESPNA aus dem Stanford Stadium zu Palo Alto: #6 Stanford Cardinal – #22 Notre Dame Fighting Irish. Stanford ist nach den verrückten Ereignissen der letzten Woche plötzlich wieder an #6 gerankt und hat noch eine winzige Außenseiterchance auf das BCS-Finale, kann sich mit einem Heimsieg in dieser jungen Rivalität über Notre Dame aber wenigstens noch unverzichtbar hinsichtlich „at-large“-Einladung für die BCS-Bowls machen. Und wer weiß: Sollte Oregon überraschend den „Civil War“ gegen Oregon State verlieren, bekommt man sogar am nächsten Samstag ein Heimspiel um den Titel in der Pac-12, der das Ticket in die prestigeträchtige Rose Bowl bedeutete.

Nicht unwichtig ist das Spiel auch für QB Andrew Luck. Der sichere #1-Draftpick ist im Rennen um die Heisman Trophy in den letzten Wochen ins Hintertreffen geraten und scheint in der Wahrnehmung mittlerweile vom furiosen Baylor-QB Robert Griffin III überholt worden zu sein. Luck spielt bisher eine recht „leise“ Saison, könnte sich mit einem großen Spiel gegen die nicht zu unterschätzende Defense Notre Dames noch einmal in den Vordergrund spielen.

(auch morgen, 12h als ESPNA-Tape)

Aufzeichnungen heute Vormittag

Seit 7h30 läuft #21 Nebraska – Iowa bei ESPNA. Beide sind bereits aus allen Titelträumen gerissen. Um 10h bringt ESPNA Miami – Boston College, für beide das letzte Spiel des Jahres: Boston College ist seit Wochen von der Bowl Season eliminiert, währen die Canes kürzlich ihren freiwilligen Verzicht auf die Bowl Season bekannt gaben. Grund: Der massive Canes-Skandal vom Sommer („Nevin Shapiro“).

Aufzeichnungen morgen Vormittag

Um 7h bringt ESPNA #23 Georgia Tech Yellow Jackets gegen #13 Georgia Bulldogs. Für beide geht es im Spiel mit dem putzigen Namen “Clean, Old-Fashioned Hate” um nicht mehr als Ehre – also um alles! – wobei Georgia für nächste Woche noch das SEC-Finale vor Augen hat. Georgia Tech ist mit seiner famosen Triple-Option/Flexbone-Offense in der ACC bereits draußen, aber dank selbiger auch immer wieder ein Hingucker.

Um 9h30 bei ESPNA das wichtige Spiel #16 Wisconsin Badgers – #19 Penn State Nittany Lions im direkten Duell um den Gewinn der Leader Division in der Big Ten Conference. Um Wisconsin ist es nach zwei Freak-Niederlagen Ende Oktober zuletzt sehr leise geworden, obwohl QB Russell Wilson und RB Montee Ball immer noch unglaubliche Stats produzieren. Penn State ist das Gegenteil, steht unter argem medialen Beschuss, hofft, mit einer inexistenten Offense, aber großartigen Defense, in Madison bestehen zu können und sich für das Conference-Finale nächsten Samstag gegen Michigan State zu qualifizieren. Ganz Amerika scheint auf einen Badgers-Sieg zu hoffen, da niemand die befleckten Nittany Lions in der Rose Bowl sehen möchte.

Um 19h schließlich bei Eurosport 2 die Aufzeichnung von IndianaPurdue („Old Oaken Bucket“).

Eierlese

Rivalries, die wir nicht zu sehen bekommen, zumindest nicht heute oder morgen: Florida-FSU („Sunshine Showdown“), Oregon-Oregon State („Civil War“), Washington-Washington State („Apple Cup“), South Carolina-Clemson, Virginia-Virginia Tech, Mississippi State-Ole Miss und USC-UCLA, die einzige richtig “urbane” Rivalry.

Bill Simmons‘ Grantland fährt dafür seit Tagen eine Sonderserie über einige dieser großen Rivalitäten, auf die hier verwiesen sei:

Programm-Überblick

Samstag

07h30 CFB Tape ESPNA: Nebraska – Iowa
10h00 CFB Tape ESPNA: Miami/FL – Boston College
12h30 CFB Tape ESPNA: Arizona State – Cal
15h00 CFB live ESPNA: College GameDay aus Auburn
18h00 CFB live ESPNA: Michigan – Ohio State („The Game“)
21h30 CFB live ESPNA: Auburn – Alabama („Iron Bowl“)
02h00 CFB live ESPNA: Stanford – Notre Dame

Sonntag

07h00 CFB Tape ESPNA: Georgia Tech – Georgia („Clean, Old-Fashioned Hate“)
09h30 CFB Tape ESPNA: Wisconsin – Penn State
12h00 CFB Tape ESPNA: Stanford – Notre Dame
19h00 CFB Tape Eurosport2: Indiana – Purdue („Old Oaken Bucket“)

Black Friday 2011: LSU Tigers – Arkansas Razorbacks

F5-Ersatzbutton schonmal vorab installiert.

[00h07] Endstand LSU Tigers 41, Arkansas Razorbacks 17.

Beeindruckende zweite Halbzeit für Louisiana State. In dem Moment, als Arkansas etwas eindimensionaler werden musste, war das Spiel gegessen, weil LSU mit seiner wuchtigen Front Seven (oder Front 8, wie man es nennen will) mächtig Rabatz machen konnte und Wilson überhaupt keine Zeit mehr zum Atmen gab. Bis auf den einen langen 60yds Pass war für die Hogs nichts zu holen, sogar die vermeintlich wichtige INT war eher eine Fehlentscheidung der Referees. LSU wird nun im Gegensatz zu Alabama das BCS-Endspiel betreiten müssen.

[00h02] Nehmen sie nicht und knien ab.

[23h59] #7 Mathieu mit dem nächsten Turnover. Jetzt ist Mr. Interception Jarrett Lee im Spiel, wenn LSU noch einmal mindestens drei Punkte mitnehmen wird.

[23h53] LSU 41, Arkansas 14. Miles nimmt drei „Style-Points“ mit, sollte der unwahrscheinliche Fall einer Niederlage im SEC-Fall eintreten und die eine oder andere Wählerstimme gebraucht werden.

[23h40] LSU 38, Arkansas 17/Q4 10:09. ES ist nicht mal relevant, wie hoch die Niederlage ausfallen wird. Die Hogs werden keine BCS-Bowl spielen in diesem Winter.

[23h35] Sargnagel. QB Wilson überwirft tief seinen Abnehmer, CB #17 Morris Clairborne mit der INT.

[23h30] LSU 31, Arkansas 17/Q4 11:04. Arkansas‘ Defense sieht geschlagen aus. Louisiana State konnte mit zwei Handvoll Laufspielzügen praktisch ohne Pass-Bedrohung über die Defensive Line drüberwalzen. Ob sich das Thema dieser Saison wieder wiederholt: LSU zermürbt Gegner und legt erst Ende drittes und viertes Viertel die ganz großen Big Point aufs Tablett?

[23h20] Hogs-QB Tyler Wilson soll eine Nackenverletzung haben. Ob das die plötzlichen massiven Protection-Probleme der Razorbacks gegen den stürmischen Pass Rush erklärt? Arkansas musste tief aus der eigenen RedZone punten.

[23h15] LSU 24, Arkansas 17/Q3 2:14. Les Miles wird mal wieder seinem Ruf gerecht und spielt ein 4th down via Gedränge aus. Einen Spielzug später nützt LSUs Laufspiel einen individuellen Fehler in der Linebackerschaft aus, bringt an der GoalLine den Ball aber überraschend nicht in die EndZone. Massiver Stand der Hogs, deren Defense schon gegen Bama richtig gut aussah – damals aber nur streckenweise, nicht über drei lange Viertel.

[23h00] LSU 21, Arkansas 17/Q3 7:42. Arkansas antwortet mit einem 60yder für WR #11 Cobi Hamilton, aber viel beeindruckender ist Wilson kurz danach: Mit einem massiven Hit in Erwartung einen tollen Ball für den Tight end über die Mitte gefeuert (LSU #22 damit by the way ab sofort „dirty“ zu nennen).

Arkansas kriegt am Ende nur ein Field Goal, weil der Trainerstab an der GoalLine die grandiose Idee hat, Wilson gegen einen laufstarken Backup-QB auszutauschen, der den Snap fumbelt und um ein Haar dann auch den Turnover provoziert hätte. Wellental der Emotionen, aber ein wunderbares, spannendes, intensives Spiel.

[22h48] INT für #5 Thomas! Big Play für die Arkansas Razorbacks, das dem Spiel nur gut tut – allerdings: Thomas‘ linker Fuß sah bei der INT sehr „draußen“ aus. Nicht im Bild, aber die beiden TV-Einstellungen lassen nur einen logischen Schluss zu: Hätte nicht zählen dürfen. Für die Tigers natürlich bitter, nachdem sie 3rd down um 3rd down um 3rd down verwertet hatten und die Defense langsam an den Rand Verzweiflung gebracht hatten.

[22h20] Halbzeit LSU Tigers 21, Arkansas Razorbacks 14.

Die Emotionen kochen in diesem fantastischen Footballstadion in Louisianas Hauptstadt. Arkansas macht mir nicht den Eindruck, nicht gegen diese Defense punkten zu können und sollte noch entsprechend Rabatz machen können. Allerdings kriegt LSU nach der Pause als erstes den Ball – ich würde allerdings aus den letzten beiden Drives nicht allzu viel herauslesen. Im dritten Viertel wird die Szenerie erstmal etwas runtergekühlt sein und die Razorbacks sollten sich etwas mental erfangen haben.

[22h10] Da strömen ja Bäche an Adrenalin durch das Tiger Stadium! Arkansas wird beim Kickreturn an der eigenen 9 (!) niedergemacht – nur Lundqvist/Danielson können die Fresse nicht halten, quasseln sich einen ab und ruinieren den Moment.

[22h07] LSU 21, Arkansas 14/Q2 0:59. Plötzlich funktioniert alles bei den LSU Tigers, QB Jefferson mit rattenscharfen Bällen auf völlig offene Wide Receivers in kollabierenden Zonendeckungen. WR #10 Sheppard kann locker einlaufen, LSU mit dem dritten TD in Serie, Death Valley on fire.

[22h02] „Big Play“ Tyronn Mathieu, die zweite: Schlägt den gerade wieder in Schwung gekommenen Hogs den Ball aus der Hand, 1:59 vor der Pause kriegt LSU an der eigenen 34 den Ball. Mathieu ist heuer als Wundermann berühmt geworden, machte unglaublich viele Return-TDs und erzwungene Fumbles. Wäre ein Heisman-Trophy Kandidat geworden, wäre er nicht wegen Kiffen gesperrt geworden und hätte in just jenem Spiel nicht der „andere“ Cornerback, Claiborne, das Spiel seines Lebens gemacht.

[21h53] Angeblich Gary Danielson mit einem Philsimms-Moment:

Als der Punt unterwegs war: Another effective punt! Wow!
Beim Blick auf den Return: A bad directional punt.

[21h51] LSU 14, Arkansas 14/3:24. „Big Play“ Tyrann Mathieu hat wieder zugeschlagen, 92yds Punt Return zum Touchdown returniert.

[21h44] LSU 7, Arkansas 14/Q2 6:15. LSU mit einem sehr langen Drive, viele 3rd downs verwertet, aber recht rund scheint es nicht gewesen zu sein, u.a. ein gefumbelter Pitch („lateral“), der zufällig zu einem 1st down führte. Damit dürfte sich das Momentum vorerst etwas von Arkansas abgewandt haben, der Drive dauert in realiter über eine Viertelstunde.

[21h28] UPSET-Alert in Baton Rouge. LSU 0, Arkansas 14/Q2 12:11. RB Ford wird bei einem Rollout nach rechts das Ei aus der Hand geschlagen, #45 Highsmith pflückt das Ei direkt aus der Luft und returniert 47yds in die EndZone. Null zu vierzehn, auch wenn LSU meist erst im dritten Viertel richtig ins Rollen kommt: Das Brett ist nicht mehr das dünnste.

[21h24] Die #8 Houston Cougars werden ihr Auswärtsspiel bei Tulsa haushoch gewinnen, führen später im Schlussviertel 41-16. QB Case Keenum mit bereits 5 TD-Pässen, wird damit im Heisman-Rennen 2011 (auch genannt „Aufstand der Zwerge“) noch weiter nach oben katapultiert. Houston muss nun noch nächste Woche das C-USA Finale gewinnen und hat einen Fixplatz in einer BCS-Bowl garantiert.

[21h17] Louisiana State 0, Arkansas 7/Q2 14:54. QB Tyler Wilson findet gegen zu schwachen Pass Rush über die Spielfeldmitte WR Jarius Wright.

[21h12] Ende des ersten Viertels in Baton Rouge. Arkansas ist die bessere Mannschaft bis dato, vor allem dieser QB Tyler Wilson ist sehr beweglich und entfleucht dem Pass Rush, scrambelte für 1st down und fand bei einem eigentlichen „Broken Play“ im Nachfassen seinen Wide Receiver. LSU mit Starter Jordan Jefferson bislang aus dem Spiel genommen, fällt nicht mehr als Laufspiel durch die Spielfeldmitte ein.

[20h44] ESPN America wird in Kürze einsteigen.

Black-Friday Preview 2011

Der „Black Friday“ 2010 ist bis heute die großartigste Football-Nacht in meiner Erinnerung: Unterstützt vom brutalsten Zahnschmerz ever bis Samstagnachmittag keine Chance, auch nur das entzündete linke Auge zuzubringen, und sämtliche schmerzlindernden Gesüffe aus Muttis Schrank verpufften wirkungslos, aber die Glotze bot adäquates Programm: Nacheinander das unglaubliche Auburn-Comeback in der Iron Bowl, die Super-Offense der Oregon Ducks gegen Arizona und am frühen Morgen die Fehlkicks des Kyle Brotzman in der Boise-Niederlage zu Reno/Nevada. Zweimal Herzschmerz, aber was liebt man mehr als tragische Helden und Augenblicke, die sämtliche Skripts über Bord schmeißen? Sport kann so wunderbar irrational sein. Manchmal regnet es Klaviertastaturen. Gäule kotzen im Kleiderschrank. Und ehe du dich versiehst, hast du einen Zwanzigpunktevorsprung gegen ein geschlagenes Team verschenkt.

Heute ist Black Friday 2011.

BCS-Watch/Woche 13

Das vergangene Wochenende hat die BCS erschüttert, Probleme gelöst und neue Probleme geschaffen. Beginnend mit der überraschenden oder doch nicht so überraschenden Niederlage der Oklahoma State „Gunners“ bei Iowa State, über das ruinierte Comeback der heimstarken Oregon Ducks bis hin zu „RG3“ und seinen Baylor Bears war alles dabei, was College Football so einzigartig macht. Zwerge, die sich auflehnen und die Großen von den Rängen schießen. Und plötzlich stehen wir da und erleben das „kleine“ Spiel des Jahrhunderts: #1 LSU Tigers gegen #3 Arkansas Razorbacks. Die BCS vor dem heutigen Abend:

#1 Louisiana State (11-0)
#2 Alabama (10-1)
#3 Arkansas (10-1)
#4 Oklahoma State (10-1)
#5 Virginia Tech (10-1)
#6 Stanford (10-1)
#7 Boise State (9-1)
#8 Houston (11-0)
#9 Oklahoma (8-2)
#10 Oregon (9-2)

Der Landesmeister 2011/12 wird ausgewürfelt. Es gibt unwiderlegbare Argumente für diejenige Finalpaarung, die sich im selben Moment von allein verbietet. Dreimal SEC-West in den Top-3. Virginia Tech an #5, obwohl man vom einzigen nennenswerten Gegner im Schedule, Clemson, haushoch abgeschossen wurde. Oregon fünf Plätze hinter der Mannschaft, die man wenige Tage zuvor in Grund und Boden gespielt hatte. Mittendrin die beiden Zwerge Boise und Houston und die Frage, was wohl passiert wäre, hätten die Broncos das Field Goal gegen TCU versenkt.

Louisiana State Tigers – Arkansas Razorbacks

21h30 LIVE bei ESPN America (Achtung: Kickoff ist um 20h30!)

Da braucht man das Informations-Sieb, um aus den zahlreichen Storylines zu diesem Spiel die richtigen Kanäle aufzumachen. #1 LSU gegen #3 Arkansas. Drei Wochen nach dem „Spiel des Jahres“ bei Alabama der nächste Kracher für die Tigers gegen einen Rivalen („Battle for the Golden Boot“) – und es ist eine Partie mit je nach Ausgang unter Umständen bizarrsten Konstellationen für danach.

Nehmen wir die SEC-West, die „Powerhouse“-Division des College Football dank der drei Top-Kräfte:

  1. Louisiana State (SEC-Bilanz: 7-0)
  2. Alabama (6-1)
  3. Arkansas (6-1)

LSU hat bei Alabama gewonnen. Alabama hat Arkansas abgeschossen. Wenn LSU heute gewinnt, gibt es keine Diskussionen. Wenn aber LSU heute verliert und Alabama wie gemeinhin erwartet in Auburn gewinnt, bricht Anarchie aus, müsste der achte (!) Tie-Breaker zur Entscheidungsfindung herhalten. Ein Tie-Breaker, der nur und ausnahmslos im College Football jemals ausgedacht werden konnte und selbst FIFA-Strategen erblassen lässt:

The tied team with the highest ranking in the Bowl Championship Series Standings following the last weekend of regular-season games shall be the divisional representative in the SEC Championship Game, unless the second of the tied teams is ranked within five-or-fewer places of the highest ranked tied team. In this case, the head-to-head results of the top two ranked tied teams shall determine the representative in the SEC Championship Game.

Hieße: Das BCS-Ranking entscheidet. Der am schlechtesten Platzierte aus dem Trio fiele automatisch raus. Der Zweitplatzierte gewinnt den Tie-Breaker mit dem Erstplatzierten, wenn er nicht weiter als fünf Plätze dahinter im BCS-Ranking klassiert ist und das direkte Duell gewonnen hat! Man kann davon ausgehen, dass im Falle eines Hogs-Sieges die drei SEC-Mächte alle in den Top 5 bleiben. Es entscheidet also die Reihenfolge, immer gesetzt den Fall, dass heute Arkansas und Alabama gewinnen:

Möglichkeit A: LSU > Alabama > Arkansas. LSU gewinnt die SEC-West.

Möglichkeit B: LSU > Arkansas > Alabama. Arkansas gewinnt die SEC-West.

Möglichkeit C: Alabama > LSU > Arkansas. LSU gewinnt die SEC-West.

Möglichkeit D: Alabama > Arkansas > LSU. Alabama gewinnt die SEC-West.

Möglichkeit E: Arkansas > Alabama > LSU. Alabama gewinnt die SEC-West.

Möglichkeit F: Arkansas > LSU > Alabama. Arkansas gewinnt die SEC-West.

Sämtliche Polls und BCS-Rankings dürften zum jetztigen Zeitpunkt unberechenbar sein. Jeder hat seine Argumente. LSU hätte einen ultraschweren Schedule und auswärts bei Alabama gewonnen, aber unter Druck zuhause verloren. Alabama war eigentlich besser als LSU und hat Arkansas hoch geschlagen, hatte aber zweimal Heimvorteil. Arkansas war in Tuscaloosa chancenlos, putzte aber unter Druck die #1 und musste zudem zweimal auswärts antreten. Noch Fragen?

Verlassen wir die hypothetische Zone und wagen wir den Sprung zurück in die Realität: Die Louisiana State Tigers sind in diesem Spiel die klaren Favoriten. Die Mannschaft ist zwar eigenartig gesichtslos und hat trotz Dominanz keinen einzigen Spieler, der im Heisman-Rennen auftaucht, aber gerade das scheint die Tigers auszumachen: Sie sind multidimensional gefährlich. Die Defense ist vorne und hinten diszipliniert, kann großen Zug zum Quarterback entwickeln, Top-Receiver abdecken oder Turnover erzwingen und lässt sich von keinem Running Back der Welt verarschen. Und sie macht kaum Fehler. Die Offense macht auch kaum Fehler, spielt unspektakulär ihren Stiefel runter und würgt trotzdem ihre 35-40 Punkte/Spiel heraus, wenn es nicht gerade gegen die Alabama Crimson Tide geht. Es gibt kaum Schlüsselfiguren, kaum Hebel, an denen man ansetzen könnte, um der Mannschaft den Zahn zu ziehen.

Das ist bei den Arkansas Razorbacks anders. Die Hogs gehören unter dem windigen Head Coach Bobby Petrino zu den wenigen passlastigen Teams in der SEC, haben es aber entgegen aller Unkenrufe geschafft, mit Spread-Passspiel gegen die athletischen Abwehrformationen des Südens über Jahre zu bestehen. Sämtliche Running Backs im Lazarett? Check. Top-QB und Eckpunkt Ryan Mallett in die NFL? Haken dran. Übergibt man das Zepter eben einfach an den Grünschnabel-QB Tyler Wilson und sieht trotz nicht rundum überzeugender Defense eine der besten Spielzeiten der Universitätsgeschichte. Eine Spielzeit, die bis dato in der Anonymität stattfindet, denn eigenartigerweise kriegen die Hogs immer noch kaum Presse, was auch an den regelmäßigen Implosionen in wichtigen Spielen liegen mag.

Letztes Jahr gewann man allerdings im direkten Duell um eine BCS-Bowleinladung gegen LSU. Heuer kann Arkansas mit einem Sieg sogar möglicherweise ins SEC- und BCS-Finale durchmarschieren, muss nun aber mit der mentalen Belastung eines vor wenigen Tagen verstorbenen Teamkollegen (TE Garrett Uekman) umgehen.

So richtig an ein Upset glauben mag ich nicht. Gegen Alabamas Defense wurde schnell klar, dass man mit einseitigem Passspiel nicht lange bestehen kann. Und auch wenn LSU gegen die wurfstarken West Virginia Mountaineers durchaus Pass-Yards zuließ, werden in entscheidenden Momenten die Schotten dicht gemacht und maximal Field Goal zugelassen.

Was würde ich geben für die bizarrsten Konstellationen und die dran anknüpfenden Diskussionen. Es ist unwahrscheinlich. Aber es ist möglich. Black Friday 2010 hat’s vorgemacht.

West Virginia Mountaineers – Pittsburgh Panthers

01h LIVE bei ESPN America

Die größte Rivalität des Nordostens, genannt The Backyard Brawl (zu dt. das „Gemetzel im Hinterhof“). Geschichtliches und ein sehr kuhles Foto gab es bereits letztes Jahr. Für beide wird es eine der letzten conferenceinternen Auseinandersetzungen sein, da WVU in die Big 12 geht und Pitt ab 2014 in der ACC mitspielen soll. Ich gehe mal davon aus, dass die Rivalität trotzdem weiterhin Bestand haben wird.

Noch sind beide aber Big East, und beide erleben mit neuen Head Coaches eine enttäuschende Saison. West Virginia sah eine Weile wie der Topfavorit in der Conference aus, verlor dann aber gegen Syracuse und ist mittlerweile trotz starkem Passspiel mit 3-2 Siegen irgendwo im grauen Mittelmaß zu verorten. Pitt baut mehr auf das Laufspiel um RB Ray Graham, weil man sich auf den schlechten Werfer QB Tino Sunseri nicht verlassen kann, kriegt aber meist zu wenige Punkte aufs Tablett. Schade, weil die Defense Potenzial hätte.

Arizona State Sun Devils – California Golden Bears

04h15 LIVE bei ESPN America
Aufzeichnung: Samstag, 12h bei ESPN America

Zum Abschluss der langen Nacht ein Livespiel aus der Pac-12 Conference, wo die Cal Golden Bears nicht erst seit der knappen Niederlage in Stanford aus dem Rennen sind, aber den Spoiler für die Arizona State Sun Devils geben könnten.

Arizona State ist eigentlich mit höheren Ambitionen gestartet als es eine 6-5 Bilanz (4-4 in der Pac-12) vermuten ließe, galt durchaus als vertiabler Anwärter auf die Top-25. Aber die jüngste Kollaps-Serie war verheerend und könnte Headcoach Dennis Erickson den Kopf kosten. Werfen wir einen Blick auf die Süd-Division der Pac-12, wo USC vorneweg marschiert, aber gesperrt sein wird (für die Gesamtbilanz aber doch mitgezählt wird!):

UCLA (5-3)
Arizona State (4-4)
Utah (4-4)

Utah gewann gegen UCLA. UCLA gewann gegen Arizona State. Arizona State putzte Utah.

UCLA hat sein Schicksal in der eigenen Hand, muss aber gegen den haushohen Favoriten USC spielen. Sieg und die Bruins wären durch. Arizona State ist mit eigenem Sieg und Niederlage für UCLA durch (weil man den zweiten Tie-Breaker gewinnen würde). Utah braucht einen eigenen Sieg über Colorado und Niederlagen von UCLA und Arizona State. Keines dieser Szenarien ist auszuschließen, so schwach sich dieses Trio heuer präsentierte (UCLA und Arizona State stehen kurz davor, ihre Cheftrainer zu feuern!).

Aufzeichnungen

Bereits um 14h30 gibt es bei ESPNA das Tape von heute Nacht: Texas A&M Aggies gegen Texas Longhorns – der „Lone Star Showdown“. Nicht unbrisant, gelten die Longhorns mit ihren Zicken doch für den Hauptgrund, dass die Aggies ab 2012/13 in die SEC abwandern werden – es gilt als hausgemacht, dass diese traditionelle Rivalität aussterben wird. Sportlich halte ich Unverbesserlicher weiterhin die Aggies trotz der mickrigen 5-5 Bilanz für favorisiert, obwohl beide Mannschaften sich als jung und fragil gezeigt haben.

Um 9h30 gibt es aus den unteren Kategorien des College Football ein Spiel: „Turkey Day Classic“ zwischen Alabama State (FCS) und Tuskegee (Division II), zwei „schwarze Unis“. Das Markante an diesem Spiel: Beide Unis tragen es traditionell zu Thanksgiving aus, womit sie mit dem jeweiligen Playoffstart in FCS und Division II kollidieren. In anderen Worten: Durch das sture Weiterspielen dieser über 85jährigen Rivalität verzichten beide willkürlich auf eine mögliche Teilnahme an den Playoffs für die Meisterschaft – jedes Jahr.

Thanksgiving 2011: Dallas Cowboys – Miami Dolphins

Als Info: Ich werde mir das Nachtspiel ansehen bis ich einschlummere. Da ich morgen früh raus muss, werde ich kein Liveblogging mehr machen.

[01h29] Endstand Dallas Cowboys 20, Miami Dolphins 19.

Ich habe keine Ahnung, wie gut oder schlecht die beiden Teams momentan sind, dafür war das zu viel Achterbahn von beiden Seiten. Beide Offenses mit 1-2 sehr guten Drives, die Dolphins gefühlt etwas runder, hatten aber massive Probleme in der RedZone und verschenkten wenigstens einen TD leichtfertig. Ähnliches gilt für die Defenses: Miami phasenweise mit dominanter Vorstellung, zwang Romo zwischendurch zu einem sensationellen Drive, während Dallas sporadisch pflegte, die Pocket zu zerbröseln.

Am Ende des Tages könnten beide Sieger sein. Dallas für das Playoffrennen, Miami für den Draft. Wobei: Die Dolphins könnten ohne weiteres auch anstelle von „3-8“ bei „7-4“ stehen:

  • 16-17 in Cleveland
  • 17-20 in New York (Giants)
  • Freak-Niederlage 15-18 OT gegen Denver
  • 19-20 heute in Dallas

Das Team ist trotz der zwischendurch sehr schwachen Defensivvorstellungen eindeutig unter Wert geschlagen.

[01h24] K Bailey versenkt. Dallas gewinnt 20-19.

[01h23] Romo ist der Holder.

[01h20] Dallas in der RedZone, unter zwei Minuten zu spielen, Miami ohne Timeouts. Das sind die Momente, in denen ich mal einen Coach einen intentionalen TD aufgeben sehen möchte, obwohl der Gegner einen Rookie-Kicker hat und das Field Goal immer noch runde 30yds lang sein wird. Sparano ist dead man walking, warum sollte er dieses Risiko nicht mal probieren? Viel kleiner kann die Siegchance dann auch nicht sein.

[01h11] Bush, Scramble, Incompletion. 2:59 vor Schluss kriegt Romo die Chance zum Sieg-Drive. Es braucht nur ein Field Goal.

[01h47] 4:47 vor Schluss muss Dallas punten. Miami dürfte unter dem als unkreativ geltenden PlayCaller Brian Daboll nun humorlos dreimal laufen – mal schauen, ob #22 Bush oder #33 Thomas reinkommen.

[01h00] Dallas 17, Miami 19/Q4 7:14. Dallas bringt massivsten Pass Rush, aber Moore orchestriert die Offense trotzdem mit quicken Pässen das Spielfeld runter, u.a. auch dank eines fantastischen Catches von „Slot-WR“ #15 Bess. An der GoalLine scheitert Miami erneut, diesmal kein augenscheinlicher Fehler Moores auszumachen. Der nicht gemachte TD könnte allerdings noch böse schmerzen.

[00h53] Übernächstes Play: Bush über die Mitte. Minus 3yds.

[00h51] Hehe, der Simms möchte den längst Hopfen und Malz verlorenen Reggie Bush zum „every down back“ hochpushen.

„He has convinved me that he can go between the tackles.“

Next play: Bush wird für -4yds über die Mitte niedergemacht.

[00h40] Dallas 17, Miami 16/TD Robinson, Q4 14:31. Sensationeller Drive Romos, der sich beim TD-Pass die Zeit kaufen muss und Robinson in der Ecke der EndZone findet. Einen Play vorhin wurde Romo von einem blitzenden Linebacker derart abgeschossen, dass ESPN wohl innerhalb von 45sek einen Blogeintrag online haben wird, der Misi „dirty“ bezeichnet. Romo brachte diesen Ball trotzdem zum 1st down zu seinem Witten. Der fiel out of bounds und machte ein Cheerleader-Mädel glücklich.

[00h36] Ende drittes Viertel. Romo hat wieder in den „Playmaker“-Modus umgeschaltet, treibt Dallas trotz kollabierender Pocket gerade in Richtung RedZone.

[00h30] Dallas 10, Miami 16/TD Marshall, Q3 3:54. Deep threat Marshall, oder so. Zwei Bogenlampen Moores nacheinander, aber über die Deckungsarbeit des Defensive Backs #20 Ball dürfte noch reden sein. Das Backfield der Cowboys ist besorgniserregend. Dafür ein fantastischer TD-Catch Marshalls, der den Ball fängt, obwohl CB #41 Newman ihm fast den Hals abreißt.

[00h27] Hehe, ob Phil Simms nach diesem tiefen Ball bei 3rd and 13 auf WR #82 Hartline immer noch der Meinung ist, der Draw vorhin wäre ein „good call“ gewesen? 41yds Raumgewinn, Miami nähert sich so langsam wieder FG-Reichweite.

[00h12] Dallas 10, Miami 9. Nächste verschenkte Chance. Miami mit einem grundsoliden Drive, der zwischendurch richtig „Drive“ hat, aber ganz nahe an der GoalLine verpasst Moore ohne viel Druck bei 3rd and 4 links draußen einen schlecht gedeckten Receiver. Miami muss das kurze Field Goal nehmen. Da war mehr drin.

[23h40] Halbzeit Dallas Cowboys 10, Miami Dolphins 6.

Ähnliches Thema wie vorhin in Detroit. Hier schießen sich die Dolphins permanent ins eigene Knie, schenkten den Cowboys den einfachsten Touchdown der Welt und verkickten ein eigenes Field Goal. Dabei sieht der Angriff immer dann halbwegs solide aus, wenn Dallas nicht mit massiertem Pass Rush der Wege kommt – was zuletzt immer öfters passierte und in mehreren hirnlosen Moore-Pässen resultierte (min. 1 INT gedroppt).

Dallas‘ Offense ist eine Achterbahn, weil Romos gelupfte Bälle abgefangen werden. Es gibt dann die lichten Momente – aber aus Cowboys-Sicht dürfte es alarmierend sein, dass der Einmann-Pass Rush der Dolphins – Cameron Wake – schon drei Drives mit mächtigen Aktion beim 3rd down kaputt machte.

Insgesamt nicht das allerschönste Spiel. Aber interessant, weil wir zwei nicht voll zuverlässige Quarterbacks sehen, die etliches probieren, um den Angriff in Schwung zu bekommen.

[23h32] Dallas 10, Miami 3/TD Robinson, Q2 55sek. Take that, Matt Moore!

[23h30] Wenn Dallas selbst nichts zustande bekommt, muss eben Matt Moore nachhelfen. 3rd down, Moore lässt den dritten oder vierten Snap in diesem Spiel durch die Finger flutschen – und diesmal schmerzt es: Dallas erobert den Ball, hat 62sek vor Halbzeit an der 5yds Line den Ball.

[23h28] Incomplete. False Start. Punt. Einspieler. False Start. Es geht weiter! 1:45 für Miami, drei Timeouts, an der eigenen 23yds Line.

[23h24] Seufz. Punt. Werbepause. Spielzug. Timeout. Werbepause. Spielzug. 2min Warning. Werbepause.

[23h18] 3rd-and-18 mit dreieinhalb Minuten in HZ #1 auf der Uhr. Die Dolphins sagen einen Draw über RB Reggie Bush an, der zwar 11yds bringt, aber völlig überraschend viel zu kurz für’s 1st down ist.

Phil Simms: „Good call“.

[23h11] Dallas 3, Miami 3. Ein Drive, bei dem mehr drin gewesen wäre. Dallas wirkt heute bei Passspiel erstaunlich undynamisch. Sieht wie nach Halbgas aus. Man wird nun davon zu zehren beginnen, dass die Dolphins so wenig aus ihren durchaus vorhandenen Möglichkeiten gemacht haben.

[23h03] 9:40 im zweiten Viertel verschießen die Dolphins via Shayne Graham (dürfen wir den nächsten Kicker Shame taufen?) ein längeres Field Goal, aber es erstaunte, wie selbst ein Tight End wie Fasano gegen einen Cornerback Zeit und Platz gewinnen kann, und wie wenig konstant Dallas Moore wirklich unter Druck setzen kann. Spürt Moore Druck, wird Moore schnell ratlos oder panisch. Kriegt Moore Zeit, bringt er bislang alles an die offenen Leute.

[22h45] Dallas 0, Miami 3. Anschauungsunterricht für die, die QB Matt Moore NFL-Mittelklasse absprechen wollen: 3rd down. Null Pass Rush, aber in der EndZone alles abgedeckt. Moore wird panisch und wirft den Ball einfach in die Ränge, anstelle per lockerem Scramble einfach die 3yds zum 1st and goal zu holen: Rechts seines Centers war meterweise Raum und Moore ist keine Statue vom Schlag eines Leftwich. Verschenkte Yards, vermutlich verschenkter TD.

[22h41] … und die nächste INT gegen Romo. Wieder rechts runter geworfen, diesmal springt CB #24 Shaun Smith dazwischen und fängt das Ei ab. Diesmal könnte es richtig schmerzen, da Miami dadurch bereits bedrohlich nahe an der EndZone starten kann.

[22h31] Zweiter Drive der Dolphins und diesmal macht WR #81 Laurent Robinson den Fehler: Romo erkauft sich gegen mauen Pass Rush der Dolphins locker die Zeit und wirft aus der EndZone heraus einen genauen Ball in die Hände für Robinson, der locker 40yds hätte draus machen können. Allein: Ohne Druck gleitet das Ei durch Robinsons Finger.

[22h25] Die Miami Dolphins kommen überraschend aggressiv aus der Kabine und probieren einfach mal einen ganz tiefen Ball auf den nicht als Sprinter bekannten WR Marshall – nicht komplettiert, aber allein das Zeichen zählt.

[22h21] Die Dallas Cowboys führen sich mit einer INT gegen QB Tony Romo ein. Stundenlang in der Luft hängender Ball rechts runter auf TE #80 Bennett, den CB Davis antippen und abfangen kann. Was bei den Dolphins auffiel: Sie operierten mehrmals mit „Zone-Blitzing“, plötzlich standen nur mehr drei Pass Rusher in der Line.

[22h05] Nach der Heimniederlage der angeblich „schmutzigen“ Lions gleich ein paar tausend Meilen weiter in den Süden, ins texanische Herz, wo gleich Dallas gegen Miami beginnen wird.

Thanksgiving 2011: Detroit Lions – Green Bay Packers

[21h47] Endstand Detroit Lions 15, Green Bay Packers 27.

Green Bay bleibt ungeschlagen, sah heute aber lange Zeit nicht überzeugend aus, wackelte eine Halbzeit lang bedrohlich und durfte sich mehr bei des Gegners Dummheiten bedanken. Die Packers kamen erst im dritten Viertel auf Touren, zeigten dann einige schöne Drives mit in Ansätzen dem Passspiel, das Rodgers heuer so abhebt.

Detroit hatte lange Zeit mit überflüssigen Strafen zu ungünstigsten Zeitpunkten zu kämpfen, gab dreimal den Ball ab (eine unglücklich, großartig vom Gegner abgefälschte INT, ein Superspielzug für CB Woodson) und litt unter dem Verlust von RB Smith und der ausgedünnten Secondary in der zweiten Halbzeit (im ersten Drive im dritten Viertel wurde 3-4x die gleiche Zone ausgespielt) und generell unter zuviel Volatilität in der eigenen Offense. Kann man einordnen unter „Tag für die Grütze“, da immer wieder die einfachen Dinge misslangen.

Bedenklicher war der Ausschluss Suhs. Auch wenn der bisherige Ruf dieser Mannschaft und dieses Spielers mehr unmotiviertem Medienrummel und oberflächlicher Spielbetrachtung zuzuschreiben war: Ein Führungsspieler, vielleicht der wichtigste Führungsspieler in der gesamten Mannschaft, darf sich keine solche Aktion leisten. Nicht bloß nicht in dieser Situation. Überhaupt nicht.

Für Detroit wird es nun knüppelhart: Nächsten Sonntag @New Orleans im Sunday Night Game, Minnesota, @Oakland, San Diego, @Green Bay, wenn die Packers vielleicht um 16-0 spielen.

Aus Packers-Fan sieht es hinsichtlich „Perfect Season“ immer besser aus – ich wäre allerdings weiterhin ob des „soften“ Defensive Backfields besorgt. New England spielte letztes Jahr ähnlich, riss sich mit Unmengen Interceptions aus der Scheiße, aber als es drauf ankam, gelangen der Offense ein paar Punkte weniger als gewohnt – und aus war das Ding. Die NFC könnte die eine oder andere passgewaltige Offense in die Playoffs schicken – ich denke da zuerst an New Orleans.

Damit ab nach Dallas… back in a few minutes.

[21h28] Detroit 8, Green Bay 27. Runde drei Minuten vor Schluss der letzte Sargnagel.

[21h21] Drop, Sack, unmotivierter Kurzpass. Uninspirierte Angriffs“serie“ der Detroit Lions, die damit mit hoher Wahrscheinlichkeit die paar % Restchance verlieren.

[21h14] Schwartz goes Belichick… oder so. Die schwer angeschlagene Secondary wird nun von WR #82 Rashied Davis verstärkt, der gleich mal auf Green Bays Einser-Receiver Jennings abgestellt wird. 9:36 vor Schluss muss Green Bay punnten.

[21h05] Detroit 8, Green Bay Bay 24/TD Williams, Q4 13:17. Gegen eine zurückhaltende Defense der Packers kommt Detroit zu einem lockeren Touchdown. Braucht keine False Starts und Holdings, und ehe sich die Packers versehen, hat der dritte oder vierte Running Back #34 Williams drei Tackles zum TD gebrochen.

[20h58] Detroit 0, Green Bay 24. Green Bay nimmt einen Fumble seines QB Rodgers‘ auf und kann dadurch ein Field Goal schießen. Ende drittes Viertel – kein  gutes Viertel aus Lions-Sicht.

[20h51] Gefundenes Fressen für die Handschuh-Fraktion: Stafford wird erneut schnell abgefangen, dritte INT. Diesmal ein großartiger Spielzug für CB Charles Woodson, der Pettigrew von hinten völlig überrumpelt und in einen erneut eigentlich ordentlichen Wurf springt. Das Spiel ist mehr oder weniger gelaufen.

[20h45] Detroit 0, Green Bay 21/TD Jones, Q3 5:36. Nächster Spielzug: Play-Action, Safety beißt an. #89 James Jones kann 65yds durchlaufen. Detroit war schon öfters 20pts hinten, aber heute ist die Pest drin.

[20h42] INT gegen Stafford. LB #49 Francois mit einem starken, athletischen Spielzug, pflückt einen gelupften Stafford-Pass über die Mitte runter. Wird für die Lions nicht einfacher.

[20h35] Detroit 0, Green Bay 14/TD Kuhn, Q3 9:12. Der hirntote Moment gegen Suh bringt Green Bay den Touchdown. Erneut eine starke Defensivvorstellung der Lions in der RedZone, erst im fünften, sechsten Versuch kommen die Packers durch. Für Green Bay startete der Drive ordentlich, man fand auf seiner linken Angriffsseite dreimal en suite ein gutes Matchup (TE Finley, WR Driver, WR Jennings), ehe man sich in der RedZone das Leben mit False Starts schwer machte.

[20h18] DT Ndamokong Suh tut was für seinen Ruf. Detroit stoppt Green Bay an der GoalLine bei 3rd down und Suh verliert völlig die Contenance, tritt gegen einen am Boden liegenden Blocker ohne ersichtlichen Grund nach. Folge: Neue Angriffsserie Packers, Ausschluss gegen Suh.

[20h09] Aus der Kategorie „fettes Geflügel“: Mahlzeit.

[20h01] Halbzeit Detroit Lions 0, Green Bay Packers 7.

Furchtbares Clock-Management erneut von den Lions kurz vor der Pause. Alles in allem eine frustrierende Halbzeit aus Lions-Sicht: Detroit ist eigentlich die klar bessere Mannschaft, dominiert die Offense Green Bays bisher nach Strich und Faden (lächerliche 86yds für GB-Offense) und QB Aaron Rodgers kriegt überhaupt keinen Rhythmus zusammen, trotz zweier böser Ausfälle der besten Defensive Backs Detroit.

Auf der anderen Seite sieht Detroits Angriff immer wieder für eine Handvoll Spielzüge ordentlich aus, um sich dann mit überflüssigen Strafen das Leben schwer zu machen. Die eine INT gegen Stafford war sicher unglücklich, weil großartiger athletische Aktion Picketts, aber Stafford hätte Momente später fast eine weitere, viel bösere INT geworfen.

Man werfe die unglücklich agierende Schiedsrichter-Crew und die fehlende Stadion-Atmosphäre ins Spiel und wir haben ein eher enttäuschendes Spiel.

[19h55] Die Defensive Line der Lions stoppt trotz erneuter Phantom-Strafe, diesmal gegen #93 Vandenbosch, die Packers. Nach dem folgenden Punt bricht eine kleine Schlägerei, ein Special Teamer der Packers wird ausgeschlossen. 30sek to go, Detroit mit 1 Timeout, könnte noch einmal auf Punktejagd gehen. Remember: Green Bay kriegt in Halbzeit zwei als erstes den Ball.

[19h52] Erneut gehen die Lions über das halbe Spielfeld, werden plötzlich an der 40yds Line ultrakonservativ, lassen die Uhr runtertickern, verpassen ein 47yds Field Goal mit 67sek zu gehen.

[19h40] Detroit 0, Green Bay 7/TD Jennings, Q2 4:51. Simple Flat-Route für #85 Greg Jennings, 4yds-TD.

[19h34] INT gegen Stafford. DL Pickett fälscht einen Pass Staffords direkt in die Arme Clay Matthews‘ ab. Green Bay kriegt einen Spielzug später eine PI, hat nun 1st and goal an der 1yds line.

[19h32] Das Spiel wird unansehnlicher. Kaum ein Spielzug ohne Strafe. Nur, als es wirklich eine Strafe hätte geben können (CB gegen Jones bei 3rd down), bleiben die Flaggen im Hosensack. Nur noch etwas mehr als 6min in der ersten Halbzeit.

[19h25] Green Bays Angriff kommt heute nicht recht auf Touren und braucht eine Phantom-Strafe gegen Detroit (Pass Interference gegen #21 Wright), um überhaupt ein zweites 1st down zu schaffen. Auf Lions-Seiten betritt auch CB #23 Houston das Lazarett, nachdem RB Smith und S Delmas questionable sind.

[19h12] Während bei den Lions FS#26 Delmas und der Wunder-RB #30 Smith riskieren, mit Verletzungen rauszugehen, begleitet uns die wunderschöne Klaviervariante des Fox-Musikthemas in das erste Timeout im zweiten Viertel. Immer noch 0-0, weil beide Offenses noch nicht richtig konsequent bzw. konzentriert wirken.

[19h00] Die Lions deuten im zweiten Drive eine starke Offensive Line für RB Kevin Smith an, der sich recht schon durchtänzeln kann. Dazu ein paar Handoff-Fakes und ein fanstarker RB Morris – am Ende macht erneut ein Holding  den Drive kaputt. Aus Lions-Sicht hoffnungsvolle Drives.

[18h45] Beide Offenses müssen im ersten Drive punten. Detroit zerstörte sich seinen Drive per Holding-Strafe während eines wunderbaren Laufs RB #30 Smiths. Green Bay scheiterte an enger Deckung der Lions.

[18h41] Bei Wikipedia unter der 17jährigen Hymnensängerin bereits drin:

Messed up the national anthem on national television on Thanksgiving pre-game show on Fox.

[18h36] Kleine technische Anmerkung: Weil ich noch über keine CSS-Upgrades verfüge und WordPress unerklärlicherweise den Link aus dem Header genommen hat, kehrt vorerst der geliebte F5-Ersatzbutton oben zurück.

[17h35] Erntedankfest wird hierzulande Mitte Oktober gefeiert, mit hohem Korrelationsfaktor zu Rot- und Weißwein jeglicher Sorte, einer Portion Surfleisch, jeder Menge Kraut, Krapfen und gebratener Kastanien. Ein netter Törggeleabend, ein Aufmarsch mit der Musikkapelle samt Umtrunk am Sonntagmorgen danach, datt war’s.

Amerikaner feiern eineinhalb Monate später, aber was heißt da „feiern“? Thanksgiving ist als Erntedank- und Gründervätergedenkfest nicht bloß der größte US-Familienfeiertag, größer als Weihnachten und viel größer als der Independence Day. Thanksgiving ist ein wirtschaftliches und sozio-kulturelles Megaevent, inklusive Vertilgung kochkesselgroßer Truthahnschnitzel und der Amerikaner wäre nicht Amerikaner, würde nicht am Tag danach, dem morgigen „Black Friday“, auch der Rubel richtig anrollen: Sturm auf die Einkaufszentren, Beginn des vorweihnachtlichen Konsumwahnsinns.

Und mittendrin fliegen die Eier, heute in der NFL (Preview) und im Verlauf des Wochenendes auch im College Football mit unzähligen „Rivalry Games“. Insbesondere die Texaner kommen schon am heutigen, „eigentlichen“ Thanksgiving-Tag voll auf ihre Kosten, mit Dallas Cowboys – Miami Dolphins aus der NFL (21h30 MEZ) und später dem vermutlich letzten „Lone Star Showdown“ zwischen den Texas Longhorns und Texas A&M Aggies (02h MEZ/ESPN-Player).

Den Anfang aber machen die Detroit Lions und die Green Bay Packers in einer knappen Stunde (18h30 MEZ). Es ist das meistgehypte traditionelle Thanksgivingspiel der Lions, seit ich denken kann (okay, ist nicht allzu lange. Aber auch die Ü60 würden ähnliches behaupten).

Bis dahin gibt’s noch einen Teller Gerschtnsuppe. Man sieht sich.

Thanksgiving-Preview 2011

Noch bevor Christopherus Kolumbus Anno 92 den amerikanischen Kontinent entdeckte, wurden in Detroit und Dallas zum Fest der fetten Truthähne die ersten Footballspiele ausgetragen. Thanksgiving und Football gehören in den Staaten zusammen wie Kraut und Wein zum Törggelen. Je nach Ortslage zum Frühstück oder Mittagessen die Lions, zum Mittagessen oder Kaffekränzchen die Cowboys und seit einigen Jahren zum Kaffekränzchen oder abends einen für NFL Network servierten Kracher mit rotierenden Mannschaften. Eine Tradition, die auch 2011 noch Bestand hat. ESPN America ist dabei. Ergo sind wir auch dabei.

Detroit Lions – Green Bay Packers

18h30 LIVE bei ESPN America und SPORT1+

Über Jahre wurde gestritten, ob man dem Bettvorleger Detroit Lions die Lizenz zu Thanksgiving streichen sollte, um ein quotenträchtigeres Kaliber für diesen attraktiven Sendeplatz zu reservieren. Auf persönlichen Wunsch von Sideline Reporter hin unterließ die NFL diese Anpassung, wodurch sich wenigstens einmal pro Jahr die Gelegenheit bot, meine Lieblingsmannschaft im TV zu sehen. Dass die Lions jahrein, jahraus abgeschlachtet wurden, spielte keine Rolle.

2011 plötzlich ein verändertes Bild. Detroit hat mit sieben Saisonsiegen bereits die erfolgreichste Saison der letzten 10-15 Jahre erreicht (!) und trifft auf einen Gegner on mission: Green Bay ist noch ungeschlagen und strebt nach der Perfect Season. Das heutige Duell mit den Lions wird allgemein als schwerster verbleibender Brocken auf dem Weg zu „16-0“ gesehen. Treppenwitz: Vor drei Jahren komplettierte Detroit mit einer Heimniederlage gegen Green Bay die sieglose 0-16er Saison, von der heute gefühlt nicht mehr viel übrig ist.

So dürfte das Matchup für die Lions auch nicht hoffnungslos sein – auch die jüngsten Aufeinandertreffen waren enge Spiele. Detroits Defense wird von Woche zu Woche besser, dominanter. Die Defensive Line und insbesondere der außerordentlich dynamische DT Ndamukong Suh spielen wuchtig und elektrisierend, da werden selbst Sorgen in der unerfahrenen, verletzungsgeschwächten Secondary übertüncht. Dazu kommt, dass mittlerweile auch die Schotten gegen Ground Game zugemacht werden (irgendeine wichtige Statistik spuckt Detroit als siebtbeste Run-Defense 2011 aus).

Man kann gegen die Mannen von Jim Schwartz bei Vorsprung nicht einfach den Laufspielmodus anschalten und die Uhr runterticken lassen, insbesondere auch nicht, weil die Offense um QB Matthew Stafford und WR Calvin Johnson immer für das eine oder andere Big Play gut ist und in dieser Saison mehrfach die Tendenz gezeigt hat, plötzlich mitten im Spiel heißer als Frittenfett zu werden und vier Angriffsserien in Folge mit Touchdowns zu beenden. Dazu kommt: Was man gegen Green Bay über die Luft so zurücklegen kann, haben die vergangenen Wochen gezeigt.

Trotzdem wird Detroits beste Siegchance ein Spiel mit wenigen Punkten sein. Ich glaube nicht, dass Detroit ein Shootout mitgehen könnte, da man in diesem Fall ziemlich schnell eindimensional in den Stafford-Modus umschalten muss. Weil Stafford, die große Serie gegen Caroliona mal außen vor gelassen, nicht der allerkonstanteste ist, kein gutes Rezept.

Heißt: Gegen den besten „Schnellstarter“ der NFL – QB Aaron Rodgers – wird es darauf ankommen, nicht zu schnell hoch in Rückstand zu geraten. Rodgers gilt als ungeduldig und neigt in der Crunch Time zu Fehlern, wenn ein knappes, punktearmes Spiel „on the line“ ist. Und wenn Detroit Green Bay eines heuer mit Sicherheit voraus hat, dann ist es das Wissen, auch in engen Spielen bestehen zu können.

Dallas Cowboys – Miami Dolphins

21h30 LIVE bei ESPN America und SPORT1+

Weil es jedes Jahr eine Auswärtsmannschaft aus der AFC braucht, damit auch CBS beim Übertragen zu Thanksgiving zum Zuge kommt, sind diesmal im Cowboys Stadium die Miami Dolphins zu Gast. Nach drei Siegen en suite für die Dolphins gibt es nun sogar einen Grund, hier reinzuschalten. Die geschlagene Konkurrenz liest sich nicht wirklich wie die Créme de la Créme (Kansas City, Washington, Buffalo), aber die im Sturzflug befindlichen Bills mit 27 Punkten abzufiedeln, ließ dann doch aufhorchen.

QB Matt Moore liefert seit Wochen ansprechende Zahlen, bringt im November 71% der Pässe an den Mann und war zuvor bei den Giants auch nicht unterirdisch gewesen, während RB Reggie Bush auch für halbwegs Laufspiel sorgt. Bushs Counterpart im Cowboylager ist Rookie DeMarco Murray bei den Cowboys, der in vier Spielen zuletzt 601yds erlaufen hat und als heiße Ware gehandelt wird. Dank Murray können die Dallas Cowboys eine ausgeglichene Offense spielen.

Es ist ein interessantes Spiel, weil man Aufschlüsse über den wahren Leistungszustand der Dolphins bekommt: Waren es bloß die schmarotzten Siegen über Laufkundschaft oder geht die Mannschaft tatsächlich in Richtung der einst von mir prognostizierten Playoff-Außenseiterchance? Interessant auch zu beobachten, wohin die Reise für die Dallas Cowboys führen wird, die sich angesichts der Divisionskonstellation (NYG 6-4, DAL 6-4, PHI 4-6) eigentlich keine Niederlage leisten können und im Gegensatz mit einem Heimsieg mächtig Druck auf die Schultern der Giants und Eagles laden können (die beiden spielen gegen New Orleans respektive New England).

Baltimore Ravens – San Francisco 49ers

02h LIVE bei ESPN America und SPORT1+
Freitag, 12h Tape ESPN America
Freitag, 8h25 und 18h25 Tape SPORT1+

Einmal Schmalzkübel bitte für das Bruderduell der Head Coaches: Baltimores John Harbaugh gegen San Franciscos Jim Harbaugh, das vermutlich erste NFL-Spiel zweier Brüder auf dem Cheftrainersessel. Leicht zu erkennen, warum das NFL Network sich für genau diese Partie entschied.

An Bedeutung gewinnt die Partie durch die überraschende Saison der 49ers, die mittlerweile zwei Spiele Vorsprung auf den #3-Seed in der NFC haben und sensationell bei 9-1 Siegen stehen. Man ist keine Mannschaft für Genusszuschauer, glänzt aber mit hartem, konsequenten Spiel und ließ sich zuletzt nicht mal vom Ausfall RB Frank Gores gegen die starken New York Giants beeindrucken. Das sind alles keine glanzvollen Siege, aber es sind Siege, die sich „verdient“ anfühlen.

Während San Francisco in der NFC durchaus als Top-Team angesehen werden darf, muss in der AFC selbiges für die Baltimore Ravens gelten, die zwar immer wieder unerklärliche Niederlagen gegen die „Kleinen“ einstreuen, aber gegen Teams auf Augenhöhe heuer zu gewinnen pflegen. 7-3 Siegbilanz ist IMHO unter Wert verkauft für die Ravens, die ab und an zu wenig auf RB Ray Rice zu bauen scheinen und QB Joe Flacco das Spiel zu sehr in die Hand drücken, aber mit ihrer Defense in jedem Spiel eine Chance haben werden, und wenn sie fünfmal den Ball herschenken.

Gegen San Francisco könnte jedoch genau dies der richtige Weg sein – also, sich primär auf Flacco zu verlassen – da die einzige augenscheinliche Schwäche der Niners bisher die Pass-Defense war. Man macht zwar INTs, lässt viele Yards zu – in einem Spiel mit potenziell wenigen Punkten und mehreren Field Goals (*) eine nicht ganz zu verachtende Taktik. Bleibt also das 49er-Hoffen auf einen Totalausfall für den unkonstanten deep threat WR Torrey Smith.

(*) Noch eine mir nicht ganz zu verachten scheinende Statistik: San Francisco gewann heuer fünf von sechs Spielen, die mit einem Score Differenz endeten. In allen fünf Spielen verwertete Kicker Akers ein langes Field Goal über 50yds. Der NFL-Schnitt für solche Versuche: 68%. Akers heuer: 100%.

Im Duell Harbaugh gegen Harbaugh würde ich hier meine Jetons auf den John setzen.

Baylor – Oklahoma und die Nachwehen

Ich habe jetzt die Aufzeichnung von Baylor vs. Oklahoma gesehen und mal aus Interesse kurz in den Sooners-Foren gestöbert. Man muss nicht allzu weit graben, um den geballten Frust der geschundenen Seelen zu spüren zu bekommen, ja nichtmal der Hass auf Head Coach Bob Stoops und DefCoord Brent Venables ist allzu tief vergraben. Oklahoma, die #1 der Preseason, ist nach einem 38-45 bei Baylor aus allen verbliebenen BCS-Titelträumen gerissen. Es war Oklahomas 21tes Spiel gegen Baylor. Es war Oklahomas erste Niederlage gegen Baylor.

Es hat keinen Sinn, auf der Blassheit von QB Landry Jones oder den Ausfällen von RB Whaley oder WR Broyles herumzureiten, nicht wenn Jones trotz allem 36/51 für 447yds hinlegt und die Offense als ganzes 605yds (!) und 38 Punkte serviert, und auch wenn der uninspirierte Jones wie die Faust aufs Sooner-Auge passt: Weitaus bedenklicher sind die Negativrekorde sprengende Defense (117 Jahre Footballgeschichte, zweites Mal in drei Wochen die meisten Yards der Schulgeschichte aufgegeben) und diese „Marty-Momente“.

Wie sehr die Dinge aus dem Ruder liefen, wusste man zum Halbzeitinterview, als Stoops vor laufender Kamera explodierte und den unglücklich agierenden Safety Javon Harris wort- und gestenreich in den Senkel stellte. Harris hatte sich ein, zweimal von simplen Fakes verarschen lassen. Wer die Sooner-Defense mehr als einmal gesehen hat, der weiß: Oklahoma stellt auch gegen 5WR-Aufstellungen nicht mehr als zwei Cornerbacks ab. Safetys und Linebackers werden in schöner Regelmäßigkeit in hoffnungslose Zonendeckungen geschmissen und für große Raumverluste verbrannt. Das Problem ist seit Jahren bekannt. Und Stoops hatte nicht mehr als einen Zusammenschiss für seinen Free Safety zu bieten.

Dann 51sek vor Schluss: Oklahoma gerade auf 37-38 herangekommen, mit einem nicht zu bremsenden „Rushing“-QB Blake „Belldozer“ Bell. Stoops mit der guten Idee, eine 2pt-Conversion zum Sieg auszuspielen. Und begehen die Sooners ein False Start, müssen den P.A.T. schießen.

Baylor will für die Overtime spielen und schickt den Running Back über die Mitte. Stoops mit der glorreichen Idee, 46sek vor Schluss ein Timeout (!) zu nehmen. Baylors Head Coach Art Briles grinst sich einen, legt den Gedankenhebel um und macht das, was jeder Coach mit einem Quarterback wie Baylors #10 machen sollte: Ihn von der Leine und mal machen lassen.

Das gesagt, hat das Endergebnis trotz allem Freak-Charakter, insbesondere mit dem abgefälschten Zufalls-TD über 87yds für Kendall Wright (VIDEO) im dritten Viertel und der ultrasoften Sooner-Defense im Schlussviertel im Hinterkopf. Das soll die Baylor Bears nicht schmälern. Was an dieser kleinen texanischen Baptistenuni aufgestellt wurde, ist beeindruckend und mit #10 Robert Griffin III (Codename „RG3“) gibt es da besagten fulminanten Quarterback, der plötzlich als potenzieller hoher NFL-Draftpick und dark horse auf die Heisman Trophy gehandelt wird. Griffin ist ein exzellenter Scrambler und bringt auch Bälle unter Druck in guter Deckung an den Mann. Der Sieg-TD war ein brillanter Wurf, der jeden NFL-Scout aufhorchen lassen wird.

Eindrucksvoll fand ich, wie Baylor – respektive Griffin im Alleingang – die Sooner-Defense mit leicht angezogenem Tempo immer wieder in die Einzelbestandteile zerlegen konnte. Es hagelte Big Plays und blitzschnelle TD-Drives, die keine 60 Sekunden reine Spielzeit von der Uhr nahmen (der Sieg-Drive dauerte z.B. 5 Plays für 80yds bei 43 Sekunden Ballbesitz). Griffin mit 22 Completions für 485yds (!).

That said, können die Oklahoma Sooners mit einem Sieg dieses Wochenende über Iowa State und nächste Woche bei Oklahoma State immer noch die Big 12 Conference 2011/12 aus eigener Kraft gewinnen. Ich bezweifle jedoch, ob das irgendjemand als zufriedenstellendes Saisonresultat ansehen würde, nachdem man von Dorfteams wie Texas Tech oder Baylor überrumpelt wurde. Ich meine, 2011/12 war aus Sooner-Sicht das Jahr. Nun dürfte es nach diversen Verlusten im Angriff wieder eine zeitlang dauern, bis das Team wieder selben Leistungsstand erreicht haben wird.

Was die Bears angeht, darf man sich ungeniert schon jetzt auf eine attraktive Bowl-Paarung freuen – wenn möglich gegen einen offensivstarken Gegner bei einem Over/Under von 90 Punkten.

Nachtrag – Die Highlight-Vids bei ESPN.com: