AFC West in der Frischzellenkur 2012 (II)

Oakland Raiders

  • #95 (3) G Tony Bergstrom (Utah)
  • #129 (4) LB Miles Burris (San Diego State)
  • #158 (5) DE Jack Crawford Penn State)
  • #168 (5) WR Juron Criner (Arizona)
  • #189 (6) DE Christo Bilukidi (Georgia State)
  • #230 (7) LB Nathan Stupar (Penn State)

Die Picks der ersten vier Runden hatten die Raiders schon vor der Draft verscherbelt. Durch verlorene Free Agents wie CB Nnamdi Asomugha haben die Silver and Black aber jeweils einen compensatory pick in den Runden drei, vier und fünf erhalten. Man male sich nur einmal aus, was das für eine Draftklasse geworden wäre, hätte man nicht für die eigenen Picks vorher schon Carson Palmer, Joseph Barksdale, Taiwan Jones, Terrelle Pryor und Jason Campbell verpflichtet. So aber hat man drei Quarterbacks geholt – Matt Leinart kam noch in der Free Agency dazu -, die Cornerbacks Asomugha und Stanford Routt verloren; die Verträge so gebaut, daß man kein Player in der Free Agency ist: Glückwunsch! Sie haben einen Top-10 in der Draft 2013 gewonnenn!

Ach ja: einen neuen Head Coach hat man auch mal wieder in der Bay Area. Viel helfen wirds wahrscheinlich nicht.

Wenn man etwas Positives finden will, kann man vielleicht die beiden physisch beeindruckenden Pass Rusher nehmen: Jack Crawford und Chris Bilukidi sind beide 1,96m groß. Mit den beiden jungen und sehr talentierten LaMarr Houston und Matt Shaugnessy könnten Crawford und Bilukidi eine gute DE-Rotation bilden.

Die anderen Picks sind eher dazu da, gerissene Löcher zu stopfen. Center Samson Satele hat anderswo eine neue Anstellung gefunden und Stefen Wisniewski, letztes Jahr noch Guard, wird wohl seinen Platz einnehmen. Seinen, Wisniewskis, Platz wiederum, wird wohl Tony Bergstrom einnehmen müssen. Weil sonst niemand da ist.

4th-rd pick Miles Burris soll wohl Kamerion Wimbley ersetzen. ´N büsschen OLB in Base-D, ´n büsschen Pass Rusher in nickel packages, vielleicht auch ´n büsschen Special Teams – und am Ende werden wahrscheinlich Wimbleys hinterlassene Fußstapfen einfach zu groß sein.

WR Juron Criner ist wie alle von Oakland gedrafteten Paßempfänger sehr schnell. Und sehr schnell. Und schnell. Das ist wohl sowas wie er Al-Davis-Gedächtnispick. Aber Criner ist auch recht groß mit 1,90. Vielleicht hilft´s.

Auch wenn die Analyse sehr launisch daherkommt, kann man auch bei ernsthafter Betrachtung nur konstatieren, daß die Raiders eines der wenigen Teams sind, die vom Spielermaterial her schlechter geworden sind. Normalerweise steht eine Mannschaft ja schon schlechter da, wenn sie sich nicht verstärkt, also nur den status quo hält. Aber sich tatsächlich verschlechtern im Gegensatz zum Vorjahr schaffen nur wenige Teams. Der neue GM Reggie McKenzie hat ein ganz schwieriges Erbe angetreten, kann sich aber dafür einen ganz großen Namen machen, wenn er mit diesem Haufen als Ausgangspunkt in den nächsten Jahren wieder eine respektable Mannschaft zusammenbastelt.

San Diego Chargers

  • #18 (1) DE Melvin Ingram (South Carolina)
  • #49 (2) DT Kendall Reyes (Connecticut)
  • #73 (3) S Brandon Taylor (LSU)
  • #110 (4) TE Ladarius Green (Louisana-Lafayette)
  • #149 (5) G Johnnie Troutman (Penn State)
  • #226 (7) C David Molk (Michigan)
  • #250 (7) RB Edwin Baker (Michigan State)

Die Offense ist nicht das Problem in San Diego. Man hat einen der besten (und unterschätztesten) Quarterbacks der Liga, einen richtig guten RB (Ryan Matthews, 1st-rd pick 2010), auch ohne Vincent Jackson ein gutes Receiving Corps und – spielt LT Jared Gaither so gut wie er kann, nämlich so gut wie einer der besten Tackles der Liga – auch eine ganz vernünftige Offensive Line.

Da verwundert es nicht, daß die Picks der Runden eins bis drei für die defensive Seite des Balles genutzt wurden. Melvin Ingram soll ein Pass Rusher vor dem Herrn sein und damit genau das, was man seit den glorreichen Tagen eines Shawn Merriman in Topform nicht mehr in San Diego gesehen hat. Ingram kann sowohl mit den Händen im Gras als auch aus der klassischen 34-OLB Position auf den gegnerischen QB losgelassen werden und könnte, so er denn so gut ist wie angepriesen, gemeinsam mit dem 2nd-rd pick Kendall Reyes diese Defense auf ein neues Level heben. Reyes ist ein sehr interessanter Spieler. Zu High School Zeiten hat er noch Receiver gespielt, ist dann aber ein klein wenig „größer“ geworden mit seinen jetzt 300lbs, hat sich aber die Athletik und Beweglichkeit erhalten. Bei den Huskies hat er nicht nur Defensive Tackle gespielt, sondern in aller Regelmäßigkeit auch Defensive End. Bei den Chargers wird er wohl hauptsächlich 34-DE spielen, kann aber ebenso als Edge Player fungieren wie auch als Nose Tackle. Reyes ist ein schönes chess piece für den neuen DC John Pagano (Bruder von Chuck Pagano, jetzt HC Colts).

Brandon Taylor ist dafür vorgesehen, den gen New England abgewanderten Steve Gregory als Strong Safety zu ersetzen. Sehr zupaß kommen wird ihm dabei, daß er mit Eric Weddle einen der besten Safeties der Liga neben und hinter sich weiß. Taylor hat seine Collegekarriere bei LSU als Cornerback begonnen und kann auch als Nickelback eingesetzt werden.

Für die Offense holten sich die Bolts vor allem Entwicklungs- und Ergänzungsspieler. TE Ladarius Green ist ein 2,00m-Hühne und soll ganz offensichtlich die Rolle des „neuen“, Jermichael Finley oder Jimmy Graham  ähnlichen Tight Ends geben, wenn Antonio Gates seine Karriere aufgrund zu vieler Verletzungen beenden muß. Bis dahin kann der schlaksige, aber explosive Kerl (4,5 40-yd bei der Combine) von der kleinen Uni Louisana Lafayette noch ein bißchen Muskelmasse aufbauen und vom Meister Gates himself viel lernen.

Johnnie Troutman ist den Berichten zufolge auch sehr talentiert, ist aber tief gefallen, weil er kurz vor der Draft am Brustmuskel operiert werden mußte und auch Knieprobleme mitbringt. Wahrscheinlich wird er diese Saison nur von der Seitenlinie aus beobachten. C David Molk und RB Edwin Baker aus der siebten Runde sind nicht mehr als camp fodder.

Die Chargers erwarten viel von ihren drei hoch gedrafteten Verstärkungen für die Defense. Sind Ingram und Reyes as good as advertised, sollte einer Playoffteilnahme und einem neuen Vertrag für den nur noch auf einem dreibeinigen Stuhl sitzenden HC Norv Turner nichts im Wege stehen. General Manager A.J. Smith stellt Jahr ein, Jahr aus hochklassige Kader zusammen. Bei Drafts wie diesen sieht man dann auch, warum San Diego in aller Regelmäßigkeit Kandidat für einen langen Lauf in den Playoffs ist.

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