Die Goldene auf orange

Vor 75 Jahren wurde die wunderschöne Golden Gate Bridge am Eingang der Bucht um San Francisco/Oakland fertig gestellt. Der Spiegel bringt in Gedenken an den Bau und seinen unkonventionellen Chefingenieur Joseph Strauss einen würdigen Artikel dazu.

New York Giants in der Sezierstunde

Wie es sich gehört, werden die Sezierstunden 2012 mit dem Titelträger abgeschlossen. Nota bene: „Titelträger“ ist gleich nicht automatisch „beste Mannschaft“. Das waren und sind die Giants nicht. Sie waren vermutlich nichtmal die beste Mannschaft in ihrer eigenen Division (das waren die Eagles). Nichtsdestotrotz gehörte Coughlins Truppe zu den kompletteren Mannschaften in der NFL, erreichte verdientermaßen die Playoffs und kam zum Ende der Münzwurfserie gar mit der Lombardi Trophy nach Hause – als erste Mannschaft ever mit negativem Punkteverhältnis in der Regular Season.

Zum Februar bekam alle Welt beim Gedanken an QB Eli Manning nasse Höschen, und vermutlich zurecht so: Neben einem Haufen Mittelmaß war die Pass-Offense um Manning und seine WR-„Triplets“ Nicks/Manningham/CRUUUUUUUUUUUUUUUZ New Yorks  herausragende Stärke: 7.7yds/Passversuch in der Regular Season ist ein fantastischer Wert und brachte New York überhaupt erst in die Position, einen Anlauf auf den Titel zu nehmen. Dort, in der Post Season, erfüllte diese Armada die Erwartungen größtenteils. Der Titelgewinn war allerdings glücklich. Aber für jede andere der am Ende verbliebenen Mannschaften wäre er nicht minder glücklich gewesen.

So stehen wir zweieinhalb Monate nach der Superbowl da, sprechen über eine leicht überdurchschnittliche NFL-Mannschaft und wundern uns, was sie in der Zwischenzeit so getrieben hat (Wink: nicht narrisch viel).


Mit TE Bennett wurde ein bärenstarker Blocker eingekauft, mit CB Terrell Thomas einer von den dutzenden Deckungsspielern verlängert, und dann wurde noch Mannings Backup Carr ein billiger Vertrag aufgesetzt. Manningham und Jacobs wurden weggeschickt. Datt war’s. Man darf sich fragen, ob dies in einer Division, in der aller Rest im Aufrüsten begriffen ist, der richtige Weg ist. Auf alle Fälle ist es für GM Jerry Reese ein konsequenter Weg. Reese verliert so schnell nicht die Nerven.

Man könnte insistieren, dass die Giants auf die Rückkehr zahlreicher Verletzter setzen dürften. Das würde allerdings die zweifellos vorhandenen Schwächen im Kader nicht vollends ausfüllen. Die Offensive Line zum Beispiel ist ein relativ offenes Scheunentor, wofür wir nichtmal die wöchentlichen Verdammungen von Pro Football Focus ans Licht ziehen müssen: Beatty, McKenzie oder Diehl gelten als leicht verbesserbare Objekte und auch C Baas war nicht über alle Zweifel erhaben.

Dazu kann man davon ausgehen, dass die Giants nach Manninghams Abgang einen jungen Wide Receiver ins Visier nehmen werden. Vielleicht die eine oder andere Ergänzung in der Defensive Line, die jedes Jahr im Giants-Mittelpunkt steht. Wie es bei den gemeinhin als hüftsteif verschrieenen Linebackers aussieht, lässt sich kaum abschätzen. Obwohl man ihnen jedes Jahr die Verpflichtung (oder Einberufung) eines höherklassigen Linebackers ans Herz legen möchte, rühren sich die Giants nur allzu selten in diese Richtung. Und dann sind da noch die Safetys, wo der eher suspekte Antrel Rolle nicht unbedingt alle glücklich stellt, jedoch via Draft kaum nennenswerte Sofortlösungen verfügbar sein sollen.