NFL 2011/12, Week 11 in der Nacht auf Montag: Das Eagles-Grab ist geschaufelt

Spiel der letzten Chance für die Philadelphia Eagles (3-6) – und mehr: Spiel mit arbeitsplatzgefährdendem Charakter für den Eagle-Guru Andy Reid, der sich wie im falschen Film vorkommen muss. Die Heimniederlage gegen den Backup-QB der Arizona Cardinals war verheerend. Die bezeichnende Szene war für mich ein 3rd and 10 gegen Spielende, die Eagles 17-14 in Führung. Rechts draußen putzt WR Fitzgerald den blutjungen Safety Jarrett für 37yds, zwei Spielzüge später der Cards-TD zum Sieg.

Du hast teure Kaliber wie Asante Samuel und Nnamdi Asomugha oder Glücksritter wie Rodgers-Cromartie für die Deckung in deinem Kader und stellst Jaiquawn Jarrett auf den Wide Receiver des Gegners schlechthin im entscheidenden Spielzug der Partie ab? Alle anderen Idiotien der Eagle-Abwehr in dieser Saison mal beiseite geschoben: Sowas fällt letzten Endes auf den Coach zurück.

Dieser heißt Juan Castillo. Stellenbeschreibung: Reid-Buddy. Aufgestiegen von Offensive-Line-Coach zum Defensive Coordinator. Postenübernahme von Sean McDermott, junger Stratege mit einer aufsteigenden Defense 2010/11. Wenn aller Spott und Hohn verschüttet worden ist, ist bei sowas am Ende des Tages der Head Coach im Kreuzfeuer.

Eine Pleite in den Meadowlands wäre wohl das verfrühte Aus für die Playoff-Hoffnungen und könnte die erste Schippe für Reids Grab sein. Man rechnet damit, dass die Eagles ihren Head Coach am Saisonende dem Arbeitsmarkt zuführen könnten.

Hochziehen kann man sich in der Einstimmung auf das fassungsloseste Spiel der Saison 2010/11, das „Miracle of the Meadowlands II“ [1]/[2]. Und hochziehen kann man sich auch daran, dass auch beim Gegner „Big Blue“ das Nervenkostüm wieder zittrig wird, nachdem die Giants jüngst in San Francisco trotz guter Ausgangsposition verpassten, einen beruhigenden Vorsprung zwischen sich und Divisionskonkurrenz zu legen.

Runtergezogen wird man vom den Ausfällen von QB Vick und WR Maclin. Vince Young wird den Quarterback geben.

Also: Sieg Giants = Aus für die Eagles. Sieg Iggles und die NFC East wird, höhö, vogelwild.

6 Kommentare zu “NFL 2011/12, Week 11 in der Nacht auf Montag: Das Eagles-Grab ist geschaufelt

  1. Ich versteh irgendwie nicht ganz was da in Philadelphia abgeht: Letztes Jahr eine solide Saison gespielt, !Teilweise! eine wunderschöne Offense aufs Feld gezaubert… und dann dieses Jahr DAS!

    Ich hab mich vor der Saison eigtl auf dieses Team gefreut, und dann sieht man sowas.

    Defense unterirdisch (wird langsam besser) und die Offense naja…

    – McCoy läuft und läuft…gibts nichts zu bemängeln
    – Vick wirft mal hui, mal pfui (11 TD, 11 INT)
    – Maclin: der beste receiver im kader?
    – DeSean: erst mäßig spielen und dann zu spät zum meeting…

    Eig hat Coach Andy Reid eine super Statistik (120-77-1 Regular Season, laut wikipedia), aber was läuft diese Saison schief???

    5/6 Spielen im letzten Quarter verloren… Kader zu dünn?

    Talent und Potetial wäre ja massig vorhanden, aber es kommt wenig zählbares raus dabei: auch in den ersten 3 Vierteln nicht…

  2. Ich glaub an die Eagles.
    Maclin ist in seiner derzeitigen Form kein schwerwiegender Ausfall. Viel wichtiger ist, dass DeSean Jackson wieder dabei ist.
    Ob Vick durch Young ersetzt werden kann, wird sich zeigen. Ich hab von Young schon immer relativ viel gehalten. Er ist ja wie Vick ein Scrambler vor dem Herrn und bringt vielleicht mal ein überraschendes neues Element in die Philly-Offense, die in letzter Zeit kaum einem Defensive Coordinator Schweißperlen ins Gesicht getrieben hat.
    Mein Tipp: Wildes Spiel, dass die Eagles mit 3 Pkt Vorsprung gewinnen.

  3. Das Erstaunliche ist ja, dass die Eagles eigentlich in allen Spielen den Ball ganz gut bewegen konnten und auch punkteten … nur um sich dann immer wieder sehr gezielt ins eigene Knie zu schiessen.

    Die von korsakoff skizzierte Situation ist in der Tat frappierend.
    Im selben Spiel fand ich es auch erstaunlich, dass Reid den ganz offensichtlich angeschlagenen Vick im Spiel gelassen hat. (2 Rippen bei seinem Spielstil..?) Das hat die Eagles-Offense dann doch schon enorm belastet.

    Die Giants haben mich ehrlich gesagt diese Saison bisher sehr positiv überrascht.
    Klar, 2 unsägliche Niederlagen, aber eben auch statement-Siege.
    In Summe spielen sie deutlich besser/erfolgreicher als ich es erwartet hätte.
    – geradezu wahnwitziges Verletzungspech
    – nach den Abgang von Boss hatte ich doch größere Zweifel ob Eli nicht seine wichtige, sichere Option für kurze und mittlere Distanzen durch die Mitte fehlen würde
    (Ballard und Cruz sind sicher (noch?) keine Spitzenkräfte auf TE bzw. WR, aber sie sind doch sehr positive Überraschungen in dieser Giants-Saison und dürften sogar noch gut Luft nach oben haben.)
    – Eli spielt locker eine Klasse stärker als im Vorjahr.
    – Die D-Line ist das Beste, was ich dieses Jahr in der NFL gesehen habe.

    (Das stotternde Laufspiel kann ich nicht wirklich als negative Überraschung bezeichnen, denn ich hielt die Bradshaw/Jacobs-Kombo ohnehin noch nie als so wirklich toll. Ich würde daher eher sagen, dass sie im Rahmen der Erwartungen oder um 1-2 Fumbles besser als erwartet spielen.)

  4. Er ist ja wie Vick ein Scrambler vor dem Herrn und bringt vielleicht mal ein überraschendes neues Element in die Philly-Offense

    Für mich ist Young kein „Scrambler“. Young ist beweglich, aber es passiert höchst selten, dass Young gewollt mit Power läuft. Seine Lauf-Yards sind meistens sehr zögerlich erarbeitet. Ich war lange ein Fan von Young, allein weil ich schwarze Quarterbacks liebe, aber Young gehört für mich ehrlicherweise mittlerweile zur unteren NFL-Klasse.

  5. Naja, sein erstes Spiel war jedenfalls ziemlich gut.
    Die eine seiner drei Interceptions war einfach Pech und er hat im Grunde über 300 yds geworfen, wenn man mal die Taunting Penalty von Jackson ignoriert.
    Dazu dieser Wahnsinns-Drive im letzten Viertel, für den Tebow direkt zum QB des Jahrtausends gewählt werden würde… eine insgesamt durchaus zufrieden stellende Leistung also.

    Zum Thema Scrambling: Young hat am Anfang seiner Karriere sehr sehr viel gescrambelt, es wurde dann halt mit der Zeit immer weniger, als CJ2K nach Tennessee kam. Den Rekord für QB-Rookie-Rushing-TDs, den Newton am Sonntag gebrochen hat, hatte Young vorher inne.

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