Das Finale, das keinen interessiert: Oregon Ducks – UCLA Bruins

Für die ambitionierte Pac-12 Conference ist diese Finalpaarung, die nur aufgrund der USC-Sperre zustande kommen konnte, ein Fiasko: Erstes Mal Titelspiel in der Conference-Geschichte, und dann ist die Partie schon vor Kickoff so gut wie entschieden.

Die „Spannung“ vor diesem Spiel kann man an einem Punkt festmachen: UCLA verlor die Generalprobe letzten Samstag im Stadtderby von Los Angeles gegen USC 0-50. Null zu fünfzig. Die Bruins sind nur deswegen im Conference-Finale, weil die Trojans noch gesperrt sind. Oregon legt dagegen runde 45pts/Spiel auf das Tablett und wird im heimischen Autzen Stadium einen Kantersieg und den Einzug in die Rose Bowl feiern.

Um allen Diskussionen im Falle eines knappen Resultats vorzubeugen, hat UCLA Chefcoach Neuheisl bereits vorsorglich Anfang der Woche entsorgt. Neuheisl wird heute Nacht sein letztes Spiel als UCLA-Coach betreuen. UCLA hat übrigens konträr zu dem von mir Anfang der Woche Hinausposaunten selbst bei einer Niederlage und 6-7 Bilanz eine Chance auf eine Bowl-Einladung (Wildcard im Falle, dass Plätze übrig wären; die Pac-12 hat z.B. 7 Bowlplätze, heuer aber nur sechs bowl-qualifizierte Teams).

Kickoff ist wie ich meine um 02h. Soweit ich das überblicke, übertragen weder ESPN America, noch der ESPN-Player*, bei ESPNA kann ich auch keine Wiederholungen im Zeitplan in den nächsten Tagen ausfindig machen. *Edit: Ist natürlich klar, wie in den Kommentaren richtig verwiesen wird.

NFL-Power Ranking 2011/12 nach Woche 12

Gleichermaßen zum Wochenausklang wie zum Einbiegen in die Saisonzielgerade hat der bloggende Physikstudent Andy Goldschmidt (footballissexbaby) sein NFL-Ranking nach Woche 13 für Sideline Reporter erstellt und kommentiert.


Einige Leser dieses Blogs sind ja auch schon über meinen Blog gestolpert und haben daher sicher schonmal was von Sagarin-Ratings und der pythagoreischen Erwartung gehört. Den anderen Neugierigen seien diese vier Artikel ans Herz gelegt:

Genug der Vorrede, auf zu den Ratings! Schauen wir uns doch mal die Situation an, die sich uns vor den letzten fünf Spieltagen präsentiert, einmal stärkemäßig und einmal alphabetisch sortiert:

Sortiert nach Mannschaftsstärke

Sortiert nach Mannschaftsstärke

Sortiert nach Alphabet

Sortiert nach Alphabet

Wie nicht anders zu erwarten sind die Green Bay Packers die ganz klaren Spitzenreiter. Die pythagoräische Erwartung von einem 13-3 Record lässt sich damit erklären, dass die Defense nicht besonders standhaft ist und einem Team mit einer weniger potenten Offense sicher einiges an Kopfschmerzen bereiten würde.

Auch am anderen Ende der Tabelle ist das Ergebnis wenig überraschend, die Indianapolis Colts sind ohne Peyton Manning schlecht und es würde wohl niemanden mehr überraschen, wenn sie die Saison sieglos beenden, auch wenn die pythagoreische Erwartung ihnen zwei Siege zutraut.

Die Colts sind immerhin nochmal ein ganzes Stück schlechter als ihre „Verfolger“. Die St. Louis Rams und die Kanas City Chiefs haben – obwohl beide selbst weit abgeschlagen – immerhin noch 5 Punkte Vorsprung auf die Colts. Das heißt in einem direkten Duell würde man einen Sieg mit 5 Punkten Plus-Minus Heimvorteil erwarten.

Im Verfolgerfeld der Packers gibt es keine ganz großen Überraschungen. Es fällt jedoch auf, dass die beiden North-Divisions sehr stark sind. Nach den Sagarin-Rankings würden die Baltimore Ravens die AFC North gewinnen und die Pittsburgh Steelers sowie die Cincinnati Bengals würden sich beide AFC-Wildcards krallen. In der NFC North sieht es ähnlich aus, die Packers gewännen die Division und die Detroit Lions und die Chicago Bears holen sich die Wildcard ab.

Es ist schon erstaunlich, wie stark die NFC North geworden ist, selbst das drittbeste Team hat ein besseres Rating als das Topteam der NFC East, die Dallas Cowboys. Das ist schon erstaunlich, wenn man berücksichtigt, dass die NFC East vor wenigen Jahren sicher die beste Division der Liga war. So schnell kann es in der NFL gehen!

Platz 2 bis 8 sind alle weniger als 3 Punkte voneinander getrennt, berücksichtigt man den Heimvorteil von 2,3 Punkten, so muss man sagen, dass sie fast gleich stark sind und man auch nach den Ratings keine sichere Aussage darüber treffen kann, wer sich denn nun einen Playoff-Platz wird sichern können. Sowohl in AFC als auch in der NFC wird es ein ganz heißes Rennen um die Wildcards geben, dass wohl wieder erst am letzten Spieltag entschieden wird.

Die Ratings sind leider wohl nicht genau genug, um jeden Playoff-Teilnehmer korrekt vorherzusagen, zumal am Ende viele Faktoren in die Playoffplatzvergabe reinspielen, nicht nur ein simpler Wert. Bei gleicher Siegbilanz entscheiden beispielsweise direkte Vergleiche etc. Das ist alles sehr schwer voll und ganz zu berücksichtigen, daher habe ich mich in meiner Betrachtung auf das Rating konzentriert und alle weiteren Erwägung außen vor gelassen.

Man darf auf alle Fälle gespannt sein, wie sich das Rennen in den nächsten 5 Wochen entwickelt. Für Spannung ist auf jeden Fall gesorgt! Und manchmal ist es ja auch schön, wenn man mit der ein oder anderen Prognose mal daneben liegt.