Rose Bowl 2012: #5 Oregon Ducks – #10 Wisconsin Badgers

[02h45] Endstand Wisconsin Badgers 38, Oregon Ducks 45.

Wisconsin machte es tatsächlich noch einmal spannend, marschierte in zwei Plays fast in die RedZone der Ducks, aber dann war auch gut. Tolles, spannendes Spiel mit etwas mehr Defense – angenehm, wie ich fand – in der zweiten Halbzeit und am Ende einem verdienten Sieger, da die Oregon Ducks das machten, was sie immer machen: Sie bringen den Gegner irgendwann zum Erliegen. Heute gefühlt weniger durch das Hinuntertreiben der Spielzüge, sondern mehr durch die Flinkheit und Wendigkeit seiner unglaublichen Skill Players, die mehrere massive Big Plays machten und Oregon immer wieder mit Spielzügen um die Line herum verbrannten. Mann des Tages ist schwer auszumachen, aber wenn ein RB De’Anthony Thomas 2 Läufe für 155 Yards und 2 Touchdowns vorweist, könnten wir mal ein Wort drüber verlieren.

Gute Nacht – Fiesta Bowl gebe ich mir morgen als Aufzeichnung und werde meine Gedanken entsprechend in den richtigen Thread reinschreiben.

[02h35] Mal am Rande erwähnt: Wie sehr schmerzt nun das völlig sinnlos verbrannte Timeout vom dritten Viertel (die Touchback-Situation)?

[02h30] 3:55 vor Schluss einer der Männer des Tages, WR/KR/PR Abbrederis, mit dem Fumble nach einer Unkonzentriertheit, nachdem er den Ball für 29yds gefangen hatte. Oregon wird gleich wieder in FG-Reichweite sein, kann die Uhr runterlaufen und wird das Spiel gewinnen.

[02h23] Wisconsin 38, Oregon 45/Q4 6:50. Oregon lässt sich nichtmal von zwei aufeinanderfolgenden Strafen irritieren und spielt mit Eisklöten ein 4th down aus, nur um dann beim nächsten 4th down und 2 an der WIS13 plötzlich die traditionelle Methode anzuwenden und das Field Goal zu schießen. Erstaunlich. Chip Kelly müsste eigentlich realisiert haben, wie waidwund die Badgers bei diesen quicken Option-Pitches um die Offensive Line herum sind.

[02h04] Wisconsin 38, Oregon 42/Q4 14:35. Absehbarer Touchdown, nachdem die Badgers-Defense bei 3rd down einen wichtigen, sehr wichtigen Tackle verpasste und zwei Plays später Thomas den WR mit dem hawaiianisch klingenden Namen Lavasier Tuinei findet. Bizarr, eigentlich hatte es für einen Moment so ausgesehen, als ob Oregon mit dem Ausgleich zufrieden gewesen wäre. Dann kam James RB Thomas bei diesem verpassten Tackle.

[02h00] Ende drittes Viertel – Wisconsin macht pünktlich dazu auch seinen groben Schnitzer. Dritter Versuch und kurz, QB Wilson kommt plötzlich aus der Shotgun-Formation und wirft die INT. Manchmal verstehe ich die PlayCalls der Badgers nicht.

[01h47] Oregon marschiert unaufhaltsam gen EndZone und verbrennt die Badgers ein ums andere Mal, da nutzt Wisconsin bei einem Wurf Freundin Seitenlinie aus und KANN DEN BALL ABFANGEN. Oregon hätte wenigstens per Field Goal ausgleichen können.

[01h40] Wisconsin 38, Oregon 35/Q3 4:44. Nach einem Ducks-Punt und eines starken Returns von PR Abbrederi (der Mann macht heute PLAYS) übernimmt die Offense an der WIS38. Dezente Rhythmuswechsel über RB Ball und RB White, ein Scramble Wilsons gegen unaufmerksame Defense, ein Pass über die Mitte für Ball und ein richtig gut exekutierter Ball in die Ecke der EndZone von Wilson. Wisconsin führt wieder, es war ein Zack-Zack-Drive, da passte alles.

[01h22] Wisconsins Antwort darauf ist dezent enttäuschend: Ein langer Kickreturn von Abbrederis, der sich geschickt mit einem Seitenwechsel den Raum erkauft, an die 37yds Line Oregons, aber nach einer großartigen athletischen Aktion Balls (und kurz nach seinem Ausrutscher) bleibt der Drive an der UO12 stecken und es gibt bloß das Field Goal. Wisconsin 31, Oregon 35.

[01h12] Wisconsin 28, Oregon 35/Q3 14:11. Zweiter Lauf in diesem Spiel für RB De’Anthony Thomas. Thomas hat nun 155yds auf seinem Konto, da dieser zweite Lauf gleich ein 64yds-TD war.

[01h02] Ein Punkt, in dem ich Herbstreit widersprechen möchte: Das Fehlen von DB Cliff Harris dient nur bedingt als Entschuldigung für die Leichtigkeit, mit der Wisconsin hier die Eier bewegt. Klar, im Passspiel hilft das, aber Oregon hat viel bedenklichere Schwierigkeiten, diese simplen Läufe zu stoppen. Diese Offense braucht vermutlich einen ähnlichen „Game-Changer“ wie Wisconsin beim Fumble-Return.

[00h46] Halbzeitstand Wisconsin Badgers 28, Oregon Ducks 28.

Grandioser Shootout, der im Vergleich zu vielen anderen Spielen dieser tristen Tage richtig unterhaltsam ist, auch wenn für meinen Geschmack doch ein bissl mehr Defense sein könnte (Taylor und Nzegwu: bitte weghören!). Oregon begann zuletzt immer stärker, die „Edges“ als Waffen im Laufspiel einzusetzen, also um die Tackles herum zu laufen – im Prinzip das, was Oregon groß macht. Die dazwischen eingestreuten Thomas-Pässe sind fast ausnahmslos gefährlich viel Raumgewinn bringend, da war es überraschend, dass der kurze „Out“-Wurf an der GoalLine 30sek vor Pause zum Ausgleich glückte.

Wir hatten letzte Woche mit Air Force-Toledo und der Alamo Bowl zwei wilde Punktefestivals. Dieses Spiel setzt fast noch einen drauf. Oregon bekommt danach als erstes den Ball (Onside Kick mal nicht in Betracht gezogen – wobei…), kann seine mickrige Possession-Zeit (8:40min) aufmotzen und erstmals in Führung gehen. Hat-Tip: austrianbowl.

[00h27] BIG PLAY. Grade wollte ich mich über die fehlenden Turnovers in dieser Partie auslassen, da wird QB Thomas gesackt, der Ball aus der Hand geschlagen und Louis Nzegwu trägt das Ei zurück zum TD. Wisconsin 28, Oregon 21/Q2 3:26. Wichtig, wichtig für Wisconsin, da die Ducks in der zweiten Halbzeit als erste den Ball kriegen.

[00h17] In diesem Moment – 6:31 sind noch zu spielen in Halbzeit 1 – sind die Zeiten an Ballbesitz fair verteilt: Wisconsin 19:15 min, Oregon 4:14 min.

[00h10] Unglaublicher Shootout in Pasadena: Wisconsin braucht erst 8 Spielzüge für 65yds (darf man dazu dann heute „zäh“ sagen?), ehe RB Montee Ball den TD-Rekord von Barry Sanders einstellt, ehe dann Oregon nach langem Kickreturn einen einzigen Pass für RB Barner über 56yds wieder ausgleicht. Wie meinte Herbstreit? I need a tank of oxygen myself.

[23h52] Wisconsin 14, Oregon 14/Ende erstes Viertel. Mit dem letzten Spielzug im ersten Viertel bricht Oregons RB De’Anthony Thomas durch, 91yds zum Touchdown. Gewaltiges Viertel beider Offenses, die in jeweils drei Drives jeweils zwei Touchdowns bei einem Punt hinknallten.

[23h38] Wisconsin 14, Oregon 7/Q1 5:55. Die magische Zahl ist die Sieben. Dritter Drive zum Touchdown, drittes Mal wurden sieben Spielzüge benötigt. Wisconsin setzt massiv seinen RB Monte Ball ein (bereits 7 Läufe für 73yds und 2 Catches für 37yds, ergo 110 Total-Offensive Yards und noch kein Viertel gespielt), aber zum Abschluss scrambelt diesmal Wilson die paar Yards in die EndZone. Furchterregend, wie wirkungslos bislang jegliche Defense bleibt. Da kann man sich den eigenen Eintrag für jeden Touchdown-Drive schenken, um Platz zu sparen.

[23h26] Wisconsin 7, Oregon 7/Q1 9:41. Auch Oregon kommt standesgemäß zu seinem Touchdown im ersten Drive: 7 Spielzüge, 80yds in grundsoliden 2:07min und abgeschlossen durch das Wiesel, RB LaMichael James.

[23h19] Wisconsin 7, Oregon 0/Q1 11:48. Abbrecadabra! Im Stadion, das erstaunlicherweise mehr „rot“ den „gelbgrün“ aussieht, legen die Ducks einen grundsoliden ersten Drive hin, abgeschlossen mit einem wunderschönen Playaction-Pass QB Russell Wilsons auf Jared Abbrederis (38yds). Da sah Oregons Defense ziemlich überrumpelt aus.

[23h04] #Dingeandenenmansichniesattsehenkann: Feuerwerk bei gleißendem Sonnenschein.

[23h00] Nach einer auf äußerst eigenartige Weise sehens- und empfehlenswerten Outback Bowl Georgia – Michigan State nun rüber zur Mutter aller Bowls nach Pasadena. Heute mal testweise über den ESPN-Player, da heute „auswärts“ ich in der Location kein ESPN America empfangen kann.


[17h22] In wenigen Stunden beginnt in der wunderschönen “Schüssel” zu Pasadena die Rose Bowl 2012 zwischen den Siegern der Pac-12 und der Big Ten Conference. ESPN America wird nach der WinterClassic einsteigen, man kann aufgrund der Verzögerungen von einem Übertragungsbeginn von ca. 23h45-24h ausgehen. Ab 23h LIVE dabei ist der kostenpflichtige ESPN-Player.

Wisconsin gegen Oregon, das ist nicht nur das Duell zweier unterhaltsamer Mannschaften, sondern auch das Duell Adidas gegen Nike – beide heute mit extra designten Trikotsätze. Während erstere den Badgers einen netten, klassischen Look verpassten, kommen die Oregon Ducks mal wieder in futuristischen Scheusalen daher. Unterhaltsamer sind beide Teams ohnehin auf dem Spielfeld.

Die #10 Wisconsin Badgers von HeadCoach Brett Bielema waren lange Zeit mit ihrem neu eingekauften QB Russell Wilson ein heißes Gesprächtsthema, galten als Anwärter für das BCS-Finale, bis zur Saisonmitte zwei Hail Marys hintereinander die Badgers-Saison fast zerstört hätten (gegen Michigan State und Ohio State). Nach dem knappen „Rückspielsieg“ über die Spartans ist Wisconsin nun wie vor einem Jahr in der Rose Bowl.

Einer der Männer des Jahres neben Wilson ist RB Montee Ball mit seinen 38 TD (Rush+Catch). Ball könnte heute den legendären Rekord von Barry Sanders brechen (39TD/1988), wobei angemerkt werden muss, dass Sanders drei Spiele weniger dafür brauchte und seine zusätzlichen 5TDs aus der Bowl Season nicht in den offiziellen Stats mitgezählt werden (erzielte insgesamt 44TD). Ball wird trotzdem kaum beachtet, was einen Grund hat: Der Angriff ist vornehmlich um Wilsons double threat gebaut, zudem vergeht keine Badgers-Übertragung ohne fuffzich Lobeshymnen auf die massive Offensive Line.

Knackpunkt ist die Lauf-Defense: Wisconsin zeigte immer und immer wieder Probleme gegen laufstarke Offensivmaschinen. Die Probleme waren letztendlich nicht hauptverantwortlich für das verpasste Saisonziel „BCS-Finale“, könnten heute aber richtig durchschlagen.

Denn Oregons Offense ist nicht bloß „stark“. Oregons Offense ist „großartig“, gleich ein ästhetischer Genuss wie gnadenlos effizient. Head Coach Chip Kelly sollte jedes Jahr zum Coach des Jahres gewählt werden, allein dafür, so ein kompliziert einzustudierendes Produkt überhaupt auf das Spielfeld zu stellen.

Wir sprechen über ein vornehmlich auf Lauf-Options basierendes System, das in seiner reinsten No-Huddle-Erscheinung in diesen futuristischen Trikots wie aus einer anderen Phalanx daherkommt: QB Darron Thomas nimmt den Snap auf, und täuscht wahlweise drei Ballübergaben an oder scrambelt selbst los oder wirft die tiefe Bombe. Zwischen den einzelnen Snaps vergehen kaum 20-25sek, was Defenses in Serie ermüdet.

Zentrale Figur ist RB #21 LaMichael James (1646yds, 7.4ypc, 17TD in elf Spielen), ein Zwerg von einem Running Back, aber so flink und wendig wie ein Wiesel und an guten Tagen mit 9-10yds/Carry IM SCHNITT. James ist für einen hohen NFL-Draftpick möglicherweise etwas zu klein und grazil gewachsen, wird aber trotzdem nach diesem Spiel zu den Profis wechseln – dem College Football geht zweifellos eine der Attraktionen schlechthin verloren.

Die Backups scharren jedoch bereits: RB #24 Kenjon Barner (909yds, 11 TD) und der Sensations-Freshman RB #5 De’Anthony Thomas (1934yds, 16 TD overall), genannt „The Black Mamba“, bis dato auch stark als Ballfänger in Anspruch genommen.

Nur wenn es Wisconsin mit viel Physis gelingen wird, in Oregons so wichtigem Timing dazwischenzuflunkern, werden die Badgers hier Land sehen. Man kann insgesamt aber von einem punktereichen, flüssigen Spiel ausgehen, aber ich würde nicht gegen die Ducks setzen wollen.

Wiederholung bei ESPN America: Morgen, 3.1. um 15h30 (vermutlich ein komplettes Tape auch mit der Anfangsphase).

Fiesta Bowl 2012: #3 Oklahoma State Cowboys – #4 Stanford Cardinal

Erst Alabama, dann Boise State, dann Oregon, und jetzt Stanford: Die verschossenen Field Goals sind eines der Themen dieser Saison im College Football. Auch die absolut sehenswerte Fiesta Bowl 2012 wurde am Ende durch die Kicker entschieden.

Nicht unwesentlich zur Spannung trugen die beiden Defenses bei, die die Offenses eine zeitlang neutralisieren konnten: Stanford killte das Cowboys-Laufspiel und zwang QB Brandon Weeden zu vielen quicken Pässen, während Oklahoma State aggressive Abwehr spielte, aber anfällig gegen Play-Action und Big Plays war. Was man beiden Defenses nachsagen konnte: Sie verpassten nur sehr wenige Tackles gegen diesen Schwall an kräftigen und/oder wendigen Angriffsspieler auf beiden Seiten.

Ein Mann, der allerdings resistent gegen Tackling war: WR Justin Blackmon, der Mann des Tages in Glendale. Blackmon war überall zu finden, draußen in Seitenlinien-Nähe, drinnen im Slot, in der mittleren Zone, und Blackmon brachte Okie State nach dem holprigen Start überhaupt erst ins Rollen, war ab zweitem Viertel daueranspielbar und machte einen auf inspirativ im Huddle. Finale Stats des Mannes mit der #81: 8 Catches, 186yds, 3 Touchdowns. Und dieses verwertete 4th down gegen Spielende, wo jeder wusste, wer nun angespielt werden würde, und keiner was dagegen machen konnte. Weeden weiß, wo er sich bedanken muss. Ich bin nun auf zwei Dinge gespannt:

  • Wie wird Oklahoma States Spread-Offense ohne Blackmon aussehen? Der Mann war über Jahre eine echte Präsenz als #1-Mann außerhalb der „Hash Marks“, eine zusätzliche Dimension für diese Kurzpass-Offense Gundys, die primär in der Spielfeldmitte operierte.
  • Wie wird sich Blackmon in der NFL schlagen? Der Mann ist schnell, aber kein Weltklassesprinter. Der Mann ist fangstark, aber nicht allzu groß gewachsen (1,85m). Und hoch einberufene Wide Receiver aus der Big 12 haben zuletzt zu oft eher enttäuscht, wenn sie die engen NFL-Deckungen spürten.

Auf der anderen Seite enttäuschte auch QB Andrew Luck nicht. Ich mag diese Coolness in der Pocket selbst bei durchbrechenden Blitzes: Der Mann ist so was wie der Dida des College Football: Man werfe ihm entgegen, was man wolle, aber Luck wirkt stets gleichbleibend unbeeindruckt. Der Freshman versemmelt den zweiten Kick in der letzten Spielsekunde zum Sieg? Der Freshman verschießt das dritte Field Goal in der Overtime? Wurscht, Luck verzieht keine Miene und baut sofort den nächstnahen Mitspieler mit einem Schulterklopfer auf.

Das alles gesagt, war es der Typus Footballspiel, auf den ich stehe: Gute Stadionatmosphäre, intensives Spiel mit nur wenigen gröberen Fehlern auf beiden Seiten in Offense und Defense und ein knisternd spannender Kampf zweier fast gleichwertiger Mannschaften bis zur letzten Sekunde – und entschieden durch die Special Teams in den letzten Augenblicken. Ein Spiel, in dem man keinem die Niederlage vergönnt, auch wenn man Stanfords Trainerstab vielleicht vorwerfen könnte, den kleinen Tick zu mutlos in den letzten Minuten gewesen zu sein.

Stanford und Oklahoma State sind für meinen Geschmack beide einen Tick unter den beiden BCS-Finalisten LSU und Alabama einzuordnen, bilden aber gemeinsam mit Oregon und Boise State die #3 bis #6 – in fast beliebiger Reihenfolge – dieses CollegeFootball-Herbstes.


[12h34] Kleine Info voraus: Ich werde heute Nacht vielleicht hier drin noch das Live-Blogging machen. Später kommt auch die Vorschau für die Rose Bowl, wo ich es ident handhaben werde. Fiesta Bowl 2012 wird um 02h30 MEZ in Glendale/AZ angepfiffen und live bei ESPN America übertragen.

Für viele ist #3 Oklahoma State vs. #4 Stanford die Ansetzung der diesjährigen Bowl Season schlechthin: Zwei gut geölte, wunderbar ausbalancierte Angriffsmaschinen mit knackigen, nicht zu unterschätzenden Defenses, dazu zwei Spieler, die im kommenden NFL-Draft den Auguren zu folgen in den Top-3 vom Tablett gehen könnten. Trotzdem sind beide auch sowas wie „enttäuschte Hoffnungen“.

Oklahoma State genießt bei mir den Ruf der „Gunners“: Klasse Coach, klasse Mannschaft, aber nicht die Eier, ohne Ausrutscher durchzukommen. Heuer passierte es Mitte November gegen den Underdog Iowa State. Der unterschätzte Chefcoach Mike Gundy („Come after me. I’m a man. I’m FORTY!“) hat sich eine interessante Punktemaschine gebastelt: Der 28jährige QB Brandon Weeden (4328yds, 34 TD, 12 INT), der aussieht wie ein schottischer Säufer, den Ball auf haufenweise Wide Receivers verteilt und zwischendurch an den überraschend starken RB Joseph Randle (1193yds, 23 TD) übergibt.

Schlüsselfigur ist trotzdem der 1,85m-Mann WR Justin Blackmon (113 Catches, 1336yds, 15 TD), dessen Präsenz an den Seitenlinien für diese Kurzpassform der„Spread-Offense“ essenziell ist und der Räume für den #2-Mann Josh Cooper öffnet. Insgesamt 15 Spieler mit Catches, neun davon mit TD-Catches. Knackpunkt für Stanfords physische, aber namenlose Defense: Mit der Front Seven genügend Terror veranstalten, um das Laufspiel abzuwürgen. Immer wenn Weeden sich einen Wolf werfen muss, droht INT-Gefahr.

Auf der anderen Seite die Cardinal-Offense: QB Andrew Luck (3170yds, 35 TD, 9 INT) kriegt die Presse und die Lorbeeren, aber es wird zu wenig über die Spieler gesprochen, die Stanford „groß“ machen: Die Offensive Line um den OT Jonathan Martin, die Tight Ends um die TD-Maschine Coby Fleener (10 TD) und die an drei Händen nicht abzählbaren Running Backs. Kräftiger „Power Football“ ist Stanfords Basis, Luck das Sahnehäubchen.

Ein Faktor sind die Turnovers: Die Cowboy-Defense ist mit 42 Stück Balljäger Nummer 1 im College Football, während Stanfords Offense nur 15x den Ball abgeben musste, Luck nur 9 INTs warf. Oklahoma State verfügt über eine gute Defense, die dank Turnovers als „sehr gut“ klassifiziert werden kann.

Beide sollten motiviert sein: Oklahoma State um zu zeigen, dass sie in das Finale gehört hätten. Stanford, um zum Ende der Ära Luck noch einmal Eindruck zu schinden. Alles in allem riecht es jedoch nach einem sehr ausgeglichenen Matchup mit optischen Vorteilen für Oklahoma State.

Wiederholung bei ESPN America: Morgen, 3.1. um 18h30.

NFL-Fahrplan für das Wildcard-Wochenende

(Achtung, Spoiler Woche 17!)

Der Spielplan für das Wild Card Weekend steht. Wie erwartet hat sich NBC als Topspiel #3 New Orleans Saints gegen #6 Detroit Lions rausgesucht, während das Auftaktspiel #3 Houston Texans – Cincinnati Bengals sein wird. Die letzten Jahre zeigten immer wieder eine krasse Diskrepanz im Übertragungsaufwand zwischen den beiden NBC-Spielen am ersten Wochenende – das könnte in Zukunft besser werden, da im Gespräch ist, die beiden NBC-Playoffspiele auf die ersten beiden Wochenenden aufzuteilen. Für dieses Mal gilt immerhin: Mayock co-kommentiert.

Der Spielplan (alles live bei ESPN America):

Sa, 7.1.     22h30    Houston Texans - Cincinnati Bengals
Sa/So, 7.1.  02h00    New Orleans Saints - Detroit Lions
So, 8.1.     19h00    New York Giants - Atlanta Falcons
So, 8.1.     22h30    Denver Broncos - Pittsburgh Steelers

Neujahrs-Bowls 2012, Teil I (Update: Sendetermine ESPNA)

[Update: Laut ESPN America/Twitter wird ab 21h die Winter Classic gezeigt und dann später ins laufende Spiel bei der Rose Bowl eingestiegen (dürfte dann so gegen 23h40 sein)]

Heute finden die traditionellen Neujahrsbowls statt, wie immer, wenn Neujahr auf einen Sonntag fällt, am Tag danach. Die beiden BCS-Bowls (Rose Bowl, Fiesta Bowl) werde ich später in zwei gesonderten Blogeinträgen noch abhandeln, weil ich am Abend eventuell Liveblogging veranstalten werde. Wie es übertragungstechnisch bei ESPN America aussehen wird, bleibt noch im Unklaren, weil gestern Abend bekannt gegeben wurde, dass die Winter Classic der NHL (Flyers-Rangers) kurzfristig von 19h MEZ auf 21h MEZ verschoben wurde. Für ESPN America eine ungute Situation, jetzt könnte der Beginn der Rose Bowl (Beginn 23h MEZ) wegfallen. Nachfolgend die vier „Aufwärm-Bowls“, die eventuelle noch folgende Termin-Aktualisierung von ESPN America wird noch eingebaut. Weiterlesen