NFL-Week 17 Liveblogging

[02h51] NY Giants 7, Dallas 0/Q1 4:57… und er hat es wieder gemacht: WR #80 Victor Cruz wird auf einer simplen „Out“-Route angespielt und kann dann 74yds zum Touchdown durchlaufen. Wie war das nochmal mit den Big Plays gegen diese Cowboys-Secondary?

[02h47] Erste Schubsereien nach jedem Spielzug in den Meadowlands, während Dallas-QB Romo bereits arg heftig angegangen wird und schon von DE Pierre-Paul eins über die Rübe gezogen bekam. Dallas schon im Glück, hätte erst fast einen Snap gefumbelt, dann den Punt geblockt gesehen, dann kullerte das Ei auch noch wunderschön an die 5yds-Line aus.

[02h38] In den ersten beiden Drives zwei aggressive Defenses, die mit wenig Personal viel Druck auf die Quarterbacks ausüben.

[01h49] Die letzten Playoff-Tickets in der AFC wurden auf bescheidenem Niveau verteilt, nun folgt noch das Sunday Night Game N.Y. Giants gegen Dallas, wo der Sieger auch mit einer eher durchschnittlichen 9-7 Bilanz reinkommt und den #4-Seed und ein Heimspiel gegen die Atlanta Falcons erhalten wird. Alle Schlüsselpersonen sind fit genug zum Spielen geworden (auch Romo), nur der Cowboys-Punter McBrier wurde gestern auf die IR gesetzt.

22h15-Spiele

[01h21] Massenexodus in Oakland, wo wir das nächste Team mit einer ungewissen Zukunft haben: Die Raiders haben so ziemlich alle Patronen im nächsten NFL-Draft bereits verschossen, können durch das Aus wenigstens den Erstrundenpick 2013 behalten. Bleiben die Chargers, die als insgesamt klar beste Mannschaft der AFC West außen vor bleiben müssen. Man erinnere sich nur mal zurück an den gefumbelten Snap gegen Kansas City oder den Fehlkick gegen Denver und man wäre im Spiel.

[01h17] 4:36 wird ein Palmer-Pass links raus für WR Jacoby Ford von CB #20 Antoine Cason abgefangen und die Denver Broncos schnaufen durch. Damit dürfte das Playoff-Sextett der AFC komplett sein, und auch Cincinnati ist als #6 qualifiziert.

[01h14] Endstand Denver Broncos 3, Kansas City Chiefs 7.

Acht Sekunden vor Schluss wird Tebows letzter Verzweiflungspass von #39 Brandon Carr abgefangen und die Broncos verlieren auf ziemlich üble Weise: Kansas City musste nicht mehr machen als diszipliniert seinen Wide Receivers nachlaufen und nicht zu aggressiv auf Tebow stürmen und würgte die Broncos-Offense im Ansatz ab. Für Denver bedeutet es nun: Warten und Hoffen auf die Chargers, die gerade in Oakland 38-26 in Führung gegangen sind. Jemand, der einen Pfifferling auf die Broncos gegen Pittsburgh oder Baltimore wetten würde?

Was die Chiefs angeht, wird es nun in der Tat spannend, ob man mit Romeo Crennel weitergehen wird. Crennel galt in Cleveland nach vier Jahren als verbrannt, u.a. aufgrund eines am Ende recht disziplinlosen Haufens. Crennels Plus in Kansas City: Kontinuität und Wissen von innen. Und er ist mit GM Pioli aus gemeinsamen Patriots-Tagen verbunden. Eine Lösung mit besonders viel Sex-Appeal ist Crennel natürlich nicht.

[01h04] Letzte Chance für die Denver Broncos: 58sek kriegen sie zum letzten Mal den Ball an der eigenen 16yds Line. Tebows Passstatistiken sind bisher horrend. Thrill kommt rein, weil die Raiders eben auf 26-31 verkürzen konnten und noch runde 9 Spielminuten in Oakland zu absolvieren sind: Denver wäre dann mit einem Raider-Sieg draußen.

[00h53] Kansas City nach Ewigkeiten mal wieder mit etwas Schwung: Orton wirft zweimal erfolgreich, Kansas City verschafft sich etwas Luft, muss aber 3:59 vor Schluss punten. Denver beginnt an der eigenen 20.

[00h42] 6:42 vor Schluss muss Denver nach einer mutlosen Angriffs-„Serie“ (3x Lauf, zero Tebow) punten und das Feldpositionsspielchen wiederholt sich von Neuem. Angesichts des Zwischenstandes in Oakland wird es für Denver wohl trotzdem gut enden. Wenn nicht, riskiert Fox Verbalprügel. Pfiffe und Buhrufe von den Rängen vernimmt man im Moment zur Genüge.

[00h36] Kansas City mag keine Mätzchen und läuft bei seinem Drive, der an der eigenen 3yds Line begann, dreimal humorlos, um ja keinen Safety zu kassieren. Denvers Feldposition wird vermutlich gleich exzellent sein – eines der vielen Geheimnisse von Denvers Siegeslauf der letzten Monate.

[00h27] Nantz spricht es an: It’s Tebow Time. Wir sind im Schlussviertel. Denver brachte bislang nichts zustande. Kansas City besser, aber nicht alle Chancen genutzt. Noch Fragen?

[00h21] Unter Grabenkämpfen von zwei wenig überzeugenden Defenses wird das dritte Viertel in Kürze zu Ende sein. Bei den Chiefs schlägt immer heftiger durch, dass WR Dwayne Bowe immer noch nicht von seiner Verletzung zurückgekehrt ist. Ohne Bowe ist Orton auf seiner Suche nach Anspielstationen schnell ratlos.

[00h01] Denver 3, Kansas City 7/Q3 8:11. Denver kann aus dem Geschenk eines muffed punts (Dank seit Tebow) in der gegnerischen RedZone nicht das ganze Kapital einsacken, kriegt aber immerhin drei Punkte geschenkt (als Tebow elegant dem wuchtigen Hali entwischte, wurde jedoch gütlich ein „Facemask“ gegen Tebow übersehen). Interessant aber: Ein einziger Spielzug oder Strafe für Minus-Yards reicht für eine diszipliniert spielende Defense der Chiefs aus, um Denver ohne großen Aufwand zu stoppen. Und direkt vor dem Punt buhte sich das Stadion bereits den Frust aus der Seele.

[23h44] Möglicherweise wird es ein Tebow-Comeback nichtmal brauchen: Oakland liegt zur Halbzeit mit acht Punkten gegen ein angeblich demotiviertes San Diego zurück riskiert, mit einer Niederlage gleich zwei Mannschaften zu beglücken: Denver und Cincinnati wären mit Raiders-Niederlage durch.

Die Playoff-Hoffnungen der Titans dagegen hängen noch irgendwo im Dunklen: Tennessee braucht nun Siege von Oakland und Denver, um sich den sechsten Wildcard-Platz zu sichern.

[23h33] Halbzeit Denver 0, Kansas City 7.

Ein Spiel mit Reminiszensen an das „Tebow-Time“-Feeling. Denver läuft und läuft und läuft, aber Tebow bringt bei 3rd downs keinen Ball an den Mann, fumbelte einmal in der RedZone den Ball und dann hatte man Angst ein 58yds Field Goal für Prater zu versuchen und schwupps stehen noch keine Punkte auf der Tafel. Kansas Citys Defense macht eigentlich nicht viel Außergewöhnliches, scheint allerdings hin und wieder verwundbar gegen diese vielen Läufe zu sein. Kansas City ist im Angriff etwas aktiver, wirft vor allem effizienter und setzt stark auf RB Dexter McCluster, der auch den einzigen TD bisher scorte. Hätten wir 1. Dezember statt 1. Jänner, liefe das Spiel straight gen Tebow Time.

[22h53] Die Detroit Lions werden nach der Auswärtsniederlage ini Green Bay mit höchster Wahrscheinlichkeit auf Seed #6 zurückfallen und damit die New Orleans Saints am Wildcard-Wochenende ziehen – ein Spiel, das bei NBC wohl schon jetzt für die Samstagnachtpartie vorgemerkt wird. Aber Baby, was für Stats da in Green Bay: Stafford mit 520yds Passspiel und 5 TD, 2 INT (über die Saison 41 TD), WR Calvin johnson 11 Catches, 244yds, TD. Alles nix gegen Packers-Backup Flynn (480yds Passspiel, 6 TD, 1 INT). Sechs Turnovers und 86 Punkte in einer Partie, die fast vier Stunden reale Zeit dauerte und möglicherweise Zweifel über die Pass-Defense Green Bays aufkommen lässt.

[22h33] Dank Tebow verschießen die Chiefs ein langes Field Goal.

[22h27] Kuriosität, die mir entgangen war: Wir haben hier ein Brüderduell bei den Puntern. Dustin Colquitt für Kansas City, Britton Colquitt für Denver. Der Vater der beiden Jungs war in den 70ern übrigens ein zweifacher Superbowlchamp mit Pittsburgh (logischerweise als Punter).

[22h25] Die Chiefs beenden die Saison laut Nantz als einzige Mannschaft ohne einen Touchdown im ersten Drive eines jeden Spiels. Man bekommt einen Eindruck, warum: Eine Strafe für 5yds ist zuviel, um verdaut werden zu können.

19h-Spiele

[22h13] Tennessee gewinnt und kann nach der Jets-Niederlage weiter hoffen, ist mit einer Heimniederlage der Bengals und Siegen für Oakland oder Denver durch. Damit nach Denver, wo sich die Giganten Tebow und Orton wiedersehen werden.

[22h05] Unglaubliche Szenen in Houston! QB Jake Delhomme führt die Texans 14sek vor Schluss zum 22-23. Kubiak geht auf Sieg, um seinem verletzungsgeplagten Kader nicht auch noch eine Overtime zuzumuten. Bei der 2pts Conversion erst ein False Start gegen die Offense (!), dann ein schlechter Snap und Tennessee dürfte das Spiel nun doch gewinnen und der Running Back mit der #45 dürfte grad ein paar tausend Kilo leichter ums Herz geworden sein.

[22h00] Endstand Miami 19, NY Jets 17. Das Aus für die Jets nach einer weiteren sehr enttäuschenden Offensivvorstellung, die mit Sicherheit mehreren Assistenzcoaches im Angriff den Job kosten könnte. ESPN America schaltet rüber zu Houston – Tennessee, wo die Titans 23-16 führen, die Texans ohne Timeouts sind – UND DANN FUMBELT EIN TITAN DEN BALL 1:57 VOR SCHLUSS UND HOUSTON KRIEGT DEN BALL AN DER 37yds Line der Titans. Krass.

[21h45] Miami 19, NY Jets 10/Q4 2:37. Die Footballsaison für die New York Jets ist vorbei. Sanchez mit einer weiteren Interception just in dem Moment, in dem die Jets einen Quarterback von Format gebraucht hätten. Es wird nun interessant: Noch während der ersten Halbzeit waren die Chancen auf eine Entlassung Sanchez‘ den Auguren nach zu urteilen bei „0%“ und Ryan gilt als vernarrt in Sanchez. Aber dieser nächste Kollaps wird die Diskussion nicht beruhigen.

[21h33] Schale Blicke auf die anderen Spielfelder (ESPNA bringt morgen kein 19h-Tape):

  • Indianapolis ist 5:46 vor Schluss mit 6-19 in Jacksonville im Rückstand und wird damit wohl den #1-Pick behalten.
  • Jared Allen erlebt ein großes Spiel gegen Chicagos Offensive Line: 2.5 Sacks. Allen ist nun bei 21 Sacks für die Saison. Den Rekord hält Strahan mit 22.5 (davon ein geschenkter).
  • Matt Flynn bestätigt seinen exzellenten Ruf als Rodgers-Backup. Green Bay führt im dritten Viertel 31-26 gegen Detroit. Flynn mit 361yds Passspiel und 4 Touchdowns – inwiefern wird das die MVP-Wahl beeinflussen?
  • Denn Brees spielt Carolina an die Wand: Eingangs Schlussviertel, vor seiner Auswechslung, 389yds Passspiel und 5 TD.
  • New England mit 35 Punkten in Serie, nach 0-21 Rückstand.

[21h26] Miami 16, NY Jets 10/Q4 7:21. Kein 1st down und nur ein Field Goal für Miami.

[21h18] Da schwimmen sie davon, die verbleibenden Jets-Chancen. Sanchez unter kollabierender Pocket, wirft bedrängt von Jason Taylor verzweifelt den Ball weg, direkt in die Hände des 2m daneben stehenden DL Randy Starks, der beim Return dann über seine eigenen Füße stolpert, es ansonsten wohl fast bis in die EndZone geschafft hätte. Miami beginnt seinen Drive in Scoring Range.

[21h12] Miami 13, NY Jets 10/Q4 10:35. Smashmouth Football at his best. Einer der längsten Drives ever: 94yds in 12:24 min und 21 (!) Spielzügen für die Miami Dolphins, abgeschlossen mit einem 1yds Pass in die EndZone auf FB Clay. Die Jets-Offense konnte sich nun 27min reelle Zeit draußen sonnen. Die Dolphins setzen immer wieder auf WR Brandon Marshall, der das Privatduell mit CB Revis offen gestalten kann und mehrere 1st downs machte.

[20h47] Eigenartiges Vorgehen der Jets, die beim langen Third Down einen Pistol/Wildcat-Option Spielzug spielen, nur um uninspiriert über die Mitte zu laufen und punten zu müssen. Ein Drive, der vielversprechend begonnen hatte, der dann aber durch eine völlig berechtigte Facemask-Strafe gegen die Jets zerstört wurde. Ein Facemask, wo #91 Cameron Wake fast das Genick abgerissen worden wäre.

[20h34] Damit steige ich nun „richtig“ ins Liveblogging ein. In Miami beginnt in diesen Sekunden die zweite Halbzeit. Jets führen 10-6 in einem Spiel, das im erwarteten Rahmen blieb, mit zwei Schlaftabletten hinter dem Mikrofon.

[18h47] Nachdem sämtliche Körperextremitäten wieder angenäht sind und die essenziellsten Lebensorgane wieder damit beginnen, ihre Funktionen aufzunehmen, horche ich tief in mich hinein: Jo, heute gibt es mal wieder Liveblogging von der NFL. In den ersten 90 Minuten allerdings nur Stand-by. Ich möchte noch auf drei Dinge hinweisen:

  1. Keine Garantie, spoilerfrei durchzukommen. Die US-Stationen dürften heute Hochkonjunktur im Verkünden von Resultaten auf anderen Plätzen haben. Jo, ich bin gut darin, die Fußleiste zu ignorieren und den Ton bei Updates leise zu stellen. Heute dürfte allerdings mehr als gewohnt über fremde Plätze geredet werden.
  2. Die Vorschau auf den heutigen Spieltag.
  3. Die 19h-Spiele sind:New Orleans – CarolinaNew England – Buffalo

    Minnesota – Chicago

    Green Bay – Detroit

    Miami – NY Jets (ESPNA/SPORT1+)

    St Louis – San Francisco

    Philadelphia – Washington

    Jacksonville – Indianapolis

    Houston – Tennessee

Also. Die Draftreihe in der Luck-Frage wird um spätestens halb elf geklärt sein.

NFL 2011/12, TV-Guideline für Woche 17

Guten Morgen 2012. Es sind nur noch drei Playoff-Tickets zu vergeben und zwei von vier Freilose für die erste Runde sind fixiert, aber der letzte Spieltag der Regular Season in der NFL hat trotzdem noch etliches zu bieten, unter anderem auch, weil die Setzliste heuer dank der scheinbaren Ausgeglichenheit in der Liga (v.a. AFC) eminent wichtig werden kann, oder auch, weil es noch um den Top-Draftpick 2012 geht.


AFC-Setzliste vor Woche 17

#1 New England   12-3
#2 Baltimore     11-4
#3 Houston       10-5
#4 Denver         8-7
#5 Pittsburgh    11-4
#6 Cincinnati     9-6

Es zucken noch: Oakland (8-7), Tennessee (8-7), NY Jets (8-7). So können die Seeds noch besetzt werden:

#1 NE/BAL/PIT
#2 NE/BAL/PIT
#3 HOU
#4 DEN/OAK
#5 BAL/PIT
#6 CIN/OAK/NYJ/TEN

NFC-Setzliste vor Woche 17

#1 Green Bay     14-1
#2 San Francisco 12-3
#3 New Orleans   12-3
#4 N.Y. Giants    8-7
#5 Detroit       10-5
#6 Atlanta        9-6

Es zuckt noch: Dallas (8-7). So können die Seeds noch besetzt werden:

#1 GB
#2 SF/NO
#3 SF/NO
#4 NYG/DAL
#5 DET/ATL
#6 DET/ATL

Die jeweiligen genauen Szenarien dafür hat Walter Reiterer von Football Austria zusammengefasst.


Miami Dolphins – New York Jets

19h LIVE bei ESPN America und SPORT1+

Bei den Jets herrscht eine Woche nach der Derbyniederlage gegen die Giants Untergangsstimmung: Nicht nur, dass die Playoffs nur mehr mit einer nicht einfach aufzudröselnden Konstellation erreichbar sind (drei anderen Teams müssen zugleich verlieren): Der ganze, nun schon drei Jahre anhaltende, von Head Coach Rex Ryan veranstaltete Lärm kann bei einem Ausscheiden locker „Hebelwirkung“ zeigen und die Strukturen in Mannschaft und Trainerstab zerfetzen. Ich würde keinen Finger mehr ins Feuer legen, dass der Trainerstab nächstes Jahr noch annähernd so aussehen wird, auch wenn Ryan wohl bleiben wird.

Die zweite große Baustelle wird QB Mark Sanchez sein, einst von Ryan mit viel Getöse einberufen und als „Sanchize“ zu einer Marke aufgebaut, aber im dritten Jahr immer noch gleich hilflos, wenn das Jets-Laufspiel abschmiert: Zuletzt im New Yorker Stadtduell wurden Sanchez’ Grenzen zum wiederholten Male gnadenlos aufgedeckt. Auch hier: Obwohl Sanchez weiterhin als Langzeitlösung propagiert wird, würde ich keinen Jeton darauf setzen.

Dritte Baustelle: Die Offensive Line, langjährige große Stärke der Gang Green, in den letzten Wochen Garant dafür, dass haufenweise gegnerische Abwehrspieler mit Auszeichnungen überschüttet wurden.

Es ist eh wurscht. Die Jets müssen beim historisch größten Erzrivalen Miami gewinnen – und hoffen. Die Siegchancen sind durchaus gegeben: Die Dolphins verfügen zwar mit OLB Cameron Wake über einen exzellenten Pass Rusher, der die ausgemachte Schwachstelle der Jets-OL, RT Wayne Hunter, bereits im Visier haben dürfte, haben allerdings keine „Big Play“-Offense, mit der die Abwehr der Jets auseinandergezogen werden könnte.

Letztes kleines Halali für den DE/OLB der Dolphins, Jason Taylor, ein langjähriger Pro Bowler und wie ich meine auch offizieller Defensive-MVP 2006/07. Taylor, der lange Jahre verbal als Dolphin gegen die Jets schürte, dann aber gegen Karriereende noch für Redskins und Jets (!) auflief, ehe er heuer noch eine Saison im sonnigen Süden dranhängte und am Abend seine Karriere beenden wird.

Denver Broncos – Kansas City Chiefs

22h15 LIVE bei ESPN America, SPORT1+ und PULS4

Man sieht sich immer zweimal… oder so. Die Storyline des Spiels ist die Rückkehr von Chiefs-QB Kyle Orton nach Denver, wo er vor zweieinhalb Monaten von Tim Tebow ersetzt und ein paar Wochen später vor die Tür gesetzt wurde. Da dürfte der chip on the shoulder das geflügelste Wort in den Kommentatorenkabinen sein: Orton kann Tebow und den Broncos mit einem Auswärtssieg den Einzug in die Playoffs vermasseln (wenn zeitgleich Oakland gegen San Diego gewinnt).

Orton und Tebow, das sind zwei verschiedene Welten. Der eine ist ein Suff mit rebellischer Geschichte, ein QB-Bürokrat vor dem Herrn, der dir in etwa das liefern wird, was das Korsett, in das du ihn steckst, verlangt, der andere der tiefgläubige Christ, aber ein unkonventioneller Spielertyp, dass du sagst, gibt’s das?, effektiv nur dann, wenn alle GamePlans kollabieren und die Improvisation gefragt wird.

Zusätzlich an Thrill gewann die Partie durch den sensationellen Chiefs-Sieg über Green Bay vor zwei Wochen: Man traut Kansas City mit einer möglichst fehlerarmen Orton-Leistung nun plötzlich auch einen Coup in Denver zu, zumal die Broncos in den letzten beiden Wochen arg abgewürgt wurden. Glaubt man den Beobachtern, soll Tebow vergangene Woche in Buffalo von einer simplen Manndeckung (inklusive auf Tebow abgesetzter „Spy“) so sehr aus dem Konzept gebracht worden sein, dass er vier Interceptions produzierte. Sind es die ersten Anzeichen der lange erwarteten „Defensive Adjustments“ auf die etwas eigenartige Broncos-Offense?

New York Giants – Dallas Cowboys

02h20 LIVE bei ESPN America und SPORT1+
Tape: Mo, 2.1. um 13h30 bei ESPN America

Das direkte Duell um den Gewinn der NFC East, der seit Jahren meistüberschätzten NFL-Division. Die Ausgangslage ist klar: Der Sieger ist durch und schnappt sich den vierten Seed am nächsten Wochenende.

Vor vier Wochen gab es das „Hinspiel“ in Dallas, als sich New York noch einmal selbst am Schopf packte, dank eines von DE Jason Pierre-Paul geblocken Field Goals in letzter Sekunde einen wilden Shootout nach 12pts-Comeback gewann und sich noch einmal selbst aus dem Schlamassel zog. Das Spiel war symptomatisch für die Giants der letzten Jahre: Unberechenbar wie Seifenblasen, aber immer gut für einen Ausreißer nach oben. Vor zwei Wochen gegen Washington: Kollabierte Offense & Debakel. Letzten Sonntag gegen die Jets: Nettoyards im Minus, keine 50% Completions Rate für QB Manning, aber dank einer Handvoll Big Plays den Sieg mitgenommen.

Genau diese Big Plays sind für mich einer der wenigen Anhaltspunkte, um für diese Partie ein Gefühl zu bekommen: Dallas verfügt über einen aggressiv von DefCoord Rob Ryan designten Pass Rush, aber eher kotzen die Pferde, als dass dieses Spiel ohne drei lange Bomben auf die Herren Cruz/Nicks zu Ende gehen wird.

Dazu kommt die Unbekannte Romo: Vergangenen Sonntag mit zwei Faust großer Schwellung an der Wurfhand aus dem Spiel genommen und mit einer Historie an Einbrüchen in der „Crunch Time“ wichtiger Spiele. Romo ist aber nicht zuverlässig unzuverlässig genug, als dass man ihm nicht trotzdem einen 350yds-Tag und fünf Touchdowns zutrauen würde, vor allem auch nicht, weil die Combo Bryant/Robinson/Austin/Witten gegen New Yorks Abwehrlazarett ein potenziell ebenso gigantisches Mismatch stellt.

So oder so. Hier kommt keine großartige Mannschaft in die Playoffs. Aber beide sind unterhaltsam genug, sodass wir nächsten Sonntag auf jeden Fall ein interessantes Spiel gegen Detroit oder Atlanta erwarten können.


Cleveland Browns – Pittsburgh Steelers

Mo, 2.1. um 9h30 als Tape bei ESPN America

Die Pittsburgh Steelers müssen mit einem Notaufgebot antreten, haben aber immer noch Chancen auf Freilos und Home Field Advantage in den Playoffs: Was es braucht, ist ein Sieg mit Backup-QB Batch in Cleveland plus Niederlage von Baltimore (für #2-Seed) oder Baltimore und New England (für #1-Seed). Man geht angesichts der am Boden liegenden Browns allerdings davon aus, dass Tomlin nicht sein erstes Hemd in dieses Spiel werfen wird, um in den Playoffs noch halbwegs heil antreten zu können.

Cincinnati Bengals – Baltimore Ravens

Mo, 2.1. um 11h30 als Tape bei ESPN America

Die Cincinnati Bengals sind eine der positiven Erscheinungen in diesem Herbst, allein: Es merkt zu Hause keiner. Der Zuschauerschnitt ist einer der schwächsten der Liga und zuletzt schauten trotz Playoff-Kampf kaum 40.000 im Paul Brown Stadium zu, wie Jerome Simpson über Arizonas Defense in die Endzone turnte. Das letzte Saisonspiel wird dank etlicher Ticket-Pakete und Freikarten „ausverkauft“ sein.

Die Bengals wären eine tolle Geschichte in den Playoffs: Vor einem Jahr mit einem totgesagten Marv Lewis als Head Coach und so attraktiv, dass Franchise-QB Carson Palmer lieber die Pest gekriegt hätte als noch ein Down für Cincinnati zu spielen. Lewis strafte alle Lügen, mistete den Kader aus und baute um die beiden Rookies QB Andy Dalton (2. Runde) und WR A.J. Green (1. Runde) eine neue Offense. Green gehört zu den spektakulärsten Wide Receivers, eine Waffe für die ganz langen Bälle, und einer, dessen Fehlen im Hinspiel gegen Baltimore eklatant durchschimmerte.

Cincinnati wäre bei einer Heimniederlage u.a. auf die Houston Texans angewiesen, die zu Hause ihre letzten heilen Knochen gegen Tennessee hinhalten wollen. Randnotiz: Jenes Houston verpasste vor zwei Jahren die Playoffs, weil Cincinnati in den letzten Wochen nur noch seine B-Truppen auflaufen lassen hatte…


Ein paar weitere Gedanken:

Draft-Pick #1: Bizarres Szenario in Jacksonville, wo beide Teams ein Interesse an einer Niederlage haben könnten: Indianapolis, um sich den Top-Draftpick zu sichern, Jacksonville, um eben selbiges zu verhindern (außer man möchte den nächsten potenziellen Top-QB 10 Jahre vor der Nase haben). Für Colts-Coach Caldwell ein Dilemma: Bei einem Sieg soll er gerüchteweise gar bleiben dürfen (!!), würde aber wohl gleichzeitig den Toppick verlieren, da niemand einen Rams-Sieg gegen San Francisco erwartet.

NFC-Seed #5: Den Lions reicht ein Auswärtssieg bei den Green Bay Packers für den nicht unerheblichen #5-Seed (Gegner NYG/DAL ist beträchtlich einfacher als SF/NO für #6). Das Spiel ist jedoch eine völlige Unbekannte, da niemand weiß, a) in welcher Besetzung die Packers überhaupt antreten und/oder durchspielen und b) in welchem mentalen Zustand die Lions nach dem geschafften mentalen Kraftakt „Playoffs“ aufmarschieren werden.