NFL-Woche 1/2012: Chicago Bears – Indianapolis Colts im Rückspiegel (Luck-Watch)

Kein Spoiler mehr am Mittwoch beim Review des NFL-Debüts für den hoch gehypten Quarterback Andrew Luck, das in Chicago recht deutlich 21-41 verloren ging. Das Spiel war nach genau 3:08 gespielten Minuten im dritten Viertel beendet. Ein kurzer Blick darauf.

Indianapolis Colts

Für QB #12 Andrew Luck war es ein… hmm, durchwachsenes NFL-Debüt. Sicher, 6.5yds/Play macht nicht jeder bei seinem Debüt und viel bessere Defensive Front-Sevens sieht auch nicht jeder im ersten Spiel, aber da waren für meinen Geschmack relativ viele über- und unterworfene Bälle dabei und zumindest bei zwei von den vier Turnovers trug Luck die Hauptschuld. Toll war, wie sich Luck immer wieder mit seiner Mobilität Zeit in der nicht immer sicheren Zone „Pocket“ behauptete. Weniger toll, wie oft da offene Wide Receivers übersehen wurden. Reggie Wayne dürfte dieser Tage mit Luck intensivere Gespräche drüber führen.

Bleibt Lucks Arm, ein viel diskutiertes Thema im Vorfeld des NFL-Drafts: Luck besitzt keinen Raketenarm wie Stafford, mit dem du schon qua Reputation einen Defensive Back in Schockstarre versetzen kannst. Besonders auffällig war das bei Lucks erster Interception, einem langen Ball, der in hohem Bogen in die EndZone flog und dort recht leicht abgefangen wurde. Einen Play später kam Cutler auf das Feld und feuerte einen dieser gewohnten, flachen Geschosse das Spielfeld runter, gegen die auch in der NFL kein Kraut gewachsen ist. Das ist der Unterschied zwischen sehr gut und außergewöhnlich. (was nicht automatisch zum Problem werden muss)

Laufspiel war eher lala, Wide Receivers abseits von Wayne ebenso, und auch diese Trips-Formationen mit 3 Wide Receiver/Tight Ends auf der Seite des DE #90 Julius Peppers funktionierten nicht wirklich.

Die Defense der Colts ließ nach exzellentem Beginn mit extrem viel Druck auf die Pocket der Bears schnell nach, was am verletzungsbedingten Ausfall DE #93 Dwight Freeneys gelegen haben mag. Spätestens als Cutler diesen einen Moment Zeit bekommen hatte, war es um die Colts geschehen: Die Passverteidigung sah kein Land mehr und wurde komplett verbrannt.

Chicago Bears

Womit wir bei Cutler und seinen 9.0yds/Passversuch angelangt wären. Zu Beginn hatte es ja nicht danach ausgesehen, als die Pocket jedes, wirklich jedes Mal kollabierte. Nach ziemlich genau sechs Minuten folgte die schleichende Wende, als Freeney rausmusste und nach einem langen Lauf RB #22 Matt Fortés der Passrush vorsichtiger wurde. Cutler warf sich nach einem ersten Viertel mit enorm vielen Incompletions in einen Rausch und bediente abwechselnd einen der Herren WR #15 Marshall, WR #17 Jeffery oder WR #80 Bennett für insgesamt 333yds. Gepaart mit dem vielseitigsten aller Running Backs – Forté – haben die Bears da möglicherweise eine wunderbare Offense beisammen.

Wo ich mir noch nicht sicher bin: Die Offense Line. Der Großteil des Spieles war von exzellentem Schutz gekennzeichnet, aber ganz zu Beginn… da sind noch ein paar Fragezeichen offen. Den 32ten und letzten Platz im O-Line-Ranking von Pro Football Focus von letzten Jahr dürfte dieses Jahr aber eine andere Mannschaft besetzen.

Die Defense wirkte solide, angeführt von der starken Front-Seven. DE Peppers war der auffälligste Mann, während im Backfield CB Jennings die entscheidenden Plays machte und an mehr oder weniger allen Interceptions irgendwo beteiligt war.