Vorschau Woche 10, SNF Patriots@Jets

Wie in der Früh angekündigt, wird hier in Zukunft Herrmann regelmäßiger Beiträge schreiben. Heute geht es um das Sunday Night Game von heute Nacht.


As the world turns… Als wir uns das letzte Mal dem Klassiker Jets-Patriots gewidmet haben (und man lasse sich nur nicht einreden, das sei gar keine “echte” große Rivalry), hingen die Blätter noch an den Bäumen, die Patriots-Offense war das heißeste Ding seit Erfindung des Geldes und der Schreiberling selbst war noch kein Sidelinereporter an der Seite von korsakoff. Seitdem haben die Jets drei Spiele in Folge gewonnen und teilen sich mit einem 5-3-record den ersten Platz in der AFC East mit den Mannschaften aus New England und Buffalo.

Das soll hier keine Executive Summary werden, sondern wir wollen uns auf einen Punkt konzentrieren: New Englands Offense gegen New Yorks Defense. Das Matchup Pats-D gegen Jets-O soll hier nur ganz kurz und nicht umfassend abgehandelt werden: wenn das Laufspiel New Yorks funktioniert, funktioniert auch der Rest. Wenn nicht, funktioniert gar nichts. Und die Lauf-D der Patriots ist nicht die allerschlechteste.

Die Patriots seit haben dem letzten Spiel gegen den Divisionsrivalen in Woche 5 das große Zittern bekommen, seitdem nicht ein Mal mehr als 20 Punkte gemacht (20 gegen die Cowboys, 17 gegen die Steelers und 20 gegen die Giants) und sahen ihre hochgelobte Offense entzaubert. Am schlimmsten sah der Angriff um Tom Brady gegen Pittsburgh aus und das Überraschendste daran war, daß die Steelers es mit einer anderen taktischen Marschroute geschafft haben als die Jets bei ihrem letztjährigen Playoffsieg.

Die Grundidee beider, der Jets wie der Steelers, war gleich: die WR an den Seitenlinien verteidigt man 1-gegen-1, das reicht aus, weil Branch, Ochocinco, Taylor Price oder auch TE Hernandez vielleicht mal einen oder zwei Bälle fangen, aber uns nicht das Genick brechen werden. Der Unterschied lag in der Defense, die sie zwischen den Seitenlinien gespielt haben.

Pittsburghs Dick LeBeau, gebranntes Kind nach der Klatsche gegen New England letztes Jahr, als Brady genüßlich Zone-Coverage um Zone-Coverage auseinandergenommen hat, versuchte einfach mal was ganz Neues, was sich (seltsamerweise?) bis jetzt noch niemand getraut hat: Mann-Verteidigung mit Bump-and-run an der Line of Scrimmage und als Highlight oben nur einen Safety. Damit waren die Receivers der Pats völlig überfordert und das gewohnte Timing zwischen QB und WR war wie weggeblasen. Weil der zweite Safety – in der Regel ein Herr namens Polamalu – damit “in the box” war, wurde einerseits Bradys beliebte Mitte für die TEs und Welker mit einem Extramann abgedeckt und andererseits hatte auch das Laufspiel einen zusätzlichen Verteidiger gegen sich.

Die Jets hatten einen ähnlichen Ausgangspunkt, haben den Rest aber ein wenig anders gemanaget. Also auch: außen eins gegen eins. Und auch: Mitte zu. Aber Rex Ryans Jungs aus den Meadowlands haben das getan mit Zonenverteidigung. Bis auf zwei Cornerbacks haben alle Spieler der Secondary (die Jets haben hauptsächlich Dime gepielt) im Umkreis der Hash Marks ihre Zonen verteidigt. Und oftmals haben sie nur 3 Pass Rusher aufgeboten und 8 Mann (!) in die Paßverteidigung geschickt. New England hat das diese Saison in Woche 5 mit viel hard-nosed Laufspiel gekontert. Aber wenn die Jets ihre Strategie mit der Steelers-Taktik verbinden, wird auch das wohl nicht funktionieren.

Der Angriff von Belichick, Brady und OC Bill O´Brien braucht eine neue Idee, einen neuen wrinkle. Irgendetwas Neues. Mehr 3-WR- oder 4-WR-Sets vielleicht, ein kreativeres Laufspiel, ein Pärchen Ocho/Brady, das endlich lernt, miteinander zu spielen oder einfach nur einen Deep Threat. Brandon Tate war es nicht, Vielleicht kann es Taylor Price sein,

Ich möchte keinesfalls klingen wie ein “Fan, der vom Gestern lebt” (Uli Hoeneß), aber wo ist der Deep Threat – formerly known as Randy Moss? Es hat schon einen Grund, warum alle guten Mannschaften so einen in ihren Reihen haben und sogar ein Schüler Belichicks wie Thomas Dimitroff  seine Karriere aufs Spiel setzt, um einen Julio Jones zu draften. Das ist kein Plädyer pro Moss, aber von irgendwoher muß er kommen, der schnelle Receiver mit den langen Schritten, der tief gehen kann.

Für die Patriots ist dieses Spiel sehr viel wichtiger als für die Jets. Es könnte das erste Mal seit 2002 werden, daß Bellys Pats drei Spiele in Folge verlieren. Wenn man dazu nimmt, daß New England seine letzten drei Spiele in den Playoffs verloren hat und der letzte Sieg in diesen aus der Saison 2007 datiert, kann man tatsächlich so langsam mit dem Abgesang auf die Patriots der Belly/Brady-Ära beginnen.

Oder, wenn man nochmal den letzten Optimismus zusammenkratzen will, könnte dieses Aufeinandertreffen einen Wendepunkt markieren wie das Spiel in Woche 5 der Saison 2003 (38-30 gegen die Titans), das den Beginn der längsten Siegesseries der NFL-Geschichte einläutete: 21 Spiele in Folge ungeschlagen und Siege in den Super Bowls XXXVIII und XXIX.

Es wird sich zeigen und das Spiel hat als Sunday-Night-Ansetzung auch einen würdigen Platz dafür.

Ein Kommentar zu “Vorschau Woche 10, SNF Patriots@Jets

  1. Hat sich wieder mal bestätigt, dass man die Pats nicht abschreiben darf, aber die Offense der Jets war auch kein ernsthafter Test. Bin gespannt wie die AFC East sich entwickelt. Die Jets müssen zwei Spiele aufholen und die Pats haben jetzt ein einfaches Restprogramm. Wenn die bills sich halten können, tippe ich auf einen spannenden Kampf um Platz 2 hinter den Patriots.

    Edit: Hierher verschoben/hoffe, das geht in Ordnung – korsakoff

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