Pac-12 Conference vor der Saison 2012/13: Die Northern Division

Nach dem sonnigen Süden nun in den nasskalten Norden der Pac-12 Conference, an die Bucht um San Francisco, und in die regnerischen Wälder Oregons und Washingtons. Es ist die Division des Nordwestens der Vereinigten Staaten, dort, wo die Stadien zwar keine 100.000 fassen, aber das Publikum in den zumeist schnuckeligen Arenen frenetisch wie in nicht jeder SEC-Arena aufgeigt.

Den Divisionsfavoriten kennen wird bereits: Oregon hatte ich einen eigenen Eintrag spendiert. Wenden wir uns der Konkurrenz zu. Den Stanford Cardinal zum Beispiel, die nach dem Abgang von QB Andrew Luck kein Trübsal blasen, weil man – ungewöhnlich für diese akademische Elite-Uni – plötzlich gut aufgestellt ist: Head Coach David Shaw hat für Stanford-Verhältnisse (exzellente Athleten sind schwer zu bekommen, weil Stanford noch Wert auf den „Student“ in Student Athlete legt) sensationell rekrutiert und die landesweit fünftbeste Klasse 2012 eingefahren. Shaw wirbt mit der Herausforderung: Spielen und pauken – nur die absolut Besten kommen da durch und sind gemacht fürs Leben.

Die Fragezeichen gibt es in der Offense, wo der RB Stepfan Taylor (kein Schreibfehler) den jungen QB Brett Nottingham (edit: Luck-Nachfolger scheint Josh Nunes geworden zu sein) tragen muss. Die Defense baut auf Physis und ihre herausragende Front-Seven, die zu den druckvollsten gehört, was Sacks angeht und Laufspiel meist komplett abwürgt. Könnte trotzdem eine happige Saison werden, mit USC, @Notre Dame und @Oregon im Spielplan.

Die Chance für die California Golden Bears (auch: Cal)? Nach Jahren der Stagnation ist in Berkeley plötzlich so was wie Euphorie zu spüren, was an der Combo QB Zac Maynard/WR Keenan Allen liegen mag. Oder am sanierten Heimstadion. Oder am sehr, sehr starken Defensive Backfield. Man hält sogar 9-3 für nicht ausgeschlossen.

Auch die Washington Huskies sind recht enthusiastisch, trotz der verheerenden Defense. Head Coach Steve Sarkisian hat nach Jahren am Boden (u.a. 0-12 im Jahr 2008) ansehnliche Aufbauarbeit geleistet und kann auf eine starke Offense vertrauen: QB Keith Price besitzt einen NFL-kompatiblen Arm, besser als es Jake Locker je war, und obwohl mit RB Polk und WR Kearse die besten Skill Player in die NFL gegangen sind, gibt es dahinter gute Nachrücker. Sehr gespannt bin ich auf die Defense, die kaum Druck zustande bringt (welch Wunder, wenn ein Defensive End wie Shirley keine 100kg auf die Waage bringt!), aber in der Secondary große Talente besitzt. Der Safety Shaq Thompson ist z.B. ein unglaublich gehypter Freshman. Washington wird sich dennoch schwer tun, in den Top-25 zu bleiben, weil der Schedule sich gewaschen hat: @LSU (8.9.), Stanford (27.9.), @Oregon (6.10.), USC (13.10.) in der ersten Saisonhälfte!

Die Huskies sind aber weiter als der innerstaatliche Rivale Washington State. Die Coogs kommen dafür mit viel Boohay um ihren neuen Head Coach Mike Leach daher, der vor zweieinhalb Jahren unter mysteriösen Umständen bei Texas Tech gefeuert worden war. Mike Leach, das ist nicht irgendwer. Mike Leach, das ist der vielleicht wichtigste Vordenker der unglaublich passlastigen „Air Raid“-Offense – die Texas-Tech-QBs pulverisierten unter Leach die Passrekorde gleich serienweise.

Die Zauberformel lautet: Creating space, using space. Die zirka einhundertdreiundfünfzig Wide Receivers an der Anspiellinie kreuzen sofort ihre Routen, und innerhalb von nullkommasieben Sekunden (oder so) muss der Quarterback geworfen haben. Es braucht keinen QB mit Staffords Raketenarm. Es braucht nur einen kurzentschlossenen, blassen Werfer. Einen wie QB Connor Halliday, der bei Washington State heuer starten soll. Es braucht aber auch eine halbwegs vorzeigbare Offensive Line – und genau daran wird der Angriff in Leachs erstem Jahr scheitern. Von der Defense ist nicht viel zu erwarten, höchstens, dass die erneuerte Front Seven ein bisschen Terz machen kann.

Bleibt das Mauerblümchen, die Oregon State Beavers vom beliebten, aber langsam unter Druck geratenden Head Coach Mike Riley. Oregon State war zu Beginn „meiner“ College-Football-Zeit (iss nicht soooo lange her) ein mit Ehrfurcht vernommenes Programm, kommt aber seit drei Jahren nicht mehr aus dem Loch. Verletzungsprobleme. Auswärtsschwäche. Ein QB Sean Mannion, der hinter einer wackeligen Protection immer wieder kurz vor dem Durchbruch ein Spiel mit 4 INTs einstreut. 2011 verlor man glatt auch noch gegen ein Team aus der FCS, was heuer nicht passieren darf, außer Riley will unbedingt in Rente gehen.

Summa summarum: Eine durchaus bärenstarke Division, die die Pac-12 da im Norden mittlerweile aufgestellt hat. Kein Vergleich zu dem, was wir heute Vormittag aus dem Süden kennen gelernt haben. Durchaus nicht ausgeschlossen, dass fünf Teams aus dem Norden die Bowl Season erreichen.

4 Kommentare zu “Pac-12 Conference vor der Saison 2012/13: Die Northern Division

  1. Pingback: College Football 2012, Week 1, Tag 1: Lasset die Eier fliegen | Sideline Reporter

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