College Football 2012 bei SPOX: Big 12 Conference Preview

Es ist nur die Kurzfassung und es wird auf diesem Blog noch mehr zum Thema Big 12 und ihren BCS-Anwärtern geben. Aber vorab schon einmal der Hinweis auf die kurz-bündige Vorschau zur Saison 2012/13 in der Big 12 Conference.

Big East Conference 2012/13 Preview

Die Big East Conference… was im College-Basketball mit Syracuse und March Madness eine ganz große Nummer ist, genießt im College Football mittlerweile keinen allzu hohen Status mehr. Nach etlichen Jahren der Misserfolge und hohen Schlappen der BCS-Vertreter in der Bowl Season und dem drohenden Kollaps nach Abgängen (West Virginia, baldig Pitt und Syracuse) und nicht erfolgten Additionen (TCU) wird in einem Jahr der blanke Wahnsinn ausbrechen, mitsamt Teams aus Texas, Idaho (!) und Südkalifornien (!!!).

Die Zusammensetzung der Football-Liga sieht 2012 so aus:

Cincinnati
Connecticut (UConn)
Louisville
Pittsburgh
Rutgers
South Florida (USF)
Syracuse
Temple

Und im nächsten Sommer – ein durchaus mögliches weiteres Beben mal außer Acht gelassen – werden folgende Universitäten die Footballmeisterschaft unter sich ausspielen (die Navy kommt erst 2015 und jetzt vergessen wir mal, dass Louisville durchaus Big12-würdig sein könnte):

Boise State
Central Florida (UCF)
Cincinnati
Connecticut (UConn)
Houston
Louisville
Memphis
Rutgers
San Diego State
South Florida (USF)
Southern Methodist (SMU)
Temple

Und wenn die Funktionäre dann lange genug zusammensitzen, kommt bestimmt wer auf die Idee, die beiden Divisionen dieser Conference nicht nach geographischen Gesichtspunkten zusammenzusetzen…

Die obere Hälfte des Tabellenplateaus

Eigentlich verbietet es sich, in der Big East Conference von “Favoriten” zu sprechen – zu wenig Konstanz ist da auf Jahr-zu-Jahr-Basis drin. Für dieses Jahr erwarte ich allerdings die Louisville Cardinals aus Kentucky obenauf. Der Chefcoach Charlie Strong war bis zum vergangenen Herbst nur als großer Motivator und Recruiter bekannt gewesen, zeigte dann aber Profil: Feuerte mitten in der Saison nach katastrophalem Saisonstart seinen OffCoord, wechselte QB Terry Bridgewater ein, und schon war die Offense plötzlich potent genug, dass es um ein Haar noch zum Conference-Gewinn gereicht hätte. Der schwarze Strong hat da einen sehr jungen Kader beisammen, der erst in 1-2 Jahren zur Hochform auflaufen dürfte.

Zweiter Kandidat ist ein langjähriges dark horse: Die South Florida Bulls aus Tampa. Ich erinnere mich an meine Worte Mitte/Ende September, vor der furchtbaren Schlappe bei Pitt, die alles Selbstvertrauen aus dem Team zu ziehen schien. Und dann kam auch noch Pech dazu: Ein 5-7 liest sich nie gut, aber wenn du in engen Spielen 1-4 gehst, kannst du das schon mal ein bissl Entschuldigung gelten lassen.

Die Offense ist eigentlich gar nicht übel: Es steht und fällt immer noch alles mit QB B.J. Daniels, der sich aber langsam zum soliden Verwalter entwickelt, und nun mit WR Andre Davis einen künftigen NFL-Star in the making zur Seite bekommen haben soll. Getragen wird USF eh wie immer von der flinken, aggressiven Defense – oder auch nicht: Weil die Abwehr sich halt auch immer den einen oder anderen Lapsus leistet, wird USF wieder zwei oder drei Spiele einfach wegen Konzentrationsschwierigkeiten wegschenken.

Vielleicht ist das die Chance der Rutgers Scarlet Knights, die nach dem überraschenden Abgang vom langjährigen, sehr umtriebigen Head Coach Greg Schiano gen Tampa den Kulturwandel vollzogen und mit dem ruhigen, bedachten Kyle Flood das komplette Gegenteil zum Schreihals Schiano installiert haben. Auch hier gilt: Star ist die Defense, während die Offense weitestgehend indisponiert ist (Laufspiel ist unzuverlässig genug für 0yds-Spiele).

Oder kommen gar noch die Cincinnati Bearcats zum Tragen? Letztes Jahr waren die gar nicht übel, aber es gibt etliche – und berechtigte – Fragezeichen: Wer ersetzt den angehenden Profi RB Isaiah Peed? Wer folgt auf die vier abgewanderten Offensive Liner? Wie soll QB Munchie Legaux (was für ein fassungslos geiler Name übrigens!) hinter solchem Blocking seine Completions Rate von 47% verbessern? Und was passiert mit der Laufdefense, nachdem die größte Stärke – die Defensive Tackles um Derek Wolfe – nach Zillionen Abgängen zum größten Mysterium in der Abwehr geworden ist? Ach ja: In der Historie gab es noch nicht viele Mannschaften (genau: eine), die zwei Jahre hintereinander wie Cincinnati 2011 genau 20 Fumbles freischlagen konnte…

Die untere Hälfte des Tabellenplateaus

Die Pittsburgh Panthers gehören zu den chaotischsten Läden in der FBS. Nach einem wiederholten Trainerwechsel – diesmal mit vielen, vieeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeelen bösen Worten und mehr als latent an die Oberfläche gebrachtem Hass gegen Ex-Coach Todd Graham ist nun Paul Chryst, zuletzt höchst erfolgreicher OffCoord bei Wisconsin, der fünfte Head Coach von Pitt in den letzten 18 Monaten! Äh, Wisconsin? War da was? Riecht nach überragender Offensive Line von Tag an. Keine, wirklich keine Preview über Pitt kommt ohne Termini der Güteklasse soon-to-be enormous offensive line aus.

Die Fakten untermauern das schon mal. Also: Durchschnittsgröße 1,99m bei 318 Pfund (144kg). Der Benni unter denen ist 1,94m bei 305 Pfund (138kg). „Enormous“ mögen die Leistungen auch sein, denn QB Tino Sunseri ist nicht nur ein unkonventioneller Werfer, sondern auch fürchterlich unentschlossen: 13.5% der Passversuche enden in Sacks (5 Sacks im Schnitt pro Partie gegen Sunseri!!). Immerhin dürfte der famose RB Ray Graham nach Knieverletzung wieder zu großer Form auflaufen können. Komplett im Dunkeln tappt man nach all den Wechseln bei der Defensiv-Strategie der Panthers. Pornoschnäuzer Dave Wannstedt war 4-3-affin, Graham machte daraus eine 3-4; was wird Chryst da machen?

Schon besser Bescheid um die Defense weiß man bei den Connecticut Huskies: Die ist nämlich wirklich bärenstark, und aus der vergangenen Saison habe ich mir mit dem ungefähr zwanzig Mal pro Spiel gelobten DE Trevardo Williams noch eine wichtige Figur gemerkt. Die Offense liegt zwar zirka drei Meter unter der Erde und QB Chandler Whitmer wurde von HeadCoach Pasqualoni mit einer grundlos in die Länge gezogenen Entscheidung über den Starting-QB (es gab klar ersichtlich keine Alternative) schon sachte enteiert, aber du kannst wenn es gut läuft damit in einer Big East ganz vorne durchkommen…

Syracuse wird das nicht schaffen. Den Orangemen rutschen zwar immer wieder fantastische Spiele oder auch nur Spielviertel aus, aber der Kader hat nicht genügend Qualität, um damit über vier Monate schadlos zu bleiben.

An Qualität wird es auch den Temple Owls mangeln, den Neulingen 2012. Oder besser: Rückkehrern. Temple war vor sieben Jahren aufgrund von sportlichem Siechtum aus der Big East gekickt worden – jetzt sind sie wieder zurück, und kommen frisch von einer Bowl-Season-Teilnahme. Der HeadCoach ist mit Steve Addazio ein kauziger Mann, der humorlosen 60er-Jahre Football spielen lässt: Laufen am besten auch noch bei 3rd und 15 und das wenn möglich auch noch mit Schwarzweißübertragungen, ohne irgendwelchen neumodischen Schnickschnack. Eigentlich dürfte das dieses Jahr nicht reichen. Eigentlich. Aber wir reden hier von der Big East Conference, und deswegen dürfte diese Preview schon in drei Wochen völlig wertlose geworden sein. Die Rechnung für die verschwendete Zeit beim Lesen bitte in die Zentrale von Sideline Reporter schicken. Danke für die Aufmerksamkeit.