Die erste Kerze brennt

Nope, noch ist kein Advent, auch wenn die Sehnsucht nach Oh Maria Morgenstern und den adventlichen Weisen schon wieder zu kribbeln beginnt. Die heutige Kerze brennt für Sideline Reporter, der/die/das heute „1“ wird.

Geboren ursprünglich aus dem zunehmenden Unwillen, an anderer Stelle mit diesen Zappelfingern noch länger lästige Zeichenbegrenzungen einhalten zu müssen, konnte man hier anfangs die Leser per Handschlag begrüßen, während sich das goldene Quartett Auburn/Oregon/Boise/TCU ein faszinierendes Rennen gen Glendale leistete. Das Blog machte schnell Spaß, wuchs im Laufe der Zeit, auch dank gütlicher Bekanntmachung bei Allesaussersport oder Football Austria, lavierte sich durch eine elend lange Offseason und durchlebt aktuell seinen ersten „vollen“ Footballherbst.

Ich möchte Sideline Reporter nicht größer machen als er/sie/es ist: 365 Tage, 455 Blogeinträge, 142.223 Klicks (wohlgemerkt: „Klicks“ ist gleich „Seitenaufrufe“ ist nicht gleich verschiedene „Besucher“), 2.368 Kommentare, rund 95 Feed- und 38 eMail-Abos. Meiste Seitenaufrufe bis dato standesgemäß wie es sich gehört am Superbowl-Tag (oder besser: Superbowl-Montag, 7.2.2011) mit 3.892 Klicks.

Hauptschwächen bleiben mangelnde Pflege der internen Datenbank und ein ordinäres, unzeitgemäßes Design, und beides krankt an Zeit-, Geld- und Knowhow-Mangel (der Blogbetreiber wohnt hoch droben in den Bergen, dort wo die Tannenzapfen wachsen, und hat noch keine zwei Jahre (!) zuverlässige Internetverbindung), dürfte sich leider auch so schnell nicht verbessern.

Daher ein Riesendank an die treue Stammleserschaft, die sich damit plagen muss und die dieser Seite überhaupt einen Wert verleiht, verbunden mit dem Wunsch, Gedankenanstöße zur Optimierung des Inhalts anzubringen. Ich habe Ideen für eine Zukunft in der Schublade und werde auch weiterhin versuchen, irgendwo zwischen Jobs, Diplomarbeit und verpflichtenden Freizeitaktivitäten das Blog am Leben zu halten. Immer gewohnt eigenwillig, respektvoll gegenüber dem Establishment, aber mit der wahren Liebe für die Underdogs und echten Kämpen dieser Breitengrade.

Sideline Reporter: Die deutsche Footballseite für NFL und College Football

Sideline Reporter sind im amerikanischen Sport die Männer und Frauen, die am Spielfeldrand mit Mikro in der Hand stehen, um mehr oder weniger brauchbare Hintergrundinfos zum Vorgehen hinter den Kulissen auszuplaudern. Freundin Wikipedia definiert Sideline Reporter als a member of the broadcasting team for a sporting event who assists with additional coverage away from the booth.

Dieses Weblog steht nicht mit Pulle an der Seitenlinie. Trotzdem möchte es vom Geschehen und Hintergründen erzählen. Aus der Welt des American Football – in deutscher Sprache.

Football ist eine komische Sportart. Der Ball ist ein Ei und gespielt wird primär mit den Händen und ganze 6/22 der Spieler am Platz sind überhaupt gedacht, mit dem Spielgerät umzugehen. Die Aufsplittung in einzelne, kurze Spielzüge und der dadurch dauernd unterbrochene Spielfluss erweckt den Eindruck des Rasenschachs.

Auf den ersten Blick ein ewiges Warten auf den großen Moment. Und mit der Zeit ergeben sich bestimmte Muster. Und viel Stoff zum Mitdenken.

Genau deshalb ist Football trotz aller Probleme, die es in diesem Sport gibt, Faszination. Wenn der Sommer unter ersten Alterserscheinungen ächzt, wenn sich die ersten Laubbäume färben, dann kommt Jahr für Jahr das eine Gefühl wieder zurück.

It’s time for some football.

Sei es in der professionellen National Football League (NFL) oder an den Universitäten (College Football), keine Zeit im Jahreskalender, an dem so viele Abende dem nächtlichen TV-Sportkonsum gewidmet werden und entsprechend so viele neue Tage mit Augen auf Halbmast beginnen. Mit dem Superbowl Sunday Anfang Februar ist der Zauber dann vorbei.

Sideline Reporter. Eier, wir brauchen Eier! möchte damit aber nicht stehen bleiben. Sondern Football-Coverage, solange die Zeit reicht. Nie reißerisch, aber immer mit einem Schuss Bewunderung für die Außenseiter und Unorthodoxen unserer Zeit. Das ganze Jahr über.