Sezierstunde II: Houston Texans 2012

Rund einen Monat nach dem Sezierstunde-Eintrag zu den Texans bin ich etwas perplex ob der Entwicklungen in Houston. Vor einem Monat noch als erstaunlich komplettes Team in die Offseason gegangen, haben die Texans seither einige merkwürdige Moves gemacht.

  •  RB Arian Foster teuer verlängert.
  •  OLB Mario Williams umstandslos ziehen lassen.
  •  MLB DeMeco Ryans für lau verkauft.
  •  OT Eric Winston rausgeworfen.
  •  C Chris Myers nur im letzten Abdrücker verlängert.

Einem Running Back in einem System, in dem noch jeder Running Back erfolgreich war, Millionen nachzuschmeißen, dafür einen Offensive Tackle und die zwei namhaftesten Verteidiger jeweils im besten Alter auf die Straße zu setzen oder ziehen zu lassen: Wirklich logische Handlungen sind datt nicht.

Washington Griffins in der Sezierstunde

RG3! RG3! RG3! RG3! RG3! RG3! RG3! RG3! RG3! RG3! RG3! RG3! RG3! RG3! RG3! RG3! RG3! RG3! RG3! RG3! RG3! RG3! RG3! RG3! RG3! RG3! RG3! RG3! RG3! RG3! RG3! RG3! RG3! RG3! RG3! RG3! RG3! RG3! RG3! RG3! RG3! RG3! RG3! RG3! RG3! RG3! RG3! RG3! RG3! RG3! RG3! RG3! RG3! RG3! RG3! RG3! RG3! RG3! RG3! RG3! RG3! RG3! RG3! RG3! RG3! RG3! RG3! RG3!

Um mal runterzukommen: 2011/12 war das nächste Jahr in der grauen Tristesse für den Hauptstadtverein der NFL, die Washington Redskins. Nach annehmbarem Saisonstart folgte mal wieder eine Niederlagenserie und nach der 5-11 Endbilanz verspürt Head Coach Mike Shanahan schon leichten Gegenwind.

Was bei den Redskins ganz stark auffällt: Sie hatten immer wieder Verletzungsprobleme. Nicht die ganz großen, karrierebedrohlichen Ausfälle, aber immer mal wieder hie und da ein paar Ausfälle – tödlich bei einem Kader mit so geringer qualitativer Tiefe. Möglicherweise folgte deshalb auf den akzeptablen Saisonstart der Einbruch nach der Bye Week.

Alle Faktoren zusammengefasst, waren die Redskins ein unterdurchschnittliches Team, das womöglich eines oder zwei Spiele zu wenig gewinnen konnte (enge Spiele: 3-6); Offense, Defense und Special Teams sind unisono irgendwo im Niemandsland klassiert und es gibt weder eine herausragende Stärke, noch eine herausragende Schwäche, mit der einzigen Ausnahme, dass man im Angriff viel zu häufig den Ball verschenkte, was bei einem Quarterback mit der Historie eines Rex Grossman nun auch nicht die Überraschung schlechthin ist.

Als Reaktion darauf folgte der massive Trade der Redskins, um mit dem zweiten Draftpick im NFL-Draft 2012 einen Quarterback einberufen zu können. Dieser Quarterback wird mit hoher Wahrscheinlichkeit der Publikumsliebling und Gewinner der Heisman Trophy, Robert Griffin III von der kleinen Baylor University, sein, ein Sprinter mit Raketenarm vor dem Herrn. „RG3“ passt prinzipiell wie die Faust aufs Auge auf die von den Shanahans so geliebte Offense mit all ihren Rollouts und tiefen Bomben. Könnte also ein passender Ort für Griffin sein, den man instinktiv sofort mit den Konsorten McNabb oder Vick vergleicht. Dabei scheint Griffin eher der Typ QB zu sein, der erst dann losläuft, wenn alle Optionen zusammengebrochen sind. Man wird also sehen.

Was die Redskins bis zum Erbrechen in den ersten Tagen der Free Agency versuchten, war der Einkauf von Waffen für Griffin III. Das ging so weit, dass man sogar einem mittelprächtigen Mann wie Garcon aus Indianapolis bizarre 21.5M in den Rachen schüttete. Zudem kommt der hoch gelobte, aber verletzungsanfällige WR Josh Morgan aus San Francisco.

Was den Redskins immer noch abgeht, ist neben einem Running Back auch eine vollends überzeugende Offensive Line. Beobachter lästern insbesondere gegen die Position des Right Tackles, die inadäquat besetzt sein soll.


Die Defense war bei allen Problemen in der Offense auch nicht die Dotter vom Ei. Zwar sagt man den Redskins eine mittlerweile überzeugende Combo im Pass Rush nach (Kerrigan/Orakpo), jedoch gilt die Defensive Line als nicht 100%ig auf der Höhe und ist mit MLB London Fletcher der Ankermann abhanden gekommen.

Das ist aber nichts gegen die Secondary, wo man den grundsoliden OJ Atogwe cutten musste und den SS LaRon Landry nicht mehr weiterverpflichtete – aber für welchen Ersatz? Der aus New England und Chicago als untrainierbarer Freelancer gefürchtete Brandon Meriweather ist der neue Safety der Redskins-Verteidigung. Meriweather gilt als Spieler, der für drei Big Plays pro Saison seine Großmutter (oder zwei TD/Spiel) eintauschen würde.


Die Zukunft der Redskins steht und fällt mit der Entwicklung von RG3. Die Geschichte zeigt, dass Washingtons Publikum mit teuren Quarterbacks recht schnell ungeduldig zu werden droht, also wird es von entscheidender Bedeutung sein, Griffin schnell ein adäquates System zu basteln. Floppt Griffin, sind den Redskins auf Jahre die Hände gebunden, was Verhandlungsspielraum im NFL-Draft angeht, und man wäre wieder darauf angewiesen, mittelmäßige Free Agents für teures Geld in der Free Agency einzukaufen.