Cleveland Browns in der Sezierstunde

4-12 und Niedergeschlagenheit für die Cleveland Browns. Ergo nicht viel Zeit zum Schwärmen, aber: Die Basis in dieser Mannschaft steht. Cleveland besitzt eine der besten Passverteidigungen in der NFL (5.9yds/Pass ist ein exzellenter Wert!, #6), und verfügt mit dem jungen CB Joe Haden über einen unisono anerkannt künftigen Superstar.

Die Defense der Browns darf man auch im Jahr 1 nach Rob Ryan als Top-10 einstufen und dies, obwohl mit Haden, DE Jabaal Sheard und DT Phil Taylor die Eckpunkte noch relativ junge Spieler sind, und mit OLB D’well Jackson ein weiterer Topmann nach zahlreichen Verletzungen noch rostig daherkam. Fazit: Die Defense der Browns steht. Der eine oder andere neue Defensive Liner oder Defensive Back könnte für mehr Kadertiefe sorgen, aber die großen Umkrempelungen sind auf der Angriffsseite notwendig.


Das Problem der Browns ist das anämische Passspiel in der Offense. Gemeinhin anerkannt verfügt die Mannschaft über eine solide Offensive Line, jedoch fehlt es eklatant an „Skill Players“. Das beginnt beim jungen Quarterback Colt McCoy, dessen zweites Profijahr keines der denkwürdigeren war (5.1yds/Pass ist Tebow-Zone) und Zweifel ob McCoys NFL-Tauglichkeit weckte.

Man muss jedoch im selben Atemzug attestieren, dass McCoy nicht wirklich von einem Arsenal an Waffen umgeben war: Der vermeintliche „Franchise-RB“ Hillis bockte, während es weiterhin keinen nennenswerten Wide Receiver im Team gibt. Angesichts dieser Tatsache ist es durchaus überraschend, dass Cleveland die Free Agency bisher so inaktiv anging. Die Browns besitzen im Draft die Picks #4 und #22. Was tun? Insbesondere die #4 ist spannend und bietet etliche Möglichkeiten:

  • Quarterback. Die Stimmen werden lauter, dass Cleveland Texas A&Ms quirligen Ryan Tannehill draften könnte. Das würde jedoch bedeuten, McCoy vor die Hunde gehen zu lassen, ohne McCoy jemals eine richtige Chance gegeben zu haben, und im Gegenzug eine relative Unbekannte mit Tannehill zu verpflichten.
  • Running Back. Alabamas Trent Richardson gilt als vielseitig genug, aber der Trend in der NFL geht eher weg vom hohen Einberufen von Running Backs.
  • Wide Receiver. Notre Dames Michael Floyd oder Oklahoma States Justin Blackmon wären mögliche Waffen für McCoy. Was ein überdurchschnittlicher Top-WR wert sein kann, hat sich in den vergangenen Jahren zuhauf gezeigt. Auf der anderen Seite tendiert die WR-Position dazu, auch in späteren Draftrunden adäquate Talente bieten zu können.
  • Cornerback. Der X-Faktor. Louisiana States Morris Clairborne gilt als potenzieller Top-Pick. Sofern Cleveland aus einer Stärke eine Dominanz zu machen gedenkt und angesichts der eher als risikoreich anzusehenden Optionen bei den Offensivspielern die Trumpfkarte „Secondary“ ziehen möchte, würde ich nicht ausschließen wollen, dass die Browns Haden einen weiteren gehypten Cornerback zur Seite stellen.

Die Datenanalyse lässt erwarten, dass Cleveland allein mit einer durchschnittlichen Pass-Offense (6.3yds/Pass) minimum ein 8-8 Team wäre. Weil besseres Passspiel auch die Räume für besseres Laufspiel zu öffnen tendiert, dürfte der interessanteste Weg für die Browns sein, auf alle Fälle gleich mehrere Wide Receivers zu draften um selbst im Falle des einen oder anderen Flops eine taugliche Armada aufstellen zu können und McCoy ein letztes Mal die Chance zu geben. Scheitert McCoy, bietet 2013 erneut eine Serie an großen Namen auf Quarterback im Draft.

2 Kommentare zu “Cleveland Browns in der Sezierstunde

  1. Wie traurig übrigens das Leben eines Fans des Dawg Pounds ist, verdeutlicht dieses Video:

  2. Gut geschrieben. Trifft in Kürze die wichtigsten Punkte.

    zur DEF. Man sollte nicht vernachlässigen, dass die Browns einen easy scedule hatten und daher wenige highscoring Teams gegenüberstanden.

    Ich sag nur NFC West und AFC South (zB jax und indy) in der abgelaufenen Saison als Gegner; dafür keine der punktestarken Teams wie die Pats oder Saints oder Atlanta (alle 3 Im Jahr 2010 davor gespielt, als man durchschnittlich keine 2 Punkjte schlechter war ), Packers oder auch Lions.

    Bin gespannt wie sich die DEF, bei wesentlich härteren schedule, in diesem Jahr präsentiert.
    Servus

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.