NFC South in der Frischzellenkur 2012 (I)

Atlanta Falcons

  • #55 (2) C Peter Konz (Wisconsin)
  • #91 (3) OT Lamar Holmes (Southern Miss)
  • #157 (5) FB Bradie Ewing (Wisconsin)
  • #164 (5) DE Jonathan Massaquoi (Troy)
  • #192 (6) S Charles Mitchell (Mississippi State)
  • #249 (7) DT Travian Robertson ( South Carolina)

Zwei Picks in den Top 150: die Falcons bezahlen auch heute noch für Julio Jones, nachdem sie in der letzten Draft bereits einen 1st-, 2nd- und 4th-rd pick für ihn abgegeben haben. Dafür haben die Falcons nun zwei ziemlich gute Receiver für ihren ziemlich guten QB, aber daneben wird vor allem die O-Line und das Laufspiel immer schlechter und depth ist bald nur noch ein Fremdwort.

Zumindest gegen die Veralterung der offensiven Linie hat GM Thomas Dimitroff mit seinen zwei „Top Picks“ an den Positionen 55 und 91 etwas getan. Der Badger Peter Konz ist extrem groß für einen Center (1,95m), was ihm wohl immer wieder Nachteile in Sachen „leverage“ beschert. Dafür ist er aber einigermaßen beweglich für einen 140kg-Koloß, kann daher auch erstmal Guard spielen und dann in ein, zwei Jahren das Erbe des 35-jährigen Todd McClure antreten OFFENSIVE LINEMAN WISCONSIN!

OT Lamar Holmes bekommt eher das Label project. Er hat zwar einen Tackle-Körper wie er im Buche steht mit 2,00m und 150kg, aber an Technick soll es noch mangeln. Was auch damit zu tun hat, daß er auf einer kleinen Schule war; darum ist sogar für die selbsternannten pundits die Evalution noch schwieriger als ohnehin schon: seine Gegner waren nicht die ganz großen SEC- oder BigTen-Kaliber, sondern oftmals nur halbe Portionen. Holmes wird ein wenig Zeit bekommen, denn mit Tyson Clabo (rechts) und Will Svittek oder Sam Baker (links) hat man Starter. Aber bei dem Niveau, das die beiden letztgenannten an den Tag legen und Clabos 31 Lenzen kann er schon früher seine Zeit bekommen, als allen Beteiligten lieb sein sollte.

Für die Verstärkung des Laufspiels, das auf den 45jährigen Beinen Michael Turners wie ein Kartenhaus im Windkanal steht, hat Dimitroff mit seinem dritten Pick einen Fullback genommen. Das hat kurz für allseitiges Kopfkratzen gesorgt, aber dann stellte sich heraus, daß Bradie Ewing ja bei WISCONSIN war!

Für die Defense, die breiter aufgestellt ist als die Offense und in der Free Agency und per Trade schon angegangen wurde – die DEs John Abraham und Kroy Biermann haben neue Verträge bekommen und CB Asante Samuel kam im Tausch für ein paar Turnschuhe und ein Satz Trikots aus Philadelphia – hat man die zwei D-Liner Jonathan Massaquoi und Travian Robertson sowie Safety Charles Mitchell verpflichtet.

Insgesamt scheint gerade die Strategie für den Angriff sehr riskant zu sein. Durch die mangelnde Kadertiefe ist man zwei Verletzungen davon entfernt, in jedem Spiel so auszusehen wie gegen die Giants in den letztjährigen Playoffs.

New Orleans Saints

#89 (3) DE/DT Akiem Hicks (Regina, Canada)
#122 (4) WR Nick Toon (Wisconsin)
#162 (5) S Corey White (Samford)
#179 (6) G Andrew Tiller (Syracuse)
#234 (7) OT Marcel Jones (Nebraska)

Zwei Picks in den Top 150; der erste Pick an Position 89. Noch schlechter als Atlanta, und man hat in Louisana wahrlich nicht weniger Löcher als nebenan in Georgia. In der Free Agency mußte man bluten (WR Meachum, G Nicks, CB Porter); LB Vilma und DE Smith wurden für ihre Rolle im Bounty Scandal gesperrt; Head Coach ist gesperrt; GM ist gesperrt; Drew Brees hat keine Lust auf das Franchise Tag. Der 1st-rd pick wurde letztes Jahr schon nach New England verschippt um RB Mark Ingram draften zu können; den 2nd-rd pick hat sich Roger Goodell als Bounty einbehalten.

Mit dem 3rd-rd pick haben die Saints dann recht kreativ einen Pass Rusher aus Kanada gedraftet. Akiem Hicks wurde mal als riesiges D-Line Talent von LSU recruited, hatte dann aber Probleme mit der NCAA, landetet auf einem Junior College und schließlich bei der University of Regina, irgendwo in Saskatchewan. Ein Körper wie gemalt – 1,95m, 125kg – aber durch seinen Mangel an Training von Top Coaches an großen Schulen auch das Synonym für raw. Klassischer boom-or-bust-Fall. Gewagte Strategie, wenn der Kader löchrig ist wie eine Schützenscheibe.

Nick Toon, Offensive Lineman Wide Receiver aus Wisconsin, groß und kräftig, wäre ein sehr sinnvoll investierter Pick gewesen, wenn denn Drew Brees vor August mal mit ihm trainieren würde. Ohne die Zeit mit seinen neuen Chefs Brees und Sean Payton wird er wohl kaum früh in der Saison große Taten vollbringen können.

Hintenraus kommt mit Safety Corey White noch ein small school prospect und mit Andrew Tiller und Marcel Jones Tiefe für die Offensive Line. Insgesamt eine sehr riskante Draft angesichts der vielen Löcher. Wahrscheinlich wird keiner der fünf Picks sofort weiterhelfen. Wobei die Hilfe angesichts der vielen gesperrten und abgewanderten Leistungsträger dringendst angeraten gewesen wäre.

Man kann mit Fug und Recht behaupten, daß sowohl Saints als auch Falcons 2012 schlechter aufgestellt sind als 2011. Das ist doppelt schlimm, denn nicht nur das Ausbleiben von signifikanten Verstärkungen zwischen den Jahren ist ein Rückschritt, sondern auch schon das bloße Halten des status quo.

9 Kommentare zu “NFC South in der Frischzellenkur 2012 (I)

  1. „Man kann mit Fug und Recht behaupten, daß sowohl Saints als auch Falcons 2012 schlechter aufgestellt sind als 2011. Das ist doppelt schlimm, denn nicht nur das Ausbleiben von signifikanten Verstärkungen zwischen den Jahren ist ein Rückschritt, sondern auch schon das bloße Halten des status quo.“

    Sorry, aber da muss ich dir absolut widersprechen.
    Die Saints haben weder übermäßig geblutet in der FA, du darfst nicht vergessen, dass man C. Nicks mit B. Grubbs ersetzen konnte, T. Porter war letztes Jahr fast durchgängig nur noch CB Nr. 3 und mit J. Patrick hat man da einen ganz guten jungen Spieler in der Hinterhand. In der O kann man den Abgang von Meacham verkraften, da man auf der WR Position ohnehin eine ziemliche Tiefe im Kader hat (L. Moore, D. Henderson, J. Morgen A. Arrington usw.). Das heißt also, dass alle Abgänge bereits in der FA ersetzt werden konnten.
    Die wirkliche Schwäche der Saints, also die D (Vor allem D-Line und LB), wurde dagegen definitiv aufgewertet. Mit C. Lofton und D. Hawthorne sind zwei super Spieler nach NO gekommen. Dazu B. Bunkley auf DT, der eine überragende Saison in Denver gespielt hat. Auf der DE Position testet Spags einige Spieler, vor allem M. Wilson soll dort einen sehr guten Eindruck machen. Dazu kommt noch G. Romeus, der die gesamte letzte Saison ausgefallen ist. Man kann zwar sagen, dass den Saints kein wirklicher Steal im Draft gelungen ist, obwohl Hicks eine werden könnte, aber zu behaupten, dass sie schlechter aufgestellt sind als 2011, finde ich doch sehr übertrieben.

    P.S.: Joe Vitt über seine LB-Group:
    http://www.neworleanssaints.com/news-and-events/article-1/Vitt-Says-Linebackers-Group-is-The-Deepest-I-Have-Been-Around/daccf773-f746-420f-aa4e-b3ce024002f5

  2. @WhoDatNation
    Die Überlegung hinter meiner Einschätzung ist die grundsätzliche Annahme, daß sich eine Mannschaft personell zwischen den Jahren verbessern muß, um nicht schlechter zu werden.

    Ersetzt man nur die Abgänge einigermaßen adäquat, ist man – in meinen Augen – schon schlechter aufgestellt als vorher.

    NO hat den besten Guard der Liga verloren und ihn „nur“ mit einem recht guten ersetzt; der Leader und Captain der D fehlt, abgesehen von der Position an sich: wer soll ihn im Locker Room ersetzen?; CB Porter hat, glaube ich, die ganze Saison an der Seitenlinie gespielt, kann Johnny Patrick ihn ersetzen? Vielleicht. Der Pass Rush war eine große Schwäche, nun fehlt DE Smith – wenn auch nur einige Spiele – und es wurde nicht mal adäquater Ersatz besorgt.

    Gerade bei Pass und CB muß ich aber auch sagen, daß Patrick, Wilson, Romeus oder Hicks vielleicht ganz steil aus der Kurve kommen. Kann sein. Aber ich bin mir ziemlich sicher, daß selbst die Saints nicht darauf vertrauen würden, wenn ihre Salary Cap Situation etwas anders wäre.

    Wenn ich aber in meiner Einschätzung ganz sicher vergessen habe, ist die Verstärkung Spagnuolo. Ihm traue ich tatsächlich zu, die Defense besser zu machen ohne dafür neue Leute zu brauchen.

    re Vitt: seine neuen LBs kann er sich dann ja in Ruhe von der Tribüne aus ansehen 😉

  3. „der Leader und Captain der D fehlt, abgesehen von der Position an sich: wer soll ihn im Locker Room ersetzen?“

    Meiner Meinung nach C. Lofton oder D. Hawthorne.
    Zumindest was die Position angeht.
    Beide haben MLB in ihren Teams gespielt und beide haben hervorragende Stats auf dieser Position.

    TACK FF INT
    C. Lofton: Regular Season 147 1 2

    D. Hawthorne: Regular Season 115 0 3

    Dazu kommt das J. Vilma fast die ganze letzte Saison verletzt gespielt hat. Wenn er nicht spielen konnte, musste J. Dunbar auf Mike ran. Ich denke also, dass den Saints auf dieser Position auf jeden Fall ein Upgrade gelungen ist.

  4. Ich halte „Tackles“, „Fumbles forced“ und „Interceptions“ (und BTW „Fumbles Recovered udgl.) für horrende Instrumente, um einen Verteidiger zu bewerten. a) handelt es sich um im Falle von INT, FF, FR um „zufällige“ Ereignisse und b) geben sie keinen Eindruck, in welcher Situation sie zustande kamen (Down, Anspiellinie oder 40yds downfield).

    Oder schnell gesagt: Argumentationen dergleichen greifen auf diesem Blog ins Leere.

  5. re: korsakoff

    Das mag im Bereich INT oder FF sicher zutreffen.
    Wenn aber ein Spieler auf der LB-Position über 100 Tackles macht, denke ich schon, dass das etwas über seine Qualität aussagt. Das Lofton oder Hawthorne schlecht Spieler sind, willst du ja sicher nicht behaupten. 😉

  6. Meine Aussage ist nicht „Lofton ist ein schlechter Spieler“. Meine Aussage ist „die offiziellen NFL-Statistiken für die Defense reichen nicht aus, um eine adäquate Spielerbewertung hinzukriegen“.

  7. Pingback: Glaskugel 2012: Atlanta Falcons | Sideline Reporter

  8. Pingback: Glaskugel 2012: New Orleans Saints | Sideline Reporter

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