College-Football-Nachmittag mit Notre Dame und der US-Navy

Info: Liveblog zu Notre Dame – Navy nach dem Sprung, weil ich den Preview-Eintrag nicht zu weit nach unten rutschen lassen möchte.

Der Vollständigkeit halber: Endstand Notre Dame 50, Navy 10. Hat knappere Spiele gegeben.

Kurz noch in eigener Sache: Es geht gleich mit Penn State – Ohio weiter, aber ich werde vorerst nicht live bloggen, da ich noch nicht weiß, ob ich nachher noch auf einem Fest aushelfen muss.

[17h53] Damit dürften wir alles Nennenswerte und Wichtigste für den Ausblick auf die Zukunft gesehen haben. Kurze Zusammenfassung:

  • Notre Dame besitzt da zwei sehr aufregende Running Backs. RB Theo Riddick, unser umgeschulter Wide Receiver, ist brutal agil und hat hasenartige Richtungswechsel drauf. RB George Atkinson III ist eher der Sprinter, der über den Speed kommt. Gutes, grundsolides Duo, an dem man sich im College Football aufrichten kann, wenn der Quarterback mal nicht auf der Höhe ist.
  • QB Everett Golson hat gute Ansätze gezeigt; nicht immer mit dem präzisesten Wurfarm unter der Sonne, aber zumindest heute ließ in Brian Kelly nicht so oft tief gehen. Kurze, schnelle Pässe hat Golson drauf, und er hat mit TE Eifert und TE Niklas zwei mächtige Waffen dafür. Wir werden sehen, wie sich das mit den eher wenig berauschenden Wide Receivers entwickeln wird.
  • Die Navy kriegt keine Triple-Option durchgedrückt, solange sie in der Mitte der Offensive Line weiterhin so übermannt wird – oder liegt es wirklich nur am Abgang von FB Teich? Die druckvolle Front-7 der Fighting Irish sowie die erneuerte O-Line ließen mich eher zu einem anderen Schluss verleiten. Abwarten, ob auch gegen schwächere Gegner nur 3.0yds/Carry rausschauen.

Drittes Viertel

[17h44] Noch nicht mal das Schlussviertel und der letzte Sargnagel ist eingeschlagen. INT gegen Miller, jetzt „droht“ Backup-Time. Irgendwo auch schade, dass ein viel gehyptes Europaspiel so einseitig abläuft. Aber wenn eine Navy 18x (!) schon nach 45 Spielminuten werfen musste, halt eben auch kein Wunder.

[17h40] Via Football-Austria: Erste Fotos aus dem Aviva Stadium sind hochgeladen.

[17h36] Next TD Fighting Irish, diesmal wieder RB Riddick und diesmal auch wieder mit P.A.T. Notre Dame 40, Navy 10.

[17h20] Notre Dame 33, Navy 10/3rd 8:42. Mehr oder weniger reibungsloser Drive von Notre Dame, u.a. auch weil die Navy unsauber tackelt. Schlüsselspielzug war ein 29yds-Pass für ich glaube TE Troy Niklas (kenne zumindest keinen anderen, der zirka zweieinhalb Meter groß sein könnte) auf einer Drag-Route. RB Atkinson kann mehr oder minder unberührt aus 3yds in die Endzone traben. Der Wermutstropfen: Wieder geht der P.A.T. schief, diesmal, weil sie den Snap nicht unter Kontrolle bekommen.

[17h06] Notre Dame 27, Navy 10/3rd 14:03. Zack, zack, zack und plötzlich sind die passgewaltigen Navy Midshipmen zum Start der zweiten Halbzeit in drei Plays 75yds in die EndZone marschiert. Der deep threat ist wieder Shawn Lynch, der schon in der ersten Halbzeit diesen 41yds-Pass gefangen hatte.

Halbzeit

[16h33] Notre Dame 27, Navy 3.

Halbzeit in Dublin und es ist trotz des letzten Big Plays der Navy (für Shawn Lynch) ein Klassenunterschied zwischen beiden Teams. Nicht mal so sehr, weil die Navy recht schlampig spielt (machte 2-3 dümmere Fehler), sondern weil sie generell kein Land sehen. Das ist nicht die gewohnte Triple-Option-Offense, die wir gewohnt sind. Ich stimme Danielson da zu: Das Fullback-Element fehlt komplett. Ich würde es anders als Danielson aber nicht mal so sehr am abgegangenen FB Alexander Teich festmachen, sondern generell an der hoffnungslosen Unterlegenheit der „interioren“ Offensive Line gegen Notre Dames Front-7.

Notre Dame  232yds 7.7yds/Play über 30 Spielzüge.
Navy        197yds 5.3yds/Play über 37 Spielzüge.

Fraglich bleibt auch, wie es mit dem angeschlagenen QB Trey Miller weitergeht.

[16h28] Notre Dame 27, Navy 0/2nd 2:12. Ein Facemask-Penalty bei einem Sack gegen QB Miller bringt der Navy zwar eine neue Chance, aber bei just jener Aktion verletzte sich Miller am Knöchel und humpelt nur noch herum. Als mal wieder die Pocket kollabiert, verliert der immobile Miller den Ball, der zum TD returniert wird (von Tuitt).

[16h10] Die Navy zuckt noch. Nach einem eigenen Fumble/Turnover aufgrund einer schlampigen Ballübergabe an den Fullback fängt die Secondary einen unachtsamen Ball von Notre Dames Quarterback Golson an der Goal Line ab. File it under „passiert, wenn ein junger Quarterback glaubt, den Autopilot anschalten zu können“.

[16h02] Notre Dame 20, Navy 0/2nd 11:20. Das ist mehr als ein reiner Geschwindigkeitsunterschied, das ist ein Klassenunterschied, wenn ich mir den 1.95m-Bolzen TE Tyler Eifert gegen die kleinen Defensive Backs anschaue. Notre Dame läuft drüber, Notre Dame wirft drüber und versucht an der Goal Line erst gar nichts raffiniertes. „Jump-Ball“ für Eifert und fertig ist das, was schon wie frühe Vorentscheidung riecht.

Ich meine: 3 Drives für 75yds, 70yds und 80yds, 3 TD.

Erstes Viertel

[15h46] Zum Ende des ersten Viertels ist auch der zweite Drive der Navy abgewürgt. Die Kadetten sehen kein Land gegen die Front-7 von Notre Dame, und weil die wenigen Geschenke der Defense mit ungenauen Pitches und Würfen sowie Drops ungenutzt bleiben, sieht das schon früh sehr düster für die Navy aus.

[15h38] Notre Dame 13, Navy 0/1st 3:02. RB George Atkinson kriegt einen guten Block, dreht ab in die freie Zone und zündet den Nachbrenner. Kommt keiner mehr nach, und Notre Dame führt mit zwei Touchdowns nach dem 56yds-Lauf.

[15h33] Es deutet sich jetzt schon an, dass die Navy in der Offensive Line Probleme mit der druckvollen Irish-Defense bekommen wird. Vor allem die Defensive Ends und ILB Manti T’eo dominieren die Blocker nach Belieben.

[15h23] Notre Dame 6, Navy 0/1st 9:12. Sehr smoother Eröffnungsdrive von Notre Dame, die bevorzugt auf schnelle, einfache Pässe für den neuen QB Everett Golson setzen und das Laufspiel dem RB Theo Riddick in die Hand drücken, der dann auch zum TD abstaubte. Ich gebe zu, ich kannte Riddick nicht. Laut Danielson soll es ein kurzfristig umgeschulter Wide Receiver sein – den ersten Eindrücken nach eine gute Idee von Brian Kelly. Riddick schaut sehr agil, sehr wendig aus und weiß auch, welche Laufwege ein Running Back einschlagen muss.

[15h04] ALARM! Verne Lundqvist und Gary Danielson kommentieren. Too bad, dass hier keine SEC am Werkeln ist.

[15h03] Von meinem letzten Dublin-Besuch habe ich das neue Aviva-Stadion übrigens noch in ganz imposanter Erinnerung. Fantastische Architektur.

[14h55] Walter Reiterer und Konsorten/Football-Austria.com tickern übrigens live aus dem Stadion mit und betten auch entsprechend Fotomaterial mit ein.

[14h31] Grüß Gott. Habe gerade mit einem in Dublin arbeitenden Kollegen geskypt: Sollen angeblich 30.000 bis 50.000 Footballfans die Straßen heute Mittag gesäumt haben (Angaben mit Vorsicht zu genießen, der Mann hat keine Ahnung vom Football). Via Twitter lassen sich derweil die Lobpreisungen auf das neue Aviva-Nationalstadion der Iren ablesen. In rund einer Viertelstunde soll es losgehen.

College Football 2012, Week 1, Tag 3: Das Eierwerfen geht richtig los

Heute ist der erste „Großkampftag“ der diesjährigen Saison im College Football – und ESPN America bringt angemessenes Programm.

Notre Dame Fighting Irish – Navy Midshipmen

Heute, 15h LIVE bei ESPN America

…und das live aus dem neuen Aviva Stadium in Dublin. Irland… ich werd’ sentimental. Die Weiden. Die Klippen. Die Leute. Das Bier. Ich möchte bitte als Ire wiedergeboren werden.

Nicht zum ersten Mal übrigens gibt es College Football in Irland: Schon vor über 20 Jahren wurden Versuche gestartet, nach Übersee ausgewanderte Iren mit diesem „Trick“ mal wieder zu einer Heimreise zu animieren (u.a. mit dem Boston College). Auch Notre Dame spielte vor 16 Jahren schon mal in Irland gegen die Navy, im Croke Park, vor halbleerem Stadion. Nun also die Neuauflage unter dem Label „Emerald Isle Classic“.

Bei den Notre Dame Fighting Irish kommt natürlich sofort die Frage nach dem Hintergrund des Teamnamens auf. Anders als ich immer vermutet hatte, lief das Footballteam erst ab zirka 1920 herum unter diesem Namen auf – vorher war man unter diversen Bezeichnungen unterwegs gewesen, zur Zeit, als der legendäre Knut Rockne („Football is a game played with arms, legs and shoulders, but mostly from the neck up.“) dort coachte. Die Legenden ob des Ursprungs des Namens sind breit gestreut: Von einem irischen Terrier an der Seitenlinie über Schmährufe der Gegner über Abstammung von Universitätspräsidenten hin bis zur Assoziation von irischen Tugenden mit dem Kampfstil des Notre Damer Footballteams – die blanke Antithese zum Credo Rocknes übrigens – ist alles dabei.

Dabei hatte ich stets unerschütterlich an die Verbindung der sehr römisch-katholisch geprägten Republik Irland mit der landesweit als Katholikenschule bekannten University of Notre Dame geglaubt. Ein Irrglaube.

Sei’s drum. Vorschau zum sportlichen Teil der Veranstaltung für die nicht an Klickfaulheit Erkrankten und Neugierigen gibt es nebenan in der Sideline.

Penn State Nittany Lions – Ohio Bobcats

Heute, 18h LIVE bei ESPN America

Sideline

Penn State.
Ohio.

Fast zehn Monate nach Auffliegen des Sandusky-Skandals und runde siebeneinhalb Monate nach dem Tod von Joe Paterno werden die Pennsylvania State Nittany Lions zum ersten Mal seit 1965 eine Saison ohne einen Head Coach Paterno beginnen. Die möglicherweise nicht allzu lange „Ära“ Bill O’Briens beginnt auch offiziell, und sie beginnt unter keinem guten Stern: Den massiven NCAA-Strafen folgte im August ein Exodus vieler Leistungsträger, und es werden ein paar dürre Jahre in State College aufziehen.

Das Beaver Stadium wird übrigens mit 108.000 Zuschauern ausverkauft sein. Man hat schon erste Stimmen vernommen, dass das Tailgating dieses Jahr noch intensiver sein wird, weil die Spiele danach aufgrund eben jener Abgänge und der eh schon schwach besetzten Offense zu eher zähen Angelegenheiten zu verkommen drohen. Und ich meine auch gelesen zu haben, dass ein berühmter Fighting Song aus dem Programm genommen wurde.

Sportlich gespannter bin ich heute auf die Ohio Bobcats aus der kleinen MAC, denen einige eine fantastische Saison zutrauen und die möglicherweise hier nicht der große Außenseiter sind, den die Teamnamen suggerieren würden.

Nebraska Cornhuskers – Southern Miss Golden Eagles

Heute, 21h30 LIVE bei ESPN America

Nächstes Heimspiel in einer zumeist fantastischen Heimatmosphäre. Aus Omaha/Nebraska dringen immer wieder hymnische Gesänge auf die Fans durch und man erzählte mir, dass sich mal bei einem Heimspiel gegen Texas zu den 85.000 im Stadion noch mal 80.000 auf den Parkplätzen und Straßen um die Arena herum säumten – Zustände, die kriegt man hierzulande kaum beim EM-Halbfinale auf die Beine. In Omaha offenbar nah am Normalzustand.

Sportlich halte ich die Partie für ein Mismatch. Southern Miss hat seine Abwehr-Stärken eindeutig im Defensive Backfield. Dumm, dass Nebraska fast nie wirft, und immer mit dem Doppelkopfmonster QB Martinez/RB Burkhead daherrollt. Auf der anderen Seite darf man gespannt sein, wie die in den letzten zwei, drei Jahren doch arg dezimierte Husker-Defense heuer ausschauen, und heute getestet, wird.

Nebraska ist in den Wettbüros mit 20 Punkten favorisiert.

Michigan Wolverines – Alabama Crimson Tide

Heute Nacht, 02h00 LIVE bei ESPN America
Tape morgen 13h

Sideline

Michigan.
Alabama.

Das Spiel des Wochenendes, auf neutralem Boden live aus dem Cowboys Stadium nahe Dallas. Für Michigan ist es nur das erste von mehreren beinharten Begegnungen, weswegen viele den Wolverines heuer trotz gut ausschauendem Kader noch nicht den Schritt ganz nach oben in die Nähe der BCS-Trophäe zutrauen. Alabama hat aber einen nicht minder heftigen Schedule, kann sich mit hoher Wahrscheinlichkeit auch keine Niederlage leisten, wenn sie den Landesmeistertitel verteidigen wollen.

In der Vergangenheit zeigte sich bei direkten Duellen SEC vs. Big Ten häufig ein eklatanter Geschwindigkeitsunterschied zwischen den Kontrahenten. Während die Boliden aus der Big Ten zwar auch physisch gebaut sind, walzen die SEC-Dampfer gerne komplett drüber und entkräften den Gegner damit schrittweise. In den letzten beiden Jahren würgte Alabama zum Beispiel in der Regular Season komplett die Penn State Nittany Lions ab, und auch das komplett aus dem Ruder gelaufene Bowlspiel gegen Michigan State – auch keine Gurkentruppe – vor zwei Jahren (49-7 Sieg nach sieben Touchdowns in Serie) ist noch ganz tief im Gedächtnis verankert.

Wird für den pfeilschnellen QB Denard Robinson die vermutlich härteste Prüfung seiner bisherigen Karriere. Wenn eine Defense Robinson mit ihrem Speed Paroli bieten kann, ist es jene von Nick Saban. Und: Michigan hat seinen #1-RB Fitzgerald Touissant suspendiert.

Oregon Ducks – Arkansas State Red Wolves

Heute Nacht, 05h LIVE bei ESPN America

Zwei Stichworte dürften eigentlich genügen: Oregons Offense ist am Werkeln und bei Arkansas State gibt Offensivgenie Gus Malzahn sein Debüt. Dürfte sportlich eine eindeutige Sache werden, aber diese beiden Faktoren reichen aus, um das Spiel reinzuziehen. Und natürlich die neuen Trikots der Oregon Ducks – erstmals getragen für die Rose Bowl im Jänner und nun offenbar öfters zum Einsatz gekommen (hoffentlich auch die Helme). Oregon Ducks und ihre Trikots: Der einzige neumodische Kitsch, der wirklich gefällt.

ESPNA-Tapes von heute und morgen: Auftakt zum Labour Day-Weekend

Um 11h30 kommt CFL-Football mit Montreal – BC Lions, das Duell der beiden Divisionsführenden in Ost und West zum Auftakt des soganannten Labour Day Classic-Weekends, wenn stets die Rivals gegeneinander angesetzt werden. Montreals Hauptrivale, Ottawa, besitzt derzeit kein CFL-Team, weswegen man seit ein paar Jahren dann gegen BC spielt, die keinen historisch gewachsenen solchen besitzen. In Kanada spricht man von einer künstlich kreierten „Coast-to-Coast“-Rivalität.

Montreal mit 5-3 Siegen trotz negativer Punktebilanz, und BC mit 6-2 mit bester Defense ligaweit. Das Spiel hat auch deswegen einen Reiz, weil nächste Woche in der CFL alle vier Partien wieder gespielt werden, mit vertauschtem Heimrecht. (morgen abend gibt es dann den ersten großen Klassiker Saskatchewan – Winnipeg am Vorabend des kanadischen Labour-Days).

Die CFL hat dieser Tage auch deswegen ihren Reiz, weil vermehrt aus den NFL-Trainingslagern entlassene Spieler wieder in ihre „Heimat-Teams“ im hohen Norden zurückkehren.

Morgen früh noch um 10h30 als ESPNA-Tape Boston College vs. Miami Hurricanes, ein Spiel, das heute um 21h30 angesetzt war, und von dem ich überrascht bin, dass die Internetwahl der Fans nicht auf diese, sondern auf die Nebraska-Partie gefallen ist. Beide ACC-Unis stehen vor schwierigen Saisons. Boston College, weil die Stimmung am Boden liegt. Miami, weil keine Sau weiß, wann der Hammer der NCAA im Falle „Shapiro“ fallen wird. Und natürlich, weil die Offense mal wieder rundumerneuert wurde.

Alles weitere im Verlauf des Tages und/oder morgen.

College Football 2012, #1: Michigan State Spartans – Boise State Broncos

Endstand Michigan State Spartans 17, Boise State Broncos 13

Dickes Brett, das die Spartans da zu bohren hatten. Keine Frage, der Sieg ist schwer verdient – Michigan State dominierte Boise vor allem in der zweiten Halbzeit nach Strich und Faden. Boise hing spätestes dann physisch in den Seilen, fand kein Mittel mehr, RB LaVeon Bell (44 Carries, 210yds!) zu bremsen. Was man in der ersten Halbzeit noch mit INTs und Turnovers kaschieren konnte – die unrunde eigene Offense – wurde dann böse, böse offengelegt.

Die Stats zum Tag:

Michigan State 461yds 5.1yds/Play über 90 Spielzüge.
Boise State    206yds 3.7yds/Play über 56 Spielzüge.

Fantastische Defensivarbeit der Spartans, die mit dieser Abwehr durchaus den ungeliebten Wolverines Paroli bieten können (die Spartan-Offense fand ich insgesamt nicht besonders überzeugend, abgesehen von Bell und TE Sims). Boise State sah dagegen vor allem im Laufspiel kein Land (ohne die Scrambles von Southwick 20 Läufe für 19 (!) Yards) – wenn da die recht einfach gestrickten Offenses der Big Ten daherkommen, dürfte diese Defense ähnlich aufgeigen können.

Fazit: Kein BCS-Buster in diesem Jahr. Und Michigan State wird die Offense variabler gestalten müssen, um in Sachen Big-Ten-Championship ein lautes Wörtchen mitzureden.

[05h16] 95 Sekunden vor Schluss macht LaVeon Bell das nächste 1st down zum 1st and goal. Damit dürfte die Sache gegessen sein.

[05h05] Spektakulärer Football gerade: Boise versucht erst gar nicht mehr, ein Klein-Klein aufzuziehen, sucht dafür in jedem Play den tiefen Ball um die Größenvorteile gegen die an der Anspiellinie aggressiv zu Werke gehenden Defensive Backs. Resultat ist eine Pass Interference und zwei haarscharfe Incompletions (1x, weil der QB Southwick ausrutschte). Das erfolgreiche 4th down wird zurückgepfiffen, weil Dantonio/Spartans gerade noch rechtzeitig eine Auszeit genommen hatte. Im zweiten Versuch scheitern die Broncos. Ca. sechs Minuten noch.

[04h54] Michigan State 17, Boise State 13/4th 8:12. Jesacht, getan. Was seit zirka einer Stunde überfällig ist, wird vollendet durch den Mann, bei dem sich die beiden ESPN-Kommentatoren nun schon mehr als einen runtergeholt haben: RB LeVeon Bell. Bell hier, Bell da, Bell in der Endzone allemal. Drive, bei dem die Boise-Defense sehr shot aussah – welch Wunder.

[04h45] Michigan States Defense macht einen bewundernswerten Job nun auch in der Secondary, hat auch den letzten Funzen Passoffense komplett aus dem Spiel genommen und somit das Feld bereitet für kurze Feldposition für die Offense (ca. 60yds zum TD für Maxwell, Bell und Konsorten).

[04h40] QB Kellen Moore, unser Boise-Hero aus vergangenen Tagen, ist anscheinend in den 53er-Kader der Detroit Lions einberufen worden. Finde ich etwas überraschend, nachdem die drei Lions-QBs Stafford/Hill/Moore nun komplett komplementäre QB-Typen sind.

Drittes Viertel

[04h36] Mit einem komplett in die Hose gegangenen Reverse-Spielzug der Spartans endet das dritte Viertel – ein drittes Viertel, das Michigan State dominiert hat, aber aufgrund nicht zuletzt des Turnovers erstmal ohne entsprechende Punktausbeute.

[04h30] Boise zieht das Tempo im Angriff an und hat damit temporär Erfolg, muss aber an der gegnerischen 40yds-Line punten. Michigan State ist wieder dran und LeVeon Bell kann sein Konto (154 Rush-yds) weiter aufstocken. Bei ESPN beginnt man schonmal leise, einen Heisman-Kandidaten heraufzuquatschen.

[04h22] Yards per Play-Statistiken bisher.

Michigan State mit 5.4yds/Play über 59 Spielzüge.
Boise State    mit 4.1yds/Play über 37 Spielzüge.

[04h20] Die Spartans kommen nun richtig ins Rollen, fahren schwere Geschütze auf (u.a. ein fantastischer Lauf von RB Bell bei 3rd and 16 zum neuen 1st down), QB Maxwell spielt einen tollen Pass in die Gasse und der WR braucht eigentlich nur mehr durchzulaufen… und dann rauscht von hinten ein Bronco-Defender heran und schlägt den Ball frei. Vierter Turnover der Spartans! Michigan State führt 318yds zu 155yds nach Offense, liegt aber immer noch zurück!

[04h09] Der Spartan-Kicker versiebt ein 43yds-FG nach einem Drive, in dem sich abgezeichnet haben könnte, wie die Spartan-Offense nun aussehen könnte: Maxwell mit kurzen, schnellen Pässchen auf RB Bell und TE Sims, während dazwischen Bell am Boden die Arbeit leistet und die 4yds-Runs einfährt.

[03h59] Neuigkeit aus der NFL/Arizona Cardinals: John Skelton (Mr. 5.1% INT-Rate) wird der neue Quarterback der Cards sein. WR Deion Branch in New England entlassen. RB Hightower in Washington entlassen. LB Greg Jones (ein ehemaliger Michigan State Spartan) bei den Giants rausgeworfen. OLB Vernon Gholston in St Louis auf die Straße gesetzt.

Zweites Viertel

[03h45] Halbzeit Michigan State Spartans 10, Boise State Broncos 13.

Ein über weite Strecken unansehnliches Spiel von beiden Offenses. Michigan State bekommt die grunderneuerte Defensive Line der Broncos nicht unter Kontrolle, lässt QB Maxwell immer wieder blank stehen – und Maxwell ist ein bissl zu mutig, wirft immer unter Hochdruck. Resultat waren drei INTs. Boise hat ein ineffizientes Laufspiel und QB Southwick hat keine 50% Completion Rate und kriegt in der RedZone nix gebacken. Aber da waren wenigstens zwei Trickspielzüge und dieser tiefe Ball.

Auf der anderen Seite muss man auch mal anerkennen, was beide Front-7 veranstalten. MSU macht die Mitte komplett dicht, BSU bringt die Pass-Protection immer wieder in Kalamitäten.

Für Michigan State ist insofern lange nicht alles verloren, weil nun die Chance besteht, QB Maxwell in der Halbzeit zu beruhigen. Man nehme ein oder zwei der überhasteten Würfe raus und Boise stünde noch ohne TD da.

[03h40] Seufz. Beide Offenses sind in Geberlaune. Die Spartans im Selbstzerstörungsmodus: Erst ein illegaler Block in der RedZone, dann die dritte INT gegen QB Maxwell an der GoalLine mit sechs Sekunden auf der Uhr.

[03h34] Nächster Turnover. Diesmal ein Lateral/Screen, den #11 Williams-Rhodes droppt – nach der Regel ein Fumble. Für die Spartans eine unverhoffte Chance, um ins Spiel zurückzufinden.

[03h32] Nach einem langen Lauf von RB Bell geht Dantonio 1:45 wieder auf Risiko, spielt ein 4th-and-1 aus. Und diesmal wird ausgerechnet Bell, dieser Back, der die Abwehrspieler immer ein oder zwei Yards mit sich schleift, zum zweiten Mal in Serie für Raumverlust gebremst. 99 Sekunden für 60yds für Boise.

[03h24] Michigan State 10, Boise State 13/2nd 4:23. Trotz eines eigenen Personal Fouls kommen die Broncos zu Punkten, und zwar dank eines großartigen Passes von QB Southwick links downfield, Ball direkt auf die Brust von WR #2 Matt Miller gelegt. An der Goal Line aber wieder gleiches Lied wie vorhin: Die Mitte ist zu, auf außen muss Southwick aufgrund guter Deckung überwerfen.

[03h16] Ich bin gerade ziemlich schockiert, wie viele Strafen die Spartans gerade kassieren: Innerhalb drei Plays ein Chop-Block, der ein 1st down negierte (15yds), dann unmittelbar danach ein False Start (5yds), dann kassiert der Punter (!) einen Late Hit beim Punt Return der Broncos (nochmal 15yds).

[03h08] Michigan State 10, Boise State 10/2nd 8:53. Jetzt schlägt Maxwells Tendenz, auch unter Hochdruck den Ball abzufeuern, ins Negative um. Erst eine Fast-INT wieder von #5 Taylor bei einem tiefen Ball, ein Play später kollabiert die Pocket komplett, Maxwell feuert den Ball zu hart, wird abgefälscht und fällt dem DB #10 Ioane in die Arme. Ioane returniert locker 43yds zum Ausgleich.

[03h01] Ereignisreicher Bronco-Drive. Erst zwei Trickspielzüge en suite, dann ein Spielzug mit voller Härte der Spartan-Defense (roughing the quarterback und ein durchaus auch zu pfeifender Hit gegen RB Harper im selben Play) und dann eine fantastische, artistische Interception eines Freshman-DBs in der Endzone, der sich einen abgefälschten Ball im Fallen noch selbst in die Hände tippt. Keine Punkte, obwohl Boise schön langsam die Kontrolle über die Partie übernimmt.

Erstes Viertel

[02h45] Michigan State 10, Boise State 3/1st 1:39. Belohnung für den mutigen Dantonio, der in der eigenen Hälfte ein 4th down ausspielen lässt: Ein 50yds-FG seines Kickers im nicht ganz windstillen Spartan Stadium.

[02h35] Michigan State 7, Boise State 3/1st 4:39. INT gegen QB Maxwell im ersten Play, als CB Taylor einen nicht unter Kontrolle gebrachten Pass abfängt und in die Nähe der RedZone returniert. Die Broncos versuchen danach für meinen Geschmack zu sehr, durch die Mitte zum Erfolg zu kommen – aber als sie es außen probierten, wurde nur ein harmloses Mädel aus dem Cheerleading-Staff von der Blindside abgeschossen. Würde nicht Haus und Hof darauf verwetten, dass da alle Knochen heil geblieben sind.

[02h26] Zweiter Angriffsversuch der Broncos bringt ein 1st down, als Southwick einen intelligenten Rollout nach rechts bekommt, um dem massiven Druck von seiner Blindside zu entgehen (v.a. RE Will Gholston macht viel Lärm). Southwick schaut sehr mobil aus, wendiger als es Kellen Moore je war.

[02h18] Michigan State 7, Boise State 0/1st 7:47, TD Bell. Der Pass Rush der Broncos zündet noch nicht komplett, setzt den Debüt-QB Andrew Maxwell aber unter Druck. Maxwell macht dabei einen coolen Eindruck, feuert mutige Bälle auf nicht schlecht gedeckte Leute. So ist der Schlüsselspielzug ein langer Lauf von RB LeVeon Bell, der einen Safety wie eine Hürde überspringt. In der RedZone wird es ein physischer Abnutzungskampf, und die Spartans drücken im vierten oder fünften Versuch den RB Bell durch.

[02h10] Erster „Drive“ der Broncos. Michigan State macht mächtigen Rabatz und zerbröselt die Protection für den neuen QB Joe Southwick komplett. Southwick wirkt noch nicht richtig sicher, vermeidet aber die hirnlosen Würfe. Ein Yard Raumverlust, Punt.

[02h06] Harhar, die ESPN-Interviewerin (Jamele Hill?) hat angeblich versucht, Chris Petersen mehr als eine Plattitüde zu entlocken… und ist gnadenlos abgeblitzt.

[02h03] Quer durch die Lande sehen die Pundits und Wettbüros die „Grünen“, Michigan State vom Head Coach Mark Dantonio, als leichten Favorit: Mit Spread = 8 Punkten, bei einem Over/Under von im Schnitt 48 Punkten.

[02h00] Wetter in East Lansing scheint besser zu sein als bei mir, wo vor der Haustür (okay, paar Meter weiter) der Schnee hereinlächelt.

[01h56] Guten Morgen.