Conference USA 2012/13 Preview

WiederZufalleswill, befindet sich auch die Conference-USA aus dem Süden und Südosten der Vereinigten Staaten inmitten einer Transformationsphase. Was in diesem Sommer mit 12 Mannschaften von dannen geht, wird ab 2013 wieder völlig umgekrempelt sein, vor allem nach den Abgängen von Zugpferden wie SMU oder Houston (gehen in die Big East) und der Neuaufnahme von FIU (kommt aus der Sunbelt Conference).

Eastern Division

Um mit dem Titelverteidiger zu beginnen: Die Southern Mississippi Golden Eagles kommen aus einer bockstarken 12-2 Saison mit einem Kantersieg im Conference-Finale über die bis dahin unbesiegten Houston Cougars. Und was passiert nach solchen großartigen Saisons oftmals? Richtig: Ein Neubeginn, weil die sportliche Leitung abgeworben wird. So auch im Falle von Southern Miss, die den erfolgreichen Larry Fedora ersetzen müssen und dies mittels einer internen Lösung schafften: Für das Offensivgenie Fedora springt der alte, defensivorientierte Eddie Johnson ein.

Der neue OffCoord ist mit Rickey Bustle ein Mann, der auf grundsolides Laufspiel setzt – und das in einer Mannschaft, die sich über Jahre den Ruf als Luftmacht gemacht hatte! Beim vorhandenen Personal – eine bärenstarke O-Line, 4-5 erfahrene Running Backs, ca. sechs gleich starke Wide Receivers und starke Punter – ist ein leichter Strategiewandel aber vielleicht nichtmal das größte Übel, zumal der Rekord-QB Davis sein Studium beendet hat und ins Berufsleben eingestiegen ist.

Die kleinen Fragezeichen reichten schon aus, um die University of Central Florida Knights zum Divisionsfavoriten zu küren, wenn diese denn nicht von der Bowl Season und damit auch vom Conference-Finale ausgeschlossen wären. UCF ist das Programm des umstrittenen und streitbaren Cheftrainers George O’Leary – und UCF ist wegen Recruiting-Vergehen bestraft.

Unter O’Leary zeichnet sich das Programm seit Jahren durch eine exzellente Defense aus. Im letzten Jahr erlebte UCF eine enttäuschende Saison mit 5-7, aber man vergesse nicht: Die Knights waren 0-6 (!) in Spielen mit einem Score Differenz.

Dabei hatte die Defense so manches Standhafigkeitsproblem in der Schlussphase von Spielen und dabei musste man auch noch eine QB-Kontroverse überstehen (der schwarze QB Godfrey wurde abgesägt und O’Leary daraufhin des Rassismus bezichtigt; Godfrey wird nun zum WR umgeschult). Nun ist mit QB Blake Bortles die Spielmacherposition wohl in trockenen Tüchern (der Blaine-Bruder Tyler Gabbert sollte keine Chance haben) und das Laufspiel um das Trio Harvey/Murray/Storm Johnson sollte zu den allerbesten gehören.

Wie gesagt: Eigentlich auf dem Papier der Favorit. Aber eben auch auf dem Papier und in der Praxis für diese Saison sportlich außer Konkurrenz mit von Partie.

Bestenfalls Außenseiterchancen werden den East Carolina Pirates, dem Zuschauerkrösus der Liga, gegeben. East Carolina spielt eine schöne, passlastige Offense (44 Pässe/Spiel) und setzt dabei weniger auf die 80yds-Bomben, sondern auf beständige kurze Raumgewinne mit Yards After Catch. Aufgrund der viel zu vielen verschenkten Bällen (35 Turnovers der Offense!) übersieht man bei der 2011er Saison dieser Mannschaft dabei zu leicht, dass die Defense immer besser aufgeigt.

Die Kandidaten für den Bodensatz beginnen dabei bei Marshall, wo letztes Jahr die Bowl Season erreicht wurde, aber das Team von Doc Holliday zu unerfahren sein soll. Die Probleme liegen völlig überraschend in der Offense, was für eine der ganz großen Innovationsschmieden für Angriffsfootball eigentlich eine Schande ist: Das Angriffsspiel beschränkt sich auf kilometerweise Laufspiel, um die Spiele bis ins Schlussviertel eng zu halten und dann auf knappe Siege zu hoffen.

Die UAB Blazers werden von ihrem eigenen staatlichen Universitätssystem kastriert und sollen sowohl eine grottenschlechte Defense, als auch einen disziplinlosen Kader besitzen. Und dann ist da noch unser aller Liebling, die Memphis Tigers, das furchtbarste an sportlichem Produkt, was der College Football in den letzten Jahren so produziert hat. Memphis hat einen neuen Head Coach, den jungen Justin Fuente (ehemals OffCoord bei TCU), der für eine schnelle Offense steht und mutiges PlayCalling steht. Die größere Problemzone waren zuletzt aber die zahnlose Defense, die sich überlaufen und überwerfen ließ, und das mangelnde Zuschauerinteresse (nur wenige tausend verirrten sich in die riesige Schüssel) – die Saison wird aber wichtig: Memphis ist als Markt attraktiv genug, dass man nächstes Jahr in die Big East wechselt, und da will man logischerweise ein sportlich halbwegs brauchbares Produkt anbieten.

Western Division

Sportlich die höherwertige Division dürfte der Westen mit drei Titelkandidaten sehen. Dabei sind die Houston Cougars nach einer blendenden 13-1 Saison nicht der größte Favorit. Zu viel Aderlass musste man einstecken (u.a. HC Sumlin zu Texas A&M, QB Keenum in das Berufsleben). Dabei ist die aktuelle Phase für die Coogs großartig: Man ist wieder wer und wird nächstes Jahr in die Big East Conference wechseln und man wird in absehbarer Zeit ein neues Stadion bauen. Heißt auch: Der Job ist für Sumlin-Nachfolger Tony Levine ein sehr verantwortungsvoller, denn zu sehr sportlich absaufen darf man nicht. QB David Piland hat bereits exzellente Ansätze gezeigt und der RB Charles Sims gehört zu den vielseitigsten überhaupt, aber die Fragezeichen stecken in der Defense, die sehr viel (zu viel?) no risk, no reward spielt und deren Umstellung auf 4-3 für viel Kritik sorgt, weil man das Personal für ungeeignet dafür hält.

Könnte also für die Tulsa Golden Hurricane eine prädestinierte Situation sein: Tulsa spielt eine schnelle, explosive Offense und besitzt eine sich rasant verbessernde Defense und darf einen eher einfachen Schedule spielen. Der fulminante QB Kinne ist zwar weg, aber Nachfolger Cody Green soll ein fast ebenso guter Scrambler sein und mittlerweile hat man ausreichend Vertrauen in HC Bill Blankenship, dass man nicht mehr von vercoachten Spielen ausgeht.

Dritter im Bunde: Die SMU Mustangs von der Southern Methodist University aus einer Enklave in Dallas. Dabei reicht den Kennern des College Football meist ein Wort (okay, zwei): June Jones. Der Mann ist der Head Coach und steht seit einer unglaublichen Zeit bei Hawaii synonym für Erfolg. Jones wäre im Winter um ein Haar gen Arizona State verschwunden, blieb dann aber trotzdem und wie gut sein Standing bei SMU ist, sieht man daran, dass sich niemand hinterher über Jones’ kurzzeitige Abwanderungsgedanken beschwerte.

SMU soll – ungewöhnlich für Jones – heuer einige Probleme in der Offense haben. Der neue QB ist Garrett Gilbert, der von einer enttäuschenden Zeit bei Texas rübertransferiert ist, und den kompletten Frühling durchgepaukt haben soll, um spielberechtigt zu sein (andere Quellen sprechen von „27h Vorlesung besucht“ für „durchgepaukt“). Das noch größere Fragezeichen stellen die extrem rundumerneuerte Offensive Line und der rekonvalenszente RB Zach Line.

Der Rest der Conference ist Schlachtfutter. UTEP ist nie unterirdisch schlecht, aber selten gut genug, um die Mittelklasse im College Football konstant schlagen zu können. Die Rice Owls aus Houston gehören auf akademischen Level zur absoluten Spitzenklasse, werden im Football aber durch eine beständig fürchterliche Defense gehandicappt. Die Tulane Green Wave warten mit einem Namen als Superstar auf: RB Orleans Darwka (!!!) ist der Schlüsselspieler in einer recht NFL-ähnlichen Offense; „NFL-ähnlich“ ist kein Zufall, nachdem der neue Cheftrainer mit Curtis Johnson ein ehemaliger New Orleans Saint ist. Johnson ist auch der Grund, weshalb die Stimmung auf dem Campus trotz langjähriger Misere gut ist: Die Leute freuen sich auf die Saison. Man hofft, dass der schwierige Saisonstart das nicht mit Niederlagenserie in den Boden reißt.

Glaskugel 2012: Cincinnati Bengals

 

Die Quote für einen Super-Bowl-Sieg der Cincinnati Bengals liegt derzeit bei 41,00. Wenn man vor der Saison nur zum Spaß mal einen Zehner setzen will, gibt es keine bessere Wette. Nach dem Preseason-Spiel gegen die Falcons bin ich mir sicher, daß diese Bengals ein Playoff-Team sind. Man sieht in Preseason-Spielen ja nicht viel, aber in diesem Spiel und auch schon in den zwei Serien vorher gegen die Jets war deutlich zu erkennen, daß Andy Dalton offensichtlich in einen Eimer voller Selbstvertrauen und Toughness gefallen ist; daß A.J. Green nicht mehr ein junger College-Star, der sich bei den Großen versucht und dabei ganz gut aussieht, sondern (jetzt schon) ein echter Nr.1 WR; und daß die Defense eine der besten ligaweit sein wird: hochtalentierte und ambitionierte junge Wilde, beeindruckende Tiefe auf allen Positionen und ein erstklassiger Defensive Coordinator in Mike Zimmer.

In der letzten Saison haben die Bengals einen Neustart um die Rookies Dalton und Green versucht und dabei sogar die Playoffs erreicht. Das war einerseits ein wenig glücklich, da alle sieben Spiele gegen Playoff-Mannschaften verloren wurden. Andererseits hatten die Bengals selber recht viele Turnovers (nur vier Spiele ohne TO) und in der Defense kaum Bälle erobert. Das Pendel sollte 2012 in die andere Richtung ausschlagen, da 1) der neue RB Ben-Jarvus Green-Ellis niemals fumblet und 2) die Defense stärker sein wird und aller Voraussicht nach auch die regression to the mean zuschlagen wird.

Ebenso vorteilhaft sollte der Schedule sein: nach der Monday-Night-Eröffnung in Baltimore spielt Cincinnati gegen Cleveland, Washington, Jacksonville, Miami und wieder Cleveland. (Wo kann ich auf einen 6-0-Start wetten?) Nach einem Sunday Night Game gegen Pittsburgh und der Bye-Week sind vier der folgenden fünf Spiele gegen die mittelmäßige AFC West. Wer soll die Bengals auf dem Weg in die Playoffs stoppen?

Aber genauer: warum der Optimismus?

Defense Bengals

Cincinnati hat eine sehr tief besetzte Defense mit vielen jungen Spielern. Das geht schon in der Defensive Line los – wie es das gute alte Lehrbuch verlangt. DE Carlos Dunlap, der aussieht wie Jason Pierre-Paul, aber ein bißchen länger in seiner Entwicklung gebraucht hat, war eh schon stark und sollte in seiner vierten Saison endgültig ein breakout year haben, nachdem er schon 2011 kaum einen Vergleich in der AFC zu fürchten brauchte. Noch besser sollte DT Geno Atkins sein. Atkins ist einer der besten Pass Rusher, die man in der Mitte einer Linie finden kann. Neben Atkins stehen mit Domata Peko und Pat Sims zwei zuverlässige und solide Ergänzungen. Weil DC Mike Zimmer niemals genügend Linemen sein eigen nennen kann, hat man dieses Jahr in den Runden zwei und drei mit Devon Still und Brandon Thompson noch weiter nachgerüstet. Als Defensive Ends stehen neben dem 2,00m-Mann Dunlap Michael Johnson (2,02m) und Jamaal Anderson (1,98m). Der älteste aller bis jetzt genannten ist Peko mit jugendlichen 27 Lenzen.

Das LB-Corps wird angeführt vom ehemaligen 1st-rd pick Ray Maualuga. Maualuga ist keine Weltklasse, aber hinter dieser Linie reicht auch ein solider, aber energiegeladener Typ wie er. Daneben stehen Thomas Howard, einer der besseren Verteidiger in Zone Coverages und und Manny Lawson, gut gegen den Lauf und mit seinem 1,95m-Körper auch wild auf Quarterbacks.

Schedule

Wk1 @ BAL (MNF)
Wk2 V CLE
Wk3 @ WAS
Wk4 @ JAX
Wk5 v MIA
Wk6 @ CLE
Wk7 v PIT (SNF)
Wk8 BYE
Wk9 v DEN
Wk10 v NYG
Wk11 @ KC
Wk12 v OAK
Wk13 @ SD
Wk14 v DAL
Wk15 @ PHI (TNF)
Wk16 @ PIT
Wk17 v BAL

Die Cornerbacks werden angeführt von Leon Hall. Der erfahrene und doch erst 27 Jahre alte Hall hat letztes Jahr schon so gut gespielt, daß man Jonathan Joseph fast gar nicht mehr vermißt hat. Auf der anderen Seite steht Nate Clements. Einstmals mit dem größten CB-Vertrag aller Zeiten in San Francisco gesegnet, hat er sich nunmehr in seinem 33. Lebensjahr mit der Rolle als sichere Bank zufrieden gegeben – füllt diese aber auch gut aus.

Weil Mr Adam Jones, genannt Pacman, daneben zwar immer noch unglaublich talentiert ist, aber mit diesem Talent gerne Roulette spielt, hat man einerseits mit Terrence Newman einen alten Liebling von Zimmer verpflichtet und andererseits mit Dre Kirkpatrick den Pfeiler von Alabamas Meisterschafts-Secondary in der ersten Runde gedraftet. Newman sah erstaunlich gut aus in den ersten beiden Spielen. Er könnte einer dieser Spieler sein, die mit einer neuen Herausforderung und einem Coaching Staff, bei dem man sich richtig wohlfühlt, noch mal durchstarten. Newman kam aus Dallas, wo er in den letzten Jahren von Fans und Trainern madig gemacht wurde (durchaus zu Recht), aber Zimmer, sein ehemaliger DC bei den Cowboys, hält ganz große Stücke auf ihn und meint zu wissen, wie man ihn einsetzen muß. Kirkpatrick vertreibt sich derzeit die Tage noch lieber mit Ärzten und Masseusen, aber wenn er wieder fit ist, hat Cincy einen starken und vier gute CBs. Mehr als fast alle anderen Teams.

Dünn sieht es nur bei den Safeties aus. Reggie Nelson ist gesetzt. Bei Nelson denke ich immer an „Oh-sorry-das-war-ja-mein-Mann-der-da-gerade-wegläuft“-Plays, aber Leute wie Andy Benoit oder PFF halten ihn für ganz solide. Daneben spielt dann wahrscheinlich Taylor Mays. Den physischen Voraussetzungen nach der beste Safety der Liga; aber wenn man ihn spielen sieht denkt man manchmal, der hat vorgestern das erste Mal auf einem Footballplatz gestanden. Eine Wildcard hat hier noch Rookie George Iloka, der bei Boise State für großes Aufsehen gesorgt hat, aber im Camp und in den Spielen ist er bis jetzt noch nicht sonderlich in Erscheinung getreten.

Offense Bengals

Nach der enttäuschenden Saison 2010 mit nur vier Siegen, sollte der Umbruch her. QB Carson Palmer und WR Chad Ochocinco spielten keine Rolle mehr in den Planungen und wurden in der Draft 2011 durch die 1st- und 2-nd round picks A.J. Green und Andy Dalton ersetzt. Außerdem wurde Jay „ja, der Bruder von Jon“ Gruden als Offensive Coordinator verpflichtet. Es sollte eigentlich nur ein Übergangsjahr werden, aber dann hat die Defense getragen und die Dalton-Green-Offense hat ganz solide gespielt und nichts kaputt gemacht. Dalton ist klein und schmächtig und ihm fehlt auch der ganz große Arm, aber er macht es weg durch gutes decision making und akkuraten Pässen, wenn er nicht gerade quer zur gegenüberliegenden Seitenlinie werfen muß. Gruden hat ihm auch eine recht simple, aber einigermaßen effektive Offense geschneidert, die ihn nicht überfordert. Nun traut er ihm etwas mehr zu und Dalton stand in den Preseason Games mit einer fast schon arroganten Coolness in der Pocket und hat sich von 300 Pfund Mensch in seinem Gesichtsgitter gar nicht weiter irritieren lassen.  Pocket awareness ist eine der wichtigsten Eigenschaften für einen QB, aber man kann es auch übertreiben – dann steckt man zu viele harte Hits ein und risikiert Ballverluste. Wir haben also einen jungen, talentierten QB mit Schwächen, die sein OC überdecken hilft und der sich in der Offseason merklich weiterentwickelt hat. Wenn er jetzt auch noch einen 1,92m Hünen mit sicheren Händen hätte auf den er sich immer verlassen kann…

…enter A.J. Green. Gepriesen als eines der größten WR-Talente der letzten Jahre, konnte er die hohen Erwartungen mit mehr 1000 Receiving Yards tatsächlich erfüllen – und er hat noch viel Raum nach oben. Problematisch wird es nur hinter Green. Jerome Simpson ist jetzt in Minnesota und im Kader ist nur noch Mittelmaß à la Brandon Tate und Andrew Hawkins.  Angeblich ist man mit 2nd-year man Armon Binns hochzufrieden und hält auch ganz große Stücke auf Rookie Mohamed Sanu.

Komplettiert wird Daltons Spielzeugkiste von TE Jermaine Gresham. Mit seinen 1,95m ist Gresham auch einer dieser „neuen“ Tight Ends und hat mit seinen erst 24 Jahren auch noch massig Entwicklungspotential. Daneben stehen dann noch der erfahrene Donald Lee und der Rookie Orson Charles.

Geschützt wird das Paßspiel auf den äußeren Positionen von LT Andre Whitworth und RT Andre Smith. Smith war mal 6th overall pick, bekam dann aber schnell das Bust-Label auf seinen übergewichtigen Wanst geknallt, während Whitworth wohl der unbekannteste Top-5-Tackle ist. Gemeinsam bilden sich eines der besten Tackle-Paare der Liga.  Den Center gibt der weder positiv noch negativ auffällige Kyle Cook. Die Guard-Positionen sollten aufgewertet werden und zumindest mit Rookie-RG Kevin Zeitler (WISCONSIN!) hat das auch geklappt. Links sollte FA Travelle Wharton spielen, der hat sich aber schon ins Lazarett verabschiedet. Der 23-jährige Clint Boling wird ihn wohl ersetzen.

Man steckt große Hoffnungen in Zeitler und Boling. Die Mitte der Linie war ein wenig das Sorgenkind der Bengals, da nur selten große Lücken für die RBs gerissen wurden. Wobei man auch zugeben muß, daß Cedric Benson schon lange nicht mehr der Fitteste war. Als jüngeres Upgrade kam The Law Firm Ben-Jarvus Green-Ellis von den Patriots. BJGE ist kein großer Brecher und auch nicht der Schnellste, aber er ist solide und ungemein sicher im Umgang mit dem Ball. Nach vier Jahren und mehr als 500 Touches in der NFL steht bei ihm immer noch kein Fumble im Resumee. Ein bißchen explosiver sollten Bernard Scott und Rookie Boom Herron sein.

Ausblick Bengals

Die Bengals sind kein Favorit auf den Super Bowl. Aber die Bengals sind ganz sicher eines der besseren Teams in der AFC. Ich würde sogar behaupten, daß Cincinnati in der AFC-North-Hackordnung an Baltimore vorbeigezogen ist. Die Verteidigung hat Top-5-Potential und durch die Tiefe auf beinahe allen Positionen sollten auch Verletzungen sie nicht allzuweit zurückwerfen.

Die Offense braucht den nächsten Schritt von Dalton nach vorne und ein gutes Laufspiel. Die Ingredenzien sind alle vorhanden und Zeit wirds, daß Cincy mal wieder zwei positive Saisonbilanzen in Folge hat. Das letzte Mal gab es das in den Jahren 1976 und ´77.