Superbowl XLVI im Liveblog: New England Patriots – New York Giants

Dogfood bei Allesaussersport bloggt live mit. Wie auch die New York Times. Und der Guardian.

[04h43] Abschließend noch eine leise Anmerkung zur Übertragung bei SAT.1. Nach drei Stunden wird es irgendwann schwer zuzuhören, wenn jeder Catch das größte Play seit Erfindung der Weißwurst ist und Schreiarien folgen. Christopher D. Ryan setzte seine Arien im rechten Moment ein, die Italiener kriegen sich bei Touchdowns minutenlang nicht ein, aber nicht wenn Nicks in der fünften Minute den ersten Allerweltscatch macht. Daher bin ich nun auch müde und froh, keinen Sound mehr hören zu müssen.

[04h26] Man darf nun gespannt sein, wie der Stratege Belichick in der Offseason die Mannschaft umbauen wird. Der Kern in der Offense steht (Welker ist allerdings Free Agent), jedoch gibt es eklatanten Nachholfbedarf in der Defense. Es ist ohnehin ein Wunder, und ein großes Verdienst Belichicks, dass man trotz so vieler Abgänge und so weniger Verstärkungen in der Defense in den letzten beiden Jahren 27-5 Siege in der Regular Season einfahren konnte.

[04h13] Eli Manning wird MVP – eine simplifizierte Wahl in einem Spiel ohne herausragende Gestalt. Vielleicht hätte man Pierre-Paul den MVP geben können; oder Welker.

[04h07] Endstand New England Patriots 17, New York Giants 21.

Da geht natürlich auch der erste „reinrassige“ (O-Ton Buschmann) deutsche Superbowl-Champ den Bach runter. Verschenkter Titelgewinn für die New England Patriots, die sich erst mit Butterfingern ihrer wichtigen Offensivspieler (WR Wes Welker/WR Deion Branch) im entscheidenden Moment plagen mussten und dann die Pistole zückten und sich mit dem sinnfreien Clock Management ganz laut in die eigenen Knie schossen. Spätestens als die Giants in der RedZone waren, hätte man die Giants durchlaufen lassen müssen. Dass man es nach den verbrannten Timeouts erst mit knapp einer Minute machte, wird Belichick noch lange verfolgen und dürfte eine der schwärzesten Stunden dieses Coaches sein. Sei’s drum: Die Pundits bei ESPN haben nun tagelangen Diskussionsstoff.

Für die Giants war es ein glücklicher Sieg, aber aufgrund des erneuten Comebacks Eli Mannings trotzdem kein farbloser. Manning wirkte wieder sehr souverän in der Crunch Time, dieser rattenscharfe 38-Yarder für Manningham war einer der besten Plays am heutigen Tag. Am Ende konnte man eine waidwunde Defense locker ausspielen.

Alles in allem ein Spiel, das so oder so hätte ausgehen können. Der Sieger war ein zufälliger – so wie man es hatte befürchten müssen. Die Giants sind ein passender Champion einer NFL-Saison ohne eine wirklich herausragende Mannschaft. Ein Team, das sich mit einem wackeligen 9-7 gerade so in die Playoffs gewürgt hatte.

[03h53] Die letzte Hail Mary fällt zu Boden und die New York Giants gewinnen die Superbowl XLVI. Dieses Spiel wird einen dicken Kratzer am angeblich besten Coach aller Zeiten, Belichick, hinterlassen. Belichick, der die Giants viel zu spät in die EndZone traben ließ.

[03h50] Sie zucken noch. Branch verwertet das sehr lange 4th down. Nach dem nächsten Pass für Hernandez sind es 17sek und an der NE 42. Hail Mary Time.

[03h49] Die Patriots ergeben sich wehrlos in ihr Schicksal. Drop Hernandez, Sack gegen Brady und dann lassen sie sekundenlang die Uhr runtertickern, ehe das letzte Timeout genommen wird.

[03h43] New England 17, NY Giants 21/Q4 0:57. Während Buschmann völlig ausrastet und nicht wahrhaben will, dass die Patriots den intentionalen Touchdown aufgegeben haben (endlich!!), macht Bradshaw dem Elend ein Ende und setzt sich in die EndZone. Die Patriots haben nun 57 Sekunden Zeit, um per TD auszugleichen. Aber die Art, wie Belichick das gemanagt hat, wird für Kritik sorgen – zurecht.

[03h42] An Stelle der Patriots würde ich den Touchdown aufgeben. Eigentlich ein no brainer.

[03h38] Zwei Minuten vor Schluss sind die Giants an der NE18. Vielleicht sollten die Patriots die Giants durchlaufen lassen.

[03h34] Famoser Catch von WR Mario Manningham nach einem butterweichen Manning-Pass ganz dicht an der Seitenlinie. Die Giants sind an der Mitellinie; 3:39 geht es noch.

[03h32] Übler, sehr übler Drop von einem weit offenen WR Wes Welker in der RedZone; ausgerechnet der beste Ballfänger der Patriots. Anstelle von Punkten müssen die Patriots punten. 3:46 noch. Manning hat noch genügend Zeit und ein Field Goal reicht den Giants.

[03h29] Fünf Minuten vor Schluss verwertet #81 Hernandez ein weiteres 3rd down und für die Giants wird es langsam eng. Ein Field Goal bedeutete Fünfpunkteführung, ein Touchdown würde die Giants schon sehr tief unter die Erde schieben…

[03h26] Bei Twitter aufgeschnappt (und Quelle leider verloren):

„I know Nike does some crazy stuff, but the jerseys LSU and Alabama are wearing tonight are way out there.“

[03h22] Nächster Ausfall: Bei TE Jake Ballard (Giants) hält das Knie nicht mehr.

[03h19] Neuneinhalb Minuten vor Schluss wehrt #29 Sterling Moore wohl regelwidrig (weil Pass Interference) das 3rd down ab und Coughlin rastet an der Seitenlinie ob der dilettantischen Referees fast aus. Die Flaggen bleiben stecken, Patriots 9:24 vor Schluss tief in der eigenen RedZone mit der nächsten Angriffsserie.

[03h17] Nach einem suboptimalen, weil zu weich geworfenen Ball über die rechte Seite ist Manning erstmal so verwirrt, dass er sein zweites Timeout der zweiten Halbzeit verbrennen muss, um dem Delay of Game aus dem Weg zu gehen. Viele 3rd downs für die Giants in diesem Drive, weil ihnen die Patriots immer noch alle tiefen Optionen nehmen.

[03h03] Fassungslose Szene: Brady reißt sich los, feuert wie einst Manning den tiefen Ball das Spielfeld runter, aber dort steht nicht Tyree, sondern nur Gronkowski. Gronkowski wird von einem Defensive Liner Middle Linebacker #93 Blackburn abgedeckt und FÄNGT DEN BALL ab. Ungefähr so hirnrissiger Ball wie einst Manning. Zwei Plays später sind die Giants nochmal im Glück, fumbeln wieder und nehmen den Ball wieder selbst auf.

Drittes Viertel

[02h58] Mal schauen, was die Patriots jetzt aufbieten, nachdem die „Spread“-Aufstellungen so blendend funktioniert hatten und im letzten Drive sehr „enge“ Aufstellungen gemacht wurden, was prompt in die Hose ging.

[02h55] New England 17, NY Giants 15/Q3 0:35. Kleinigkeiten: Nicks fumbelt nach großem Raumgewinn den Ball, den die Giants aufnehmen können. Manning wird mal wieder beim dritten Down gesackt. Resultat: Wieder ein kurzes Field Goal für die Giants, diesmal ohne Hilfe der Stange reingewürgt.

[02h49] Brady für einmal unentschlossen, die Patriots müssen schnell wieder auf die Bank, die Giants mit exzellenter Feldposition – und Brady wird anscheinend wegen schmerzender linker Schulter nun untersucht. Hoyer soll sich warm machen!

[02h38] New England 17, NY Giants 12/Q3 6:43. Nachdem die Giants mühelos an die RedZone marschiert sind, kommt S #25 Pat Chung und knockt WR #88 Nicks mit einem hart an der Grenze zur Illegalität stehenden Hit raus, kommen die Patriots mit ihrem ansonsten „weichen“ Pass Rush einmal durch und schon müssen sich die Giants mit dem Trostpreis Field Goal zufrieden geben.

[02h28] New England 17, NY Giants 9/Q3 11:20. TD 11yds von #81 Hernandez. Zwei lange Raumgewinne für WR Ochocinco (!) links draußen und RB Green-Ellis über die rechte Seite, ehe die Patriots in der RedZone die entblößte Spielfeldmitte der Giants auseinandernehmen und einen locker aussehenden Touchdown machen, auch weil Brady viel Zeit zum Werfen bekommt. Sogar die Tackles der Giants saßen nun nicht mehr so 100%ig wie vor der Pause, Hernandez ließ den Safety beim TD z.B. abtropfen.

Brady im übrigen mit dem sagenhaften 16. komplettierten Pass in Serie. Wer hat eine deutsche Vokabel für „on fire“?

Halbzeit

[02h22] Ich habe nun noch einmal den Touchdown für Cruz gesehen und muss mich korrigieren: Der Ball war nicht abgefälscht, aber in ein extrem enges Fenster reingeworfen und im Nachfassen unter Kontrolle gebracht.

[02h15] Choreografie zur Halftime-Show sah nicht übel aus, aber da ich diese Musik für reine Talentvergeudung für diese schöne Stimme halte, schweige ich mich zum Rest aus.

[02h08] Die Zahlen zum Spiel:

Kategorie       NE       NYG
Ballbesitz      10:15    19:45
First Downs     10       12
Plays           27       35
Offensiv-Yards  182      177
Strafen         4-23     2-14

Gefühlt war das deutlicher als es die Zahlen sagen, wooooobei: Weit über die Hälfte der Patriots-Yards kamen in jenem großen Drive vor der Pause. Patriots mit mehr yds/Play, fast gleich vielen Yards. Beide Quarterbacks erst mit drei Incompletions: Manning 14/17 für 120yds, Brady 15/18 für 147yds, beide 1 TD und keine INT.

Ein Verletzungs-Update noch: Der Tight End der Giants, Travis Beckum, hat sich in der ersten Halbzeit also tatsächlich das Kreuzband gerissen.

Zweites Viertel

[01h58] (Ich habe den Wahrscheinlichkeits-Graphen verfolgt und deshalb nur mit einem Auge mitbekommen, dass SAT.1 die verbliebenen acht Sekunden nach dem Touchdown einfach mal vergaß zu senden)

[01h57] Patriots von der Schippe gesprungen, oder so. Die Giants sind die bessere Mannschaft, dominieren im Prinzip mit beiden Mannschaftsteilen und dann nehmen die Patriots dreieinhalb Minuten vor der Pause den Ball an der eigenen 3yds Line und spielen diese lupenreinen Drive zum Touchdown und Führung runter – und kriegen zum Start der zweiten Halbzeit als erste den Ball.

Die Giants können sich nicht viel vorwerfen, außer, dass sie sich zwei Drives mit Strafen selbst zerstört haben. Und dass sie einmal gefühlt umsonst gepuntet haben (4th and 4). Wird eine spannende zweite Halbzeit, da hier die „falsche“ Mannschaft führt. Passt aber wunderbar zum Gefühl vor der Partie: Es läuft alles anders als erwartet.

[01h47] New England 10, NY Giants 9/Q2 0:08. Woodhead, Catch über 4yds. M-a-s-s-i-v-e-r Patriots-Drive über 97yds (98.5yds mit der Strafe am Anfang) und plötzlich führen die Patriots kurz vor der Pause, obwohl sie bis dato fast an die Wand gespielt worden waren. Es war eine Kurzpassorgie der Patriots, deren größte Waffen heute TE Hernandez und WR Welker sind.
BTW SAT.1 hatte zum hirntotesten Zeitpunkt einen minutenlangen Spot über deren Jahreshighlights laufen, hätten den Touchdown um ein Haar verpasst und zum Catch noch immer keinen Ton.

[01h35] Ein lichter Moment für die Patriots: Brady entfleucht dem nahenden Druck und feuert auf den in der Mitteldistanz hängenden #87 Gronkowksi, der nach dem artistischen Catch einen richtig schönen Raumgewinn erhumpelt. Mal so auf die Uhr geschaut: Es sind keine drei Minuten mehr zu spielen.

[01h30] Belichick pustet erleichtert durch: Die Giants zerstören sich den zweiten Drive in Serie durch eine Strafe. Diesmal ein Holding gegen den Left Guard, der die übel Aufgabe hatte, DT #75 Wilfork allein abzublocken. Statt lockerem 1st down gibt es Punt, aber Belichick kann es nicht gefallen, wie die Patriots in der Defense alle Kreuzzeichen machen müssen, um heil rauszukommen – schon jetzt.

[01h24] Three’n’out für die Patriots, nachdem sie ein 4th and inches nicht ausspielen. Bradys Pocket bleibt unsicheres Land – beim Pass im dritten Versuch war Umenyiora wieder haarscharf dran und Sekunden vorher hatte Pierre-Paul seinen zweiten Ball heute geblockt.

[01h20] Jetzt ist es an den Giants, die sinnfreien Strafen zu kassieren. Nach einer haarscharf nicht gegebenen (ich meine: keine richtige Fehlentscheidung der Refs) Pass Interference gegen S #25 Chung sind die Giants zu 12t im Huddle. Resultat: Ein vielversprechend aussehender Drive endet im Punt. Obwohl: 4th and 4 an der NE41 hätte ich ausgespielt.

[01h13] Wenn ich richtig mitgezählt habe, ist ein Drop von RB #44 Bradshaw eingangs des zweiten Viertel der erste inkomplette Pass für Eli Manning (erste 9 oder 10 Pässe alle komplettiert).

[01h05] New England 3, NY Giants 9/Q2 13:48. Die Giants-Defense kommt mit ihren „Speed-Rushes“ immer wieder soweit zu Brady durch, dass dieser schneller als gewollt werfen muss. #72 Umenyiora und #90 Pierre-Paul machen ordentlich Rabatz und so schaut nach einigen viel versprechenden Pässen zu Beginn des Drives am Ende nur das Field Goal heraus. Auffallend an der aggressiven Giants-Defense auch: Das Tackling ist stark.

Erstes Viertel

[01h00] Zum Ende eines recht flotten ersten Viertels kommen die Patriots in der Offense langsam in Schwung – soweit ich das gesehen habe ohne Vollmer, der beim Safety überrannt worden war.

Ein Wort zu SAT.1 zum Ende des ersten Viertels: Da sind besorgniserregend viele kleine faktische Fehler. Nicht viel Schlimmes, aber es lässt jedes Mal aufhorchen. Branch war nicht dreimal mit Brady im Endspiel. Es heißt „EndAround“ und nicht „Turnaround“ usw. und dass Chuck Norris schon jetzt ausgepackt wird… nun ja.

[00h51] New England 0, NY Giants 9/Q1 3:24. 2yds-TD für #80 Cruz im Nachfassen bei einem abgefälschten Ball. Besorgniserregendes Tackling der Patriots – und das eine Mal, als sie aggressiv auf den Ball gingen und einen Fumble rausschlugen und eroberten, waren 12 Mann am Feld! Belichick muss Sodbrennen bekommen.

[00h39] New England 0, NY Giants 2/Safety. Unglaublich. Brady spürt sachten Druck und wird panisch, wirft aus der eigenen EndZone einen tiefen Ball ins Niemandsland. Per Regel ist das ein Safety wegen Intentional Grounding.

[00h39]Erster Drive der Giants. Zuerst nur wenig Druck der Patriots und die Giants nutzen das mit vielen schnellen Pässen für Tight Ends, für Nicks und für Cruz. Als die Giants leise am field Goal anklopfen erst ein „Coverage Sack“ von #71 Daederick trotz wenig Drucks, und dann beim dritten Down bricht DE #95 Mark Anderson durch und stoppt Manning.

Pregame

[00h26] Coin-Toss: Die Patriots deferren, der Schiedsrichter weiß nicht, wie das Stadion in Indianapolis heißt und die Kommentatoren bei SAT.1 haben nicht zugehört 🙂

[00h24] Als letzten Guide bin ich so frei und stelle Herrmanns Tipps hier rein – hierauf ist zu schauen:

Giants

>Laufspiel (OC Gilbride hört niemals auf, Laufspielzüge anzusagen, auch wenn es überhaupt nicht funktioniert. Es sollte besser funktionieren, denn Eli kann nicht jeden 3rd&long verwandeln)

>Eli (hat Manning die gleiche Klasse wie in den letzten Wochen, vor allem under pressure?)

>Pressure/O-Line ( schafft es NYs OLine die Herren Wilfork/Love/Deaderick vor allem in der Mitte in Schach zu halten?)

>Coverage in der Mitte (stellen sie die Mitte zu, um Aaron Welkowski zu minimieren oder versuchen sie etwas anderes?)

>Tackling (mit schwachen Tackles von den LBs/Safeties können sie die Drei Großen NEs decken, wie sie wollen – sie werden untergehen)

Patriots

>Formationen/Personnel (6 O-Liner? die bekannte flexible 2WR/2TE/1TE-Aufstellung oder was anderes wie 3WR-sets, gerade in No-Huddle-Offense)

>Coverage (Safeties tief und „softe“ Zonenverteidigung gegen NYs Große Drei oder etwas aggressiveres mit Blitzes und Manndeckung?)

>Attack the outside! (gibt es zur Abwechslung mal ein größeres Einbinden der WRs der Außenlinie, die nie in Doppeldeckung sein werden oder gar mehrere Versuche, ganz tiefe Bälle zu werfen? Ochocinco, anyone?)

[00h20] Die Wette ist mit „Under“ gewonnen worden. 1:30 Minuten – astreine Performance.

[00h17] Damit zur Wette des Jahres: Wie schnell wird Kelly Clarksen den Star-Spangled Banner singen? Clarksen ist bekannt dafür, schnell zu singen. Bei all ihren öffentlichen Soloauftritten nie länger als 1:34 gebraucht. Mittelwert 1:31 Minuten. Markenzeichen: Ein recht kurz angezogenes „Home of the Brave“. Over/Under heute: 1:34 Minuten, weil Sternchen dazu tendieren, auf großer Bühne ein bissl mehr reinzulegen.

(Aguilera kreischte letztes Jahr 1:54min lang).

[23h47] Einen hab‘ ich noch vergessen – meinen Favoriten. Brian Burke/Advanced NFL Stats hat bei Fifth Down das Ergebnis seiner Superbowl-Simulation präsentiert. Um das 50/50 zu brechen, musste Burke auf die Tausendstelstelle runtergehen. Burkes System ist mein favorisiertes, weil das mit Abstand präziseste. Und damit verabschiede ich mich für ein paar Minuten, da Sabine für eine Minute nach Mitternacht die traditionellen Weißwürste zubereitet hat.

[23h37] Nach der Aufwärmrunde über den Tag starten wir nun offiziell in die Superbowl-Nacht. Belichick soll wie gewohnt auf die Größe des Events geschissen haben und in grauem Pulli auflaufen, womit die wichtigste Frage gleich eingangs geklärt wäre.

Die New England Patriots laufen ohne den langjährigen Running Back #33 Kevin Faulk auf, der inactive ist. Ebenso nicht spielberechtigt: QB Mallett, RB Vereen, LB Guyton. Das heißt wohl, der Mann, der heute Nacht vom Trainingsplatz verpflichtet wurde (Alex Silvestro/Rutgers) könnte active sein. Bei den Giants ist der bekannteste inaktive Mann LB Mark Herzlich, der sentimentale Favorit (Stichwort: Knochenkrebs), dessen Leistungen heuer besorgniserregend gewesen sein sollen.

Active: Der deutsche OT #76 Sebastian Vollmer und TE #87 Rob Gronkowskias expected. Bleibt abzuwarten, wie stark die beiden eingesetzt werden können.

Eingrooven in die Superbowl-Nacht

Die Superbowl-Vorschau von Herrmann gibt es hier.

Bei Allesaussersport groovt sich dogfood ebenso in die Superbowl-Nacht.


[23h20] Nachdem ich mich nun für die Uni als ausreichend vorbereitet betrachte und alles glaube, die interessanteren Storylines durchgebracht zu haben, werde ich ein Stockwerk tiefer wechseln, von wo ich bereits Stimmen vernehme, und in Kürze den Blogeintrag zum Spiel aufmachen.


Gratulation dem Superbowl-Champ!

[21h23] Hehe, da scheinen ganze Regionen vor Selbstvertrauen zu strotzen. Die Giants haben heute Nacht sich bereits auf ihrer Homepage als Superbowl-Champ feiern lassen, während beim NBA-Spiel zwischen Boston und Memphis anscheinend ein Werbespot, der den Patriots zum Superbowl-Sieg gratulierte, eineinhalb Mal ausgestrahlt wurde. Dann wurde der Spot schließlich beim zweiten Mal auf halber Länge abgebrochen. Der Spot ist bei Deadspin zu sehen!


EA Sports Madden-Simulation

[21h12] Geht es nach Madden NFL 2012, wird Superbowl XLVI ein hochspannendes Spiel. Madden lag beim Siegertipp in den letzten Jahren nur 2010/11 (Packers/Steelers) und *tadaaaa* 2007/08 (Giants/Patriots) daneben. Zum Spielvideo geht es hier entlang.


Brady und die schnelle Offense

[19h49] Der famose Chris Brown (Smart Football) ist mal wieder fremd gegangen und erklärt in einem wunderbaren Artikel für Slates „NFL-Roundtable“ die schnelle No-Huddle-Offense der New England Patriots, die Brady so meisterhaft beherrscht und die für einen konventionellen Quarterback schon aufgrund der schieren Länge der Spielzug-Bezeichnungen problematisch wären. Außerdem hervorgehoben: Die Variabilität der einzelnen Schachfiguren der Patriots-Offense, die man nichtmal mehr mit Schachfiguren vergleichen sollte, weil es sich abseits der Line und Brady um lauter Allrounder handelt. Schlussfazit:

If the Giants win the Super Bowl, they’ll have earned their rings.

Okay, Platitüde, aber: Sehr, sehr lesenswert das ganze.


AFC und NFC

[19h33] Wenn man sich die Superbowls der letzten Jahre durchschaut, dann brechen die New York Giants heuer einen Trend in der NFC, der damals 2002 begonnen hatte: Seit die Giants 2001 die Superbowl verloren hatten, war jedes Jahr ein anderes Team aus der NFC im Endspiel:

2002 Rams
2003 Buccaneers
2004 Panthers
2005 Eagles
2006 Seahawks
2007 Bears
2008 Giants
2009 Cardinals
2010 Saints
2011 Packers
2012 Giants

Eigentlich bizarr, denn man hatte nie das Gefühl, dass die Giants eine besonders dominante Mannschaft gestellt hätten. Eher die Sekundengenies, denn die Dynastien. Völlig konträr das Bild in der AFC:

2002 Patriots
2003 Raiders
2004 Patriots
2005 Patriots
2006 Steelers
2007 Colts
2008 Patriots
2009 Steelers
2010 Colts
2011 Steelers
2012 Patriots

Mit dem Ausreißer Raiders sind hier seit Jahren die Großen Drei unter sich: Patriots (5. Superbowl in 11 Jahren), Steelers (3), Colts (2).


Dit’n’dat-Superbowl

[18h17] Zur Superbowl-Geschichte gehören nicht nur Punkte, Touchdowns und Trophäen, sondern aufgrund des schieren Festtagscharakters in den Vereinigten Staaten („Superbowl Sunday, National Holiday“) auch unzählige Rundumerscheinungen, die wir zum Teil in dieser Woche schon angesprochen haben. Grantland hat die zehn denkwürdigsten Superbowls in Sachen „Trivia“ (Wissenswertes) zusammengestellt – von Nipplegate bis Purple Rain ist alles dabei, was an Randgeschichten zum Superbowl-Mythos gehört.


Super Bowl XLVI Prognose

[16h54] Selten habe ich mir so schwer getan, das NFL-Endspiel zu zerlegen. Es gibt zu viele Variablen vor dieser Partie, dass es fast schon einer Lotterie gleicht. Die Giants-Unkonstanz ist nur eine davon. Ich hatte vor dem NFC-Finale die Behauptung aufgestellt, dass die Leistungsexplosion nur schwer zu halten sein wird, und prompt flog Big Blue gegen einen nicht furchterregenden Gegner fast raus. Die Patriots sind ebenso ein Faszinosum, wirken phasenweise sehr leicht verwundbar, nur um im nächsten Moment über den Gegner drüberzufahren. Oder sie würgen sich gegen einen eigentlich besseren Gegner wie die Ravens durch.

Dazu kommt die Komponente Gronkowski. Ich habe mir gestern die Szene mit der Knöchelverletzung noch einmal angeschaut, das heißt: Ich musste wegschauen und kann mir kaum vorstellen, dass die Bänder halbwegs verheilt sind. Auf der anderen Seite war, als die Schwere der Verletzung von dessen Vater in den Zeitungen publik gemacht wurde, mein erster Gedanke: Bluff. Dass die Sache mit „high ankle sprain“ mir nichts, dir nichts so nebenbei in die Welt geplaudert wird, müffelt. Ohne eine Verschwörungstheorie anzetteln zu wollen, aber Belichick lässt es normalerweise nicht zu, dass über solche Internas geplaudert wird. Kann Gronkowski also den Erwartungen zum Trotz heute Nacht zu großer Form auflaufen? Ich würde angesichts der Bilder eher dagegen setzen, aber nichts ausschließen.

Wenn man sich durch die großen und kleinen Medien klickt, fällt völlig überraschend auf: Den anderen geht es mit ihrer Unsicherheit ähnlich. Eine Auswahl an starken Vorschautexten mit unterschiedlichen Prioritäten sei an der Stelle verlinkt:

Die Ungewissheit geht sogar soweit, dass die Football-Outsiders trotz klarer „Beweislage“ pro Patriots eher zu den Giants tendieren. Bei Spox tippen beide Experten auf die Giants. Benoit tippt auf die Giants. ORF-Amerikakorrispondent und NFL-Tippgenie Hanno Settele sagt gar einen Blowout pro Giants voraus. Nur Barnwell springt nach einem Hin und Her im letzten Moment auf den Patriots-Zug auf.

Mir geht es ähnlich. Eigentlich sind die Giants die insgesamt etwas komplettere Mannschaft. Eigentlich waren die Giants und sogar der blässliche QB Eli Manning in den letzten Wochen einen Tick besser in Schuss. Eigentlich sagt das Bauchgefühl New York. Aber in einer Partie, in der keine klaren Unterschiede zwischen beiden Kontrahenten auszumachen sind und die zumindest in der Erwartung auf den einen zusätzlichen Ballbesitz ankommen könnte, fällt es mir schwer, gegen meinen ursprünglichen Tipp aus dem Sommer zu setzen.

Patriots mit 7.


Drinking Game outgesourct

[16h00] Dieses Jahr hat Sideline Reporter leider kein Drinking Game zu bieten (der Betreiber wird morgen früh an der Uni mündlich geprüft), deshalb empfehle ich für die erfahrenen Trinker unter den Durstigen auf das offizielle Trinkspiel von Living With The Balls, immer mit der Bitte versehen, die eigenen Grenzen nicht aus den Augen zu verlieren.


[14h33] Info bei Allesaussersport aufgeklaubt: Die Kommentierung des World Feed wird nicht mit Nessler/Mayock passieren, sondern mit Kenny Albert und wie ich schon irgendwo gemutmaßt hatte mit Joe „really nice play“ Theisman. Damit bleibt uns verborgen, wie sich der Freak Mike Mayock in einer Laienkommentierung gemacht hätte, aber das Ringen um World Feed oder nicht World Feed gucken bleibt uns erspart.


Phantom mal zwei

[14h26] Dass Belichick etwas anders tickt, wissen wir. Dass Belichick nicht an erster Stelle im Kleider-Ranking steht, ist auch nichts Neues. Unbestritten sind auch seine großen Leistungen als Head Coach in der NFL – etwas umstrittener seine Methoden. Wer aber nach massiven Verlusten seiner Coordinators und vieler wichtiger Spieler über ein Jahrzehnt immer um den Titel mitspielt, gegen den hast du keine Argumente.

Nun haben Yahoo Sports und die New York Times diese Woche zwei Männer durchleuchtet, die im Gegensatz zu Weis, Crennel, Pioli, McDaniels und Mangini dem Fuchs Belichick stets treu geblieben sind. Die Männer heißen Ernie Adams (Stellenbeschreibung „Football Researcher“) und Berj Najarian (Stellenbeschreibung: N/A).

Zweimal eine lesenswerte Geschichte über zwei Männer, bei denen selbst die Patriots-Spieler rätseln, was sie denn so treiben.


Reißbrettplanung

[13h18] Eine Freundin hat im vergangenen Frühjahr mehrere Monate in Bloomington/Indiana gearbeitet (dort, wo der Hauptcampus der Indiana University steht). Der Eintagesreisebericht über Indianapolis sorgt nicht für glänzende Augen.

Indianapolis ist eine am Reißbrett geplante Stadt, Anfang der 1820er aus der Notwendigkeit einer zentralen Hauptstadt für den Bundestaat Indiana entstanden – und man sieht es an der Karte in der Wikipedia: „Zentral“ ist dabei durchaus wörtlich zu nehmen. Keine US-Bundeshauptstadt liegt so haargenau im Herzen wie Indianapolis.

Kernpunkt der Stadt ist der „Monument-Circle“, ein Straßenring um ein Denkmal zu Ehren der Gefallenen im amerikanischen Bürgerkrieg, und sämtliche Avenues rundherum sind in quadratischer Form 1A vom Inventor abgezeichnet aufgezogen worden. Die Endspielhalle von heute Nacht, das im Retrostyle gebaute Lucas Oil Stadium mit seinen sich öffnenden Glasfassaden hinter den EndZonen, steht downtown, nur wenige hundert Meter und einige Avenues vom Monument entfernt und ist als Stadion in der Innenstadt eine Anomalie in Zeiten, in denen die NFL Arenen mit riesigen Auslaufzonen in der Peripherie bevorzugt.

Wer übrigens mit Klugscheißerei glänzen will: Der Indy-Speedway steht nicht in Indianapolis, sondern in Speedway (harhar), einer Enklave in Indianapolis. Wäre das auch geklärt.


Das Geschacher um die Tickets

[11h54] Jack Bechta, ein NFL-Spieleragent, hat bei Nationalfootballpost über das Treiben von Teambesitzern, Managern, Coaches und Spielern und mit ihren Superbowl-Tickets geschrieben. Das Geschäft läuft so: Jede Franchise, die nicht am Endspiel teilnimmt und nicht Gastgeber ist, erhält ca. 1% der Eintrittskarten. Jede Franchise muss jedem Manager, Coach oder Spieler wenigstens 1-2 Karten zum Nennpreis (ca. $900) überlassen. Manche Owner binden die Verteilung der Karten aber an gewisse Bedingungen (Spieler muss am Tag X in Stadt Y sein, um die Karte abzuholen) mit der Hoffnung, dass es diesem zu viele Scherereien seien. Wer auch immer die Karte abholt oder nicht: Für den, der sie in den Tagen vor der Superbowl in den Händen hält, beginnt das ganz große Schachern, das Vertreiben der Superbowl-Tickets allein oder über Mittelmänner. Bei $ 6000 Schwarzmarktpreis für Superbowl-Eintrittskarten natürlich ein lukratives Geschäft, bei dem Owner, Spieler, Coaches und/oder Mittelmänner für mehrere Monate aussorgen können.

Vor Jahren ist Mike Tice (damals Vikes-HeadCoach) mal aufgeflogen – ich kann mich erinnern, dass es ein ziemliches Boohay gab und Tice eine zeitlang gebrandmarkt war. Schaut in der Retrospektive so aus, als sei Tice ein Bauernopfer gewesen. Laut Bechta geht das Treiben munter weiter, wird zwar nicht gern gesehen, aber gebilligt. Bechtas Tipp: Wer in die Superbowl will, nimmt einen schönen Scheck mit und treibt sich in diesen Tagen in den Hotel-Lobbys um das Endspielstadion herum. Die Chance auf ein Ticket ist definitiv gegeben.


MVP 2011/12

[09h32] Ebenso heute Nacht verliehen: Die individuellen Awards für die besten Spieler der Regular Season. Die Sieger:

MVP: Aaron Rodgers/Packers
Offensivspieler des Jahres: Drew Brees/Saints
Defensivspieler des Jahres: Terrell Suggs/Ravens
Rookie des Jahres, Offense: Cameron Newton/Panthers
Rookie des Jahres, Defense: Von Miller/Broncos
Comebackspieler des Jahres: Matthew Stafford/Lions
Coach des Jahres: Jim Harbaugh/49ers

Könnte man die Footballliga gleich auf zwei Positionen kürzen: Quarterbacks und Outside Linebackers. Übrigens sind zum zweiten Mal in Serie die ersten beiden Draftpicks auch gleich zu denn Rookies des Jahres gekürt worden (letztes Jahr Bradford/Suh). Weitere Kuriosität: Brees ist zum zweiten Mal Offensivspieler des Jahres, ohne in dem Jahr MVP geworden zu sein (2008/09 kratzte er Marinos Passrekord, den er heuer pulverisierte), eine Rarität, besonders für einen Quarterback.


Hall of Fame

[09h04] Die Wahl für die Hall of Fame brachte mal wieder einige Überraschungen und wäre es nicht so wurscht, könnte man sich darüber echauffieren. Mal sehen, wer drin ist: LT Willie Roaf (Chiefs), RB Curtis Martin (Patriots, Jets), LB Chris Doleman (Vikes, Falcons, 49ers), Cortez Kennedy (Seahawks), C Dermotti Dawson (Steelers), CB Jack Butler (Steelers). Martin hat eine ziemlich turbulente Lebensgeschichte, aber so wirklich als aufregenden Spieler hab‘ ich den nicht in Erinnerung.

Interessanter sind die Leute, die draußen bleiben mussten: Bill Parcells zum Beispiel, der HeadCoach, der von Team zu Team zog und jedes schlagartig verbesserte, mit den Giants zweimal die Superbowl gewann, mit dem ewigen Looser New England einmal verlor, die Jets wiederaufbaute, die Cowboys wiederaufbaute, den Dolphins einen kurzzeitigen Schub gab. Parcells‘ großes Problem: Er war ungeduldig. Ging meist zu einem Team, um zwei, drei Jahre vor Vertragsende zu kündigen oder sich zum GM zu befördern, ehe er kurz darauf wieder verschwand.

Andere, die draußen bleiben mussten: WR Cris Carter, ein sich jährlich wiederholendes Thema für den Mann mit den großartigen Zahlen, WR Tim Brown, der ein paar Jahrhunderte lang NFL spielte und Pässe von 21 (!) Quarterbacks fing, WR Andre Reed, RB Jerome Bettis, ein Sympathieträger, LB Kevin Greene, ein sehr „lauter“ Abwehrspieler und einstiger Walk-on bei Auburn, DL Charles Haley und DB Aeneas Williams.

Anm. In den Kommentaren wird zurecht angemerkt, dass LT Roaf vor allem aufgrund seiner Zeit in New Orleans als Hall of Famer gilt.


[07h10] Die NFL hat dieser Tage offiziell gemacht, was seit etlicher Zeit gemunkelt wurde: Ab kommender Saison gibt es noch mehr Donnerstagsspiele. Nach dem Season Opener folgenden ab Woche 2 bis Woche 15 Thursday Night Games im NFL Network, mit Ausnahme des Thanksgiving-Spieltags, das bei NBC kommt. Jede NFL-Franchise soll damit wenigstens ein Spiel pro Saison im landesweiten TV bekommen – keine schlechte Idee, wenn man sieht, wie vor allem zu Monday Night Football zuletzt hirnrissige Partien übertragen wurden, während grundsolide Teams leer ausgingen. Quelle: NFL.com


[07h01] Guten Morgen an einem frischen Sonntagmorgen. Meine Heimwetterstation spuckte zum Frühsport -22.3°C aus. Playoffwetter für die NFL, doch leider findet die Superbowl heute Nacht indoors, also in einer Halle, statt. Das soll uns die Freude nicht verderben, und so gibt es heute sachtes Eingrooven bis in die Abendstunden.