Nach der ersten Runde ist vor der zweiten Runde

Mit einem Arbeitstag Abstand fühlt sich die erste Runde des Drafts 2012 immer außergewöhnlicher an. Ich kann mich an keine erste Runde erinnern, die so atemberaubend „flüssig“ über die Bühne ging. Kein Team, das mehr als zwei Gedanken bei seinem Pick verschwendete: Spieler ziehen oder Trade, und zwischendurch war Roger Goodell am Pult mit drei Picks in Verzug. Ein „Kollateralschaden“ der vielen Trades für die Zukunft könnte das Aussterben der liebsten Spielerei von NFL-Fans sein: Mock-Drafts.

Verbrownt

Ich kann es immer noch nicht fassen, was die Cleveland Browns veranstaltet haben. Beide Picks missfallen. Ich bin kein Fan davon, einen Running Back so hoch zu draften und ich bin insbesondere dann kein Fan davon, wenn man dafür solche Preise zahlt: Vier Draftpicks, um einen einzigen Spot nach oben zu gelangen! Selbst bei den drei Handvoll Picks der Browns Wahnsinn.

Noch bizarrer ist die hohe Einberufung von QB Brandon Weeden und seinen 28 Lenzen. „Erfahrung“ ist ein eher schwammiger Begriff, nachdem Weeden sich jahrelang als Baseball-Halbprofi verdingt hatte und bei Oklahoma State/Big 12 in einer wilden Spread-Offense auftrat. Weeden muss von Minute 1 an das NFL-System verstehen, kann sich keine drei Jahre Entwicklung erlauben, sofern er sich nicht der Lebenskurve aller anderen Athleten der Sportgeschichte entziehen kann.

So oder so ist es erstaunlich, wie schnell Cleveland den jungen QB Colt McCoy aufgegeben hat, nachdem McCoy als Jungspund ohne WR-Optionen zwar ein schwaches zweites Jahr absolvierte, jedoch sich seine Zahlen als Rookie durchaus sehen lassen konnten.

Mayock-Watch

Wenn wir die Reihenfolge der einberufenen Spieler mit dem „Positional Ranking“ vom NFLN-Experten Mike Mayock vergleichen, so fällt auf: Bis auf die notorisch schwer zu prognostizierende Front-7 in der Defense und den aus dem Rahmen fallenden WR-Pick der 49ers ist Mayocks Reihung bisher in allen Positionen identisch mit der Reihenfolge der einberufenen Spieler im Draft.

Vor der zweiten Runde

Um Mitternacht startet die zweite Runde des NFL-Drafts. Den mitunter größten Spielraum haben die St Louis Rams um Head Coach Jeff Fisher, die nach dem RG3-Trade gestern noch zwei weitere Male nach „unten“ gegangen sind und mittlerweile bis 2014 über Draftpicks für zwei Franchises verfügen dürften. Status aktuell, haben die Rams heute drei der ersten 13 Wahlen (#33, #39, #45) und werden mit dem zweiten Pick der dritten Runde (#65) ein viertes Mal draften können. Einigermaßen reichhaltig ist auch das Programm der Denver Broncos nach der gestrigen Inaktivität: #36, #57 und #87, um Löcher in beiden Lines und Secondary zu beackern.

Weniger Spielraum werden für einmal die New England Patriots besitzen, die nach den beiden Trades von gestern mit nur mehr zwei verbliebenen Picks für das komplette Wochenende verbleiben (#48, #62), sofern Belichick nicht wieder in alte Verhaltensmuster zurückfällt und die Wahlmöglichkeiten in die späteren Runden verlagert. Nach der unbelichickionellen Variante, Pass Rush zu draften, riecht es leicht nach einem Wide Receiver und der Secondary.

An #89 werden die New Orleans Saints in den NFL-Draft einsteigen. Und dank des Kompensationspick #95 werden die Oakland Raiders dann als letztes Team in der heutigen Nacht draften und müssen wegen dieses einen Picks extra ausharren.

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