NFL um Hallowe’en: Paar Dinge, die noch aufgefallen sind

Allerheiligen bot die Gelegenheit, ein paar schon länger ruhende Aufzeichnungen durchzuschauen um wieder Platz auffm Speicher zu kriegen. Was dabei auffiel.

 Jacksonville Jaguars

Meine Fresse, die Laufdefense erinnert an die besten Tage der Minnesota Vikings. In der Defensive Line ragt nicht bloß DT Terrance Knighton heraus, das ist eine rundum diszipliniert spielende Unit, wie auch die Linebackers, für die man in der Offseason die Schatulle aufgemacht hatte und die keinen Tackle verpassen. Interessant ist auch, wie viel besser die Secondary geworden ist, die letztes Jahr einige Negativrekorde zu brechen gedroht hatte. Die beiden Safetys Landry/Lowery haben die riesige Lücke geschlossen, wobei Landrys Vorstellung auf Basis seiner PFF-Noten nicht wirklich überraschend kommt.

Hätten die Jaguars in der Offense ein wenig mehr Mumm, dem Rookie QB Blaine Gabbert wenigstens etwas längere Leine zu lassen, gäbe ich den Jaguars noch eine Playoff-Außenseiterchance. Vermutlich wird Gabbert so eingezwängt, weil er sich als recht anfällig gegen Turnovers erwiesen hat. Vielleicht spielt die Offense deswegen so stockkonservativ und lässt bei Rückstand bis ins Schlussviertel hinein eiskalt RB Jones-Drew laufen. Die nächsten Gegner verheißen aber im Vergleich zu Pittsburgh/Baltimore/Houston deutlich weniger aggressive Defenses, vielleicht kriegt Gabbert dann auch mehr Freiraum.

Denver Tebows

QB Tim Tebow schaut leider wie erwartet aus, wobei die vielen Sacks und Incompletions gefühlt nicht mal allein auf Tebows Überforderung zurückzuführen sind. Ich fand die Protection auch suboptimal, was natürlich gegen eine Defensive Line wie jene der Lions stets leicht gesagt ist. Was an Tebow am meisten stört (und BTW auch bei einem Gabbert): Man kann sich nicht darauf verlassen, dass es mal sieben, acht aufeinanderfolgende Spielzüge ohne Fehler gibt. Kein Wunder, dass Denver mit diesem Auf und Ab fünf, sechs oder mehr Three’n’Outs hatte.

Ebenso nicht motivierend: Die Körpersprache von Spielern wie Brian Dawkins oder Champ Bailey, die Führungsspieler sein dürften. Mein Tipp: Tebow bleibt noch ein paar Wochen Starter, ehe QB Brady Quinn ausgetestet wird und im Frühling ein neuer Quarterback via Draft kommt.

Das gesagt, ist auch die Defense dezent enttäuschend, was beim lahmen Pass Rush beginnt (Von Miller fiel fast gar nicht auf), aber vor allem mit der schlechten Deckung endet. Da hatte ich von einer Fox’schen Mannschaft mehr erwartet.

Buffalo Bills

Endlich mal wieder Bills-Football im TV! Washingtons „Backup-Offense“ wird nicht der größte Test bleiben, was das druckvolle Spiel der Bills-Defense nicht schmälern soll, die mit sehr viel Zug zum Quarterback ausgestattet ist, aber auch in der Deckung nicht allzu viel aufgibt, und vor allem massiert gegen den Lauf steht.

Leider spielte Buffalos angeblicher Wunder-DT Kyle Williams nicht, aber dafür geigte der Rookie Marcell Dareus mächtig auf. Dareus spielte häufig den „Mittelmann“, ergo Nose Tackle, und schiss einfach mal darauf, dass Nose Tackles keine Sacks machen müssen: 2.5 Sacks für Dareus.

Im Auge behalten, dass Washingtons Angriff unteriridisch war und über keine Waffen verfügte, aber da die Bills über die Saison ordentliche Stats vorweisen können, kann man annehmen, dass die Verteidigung grundsolide ist.

In der Offense fällt auf, wie blass QB Ryan Fitzpatrick daherkommt. Es mag daran liegen, dass Fitzpatrick keine 50yds-Bomben zaubern kann, dass das Eindrucksvollste war, wie Fitzpatrick drei Tage nach seinem Megavertrag trotz Angeschlagenheit nicht runtergehen wollte, sondern beinharten „Leadership“ zeigte. Das Gerede von wegen Fred Jackson = bester Running Back in der AFC oder so kann man getrost einstellen. Jackson macht mir nicht den Eindruck, wie ein McFadden drei Tackler mitschleifen zu können. Frappierend auch: Der vor kurzem hoch gedraftete RB C.J. Spiller wurde mehrmals als Wide Receiver aufgestellt und sogar 50m downfield angespielt.

Ich bin mir nicht sicher, ob diese Bills das Zeug für die Playoffs haben, aber es steht auf alle Fälle ein grundsolides Gerüst.