Super Bowl Countdown 2012, T-minus 5: Spielzug + Spiel oder meine beste Super-Bowl-Erinenrung

Nachdem Korsakoff gestern den Tyree-Catch aus Super Bowl XLII rekapituliert hat (der ja, wie alle Patriots-Fans wissen, illegal war und vorher schon hätte abgepfiffen werden müssen, weil Eli Manning in the grasp war und das für gewöhnlich als Sack gewertet wird), soll heute das beste Play der Super-Bowl-Geschichte gefeiert werden: James Harrisons 100-Yard-Interception Return zum Touchdown in Super Bowl XLIII zwischen den Pittsburgh Steelers und den Arizona Cardinals.

Pittsburghs startet das Spiel ziemlich souverän und punktete mit den ersten beiden Drives, so das es zu Beginn des zweiten Viertels 10-0. Nachdem Arizonas Angriff zu Beginn stotterte, führte Kurt Warner die Cards anschließend über 83 Yards zum Anschluß-TD. Mit noch 2:46 Minuten in der ersten Hälfte fing Karlos Dansby einen Paß von Ben Roethlisberger ab und als Arizona mit noch 18 Sekunden an der 1-Yard-Linie stand, lag der momentum swing Richtung Arizona ganz schwer in der Luft. Der momentum swing der dann folgte, war dann aber ein ganz anderer.

Beim 1st&Goal von Pittsburghs 1-Yard-Linie versucht Warner einen kurzen Slant-Paß auf seinen Slot-WR zur Linken. OLB James Harrison hat beim Snap sehr aggressiv an der Line of Scrimmage gestanden und Pass Rush angetäuscht. Wie es aber bei Dick LeBeaus Defenses so ist, war das nur eine schöne Verschleierung eines Zone-Blitzes. Harrison geht also in Zonenverteidigung, aber er steht nicht einfach so rum, sondernn erkennt sofort, was Warner vorhat. So macht er auch noch zwei Schritte in die richtige Richtung, fängt den Ball und dreht das Spielgeschehen in die andere Richtung.

Es war nicht nur das längste Play in der Super-Bowl-Geschichte, sondern eine der besten Leistungen, die überhaupt jemals auf einem Footballfeld gezeigt wurden. Fast genauso beeindruckend wie der unfaßbare Return von Harrison ist der Einsatz, den Arizonas WR Larry Fitzgerald zeigt. In der Wiederholung kann man gut sehen, daß er mindestens 150 Yards sprintet. Er muß zickzack laufen und wird zwischendurch auch noch an der Seitenlinie von einem Mitspieler geblockt, was ihn aber nicht daran hindert, nochmal Harrison einzuholen, nur um dann das größtmögliche Pech zu haben – statt auf dem Boden landet Harrisons Knie auf Fitzgeralds Bein. Touchdown. 0:00 auf der Uhr.

Natürlich war es sehr passend, daß Pittsburgh Defense das beeindruckendste Play gemacht hat. Leider ist es ein wenig untergegangen, denn nach der Larry-Fitzgerald-Show im dritten Viertel lag Pittsburgh plötzlich hinten und es brauchte eine grandiosen Paß von Ben Roethlisberger und einen noch grandioseren Catch von Santonio Holmes um das Spiel zu gewinnen. Das alles zusammen, der gute Pittsburgh-Start, das leichte Aufbäumen Arizona, der Harrison-TD, das ganz starke Aufbäumen von Warner/Fitzgerald und schließlich als Kulminationspunkt der Game-Winner von Big Ben/Holmes machen das gesamte Spiel zu einem der besten aller Zeiten.

Wenn man sich das Video anschaut, merkt man auch nochmal deutlich, warum Al Michaels einer der besten Play-by-Play-Kommentatoren ist. Man vergleiche dagegen Joe Buck beim Tyree-Catch. Außerdem hört man noch John Madden, der seine Karriere als Kommentator mit genau diesem Super Bowl beendete. Viel mehr als „Boom!“ und „Wow!“ hat er am Ende zwar nicht mehr beizutragen gehabt, aber irgendwie ist es doch immer wieder schön, nochmal seine Stimme zu hören.