AFC-Championship 2012: New England Patriots – Baltimore Ravens

Liveblogging auch bei dogfood/Allesaussersport.

[00h24] Nur mal so nachgedacht: Was hätte Christopher D. Ryan mit diesem Finish welchen Spaß gehabt?

[00h14] Endstand New England Patriots 23, Baltimore Ravens 20.

Solche Finishes sind mit ein Hauptgrund, warum ich diese Sportart liebe. Da wurstelt der aus irgendeinem Trainingslager aufgeklaubte Backup-Defensive Back #29 Sterling Moore in höchster Not einen Ball aus den Händen des Wide Receivers Lee Evans, um die sichere Niederlage zu verhindern, und zwei Spielzüge später setzt der Probowl-Kicker Cundiff den Ball aus der lächerlichen Distanz von 32yds meterweit links daneben. Bitter für den Kicker, Dusel für die Patriots, die ihre fünfte Superbowl in den letzten elf Jahren besuchen- was für eine Bilanz ist das bitteschön?

Der Heimsieg gegen die Ravens war heute nicht „schön“. Brady wirkte nicht sonderlich locker, die Offense war gezwungen, mehr Laufspiel als gewohnt zu implementieren, und am Ende musste man sich auf die schlechteste Defense der Liga verlassen, um das Spiel nicht noch aus den Händen zu geben.

Ich gehe mal kurz durchschnaufen, dann sehen wir uns in ein paar Minuten zum zweiten Conference-Finale wieder.

[00h10] Unglaublich! Unglaublich! Ravens-Kicker Cundiff verschießt 15sek vor Schluss das kurze Field Goal aus 32yds, zwei Plays, nachdem der Backupbackup #29 Sterling Moore in allerhöchster Not einen sicheren Touchdown von WR Lee Evans in der EndZone noch freigeschlagen hatte! Die Patriots fahren nach Indianapolis.

[00h02] 3rd down scheitert. Nach dem Punt haben die Ravens 1:44, um von der eigenen 20yds Line wenigstens den Ausgleich zu machen. Für Flacco der do or die-Drive, kann seinen Ruf zertrümmern oder aufpolieren.

[23h59] Undurchsichtiges Management der Ravens mit ihren Auszeiten. Während die Patriots einmal erfolgreich werfen und einmal laufen, verschenken die Ravens durch das Nicht-Zücken ihrer Auszeiten auf alle Fälle wertvolle Sekunden. 1:56 vor Schluss – nach der 2min-Warning kommt das dritte Down, in dem die Patriots das Spiel fast eintüten können.

[23h56] #75 Vince Wilfork bricht durch, ist an Flacco dran – der muss das Ei wegwerfen. TURNOVER ON DOWNS. Die Patriots sind nun in einer exzellenten Situation, während die Ravens mit nur mehr 2 Auszeiten riskieren, Zeit zu verlieren.

[23h53] 2:53 vor Schluss werden die Ravens beim 3rd and 3 für Raumverlust gestoppt und haben nun einen vierten Versuch und 6yds – gerade weit genug von der EndZone entfernt (33yds), dass ein Field Goal gefährlich lange wäre… Die Ravens überlegten einen Moment, auszuspielen, haben nun ein Timeout zum Nachdenken genommen. Erfolgreiches Ausspielen hätte zwei Aspekte: Man könnte Raumgewinn machen und die Uhr runtertickern lassen.

[23h50] Es ist für New England insofern noch nicht viel verloren, dass die Ravens besser beraten wären, nun einen Touchdown zu machen. Knapp sechs Minuten noch, und ein Field Goal würde nur ausgleichen und möglicherweise einige Zeit auf der Uhr lassen…

[23h47] Meine Fresse, da powern sich die Ravens mit dutzenden Läufen über #34 Williams und #27 Rice über die Spielfeldmitte und machen ein 1st down nach dem nächsten und dann wirft QB Joe Flacco eine eher hanebüchene Interception auf #55 Brandon Spikes. Sah jetzt aus ersten Winkel wie ein klarer Flacco-Fehler aus. Und was machen die Patriots im nächsten Drive? Tiefer Ball, #31 Pollard fälscht den Ball artistisch ab und der nebenher laufende CB Jimmy Smith fängt eine sensationelle INT ab und returniert bis an die BAL37.

[23h36] New England 23, Baltimore 20/Q4 11:29. Im vierten Versuch fliegt Brady über die Defensive Line zum 0.5yds-TD Sneak rein. Zweiter Führungswechsel, diesmal war der eben noch unglückliche Woodhead eine der Schlüsselfiguren. New England läuft heute erstaunlich gerne über das Herz der Ravens-Defense. Ich hatte doch in einem Podcast gestern auf dem Weg nach Verona was von einer Verletzung bei #92 Ngata gehört?

Drittes Viertel

[23h25] Beim nächsten Patriots-Drive schlägt der Pollard wieder zu: TE #87 Gronkowski wird so unglücklich getackelt, da wird Gronkowskis Knöchel abgebogen, dass es Phantomschmerzen bis hier herauf verursacht. Pollard hatte früher bereits Brady und Welker von den Patriots ausgeknockt.

[23h21] New England 16, Baltimore 20/Q3 0:50. Schadensbegrenzung für New England, das Flacco beim dritten Versuch sacken kann (sic!). Flacco wirkt tendenziell sehr souverän, hatte aber auch einen möglicherweise verschenkten Touchdown, als er den Wurf in die EndZone dem völlig offenen FB Leach vorzog, als Leach wohl hätte zum TD durchspazieren können.

[23h16] FUMBLE! #39 Danny Woodhead wird bei einem langen Kickoff-Return der Ball aus der Hand geschlagen, nach mehreren Versuchen erobern schließlich die Ravens das herumhüpfende Ei und kriegen an der NE28 den Ball.

[23h13] New England 16, Baltimore 17/Q3 3:38. Flacco zerlegt einen Patriots-Blitz exzellent und WR #82 Smith kann zum Touchdown durchlaufen. Die Ravens wirken für meinen Geschmack ziemlich effizient in dritten Versuchen, haben nun die Defense unter Kontrolle halten können.

[22h56] New England 16, Baltimore 10/Q3 9:06. Ein physischer Grabenkampf, in dem die Patriots mit Gewalt versuchen, ihr Laufspiel um die Herren #42 Green-Ellis/#81 Hernandez durchzudrücken – was in Kombination mit schnellen Pässen für die Tight Ends erstaunlicherweise eine zeitlang gelingt, bis in der RedZone ausgerechnet ein solcher Lauf zu kurz ist und die Patriots bei 4th and 1 ein kurzes Field Goal nehmen. Auch hier gilt: Ich hätte ausgespielt.

Zweites Viertel

[22h34] Halbzeit New England Patriots 13, Baltimore Ravens 10.

Überraschenderweise knien die Patriots zur Halbzeit ab – kriegen allerdings wohl als erste den Ball in der zweiten Halbzeit (oder spielt Harbaugh Payton?). Ein recht interessantes Spiel, das erst Anflüge von Defensivschlacht zeigte, im zweiten Viertel aber doch auch ansprechende Offenses aufbot. New England kommt über die schnelle Offense mit kurzen Intermezzi zwischen den Snaps zum Erfolg, während bei den Ravens unübersehbar der Wille da ist, mit tiefen Bällen für WR Torrey Smith die Defense auseinanderzuziehen. Smith wäre vor der Pause einmal frei zum Durchlaufen gewesen, aber Flaccos Ball unter kollabierender Pocket geriet etwas zu kurz.

Die Ravens-Abwehr ist über weite Strecken etwas passiv, geht nicht aggressiv auf die Ballfänger und fängt sich somit gerne längere Drives ein – bisher wurde der Schaden minimiert, weil die Schotten in Fieldgoal-Reichweite dicht bleiben und Brady stetes drei oder vier Hünen aus der Defensive Line vor sich stehen hat, an denen schwer vorbeizuwerfen ist. Die Patriots-Defense macht nun merklich weniger Druck als zu Spielbeginn, hätte aber Flacco mit etwas Glück gleich zweimal den Ball aus der Hand schlagen können.

[22h20] New England 13, Baltimore 10/Q2 3:00. Zwischenzeitlich ein atemberaubendes Tempo der Patriots-Offense, die damit großen Erfolg hatte und fast alle namhaften Playmaker mit Raumgewinn. In der RedZone wird es wieder gemächlicher, schon kommt der Passrush in Form von u.a. #55 Suggs durch. Was auffällt: Die Ravens sind jetzt von der anfänglich angedeuteten Tendenz, #52 Ray Lewis auf den schnellen #81 Hernandez anzusetzen, weggegangen. Kann aus Baltimore-Sicht nur gut sein.

[22h09] New England 10, Baltimore 10/Q2 6:03. Touchdown-Pass für TE #88 Pitta, nachdem nun auch WR Boldin involviert ist, Rice aber weiterhin eher ein Nullfaktor bleibt.

[21h59] New England 10, Baltimore 3/Q2 10:35. Obwohl Brady kurzzeitig Anzeichen von Besorgnis ob seiner Protection andeutete, der erste mit Touchdown abgeschlossene Drive: Lauf/Lauf über #42 Green-Ellis, schneller Pass für Welker, schneller Pass für Gronkowski, Lauf Green-Ellis, Strafe gegen die Defense, Lauf Green-Ellis. Simpel gestrickt und effizient.

[21h50] New England 3, Baltimore 3/Q2 14:21. Baltimore sucht sofort nach dem Turnover den tiefen 42yds-Ball für #82 Torrey Smith, ehe der Drive an der 3yds Line um ein Yard zu kurz ist. Harbaugh eine Woche nach dem gescheiterten Versuch an der GoalLine mit den weichen Eiern, lässt das Field Goal schießen. Da kommen Turners Geister zurück, als einst 2007/08 die Chargers gegen die mächtige Patriots-Offense zig Field Goals an der GoalLine schießen ließ. Ich meine: Schlechte Entscheidung.

Erstes Viertel

[21h39] Hatte nicht irgendwer mindestens zwei INTs gegen Brady angekündigt? #21 Ladarius Webb bei einer mittellangen Route über halbrechts mit einem artistischen Catch und diesmal zählt – trotz leichtem Kontakt – der Turnover.

[21h34] Die Defensive Line der Patriots reißt das Spiel an sich: #75 Wilfork erst mit einem Tackle für -5.5yds gegen RB Ray Rice, dann im dritten Versuch – erraten – wird Flacco von Wilfork gesackt. Die Patriots-Deckung sieht okay aus, aber nicht überragend. Dafür ist der Passrush schnell genug durch, dass wir nicht von reinem „Coverage Sack“ reden können.

[21h28] New England 3, Baltimore 0/Q1 5:49. Die Patriots ziehen das Tempo an, spielen teilweise die Snaps 16-18sek vor Ablauf der PlayClock ab und kommen mit gewohnter Kleinwichserei in die RedZone. Dort stockt der Drive, weil die Ravens verschiedene Aufstellungen entgegenwerfen, mal decken, mal Druck ausüben – am Ende drei Punkte, drei Spielzüge nach einer wohl korrekt zurückgepfiffenen INT gegen Brady.

[21h18] Zweiter Ravens-Drive ohne 1st down: New England zerbröselt mit drei Mann die Pocket, Flacco ist zu langsam im Erkennen der meilenweit offenen Receiver auf der rechten Spielfeldseite. Resultat: #95 Anderson mit dem Sack beim dritten Down – wie letzte Woche, als Flacco immer wieder im dritten Versuch gefällt wurde.

[21h13] Auch die Patriots schaffen kein 1st down. Die Ravens sind noch nicht überaggressiv im Pass Rush, etwas, das man vielleicht hätte erwarten können, weil die große Schwäche Bradys dann zum Tragen kommt, wenn Brady unter Druck seiner Protection nicht mehr vertrauen kann – die Ravens blieben in diesem ersten Drive aber diszipliniert und vertrauten auf ihre Deckung.

[21h09] In der Anfangsphase stellen die Patriots McCourty als Cornerback ab, dafür sind die Safetys Ihedigbo (oder so) und Chung. Resultat: Fast eine INT für Chung und danach muss Flacco einen hoffnungslosen Scramble starten. Three’n’out.

[21h07] Jetzt haben Nantz und Simms die Plätze gewechselt und die Patriots deferred.

[21h04] PreGame-Checklist:

Flaschenbier von Maxlrainer [X]

Feuerwerk bei Tageslicht [X]

Gekreische im vorletzten Takt der Hymne [X]

Kann losgehen.

[20h37] Das Wetter in Foxboro soll heute konstant leicht unter 0°C sein, aber leider wohl weder Schnee, noch Regen, noch Schneeregen, der erst heute Nacht oder morgen einsetzen soll. Freuen wir uns trotzdem auf das AFC-Finale 2011/12, New England Patriots – Baltimore Ravens. Unsere Vorschau:

RIP Joe Paterno

Nach einiger Verwirrung über den heutigen Sonntag hat AP nun die Meldung bestätigt, dass Joe Paterno verstorben ist. „JoePa“ gehört zu den legendärsten Coaches in der Geschichte vom College Football und war von 1966-2011 HeadCoach der Pennsylvania State University, nachdem er dort seit 1950 Assistenzcoach gewesen war. Bilanz: Über 400 Siege und zwei National Titles. Die letzten Jahre waren geprägt von der unterschwellig immer wieder auftauchenden Frage, wie man den über 80jährigen Paterno vom Trainersessel schubsen könne ohne an seinem Denkmal zu kratzen. Im November 2011 wurde Paterno dann im Zuge des Falles „Sandusky“ gefeuert. Seitdem machten diverse Gerüchte um eine Krebserkrankung Paternos die Runde. Noch heute Morgen gab es Meldungen über einen „sehr ernsten“ Zustand Paternos.

Eine kleine Huldigung habe ich vor eineinhalb Jahren bei Spox geschrieben – lange bevor der Fall vom Kindesmissbrauch bei Penn State publik geworden war.

Bei Deadspin gibt es das Statement der Paterno-Famile.

RIP Joe Paterno.

NFC Championship Game 2011/12 – New York Giants @ San Francisco 49ers

New York Giants (11-7) @ San Francisco 49ers (14-3)

[Sonntag/Montag 00.30Uhr auf ESPN America, Sport1+ und PULS4; kommentiert (über FOX) von Joe Buck, Troy Aikman, Pam Oliver und Chris Myers.]

Special Teams sind so etwas wie das Stiefkind eine jeden Footballteams. Dort spielen hauptsächlich Rookie und Backups und wenn man nicht gerade einen Devin Hester im Team hat, interessiert sich auch kaum jemand für sie. Wie wichtig die Special Teams aber sein können, zeigen die San Francisco 49ers in dieser Saison auf beeindruckende Weise. In Verbindung mit der starken, viele Ballverluste erzwingenden Defense, beginnt die Offense ihre Drives im Durchschnitt an der 33-Yard-Linie. Ohne diese Unterstützung wäre San Frans Offense absolut hilflos. Das ist die schlechteste Offense, die ein Championship Game erreicht, seit Baltimore 2001.

Wenn die 49ers den Ball haben

Die Offensive Line ist schlecht, die Running Backs Frank Gore und Kendall Hunter sind nicht mehr als Durchschnitt und Quarterback Alex Smith ist – eben Alex Smith. Nur eines macht San Frans Offense richtig gut: sie verlieren keine Bälle. Nur elf Ballverluste in 18 Spielen sind einsamer Liga-Spitzenwert. Diese Turnover-Aversion harmoniert perfekt mit den starken Special Teams (vor allem Punter Andy Lee) und der starken Defense. Das ist auch dringend nötig, denn wenn die Offense auf sich allein gestellt ist, bekommt sie so gut wie gar nichts auf die Beine gestellt. Mit nichtmal 27 Yards pro Drive gehören sie zum Bodensatz der Liga. Punkten können sie auch fast ausnahmslos aus guten Feldpositionen heraus. Und selbst dann sind sie ziemlich schlecht, weil sie auch noch eine der ineffektivsten Red-Zone-Offenses der Liga haben. David Akers ist ein guter und zuverlässiger Kicker, aber den Rekord für die meisten Field Goals hat er aufgestellt, weil die 49ers viel zu selten in die Endzone kommen. Nur sieben Angriffsreihen haben in dieser Spielzeit weniger Touchdowns gemacht.

Es fällt sehr schwer gegen die G-Men irgendwo gute Matchups zu erkennen. Versuchen wir es trotzdem. New York hat nicht die besten Linebackers in Zonenverteidigung. Es gab viele Verletzungen und DC Perry Fewell hat da auch mächtig durchgewechselt und mittlerweile hat sich sogar Chase Blackburn, bis Mitte der Saison noch arbeitslos, einen Stammplatz erarbeitet. Mit ihm und Rookie Jaiquan Williams sollte TE Vernon Davis ein paar dankbare Gegenspieler haben. Davis ist neben Michael Crabtree auch die einzige verläßliche Anspielstation, die Alex Smith hat. Daher könnten es die Giants es sich auch erlauben, einen Safety auf Davis abzustellen. So wie auch die Saints in der letzten Woche – nur wird wohl weder Deon Grant noch Antrel Rolle sich so dämlich anstellen, wie Malcolm Jenkins in den Divisionals.

Falls Big Blue nicht schon mit ihrer starken und tiefen Defensive Line genügend Druck auf Smith wird ausüben können, werden sie auch noch einige kreative Blitzes einstreuen, gegen die San Fran letzte Woche gegen New Orleans einfach nur hilflos war und Smith froh sein kann, daß er da irgendwie heil rausgekommen ist.

Auch das Laufspiel ist alles andere als überragend. Über die Saison gesehen schaffen 49ers gerade mal 4 Yards pro Carry. Zumindest ist der zweite Tight End Delanie Walker wieder fit, so kann man wieder auf die beliebte 2RB/2TE-Formation zurückgreifen. Weil es aber auch mit ihm gegen die starke Defensive Line der Giants nicht viel zu holen geben wird, sollten im Gameplan wieder einige “seltene” Dinge enthalten sein. Plays wie Endarounds, Flea Flicker oder andere Trickspielzüge. Oder auch Fake Punts oder Field Goals. Ansonsten kann der Angriff nur hoffen, daß sie – mal wieder – von den Special Teams und einer Ballverluste provozierende Verteidigung rausgehauen werden. Also legen wir hier größeres Augenmerk auf die Zeit, in der die G-Men den Ball haben.

Wenn die Giants den Ball haben

Die Giants brauchen ein herausragendes Spiel von Eli Manning. Da trifft es sich gut, daß Eli zur Zeit besser spielt als jeder andere Quarterback. Vor allem under pressure und bei dritten Versuchen macht er immer wieder so starke Plays, daß die Verteidiger sich nur noch verzweifelt angucken. Man ist immer noch überrascht, wenn Eli mit zwei Verteidigern im Gesicht den 12 Yards entfernten Wide Receiver am First-Down-Marker nicht nur findet, sondern auch perfekt bedient. Das ist aber schon länger kein Zufall mehr. In dieser Saison hat Manning in der Regular Season bei dritten Versuchen und mehr als 10 Yards zu gehen folgende Statistiken: 31 von 46 für 548 Yards. Daneben hat er auch noch den Rekord für die meisten Touchdown-Pässe im vierten Viertel aufgestellt (15) und fünf Fourth-Quarter-Comebacks gezaubert (insgesamt sechs Game Winning Drives).

Aber genau dieser selbstsichere, coole und mutige Eli ist auch ganz dringend nötig gegen die aggressive Defense der 49ers. San Francisco läßt nur 3,5 Yards per Carry zu. Mit DE Justin Smith und den beiden Linebackers Patrick Willis und NaVorro Bowman haben die 49ers drei der besten Lauf-Verteidiger der ganzen Liga. Mit Dashon Goldson und Donte Whitner haben sie auch zwei hervorragende Safeties, die jeden Fehler der Front Seven ausbügeln können. Insgesamt hat San Frans Defense wohl eine der most fundemantally sound Defenses der letzten Jahre. Head Coach Jim Harbaugh hat einen hervorragenden Job gemacht. Seine Spieler sind sehr diszipliniert und verpassen kaum einen Tackle.

Big Blues Laufspiel ist zwar in den Playoffs deutlich besser geworden (4,6 YPC gegenüber 3,5 in der Regular Season), aber sie haben dabei auch von zwei schwachen Gegner profitiert. Nichtsdestrotz hat die Offensive Line endlich gut zusammengefunden, nachdem man viele Wochen lang aufgrund von Verletzungen und Formschwächen Spieler zwischen den Positionen hin und her geschoben hat. RBs Ahmad Bradshaw und Bulldozer Brandon Jacobs müssen einige gute Läufe auspacken, um Eli das Leben ein wenig einfacher zu machen. Ein Mittel wäre, die 49ers mit 3- oder gar 4-WR-Sets in ihre Nickel-Formation zu zwingen und dann aus 1-Back-Sets zu laufen, gerne auch aus der Shotgun-Formation. Allerdings sind auch in der Nickel-D Smith, Bowman und Willis auf dem Feld. Es wird, wie man es auch dreht und wendet, keine Rushing Explosion geben. Zumal es mit 50%er Wahrscheinlichkeit – wenn der Wetterbericht nicht lügt – infolge von Regen ein nasses Spielfeld (Echtrasen) geben wird im Candlestick Park.

Die Giants sollten einfach das ganze Spiel mit einer 3WR/1TE/1RB-Formation durchziehen, garniert mit 4WR-Sets. So hat man wenigstens Rookie Nickelback Culliver immer auf dem Feld und kann außerdem mit viel Paßspiel dem Laufspiel den Weg bereiten – entgegen der alten (zu alten?) Football-Weisheit: Establish the Run! Mit einer “traditionellen” Aufstellung mit FB und RB oder zwei TEs plus RB ist gegen das Bollwerk aus der Bay Area wohl nichts auszurichten.

Mit viel Paßspiel und einer mäßigen Offensive Line lastet dann mal wieder alles auf Elis Schultern. Aber der kann damit zu New Yorks Glück umgehen. Die G-Men hatten vier Must-win-Games in Folge und haben sie alle gewonnen – und zwar nicht gegen die schlechteste Konkurrenz: Jets, Cowboys, Falcons, Packers. In den beiden Playoffspielen hat Eli 68% aller Bälle an den Mann gebracht, 9,2 Yards pro Paßversuch erworfen und als Team haben die Giants 53% aller dritten und vierten Versuche verwandelt. Und das alles mit einer OLine, die gegen San Fran einen ganz, ganz schweren Stand haben wird. Justin und Pass Rusher Aldon Smith werden einige Male bei New Yorks QB einschlagen.

Aber wie gesagt: Eli ist einer der besten under pressure. Offensivee Coordinator Kevin Gilbride sollte versuchen, San Fran tief zu attackieren. Mit Hakeem Nicks, Mario Manningham und dem deep threat par excellence Victor Cruz hat er auch genau die richtigen Waffen dafür. Spannend wird sein, wen Carlos Rogers, der beste CB der Niners, bewachen wird. Im “Hinspiel” in der Regular Season war es meistens Cruz im Slot; das würde den unbekannten Tarell Brown oder Rookie Chris Culliver mit der schwierigen Aufgabe Nicks allein lassen. Große Chancen sollten für alle drei da sein und, wenn sich San Fran zu sehr auf diese konzentriert, auch für TE Jake Ballard, der so etwas wie Rob Gronkowski light ist.

Nochmal kurz gesagt, würde ich Bug Blue empfehlen, von Anfang an die WRs ins Spiel einzubinden, oft auch tief, und dafür das Laufspiel erst mal zu vernachlässigen. Das kann dann später kommen, wenn die Niners sich etwas weiter zurückziehen, weil sie vor allem die Big Plays verhindern wollen. Die 49ers haben nur eine Chance mit Turnovers und Trick Plays.