Oregon Ducks 2012/13 Preview

Die markanteste Mannschaft im College Football stellt seit Jahren die University of Oregon. „Markant“ sind die Oregon Ducks vor allem wegen ihrer sagenhaft schnellen Offense, die sie unter Head Coach Chip Kelly seit Jahren spielen. So atemberaubend schnell, dass die Playclock zwischen den Spielzügen selten auf die 20sek heruntertickt! Oregon ist ein Augenschmaus. Oregon ist atemberaubend. Und Oregon wird dank der Millionen von Nike-Gründer und Oregon-Abgänger Phil Knight vorerst ein höchst attraktiver Ort bleiben: Man kann Weltklasse-Facilities anbieten (auch über den Football hinaus – wie viele Male wurde während der Olympischen Spiele gesagt „Athlet xy findet beste Trainingsbedingungen in Eugene, Oregon vor“? Das ist die Heimat der Oregon Ducks.

Dass die Ducks sportlich im Football dabei bleiben, dafür sorgt Kellys besagte Spread-Laufoffense, die dazu tendiert, auf Abgänge sämtlicher Starter zu pfeifen und immer wieder großartige Punktzahlen produziert (2011 zum Beispiel 46.1pts/Spiel). Diesmal weg: QB Darron Thomas und der College-RB schlechthin, LaMichael James.

Ein Problem? Höchstwahrscheinlich nein, weil sich im Hintergrund die Supertalente auf die Füße steigen: QB Bryan Bennett hat einen wackeligen Arm, ist aber ein guter Scrambler, der wahrscheinlichere Starter ist jedoch mittlerweile überraschenderweise QB Marcus Mariota, ein viel, viel besserer Werfer als es Thomas je war. Bei den Running Backs ist die Auswahl zwischen dem spektakulären RB/WR/PR De’Anthony Thomas und RB Kenjon Barner, bei den Wide Receivers gibt es einen breit aufgestellten Haufen mit dem künftigen NFL-Pick Lavasier Tuinei an vorderster Front. Wie immer gilt bei Oregon: Die Offensive Line ist schmächtig und droht, spätestens gegen SEC-Kaliber übermannt zu werden.

Zum heimlichen Star dürfte aber mittlerweile die Defense herangereift sein, die über große Erfahrung verfügt und vor allem im Defensive Backfield hervorragend gegen den Pass arbeitet – nicht unentscheidend in einer Conference mit Quarterbacks wie USCs Matt Barkley oder den Pass-Fetis von Washington und Washington State. Und nicht unentscheidend auch, weil Oregon mit seiner Offense selten in Rückstand liegt – es wird also automatisch, auch von laufintensiveren Mannschaften öfters gegen Oregon geworden. Fragezeichen war über Jahre die Ausdauer, nachdem die Ducks-Defense aufgrund der pfeilschnellen Duck-Offense häufig auf dem Feld steht.

Und selbst diese Ausdauer wird in dieser Saison erst spät getestet werden. Der Schedule ist nämlich maximal lauwarm. Höhepunkt wird Anfang November das Auswärtsspiel bei USC, jenen Trojans, die Oregon letztes Jahr im Autzen Stadium knapp schlugen. Aber selbst bei einer Niederlage in Los Angeles gibt es vermutlich immer noch die Chance auf das „Rückspiel“ im Conference-Finale – dieses findet wohl im Stadion des Regular-Season-Duells statt.

Tipp: Die Ducks gewinnen die Pac-12 zum vierten Mal en suite.

8 Kommentare zu “Oregon Ducks 2012/13 Preview

  1. Sehr faszinierend ist bei der Oregon Offense, dass die Advanced Metrics nicht ganz vorne dabei sind. Bei Fremeau z.B. nur #7 (2009), #15 (2010!) und #10 (2011), das ist viel weiter unten als ich geglaubt hätte, denn auch ich liebe diese OFF und hätte gemeint, dass sie immer unter den Top 3 zu finden ist.

    Aber soll keine Kritik am Pre-view sein, der ist wie alle anderen super. College Football rockt und diese Pre-views auch!

  2. Yup. Die Ratings sind adjustiert nach SOS (Stärke des Spielplanes), und der spielt den Ducks in diesem Falle nicht in die Karten, weil die Ducks gegen zu wenige starke Defenses spielen. (Auf der anderen Seite ist die Ducks-Defense aufgrund des offensivstarken Schedule ganz obenauf: 2010 war man #3, 2011 war man #5 in Fremeaus Rankings)

    Was aber vielmehr zählt: Die Ducks erledigen ihre Gegner – seien es starke oder schwache – mit Stil. Souverän. Markant. Wiedererkennbar.

  3. Ich bin vor allem gespannt wie De’Anthony Thomas LaMichael James ersetzen wird. Wenn man den meisten „Experten“ glauben schenkt ist Thomas der bessere Athlet, hence sein Spitzname „Black Mamba“

  4. Denke man wird keinen Unterschied zwischen Black Mamba und James erkennen. Mariota gefällt mir mehr als Bennett (deutet sich schon im Spring Game an). Ich denke trotz der Abgänge, wird sich kaum etwas im Spiel ändern.
    Das faszinierende an Oregon ist, dass sie sowohl spektakuläre Lauf-, als auch Passspielzüge abrufen. Vorallem als Jeff Maehl noch da war. Die Hauen ein Ding nach dem anderen raus. Es wird wirklich NIE langweilig. Wenn ich mich richtig erinnere betrug die Durchschnittsdauer eines Drives 2.04 min für die Offense. In einzelnen Spielen sogar 36 Sekunden.

    Dazu noch diese Farben bzw. verchromte Helme (mehr „swag“ geht nicht), bei denen mir fast einer….Es ist einfach der wahnsinn, sich diese Spiele anzusehen. Die Fans, die CHEERLEADER und natürlich Puddles mit den unzähligen Liegestütz.
    Freue mich schon riesig.

    Put your O’s up!

  5. Der Unterschied wird in der Einsatzzeit sein. Thomas ist eine viel komplettere Waffe als LaMichael James (hatte in begrenzter Einsatzzeit z.B. 46 Catches im letzten Jahr, James als Vollzeit-Back nie mehr als 17 Catches/Saison), aber das letzte Jahr deutet darauf hin, dass er nicht der „Top-Back“ (im Sinne von kriegt die meisten Carries) sein wird.

    2011 wurde während James‘ Abwesenheit bevorzugt Kenjon Barner eingesetzt. Nachdem auch dieser hervorragende Stats einfährt (aber kein guter Ballfänger ist), tippe ich mal drauf, dass Oregon bevorzugt Barner die Arbeit machen lässt und Thomas dann als Joker reinkommt und die langen Runs und Touchdowns abstauben darf, aber nicht wie James das Arbeitstier gibt.

  6. Ich finde es eigentlich Schade, dass ein Spieler wie LaMichael James ein Star des Collegesports gewesen ist, beinahe die Heismantrophy gewonnen hat, nun in der NFL untergehen wird. Das ist zumindest mein Gefühl. Die 9ers haben mehrere „kleine“ schnelle backs bei sich, sodass es für James schwer sein dürfte, sich dort durchzusetzen. Lustig, wenn Jacobs direkt neben ihm steht…ein fetter Brocken gegen einen wendigen Hüpfer.

  7. Das ist der Lauf der Dinge. Wie viele Dutzend Super-Quarterbacks im College Football gehen in der NFL flöten, weil in der NFL eine andere Art von Wurfarm gefragt ist oder eine ganz andere Körpergröße (Kellen Moore, Case Keenum sind da nur die jüngsten Beispiele, aber man denke auch an all die wuselnden Scrambler oder die vielen Brad Smiths) oder, oder, oder. In der NFL wird nunmal eine andere Art Football gespielt, auch wenn sich die beiden „Ligen“ (zumindest die Spitze des College Football und die NFL) immer ähnlicher werden.

    Es ist ja eine Faszination des College Football, dass alle 2-3 Jahre neue Spieler auftauchen, die dann schnell wieder verschwinden oder in fünf Jahren plötzlich in der CFL irgendwo wieder auftauchen und für das Aha-Erlebnis sorgen. Falls LaMichael James da eine Ausnahme ist, fein. Wenn nicht, teilt er das Schicksal mit etlichen anderen Running Backs. Wer kennt schon Jeremiah Johnson? Der hat vor 4-5 Jahren auch bei Oregon alles in Grund und Boden gelaufen und für etliche schöne Stunden gesorgt. Dito ein Evan Royster bei Penn State. Meine Datenbank ist voll mit Einträgen über Evan Royster. Bis hinein in die Rose Bowl. Drei Jahre später schon ist Evan Royster komplett vergessen. Was ist mit Ryan Williams? Was mit Johnny Clay? Toby Gerhart, der famose Stanford-Back? Ian Johnson? Das sind nur Beispiel aus den letzten fünf, sechs Jahren. Alles super-dominante Running Backs am College, die maximal NFL-Freak-Fans kennen.

  8. Pingback: College Football 2012, Week 1, Tag 3: Das Eierwerfen geht richtig los | Sideline Reporter

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